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Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten

Verschiedene Autoren: Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten - Kapitel 27
Quellenangabe
typeletter
authorJulius Zeitler
titleDeutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
publisherVerlag Julius Zeitler
editorJulius Zeitler
year1909
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140417
projectid5cbef5e6
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25. Gellert an Ernst Samuel Jakob Borchward

Bin ich nicht mehr Ihr Freund, seitdem Sie mich von Person haben kennen lernen, oder was ist die Ursache, daß ich seit einem halben Jahre keine Zeile von Ihnen gesehn habe? Ich weiß wohl, daß ich hätte schreiben sollen; allein ich habe doch das Verdienst auf meiner Seite, daß ich in Berlin gewesen bin, daß ich beynahe, bloß aus Freundschaft für Sie, eine weite Reise gethan habe; und mit diesem Gedanken läßt sich eine Nachlässigkeit im Schreiben schon entschuldigen. Genug, ich sehne mich gar zu sehr nach einer Nachricht von Ihnen, und Sie können mir sie ohne Ungerechtigkeit nicht wohl versagen. Schreiben Sie mir nur, daß Sie mit Ihrer lieben Frau noch so leben, wie ich Sie in Berlin gefunden habe, daß Sie mich noch lieben: so ist alles gut, wo nicht, so komme ich noch einmal nach Berlin, und trete gar bey Ihnen ab. In Wahrheit, lieber Herr Hofrath, es ist mir in Ihrer Stadt so viel Ehre wiederfahren, daß ich leicht zu entschuldigen wäre, wenn ich wieder käme; und ich glaube sicher, daß ich an keinem Orte in ganz Deutschland so viel Freunde und Gönner habe, als eben in Berlin. Wie komme ich zu diesem Glücke, und wodurch werde ichs beständig machen können? Tragen Sie, wenn ich bitten darf, das Ihrige dazu bey, und empfehlen Sie mich allen den Herren, die ich durch Ihre Vermittlung habe kennen lernen, auf das verbindlichste. Ich weiß zwar ihre Namen nicht, aber desto sicherer ihre Verdienste und Charaktere. Nichts kränkt mich mehr, als daß ich den Herrn Geheimdenrath Buchholz, von dem alle Welt so viel Gutes erzählt, nicht habe sehen sollen. Bezeigen Sie ihm in meinem Namen alle die Hochachtung, die ich einem so großen Manne schuldig bin. Ihrer Frau Liebste können Sie nicht genug sagen, wie hoch ich sie schätze. Sie sind ein glücklicher Mann, das sage ich allen Leuten, und bin mit dem größten Vergnügen zeitlebens etc.

L. den 15. Oct. 1751.

C. F. G.

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