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Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten

Verschiedene Autoren: Deutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten - Kapitel 16
Quellenangabe
typeletter
authorJulius Zeitler
titleDeutsche Freundesbriefe aus sechs Jahrhunderten
publisherVerlag Julius Zeitler
editorJulius Zeitler
year1909
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140417
projectid5cbef5e6
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14. Michel Behaim an Paulus Behaim

Laus deo semper, Anno domini 1533,
adi 19. September inn Breslaw.

Mein freundtlichen vnnd gantz willigenn dienst allezeyt beuor.

Lieber vetter Pawlus, dein gesundthayt vnnd wolmugen werd mir ein sundere frewd; mich wis, Got hab lob, sampt meiner hawsfrawenn frisch und gesundt. Nun erfordert dis mein schreybenn an dich anders nix, allein mich groes wunder hat, dw mir so lang nicht geschribenn hast vnnd forderlich ytzunder souil gesellenn von Krackaw auff den jarmargk Crucis her gen Breslaw seindt khomen. Bit, mir anzaygenn wolst, was doch die vrsach ist, dieweyl ich dir vormal zw erkhennen hab gebenn, das ich ytzund ein wenig mer mit geschefftenn beladen bin, dan dw villeycht gedenckst, das ich dir so offt wie vor nicht schreybenn khan. Het nicht vermayndt, dw dich dergleychenn also vnfreundtlich gegen mir hest haltenn sollen. Im namen Gots, ich khan abnemen, dw dir sampt all meinenn freunden gedencket, meiner nymmer mer bedürfft, vermayndt villeicht auch, ich khün ewr khainem nun nit mer dienen; hoff aber dennoch zw Got, es wird auch ein andere zeyt khomen. Derhalbenn will ichs ytzundt im als haben haimgesetzt vnnd seinem gotlichen willenn beuelhenn. Ich hab deinem vatter im meinem nechsten schreyben all mein thuen, wandel vnd wesen von wort zu wort angezaygt, darauff ich wider durch mein schwester ein guette antwort erlangt. Hat mir auch durch sie lassen entpietten, das er mir gern personlich geschribenn het; aber seiner kranckheydt halbenn hab ers nicht khünnen geschaffenn, das ich dann warhafftig von im zw hohem danck hab auffgenommen vnd versich mich noch souil freundschafft wie vormals. Aber ich merck wol, dw stelst dich fort an gegen mir nicht, wie du mein vetter werst, sunder wie du mich schier gar nix mer angehoerest, als ich alhie ytzund disen margkt bin bericht wordenn. Sey Got beuohlen; wer ways, wo man mein zw ainer zeyt etwo noch auch mocht bedorffen etc. Ich hab khürtzleych schreybenn schreybenn vom jungen Linhardt Münstrer gehabt; zaygt mir an, wie sich deins vatters gesundthayt mehrt, des ich wahrhafftig von hertzen bin erfrewdt. Gott dem allmechtigen sey lob vnd danck gesagt, amen.

So ist mein bit, wollest dem Bernhardt Gaysler, Barttol. Fockers diener, vonn meinet wegenn ansagen, ich dir geschriben hab, dw in verinnern solst, das er mir auffs erst die 2 schuldtbrief, nemblich den, so er wol ways, vnd, auch den vom Frantz Beehl zusenden wolle. Doch magst in auch disen artickel lassenn selbs lessenn vnnd gemelte 2 schuldtbrieff zw deinen handen nemen, solche her gen Breslaw an Hans Hewgel verschaffenn im darneben schreybenn, das er deine brieff nyemandt anders dann mir zwstellen solle; dann ich versich mich, in 3 oder 4 wochen nach datto nicht einheimisch zw sein, sundern, ob Got will, noch in 8 tagen von hinnre nach Leyptzigk zw reytten; der allmechtig Got verleyh mir zw diser rays gluck vnd hayl, amen. Derhalbenn noch, wie vormal vermeldt, mag Hans Hewgel solche brieff vntz auff mein zwkhunfft bey sich verwahren oder meinem weyb zw aygenn handen antwortten.

Vnd so dw mir die schuldtbrieff zwschickst vnd in deine brieff einmachst, wollest sie nicht durchstechenn; damit hab vleys.

Damit sey Got der allmechtig mit vns allen, amen. Mein hawsfraw lest dich freundtlich seer grüessen, so thve ich dir, was dir lieb vnd dienst ist. Datum vt antea.

Michel Behaim d. w. v.

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