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Deutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch

Verschiedene Autoren: Deutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch - Kapitel 85
Quellenangabe
typepoem
authorVerschiedene Autoren
titleDeutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch
publisherSteingrüben Verlag
editorFerdinand Avenarius
year1951
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150217
projectid374d4959
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Detlev von Liliencron

Wer weiß wo

Auf Blut und Leichen, Schutt und Qualm,
Auf roßzerstampften Sommerhalm
Die Sonne schien.
Es sank die Nacht. Die Schlacht ist aus,
Und mancher kehrte nicht nah Haus
Einst von Kolin.

Ein Junker auch, ein Knabe noch,
Der heut das erste Pulver roch,
Er mußte dahin.
Wie hoch er auch die Fahne schwang,
Der Tod in seinen Arm ihn zwang,
Er mußte dahin.

Ihm nahe lag ein frommes Buch,
Das stets der Junker bei sich trug
Am Degenknauf.
Ein Grenadier von Bevern fand
Den kleinen erdbeschmutzten Band
Und hob ihn auf.

Und brachte heim mit schnellem Fuß
Dem Vater diesen letzten Gruß,
Der klang nicht froh.
Dann schrieb hinein die Zitterhand:
»Kolin. Mein Sohn verscharrt im Sand.
Wer weiß wo.«

Und der gesungen dieses Lied,
Und der es liest, im Leben zieht
Noch frisch und froh.
Doch einst bin ich, und bist auch du
Verscharrt im Sand, zur ewigen Ruh,
Wer weiß wo.

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