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Deutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch

Verschiedene Autoren: Deutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch - Kapitel 213
Quellenangabe
typepoem
authorVerschiedene Autoren
titleDeutsche Balladen. Aus Ferdinand Avenarius' Balladenbuch
publisherSteingrüben Verlag
editorFerdinand Avenarius
year1951
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150217
projectid374d4959
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Heinrich Suso Waldeck

Wunderbares

Der schwarze Himmel hing tief herein,
Züngelte Flammen, donnerte Zorn.
Vom Erker spähten wir scharf zum Waldrand hin,
Dem jungen Beerensucher entgegen.
Wunder, wie sanft die Mutter die Hände schloß:
»Über unserem Kinde ist Gott.«
Und ruhig nickte der Vater: »Jawohl, ist Gott.«

Gelbes Licht enthüllte den schreitenden Knaben.
Wunder, wie er den Feldweg tapfer einherwuchs.
Mutig lachte das weiße Röckchen,
Der rote Krug im ängstlichen Ährengewühl.

Schon winkt ein schmächtiger Arm herauf,
Wo der Steig zu näheren Gärten biegt.
Da bricht die Flamme herein,
Erkracht der göttliche Hieb.
Wunder, wie die Pappel unversehrt steigt,
Da doch an den vergrasten Wurzeln das Kind erschlagen dahinsinkt.

Heulen entstürzte unsäglich dem Haus.
Ich aber stand erstarrt vor dir, du Gott des Blitzes und Todes:
So tust du mit uns seit Anbeginn –
Heiliges Wunder, daß wir dennoch dich lieben!

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