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Der Zerrissene

Johann Nestroy: Der Zerrissene - Kapitel 4
Quellenangabe
typecomedy
booktitleNestroy Komödien
authorJohann Nepomuk Nestroy
year1995
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main und Leipzig
isbn3-458-33442-4
titleDer Zerrissene
pages313-378
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1844
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Neunte Szene

Anton, Madame Schleyer, Lips

Anton (tritt zur Mitte links, meldend, mit Madame Schleyer ein) Die verwitwete Frau von Schleyer. (Geht wieder in den Garten ab.)

Lips Unendlich erfreut –

Madame Schleyer (sehr elegant und auffallend gekleidet) Herr von Lips entschuldigen –

Lips Was verschafft mir das Vergnügen?

Madame Schleyer Ich komm' als Ballgeberin – es wird sehr glänzend werden.

Lips Der Glanz alles Glänzenden wird durch schwarze Unterlag' gehoben, drum sind immer die Bälle die glänzendsten, denen das Unglück den dunklen Grund abgibt, für welches dann der Glanz des Balles zum Strahl des Trostes wird. So wird auch ohne Zweifel Ihr Ball einen wohltätigen Zweck haben.

Madame Schleyer Das heißt' – mein Ball hat allerdings einen wohltätigen Zweck, insofern das Vergnügen wohltätig auf den Menschen wirkt –

Lips Aha, und insofern der Ballertrag wohltätig auf die Finanzen der Ballgeberin wirkt.

Madame Schleyer Insofern es ferner eine Wohltat für die Leut' ist, die einem kreditiert haben, wenn sie zu ihrem Geld kommen.

Lips Mit einem Wort, zu Ihrem Besten und zum Besten Ihrer Gläubiger wird der Ball gehalten; jetzt brauchen Sie nur noch die Gäste mit dem Ball zum besten zu halten, so is ein allgemeines Bestes erzweckt.

Madame Schleyer Der Herr von Lips machen Spaß mit einer Witwe, die im Drang der Verhältnisse –

Lips Haben Sie so viele Verhältnisse, daß ein förmlicher Andrang daraus entsteht?

Madame Schleyer Mir hätt' nie die Idee kommen sollen, den Schleyer zu nehmen.

Lips Was? Sie haben den Schleier nehmen wollen?

Madame Schleyer Ich hab' ihn genommen, der Himmel hat mir'n aber wieder genommen.

Lips Ja so! Der selige Herr Gemahl hat Schleyer geheißen?

Madame Schleyer Aufzuwarten!

Lips Und hat Ihnen nichts hinterlassen?

Madame Schleyer Nichts als das kleine Haus da heraußen, von dem ich die Hälfte an eine Sommerpartei verlass'. Jetzt hab'n mir die Gläubiger auf das Haus greifen wollen.

Lips Fatal, vorm Feuer kann man ein Haus assekurieren lassen, aber an eine Assekuranzanstalt vor Gläubigern hat man noch immer nicht gedacht, und doch werden offenbar mehr Häuser den Gläubigern als den Flammen zum Raube.

Madame Schleyer In der Desperation hab' ich den Entschluß gefaßt, einen Ball zu geben; denn das Haus, worin mein Mann g'storben is, lass' ich mir nicht entreißen.

Lips Natürlich, so was is als Tempel süßer Erinnerung unschätzbar.

Madame Schleyer Konträr, Herr von Lips, daß ich ihn in dem Haus los'worden bin, das is die unschätzbare Erinnerung.

Lips Also unglückliche Ehe und wahrscheinlich ohne Delikatesse?

Madame Schleyer O! Der Schleyer war kotzengrob.

Lips Wer war denn der Herr Gemahl?

Madame Schleyer Ein alter Streich- und Projektenmacher. Sie glauben nicht, wie der mich hintere Licht geführt hat. Herr von Lips müssen wissen, ich war in der Stadt bei der Handlung.

Lips Bei was für einer Handlung?

Madame Schleyer Putzhandlung.

Lips Eine schöne Handlung, die durch Wechsel floriert, während so manche andre Handlung durch Wechsel falliert.

Madame Schleyer Er is öfters in Equipage zu mir kommen – zu einer unerfahrnen Marchandmode gefahren kommen, is das sicherste Verfahren, ihr Herz in Gefahr zu bringen.

Lips Mit einem Wort, Sie wurden geblendet, ohne weder Fink noch Belisar zu sein.

Madame Schleyer Die Equipage war ausg'liehen – das Vermögen Schein – das heißt nicht etwa Wiener Währung –

Lips Wir kommen aber ganz vom Ball ab.

Madame Schleyer Hier hab' ich die Ehre, ein Billett – (übergibt ihm ein Ballbillett).

Lips (es besehend) Der Preis is fünf Gulden –

Madame Schleyer Der Drucker hat vergessen, draufzusetzen: »Ohne Beschränkung der Großmut«, was ich ihm doch so aufgeboten hab'.

Lips »Standespersonen zahlen nach Belieben« wär' besser, denn das Prädikat »großmütig« reizt die allgemeine Eitelkeit weit weniger als der Titel »Standesperson«. Ich hab' nicht gewechselt, Madame Schleyer müssen schon gütigst diesen Hunderter annehmen.

Madame Schleyer Herr von Lips – Ihre Großmut – Ihre – (eilfertig) ich verharre mit untertänigstem Dank die tiefergebenste Dienerin! (Verneigt sich und geht rasch durch die Mitte links ab.)

Lips (allein) Mein Kompliment! Wie sich die tummelt, die muß einen Abscheu vor dem Herausgeben hab'n. (Sich besinnend.) Aber halt, ich vergess' ja ganz, daß sie meine Braut is. (Eilt zur Türe und ruft ihr nach.) Ich bitt', Madame – hab'n S' die Güte – auf ein' Augenblick – (für sich) sie kommt zurück.

Madame Schleyer (zurückkommend) Herr von Lips haben gerufen? Ich hätte vielleicht herausgeben sollen –?

Lips O nein, das war's nicht.

Madame Schleyer Oder wünschen vielleicht noch ein Billett?

Lips Nein, das ebensowenig. Für einen Ledigen is ein Billett genug, und selbst wenn ein Lediger die Ballgeberin heirat't, braucht er nur eins, denn die Ballgeberin hat ja freies Entree auf ihrem eig'nen Ball.

Madame Schleyer Ich versteh' Ihnen nicht –

Lips Werd' mich gleich ganz verständlich machen; ich hab' Ihnen auf einen Augenblick zurückgerufen, weil ich mich auf ewig mit Ihnen verbinden will.

Madame Schleyer Fünf Gulden kommen aufs Ballbillett, fünfundneunzig auf den Spaß, den Sie sich machen, das kann man sich schon g'fallen lassen.

Lips Ich mach' aber Ernst, und das is eigentlich der Hauptspaß –

Madame Schleyer (äußerst erstaunt) Ich trau' mein' Ohren nicht –

Lips Is es denn so wunderbar? Mir is der Schuß zum Heiraten kommen, und der Schuß trifft zufällig Sie. Besser als ein anderer Schuß, der bald mich selbst getroffen hätt'.

Madame Schleyer Wie das!?

Lips Sie müssen wissen, mein Inneres is zerrissen wie die Nachtwäsch' von einem Bettelmann – da hab' ich mich also unlängst erschießen wollen, und derweil ich so im Schuß ein Testament aufsetz' zugunsten meiner Freunde, is mir der Schuß zum Erschießen vergangen.

Madame Schleyer So einen veränderlichen Herrn tät' auch 's Heiraten bald reuen.

Lips Dafür is ja eben 's Heirat'n erfunden, daß's nix mehr nutzt, wenn's einem reut; wenn die Reue nicht wär', wär' ja die Liebe genug. Also jetzt in vollem Ernst: Ihre Antwort!

Madame Schleyer (für sich, in Freude und Ungewißheit schwankend) Ich weiß nicht, träumt mir – oder –

Lips Spielen Sie mir jetzt die Komödie vor, als ob nicht mein Reichtum, sondern meine liebenswürdige Persönlichkeit Ihren Entschluß bestimmt!

Madame Schleyer Komödie würden Sie das nennen – wenn –?

Lips Aha, Sie gehn schon drauf ein, das is recht. Wir Reichen verdienen's, daß man mit uns Komödie spielt, weil uns unsere Eitelkeit undankbar gegen den Reichtum macht. Glauben Sie denn, ein alter Millionist, wenn er aus einer G'sellschaft nach Haus kommt, knieet sich nieder vor seine Obligationen, küsset diese himmlischen Bilder und saget: »Euch nur verdank' ich's, daß diese Frau auf mich gelächelt, diese Tochter mit mir kokettiert hat. Euch nur, ihr göttlichen Papiere, daß diese Cousine mich heiraten will!«? – Kein Gedanken! Er stellt sich voll Selbstgefühl vor 'n Spiegel, find't in seine Hühnertritt' interessante Markierungen und meint, er is ein höchst gefährlicher Mann. Mit Recht hat die Nemesis für diesen Undank an den Papieren den Reichen zum Papierltwerden verdammt. Also heraus jetzt mit dem Entschluß, meine Holde!

Madame Schleyer (sich zierend) Aber, Herr von Lips, ich muß ja doch erst –

Lips Ich versteh', vom Neinsagen keine Red', aber zum Jasagen finden Sie eine Bedenkzeit schicklich! Gut, wie Sie wünschen!

Zehnte Szene

Kathi; die Vorigen

Kathi (zur Mitte links eintretend) Ah, da is ja der Herr Göd!

Lips (zu Kathi) Wen sucht Sie?

Kathi Kenn S' mich denn nicht mehr, ich bin die Kathi, die Euer Gnad'n aus der Tauf' g'hoben haben.

Lips (sie erkennend) Richtig, aber du bist g'wachsen seit der Zeit, das heißt, nicht seit der Tauf', sondern seit die drei Jahr' –

Kathi Wo ich 's letztemal bei Euer Gnaden war, wo Euer Gnaden Herr Göd so hilfreich –

Lips Na, 's is schon gut, mein Kind, aber jetzt hab' ich hier – (macht eine Bewegung, daß sie sich entfernen soll.)

Madame Schleyer Entfernen Sie sich doch, meine Gute, Sie sehen ja, daß Herr von Lips über und über beschäftigt is.

Kathi (zu Lips) Ich bin wegen der gewissen Schuld gekommen, die hundert Gulden, die Euer Gnaden Herr Göd meiner verstorbenen Mutter so großmütig geliehen haben –

Lips Später, später – jetzt hab' ich durchaus keine Zeit. Geh nur, Kind, geh! (Zu Madame Schleyer.) Ich geb' Ihnen also Bedenkzeit, aber nicht mehr als eine Viertelstund'!

Madame Schleyer Was kann man in einer Viertelstund' bedenken? Im Grund is eigentlich gar nichts zu bedenken – und der Herr von Lips durchschauen ohnedies jede Ziererei – ich könnte also gleich –

Lips Ich weiß, Sie könnten gleich Ja sagen, aber mir g'fallt das jetzt mit der Bedenkzeit, diese Spannung, ich bild' mir jetzt ein, ich bin in einer ängstlichen Erwartung – das unterhalt't mich. Sehn S', so muß sich der Mensch selber für ein' Narren halten. Glauben Sie mir, das is eine schöne und nicht so leichte Kunst. Um andere für einen Narr'n zu halten, braucht man nix als Leut', die einem an Dummheit übertreffen; um aber mit Vorsatz sich selbst für ein' Narren zu halten, muß man sich selbst an G'scheitheit übertreffen. Also in einer Viertelstund', Angebetete – ich werde die Sekunden zählen – das Blut drängt sich zum Herzen, das Hirn pulsiert – der Atem stockt! – In einer Viertelstunde – Leben oder Tod! (Eilt in den Speisesalon Mitte rechts ab.)

Elfte Szene

Madame Schleyer, Kathi

Madame Schleyer (für sich) Ich mach' da ein Glück! – Wenn er mir nur nicht mehr auskommt – ein verruckter Millionär is was G'fährliches bis nach der Kopulation.

Kathi (für sich) Ich wart' halt doch, bis er wiederkommt, das Geld will ich nicht wieder nach Hause tragen.

Madame Schleyer (sehr vornehm zu Kathi) Der Herr von Lips is also Ihr Göd oder eigentlich Pate, wie wir Noblen uns ausdrücken.

Kathi (schüchtern) Ja, Euer Gnaden.

Madame Schleyer Er hat das Geld nicht zurückverlangt, und du bringst es aus eig'nem Antrieb!?

Kathi Freilich, wenn man was schuldig is, muß man zahlen.

Madame Schleyer (für sich) In dem Hause gehen lauter ungewöhnliche Sachen vor.

Kathi (nach und nach mehr Mut fassend, nähert sich Madame Schleyer) Euer Gnaden sind so herablassend, mit mir zu reden, werden mir also eine Frag' erlauben, 's is vielleicht eine dumme Frag' – (etwas ängstlich) hab' ich recht, mir is vor'kommen, als wenn mein Herr Göd heiraten möcht'?

Madame Schleyer Er projektiert so was dergleichen.

Kathi (etwas betroffen) Er heirat't? – Und wen will er denn heirat'n?

Madame Schleyer (stolz und kurz angebunden) Mich!

Kathi (ihre innere Bewegung verbergend) Ihnen! – Nicht wahr, Sie haben ihn recht gern? Er is so gut – so ein herzensguter Herr – er verdient's, und ihm fehlt ja nix zu seinem Glück als ein treues Herz – o, Euer Gnaden werden ihn g'wiß recht glücklich machen.

Madame Schleyer (schroff) Ich glaub' gar, Sie will mir Lektion geben, wie man einen Mann glücklich macht?

Kathi (eingeschüchtert) O, ich bitt', nur nicht bös' werden, wenn ich was Dalkets g'sagt hab'.

Zwölfte Szene

Stifler; die Vorigen

Stifler (zur kleinen Glastüre links eintretend) Nun! Schon alles in Ordnung? – (Lips suchend.) Er is nicht da?

Madame Schleyer (sich rasch umwendend) Wen suchen Sie?

Stifler (sie erkennend) Was tausend! Sie sind's?

Madame Schleyer (angenehm überrascht) Ah! Das ist wirklich unverhofft! Wie kommen Sie daher?

Stifler Das muß ich Sie fragen, liebenswürdige und so plötzlich verschwundene Mathilde.

Kathi (welcher der Name auffällt, für sich) Mathilde?

Madame Schleyer Mit mir haben sich wohl merkwürdige Schicksale zugetragen in die anderthalb Jahr', und das neueste Schicksal is das, daß ich seit fünf Minuten dem Herrn von Lips seine Braut bin.

Stifler Das is allerdings merkwürdig.

Madame Schleyer So einen Goldfisch zu fangen bei der Zeit, wo jede Gott dankt, die einen Hechten erwischt!

Kathi (für sich) Aber das is eine abscheuliche Frau!

Madame Schleyer Übrigens wird's gut sein, lieber Papa Stifler –

Stifler Scharmant – Papa Stifler, so hat mich die aimable Mathilde Flinck immer genannt.

Madame Schleyer Es wird aber gut sein, hier nichts von früheren Zeiten zu erwähnen.

Stifler Natürlich! Wir sehen uns zum erstenmal. Es sind aber noch ein paar Ihrer ehemaligen Anbeter hier, die müssen wir avisieren; ein indiskretes Wort könnte viel – suchen wir sie im Garten auf! Die werden staunen!

Madame Schleyer Ich muß aber in zehn Minuten wieder da sein.

Stifler Das versteht sich, lassen Sie uns eilen! (Bietet ihr den Arm.)

Madame Schleyer Einen Millionär, der die Sekunden zählt, darf man nicht eine Minute warten lassen.

(Beide Seite links durch die kleine Glastüre ab.)

Dreizehnte Szene

Kathi; dann Gluthammer

(Während dieser Szene wird es rückwärts und in den Kulissen zugleich sehr langsam Nacht.)

Kathi (allein) Ich versteh' blutwenig vom Heiraten, aber daß so eine einen Mann glücklich macht, das glaub' ich mein Lebtag nit.

Gluthammer (links hereineilend) Kathi! – Kathi! – Ich lass' mir's nicht nehmen, ich hab' was g'sehn.

Kathi Wer will Ihm was nehmen? Und was hat Er g'sehn?

Gluthammer Ich hab' von weiten was g'sehn, was mich sehr nahe angeht, und das lass' ich mir nicht nehmen.

Kathi Er is ja ganz außer sich!

Gluthammer Nit wahr? O, ich hab' wie ein Wütender mit allen vieren um mich geschlagen; der dumme Anton hat mir den Hammer wegg'nommen.

Kathi Das war recht g'scheit von ihm. Aber jetzt red' der Herr, über was is Er denn wütend worden?

Gluthammer War nicht früher eine da?

Kathi Grad den Augenblick is eine fort'gangen.

Gluthammer Jetzt schlag' die Kathi d' Händ' über 'n Kopf z'samm', diese eine war in der Entfernung deutlich die Meine.

Kathi Warum nit gar! Es war ja die Braut vom gnädigen Herrn.

Gluthammer Kann's nicht glauben, der Anton hat mir offenbar einen falschen Nam' g'sagt.

Kathi Hier hat ein Herr mit ihr g'red't und hat s' Mathilde Flinck g'nennt.

Gluthammer (laut aufschreiend) Mathilde Flinck –!? Flinck!? Mathilde!? Sie is's! Sie is's!!

Kathi Wer?

Gluthammer (außer sich) Meine Geraubte! Hier halt't man sie gefangen, die treue Seele, hier hat sie zwei Jahre lang allen Rauberkünsten getrotzt! O Gott – o Gott!!

Kathi Die da war, hat sehr freundlich mit 'n Herrn vom Haus disk'riert.

Gluthammer Aha! Das war, um den Rauber zu beschwichtigen. O Mathilde! Zur List nimmst du die Zuflucht!? Geduld, Engel, ich komm' dir mit Gewalt zu Hilf'! (Rennt wütend zur Türe des Speisesalons Mitte rechts.)

Kathi (erschrocken ihn zurückhaltend) Was will denn der Herr Gluthammer –!?

Gluthammer (grimmig) Sein Leben will ich, nix als sein Rauberleben. Is denn nirgends ein Mordinstrument? Mein Hab und Gut für einen Taschenfeidl! Eine Million für a halbe Portion Gift! Ein Königreich, wenn mir ein Tandler a alte Guillotine verschafft!

Kathi Is Er rasend?

Gluthammer Ja, rasend dumm, daß ich mich um ein Instrument alterier'; diese Fäust' sind Dietrich genug, um einem die Pforten der Ewigkeit aufzusperren.

Kathi Was? Ich sag' Ihm's, meinem Herrn Göden lass' ich nix g'schehn!

Gluthammer (mit zunehmendem Ungestüm) Wo is er?

Kathi (ängstlich) Er is – er is in Garten gangen.

Gluthammer (außer sich vor Grimm) Gut, dort will ich ihm zur Hochzeit gratulieren! (Indem er wütend während der folgenden Worte alle Hiebe, Stiche, Stöße und Tritte pantomimisch ausdrückt.) Glück – Freud' – Gesundheit – langs Leb'n – und alles Erdenkliche, was er sich selbst wünschen kann. Wart', Rauber!! (Rennt wütend durch die Mitte links ab.)

(Es ist mittlerweile etwas dunkel geworden.)

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