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Der wunderbare Hund

Unbekannte Autoren: Der wunderbare Hund - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
booktitleDer wunderbare Hund
authorAnonymus
translatorCosmo Pierio Bohemo
year1993
publisherFriedenauer Presse
addressBerlin
isbn3-921592-78-x
titleDer wunderbare Hund
pages3-8
created19990523
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die XI. Klasse

Beschreibt etliche artige Verleumdungen, so den Verleumdern gar übel anstehen und bekommen sind.

Ich muß es bekennen, daß ich bei diesem Herrn trefflich Glück gehabt habe; denn wenngleich ich angegeben wurde, so ließ er mir nicht allein nichts übles deswegen widerfahren, sondern meine Ankläger fielen auch gemeiniglich in die Gruben, die sie mir gegraben hatten.

Nur einige will ich hier anführen.

Ein Page zerbrach einmal einen schönen Spiegel, und als er mich anklagte, als ob ich's getan hätte, bekam er einen guten Küchen-Schilling, weil er auf den Spiegel nicht achtgegeben hatte und solchen den Hund zerbrechen lassen.

Ein andermal, als unser Herr über seinen mathematischen Grillen saß, ließ ein anderer Page unversehens einen trefflich stark-brummenden Leibes-Wind fahren, und als der Herr fragte, was das wäre? antwortete der plumpe Schelm: Taussäs hätte es getan.

Weil aber der Herr sah, daß weder Taussäs noch sonst jemand sich in dem Zimmer befand, ließ er demselben um seiner groben Lügen halber einen braven Fetzer in der Küche geben, allwo ich der Exekution auch beiwohnte.

Auf eine andere Zeit hatte ein kleiner Page, der noch nicht lange bei Hofe gewesen, sein Bett ziemlich einbalsamiert und mich also, vermittelst des abscheulichen Gestanks, zu verleumden gedacht.

Den folgenden Morgen fanden die Mägde den völligen Schatz, welches sie aber dem Hofmeister anzeigten.

Der Hofmeister fragte den Pagen, warum er das Bett so greulich zugerichtet hätte? Der Page aber sagte, er hätte es nicht getan.

»Wer dann?« fragte der Hofmeister weiter.

»Taussäs«, versetzte der arme Tropf, »muß es getan haben.«

»Geh, du Schelm«, sagte der Hofmeister, »die Mägde werden gewiß keinen Menschen- vom Hunde-Kot unterscheiden können.«

»Ei, je nun, Herr Hofmeister«, sagte der Page, »so sind es doch gewiß die Fliegen gewesen.«

Worüber der Hofmeister lachend antwortete: »Du einfältiger Narr, die Fliegen werden dir einen so ungeheuren Haufen Unflat ins Bett tun können. Wart, wart, ich will dir einen tüchtigen Küchen-Schilling geben lassen, weil du noch dazu lügst und bald den Hund, bald die Fliegen beschuldigst.« Welche Antwort aber den Hofmeister so delektiert hat, daß er vor Lachen nichts mehr hat sagen können, sondern davongehen müssen, um es seinem Herrn zu erzählen.

Durch diese und dergleichen augenscheinlich falsche Beschuldigungen kam es dahin, daß mein Herr nichts Widriges mehr glaubte und mich wegen meiner Künste je länger, je lieber gewann.

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