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Der verlorene Sohn

Nataly von Eschstruth: Der verlorene Sohn - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
authorNataly von Eschstruth
titleDer verlorene Sohn
publisherPaul List Verlag
addressLeipzig
year1920
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100401
projectidf4df31be
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V.

An der großen Steintreppe, welche in mächtig breiten Absätzen, nach rechts und links sich teilend, die Flur- Halle des uralten Amtsgebäudes emporstieg, standen die Diener in großer Livree, Köchin, Hausmädchen und Jungfer der neuen »Gnädigen« in sonntäglichem Staat und harrten des neuvermählten Paares, welches mit dem Abendzug einzutreffen gedachte.

Ein großes »Willkommen«, reiche Laubgewinde, Tannen und Oleanderbäume gaben dem altersgrauen Raum ein festliches und feierliches Aussehen, und die schmiedeeiserne Hängelampe beleuchtete die beiden Doppelwappen, welche die blau-weißen Fahnen umschlangen, zum Zeichen dafür, daß nun eine neue Herrin und eine neue Zeit für das gräfliche Haus angebrochen sei. Ob eine gute oder böse, wer vermochte das vorauszusagen?

Dieweil die Dienstboten just dieses Thema eifrig flüsternd besprachen, erklang leise und unbemerkt der Schritt eines Knaben droben an dem Treppenabsatz

Götz von Abensberg benutzte den Moment, als sein Gouverneur auf die Ahr geblickt, die Zeitung beiseite gelegt und sich erhoben hatte, um zehn Minuten vor Ankunft der Herrschaften sein hochzeitlich Gewand überzustreifen.

Der junge Graf sollte währenddessen sein Latein repetieren, aber Götz sah diese Notwendigkeit absolut nicht ein, öffnete leise die Tür und stieg unbemerkt den obersten Teil der Treppe hinab, um voll lebhaftesten Interesses zu lauschen, was man da unten zu erörtern hatte. Die Arme auf das Geländer gelehnt, neigte er sich und hörte zu.

Götz von Abensberg war ein auffallend schön und kräftig gewachsener Knabe, schlank und elegant, sicher und gewandt in jeder Bewegung wie ein geborener Kavalier.

In dem schmalen; bildhübschen Gesicht blitzten zwei tiefdunkle Augen und spiegelten rückhaltlos das leidenschaftliche; ungestüme Wesen des jungen Brausekopfs, welches seinen Erziehungstyrannen schon so manchen Stoßseufzer erpreßt hatte.

Lebhaft bis zur Heftigkeit, humorvoll bis zu gutmütigem Spott, bis zu beißender Ironie, trotzig und auffahrend, leidenschaftlich in allem, was ihn interessierte, und phlegmatisch bis zur Trägheit, wenn ihn etwas langweilte, das war Götz von Abensberg, über welchen die Lehrer die Hände rangen und welchen sie dennoch liebten, wie jeder, welcher den Weg des eigenartigen Knaben kreuzte.

»Ja, er kann reizend sein, wenn er nur will!« sagte Anna-Kathrins Bonne lachend und nahm lebhaft seine Partei, wenn man ihn schalt, denn so lieb, zärtlich und ritterlich galant wie Götz gegen das Schwesterchen war, gab's keinen zweiten, und für Mademoiselle raubte er die schönsten Rosen aus dem Garten und opferte sein Taschengeld, um in jäh aufwallender Weichheit einen Bettler zu beschenken, – gab seine liebsten Spielsachen ohne Bedenken fort, wenn er einem anderen kranken oder armen Knaben eine Freude damit machen konnte.

Und in solchen Augenblicken lag ein Zug rührender Herzensgüte und Milde um die sonst so stolz und trotzig geschürzten Lippen, und die blitzenden Augen schauten drein wie verklärt, – ja, was fragte man in solchen Momenten danach, ob Götz seine Lektionen gelernt hatte oder nicht, ob er heimlich durchgebrannt war, mit einer Schar Jungen das nahe Wäldchen zu durchstreifen oder auf verbotenem Gebiet zu angeln?

Ja, alle im Hause waren der Meinung, daß der junge Graf ein gar zu netter Junge sei, nur ein bißchen allzu hitzköpfig und wild, von einem, allzu großen Selbstbewußtsein, welches sich gegen jeden Zwang auflehnte.

Auch jetzt schien man unter den Versammelten in der Flurhalle dieses Thema zu berühren, denn Grete, die kleine Zofe, sagte schnippisch: »Meine Tante, die einer großen Waschanstalt in G. vorsteht, kennt unsere neue Gnädige als ein Fräulein von Ries sehr gut, – na, und da schrieb sie mir neulich, sie könnte man nicht gerade zu die Neuerung in unser Hauswesen gratulieren! Bei den Ries' habe kein Mädchen gern gedient, da ging es zu wie in einer Kaserne – man lauter Kommando und Drillerei! Das Fräulein – was nun jetzt unsere Gnädige wird – sei höllisch scharf und eklig, und wenn etwas nicht nach ihrem Geschmack ginge, dann gab's Staub! –- All, mir soll sie man so kommen! Ich lasse mich nicht schikanieren, und wenn sie mich zwiebeln will, setze ich mich auch auf die Hinterbeine und kündige noch in dieselbe Stunde! Was die Kommerzienrätin Hahnert ist – die stellt mir ja schon lange nach, und wenn es um Mitternacht wär' – bei der kann ich jederzeit anziehen!«

»Ja, Sie,« lachte August, der erste Diener, »Sie gehen man durch die Lappen, wenn's sengerig wird, und unsereins kann ja auch kündigen und findet eine andere Stelle – aber gespannt bin ich, wie das mit unserm Götz gehen wird! – Der Alte heiratet ja nur noch 'mal, um dem armen Bengel einen Inspektor vor die Nase zu setzen!«

»Na, der Götz läßt sich auch nicht viel gefallen! Da wird's wohl bald Staub geben!«

»Man sachte, Justeken!« sagte August kopfschüttelnd und tatschte der dicken Köchin ironisch auf die Schulter. »Mit Tanten, Lehrern und Bonnen springt so ein Junge wohl 'mal frech um – aber mit die gnädigste Frau Stiefmutter? – Nee, nee, – is nich! Ich fürchte man, für den armen Götz fängt jetzt eine verdeiwelte Schinderei an!«

»Bis es 'n Krach gibt! So 'n Bengel ist imstande und reißt aus!«

»I wo! So schlau is er nun schon und weiß, daß es sich als Graf und Majoratsherr besser lebt als als Seiltänzer oder Vagabund!«

»Mutter wird ihn schon an die Strippe nehmen!«

»Wenn die wirklich so ein scharfes Frauenzimmer ist, dann kriegt sie so 'n Jungen doch bald unter!«

»Fürnehmlich, wenn sie bloß deswegen geheiratet ist!«

»Bloß als Schuranze für die Kinder!«

»Na – aus Liebe doch sicher nicht! Da muß man Exzellenz bloß vor das Gemälde von die erste Gattin gesehen haben! Neulich standen ihm noch die hellen Tränen in den Augen! «

»Und nun eine Zweite!«

»Man bloß als Strohwisch! – Die Kinder und uns Dienstpersonal will er damit graulich machen!«

»Bei die armen Würmer wird's ihm glücken, aber bei uns? Nee, Kinder! Bangemachen gilt nicht!«

»Da rollt 'n Wagen! Albert, August, stürzt' ihr entgegen!«

»Kneift die Daumen, Kinder!«

»Adjes, schöne Freiheit!«

»Gott erbarme sich – se kommt!«

Fern von der Straße herauf klang das Rollen einer Equipage, hastiges Hin und Her, Flüstern und Zischeln in der Flurhalle, noch einmal murmelte es trotzig im Kreise: »Ich lasse mir nichts, gar nichts gefallen!«

Droben aber wich leise und schattenhaft die schlanke Knabengestalt zurück und schritt unbemerkt durch den langen Korridor nach seinem Zimmer zurück.

Götz sah leichenhaft blaß aus, sein sonst so frisches Gesicht schien alt und krank. – Die dunklen Äugen blitzten schier drohend und haßerfüllt, und um die Lippen senkten sich die Linien von Trotz und Ungestüm schärfer als je.

Darum, also darum kam diese zweite Mutter in das Haus?

Am ihn zu maßregeln, zu tyrannisieren, – die eiserne Rute für ihn, seine Geschwister, die Dienstboten!

Also darum! – O, daß er das nicht sofort geahnt und durchschaut hat!

Und er Narr hat sich vorhin noch gefreut und gewähnt, in der neuen Mutter fände er wohl eine Seele, die ihn verstehen und seinen Wünschen gerecht werden könne!

»Eine gute liebe Mutter bringe ich euch,« hatte der Vater ihnen versichert, »eine Mutter, die für euch sorgen, euch hüten und schützen wird!«

Und was ist es für eine Mutter?

In G. pfeifen es bereits die Spatzen von dem Dach, was für ein herrisches Weib sie ist.

Götz beißt wie in wildem, leidenschaftlichem Trotz die Zähne zusammen, wirft das Haupt in den Nacken und krampft die bebenden Hände.

Die in der Küche denken, jene Fremde werde ihn unterkriegen?

Lächerlich! Sie sollen sich wundern!

Götz von Abensberg zeigt jedem die Zähne, welcher ihm seine Freiheit nehmen will, – jedem! Von einem Frauenzimmer läßt er sich erst recht nichts gefallen, und wenn sie zehnmal seine Stiefmutter ist!

O, wie schnüren ihm jetzt schon Haß und Zorn die Kehle zusammen!

Wie schäumt das Blut so heiß und ungestüm durch seine Adern!

Sie soll nur kommen!

Götz weiß ja jetzt, warum sie kommt – und er nimmt den Kampf mit ihr auf!

Graf und Majoratsherr? Bah, was fragt er danach!

Freiheit, Freiheit will er! Tun und lassen können was ihm behagt! Er ist zu groß geworden, um sich noch gängeln zu lassen! – Was war sein Leben bisher anderes als ein Dasein in der Zwangsjacke? »Das paßt sich nicht für einen jungen Grafen! – Das tut kein Abensberg! – Ein vornehmer Junge treibt sich nicht auf der Straße herum! – Ein Graf spielt nicht mit Gassenjungen! – Ohne Handschuhe geht der Sohn des Präsidenten nicht! – Ein Abensberg hat Verpflichtungen, – er muß lernen, doppelt, dreifach soviel wie ein andrer, denn er muß es hoch bringen!«

So ging es Tag für Tag! Wie in einen Schraubstock haben sie ihn gespannt, nicht rechts, nicht links durfte er sich drehen, immer im Joch, immer Marionette! Und doch zog und drängte und trieb es ihn voll wilder Sehnsucht hinaus in das freie, lustige Leben seiner Altersgenossen!

Was lag ihm an seinem Grafentitel, an seinem Majorat? Das waren die verhaßten Ketten, welche ihn fesselten.

O, wie beneidete er die barfuß laufenden Straßenjungen um ihre zügellose Freiheit!

Könnte er einmal, nur einmal aus Nachbars Garten die Äpfel stehlen! – Was war es für ein Spaß, wenn er in seinen Park ging und sich von dem Gärtner Obst pflücken ließ, so viel und so schön er es nur mochte?

Ach, jene essigsauren Holzbirnen, die er sich einmal selber aus dem Wald geholt, schmeckten ihm noch wie die herrlichsten Genüsse! Und wie schwer hatte er sie erkämpft, wieviel Strafarbeiten, wieviel Stubenarrest war ihm diktiert worden, weil er ohne Erlaubnis durchgebrannt war!

Und doch war dieser Tag voll tollen Räuberspiels, voll Jagen und Rennen, Raufen und Balgen mit der Schar seiner Straßenjungen, welche er mit sich geführt, die schönste Erinnerung seines Lebens!

Wird solch ein Tag jemals wiederkehren?

Jetzt, wo man ihm noch zu allen Erziehungstyrannen eine Stiefmutter auf den Hals hetzt?

Götz von Abensberg stöhnt auf wie ein junger Löwe, welcher an dem Gitter seines Käfigs rüttelte.

Gleichzeitig stürmt sein Gouverneur im Frack und weißer Binde aus der Tür, drückt ihm aufgeregt einen herrlichen Blumenstrauß in die Hand und sagt: »Die Herrschaften kommen, Götz! Nun bitte ich dich, begrüße die neue Mama mit den Worten, welche ich dir einstudierte! Es hängt so viel von dem ersten Eindruck ab, welchen ein Knabe auf die prüfende und forschende Mutter macht!«

Prüfend und forschend – natürlich, wie ein Großinquisitor!

Götz preßt die Lippen zusammen und umkrampft den Blumenstrauß mit eiskalten Fingern.

Er schreitet mechanisch an der Seite des Erziehers die Treppe hinab bis zu ihrem ersten Absatz, die Eltern daselbst zu erwarten.

Er starrt hinab in die Flurhalle, welche die Stiefmutter soeben am Arm Seiner Exzellenz betritt.

Groß, imposant, das Haupt ernst und selbstbewußt erhoben, schreitet sie den knixenden Mädchen entgegen.

Ihr Auge blickt unendlich ruhig und stolz, aber doch voll gewissen Wohlwollens die Dienstboten an, sie spricht ein paar Worte mit jedem einzelnen und steht dabei so hoch aufgerichtet wie eine Königin, welche Audienz erteilt.

Götz umfaßt mit scharfem Blick das regelmäßige, energische Gesicht, die Gedanken wirbeln hinter seiner Stirn, ein beinahe gehässiges Gefühl schleicht sich in seine Seele.

Jene kraftvolle, hohe Frau ist und wird nun und nimmermehr seine Mutter, sie wird eine Geißel seines Lebens, welche sich als Scheidewand zwischen ihn und alles das stellt, was ihm Glück deucht.

In diesem Augenblick riß er voll leidenschaftlichen Trotzes einen Abgrund zwischen sich und jener »Fremden« auf, welchen kaum die Liebe, geschweige die Vernunft jemals überbrücken konnte.

Wenige Augenblicke später stand die neue Gräfin Abensberg auch vor ihm.

Sie streckte die Hand aus, um sie ihm auf den Kopf zu legen und ein paar – nach Götzens Ansicht – höchst überflüssige Worte zu reden.

Er fuhr jäh zurück und sein Auge blitzte wie in feindseliger Drohung zu Ihrer Exzellenz auf.

Überrascht sah Malwine ihn an.

Der freundliche Ausdruck, welcher erst um ihre Lippen gespielt, da sie den Stiefsohn als geliebtes Kind begrüßen wollte, wich einer kalten Strenge.

Ihre Hand sank schlaff hernieder und hob sich auch nicht, als Götz auf einen drohenden Blick des Vaters hin und von des Erziehers energischem Handgriff genötigt, mit kurzer Bewegung den Blumenstrauß darbot.

»Ich danke!« erwiderte Gräfin Abensberg kurz und eisig. »Ich möchte mich erst überzeugen, ob du es durch Fleiß und Liebenswürdigkeit verdienst, deiner Mutter Blumen anbieten zu dürfen!«

Und sie legte abermals die Hand auf den Arm des aufs höchste geärgert dreinblickenden Gemahls und zog ihn, nach freundlichem Gruß für den Erzieher, weiter.

Dieser bebte vor Aufregung und murmelte dem jungen Grafen ein paar nicht allzu höfliche Worte zu; auch Seine Exzellenz schien nicht übel Lust zu haben, dem renitenten Sohn sogleich eine geharnischte Rede zu halten, Malwine aber sprach gelassen ein paar bewundernde Worte über das schöne, alte Gebäude und schritt den hell erleuchteten Gemächern entgegen, als wäre Götz von Abensberg nichts anderes als eine Steinfigur, welche zur Dekoration auf die Treppe gestellt ist.

»Verzeih', liebste Malwine, ich bin außer mir über den unmanierlichen Schlingel!« sagte der Präsident, als die Tür sich hinter ihnen geschlossen. »Du siehst, ich habe dir nicht zu viel von ihm gesagt!«

Gräfin Abensberg lächelte. »Ein Kind kann mich nicht beleidigen, Bolko, – ich erwartete es kaum anders. Das Bürschchen revoltiert gegen die strenge Hand, welche es führen soll, aber ich versichere dich, diese Hand wird kräftig genug sein, es auf den Weg zu zwingen, den du für deinen Sohn gut heißest. – Nur Zeit und Geld sind nötig. – Und nun zeige mir die beiden andern Kinder; ich hoffe, daß diese mit Güte zu erziehen sind, wo bei Götz vorerst nur Strenge walten kann.«

Wenige Augenblicke später stand Malwine an den Bettchen der beiden Jüngsten.

Klein Anna-Kathrin lag wie ein wonniger, blondlockiger kleiner Engel in den spitzenbesetzten Kissen und lächelte im Traum, Quirins blasses, schmales Gesicht sah aus wie die verkörperte Resignation.

»Ist er krank?« fragte Malwine.

»Nicht krank, Exzellenz – wohl aber sehr zart und anfällig« – gab die Bonne respektvoll zur Antwort. »Die beiden Kinder sind sehr artig und lieb, folgsam und leicht zu leiten! Frau Gräfin werden viel Freude an ihnen haben.«

Malwine strich mit der kühlen, festen Hand über die zarten Wangen der kleinen Schläfer. Einen Augenblick stand sie schweigend und blickte auf sie nieder.

Noch zitterte ein herbes Gefühl durch ihr Herz, welches Götz ihr durch seine Unfreundlichkeit erweckt. Sein Willkommen warf seine Schatten zurück.

Sie war Stiefmutter und wurde als solche angesehen. Liebe brachten ihr die Kinder schwerlich entgegen. Die verlangte sie auch nicht, – ihr eigenes Herz kannte sie ja auch nicht mehr, das kleine, zarte Pflänzchen darin war längst verdorrt und gestorben.

Dennoch meint sie es gut mit den Kleinen. Sie empfindet die Schwere der Verpflichtungen, welche sie übernommen, in diesem Augenblick besonders deutlich.

Aber sie tut ein Gelübde im Herzen, für diese Pflichten zu leben und zu sterben. Pflegen und warten will sie die Kinder, es soll ihnen an nichts fehlen.

Ihre Augen werden über ihnen wachen, daß ihnen ihr Recht werde.

Für Körper und Geist will sie sorgen, daß beide sich aufs beste entwickeln sollen, daß aus den Kindern brave, gesunde, brauchbare Menschen werden, eine Ehre und Zierde für den Namen, welchen sie tragen.

Das gelobt sich Malwine voll treuen Eifers. Von ihrer hohen, stolzen Gestalt, von dem strengen Antlitz aber weht es so kühl – ach so kühl über die Kinderbettchen hin, daß die kleinen Herzen im Schlafe frösteln, – und wählend Anna-Kathrins rosige Lippen leicht aufseufzen, als die Hand der Stiefmutter über ihre Stirn streicht, beißt Götz in seinem Zimmer voll knirschenden Ingrimms die Zähne zusammen und sagt im tiefsten Herzensgrund der verhaßten Fremden eine bittere Fehde an, – auf Leben und Sterben.

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