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Der Trinker

Hans Fallada: Der Trinker - Kapitel 38
Quellenangabe
authorHans Fallada
titleDer Trinker
publisherRowohlt
year1959
firstpub1944
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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37.

Ein Eisengitter und noch ein Eisengitter, und nun treten wir auf einen langen, düstern Gang, der voll steht von fahlen Gestalten. Es stinkt hier, stinkt durchdringend nach Abort, nach Kohl, nach schlechtem Tabak. Hinter dem Gangfenster draußen verglüht das letzte Abendrot, ich sehe über die hohe, eisengittrige Mauer hinweg in das friedlich-abendliche Land mit Wiesen und schon langsam reifenden Feldern bis fern an den Horizont zum niedrigen Waldstreifen. Um mich stehen schweigend die fahlen Gestalten, lehnen an den Wänden. Ich kann manchmal ein Stück von ihrem Gesicht erkennen, wenn die Glut in ihrer Pfeife aufleuchtet. Ein Mann, ein untersetzter, kräftiger Mann in weißer Jacke, holt mich in einen Verschlag am Ende des Ganges, es ist sein Heiligtum, ›der Glaskasten‹, wie dieser Verschlag genannt wird. Von diesem Glaskasten aus kann der Stämmige, der ›Herr Oberpfleger‹ tituliert wird, alles beobachten, was auf dem Gang geschieht, und er beobachtet sehr scharf, wie ich noch erfahren soll. Er sieht sogar Dinge, die er gar nicht sehen kann, er weiß, was in den Zellen geschieht, er kennt alles, was bei der Arbeit passiert – er ist das strenge Gewissen der Station 3, der Nachrichtendienst des Arztes.

»Setzen Sie Ihren Koffer erst einmal hier ab, Sommer«, sagt der Oberpfleger zu mir. »Morgen früh gebe ich Ihnen Anstaltszeug. Zivil ist hier verboten. Und jetzt zeige ich Ihnen Ihr Bett, es ist Schlafenszeit, hier wird um halb acht Uhr abends ins Bett gegangen, morgens um dreiviertel sechs Uhr stehen wir aber auch schon wieder auf ...«

»Darf ich vielleicht noch um etwas Abendessen bitten?« frage ich. »Ich habe dort keines bekommen ...«

Ich habe erwartet, daß ich ein ›Nein‹ höre, wie damals bei meiner ersten Einlieferung ins Gefängnis. Ich habe eigentlich gar nicht fragen wollen, ich habe es doch nun gelernt, ein Gefangener darf nichts sagen, nichts fragen, nichts bitten. Aber – o Wunder – der Oberpfleger nickt mit dem Kopf und sagt: »Das sollen Sie haben, Sommer. Setzen Sie sich so lange in den Tagesraum.«

In den Tagesraum werde ich gesetzt, es ist ein langer, dreifenstriger Raum, der nichts enthält wie abgescheuerte, einmal weiß lackiert gewesene Holztische, primitive Holzbänke ohne Lehne und eine Art Küchenuhr an der Wand. Ich setze mich auf eine Bank – die Küchenuhr zeigt kurz nach halb acht Uhr.

Draußen ertönt der Ruf: »Schlafengehen! Sachen raus!«

Ein heftiges Geschlurfe beginnt (wie unglaublich viel Menschen auf dieser einen Station schon zu leben scheinen). Türen schlagen; in einem Nebenraum, in dem wohl die Aborte untergebracht sind, beginnt ununterbrochen Wasser zu rauschen. Halb acht Uhr und ins Bett, wie die Kinder! Wie werde ich diese Nacht hinbringen? Wie die sechsunddreißig Nächte der Beobachtungszeit? Und vielleicht viele, viele Nächte danach? Die unendliche Länge einer endlosen Zeit, in der nichts geschieht, legt sich wie ein Bleigewicht auf mich. Dieser kahle Raum, in dem nichts als das Allernotwendigste ist, erscheint mir wie ein Abbild meines künftigen Lebens. Nichts mehr zu erwarten, nichts mehr zu wünschen, nichts mehr zu hoffen ... Leben und warten, ein Leben, das sich nur auf das Künftige richtet, in dem jede Minute leer ist, und auch das Künftige wird leer sein ...

... Eine Aluminiumschüssel wird vor mich hingestellt, ein Löffel dazugelegt ... Ein kleiner Mensch in schmutziger Leinenjacke ist es, der das tut. Sein Gesicht ist häßlich, und es wird besonders häßlich dadurch, daß ihm vorne im Oberkiefer alle Zähne fehlen, bis auf die beiden hauerartigen, gelbschwärzlich verfärbten Eckzähne.

Der Mann sieht wie ein böses Tier aus.

»Was bist denn du für einer?« fragt er mit einer frechen, hohen Stimme. »Woher kommst du? Was hast du ausgefressen? Was ist mit deiner Nase passiert?«

Ich antworte ihm gar nicht, schweigend beginne ich in der Aluminiumschüssel zu löffeln. Es ist nichts wie Wasser und Kohl, warmes gesalzenes Wasser mit wenig Kohl.

»Ist das euer Abendessen?« frage ich. »Gar kein Brot?«

Um mich schleichen, obwohl doch jetzt Schlafenszeit ist, schon mehrere Gestalten, in einer bräunlichen, verschlissenen Tracht, die bei manchen völlig zerlumpt ist ... Der Kleine mit den Hauerzähnen lacht schrill auf.

»Ob das unser Abendessen ist?« lacht er böse. »Das fragt der? Der denkt wohl, für ihn wird besonders gekocht! Der denkt, er ist in ein Restaurant gekommen! Der ist so fein, der redet nicht mit unsereinem! Gar kein Brot, sagt der!«

Er lacht noch einmal, und plötzlich ist alles still. Sechs, sieben Gestalten sind jetzt schon, die um mich schleichen, an den Wänden lehnen, stumm. Ich lege den Löffel in die Schüssel zurück – was hat es für Zweck, sich den Bauch mit warmen Wasser zu füllen? Ich stehe auf, mache einen Schritt nach der Tür hin. Im gleichen Augenblick entsteht in meinem Rücken Getümmel. Sie haben sich auf meine kaum halbgeleerte Schüssel gestürzt, sie kämpfen um sie wie die Tiere. Unterdrückte Ausrufe werden laut ... das klatschende Geräusch von Schlägen ... O du mein lieber Gott, sie prügeln sich um einen halben Liter heißes Kohlwasser wie die Tiere! Da, ein triumphierendes, hohes, gellendes Gewieher –! Das ist der Kleine mit den Hauerzähnen – er ist Sieger geworden!

»Wollt ihr machen, daß ihr fortkommt! Ich melde euch beim Oberpfleger! Ich habe dem Neuen die Schüssel gebracht, mir gehört sie! Nicht wahr, Neuer, du gibst mir dein Essen?«

Ich mache, daß ich aus der Tür komme, ich stehe wieder auf dem Gang beim Glaskasten. Der Oberpfleger kommt heraus.

»Na, dann kommen Sie mal mit, Sommer. Ist Ihr Verband noch in Ordnung? Morgen früh sehe ich ihn nach.«

Auf dem langen Gang liegen jetzt vor jeder Zellentür Kleiderbündel.

»Sie legen Ihre Kleider dann auch vor die Tür, nur Ihr Hemd dürfen sie drinbehalten.«

»Darf ich mir nicht meinen Schlafanzug aus meinem Koffer holen?«

»Schlafanzug, Nachthemd – so etwas gibt es hier nicht – Sie bekommen ein anständiges Anstaltshemd, das reicht eine Woche.«

Wir treten in eine lange, schmale Zelle, die Luft ist schon jetzt erstickend, stinkend. Acht Betten stehen in dem engen Raum, vier unten, vier darüber gebaut.

»Sie haben das Bett unten rechts am Fenster. Machen Sie es rasch zurecht und legen Sie Ihre Sachen vor die Tür. Es ist sofort Einschluß.«

Hinter mir schlägt die Tür zu, ich gehe zu meinem Bett hin. Ich fühle viele Augen musternd auf mich gerichtet, aber niemand sagt ein Wort. Das Bett ist besser als im Gefängnis. Es gibt hier keinen Strohsack, sondern richtige Matratzen, steinharte, aber es liegt sich besser darauf. Es gibt auch ein Laken und eine schöne, weiße Wolldecke, die ich ungeschickt genug in einen Bezug stecke. Auch ein Kopfkeil ist da. Die Bettwäsche ist blau gewürfelt. Ich fühle bei all meinem Tun die musternden Augen auf mir, aber kein Mensch sagt ein Wort. Eilig schlüpfe ich aus meinen Kleidern, bündele sie ungeschickt genug zusammen und laufe im Hemd wieder zu meinem Bett. Ich krieche hinein, dicht über mir ist der Bretterboden des oberen Bettes, ich kann nicht aufrecht sitzen. Das Bett über mir scheint leer. Ich wickle mich fest in meine Decken, strecke mich lang aus. In meinem Magen kullert unangenehm das warme Kohlwasser.

Eine Stimme sagt laut: »Sagt nicht einmal guten Abend und stellt sich nicht vor. So ein Schleimscheißer!«

Beistimmendes Gemurmel wird laut. Ich fahre in meinem Bett hoch – ich darf es mit diesen Leuten nicht schon am ersten Abend verderben. Ich habe von meinem gespannten Verhältnis mit Duftermann genug. Ich habe mir den Kopf kräftig an den Brettern des oberen Bettes gestoßen. Die beiden in den Betten drüben, die es gesehen haben, lachen.

Der eine ruft: »Hat sich den Deetz eingerannt!« in den Schlafsaal.

Und der andere: »Hat seine schöne Tuchhose ganz verwürgt ins Jackett gestopft, der muß noch viel lernen, der Speckjäger, der!«

Wieder beistimmendes Gemurmel. Ich krieche aus meinem Bett.

»Meine Herren«, sage ich, »entschuldigen Sie, wenn ich mich falsch benommen habe, ich wollte Sie nicht kränken. Wenn ich nichts gesagt habe, so darum, weil mir vorkam, als schliefen einige schon.«

Eine Stimme aus einem Oberbett ruft: »Das ist der Ziese, der ist taubstumm, der hört doch nichts!«

Ich fahre eifrig fort: »Ich bin all das hier noch nicht gewohnt. Ich war nur gut vierzehn Tage in Untersuchungshaft. Wegen Mordversuchs an meiner Frau ...«

Beistimmendes, sehr viel wohlwollenderes Gemurmel. Ich habe richtig getippt: Mordversuch macht hier besseren Eindruck als Bedrohung.

»Ich heiße Erwin Sommer, habe ein Produktengeschäft und bin hier nur sechs Wochen zur Beobachtung ...«

»Dann paß man gut auf, daß keine sechs Jahre daraus werden!« ruft eine lachende Stimme. »Der Medizinalrat hat uns alle so lieb, der will keinen von uns entbehren.«

Wieder Lachen, aber das Eis ist gebrochen, der schlechte Eindruck wieder gutgemacht. Ich gehe von Bett zu Bett und höre die Namen: Bull, Meierhold, Brachowiak, Marquardt, Heine und Dräger. Ich werde sie nie behalten, besonders, weil es unterdes fast dunkel geworden ist, und ich die Gesichter der einzelnen in ihren Bettkisten nicht mehr erkennen kann. Dann krieche ich in mein Bett zurück.

Eine Stimme ruft: »Du, Neuer, erzähl mal, wie du zu dem Ding mit deiner Frau gekommen bist.«

Eine andere ruft hitzig: »Halt deinen Sabbel, Dräger! Mußt du immer so neugierig sein? Überlaß doch dem Mann, was er erzählen will! Du möchtest dich ja doch nur morgen im Glaskasten beim Ober beliebt machen!«

Ein hitziger Streit beginnt, wer der ›Ohrwurm‹ des Oberpflegers ist. Andere Bettinsassen greifen ein, ein wüstes Geschimpfe wird laut. Ich bin froh, daß sie mich wenigstens zufriedenlassen. Ich bin müde, meine Nase schmerzt sehr. Gerade fängt der Streit wegen Mangels an Stoff an abzuflauen, da wird draußen auf dem Gang Geschimpfe laut, klatschendes Geräusch wird laut, Gejammer. Unsere Zellentür fliegt auf, eine Gestalt fliegt hinein.

Eine kräftige Stimme ruft: »Wirst du machen, daß du in dein Bett kommst, dich nicht in fremden Zellen herumtreiben, du warmer Sack, du!«

Und eine jammernde, gelle Stimme – ich erkenne sie sofort, es ist der Hauerzähnige: »Herr Wachtmeister, Sie haben mich ja so gehauen! Herr Wachtmeister, ich kann morgen nicht arbeiten!«

»Warmer Sack, du«, klingt draußen die Stimme noch einmal grollend, »mach, daß du schnellstens in deine Falle rollst! Sonst gibt's nochmal was!«

Der Hauerzähnige fährt mit seinem Gesicht in mein Bett.

»Na, Neuer, liegste unter mir? Das sage ich dir aber, wenn du nachts nicht stille liegst und wackelst, ich komme runter und verwackele dich!«

»Ich liege schon still«, versichere ich und denke besorgt an mein Röcheln und Schnarchen.

Der Kleine zieht sich mit unglaublicher Schnelligkeit aus und ›feuert seine Lumpen‹ vor die Tür. Dann benutzt er mit einer schamlosen Ungeniertheit den Kübel an der Tür.

»Hättste auch draußen erledigen können, Lexer!« ruft eine unwillige Stimme.

»Biste zu fein, meinen Gestank aufzuriechen?« schreit sofort die gelle, freche Stimme. »Jetzt wird's wohl fein hier bei uns, wo der Neue gekommen ist? So blau, jetzt scheiße ich erst recht hier!«

Und er läßt donnernd einen fahren.

›Die Hölle‹, denke ich. ›Ich bin in die Hölle geraten. Wie soll ich hier je leben können? Und schlafen? Das sind ja keine Menschen mehr, das sind Tiere! Und hier soll ich sechs Wochen leben, vielleicht länger? Vielleicht lange? In dieser Hölle? Der Lexer, oder wie er heißt, ist ein wahrer Teufel!‹

Sie versuchen, mich noch auszufragen. Aber ich mag von ihnen nichts mehr hören, noch sehen. Ich stelle mich schlafend. Und allmählich werden auch sie ruhig, die verhaßte, gelle Stimme verstummt. Es wird immer dunkler, die meisten schlafen wohl schon. Ich höre eine Uhr schlagen, dreimal. Was wird es sein? Dreiviertel neun? Dreiviertel zehn? Hoffentlich zeigt der Glockenschlag auch die vollen Stunden an. Das verkürzt die Nacht. Über mir der Lexer wälzt sich unruhig hin und her, jedesmal kommt dann mein Bett ins Schwanken. Und ich soll mich nicht rühren! Ich liege ganz still, mein Gesicht im Arm verborgen. Ich bin völlig allein mit mir, ich bin mir klar: ich werde von nun an immer völlig allein mit mir sein. Ich bin dort, wohin weder Liebe, noch Freundschaft reichen. Ich bin in der Hölle ... Ich habe eine kurze Zeit gesündigt, und ich werde dafür eine lange Zeit unglaublich hart bestraft! Aber man hätte es wissen müssen, bevor man sündigte, wie hart die Strafe ausfällt. Es hätte einem vorher gesagt werden müssen, dann hätte man nicht gesündigt ... Gott, das bißchen Schnapstrinken, ist das nun wirklich so schlimm? Diese Kabbelei mit Magda – nun gut, juristisch haben sie eine Bedrohung daraus gemacht, aber muß ich darum bei lebendigem Leibe in der Hölle sein? Wenn Magda wüßte, wie ich leide – sie würde wenigstens Mitleid mit mir haben, aus Mitleid würde sie mir helfen, wenn sie mich auch nicht mehr liebt. Es gibt noch eine einzige Hoffnung, das ist der Arzt. Dieser Medizinalrat Stiebing, er hatte keinen so schlechten Eindruck auf mich gemacht, damals bei jener Autofahrt. Er hatte mit Doktor Mansfeld gescherzt und gelacht, wie ein richtiger Mensch. Vielleicht war er ein richtiger Mensch, nicht bloß ein Maschinenteil. Ich werde wie mit einem Menschen mit ihm reden, um meine Seele werde ich mit ihm kämpfen, meine Seele werde ich aus dieser Hölle erretten.

›Herr Medizinalrat‹, werde ich zu ihm sprechen, ›ich trage die volle Verantwortung für alles, was ich getan habe. Ich war nie so berauscht, daß ich nicht wußte, was ich tat. Ich will hart bestraft werden, ein Jahr, zwei Jahre will ich gerne ins Gefängnis gehen, gerne will ich das tun. Aber lassen Sie mich nicht in diesem Haus, in dieser Hölle, in die man hineingebracht wird und nicht weiß, wann man wieder hinausgeht; vielleicht wird man erst auf dem Rücken hinausgetragen. Herr Medizinalrat‹, werde ich noch sagen, ›Sie kennen unsern Hausarzt, den Herrn Doktor Mansfeld, ich habe es gesehen. Sie haben mit ihm gescherzt und geplaudert im Auto. Fragen Sie Herrn Doktor Mansfeld, er kennt mich seit vielen Jahren; er wird Ihnen bestätigen, daß ich ein anständiger, solider, nüchterner Mensch bin. Das jetzt war nur ein Anfall, ich weiß selbst nicht, wie ich dazu gekommen bin. – Nein‹, unterbrach ich mich, ›das darf ich dem Medizinalrat nicht sagen, sonst erklärt er mich für geisteskrank. Aber Doktor Mansfeld wird bestätigen, daß ich immer anständig war: ich habe Magda in die zweite Klasse im Krankenhaus gelegt, und ich habe ohne Murren die hohen Operationskosten bezahlt und nie etwas an ihrer Pflege gespart. Immer war ich anständig, Herr Medizinalrat, lassen Sie mich wieder unter anständigen Menschen leben. Geben Sie mir eine Chance ...‹

Die Uhr schlägt, sie schlägt die volle Stunde, ein Viertel der langen Nacht ist abgelaufen, es ist jetzt zehn Uhr. Und so verbringe ich die erste Nacht in der Heil- und Pflegeanstalt, Viertelstunde um Viertelstunde zählend, Reden haltend und Briefe schreibend, zwischen Schlaf und Wachen, so werde ich gepflegt und geheilt. Manchmal bin ich, übermüdet, nahe am Einschlafen, aber dann schrecke ich wieder hoch: Lexer hat sich oben im Bett herumgeworfen, oder jemand ist auf den Kübel gegangen. Ich habe es ›spaßeshalber‹ gezählt in dieser ersten Nacht: von zehn Uhr abends bis dreiviertel sechs Uhr früh gingen sieben Mann achtunddreißigmal auf den Kübel. Als ich ihn am Morgen benutzen wollte, war er so gehäuft voll, daß er bereits überlief. Und kein einziger Mensch benutzte Papier – darüber waren sie hinaus. Oh, ich habe schon wirklich ein hübsches Stück Hölle kennengelernt in dieser Nacht!

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