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Der Sündenbock

Thomas Henry Hall Caine: Der Sündenbock - Kapitel 19
Quellenangabe
authorThomas Henry Hall Caine
titleDer Sündenbock
publisherVerlag von Velhagen & Klasing
year1895
translatorRobert Koenig
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180911
projectid347abf79
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XVI. Naomis Blindheit.

Seitdem Naomi die Gabe des Hörens empfangen hatte, war sie auch bald dazu gelangt, in dem Dunkel ihres stummen Lebens die verschiedenen Stimmen der Menschen und ihre Rede zu verstehen; aber als sie jetzt versuchte, selbst Worte zu bilden und mit ihrer eignen Stimme sie auszusprechen, war sie nicht anders wie ein Kind, das noch nicht der Sprache mächtig ist. Sie stammelte, versprach sich, stockte und mußte wie ein kleines Kind sprechen lernen; nur ging es rascher, weil ihr Bedürfnis größer, und besser, weil sie ein erwachsenes Mädchen war. Und als sie nun ihrer Ungeschicklichkeit inne ward und sich darüber schämte, verwirrte sie das geduldige Warten ihres Vaters vollends; und wenn Ali ihr ungestüm einhalf, so oft sie eine Silbe falsch aussprach, demütigte sie das noch mehr, so daß sie endlich wieder in Stillschweigen versank.

Nur mit Mühe ließ sie sich bewegen, überhaupt zu reden. Mehrere Tage nach dem Abend, an welchem ihre freigewordene Zunge Israel von seinen Feinden auf dem Sôk errettet hatte, sagte sie fast nichts als »Ja« und »Nein«, trotz Alis eifriger Fragen, trotz Fatimas weinerlicher Segenswünsche und Habibas atemloser Ausrufe. Sogar die Herzenssehnsucht ihres Vaters vermochte nicht, sie zum Sprechen zu bewegen. Alles Gold der Welt hätte er darum gegeben, wenn er die Stimme, die er einst auf dem elenden Strohlager des Fondaks zu Weßan im Traume gehört, und an die er jetzt mit freudig klopfenden Pulsen zurückdachte, mit wachen Sinnen beständig hätte hören können.

»Komm, komm, Kleine; komm und sprich mit uns, o so sprich doch!« bat Israel häufig.

Aber seine Bitten waren fruchtlos. Naomi lächelte, senkte das sonnige Köpfchen, rieb ihres Vaters haarige Hand gegen ihre Wange und sagte nichts.

Aber acht Tage später etwa begab sich etwas Wunderschönes. Israel kehrte von einem seiner heimlichen Ausflüge in das Armenviertel von Bab Ramuß zurück, wo er den Rest des von dem alten Ruben für die Juwelen seiner Frau erhaltenen Geldes verteilt hatte. Die Nacht war schwül, der Mond schien mit stetig klarem Glanze, und die Sterne verschwommen fast zu einem silberschimmernden Dunstgebilde. Es war spät, sehr spät, und rings um die Stadt herrschte Stille nah und fern.

Seine harmlose Verkleidung, den maurischen Dschellab über den Arm gehängt, hatte Israel soeben das Mellahthor durchschritten, was ihm allein von allen seinen Volksgenossen nach Sonnenuntergang freistand. Ihm war glückselig zu Mut, als er so durch die schlummernden Straßen heimkehrte und sein dunkler Schlagschatten vor ihm herging. Der Zauber der Sommernacht umfing ihn, und seine Seele jauchzte vor Freude.

Alle seine Sorgen waren geschwunden. Der finstere Geist, der ihn vormals besessen, schien durch Naomis erwachte Redegabe aus seiner Seele gebannt zu sein. Er hatte kein Verlangen, an seinen Feinden, die ihn zu töten versucht, Vergeltung zu üben. Ohne ihren blinden Wutanfall wäre ihm vielleicht das ersehnte Glück nicht zu teil geworden. Wo die Not am größten, war in der That Gott am nächsten gewesen, und Ruths Vision hatte sich nahezu verwirklicht.

Ah, Ruth! Ruth! Israel hatte es bisher noch gar nicht beachtet, daß seine Gedanken die ganze Nacht hindurch bei seiner verstorbenen Frau geweilt hatten. Als er sich darüber klar wurde, erkannte er den Grund davon sogleich. Es lag für ihn ein geheimnisvoller Reiz in der Gewißheit, daß sie da, wo sie jetzt weilte, sicher wissen mußte, daß ihr Traum sich verwirklicht hatte. Aber daneben lag auch etwas Bitteres in dem Gedanken, daß sie jetzt nur ein Engel und nicht mehr ein Weib sei, und daher seine menschliche Freude mit ihm nicht teilen konnte.

Als er nun durch die Mellah dahinschritt, dachte er wieder an Ruth: wie sie ihrem Kinde, das nicht hören konnte, an der Wiege vorgesungen hatte. Gesungen? Ja er konnte sich fast einbilden, daß er sie noch singen höre. Diese weiche, selbst im Flüstern noch so klare Stimme – nichts in der ganzen Welt kam ihr gleich. Und dann ihre Lieder! Israel konnte sich auch einwärts bilden, er höre ihr Lieblingslied. Es war ein Liebeslied; eine reine und doch leidenschaftliche Weise, worin sein eignes köstliches Liebesglück jener Tage vor dem Tode des Groß-Rabbi zu reden und zu singen schien.

Israel mußte über sich selbst lachen, als er sich seinem Hause näherte. Wie konnte nur die Wärme und Milde der süßen, kosenden Nacht, der Glanz und die Schönheit des Mondes, die Stille der schlummernden Stadt einen alten Burschen zu solchen langvergessenen Träumen zurücklocken!

Eben hatte er den großen Schlüssel zu der eisenbeschlagenen Thür seines Hauses aus der Tasche gezogen und durchschritt den schattigen Gang, welcher zum Hause führte, da war es ihm plötzlich, als höre er über sich durch die Luft eine süße Melodie schweben. Er hielt inne und lauschte. Nun schwand ihm jeder Zweifel. Es war Musik, es war Gesang, er kannte die Weise, und er kannte die Stimme. Es war eben dasselbe Lied, an das er gedacht hatte, und es war die Stimme seiner Ruth, die es sang:

Wo ist die Liebe?
Wo, wo ist Liebe?
Strömt sie vom Himmel?
Blüht sie auf Erden?
Wo, wo ist Liebe?

Israel fühlte sich wie festgebannt. Lange Zeit stand er, ohne sich zu regen. Er sah um sich. Alles ringsum war still. Die Nacht war von tiefem Schweigen umfangen. Er lauschte aufmerksam. Der Gesang schien aus seinem eignen Hause zu kommen. Da meinte er noch immer zu träumen und that einen Schritt weiter. Aber dann blieb er wieder stehen und hielt sich beide Ohren zu. Das half aber nichts, denn als er die Hände fortnahm, hörte er die Stimme wie vorhin.

Ein Schauer rann durch seine Glieder, doch konnte er nicht glauben, was ihm sein Herz sagte. Der Schlüssel fiel ihm aus der Hand, schallend schlug er auf die Steine. Als das Geräusch verhallt war, sang die Stimme weiter. Israel überlegte, daß seine Hausgenossen schlafen mußten, und es schoß ihm durch den Kopf, daß, wenn dies eine Menschenstimme war, sie notwendig davon aufwachen mußten. Gerade in diesem Augenblick ging der Nachtwächter vorüber und grüßte ihn: »Gott segne deinen Morgen!« und Israel antwortete: »Dein Morgen sei gesegnet!« Das war alles. Der Wächter schien nichts gehört zu haben. Seine Fußtritte verklangen, aber die Stimme tönte weiter.

Da erfüllte eine seltsame Rührung Israels Herz, und er sagte sich, daß, selbst wenn es Ruth wäre, sie ihm keine üble Botschaft habe bringen können. Dieser Gedanke machte ihm Mut, und er schritt zur Thür. Während er noch mit dem Schlüssel herumtastete, sah er, daß ein Bettler im Schatten des Thorbogens kauerte. Der Mann schlief. Israel konnte seinen Atem hören und seine Lumpen riechen. Auch vernahm er das Pochen seiner eignen Schläfen wie dumpfen Trommelschlag in seinem Gehirn.

Endlich als er durch den gewundenen Korridor vortappte, überkam ihn ein neuer Gedanke. »Naomi,« flüsterte er in ehrfürchtiger Scheu vor sich hin. Und sie war es. Im vollen Glanz des Mondlichtes, das den Patio erhellte, sah er sie oben auf dem Balkon. Dem Monde zugewendet, und von seinem Schein umflutet, lehnte sich die schöne Gestalt in weißem Gewande halb auf der Brüstung sitzend gegen den Pfeiler. Ein Freudenstrahl verklärte ihr Antlitz. Sie sang das Lied ihrer Mutter mit ihrer Mutter Stimme, und die Luft und der Himmel und die stille weiße Stadt schienen zu lauschen:

Nun klingt's aus meines Herzens Reich:
O Erd' und Himmel, freuet euch!
Es singt: – O große Liebe komm
Und hole dir dein Eigentum,
Nimm deinen Thron, o Liebe, ein
Und herrsche ewig und allein,
Glorreiche Liebe herrsche!

Da wandelte sich Israels Furcht in Entzücken. Warum hatte er daran nicht früher gedacht? Doch wie hätte er daran denken sollen? Nie hatte er Naomis Stimme gehört, außer in einzelnen Worten. Und doch wie hatte er vergessen können, daß Kinder, ehe sie eigne Worte sprechen, die Worte anderer singen?

Der Gesang schwieg. Nun trat Israel einen Schritt vor – sein Fuß hallte auf dem Pflaster – und mit Anstrengung seiner trocknen Kehle einen Laut entringend, rief er der Sängerin zu:

»Naomi!«

Das junge Mädchen bog sich nieder, als wolle sie die Dunkelheit mit ihren Blicken durchdringen, aber Israel sah doch, daß ihre starren Augen blind waren.

»Mein Vater!« flüsterte sie.

»Wo hast du das gelernt?« fragte Israel.

»Fatima lehrte es mich,« erwiderte Naomi und fügte dann rasch mit kindlichem Stolz hinzu, indem sie sagte, was sie so nicht meinte: »O ja, ich war's, die sang! War ich nicht schön?«

Seit dieser Nacht war Naomis Schüchternheit im Sprechen verschwunden, und was davon übrig blieb, war nur ein holdes, mädchenhaftes Bewußtsein ihrer Fehler und Versehen mit einem anmutig drolligen Lispeln, das zwischen den einfachen Worten, die von ihren roten Lippen fielen, hin und her glitt, wie ein Eichkätzchen zwischen den fallenden Blättern im Herbst. Alles verstand ihre lispelnde Zunge bald zierlich und freundlich zu wenden. Als ihr die Gabe des Gehörs zu teil ward, hatte die Welt zuerst zu ihr gesprochen; und jetzt da sie die Gabe der Rede empfing, sprach sie zuerst zu der Welt. Was sagte sie ihr in diesem ersten süßen Gruß? Sie sagte ihr, was sie von ihr gedacht in den vergangenen stummen Tagen, da sie weder Gehör, noch Rede besaß, da sie im Lande des Schweigens wandelte, wie noch jetzt im Lande der Nacht.

Die phantastischen Vorstellungen des blinden Mädchens, die so lange in dem schönen Schreine ihres Leibes eingeschlossen gewesen, waren seltsam und rührend. Israel war anfangs ganz entzückt davon. Es machte ihm Freude, den dunklen Stellen des Gemütes, denen sie entsprangen, nachzuforschen, da er meinte, Gott selbst müsse es wohl seiner Zeit mit einem, jedem anderen unbekannten, Lichte erfüllt haben, so überraschend waren einige der Antworten, die Naomi gab, und dabei so zart und schön.

Eines Abends, nicht sehr lange, nachdem sie zuerst gesprochen hatte, saß er mit ihr auf dem Dache seines Hauses, als die Sonne über den welligen Ebenen in der Richtung von Arsila und Laraiche und darüber hinaus in den Meeresfluten versank. Die Dämmerung lagerte über dem Feddân unterhalb der Moschee, und der letzte Tagesschimmer, welcher am längsten auf den schneeigen Spitzen der Rifberge geweilt hatte, glühte jetzt nur noch am Himmel nach.

»Liebchen,« sagte Israel, »was ist die Sonne?«

»Die Sonne ist ein Feuer im Himmel,« antwortete Naomi: »Mein Vater zündet es jeden Morgen an.«

»Richtig, Kleine, dein Vater zündet es an,« sagte Israel, »dein Vater im Himmel.«

»Liebchen,« fuhr er fort, »was ist die Finsternis?«

»O, die Finsternis ist Kälte,« entgegnete Naomi rasch, und ein Schauer überlief sie.

»Dann muß also das Licht Wärme sein, Kind?«

»Ja, und Lärm,« antwortete sie und fügte dann rasch hinzu: »Das Licht ist lebendig.«

Indem sie so sprach, schmiegte sie sich dichter an seine Seite, kniete nieder, nahm mit ihrer alten, kosenden Bewegung seine Hand in ihre beiden und drückte sie an ihre Wange. In dieser Stellung erhob sie ihr süßes Gesicht mit den starren Augen zu dem seinen und fing an, ihm in gebrochenen Worten mit anmutigem Lispeln zu erzählen, wie sie sich die Nacht vorstellte. In der Nacht war die Welt und alles was darinnen war, kalt und stille. Das ist der Tod. Die Engel Gottes stiegen bei Tage hinab zur Erde. Aber Gott selbst kam in der Nacht, weil er die Stille liebte und weil dann die Welt tot ist. Dann küßte er die Dinge, und in der Morgenfrühe wurde alles, was Gott geküßt hatte, wieder lebendig. Wenn man frühe genug aufstände, würde man Gottes Kuß auf den Blumen und dem Grase noch spüren. Und darum sängen dann auch die Vögel. Gott hatte sie in der Nacht geküßt, und darüber jubelten sie!

Eines Tages nahm Israel Naomi mit nach der Meara der Juden, dem kleinen Friedhof draußen vor der Stadt, wo er Ruth begraben hatte. Und dort erzählte er ihr noch einmal von ihrer Mutter, daß sie im Grabe läge, aber zugleich bei Gott sei; daß sie gestorben wäre, und doch lebe; daß Naomi nicht hoffen dürfe, sie an dieser Stelle zu finden, aber daß sie sie trotzdem wiedersehen sollte.

»Kannst du dich auf sie besinnen, Naomi?« fragte er, »aus deinen alten, dunklen, stillen Tagen her? Es war nicht Fatima, nicht Habiba, es war eine Frau, die dir näher stand, und dich zärtlicher liebte, als sie beide; die weiche Hände und glatte Wangen und seidiges, langes, welliges Haar hatte – besinnst du dich, Kleine?«

»Ja, ich glaube – ich glaube, ich kann mich besinnen,« sagte Naomi.

»Das war deine Mutter, mein Liebling.«

»Meine Mutter?«

»Ach, du weißt nicht, was eine Mutter ist, mein Herzenskind. Wie solltest du auch? Und wie soll ich dir das sagen? Höre! Sie ist die eine, die dich zuerst und zuletzt und immer liebt. Sie säugt ihr Kind, wenn es ganz klein ist, und nährt es und kost mit ihm und wartet auf sein erstes Lächeln und horcht auf den ersten Laut seiner Zunge. Wenn es größer wird, spielt sie mit ihm, singt ihm vor, erzählt ihm kleine Geschichten und lehrt es sprechen. Und sein Lächeln ist ihr heller als der Sonnenschein, und sein Kinderlallen süßer als Musik. Wenn es krank ist, so weicht sie nicht von seiner Seite, und ist es gesund, so ist sie ihm nie fern. Wenn es sündigt und alle Menschen es von sich stoßen, sie hält an ihm fest; und wenn es fromm ist und Gott ihm Gedeihen schenkt, kommt keine Freude ihrer Freude gleich. Ihre Liebe kennt keinen Wechsel, denn sie ist der Born, den der glühende Wind der Wüste nicht austrocknen kann ... und wenn ihr Kind ein hilfloses kleines Mädchen ist, wie du es warst – blind und taub und stumm – dann liebt sie es am innigsten. Dir konnte sie keine Geschichten erzählen, weil du nicht hörtest, deinen Augen konnte sie nicht zulächeln, weil du nicht sahst; mit dir konnte sie nicht plaudern, weil du nicht sprechen konntest, aber sie konnte dein ruhiges Gesichtchen beobachten, die Berührung deiner kleinen Finger fühlen, und den Ton deines lustigen Lachens hören.«

»Meine Mutter, meine Mutter!« flüsterte Naomi vor sich hin, wie voll ehrfürchtigen Staunens.

»Ja,« sagte Israel, »so war deine Mutter, Naomi, vor langer Zeit, lange ehe du dein Gehör und deine Sprache erlangtest. Aber sie ist fort, sie hat uns verlassen, sie durfte nicht bleiben; sie ist tot und lächelt nur von den blauen Bergen der Erinnerung zu uns herüber.«

Naomi konnte nicht alles verstehen, aber ihre starren blauen Augen füllten sich mit Thränen, und sie sagte kurz: »Die Leute, die sterben, sind hinterlistig. Sie wollen gern in die Nacht hinausgehen, um bei Gott zu sein. Bei Ihm sind sie, wenn sie uns verlassen haben, sie wandern in der Welt umher, wenn sie tot sind.«

In derselben Nacht vermißte man Naomi im Hause, und viele Stunden lang wurde sie vergebens gesucht. Sie war nicht in der Mellah und mußte deshalb in die maurische Stadt gegangen sein, ehe die Thore bei Sonnenuntergang geschlossen wurden. Auch war sie weder auf dem Feddán, noch in der Kasbah, noch bei den Arabern, die um den roten Schein ihrer Zeltfeuer lagerten. Endlich fiel Israel der Friedhof ein, und dort fand er sie. Es war dunkel, und der einsame Ort lag ganz still. Der Widerschein der Stadtlichter stieg zum Himmel empor, und fernes Stimmengesumm drang über die finstern Stadtmauern. Und dort innerhalb der unordentlich hervorschießenden Stachelfeigenhecke, zwischen den langen, weißen Steinen, die wie eine schlummernde Schafherde im Grase lagen, lief Naomi in dem doppelten Dunkel der Nacht und ihrer Blindheit hin und her und rief: »Mutter! Mutter!«

Am folgenden Tage ging Fatima mit ihr nach Martiel, damit der frische Seewind wieder Farbe in ihre Wangen bringen möchte, die von der Hitze und den Dünsten der Stadt bleich geworden waren. Der Tag war mild und schön, das Wasser ruhig und nur von einem leisen Lufthauch gekräuselt. Naomi aber horchte auf jeden Laut mit gespannter Aufmerksamkeit – auf das leise Plätschern der blauen Wellchen, die ihren Fuß bespülten, auf das Geriesel der weißen Schaumkrönchen, wenn der Ost sie vor sich her jagte, auf das Eintauchen der Bootsruder, auf das Rasseln der Ankerketten an den Schiffen in der Bucht und auf das wilde Geschrei der Neger, die bis an den Leib durchs Wasser wateten, um die Ladungen zu löschen.

Und als sie heimkam und ihren alten Platz zu ihres Vaters Füßen einnahm, als sie seine Hand zwischen ihren beiden an ihre Wangen drückte, da erzählte sie ihm eine neue liebliche und erstaunliche Geschichte: »Es gibt nur ein Ding in der Welt, welches nicht zur Nacht stirbt, und das ist das Wasser. Das kommt daher, weil das Wasser der Weg zum Himmel ist. Es geht hinaus weit in die See, bis es den Himmel berührt, und es steigt hoch hinauf in die Berge und über sie in die Luft, bis es sich in den Wolken verliert. Und Gott und seine Engel kommen und gehen auf dem Wasser zwischen Himmel und Erde. Darum bewegt es sich auch stets und schlummert nie und hat keinen Tag und keine Nacht. Und die Engel singen immer. Daher kommt es, daß die Gewässer immer Geräusch machen und niemals schweigen wie das Gras. Manchmal ist ihr Gesang ein fröhlicher, manchmal ein trauriger, und zuweilen kämpfen die bösen Geister mit den Engeln, und dann werden die Wasser erschrecklich. Jedesmal, wenn die See ein kleines Geräusch am Ufer macht, ist ein Engel ans Land gestiegen. Der Engel aber ist voll Freude.«

Israel hatte inzwischen begonnen, auf Naomis Phantasiegebilde zweifelnden Herzens zu hören. Woher kamen sie ihr nur? War es seine Pflicht, diese schönen Traumgebilde des blindgeborenen und nur eben zur Freude des Hörens erwachten Mädchens zu zerstören und an ihre Stelle seinen trüberen Bericht von Welt und Leben, Tod und Himmel zu setzen? Die Frage sollte bald entschieden werden.

Zwei Tage, nachdem Naomi in Martiel gewesen, wurde sie wieder vermißt. Ahnenden Herzens eilte Israel sogleich nach der See, und da fand er sie auch. Allein, ohne Hilfe hatte sie ein Boot am Strande gefunden, sich hineingesetzt, es ins Wasser hinausgeschoben. Es war ein zweischnäbeliges Boot, leicht wie eine Nußschale, aus gespaltenem Rohr gearbeitet, mit Kamelshaut bezogen und mit Baumrinde gefüttert. In diesem gebrechlichen Fahrzeug trieb sie schon weit draußen in der Bai; ohne zu rudern, saß sie nur ruhig da und ließ sich von der ebbenden Flut fortspülen. Der Wind fing an zu steigen, und an der Barre hinter dem Boot schäumte schon die weiße Brandung. Israel fuhr ihr nach und rettete sie. Die starren Augen wurden thränenfeucht, als sie seine Stimme hörte.

»Mein Liebling, mein Liebling!« rief Israel; »wo wolltest du hin?«

»In den Himmel,« antwortete sie.

Und in der That – sie war ganz nahe daran gewesen, dorthin zu kommen.

Jetzt hatte Israel keine Wahl mehr. Er mußte das Herz dieses fröhlichen Geschöpfes betrüben, um ihren Leib vor Gefahr zu sichern. Naomi wurde, wie ein kleines Kind, nur von ihren Impulsen geleitet, befand sich dabei aber in größerer Gefahr als ein Kind, weil ihr zwei Sinne gefehlt, bis sie zur Jungfrau erwachsen war und man sie also gar nicht hatte lenken und leiten können.

Endlich raffte Israel alle seine Kraft zusammen zu seiner schmerzlichen Aufgabe. Eines Abends – Naomi saß mit ihm auf dem Dach, während die Sonne sank, und die schlürfenden Schritte der nach der Mellah heimkehrenden Juden herauf tönten – da sagte er ihr, daß sie blind sei. Das Wort machte anfangs gar keinen Eindruck auf sie. Sie hatte es schon früher gehört, und es war gleich einem unbekannten Laut an ihr vorübergegangen. Sie war ja blind geboren, konnte sich daher auch nicht vorstellen, was sehen heiße. Es war schwierig, einen Pfad zu der furchtbaren Wahrheit zu finden, und Israel that das Herz weh, während er sich damit abmühte. Naomi lachte, als er seine Finger über ihre Augen legte, um sie aufmerksam zu machen. Sie lachte wieder, als er sie fragte, ob sie die Leute auch sähe, die sie nur hören konnte. Und noch einmal lachte sie, als die Sonne untergegangen und der Mudin auf der großen Moschee im Metamar hervorgetreten war und er sie fragte, ob sie den alten blinden Mann im Minaret sehen könne, von wo er schrie: »Gott ist groß! Gott ist groß!«

»Kannst du ihn sehen, Kleine?« fragte Israel.

»Ob ich ihn sehen kann!« sagte Naomi; »nun ja, du lieber alter Vater, natürlich kann ich ihn sehen. Horch!« rief sie und hörte auf zu lachen, hob einen Finger und bog den Kopf zur Seite: »Horch! – Gott ist groß! – So – da habe ich ihn gesehen

»Das heißt aber nur: ihn hören, Naomi – mit deinen Ohren hören – mit diesem Ohr und mit dem. Aber kannst du ihn sehen, Liebchen?«

Wollte ihr Vater sie wohl fragen, ob sie den Mudin in seinem Minaret hoch oben fühlen könne? Noch einmal bog sie den Kopf seitwärts. Eine Pause – und dann rief sie stürmisch –

»O, ich weiß. Aber du thörichter alter Vater, wie kann ich? Er ist ja viel zu weit weg.«

Dann schlang sie beide Arme um Israels Nacken und küßte ihn.

»So!« rief sie in einem Tone, als sei nun die Schwierigkeit ganz überwunden, »meinen Vater habe ich jedenfalls gesehen!«

Es war hart, ihre Lustigkeit zu hemmen, aber Israel mußte es thun. Er erzählte ihr mit vielem Stocken, daß sie nicht sei wie andere Mädchen – auch nicht wie ihr Vater oder Ali, wie Fatima oder Habiba; sie sei ein von Gott heimgesuchtes Wesen; eins gäbe es, das sie nicht empfangen habe, eins, das sie nicht thun könne, eine Welt, die sie nicht kenne und von der sie sich nichts auch nur träumen lasse. Die Dunkelheit sei noch etwas anderes als Kälte und Stille, und das Licht etwas anderes als Wärme und Geräusch. Dieses sei der Tag, der regiert werde von der feurigen Sonne am Himmel – jene sei die Nacht, vom bleichen Mond und von den funkelnden Sternen am Firmament erleuchtet. Und das Angesicht des Menschen und die Augen des Weibes seien mehr als Züge, die man tastend fühlen könne – sie seien Geist und Seele, die man beobachten und denen man folgen und die man lieben könne, ohne ihnen die Hand nahe zu bringen.

»Eine große Welt umgibt dich, Kleine,« sagte er »die du nie gesehen, obwohl du sie hören und empfinden und zu ihr reden kannst. Ja, es ist wahr, Naomi, es ist wahr! Du hast nie die Berge gesehen mit ihren gefährlichen Schluchten und schroffen Felshängen. Du hast nie das weite Meer gesehen und die Stürme, die es heben und schwellen. Nie hast du einen Mann, ein Weib oder ein Kind gesehen. Klingt das seltsam, Kind? Höre! deine Mutter starb vor neun Jahren, und du hattest sie nie gesehen. Dein Vater hält in diesem Augenblick deinen Kopf zwischen seinen Händen, aber du hast sein Antlitz nie gesehen. Und wenn der dunkle Vorhang von deinen Augen fiele und du ihn jetzt sehen könntest, so würdest du ihn nicht von irgend welchem andern Mann oder Weib oder Baum unterscheiden. Du bist blind, Naomi, du bist blind!«

Naomi lauschte gespannt. Ihre Züge zuckten, ihre Finger bebten unruhig auf ihrem Busen, ihre Augen wurden immer größer und starrer und schwammen endlich in Thränen. Israel konnte nicht weiter sprechen. Das Wort blieb ihm in der Kehle stecken. Es hieß ja, ihr einen Vorwurf aus ihrem Gebrechen machen, wenn er so mit ihr von all diesen Dingen sprach, obgleich er es um ihrer Sicherheit willen thun zu müssen glaubte. Dennoch war es nur die Bewegung in ihres Vaters Stimme, welche den Weg zu der versiegelten Kammer von Naomis Seele gefunden hatte. Die fürchterliche, erschütternde Erkenntnis ihrer Blindheit wurde ihr später durch schwache Kindeshand zu schmerzlichem Bewußtsein gebracht.

Naomi hatte stets kleine Kinder geliebt, und seitdem sie hören konnte, hatte sie sie mehr denn je geliebt. Ihre lispelnde Zunge, ihr drolliges, gebrochenes Sprechen, ihre einfachen Worte, ihre kindischen Ideen, all das stimmte zu ihrem eignen Bedürfnis, war sie doch selbst eben nur ein Kind, wenn auch zur holden Jungfrau erblüht. Und von allen Kindern mochte sie keine, weder die jüdischen, noch die maurischen Stadtkinder so gern wie die zerlumpten, barfüßigen schwarzen und olivenfarbigen kleinen Wichte, die frühmorgens an Markttagen mit den Arabern und Berbern vom Lande nach Tetuan kamen. Sie waren am unverbildetsten, ihre Zünglein plapperten am flinksten, sie waren am empfänglichsten für Lust und Freude. So pflegte sie diese Kleinen am Mittwoch und am Sonntag zu zweien, dreien oder vieren aus ihren Zelten auf dem Feddán zu holen und sie an der Hand nach ihrem Hause zu führen.

Dort im Patio hatte Ali eine Schaukel aus Stricken hergerichtet, die an einer von Vorsprung zu Vorsprung reichenden Stange befestigt war, und auf dieser Schaukel belustigte sich Naomi mit ihrer kleinen Gesellschaft. Zwischen ihnen saß sie häufig, ein kleines schwarzes Mädchen neben sich auf dem schwankenden Sitz; ein kleines, dickes schwarzes Kerlchen mit geschorenem Schädel stand hinter ihr und hielt sich an den Seilen fest, während ein anderer, ein schmächtiger Maurenknabe in kleinem weißen Dschellab vorn an ihre Füße stieß. Alle lachten zusammen, oder die Kinder sangen, während die Schaukel höher flog, und sie selbst lauschte mit seitwärts gebogenem Kopf, während ihr Haar in blondem Gekräusel über Nacken und Rücken hinabwallte und ihr lächelndes Antlitz auf ihrer Schulter ruhte.

Ein liebliches Schauspiel sonnigen Glückes, aus dem aber doch der erste große Schatten in des blinden Mädchens Leben fallen sollte. Es traf sich nämlich eines Tages, daß eins der Kinder – ein winziges Geschöpfchen, doch schon mit einem kleinen Anflug frühreifer Weiblichkeit – Naomi ein Geschenk aus ihrer Mutter Marktkorb brachte. Es war eine seltene Blume, die nur hoch in Bergen blühte, wo das schwarze Mädchen daheim war. Naomis Finger glitten darüber hin, und sie kannte sie nicht.

»Was für eine Blume ist es?«

»Eine blaue,« sagte das Kind.

»Was ist blau?« fragte Naomi.

»Blau – weißt du nicht? – blau!« sagte das Kind.

»Aber was ist blau?« fragte Naomi wieder und hielt die Blume in ihren unruhigen Fingern.

»Ei! – siehst du denn nicht? – blau – die Blume ist doch blau!« sagte das Kind harmlos.

Ali stand gerade daneben und meinte, er müsse Naomi zu Hilfe kommen. »Blau ist eine Farbe,« sagte er erklärend.

»Eine Farbe?« fragte Naomi.

»Ja, sie sieht aus wie – wie das Meer,« fügte er hinzu.

»Das Meer? Blau? Wie?« versetzte Naomi.

Ali versuchte es noch einmal. »Wie der Himmel,« sagte er einfach.

Naomi wurde immer verwirrter. »Und wie sieht denn der Himmel aus?«

In diesem Augenblick wandte sich ihr schönes Gesicht dem Alis zu, und ihre großen bewegungslosen blauen Augen schienen gerade in die seinigen hineinzustarren. Der Junge war in die Enge getrieben und konnte die Antwort nicht zurückhalten, die ihm auf der Zunge schwebte. »Wie –« zögerte er – »wie –«

»Nun?«

»Wie deine eignen Augen, Naomi!«

Der alten Gewohnheit ihrer feinfühligen Finger folgend, bedeckte sie ihre Augen mit der Hand, als könne der Tastsinn sie lehren, was ihre anderen Sinne ihr nicht sagen konnten. Aber das große Geheimnis war endlich in ihrem Gemüte aufgedämmert, daß sie verschieden von den anderen Menschen war, daß ihr etwas fehlte, was die anderen besaßen; daß die kleinen Kinder, die mit ihr spielten, wußten, was sie niemals wissen konnte, daß sie ein Gebrechen hatte, daß sie heimgesucht und von anderen abgesondert war, daß rings um sie her eine wunderbare, herrliche, lichterfüllte Welt lag, an der jeder andere seine Lust und Wonne haben, die aber ihr Geist nicht betreten durfte, weil Gottes gewaltige Hand sie davon ausgeschlossen hatte.

Von dieser Zeit an war es, als erinnere alles sie an ihre Heimsuchung und als höre sie zu jeder Zeit ihre verhängnisvolle Stimme. Sogar ihre gestaltlosen Träume waren voller Stimmen, die davon erzählten. Wenn ein Vogel über ihr in der Luft sang, hob sie ihre blinden Augen empor. Wenn sie am Morgen eines Markttages durch die Stadt ging und das Getöse des Verkehrs dort hörte – das Anpreisen der Händler, das »Bálak!« der Kameltreiber, das »Arrah!« (Jüh-Hottehüh!) der Maultiertreiber und das quiekende Gimbri des Märchenerzählers – dann seufzte sie und ließ den Kopf auf die Brust sinken. Wenn sie dem Winde lauschte, fragte sie, ob er Augen habe oder nicht sehen könne; und als sie von den Bergen hörte, daß ihre schneegekrönten Häupter in die Wolken ragten, da fragte sie, ob sie blind seien, und ob sie wohl je droben im Luftreich miteinander redeten.

Durch die erschütternde Erkenntnis ihrer Blindheit hörte sie auf, ein Kind zu sein und wurde ein Weib. In einer Woche danach hatte sie die Welt besser kennen gelernt, als in all den Jahren ihres Lebens zuvor. Sie war nicht länger ein rastloser Strahl des Sonnenlichtes, nicht mehr ein sorglos fröhliches Gemüt, sondern ein menschlich schwaches, geduldiges, blindes Mädchen, die sich ihres traurigen Gebrechens bewußt, sich davon gedemütigt fühlte und es für eine Schmach hielt.

Eines Nachmittags ging sie mit den Kindern, nachdem sie sich lange mit ihnen geschaukelt hatte, aufs Feld. Der Tag war heiß und sie wanderten weit an den Ufern und in dem trockenen Flußbette des Martiel hinab. Und wie sie so sprangen und um die Wette liefen, pflückten die kleinen Schwarzen wilde Blumen, riefen das Vieh und die Schafe und die Hunde an und pfiffen den Hänflingen zu, wie diese ihren Jungen.

So verflogen die Stunden unbeachtet. Der Nachmittag wurde zum Abend, der Abend zum Zwielicht und die Dämmerung schnell zur Nacht. Da wurde die Luft tonlos und kalt, und die Kinder überfiel ein leises Grauen. Sie schlichen sich furchtsam zu Naomi, ergriffen ihre Hände und schmiegten sich an ihr Kleid. Nun wandte sie sich nach der Stadt zurück, und als sie in dem doppelten Schweigen ihrer eignen verstummten Lippen und der sang- und klanglosen Welt dahinschritten, schlossen sich die Finger der Kleinen fester um die ihrigen.

Da plötzlich riefen die Kinder erschrocken: »Sieh! Sieh!«

»Was gibt's denn?« fragte Naomi.

Die Kleinen konnten es ihr nicht beschreiben. Es war nur das Wetterleuchten, aber die Kinder hatten es noch nie vorher gesehen. In breiten weißen Streifen flammte es lautlos über das Land hin und erleuchtete es vom Flußbett im Thal bis zu den weißen Berggipfeln hinauf. Bei jedem Aufflammen kreischte die kleine Gesellschaft laut auf vor Angst, und niemand war da, um sie zu trösten, als nur Naomi, und sie war blind und konnte nicht sehen, was sie sahen. Mit hilflosen Händen hielt sie die Kinderhändchen fest und eilte nach Hause über die dunkelnden Felder, durch die zuckenden Ströme blendenden Lichtes, die Kinder vorwärts führend, ohne doch etwas zu sehen.

Israel sah, wie Naomi sich schämte. Die Blindheit, die auf ihr wie eine Demütigung lastete, empfand er als eine brennende Unbill. Er hatte Gott gebeten, ihr die Sprache zu geben und gelobt, damit zufrieden zu sein. »Gib ihr die Sprache, o Herr,« hatte er gefleht, »die Sprache, die sie über die Tiere des Feldes erhebt, die Sprache, die es ihr allein ermöglichen wird, zu fragen und zu verstehen!« Was war aber die Sprache ohne das Augenlicht für sie, die immer blind gewesen war? Was war die ganze Welt für jemand, der sie nie gesehen? Nichts mehr als das Paradies für den Menschen, der von seiner Herrlichkeit nur müßig träumen kann.

Israel nahm sein Gebet zurück. Es gab Dinge, deren Kenntnis Worte nie vermitteln konnten. Jetzt, da sie zu hören und zu sprechen vermochte, war Naomi erst blind geworden. »Gib ihr das Augenlicht, o Herr!« rief er; »öffne ihre Augen, auf daß sie sehen möge! laß sie deine schöne Welt sehen und erkennen! Dann wird sie sicher wohnen und ihr Herz wird sich freuen, ihre Seele wird dir gehören, und dein Knecht wird endlich ganz zufrieden sein!«

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