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Der stumme Prophet

Joseph Roth: Der stumme Prophet - Kapitel 34
Quellenangabe
pfad/roth/stummpro/stummpro.xml
typefiction
authorJoseph Roth
titleDer stumme Prophet
publisherKiepenheuer & Witsch
isbn3462024698
year1995
firstpub
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20090916
projectid2b05677b
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IV

Aber er begann sein neues Leben, als wäre es ein bereits gelebtes. Er kannte es. Er betrat es wie ein Schauspieler die Szene in einem Stück, das er schon an vielen Abenden gespielt hat, mit der vagen Hoffnung auf Zwischenfälle untergeordneter Art, die in der Not das Angesicht einer Sensation annehmen durften. Er hoffte sogar auf kleine Unglücksfälle, eine Verhaftung, eine Ausweisung, eine Gefangenschaft vielleicht.

Jeder andere an seiner Stelle hätte an eine Revolution gedacht. Er wunderte sich, daß der Krieg nicht von neuem anfing. Als er nach M. kam, jener Stadt in Mitteldeutschland, in der er ein paar regnerische Tage während des Krieges verbracht hatte, sah er, daß es immer noch regnete. An den großen Fensterscheiben des Kaffeehauses hingen immer noch Kartons, auf denen versichert wurde, daß in diesem Lokal Franzosen, Engländer, Polen und andere Nationen nicht gerne gesehen wurden. Die Schule war aus roten Ziegelsteinen, und wenn man am Vormittag an ihr vorbeiging, hörte man den Chor heller Kinderstimmen »Ich hatt' einen Kameraden« singen. In der Mitte stand die Kirche aus roten Ziegeln. Das Finanzamt bestand aus roten Ziegeln. Das Rathaus setzte sich aus roten Ziegeln zusammen. Und obwohl alle diese Häuser einen Stich ins Niedliche hatten und wie im Spiel von einer Sorte überdimensionaler Kinder aufgebaut zu sein schienen, verrieten sie doch einen Hang zur Ewigkeit wie die Pyramiden. Es regnete immer noch, seit fünf oder sechs Jahren. Die Straßenbahn gondelte immer noch hin und zurück. Nur die Schaffnerin war zu Heim und Herd zurückgekehrt. Die Frauen trugen immer noch die gleichen Hüte. Wo war der Genosse, der ihm damals den ersten falschen Paß vermittelt hatte? Er lebte. Er hatte sich inzwischen naturalisieren lassen und war Abgeordneter geworden. Und wo war der Parteiführer? Er gehörte zu den Regierenden in Berlin. Und obwohl der kommunistische Schneider heute der wuterfüllte politische Gegner jenes sozialdemokratischen Parteiführers war, schien es Friedrich, weil er die Vorgänge nicht in der Nähe gesehen hatte, daß beide, der Kommunist und der Parteiführer, in einem konsequenten und parallelen Aufstieg begriffen waren, wie Offiziere oder Staatsbeamte etwa, die nach Ablauf gewisser Dienstperioden einen höheren Grad erreichen. Und obwohl sie beide im Kampf gegeneinander ihre Würden erlangt hatten, verlieh ihnen doch jenes ironische Schicksal, das eine Spezialität radikaler Politiker ist, eine erschreckende Ähnlichkeit. Den Juden gleich, die sich immer nach dem Osten wenden, wenn sie beten, richteten sich die Revolutionäre immer nach rechts, wenn sie anfingen, öffentlich zu wirken. Es änderte sich nichts an diesem Gesetz, wenn der Schneider auch so radikal war wie immer. Er erwartete ernstlich jeden Monat die Revolution. Er sollte selbst eine Gefängnisstrafe abbüßen, einer Beleidigung wegen, die er gegen den Parteiführer ausgestoßen hatte, und er verdankte seine vorläufige Freiheit seiner parlamentarischen Immunität. Zwanzig Jahre früher hatte sich der Beleidigte in der gleichen Situation befunden. Aber beide schienen es vergessen zu haben. Wer weiß, dachte Friedrich, zwanzig Jahre später wird mein Genosse beleidigt werden und klagen. Die Revolution blieb immer links, nur ihre Vertreter rückten immer nach rechts. »Vorige Woche«, erzählte der Schneider, »haben mich zwei Polizisten mit Gewalt aus dem Landtag entfernen müssen. Diese Szene hätten Sie sehen sollen! Oh, es geht nicht immer so ruhig bei uns zu, wie man in Moskau manchmal glaubt! Wir stehen knapp vor einem Eisenbahnerstreik. Die Partei arbeitet angespannt. In Hamburg haben wir fünftausend Mitglieder gewonnen. Hier, in M., sind wir stark vertreten. Wir haben fünfundfünfzig Prozent der Fabrikarbeiter sicher. Die Parteigelder fließen bei uns am pünktlichsten ein. Und zwei- bis dreimal in der Woche haben wir unsere Abende.« Welch ein regionaler Patriotismus des Genossen! dachte Friedrich. Auf diese Weise entsteht die Liebe zum Vaterland. Er ist stolz auf den Bezirk, der ihn gewählt hat. Es fehlt noch ein weniges, und er nimmt selbst die reaktionären Parteien seines Wahlkreises in Schutz und hält sie für besser als die Reaktionäre anderer Wahlkreise. Ich habe hier eine der nicht mehr seltenen Gelegenheiten, der Entstehung einer Art Heimatliebe, Wahlkreisliebe ab ovo beizuwohnen. Er hält seine Kommunisten für die revolutionärsten. Und wie er sich verwandelt! Er trägt jetzt eine russische Bluse. Als ich das letztemal hier war, trug er noch ein bescheidenes Hemd ohne Kragen. Und wie die Männer, die eine bürgerliche Karriere machen, ein Doppelkinn und einen Bauch ansetzen, schaffen sich die Männer, die meine Genossen sind, ein revolutionäres Kostüm und eine Aktentasche an. Vor einigen Jahren hatte er noch einen Hut. Jetzt trägt er eine Sportmütze. Damals trug er noch sein Haar gescheitelt, jetzt kämmt er es nach rückwärts. Und er selbst weiß gar nichts davon. Unmerklich wie ein Doppelkinn bildet sich seine revolutionäre Haltung. Dieser Genosse ist zuverlässig. In der offiziellen diplomatischen Stellung, in der er sich jetzt befand, suchte er den früheren Parteiführer auf. Er wohnte jetzt »standesgemäß«. Im Vorzimmer sah es fast so aus wie in dem der Herrschaften von Maerker. Nur das Arbeitszimmer des Parteiführers war das gleiche geblieben. Bescheidenheit ist eine Zier. Das Papiermesser, das die Form eines Kavalleriesäbels hatte, lag immer noch auf dem Schreibtisch. Eine kleine Kuppel wölbte sich über dem Tintenfaß, das an eine Moschee erinnerte. Die Rahmen mit Vergißmeinnicht umgaben immer noch die beiden Söhne in Uniform, obwohl sie glücklicherweise heimgekehrt waren. Und neu war nur das große Ölbild des Parteiführers, das einer der berühmten Porträtisten des Reiches gemalt hatte. Was lag dem Maler daran? Er malte, malte immerzu. Einmal den Kaiser, zweimal den geliebten General, einmal einen Radikalen. Die Kunst hatte nichts mit der Politik zu tun. Die Maler wollten ihre Ruhe in den Ateliers haben. Die Kunst war Weihnachten, ein Fest, an dem alle Herzen schlagen, im gleichen Takt. Wie schön war der Parteiführer auf dem Porträt! Den Blick in die Zukunft des Vaterlandes gerichtet, die rechte Hand auf einer Ecke des Schreibtisches gestützt und die Linke spielerisch an der eisernen Uhrkette, die er gegen die goldene umgetauscht hatte. Kein Zweifel, sie war grau gemalt, sie bestand aus Eisen. Und er sah nicht wie ein Parteiführer aus, sondern wie ein Parteienführer. Der Kaiser hatte keine gekannt, er aber kannte alle. »Wir haben ein leidenschaftliches Interesse an Rußland«, begann er. Und mit der Genugtuung eines Mannes, der im Namen seines Staates spricht, bekam der Politiker Anklänge an Bismarck, dessen Erinnerungen er aus Objektivität gelesen hatte. Ach, er war schon immer unparteiisch gewesen! Das Vaterland hatte nichts mit der Politik zu tun, wie die Malerei. »In Deutschland«, erwiderte Friedrich, »wird die sogenannte Linke vielleicht erst in hundert Jahren dazu gelangen, gegen ihre Gegner unnachsichtig zu werden. Sie können nicht hassen. Sie können sich nicht einmal aufregen. Es ist ihr eifrigstes Bemühen, nicht den Feind zu besiegen, sondern ihn zu begreifen. Schließlich kennen sie ihn so genau, daß sie ihm recht geben müssen und ihn nicht mehr angreifen können.«

Der Parteiführer verlor sich in die weiten Gefilde der Weltgeschichte. Es war klar, daß er von einer Tribüne zu sprechen glaubte und daß er einen einzelnen Zuhörer behandelte wie eine ganze Versammlung. Er liebte es, weil er keinen Augenblick vergaß, daß er selbst ein Repräsentant war, auch den andern unaufhörlich für einen Repräsentanten zu halten, und er vergrößerte die Bedeutung, die er sich selbst beizumessen gewohnt war, indem er auch seinem Partner eine große Bedeutung zuerkannte. In der steten Hoffnung, daß jede seiner Äußerungen geeignet war, ein geflügeltes Wort zu werden, betonte er simple Phrasen und Gemeinplätze, die er noch vor einigen Jahren wie bescheidene Rezitationen vor Friedrich hergesagt hatte, nunmehr wie originelle Einfälle. Er war scheinbar und auf den ersten Blick der alte geblieben. Er schien immer noch den gleichen, rostbraunen, doppelreihigen Rock zu tragen, und seine Hose fiel immer noch in breiten Querfalten auf breite, glatte und solide Stiefel, die ihresgleichen in keinem Schaufenster eines Schusters mehr fanden und infolgedessen so aussahen, als wären sie mit großem Eifer und lange Zeit gesucht worden. Aber gerade die Sorgfalt, die der Mann anwendete, um bescheiden zu sein, erinnerte an jene, die er aufwandte, um in die Mitte der Zeitgeschichte zu geraten. Und wenn er immer wieder sagte: »Hätte man damals auf mich gehört«; oder: »Es kam so, wie ich es natürlich prophezeit habe«; oder: »Der Leichtsinn, den ich immer gegeißelt habe« – so schien er überzeugt zu sein, daß die solide Nachlässigkeit des Anzugs seine Voraussicht rechtfertigte. Und wenn er manchmal »wir« sagte, worunter er seinen Staat verstand, so glaubte er, auch in der Ausdrucksweise bescheiden zu sein und tadellos. Indessen erinnerten seine »Wir«, seine »Unser«, seine »Uns« an die Art, in der die Angestellten eines großen Warenhauses sich mit ihrer Firma identifizieren, obwohl sie an den Einkünften ihres Brotgebers nicht beteiligt sind.

Einige Zeit später konnte Friedrich dem Parteiführer in einer größeren Gesellschaft von Politikern, Journalisten, Diplomaten und Industriellen bei einer jener Veranstaltungen einer Botschaft begegnen, die man in Fachkreisen und in Zeitungsberichten ein »gemütliches Zusammensein« nannte. Alle Herren hatten sich Cutaways angezogen, die Uniform der Gemütlichkeit. Sie aßen belegte Brötchen, über deren Butter ein regelmäßiges Gitter aus Sardinenstreifen gespannt war. Jeder hielt einen Teller oder eine Tasse oder ein leeres Gläschen in der Hand, ohne zu wissen, warum, und alle suchten diskret und vergeblich nach einem Platz, wo sie ihr Geschirr hätten ablegen können. Schlaue Gäste begaben sich in die Nähe der Fensterbretter und entfernten sich, nachdem sie ihren Teller auf eine gefährdete Stelle gelegt hatten, mit harmlosen Mienen und in der leisen Angst, er würde bald herunterfallen und zerbrechen. Sie atmeten erst auf, als sie in der gegenüberliegenden Ecke standen. Die meisten aber blieben an ihre Teller geschmiedet und konnten infolgedessen nicht lebhaft werden. Immer größer wurde die Gemütlichkeit.

Friedrich stieß hier auf einige gute Bekannte, die er in Zürich gesehn hatte. Auch Bernardin und Dr. Schleicher sah er wieder. Sie waren beide Diplomaten geworden und setzten die Verständigung fort. Sie hatten einen Bund fürs Leben geschlossen, waren unzertrennlich und wandelten schweigsam nebeneinander her, weil sie sich nichts mehr zu sagen hatten. Sie hatten sich ausgesprochen. Sie wußten alles voneinander. Jetzt hielt sie die Erinnerung an ihre ausgetauschten Bekenntnisse zusammen. Sie waren Friedenskameraden – ebenso wie zwei Männer, die sich im Schützengraben getroffen haben, Kriegskameraden sind. Auch sie repräsentierten, jeder seinen Staat. Und da beide an den sogenannten friedlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich interessiert waren und eine sogenannte Trübung einem jeden von ihnen als eine Nachlässigkeit hätte vorgeworfen werden können, sorgten sie sich beide um den Frieden wie um die eigene Karriere, und ihr Ehrgeiz galt ihm wie der eines Generals dem Krieg. Und ähnlich wie die beruflichen Ehevermittler um das Liebesglück der von ihnen hergestellten »Partien« besorgt sind, weil ihre Einnahmen davon abhängen, ebenso waren Dr. Schleicher und Bernardin um Frieden zwischen den Staaten besorgt. Sie handelten mit Frieden, wie sie während des Kriegs mit Staatsgeheimnissen gehandelt hatten. Ihre Freundschaft trübte sich nur, wenn der Name des einen in den Zeitungen häufiger genannt war als der des andern oder wenn auf den Photographien in den illustrierten Blättern, wo die Massenaufnahmen von Konferenzteilnehmern veröffentlicht wurden, das Angesicht des einen deutlicher zu erkennen war als das seines Freundes. Auch dieses »gemütliche Zusammensein« wurde von einem Photographen für die Öffentlichkeit aufgenommen, um unter dem Titel »Ein diplomatischer Tee« in den Sonntagsbeilagen zu erscheinen. Bernardin und Dr. Schleicher trennten sich, denn sie hielten es für eine diplomatische Schlauheit, vor den Völkern ihr Bündnis nicht sichtbar werden zu lassen. Während sie sich mit heroischer Bescheidenheit in den Hintergrund stellten, drängten sie ihre Gesichter zwischen die Schultern der Vorderen, um doch noch auf die Platte zu kommen. Und verstohlen und unaufhörlich in der Angst, im entscheidenden Augenblick, in dem das Blitzlicht aufflammen sollte, könnten sie den Gesichtsausdruck verlieren, den sie für einen vorteilhaften hielten, schielten sie jedesmal zueinander und überlegten, wer von ihnen besser und sichtbarer stehe. Die Journalisten, deren Beruf es ist, fortwährend Geheimnisse zu wittern, glaubten, die Blicke der beiden bedeuteten abgekürzte diplomatische Noten. Und jeder Berichterstatter, der diesen Blickwechsel auffing, dachte schon daran, ihn unter der Zauberformel »wie in eingeweihten Kreisen verlautet« noch womöglich ins Morgenblatt zu bringen.

Es gab in dieser Versammlung nur einen Journalisten, der es für unwürdig hielt, sich um Blicke zu kümmern. Es war jener Dr. Süßkind, den Friedrich vor Jahren in der Eisenbahn gesehn hatte. Der Dr. Süßkind erkannte seinen alten Reisegenossen freilich nicht. Aber es hätte ihn, auch wenn er Friedrich erkannt hätte, wahrscheinlich nicht gestört, einem der Presseattachés, die nach dem Kriege so häufig geworden waren und das Zeitalter der Demokratie einzuleiten begannen, sehr hörbar zu erzählen: »Als ich im Krieg in Österreich war, erkannte ich sofort, daß wir den Krieg verlieren werden. Sie erinnern sich vielleicht, was ich nach dem Durchbruch von Gorlice geschrieben habe?« Und da der Presseattaché, der noch nicht heimisch genug in der Diplomatie war, um höflich sein zu können, »Nein!« sagte, machte sich Dr. Süßkind umständlich an die Inhaltsangabe seines Artikels, aus dem ein prophetischer Pessimismus hervorgegangen war. Friedrich erinnerte sich an den Optimismus des Journalisten in der Eisenbahn. »Ich hatte einmal das Vergnügen«, sagte er zu Dr. Süßkind, »Ihnen zu begegnen.« »Ich erinnere mich gar nicht«, sagte der aufrichtige Journalist, dem die Wahrheit über alles ging. »Sie saßen damals in der Eisenbahn mit einem preußischen Obersten und einem österreichischen Major«, fuhr Friedrich hartnäckig fort. »Ganz richtig«, sagte Dr. Süßkind, »aber ich habe Sie damals nicht bemerkt.« Es hatte keinen Sinn, mit ihm zu sprechen. Als hätte er sich vorgenommen, vor allen Dingen und bevor er sich in ein Gespräch einließ, zu erforschen, ob Friedrich auch die Wahrheit sagte, wiederholte er immer wieder: »Ich habe Sie ja gar nicht bemerkt!« »Ja«, sagte Friedrich, um dem Gedächtnis des andern zu helfen, »Ihre Frau hat Sie damals in K. erwartet.« »Ach«, erwiderte Süßkind trostlos, »es war gar nicht meine Frau, es war meine Schwägerin.« Und somit war die Geschichte erledigt.

Es war in der Gesellschaft dieser frischgebackenen Diplomatie keineswegs merkwürdig, der hartnäckigen Sachlichkeit Dr. Süßkinds zu begegnen. Die Erbschaft der beruflichen Diplomaten, die den Krieg herbeigeführt hatten durch Torheit, Ehrgeiz, einer gedankenleeren Freude am geheimnisvollen Spiel, die aber zumindest gesellschaftliche Formen wie natürliche Eigenschaften offenbarten, traten nach dem Krieg intellektuelle Bürgerliche an, Redakteure, Literaten, Lehrer und Richter, Menschen, die mit einer heillosen Liebe zur Aufrichtigkeit die traditionellen Tricks der internationalen Politik nachzuahmen versuchten und denen man auf eine Entfernung von zwei Kilometern ansah, daß sie ein sogenanntes Staatsgeheimnis zu behüten bestrebt waren. Mit diplomatischen Pässen, vor denen sie selbst noch mehr Respekt hatten als die Zollrevisoren, reisten sie über die Grenzen, und der familiären Natur des Kleinbürgertums gemäß, dem sie entstammten, bargen sie in den versiegelten Koffern Spitzen für die Ehefrauen und Liköre für Gäste. Der diplomatische Verkehr zwischen den Repräsentanten der alten und der neuen Staaten bekam das behagliche Aussehn bürgerlicher Familienfeste, und es war kein Zufall, daß das Bier, das Festgetränk der Bravheit, ein Rauschmittel der Politik wurde. Beliebt waren Bierabende. Im Zeichen des Pschorrbräus vollzog sich die Versöhnung der Völker, wie sich dereinst beim Champagner die Vorbereitung des Kriegs vollzogen hatte. Die Menschen waren gemütlich geworden. Die internationale Herrschaft des Bürgertums hatte jetzt erst angefangen. Innerhalb dieser kleinbürgerlichen Diplomatie beherrschten nur die Vertreter des einzigen proletarischen Staates die alten diplomatischen Formen. Eine natürliche Schlauheit, geübt in langen Kämpfen gegen die Behörden, ein geschärfter Sinn für List und Verstellung, eine ursprüngliche Lust, den Freund und den Gegner zu täuschen, gaben den Vertretern der Revolution jene Eigenschaften, die eine alte Tradition, die ererbten Erfahrungen eines aristokratischen Bluts und die Erziehung zur höflichen Unaufrichtigkeit den Diplomaten der verschwindenden alten Welt gegeben hatten. Von allen Menschen, mit denen Friedrich jetzt zu tun hatte – und seine Tätigkeit bestand in der Hauptsache darin, daß er mit ihnen sprechen mußte –, schien ihm nicht ein einziger jener Art von leidenschaftlicher Überlegung fähig, ohne die es nicht möglich ist, ein einfaches Urteil über die Welt zu haben. Alle lagen wie Soldaten in Schützengräben und kannten nur ihren Abschnitt. Es war Krieg. Und wie jeder einen Dienstgrad hatte oder zumindest eine ganz bestimmte Beschäftigung, gab sich jeder damit zufrieden, Uniform und Abzeichen des andern zu registrieren, und wenn man jemanden gefragt hätte, ob der Mensch, mit dem er jeden Tag seit Jahren verhandelte, gut sei oder böse, klug oder dumm, leidenschaftlich oder lau, überzeugt oder gleichgültig, so hätte der Befragte erwidert: »Herr X, nach dem Sie sich erkundigen, raucht nur Zigarren, ist verheiratet, verhandelt mit mir über die Konzession in Tomsk und wird von seinen Vorgesetzten geschätzt.« Und es war wirklich, als ob die sogenannten »menschlichen Eigenschaften« die charakteristischen Kennzeichen einer längst abgelaufenen Periode der menschlichen Geschichte gewesen wären und daß man sie nur noch als Nachrufe für Verstorbene auf den Grabkreuzen finden könnte. Es war, als verschwänden allmählich jene menschlichen Eigenschaften wie bestimmte Waren, nach denen kein Bedarf mehr vorhanden ist, und als sollten sie durch andere ersetzt werden, die jetzt gerade stark gefragt wurden. Es gelang Friedrich niemals, auf seine Frage, wer der und jener sei, eine andere Antwort zu erhalten als: »X ist aus der Partei ausgetreten. B. ist Redakteur an der demokratischen Zeitung. Y ist Generaldirektor der Z-Werke.« Und also lauteten die Antworten nicht etwa, weil man sich umeinander nicht kümmerte, sondern weil in der Tat ein Redakteur nichts anderes zu sein schien als ein Redakteur und ein Generaldirektor nur ein Generaldirektor. Es gehörte zu den intimsten Eigenheiten, die man von einem Menschen mitzuteilen wußte, daß er diesen und jenen Beruf ausübte und diese und jene politische Gesinnung zur Schau trug. Und Friedrich, der niemals einen Beruf gekannt hatte, dachte: Ich bin der einzige mit menschlichen Eigenschaften. Ich bin tückisch, böse, egoistisch, hartherzig und gescheit. Aber nicht mehr ehrgeizig. Mein Ehrgeiz ist erloschen. Denn sein Ziel war es gewesen, Macht über Menschen auszuüben, nicht über Generaldirektoren, Redakteure und Parteimitglieder oder Parteilose. Es wäre meine Leidenschaft gewesen, die Schlauheit zu durchschauen, das Böse zu züchtigen, das Gerechte zu kräftigen, das Häßliche zu vernichten. Ich hätte Partei genommen. Nun bleibt mir nichts mehr übrig, als zuzusehn. Zwanzig Jahre lang habe ich zugesehn, um zu lernen. Ein einziges Jahr habe ich gekämpft. Den Rest meines Lebens werde ich ein Zuschauer bleiben. »Wozu haben Sie das nötig gehabt?« sagte der alte Parthagener.

Er war immer noch neugierig genug, um auf Erfahrungen auszugehn. Aber es war nicht mehr die ursprüngliche Neugier, die wissen möchte, was vorgeht, sondern gewissermaßen eine Neugier zweiten Grades, die nur eine Bestätigung für all das sucht, was sie mit Recht schon vermutet hat. Einmal, als Friedrich mit einem Bevollmächtigten einer Flugzeuggesellschaft zu verhandeln hatte, sagte er sich: Es wird ein großer, breitknochiger Mann in einem neuen, hellgrauen Anzug sein, das Haar kurzgeschnitten und links gescheitelt, einen Ehering am Finger, sonst keinen Schmuck. Eine Photographie von der Frau Gemahlin auf dem Schreibtisch. Das Telephon klingelt alle fünf Minuten, um mich einzuschüchtern. Die Zigarren und Zigaretten erster Qualität verschlossen in der Schublade, für Gäste liegen sogenannte Rauchmittel auf dem Tisch. Die Sachlichkeit der Büroeinrichtung schließt eine gewisse lederne, kühle Bequemlichkeit aus. Auf den Lehnen hellgelber, weicher Lehnsessel hocken gelbe, leuchtende, mit Sidol geputzte Aschenbecher. Der Mann ist konservativ und gemäßigter Monarchist. Er spielt den ehrlichen Geschäftsmann mit Prinzipien, aber er läßt gerne erkennen, daß er nicht dumm ist.

Als Friedrich eintrat, fand er seine Vorstellungen bestätigt. Die Unterredung langweilte ihn vom ersten Augenblick an. Er hätte einen genauen Bericht von ihr liefern können, ohne sie geführt zu haben. Der Abwechslung wegen und um den Bevollmächtigten zu verblüffen, sagte er plötzlich: »Wollen Sie Ihr Telephon abstellen, während Sie mit mir sprechen!« Der große Mann gehorchte sofort. Er drückte auf einen Knopf mit dem Fuß; sein Schreibtisch war nach den letzten Fortschritten der Technik eingerichtet und hatte Pedale wie ein Klavier. Von unten her, zauberhaft, aus dem Boden kamen alle elektrischen Gewalten, man sah keine Schnüre, weder an der Lampe, noch am Telephon, keine Glocken am Tisch, keine Schlösser an den Schubladen, das Tintenfaß ruhte in einer Versenkung des Tisches, und ohne daß der Bevollmächtigte auch nur die geringste Bewegung gemacht hätte, rief er den Sekretär durch einen einfachen, blitzschnellen Wunsch herbei. Friedrich sah, wie die Wand sich plötzlich auftat und der Sekretär erschien, als hätte er die ganze Zeit in einer Spalte zwischen den Ziegeln gehaust. »Wollen Sie mal die Leitung abstellen!« sagte der Bevollmächtigte, und der Sekretär war im Nu verschwunden, und die Wand war wieder ganz. »So weit sind wir noch nicht in Rußland elektrifiziert!« sagte Friedrich und zeigte auf die geheimnisvolle Wand. »Das will ich glauben!« antwortete der Bevollmächtigte. »Wir sind in Deutschland weit voraus!« Und wie ein Mensch, der aus Stolz über die Schönheiten seines Vaterlandes einen Fremden durch eine Landschaft führt und ihm die Namen der Berge, Täler und Flüsse nennt, so begann der Bevollmächtigte Friedrich die technischen Geheimnisse seines Büros zu erläutern. Er sagte »unsere« mit der gleichen Betonung, mit der die Parteiführer von ihrer Partei und dem Vaterland sprachen. »Unsere Einrichtung«, sagte er, »ist erst vor drei Monaten fertiggestellt worden. Alle Leitungen sind im Fußboden unter dem Teppich. Hier, unter dem Schreibtisch, sehen Sie drei Knöpfe, sie leuchten rot, grün und gelb. Das Rote ist ein Alarmsignal, das Grüne ist mein Sekretär, das Gelbe meine Sekretärin. Wenn ich hier an der Wand drücke, springt das Bild auf.« Er drückte, und das Porträt, das den Chef des Hauses darstellte, flog aus dem Rahmen wie ein Fenster, das ein jäher Wind aufstößt, und ließ ein Geheimfach sehn, in dem Banknoten und Papiere lagen. »Ich brauchte nur«, fuhr der Bevollmächtigte fort, »diesen Vorhang aufzuziehn, und schon bin ich im Kreise meiner Familie.« Der Vorhang ging auf, und Friedrich sah eine Nische mit lebensgroßen, farbigen Bildern, die eine Frau und zwei Knaben in Matrosenanzügen darstellten. Eine kleine Lampe brannte an der Decke über den Bildern, so daß die Nische weihevoll aussah. Er trat näher und erkannte das Porträt Hildes. Der Maler mit den buschigen Augenbrauen hatte es gemalt. Er beschloß sofort, sich nach der Wohnung des Generaldirektors umzusehn, aber nur für alle Fälle, nicht etwa, um das Familienleben zu stören.

»Ihre Frau Gemahlin«, wagte Friedrich zu sagen, »ist sehr schön.« »Wir sind zehn Jahre verheiratet«, erwiderte der Bevollmächtigte zutraulich, »aber wir lieben uns nicht mehr innig!« Und er blickte dabei auf ein blankes, stählernes Lineal, als wäre das Wort »innig« eine Bezeichnung für ein bestimmtes Ausmaß der Liebe. Er stand wieder auf und schien nachzudenken. Er begab sich wieder zur glatten Wand, berührte eine gelbe Tapetenblume, und sofort sprang eine kleine Tür auf und ließ den goldenen Rücken eines dicken Lederbandes sehn. Auch dieser Rücken öffnete sich, und nun erkannte Friedrich, daß es kein Buch war, sondern ein Kästchen für Gläser und Likörflaschen. »Man kann nicht gut miteinander reden, ohne zu trinken!« meinte der Bevollmächtigte. Er wurde sofort nach dem ersten Glas laut und bewegt, klopfte Friedrich ein paarmal auf das Knie und ließ eine der verborgenen Laden im grünen Schreibtisch aufspringen, in der Friedrich pornographische Ansichtskarten liegen sah und hygienische Gegenstände erotischer Natur. »Lieber Freund«, sagte der Bevollmächtigte, »die sexuelle Abteilung. Die Sexualität ist ein bedeutender Faktor«, und er begann, seine Bilder auszubreiten.

Er sammelte sie ein und wurde wieder ernst. »Zerstreuungen«, sagte er, »sind nötig. Ich arbeite zehn, zwölf, vierzehn Stunden im Tag.« Und er streckte seinen Arm hoch, machte ein paar gymnastische Bewegungen und erinnerte an die Akrobaten im Varieté, die vor ihrer Arbeit die Muskeln spielen lassen zum Beweis dafür, daß die Gewichte, die sie heben werden, auch wirklich schwer sind.

»Der Bevollmächtigte Herr von Derschatta«, schrieb Friedrich dann in seinem Bericht, »ist ein gutmütiger Mann. Seine Einkünfte sind groß, sein Familienleben ruhig, sein Fleiß grenzenlos. Er ist unbestechlich. Er liebt sein Vaterland, denn es ist eine Filiale seiner Firma. Die Bedingungen, die ich im folgenden nenne, scheinen mir nicht das letzte Wort zu sein. Man kann mit ihm besser verhandeln, wenn man ihn einschüchtert. Er ist mit Vorliebe servil.«

Solche Berichte schrieb Friedrich mit großer Sorgfalt, obwohl er wußte, daß sie eine lange und umständliche Reise vor sich hatten und daß sie wenig nützten. Schon während er sie zusammenfaltete und in einen Umschlag legte, sah er die vielen Etappen des Weges, den sie zu machen hatten, und die Gesichter der Menschen, die sich mit ihnen beschäftigen sollten. Er kannte einige von den Mitgliedern der neuen Bürokratie persönlich, die über das ganze Land verbreitet ist wie die Scharen von Krähen, die der Krieg und die Revolution zugelassen hatten. Er erinnerte sich an ihre subalternen Gesichter, denen die Unerbittlichkeit einer starren Gesinnung noch einen Zug von grausamer Frömmigkeit verlieh. Ein kleiner Neid bestimmte ihre tapferen Worte und ihre zögernden Handlungen, ein winziger, enger Neid, der Bruder eines früh enttäuschten Ehrgeizes. Friedrich erinnerte sich, wie sie sich alle, Photographen und kleine Schreiber, Winkeladvokaten und Rechnungsunteroffiziere, Buchhalter und furchtsame Kaufleute, auf die leeren Stühle in den Ämtern gestürzt hatten, um die sich die Soldaten der Revolution nicht kümmerten. Die Soldaten kehrten zu ihren Feldern zurück, die man noch nicht bebauen konnte, zu den Maschinen, die noch stillstanden. Die anderen, die während des Bürgerkriegs schon Manifeste, Verordnungen, Pläne, Lehrbücher, Broschüren geschrieben und abgeschrieben hatten, behielten ihre Federn in den Händen, die Federn, die dünnen, stählernen Instrumente, die stärksten Werkzeuge der Macht. Aber es ergab sich, daß die Männer, denen es freigestanden war, ihre Talente und ihre Kraft zu beweisen, keine Talente besaßen und nur Kraft genug, den gleichwertigen Gegner mit den Ellenbogen vom Schreibtisch zu verdrängen und wieder am Schreibtisch zu erscheinen, wenn es dem andern gelungen war, sie zu verdrängen. Er erinnerte sich an den Triumph, der ihm während des Kriegs das Bewußtsein verschafft hatte, keine Nummer zu sein wie die andern und den verborgenen Befehlen nicht gehorchen zu müssen, die irgendwo hinter dichten und dumpfen Mauern von anonymen Werkzeugen einer ungekannten Gewalt ausgegeben wurden. Es war ihm gelungen, die Register zu täuschen, die blank und weiß auf seinen Namen und seine Daten gewartet hatten, den spitzen, von grüner Tinte giftig gefärbten Federn zu entfliehen, mit denen hunderttausend Schreiber wie mit Lanzen nach ihm gezielt hatten. Er sah noch einen Beamten in der Polizeistube, ein Gemisch von einem Stier und einem Knecht, dem er mit kindischer Wut den falschen Meldezettel überreicht hatte. »Haben Sie das alles nötig gehabt?« hatte Parthagener gefragt.

Nun schrieb Friedrich selbst Berichte für Register. Und alle seine Akrobatik, mit der er Namen ablegte und annahm, Existenzen verhüllte und vortäuschte, führte ihn nur dazu, selbst ein Werkzeug und ein Gegenstand der Ämter und Büros zu werden. Hörte denn das Papier niemals auf? Welch ein Gesetz verlieh den zerbrechlichsten und zartesten Stoffen, dem Papier, dem Bleistift und der Feder, die Macht über Blut und Eisen, Gehirne und Muskeln, Feuer und Wasser und Hunger und Epidemien? Eben waren die tausend Kanzleien verbrannt. Er selbst hatte sie angezündet. Er selbst hatte ihre zerfallende Asche gesehn. Und schon schrieb man wieder in hunderttausend Kanzleien, und schon gab es wieder neue schmale Bücher mit grünen und roten Linien, und schon hatte jeder Mensch eine Ziffer in einem Büro wie die kleinen Kinder einen Schutzengel im Himmel. »Ich will nicht!« schrie Friedrich. Ich will nicht! dachte er, während er selbst in einem Büro saß und einem Mädchen in blauem Matrosenkleid diktierte. Wie flink läuft der Bleistift mit ihrer Hand! Es war ein Koh-i-noor, leuchtendes Gelb und eine lange, schwarze Spitze. Dann ging das Mädchen ins große Schreibzimmer, und die Maschine begann zu klappern. Und der Bericht legte sich in die Aktentasche des Kuriers. Er kam in ein Sekretariat. Da saß Dr. M., ein kleiner, plumper Mann mit einem Angesicht, das aus lauter Knollen zu bestehen schien, und winzigen, gehässigen Augen unter einer Stirn voller sinnloser Falten, den Folgen einer Laune der Haut und nicht der sorgenvollen Gedanken. Er haßte Friedrich. Er wollte selbst im Ausland sein und Berichte schreiben. Genauso, wie die Parteigrößen erster Klasse nicht nach dem Ausland wollen, sondern um jeden Preis in Moskau zu bleiben versuchen, wünschen die subalternen Mittleren nichts sehnlicher als einen Aufenthalt im bürgerlichen Ausland, wo sie ihren bürgerlichen Neigungen leben können. Sie wollen ein gutes Bier trinken, an einem gedeckten Tisch sitzen. Gäbe es nicht noch das, was man die Sache des Proletariats nennt!

Was aber war die Sache des Proletariats? Diese Abgeordneten, die sich einsperren ließen und die wieder freikamen, diese anonymen Proletarier, die in den Zuchthäusern vergessen wurden, die Erschossenen und die Gehängten: Was nützen Sie? Wie kam es, daß gerade jene, die eine neue Welt aufzubauen versuchten, nach dem ältesten Aberglauben handelten, dem ältesten, absurdesten Aberglauben vom Nutzen und der Heiligkeit des Opfers? War es nicht das Vaterland, das Opfer verlangte? War es nicht die Religion, die Opfer verlangte? Ach, die Revolution verlangte sie auch! Und sie trieb die Menschen zu den Altären, und jeder, der sich darbrachte, starb in der Überzeugung, daß er für etwas Großes sterbe. Und indessen behielten die Lebendigen recht! Die Welt war alt geworden, Blut ein gewohnter Anblick, der Tod eine wertlose Sache. Alle starben umsonst und waren nach einem Jahr vergessen. Unsterblich wie das Papier war die Romantik.

Ich diene ohne Glauben, sagte sich Friedrich. Vor zwanzig Jahren hätte man es eine Schurkerei genannt. Ich beziehe Geld ohne Überzeugung. Ich verachte die Menschen, mit denen ich zu tun habe, ich glaube nicht an den Erfolg dieser Revolution. Gleichsam zwischen den Zeilen der ehernen materialistischen Gesetze, die ohne Zweifel zumindest den zivilisierten Teil der Welt regieren, gibt es noch ungekannte, unlesbare Geheimnisse.

Er stand da wie ein Kapitän, dem ein Schiff untergegangen ist und der gegen seine Pflicht und gegen seinen Willen dank einem gehässigen Schicksal am Leben blieb, dem Leben auf der Erde erhalten, die ein fremdes Element war.

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