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Der stumme Prophet

Joseph Roth: Der stumme Prophet - Kapitel 21
Quellenangabe
pfad/roth/stummpro/stummpro.xml
typefiction
authorJoseph Roth
titleDer stumme Prophet
publisherKiepenheuer & Witsch
isbn3462024698
year1995
firstpub
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorGerd Bouillon
senderwww.gaga.net
created20090916
projectid2b05677b
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VII

In dieser Nacht schlafen sie ruhig, als wäre es eine ganz gewöhnliche Nacht.

Indessen bereitete sich in Europa der Krieg vor. In den Kasernen bliesen die Trompeten Alarm. An allen Straßenecken der großen und der kleinen Städte klebten große Plakate. Die Züge rollten grün bekränzt aus den Bahnhöfen, und die Männer haben bunte Röcke und Mützen und Gewehre. Alle Frauen weinen.

Eines Tages erschien der Oberst Lelewicz mit einigen Freunden in Kolymsk. Nichts Auffälliges war daran. Kleinere Trupps waren schon durchgezogen. Efrejnow freute sich. Die Zeitungen kamen schneller, wie gedrängt von der Eile der Nachrichten, die sie enthielten. Die Gegend wurde geradezu belebt.

Lelewicz nahm Abschied von seinem Freund.

Auf dem Tisch Berzejews ließ er ein blaues Paket liegen. Berzejew sah es nicht. Er stand an der Tür. Er begleitete den Obersten. Lelewicz stieg in den Sattel. Er winkte zum letztenmal. Berzejew kehrte ins Zimmer zurück. Er erblickte das Paket, ergriff es schnell und lief hinaus, dem Obersten nach. Er schrie, Lelewicz schien nicht mehr zu hören. Er war nur noch ein kleiner, schwarzblauer Fleck am Horizont. Friedrich hielt Berzejew fest. »Das ist für uns!« sagte er mit aufgerissenen Augen, blaß, atemlos und ohne Stimme.

Als Efrejnow am nächsten Morgen erwachte, waren Friedrich und Berzejew verschwunden.

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