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Alexei Konstantinowitsch Tolstoi: Der silberne Fürst - Kapitel 34
Quellenangabe
typefiction
authorAlexej K. Tolstoi
titleDer silberne Fürst
publisherC. Dressler Verlag
illustratorWilhelm M. Busch (1908 - 1987)
yearo.J.
translatorWulfhild von Hartmann
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20160419
projectid78c9c2be
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Im Narrengewande

An dem gleichen Morgen erschienen zwei Tischaufseher des Zaren bei Morosoff, der auf Iwans Geheiß noch immer in der Sloboda wohnte, um ihn zur Tafel des Zaren zu laden.

Als Druschina Andrejewitsch den Palast betrat, waren die weiten Säle bereits mit Opritschniks gefüllt, die Tafeln gedeckt und die Dienerschaft in kostbarer Kleidung schon emsig dabei, die Sakußka, jene leckern russischen Gabelbissen, mit denen das Mahl gewöhnlich beginnt, anzurichten. Morosoff sah, daß außer ihm kein einziger Bojar geladen war, und nahm daher an, daß der Zar ihm eine besondere Ehre erweisen wollte. Da ertönten auch schon die Glocken des Palastes, Trompeten erklangen, und Iwan Wassiljewitsch trat mit freundlich-herablassender Miene in den Saal, gefolgt von dem Abte des Klosters Tschusoff, Pater Lewkij, Wassilij Grjasnoi, Godunoff und Maljuta Skuratoff. Nachdem er die tiefen Verneigungen der Höflinge entgegengenommen und erwidert hatte, ließ er sich auf seinen Sessel nieder, und alle Anwesenden nahmen je nach Rang und Würden ihre Plätze ein. Nur ein einziger Platz neben Godunoff blieb leer.

»Setze dich, Bojar Druschina!« sprach der Zar in huldvollem Tone, indem er auf den freigelassenen Platz wies.

»Herr«, erwiderte dieser, »wie es Morosoff sein ganzes Leben gehalten hat, so wird er es auch bis zu seinem Tode halten. Ich bin zu alt, um mich an neue Sitten zu gewöhnen. Nimm deine Gnade wieder von mir, verbanne mich aus deiner Nähe, aber unter einem Godunoff sitze ich nicht!«

Alle blickten sich verwundert an. Der Zar aber schien diese Antwort erwartet zu haben. Sein Antlitz blieb ruhig und unbeweglich.

»Boris«, sprach er zu Godunoff, »für eine ähnliche Antwort lieferte ich dir vor zwei Jahren den Bojaren Druschina aus. Es scheint mir, daß ich meine Gepflogenheiten ein wenig ändern muß. Es gehört sich wohl so, daß nicht wir den Bojaren, sondern sie uns Verhaltungsmaßregeln erteilen. Ja es scheint fast so, daß ich in meiner armseligen Hütte nicht mehr Herr bin. Was wird mir kummervollem Bettler schließlich anderes übrigbleiben, als meine bescheidene Habe zusammenzuschnüren und mich mit meinen wenigen Getreuen irgendwo anders zu verkriechen. Sie werden mit der Zeit mich einsam herumziehenden Krüppel sonst auch noch gewaltsam von hier fortjagen, wie sie mich schon aus Moskau vertrieben haben.«

»Erhabener Herr«, erwiderte Godunoff mit sanfter Stimme, bemüht, Morosoff aus seiner schwierigen Lage zu befreien, »nicht uns, sondern dir steht es zu, uns unsere Plätze anzuweisen. Aber alte Leute halten hartnäckig an ihren Gewohnheiten fest; daher mußt du es dem Bojaren nicht verargen, wenn er nur genau nach seinem Rang einen Platz einnehmen will. Wenn du gestattest, setze ich mich unter Morosoff; an deiner Tafel sind alle Plätze gleich gut.«

Godunoff machte Anstalten, sich zu erheben. Iwan hielt ihn mit einem bedeutungsvollen Blick zurück.

»Ja, der Bojar ist in der Tat alt geworden«, sagte er so ruhig und kalt, daß seine Selbstbeherrschung und Gelassenheit einer offenen Widerspenstigkeit gegenüber alle in Erstaunen versetzte.

»Ja«, fuhr Iwan, über dessen Züge ein leichtes, krampfhaftes Zucken ging, gelassen fort, »der Bojar ist in der Tat sehr alt geworden, sein Verstand aber scheint mir jung geblieben zu sein. Nur allzusehr liebt er es zu spaßen. Nun kann auch ich mich an einem guten Scherz ergötzen und bin in der von Arbeit und Gebet freien Zeit ein großer Freund der Heiterkeit und des Witzes. Seit jenem Tage aber, da Nogteff, mein guter Narr, seinen Geist aufgab, ist keiner mehr da, der mich aufmuntern könnte. Druschina aber scheint dieses Handwerk besonders gut zu liegen; ich habe ihm versprochen, ihm wieder meine Gunst zuzuwenden, nun, so will ich ihm die Ehre erweisen, daß er fortan mein erster Narr sein soll. Geht, holt Nogteffs Kaftan und zieht ihn dem Bojaren an!«

Die Zuckungen auf Iwans Antlitz wurden häufiger, seine Stimme war nach wie vor gelassen und ruhig. Morosoff stand wie vom Schlage gerührt. Aus seinem vorher zornroten Gesicht war alle Farbe gewichen. Noch wollte er seinen Ohren nicht trauen und zweifelte noch immer daran, daß der Zar ihn öffentlich entehren wollte, ihn, den stolzen Bojaren, dessen Verdienste und unsterblicher Kriegsruhm aller Welt bekannt waren. Er stand schweigend da und richtete auf Iwan einen langen, fragenden Blick, als erwartete er, daß dieser sich besinnen und sein Wort zurücknehmen werde. Aber Wassilij Grjasnoi hatte sich auf einen Wink des Zaren von der Tafel erhoben und trat jetzt zu Druschina Andrejewitsch heran, einen buntscheckigen Kaftan in der Hand, der halb aus Brokat, halb aus mit vielen bunten Flicken besetztem groben Bauerntuch bestand und über und über mit Glöckchen und Schellen besetzt war.

»Zieh ihn an, Bojar«, sagte Grjasnoi. »Unser erhabener Zar ehrt dich mit diesem Kaftan von der Schulter seines verstorbenen Narren Nogteff.«

»Fort!« schrie Morosoff, Grjasnoi von sich stoßend. »Wage es nur, du ruchloser Schurke, den Bojaren Morosoff zu berühren, unter dessen Ahnen deine Vorfahren als Sklaven gedient haben!«

Und zu Iwan gewandt, fuhr er mit vor Entrüstung zitternder Stimme fort:

»Zar, nimm dein Wort zurück! Laß mich dem Henker überantworten! Mein Leben steht in deiner Hand, aber über meine Ehre habe nur ich allein zu bestimmen.«

Iwan Wassiljewitsch blickte die Opritschniks an.

»Hatte ich nicht recht vorhin, als ich sagte, daß der Bojar Druschina allzugern zu spaßen beliebt? Habt ihr gehört? Es soll mir nicht gestattet sein, ihm einen Kaftan zu überreichen.«

»Zar«, fuhr Morosoff fort, »im Namen des dreieinigen Gottes beschwöre ich dich, nimm dein Wort zurück! Du warst noch nicht geboren, als dein seliger Vater mich schon ehrte; als ich mit Chabar Ssimskij die Tschuwaschen und Tscheremissen an der Swiaga schlug, als ich mit den Fürsten Odojewskij und Mstislawskij den Zarewitsch der Krim von der Oka verjagte und den Einfall der Tataren in Moskau verhütete. Viele Wunden habe ich erhalten, viel Blut vergossen in deines Vaters und deinem Dienst. Weder auf dem Schlachtfelde noch in der Bojarenduma habe ich meinen Kopf geschont und habe dir und deiner seligen Mutter während deiner Minderjährigkeit beigestanden gegen die Schuiskij und Bjelskij. Alles habe ich gern aufs Spiel gesetzt, nur eines nicht: meine gute alte Ehre. Nie, mein ganzes Leben lang, habe ich sie beflecken lassen! Willst du jetzt mein weißes Haar entehren? Willst du den treuen Diener deines Vaters beschimpfen? Laß mich hinrichten, Zar! Ich werde mit Freuden meinen Kopf auf den Henkersblock legen und standhaft alle Todesqualen ertragen, so ruhig wie ich einst in wilde Schlachten zog.«

Im Saale herrschte Totenstille. Aber in das lautlose Schweigen schnitt Iwans Stimme:

»Genug geschwätzt!« schrie er wütend, aus seiner spöttischen Gelassenheit in furchtbaren Zorn übergehend. »Durch deine törichten Reden hast du mir erneut bewiesen, daß du einen ausgezeichneten Narren abgeben würdest. Zieh das Narrengewand an!«

»Und ihr«, fuhr der Zar zu den Opritschniks gewandt fort, »seid ihm behilflich dabei, er ist es gewohnt, sich bedienen zu lassen.«

Im Nu hatten die Opritschniks Morosoff den Überrock heruntergerissen und statt dessen das schellenklingende Narrengewand übergeworfen.

Nach Iwans letzten Worten hatte Morosoff es aufgegeben, sich dem Befehl des Zaren zu widersetzen. Er ließ sich schweigend maskieren und sah ebenso wortlos zu, wie die Opritschniks mit Hohngelächter an dem Narrengewand herumzupften und -zogen; er schien sich ganz in sich selbst versenkt zu haben und nicht mehr dessen zu achten, was um ihn vorging.

»Ihr habt ja noch die Kappe vergessen!« höhnte Grjasnoi, Morosoff eine bunte Mütze aufstülpend. Zurücktretend verneigte er sich vor Morosoff bis zur Erde.

»Druschina Andrejewitsch«, sprach er, »wir gratulieren dir ganz untertänigst zu deiner neuen Würde. Unterhalte uns ebenso gut, wie es der verstorbene Nogteff zu tun pflegte.«

Erst jetzt hob Morosoff wieder das Haupt und überblickte die ganze Versammlung.

»Wohlan denn«, sprach er mit lauter und fester Stimme, »ich nehme die neue Gunstbezeugung des Zaren an. Dem Bojaren Morosoff war es nicht vergönnt, einen Platz über Godunoff einzunehmen, dem Spaßmacher des Zaren aber ist es gestattet, an der Tafel des Zaren noch über den Grjasnoi und den Baßmanoff zu sitzen. So macht denn Platz für mich! Platz da für den neuen Possenreißer! Laßt den Narren vorbei und hört, wie er den Zaren unterhalten wird!«

Und Morosoff machte eine so herrische Bewegung, daß die Opritschniks unwillkürlich beiseite rückten. Mit den Schellen klingend trat der Bojar zur Tafel des Zaren heran, ließ sich direkt ihm gegenüber auf eine Bank mit einer so stolzen Gebärde nieder, als trüge er statt des Narrengewandes den Hermelinmantel eines Zaren.

»Wie soll ich dich nun ergötzen, Zar?« fragte er, sich mit den Ellenbogen auf den Tisch stützend und Iwan Wassiljewitsch fest in die Augen blickend.

»Verstehst du dich doch so gut auf Belustigungen jeder Art, daß es kein leichtes ist, dich durch irgend etwas in Erstaunen zu setzen. Wie viele Scherze sind nicht schon gemacht worden im weiten, weiten Rußland seit dem Tage, da du das Szepter führst. Schon als du noch ein Jüngling warst, machte es dir besonderen Spaß, mit deinem wilden Rosse in die dichte Menschenmenge hineinzujagen und sie von den Hufen zerstampfen zu lassen; dann hast du dich weiter ergötzt, als du auf der Jagd durch einen deiner Rüdenwärter den Fürsten Schuiskij schlachten ließest und weiter labtest du dich daran, als die Abgesandten aus Pskoff kamen, um sich vor dir über deine Statthalter zu beschweren, und du ihnen die Bärte mit brennendem Pech ansengen ließest ...«

Die Opritschniks wollten von ihren Plätzen aufspringen, um sich auf Morosoff zu stürzen, der Zar aber hielt sie mit einer Bewegung seiner Hand zurück.

»Das aber waren alles nur knabenhafte Scherze, bald warst du ihrer müde. Da begannst du ausgezeichnete und ruhmreiche Männer ins Kloster zu stecken, um ihre Frauen und Töchter zu deiner Belustigung zu entehren. Auch dessen wurdest du bald überdrüssig. Da griffst du unter all deinen Dienern die treuesten heraus und unterwarfest sie Höllenqualen. Das war dir schon eher nach Sinn, aber auch nicht lange. Es war dir allmählich langweilig geworden, nur immer das Volk und die Bojaren zu beschimpfen. Weshalb sollte man denn nicht auch mit der Kirche Christi seine Possen treiben können? Und du suchtest dir allerlei verkommenes Gesindel zusammen, stecktest sie in Mönchskutten wie zu einer Maskerade und kostümiertest dich selbst als Abt, und ihr begannt des Tages Menschen dahinzuschlachten und des Nachts das Akathistos zu singen, und du selbst hast blutbefleckt gesungen und zur Messe geläutet, ja fast selbst die Messe gehalten. Diese Belustigung war dir endlich ganz nach Sinn! War es doch kaum möglich, etwas noch Ergötzlicheres zu ersinnen! Was soll ich dir dann noch erzählen, Zar? Wie dich unterhalten und zerstreuen? Ja, eines sollst du noch hören! Während du hier mit deiner Opritschnina in Masken herumtanzest, zur Morgenmesse läutest, und fast im Blute der Unschuldigen erstickst, da zieht von Sonnenuntergang der König Sigismund heran, von Mitternacht die Deutschen, vom Mittag und Sonnenaufgang aber der Tatarenchan. Und abermals wird die goldene Horde unser heiliges Moskau zerstampfen; kein Wojewode aber wird sich finden, um das Heiligtum Gottes zu schützen, und die Kirchen mit ihren heiligen Reliquien werden in Flammen aufgehen, und die Schreckenszeit eines Batu wird erneut über Rußland hereinbrechen. Und du, stolzer Herrscher des weiten Rußlands, wirst vor dem Chan demütig in die Knie sinken und seine Steigbügel küssen!«

Morosoff verstummte.

Der Zar lauschte vornübergebeugt, das Antlitz totenbleich, die Augen brennend, Schaum um den Mund. Die Hände hatten sich krampfhaft um die Stuhllehne gekrallt; er schien zu fürchten, es könnte ihm auch nur ein einziges Wort des Bojaren entgehen; eine jede Silbe aber fraß sich in seine Seele hinein.

Alle Opritschniks starrten leichenblaß vor sich hin, kein einziger wagte es, den Blick zum Zaren zu erheben.

Auch Godunoff hatte die Augen scheu gesenkt und wagte kaum zu atmen, um nicht die Aufmerksamkeit des Zaren auf sich zu lenken.

Selbst Maljuta war es unbehaglich zumute. Plötzlich zog Grjasnoi entschlossen seinen Dolch aus dem Gürtel, eilte auf Iwan zu und rief, auf Morosoff deutend:

»Vergönne es mir, Zar, daß ich ihm den Mund schließe!«

»Untersteh' dich!« stieß Iwan heiser hervor, fast vor Erregung erstickend. »Laß ihn zu Ende reden!«

»Noch mehr Scherze gefällig? Wohlan denn, Zar, so höre! Von deinen treuen Dienern blieb nur ein einziger aus altem Bojarengeschlecht übrig; du schobst seine Hinrichtung immer wieder hinaus, weil du Gottes Zorn fürchtetest oder weil du noch keine Todesart erdacht hattest, die schrecklich genug für ihn wäre. Geächtet lebte er fern von deinem Antlitz und du hättest wohl seiner vergessen können – aber du vergissest so leicht keinen Menschen! Da entbotest du deinen verruchten Wjasemskij, um sein Haus in Asche zu legen und sein Weib zu entführen. Und als er dann vor dich trat, um Recht zu suchen vor dir wider den Schänder seines Glückes und seiner Ehre, da hießest du sie kämpfen – dir zur Unterhaltung und Belustigung, in dem bestimmten Glauben, daß jener Wjasemskij deinen alten Diener erschlagen würde. Aber Gott wollte nicht sein Verderben, sondern bezeugte sein Recht! Und was tatest du dann, Zar? Dann«, fuhr Morosoff fort und seine Stimme zitterte, so daß alle Schellen seines Narrengewandes leise erklangen, »schien es dir der Entehrung noch nicht genug und du beschlossest ihn erneut zu erniedrigen durch eine unerhörte, eine beispiellose Schmach! Dann«, rief Morosoff aus, den Tisch fortstoßend und aufspringend, »dann stecktest du den Bojaren Morosoff in ein schändlich Narrenkleid und gebotest ihm, der dir Tula und Moskau gerettet, dich und deine schamlosen Kreaturen zu belustigen.«

Furchtbar war der Anblick des greisen Wojewoden unter den versteinerten Opritschniks. Niemand sah mehr an ihm das Narrenkleid. Unter den finster zusammengezogenen Brauen schossen Blitze hervor; der schneeweiße Bart fiel majestätisch auf die Brust herab, die einst manchen heißen Hieb empfangen und jetzt mit scheckigen Lappen bedeckt war, und in dem zornfunkelnden Blick lag so viel Adel und Würde, daß Iwan vor ihm klein erschien.

»Herr«, fuhr er mit gehobener Stimme fort, »dein neuer Narr steht vor dir, höre jetzt seinen letzten Scherz! So lange dein Herz noch schlägt, wird die Furcht dem russischen Volke den Mund verschließen, aber es wird auch deine unmenschliche Regierung ein Ende finden; das Gedächtnis deiner Taten aber wird nach dir fortleben und dein furchtbarer Name verflucht bleiben bis in die spätesten Geschlechter, bis dereinst der Tag anbricht, da auch du Rechenschaft ablegen mußt vor dem dort droben. Dann aber werden die Hunderte und Tausende, die du hinschlachten ließest, die unzähligen Scharen von Männern und Frauen, Kindern und Greisen, die du gefoltert und erwürgt hast, vor Gottes ewigen Thron treten, um dich, ihren Peiniger, anzuklagen. Und an jenem Jüngsten Tage werde auch ich vor den ewigen Richter treten in diesem selben Narrengewande und werde die Ehre, die du mir auf Erden geraubt, von dir zurückfordern. Dann aber werden sie nicht mehr um dich sein, deine ruchlosen Helfershelfer, um den Klägern den Mund zu schließen. Der göttliche Richter aber wird sie anhören und dich dem ewigen Feuer überantworten, das dir die Teufel bereits geschürt haben!«

Morosoff verstummte, warf einen Blick voll unsäglicher Verachtung auf die Günstlinge des Zaren, drehte ihnen den Rücken zu und entfernte sich erhobenen Hauptes.

Keiner dachte daran, ihn zurückzuhalten.

Mit majestätischer Würde schritt er die langen Tafelreihen entlang, und erst als das leise Tönen der Narrenschellen verklungen war, erwachten die Opritschniks aus ihrer dumpfen Betäubung, und Maljuta erhob sich und sprach zum Zaren:

»Befiehlst du, daß wir ihn sogleich hinrichten oder soll er erst in den Kerker geworfen werden?«

»In den Kerker!« stieß Iwan, mühsam nach Atem ringend, hervor. »Nehmt ihn gut in acht, gebt ihm reichlich zu essen! Foltert ihn nicht, damit er ja nicht zu früh verendet. Du bürgst mir für sein Leben, Maljuta!«

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