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Der Seelensucher

Georg Groddeck: Der Seelensucher - Kapitel 28
Quellenangabe
typefiction
booktitleDer Seelensucher
authorGeorg Groddeck
year1971
firstpub1921
publisherLimes Verlag
addressWiesbaden
titleDer Seelensucher
pages377
created20130129
sendergerd.bouillon@t-online.de
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27. Kapitel.

Ein langweiliges Kapitel, das aber nicht unterschlagen werden kann, da es vom Waschen und dem Geheimnis der Sixtinischen Madonna handelt.

Aus der nächsten Zeit haben sich nur sehr spärliche Nachrichten über die Erlebnisse Thomas Weltleins auffinden lassen. Es scheint, daß er öfter mit Keller-Caprese zusammen gewesen ist, und auch der Student, der den Namen Bernhard Seebach trug, hat sich hie und da mit Thomas getroffen. Aber die Mitteilungen dieser beiden Leute sind ziemlich lückenhaft. Der Student ist im Kriege gefallen und Keller-Caprese ist verschollen, so daß ich mit keinem von beiden persönlich verhandeln konnte. Man ist also völlig auf Agathes Aufzeichnungen angewiesen und die leiden daran, daß sie eine starke Abneigung gegen den Maler hatte und infolgedessen seine Erzählungen teilweise ganz kassiert, teilweise mit eigenen Randbemerkungen völlig entstellt hat. Den Studenten hat auch sie nie zu Gesicht bekommen, vielmehr sind die Verhandlungen durch Lachmann geführt worden, der absichtlich manches der Jugendgeliebten unterschlagen hat, und nun nach Jahren nur unsicher aus der Erinnerung erzählen kann. Von dem größten Teil dieser Berliner Wochen weiß man überhaupt nichts. Es bleibt mir nichts übrig, als die paar Bruchstücke, die leidlich authentisch überliefert sind, zusammenhanglos hierher zu setzen.

Dahin gehören zunächst eine Reihe von Besuchen, die Thomas den Berliner Museen abstattete, und zu denen er sich Keller-Caprese als Sachverständigen mitnahm.

So einfach wie bei anderen Leuten ging das freilich bei Thomas nicht. Zunächst war die Tafel mit der Aufforderung, sich vor dem Betreten der Sammlungen die Füße zu reinigen, ein schwieriges Hindernis. Thomas behauptete, seine Schwester Agathe müsse in der Nähe sein. »Sie und keine andere hat diesen niederträchtigen Streich ausgedacht, hat die Tafel hierher gehängt und lauert nun irgendwo, um sich an meiner Erniedrigung zu weiden, daran zu 193 weiden, daß ich mich auf fremden Befehl reinigen muß, genau so, als ob ich ein kleiner Junge wäre, dessen Hände und Hals von der Mama auf ihre Reinheit geprüft werden, ehe er sich zu Tisch setzen darf, und der schließlich wieder ans Waschbecken geschickt wird, weil er dreckige Ohren hat.« Auf Grund dieser fixen Idee brachte Thomas zwei volle Stunden damit zu, erst die Umgebung und dann sämtliche Räume der Galerie nach seiner Schwester abzusuchen. Dabei hielt er lange Reden, die teilweise so heftig und laut geführt wurden, daß ein alter Galeriediener, der eben im Begriff war, seine Verachtung für das verständnislose Publikum durch Spucken in den königlich preußischen Museumsspucknapf des Rubens-Saales Ausdruck zu geben, verwundert den Kopf umdrehte und so seine königlich preußische Museumsuniform mit seinem selbstfabrizierten Wurfgeschoß traf.

»In dem Waschen liegt der Urgrund aller Lüge und Schlechtigkeit,« tobte Weltlein gerade. »Das Waschen ist das Werk des Teufels, eine Gemeinheit, deren Erfindung die unergründliche Bosheit des Weibes zur Voraussetzung hat. Wer zählt die Tränen, die die armen wehrlosen Kinder unter dieser grausamen Mißhandlung durch die eigene Mutter vergießen. Wenn der liebe Gott den Dreck nicht gewollt hätte, hätte er ihn doch nicht geschaffen. Er hätte uns nicht den Bauch mit schönen braunen, plastisch knetbaren, nur Fremden stinkenden, uns selbst wohlriechenden Stoffen angefüllt, wenn es seine Billigung hätte, daß dann irgend ein beliebiges Weibsbild ankommt und dieses unser höchstes Eigentum, unsere ureigenste Schöpfung Baba schimpft. Sehen Sie denn nicht, Sie blinder Tropf, der Sie sich Maler nennen, daß alle Malerei, alle Kunst auf diesem geheimnisvollen Wunder beruht, das die verderbte Menschheit mit dem Namen Dreck oder gar Schmutz begeifert? Alle Plastik, die Kunstwerke des Phidias und des Michelangelo wären ja gar nicht da, wenn nicht der Säugling mit Darm und After seine Würste formte, um sie dann mit den Händchen zu Abbildern seiner, dem Himmel noch nahen Phantasie zu gestalten. Haben Sie nie als Junge im Sand wie ein Kupferstecher oder im Schnee wie ein echter Maler Figuren mit dem Ihnen von der Natur mitgegebenen Pinsel und dem leuchtenden Goldton Ihres Farbenbehälters im Bauche gemalt? 194 Wahrscheinlich täten Sie es noch, wenn Sie nicht so ein ausgemachter Polizeihase wären, der seine natürlich schönen Triebe der sogenannten Sitte, das heißt der Lüge zum Opfer bringt. Da erzählen sich die Leute Wunderdinge von Giotto oder wie der Kerl heißt, und dem vollendeten O, das er in den Straßenstaub gezeichnet habe, an dem Phänomen aber, daß jedes Kind seine Windeln und Bettlaken bemalt und daß da die Wurzeln aller Kunst liegen, geht die Menschheit achtlos vorüber. Angeborenes Talent? Ja, es hat sich doch noch niemand die Mühe gegeben, die ersten künstlerischen Versuche des Menschen, mögen sie nun plastischer, malerischer oder musikalischer Art sein, zu studieren; festzustellen, wie das Werk dieser primitiven Kunst der Entleerungen oder des Puzens auf den Künstler wirkt und so lange man das nicht tut, ist das Reden über Talent albernes Geschwätz. Kein Mensch aber ahnt, wie viele Meisterwerke der Menschheit verloren gehen, wie vielen Bildhauern, Malern, Musikern, Poeten, Architekten schon in den ersten Momenten ihres Daseins ihre Begabung geknickt wird, lediglich, weil die Mütter für nötig halten, sie zu waschen. Übrigens ist ja die ganze Wascherei sinnlos, man wird doch wieder dreckig. Es ist Danaidenarbeit und ich meinerseits begreife den Ausspruch des Biedermanns: Ich bin kein solches Schwein, daß ich mich alle Tage waschen müßte. Wer sich schmutzig vorkommt, seelisch schmutzig, der wäscht sich, als ob er damit den Sündenkot seines Herzens wegreiben könnte. Aber man sollte zu viel von sich halten, zu stolz sein, um sich schmutzig zu finden. Was ich tue, ist recht, denn ich tue es, ist der Grundsatz des anständigen Mannes. Er überläßt die Reinlichkeit den Pilatusseelen, die Unschuld erheucheln müssen, weil sie zu feige sind, Schuld zu tragen. In der Nationalgalerie hängt ein Bild, da versucht ein Kind ein Mohrenweib mit dem Schwamme weißzuwaschen. Der Maler verstand die Tiefen des Lebens, er malte eine Satire auf das Waschen selbst, das ja nie rein machen kann, sondern nur neue Dreckschichten zu Tage fördert. Und wenn man den Dingen nachgeht, merkt man, daß die ganze Schmutzidee mit den Kleidern zusammenhängt. Gesicht und Hände, die entblößt getragen werden, reinigen sich von selber. Die Kruste, die sich darüber bildet, wenn sie nicht gewaschen werden, wird nie dicker, 195 sie reinigt sich selbst, es stellt sich heraus, daß diese Art Kruste sogar reinlich ist. Sie stinkt nicht wie Hände, die mit Parfüm gewaschen sind, sie sieht nicht häßlich aus, wie die der Wäscherinnen, sie ist, verglichen mit einer frischgewaschenen Hand, nahezu frei von Fäulnisbakterien, kurz, es ist eine anständige ehrliche Hand. Bei der Kleidung aber fängt die Lüge an und natürlich stinkt die Kleidung, wie jede innerlich verlogene Lüge. Sie wissen doch, was innerlich verlogene Lügen sind? Pharisäerlügen, die eine Schandtat in eine ehrenvolle Handlung umzulügen suchen. Alle Menschen, die edel sein wollen, alle, die hilfreich und gut zu werden begehren, gehören in diese Gattung der lügnerischen Pharisäer. Die Haut verwest fortwährend in ihren oberflächlichen Schichten und der Verwesungsgeruch mitsamt den Fettsäuren und Schweinereien fängt sich in der Kleidung. Reine Wäsche, das laß ich mir gefallen, aber das Waschen? Ich bleibe dabei, es ist eine Gemeinheit, sobald es der Reinlichkeit wegen anempfohlen wird. An sich ist ja frisches Wasser angenehm. Die Weiber aber benutzen es, um die Kinder zu quälen, freuen sich an dem Erfolg ihrer Bosheit. Sie selber waschen sich ja nicht einmal das Gesicht mit Seife, weil sie immer parat sein wollen, geküßt zu werden und weil ein Seifengesicht stinkt, ein dreckiges aber wollüstig duftet, wie Haare, wenn sie vier Wochen lang nicht gewaschen sind. Können Sie sich vorstellen, daß sich Engel waschen? Richtig mit Seife, nicht nur zum Vergnügen? Wie mag es überhaupt bei den Engeln unterhalb der Kleider aussehen?« Er stand gerade vor den musizierenden Engeln van Eycks und schaute prüfend auf die einzelnen Figuren. »Starke Zeiten dachten sich die Engel männlich, bei uns sind sie zu Mädchen degradiert und unsere schäbige Denkart ist imstande, dem Engel mit dem feurigen Schwert Weiberzüge zu geben. Aber sagen Sie doch nur, wie mögen diese Wesen unter dem Hemde gedacht sein? Haben sie überhaupt Bäuche und wenn sie welche haben, ist etwas drin? Und wenn etwas drin ist, kommt es heraus und wie sehen die Apparate aus, mit denen die Entleerungen stattfinden. Gibt es Abtritte da oben? Ist der Donner der Furz des Engels?«

Bei dieser Frage versank Thomas in tiefes Nachdenken. Die Hände in den Hosentaschen, den Kopf gebeugt und den Rücken 196 gekrümmt, stolperte er vorwärts, ohne nach rechts oder links zu sehen und ohne auf Keller-Caprese zu achten, der schweigend neben ihm her ging, weil er aus Erfahrung wußte, daß mit seinem Gönner am leichtesten auszukommen war, wenn man ihn schwatzen ließ.

Thomas strebte geraden Weges auf den Ausgang zu, dort blieb er stehen, nahm die Stiefelbürste, die dort lag, und putzte sich äußerst sorgfältig die Schuhe, um gleichsam noch einmal den Gegensatz zwischen seinen und der Welt Reinlichkeitsbegriffen zu betonen. Dann wandte er sich, die Bürste gegen den Boden stemmend und mit dem Hinterteil darauf balancierend, als ob er sich den langen Stiel von hinten in den Bauch bohren wollte, zu Keller-Caprese.

»Alles in allem haben die Frauen doch recht, uns zur Reinlichkeit zu erziehen. Was sollte wohl daraus werden, wenn wir noch jede Straßenecke wie die Hunde anspritzen wollten. Und das Beachtenswerte ist, daß die Mütter gar nicht den wahren Grund und Zweck ihres Waschens kennen. Sie merken es in ihrer dummen Unschuld nicht, daß es ihnen darauf ankommt, die Kinder nackt zu sehen, die bloße Haut warm zu berühren und in diesem Gefühl zu schwelgen, die intimsten, erregbarsten Teile des Kindes zu inspizieren und zu –. Ist es nicht tiefsinnig, daß die Natur gerade die Mutter zwingt, ihren Kindern den ersten Unterricht im erotischen Genießen zu geben? Dadurch, daß sie Gestank und Dreck an die unterirdischen Teile des menschlichen Körpers bannt, wo Eros schelmisch lächelnd lauert? Und ist es nicht tragisch, daß dem Menschen der erotische Verkehr gerade mit diesem Wesen, dessen Hand zuerst ihn liebkoste, dessen Brust zuerst ihn mit Lust erfüllte und das er infolgedessen mit einer so heißen Liebe liebt, wie niemals wieder irgend wen, daß ihm gerade mit der Mutter die heiße Liebe verboten ist? Trieb und Verbot, Lust und Herzeleid, so innig seid ihr verwoben und schafft am Leben, gebt uns alles Edle und Erhabene.« Er trat auf die Straße und platschte mit einem kindischen Lachen in die nächste Pfütze hinein. Dann sagte er wehmütig:

»Ich habe niemand, der mich dafür schilt, und niemanden, der mich wäscht. Wie schwer ist es, erwachsen zu sein.« Er ging eine Weile schweigend weiter, dann begann er von neuem: »In der Frage 197 der Naturgeschichte der Engel fällt mir ein, daß mir einmal erzählt worden ist, Petrus drehe den kleinen Kindern den Bauch ab, ehe sie Engel würden, damit sie ihm den Himmel nicht schmutzig machten. Und wenn ich mich recht besinne, bestehen die Engel auf Raffaels Sixtinischer Madonna tatsächlich nur aus Kopf und Flügeln. Ich meine die Wolkenengel. Die beiden unten haben wenigstens noch Brustkasten. Erinnern Sie sich übrigens, daß der eine dieser Engel den Finger auf den Mund legt und haben Sie je darüber nachgedacht, was das bedeutet? Nein, natürlich nicht. Nun, dann will ich es Ihnen sagen. Wenn Sie je einen Menschen, während er sich mit Ihnen unterhält oder Ihnen gegenüber sitzt, den Finger auf den Mund legen sehen, so können Sie als gewiß annehmen, daß er etwas verschweigt, daß er sich selbst Schweigen auferlegt, daß er ein Geheimnis hat und es nicht verraten will. Er hält den Mund in des Wortes wahrster Bedeutung. Und der Engel der Sixtina hat ein solches Geheimnis zu hüten, das tiefste unergründliche Geheimnis der Welt. Die Sixtina ist kein christliches Bild, sie offenbart uns symbolisch das Urphänomen des Lebens, das Geheimnis der Mutter. Diese Madonna schreitet durch einen Vorhang, ein weiterer Hinweis, daß hier ein Mysterium waltet. Nach beiden Seiten spalten sich die eng aneinander geschmiegten Hüllen und das Weib, das Kind tragend, erscheint. Aus der Tiefe des Allerheiligsten hervor schreitet sie durch den Vorhang, dem dunklen Triebe gehorchend, der Bestimmung des Weibes entgegen, im Schoße des Himmels die unzähligen Keime neuen Werdens zeigend. Dem Mannessymbol geht sie entgegen, das in dem ausgestreckten Arm und Finger des Papstes offenbart ist, sie achtet des Fingers, der Mannheit nicht, ihr Blick ist in die Ferne gerichtet, ganz erfüllt vom Weibsein und entkleidet jeder kleinlichen persönlichen Leidenschaft. Der Schleier der falschen Scham ist zurückgeschoben. Sie ist das Weib, die Idee des Weibes, das Aphrodite und Mutter zugleich ist. Nur einen Augenblick erschaut der Mensch das tiefste aller Rätsel, die Madonna schreitet mit wallenden Gewändern und schon im nächsten Moment wird sie dem Blick entschwunden sein. Ihre Bewegung ist kreisförmig, ein Schwangerschaftssymbol. Alles, was rund ist, ist Welten- und Muttersymbol. Die Dreizahl der 198 Figuren ist wiederum die Mutter. Denn die Eins ist der Mann, die Zwei die Ehe, die Drei Mann, Weib und Kind, die Dreieinigkeit. Nehmen Sie die beiden Engel mit in den Blick, so haben Sie wieder den Kreis, das Schwangerschaftszeichen, er schließt sich um diese fünf Personen. Aber die Drei ist auch die Zahl des Mannes, und daß hier Weib und Mann und Kind in wunderbarem Mysterium dargestellt sind, sehen Sie an der Stellung der Figuren. Sixtus und Barbara sind in verschiedener Höhe gemalt, und zwischen ihnen steht aufrecht das Weib mit dem Kind. Es sind die Testikel und der Phallus, der als Weib mit dem Sohn erscheint, so die Verschmelzung von Weib und Mann im Menschen zeigend. Denn wer ist ganz Mann oder ganz Weib? Wir sind beides, unlösbar zur Einheit geworden. In diesem Bilde ist die Welt gemalt, und es ist mit Recht die Perle aller Gemälde, es ist göttlich.«

Thomas lachte plötzlich laut auf. »Mir fällt gerade eine Illustration zu Goethes Gedicht ›Die Brautnacht‹ ein. Da sieht man auch einen Vorhang dicht zusammen gehalten vom Amor, der neckisch lächelnd den Finger auf den Mund legt. Amor und Engel, sie sind dasselbe, und wie Raffael den Engelköpfchen Flügel anheftet, so malt Felicien Rops den Phallus geflügelt. Gut und böse, rein und unrein, hoch und tief, das alles ist Unsinn. Letzten Endes ist alles Gott und nur wir dummen Menschen mäkeln daran herum. Die Antike fühlte das noch. Die Lateiner haben für hoch und tief denselben Ausdruck: altus. Aber wir, wir sind Pharisäer und tun nichts anderes, als stolz bekennen: Ich danke dir Gott, daß ich nicht bin wie jener. Haben Sie den Galeriediener vorhin gesehen? Er wollte die Welt bespucken, den kreisrunden Spucknapf, aber er mußte auf sich selbst speien, da er sich selbst verächtlich war. Und wissen Sie, warum er sich verächtlich ist? Weil er inmitten des blühenden Weiberfleisches, das der göttliche Rubens gemalt hat, mit dem Gefühl der erbärmlichen Impotenz stundenlang herumlaufen muß. Weil er nicht Saft und Kraft sonstwie besitzt, setzt er die Spucke an Stelle befruchtenden Samens, genau wie die halbwüchsigen Bengel. Deren Hoden sind noch nicht reif für den Verkehr mit dem Weibe, da täuschen sie sich eine Männlichkeit durch Spucken vor. Ein Weib hat der Kerl nicht, aber der Spucknapf ist ein 199 Symbol des Weibes. Nur ist der Mann selbst für so eine symbolische Handlung zu invalide, zu schlapp.« Thomas blieb plötzlich stehen, sein Gesicht hatte sich in innerer Qual verzerrt, und er sah finster vor sich hin. Nach wenigen Sekunden holte er sich eine Zigarette vor, steckte sie an, faßte den unvermeidlichen Spazierstock fester und stieß ihn auf den Boden. »Sie können jetzt gehen,« sagte er, fügte aber gleich hinzu, »warten Sie noch einen Moment. Sie haben heute besser zugehört als gewöhnlich und verdienen eine Extrabelohnung. Hier.« Er drückte dem Gauner ein Goldstück in die Hand und schritt davon.

 


 

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