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Der Schatz der Inkas

Karl May: Der Schatz der Inkas - Kapitel 6
Quellenangabe
pfad/may/sendado2/sendado2.xml
typefiction
authorKarl May
titleLopez Jordan
publisherDeutscher Hausschatz in Wort und Bild
booktitleEl Sendador
firstpub 1890/1891
correctorreuters@abc.de
senderwww.karl-may-gesellschaft.de
created20090708
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5. Fortsetzung

Ich verließ den Schuppen und ging hinein. Man kam durch die Türe gleich in die Stube, welche die ganze Breite des Hauses einnahm. Von hier aus, wo ein Licht brannte, führten zwei Türen weiter, die eine links und die andere rechts. Letztere war nur angelehnt. Der Boden war mit Schilfmatten belegt, durch welche meine Schritte gedämpft worden waren. Ich trat leise zu der Türe und sah durch die schmale Öffnung derselben. Da lag ein kleiner Raum, jedenfalls zum Schlafen bestimmt. Zwei Lager nahmen den Boden ein, ein breites und ein schmales. Auf dem letzteren lagen zwei Kinder. Auf dem ersteren saß eine Frau, welche beim trüben Scheine einer Talglampe irgendein schadhaftes Kleidungsstück ausbesserte.

Da war nichts zu hören und auch nichts zu erfahren. Ich begab mich also nach der andern Türe, welche zur linken Hand lag. Diese war nicht mit einem Riegel, sondern mit einer Holzklinke versehen, welche sowohl von innen wie auch von außen geöffnet werden konnte, und zwar durch ein kleines Loch, durch welches es möglich war, den Finger zu stecken. Ich machte sie auf.

Beim Scheine der Lampe, welcher aus der Stube hinausfiel, sah ich, daß es eine Art von Küche war, aus welcher wieder eine Türe weiter führte, und zwar ins Freie, wie ich mich überzeugte. Diese Türe konnte ebenso von innen wie von außen geöffnet werden. Trat man durch sie, so kam man hinter das Hauptgebäude des Rancho.

Dorthin ging ich und kehrte dann an das Feuer zurück, wo jetzt auch der Oberst mit dem Frater stand.

Eben wollte ich den Gefährten mitteilen, daß ich eine Frau mit zwei Kindern gesehen hätte und daß es mir sehr auffällig sei, daß diese drei Personen sich gar nicht blicken lassen, als der Ranchero zwischen zwei Korrals nach dem Rancho kam. Er war auch jetzt wieder nicht allein, sondern es begleitete ihn ein Mann, den ich noch nicht gesehen hatte, der vorher nicht bei ihm gewesen war.

Dieser Mann war noch ziemlich jung und trug die Jacke, die Schärpe und den Hut eines Gaucho. Aber seine Stiefel waren diejenigen eines vornehmeren Mannes. Seine Sporen leuchteten wie Gold, und seine Haltung zeigte eine Eleganz, welche ein Gaucho unmöglich besitzen konnte. Sollte dieser Mann nicht der sein, für den er sich ausgeben wollte? Sollte er verkleidet sein?

Die beiden kamen auf uns zu, und der Ranchero fragte:

»Haben die Sennores alles genug gehabt? Oder wünschen sie noch etwas?«

»Ich danke!« antwortete ich. »Wir haben keinen Wunsch und werden baldigst schlafen gehen.«

Der junge Mann betrachtete den Oberst prüfend. Ich sah, daß dieser letztere sich schnell abwendete, damit er sein Gesicht in den Schatten bringe. Dann sah der Mensch auch mich, den Bruder und die andern scharf an und fragte schließlich:

»Darf ich das Pferd noch versorgen und ihm Wasser geben, Sennor?«

Mit dieser Frage hatte er sich an mich gewendet. Ich antwortete:

»Schon gut! Das Pferd bedarf nichts. Übrigens will ich doch nicht Sie belästigen?«

»Warum nicht?«

»Weil Sie kein Diener sind.«

»Aus welchem Grunde bezweifeln Sie das?« fragte er, indem er die Farbe wechselte.

»Aus verschiedenen Gründen. Wo kommen Sie her?«

»Vom Korral.«

»So! Nun, ich kann nichts dagegen haben; doch sind wir mit allem versorgt und brauchen wirklich nichts.«

Die beiden gingen, und zwar in das Innere des Rancho. Der Oberst wollte mir eine Bemerkung mache. Ich ahnte aber schon, was er mir zu sagen hatte, und durfte auch keine Minute oder Sekunde verlieren, ihm zuzuhören. Ich rannte in höchster Eile hinter das Haus, öffnete die Hintertüre, schlich mich in die Küche und von da an die Türe, welche zur Stube führte. Dort sah ich jetzt nur den jungen Mann stehen. Der Ranchero war nicht zu sehen. Nach weniger als einer Minute aber hörte ich seine Stimme. Er war bei der Frau und den Kindern gewesen, kam jetzt zurück und rief der ersteren noch zu, ehe er die Türe zumachte:

»Also ihr löscht nun das Licht aus und kommt nicht eher zum Vorscheine, als bis ich euch hole; vor morgen früh gar nicht.«

Ich hörte, daß er die Türe zuschob, und nun erst kam er zu dem andern und sagte:

»Nun, Lieutenant, hat der Sergeant recht gesehen? Ist es Oberst Alsina?«

»Kein Zweifel! Ich habe ihn in Buenos Ayres sehr oft gesehen.«

»Tempestad! Machen wir da einen Fang!«

»Größer als Sie denken!« lächelte der Lieutenant. »Aber gefährlich ist er.«

»Oho! So viele Reiter werden wohl einen Obersten ergreifen können! Seine Begleiter schlagen wir einfach nieder!«

»Das geht nicht so leicht. So ein Kerl fürchtet sich vor fünf oder zehn nicht, falls ich mich nicht irre. Wir machen nämlich einen doppelten, einen dreifachen, einen zehnfachen Fang. Diese Kerle werden von Jordan auch gesucht.«

»Wer sind sie denn?«

»Wenn meine Vermutung richtig ist, so sind sie die niederträchtigsten Schwindler, welche es nur geben kann. Sie haben die Absicht gehabt, Jordan zu betrügen und seine ganze Politik zu Schanden zu machen.«

»Ist das möglich?«

»Leider! Major Cadera nahm sie gefangen und brachte sie zu Jordan. Von dort haben sie sich aber losgelogen. Sie machten Jordan Teufelszeug weiß, haben aber nicht Wort gehalten und Cadera sogar auf einer Flußinsel ausgesetzt.«

»Ist er ertrunken?«

»Nein. Er kam schnell und glücklich an das Ufer, nahm dem ersten, besten Reiter, welcher ihm begegnete, das Pferd und jagte zu Jordan zurück. Dieser sandte den Kerlen natürlich sogleich heimlich Boten nach. Diese erfuhren in Buenos Ayres, daß die Halunken Schiffsbillets nehmen würden, um im Parana wohl bis nach Corrientes zu gehen. Nun ist der Fluß besetzt, um alle Schiffe anzuhalten.«

»Und sind sie denn nicht angehalten worden?«

»Nein. Sie wären ja sonst nicht hier. Man hat nicht schnell genug sein können. Glücklicher Weise aber hat der Pampero sie zum Aussteigen gezwungen.«

»Sind es diese Leute wirklich?«

»Ich glaube es. Die Beschreibung stimmt genau. Der allerschlimmste soll derjenige mit dem ledernen Anzug sein. Wer ihn fängt, wird dreitausend Papiertaler von Jordan erhalten.«

»Animo! Die verdiene ich mir!«

»Übrigens werde ich ganz genau gehen und mich überzeugen, daß ich mich nicht etwa täusche. Wir haben einen mit, welcher im Hauptquartiere war, als die Kerls sich dort befanden. Er hat sie alle ganz genau gesehen, und ich werde ihn herschicken, damit er sie sich ansehen kann.«

»Aber vorsichtig, damit sie nicht Verdacht fassen!«

»Ja. Dieser Weißlederne glaubte mir doch auch nicht, daß ich ein Gaucho sei. Er ist ein niederträchtiger Mensch! Aber wir werden ihm die Flügel beschneiden!«

»Ist er wirklich so gefährlich?«

»Jeder von dieser Gesellschaft. Wir werden besser mit List als mit Gewalt verfahren.«

»Das ist doch überflüssig, Sennor. Denken Sie, daß hier gegen vierhundert Soldaten, welche nach der Grenze sollen, zufälliger Weise vorhanden sind. Die Hälfte ist bereits da und hat die Gänge und Korrals besetzt. Die andere Hälfte wird in kaum einer Viertelstunde kommen. Wozu da eine so große Vorsicht?«

»Weil Sie diese Leute nicht kennen. Der Major Cadera hat gesagt, daß sie den Teufel im Leibe haben. Wir müssen warten, bis sie schlafen. Dann beschleichen wir sie und fallen über sie her. Da haben wir sie, ohne daß ein Tropfen Blut vergossen wird. Wo werden sie schlafen?«

»Im Freien oder im Schuppen.«

»Warum nicht hier in der Stube?«

»Weil die Herren Offiziere da schlafen wollten.«

»Davon konnten Sie getrost abweichen. Schliefen die Männer hier, so könnten wir uns am allerleichtesten ihrer bemächtigen.«

»Ja, das habe ich freilich nicht gewußt. Ich hielt sie nur für Vagabunden.«

Die beiden sprachen noch weiter. Da ich aber beim Feuer sein wollte, wenn sie aus dem Rancho kamen, so schlich ich mich zurück und wartete am Feuer. Es dauerte gar nicht lange, so kam der Lieutenant heraus, leider allein. Sollte ich ihn entkommen lassen, um den Ranchero nicht mißtrauisch zu machen? Es war das eine wichtige Frage. Hielt ich den Lieutenant fest, so konnte mir der Ranchero entgehen, indem er schnell entfloh. Ließ ich ihn aber fort, so half mir die Festnahme des Ranchero nichts. Ich verzichtete also darauf, einen oder den andern von ihnen allein zu ergreifen, und ließ den Lieutenant an uns vorübergehen.

Bis jetzt hatte ich den Gefährten nichts gesagt. Sie wußten aber doch, daß irgend etwas geschehen sei, worüber ich schon noch sprechen werde. Nun, als der junge Offizier fort war, fragte ich den Oberst:

»Sie wendeten sich vorhin ab. Warum?«

»Sennor, ich bin verraten,« antwortete er.

»Dieser sogenannte Gaucho kannte Sie?«

»Ja. Er war ein Offizier, ein Lieutenant im Dienste von Lopez.«

»Er stand früher in Buenos Ayres, und dann hörte ich, daß er zu Lopez Jordan übergegangen sei. So sagte er dem Ranchero.«

»Sie haben ihn belauscht?«

»Ja. Einer der Männer, welche vorhin hier waren, ist Sergeant. Er hat Sie erkannt und es gemeldet.«

»So müssen sich also doch Soldaten hier befinden?«

»Allerdings. Zweihundert Mann, welche bereits die Ausgänge besetzt haben. In wenigen Minuten aber kommen noch weitere zweihundert Mann.«

»Demonio! Was wollen so viele Soldaten plötzlich hier?«

»Sie sind nach der Grenze beordert, und da Sie zufälliger Weise von dem Sergeanten erkannt wurden, hat man sie schnell herbei geholt, um Sie zu ergreifen. Übrigens ist nun auch der Fluß besetzt, um sich unserer zu bemächtigen.«

»So dürfen wir nicht dorthin zurück, was wir ja auch gar nicht beabsichtigen, sondern wir müssen schleunigst nach der Grenze!«

»Wie wollen Sie das anfangen?«

Er hatte schnell gesprochen. Jetzt kratzte er sich hinter dem Ohre und antwortete viel langsamer:

»Ja, ja, da haben Sie recht. Daran dachte ich ja gar nicht. Die Ausgänge sind doch besetzt. Sollte es keine Hilfe geben?«

»Pah! Man bekommt uns noch lange nicht. Vor Anbruch des Tages wird sich freilich nicht viel tun lassen, denn wir müssen sehen, gegen wen wir uns zu verteidigen haben. Allzu lang aber dürfen wir uns auch nicht verweilen, sonst zieht man noch mehr Truppen herbei, so daß dann ein Entkommen ganz und gar unmöglich ist. Wir werden also am besten den Tagesanbruch abwarten.«

»Sind Sie denn so gewiß, daß es uns dann gelingen wird?«

»Ich denke es. Geht es nicht auf die eine Weise, so wird es auf die andere erzwungen.«

»Aber meinen Sie denn wirklich, daß wir es mit vierhundert Mann aufzunehmen vermögen? Das wäre doch ein außerordentliches Selbstbewußtsein!«

»Ich habe es. Wenigstens ist mir bis jetzt noch nicht bange. Für Sie ist die Hauptsache, daß Sie Ihre Botschaft glücklich fortgebracht haben, und ich hoffe, daß es dem Neger gelungen ist, nach dem Flusse zu gelangen.«

»Aber wie wollen Sie es denn anfangen, beim Tagesgrauen durch diese Leute zu entkommen?«

»Entweder geschieht es ganz offen oder heimlich. Werden erst sehen.«

Bis jetzt hatte nur der Oberst gesprochen. Nun fragte der Kapitän Turnerstick, welcher unser Spanisch nicht sogleich verstand, was wir so eifrig zu besprechen hätten. Als ich es ihm erklärte, meinte er zornig:

»Schon wieder! Diese Schufte mögen uns doch einmal in Ruhe lassen! Wir haben ja gar nichts mit ihnen zu schaffen und wollen auch nichts von ihnen wissen. Wenn sie uns nicht fortlassen, nun, so habe ich verschiedene Dutzende von Patronen für die Revolver und auch für das Gewehr, welche ich glücklich durch die Nässe gebracht habe. Fangen lasse ich mich nicht wieder und erschießen nun vollends nicht. Ich habe keine Lust, hier in diesem Camp zu allen meinen Vätern versammelt zu werden!«

Und sein Steuermann fügte seinerseits hinzu, indem er seine gewaltigen Hände freundlich anschaute:

»Jetzt endlich könnte es die ersehnte Gelegenheit geben, einige von diesen Menschenkindern zwischen die Finger zu bekommen. Ich freue mich darauf!«

Jetzt kam der Ranchero aus dem Hause. Er wollte zu uns, damit der Soldat, den er erwartete, dadurch Veranlassung bekäme, auch nahe an uns heran zu treten und uns genau zu betrachten. Eben sahen wir auch diesen Mann durch einen der Kaktusgänge herankommen. Er trug die Kleidung eines Gaucho.

»Steuermann,« flüsterte ich Larsen schnell zu, »wenn ich Ihnen einen Wink gebe, nehmen Sie den Ranchero schnell beim Kragen, doch so, daß er nicht schreien kann!«

»Soll geschehen, Herr!« nickte der Riese.

Der Ranchero war nun da. Er tat, als ob er den Gauchosoldaten erst jetzt bemerke und wendete sich zu ihm:

»Was willst du? Diese Sennores brauchen nichts.«

»Ich wollte nur fragen, ob ich ihr Pferd vielleicht hinaus zum Camp auf die Weide bringen soll.«

»Nein,« antwortete ich. »Es bleibt bei uns, wo es sich in größerer Sicherheit befindet.«

»Wer sollte ihm draußen etwas tun? Raubtiere gibt es hier ja nicht.«

»Aber Raubmenschen.«

»Auch nicht. Pferdediebe sind seit Menschengedenken nicht hier gewesen. Und selbst wenn so ein Kerl käme, halten wir Gauchos so gut Wache, daß er sich unverrichteter Dinge wieder zurückziehen müßte.«

»Aber wenn nun Ihr selbst es auf das Pferd abgesehen hättet?«

»Wir?« fragte er lang gedehnt und im Ton des Erstaunens.

»Ja, Ihr!«

»Sennor, wir stehen im Dienst des Ranchero und werden doch seine Gäste nicht in Schaden bringen! Übrigens sind wir ehrliche Leute, und keiner von uns hat jemals ein Pferd gestohlen.«

»Das glaube ich nicht. Es würde euch sehr lieb sein, das einzige Pferd zu bekommen, welches wir haben. Ich kann mir das denken.«

»Sie irren sich sehr!«

»Sie kennen mich ja und wissen also, daß ich mich nicht irre.«

»Ich? Sie kennen?! Ich habe Sie noch niemals in meinem Leben gesehen.«

»Sie wissen es nur zu genau. Ihr Lieutenant hat Sie gesandt.«

»Lieutenant? Wer ist das?«

»Der Gaucho, welcher vor einigen Minuten hier war. Er hat Sie hergesandt, um sich zu überzeugen, daß ich wirklich derjenige bin, für den ihr mich haltet.«

»Davon weiß ich kein Wort!«

»Wissen Sie auch nichts davon, daß Sie sich noch vor einigen Tagen bei Lopez Jordan befunden haben?«

»Ist mir nicht eingefallen!«

»Sie sahen uns, als wir aus dem Hause nach dem Brettergebäude geführt wurden, in welchem wir während der Nacht bleiben sollten?«

»Nein.«

»Sie befanden sich sogar unter den Leuten, welche uns bedrohten und nur auf den strengen Befehl des uns begleitenden Rittmeisters zurückwichen?«

»Sennor, ich habe keine Ahnung davon!«

»Sie sind wirklich Gaucho im Dienst dieses Ranchero?«

»Ja.«

»Nun, so werden Sie sich auch nicht scheuen, unserer Einladung zu folgen und während der Nacht hier bei uns im Schuppen zu bleiben.«

»Gern! Vorher aber muß ich noch einmal in den Korral!«

»Das ist nicht nötig. Aus einem Korral können die Pferde nicht ausbrechen; sie befinden sich da ganz sicher. Sie bleiben also sogleich bei uns, um uns Gesellschaft zu leisten.«

»Aber es kann Ihnen doch sehr gleichgültig sein, ob ich bei Ihnen schlafe oder anderswo!«

»Nein! das ist uns eben nicht gleichgültig. Sie sollen uns dadurch beweisen, daß Sie wirklich Gaucho sind und zu diesem Ranchero gehören.«

Der Mann hatte keine andere Waffe als sein Messer bei sich. Er konnte uns keinen Widerstand leisten. Meine Gefährten hatten um ihn und den Ranchero einen Kreis geschlossen. Der Steuermann stand hinter dem letzteren und ich vor dem Soldaten.

»Wozu ein solcher Beweis?« fragte dieser. »Mein Herr hier kann es mir bezeugen.«

»Ja, Sennores,« fiel der Ranchero ein. »Sie haben diesen braven Gaucho in einem ganz falschen Verdachte.«

»Der Verdacht ist richtig,« antwortete ich ihm. »Und nicht er allein, sondern auch Sie selbst stehen unter demselben. Haben Sie nicht gehört, daß ich einen Lieutenant erwähnte, welcher soeben auch als Gaucho hier gewesen ist?«

»Das ist eben ein ganz gewaltiger Irrtum Ihrerseits.«

»So ist wohl auch alles das, was Sie mit ihm in der Stube gesprochen haben, Irrtum gewesen?«

»Was?«

»Daß Sie zunächst Ihrer Frau befohlen haben, die Schlafkammer nicht eher zu verlassen, als bis es ihr erlaubt wird? Sie wollten diese Maßregel treffen, damit Ihr braves Weib nicht erfahren solle, welche Schlechtigkeiten hier unternommen werden.«

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