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Der Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil

James Fenimore Cooper: Der Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil - Kapitel 8
Quellenangabe
authorJames Fenimore Cooper
titleDer Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil
publisherVerlag von Joh. David Sauerländer
printrunZweite Auflage
year1841
correctorreuters@abc.de
senderHerbert Niephaus
created20181217
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Siebentes Kapitel.

                    Fort, durch die Schlucht hin,
Und redet nicht, daß nicht ein Wort, ein Hauch,
Den Winterschnee weckt, der da hinreicht, Heere
Zu überwält'gen, wie wir Tag und Nacht sie
Von Klipp' zu Klippe, los geschaart, sich winden
Geseh'n, zu siegen bei Marengo.

Italien.

Pierre Dumont hielt in der Mitte der öden kleinen Ebene, während er denen, die er führte, ein Zeichen gab, ihren Aufsteig fortzusetzen. Als die Maulthiere an ihm vorüberkamen, erhielt jedes einen Schlag oder einen Stoß von dem ungeduldigen Führer, der es nicht für nöthig zu halten schien, mit den armen Thieren viele Umstände zu machen, und seine Zuflucht zu diesem einfachen Mittel genommen hatte, der Gesellschaft einen allgemeinen und rascheren Impuls zu geben. Die Auskunft war so natürlich und so in Uebereinstimmung mit der Gewohnheit der Maulthiertreiber und anderer Leute dieser Klasse, daß die Mehrzahl der Reisenden keinen Verdacht schöpften und ihren Weg fortsetzten, entweder, über die neuen und tiefen Erregungen, welche ihre jetzige Lage so natürlich erweckte, nachdenkend, oder sich derselben freuend, oder leichthin, in der Weise der Gedankenlosen und Gleichgültigen sich unterhaltend. Nur Signor Grimaldi, dessen Aufmerksamkeit bereits durch früheres Mißtrauen geschärft war, fiel die Hast auf. Als alle vorüber waren, wandte er sich in seinem Sattel und warf einen scheinbar sorglosen Blick zurück. Aber der Blick war in Wahrheit scharf und angestrengt. Pierre betrachtete den Himmel ernst; in der einen Hand hielt er seinen Hut; die offene Fläche der andern war ausgestreckt. Auf letztere fiel etwas glitzerndes, worauf der Führer seinen Platz augenblicklich wieder vorne nahm. Als er jedoch an dem Italiener vorbeikam und dessen forschendem Blicke begegnete, ließ er ihn einen so ganz vereisten Schneetropfen sehen, daß die natürliche Wärme seiner Haut ihn noch nicht zum Schmelzen hatte bringen können. Pierre's Auge schien seinem Vertrauten Schweigen aufzulegen und die stumme Mittheilung entging der Beobachtung der übrigen Reisenden. Auch war glücklicherweise eben in diesem Augenblicke die Aufmerksamkeit durch den Ruf eines der Maulthiertreiber, deren drei zum Beistande des Führers angenommen worden waren, auf einen andern Gegenstand gerichtet. Er zeigte auf eine Gruppe, welche, wie sie, dem Col entgegen zog. Sie bestand nur aus einem einzelnen Reisenden, der auf seinem Maulthiere saß, und einem Fußgänger; kein Führer oder anderer Reisender war in ihrer Gesellschaft. Ihre Bewegungen waren rasch und man hatte sie nicht länger als eine Minute gesehen, als sie schon wieder an einer Biegung der Felsen verschwanden, welche das Thal an der Seite des Klosters fast verschlossen, und wo gerade die Stelle war, welche bereits, als zur Zeit des schmelzenden Schnees Gefahr drohend, bezeichnet wurde.

»Kennst du den Charakter und den Zweck der Reisenden vor uns?« fragte der Freiherr von Willading den Führer.

Der Letztere sann nach. Es war augenscheinlich, daß er nicht erwartete, gerade auf diesem Theile des Weges auf Fremde zu stoßen.

»Wir können von denen, die vom Kloster kommen, wenig wissen, obgleich wohl wenige in dieser späten Stunde ein so sicheres Dach verlassen,« antwortete er, »ehe ich aber jene Reisenden mit meinen eigenen Augen sah, hätte ich geschworen, daß außer uns Niemand auf dieser Seite des Col denselben Weg ginge. Der Zeit nach müssen alle andere bereits angekommen sein.«

»Es sind Dörfler von St. Pierre, die mit Vorräthen bergauf gehen,« bemerkte einer der Maulthiertreiber. »Niemand, der nach Italien geht, hat seit Pippo und seiner Gesellschaft Liddes verlassen, und diese müssen jetzt lange im Hospiz sein. Habt Ihr nicht einen Hund bei ihnen gesehen? – es war einer der Hunde der Augustiner.«

»Wohl habe ich den Hund beachtet und um seines Aussehens willen habe ich gesprochen,« versetzte der Freiherr. – »Das Thier sieht wie ein alter Bekannter aus, Gaetano, denn wenn ich recht sah, glich es unserm bewährten Freund Nettuno; und er, an dessen Fersen er sich so dicht anschloß, hatte sehr das Aussehen unsers alten Bekannten vom Leman, des kühnen und dienstbereiten Maso.«

»Der für seine großen Dienste unbelohnt geblieben ist,« antwortete der Genueser gedankenvoll. »Die außerordentliche Weigerung dieses Mannes, unser Geld anzunehmen, ist eben so wunderbar wie sein ganzes übrige ungewöhnliche und unerklärliche Benehmen. Ich wollte, er wäre weniger hartnäckig oder weniger stolz gewesen, denn die unbelohnte Wohlthat lastet schwer auf meinem Herzen.«

»Du hast unrecht. Ich übertrug diese Sache heimlich unserm jungen Freund Sigismund, während uns Roger von Blonay und der gute Landvogt begrüßten; aber dein Landsmann behandelte sein Durchkommen leichthin, wie ein Seemann wohl von überstandener Gefahr spricht, und wollte von keinem Anerbieten unseres Schutzes oder Goldes hören. Ich war daher über das, was du ziemlich richtig Hartnäckigkeit genannt hast, eher unzufrieden als erstaunt.«

»Sage denen, die dich schicken, sprach er zu mir,« fügte Sigismund hinzu, »sie möchten den Heiligen oder unsrer lieben Frauen oder Bruder Luther, wie es ihrem Sinn am besten ansteht, danken, aber sie thäten besser, zu vergessen, daß so ein Mensch in der Welt lebt wie Maso. Seine Bekanntschaft kann ihnen weder Ehre noch Vortheil bringen. Sage besonders Signor Grimaldi, wenn ihr auf eurer Reise nach Italien seid und wir für immer geschieden sind, dies als in meinem Auftrag. So sagte er zu mir bei der Zusammenkunft, welche ich mit dem wackern Burschen nach seiner Befreiung aus der Haft hatte.«

»Die Antwort war für einen Mann seines Standes auffallend, und mehr noch der besondere Auftrag an mich. Ich bemerkte, daß sein Auge während unserer Ueberfahrt über den See oft und mit besonderer Bedeutung auf mir ruhte, und bis auf diese Stunde war ich nicht im Stande, mir die Ursache zu erklären.«

»Ist der Signore von Genua?« fragte der Führer; »oder steht er vielleicht auf irgend eine Weise mit der Regierung in Verbindung?«

»Ich gehöre diesem Freistaat und dieser Stadt an und bin auch bei der Regierung ein wenig betheiligt,« antwortete der Italiener, und ein leichtes Lächeln kräuselte seine Lippen, als er seinem Freunde einen Blick zuwarf.

»Es ist nicht nöthig, wegen Maso's Bekanntschaft mit Euern Zügen noch einen Zweifel zu hegen,« erwiederte Pierre lachend; »denn es lebt wohl kein Mann in Italien, der mehr Gelegenheiten gehabt hat, die Behörden kennen zu lernen; aber dieses Geplauder hält uns auf. Treibe die Thiere voran, Etienne – presto! – presto!«

Die Maulthiertreiber antworteten auf diese Aufforderung mit einem ihrer gedehnten Rufe, die einige Aehnlichkeit mit dem Rasseln haben, dem wohlbekannten Zeichen der giftigen Schlange dieses Landes, wenn sie den Reisenden ermahnen möchte, sich rasch zu bewegen, und welche gewiß dieselbe schreckliche Wirkung auf die Nerven des Maulthiers haben, wie das Zeichen der Schlange wohl auf den Menschen hervorbringt. Diese Unterbrechung machte dem Gespräch ein Ende und alle ritten vorwärts über das eben vorgefallene nach ihm verschiedenen Weise nachdenkend. Nach wenigen Minuten bog die Gesellschaft um den bezeichneten Felsen und verließ das Thal oder das öde Becken, welches sie in der letzten halben Stunde durchzogen hatten, worauf sie durch eine Schlucht in eine Gegend traten, welche einer enge rohen Anhäufung alles Materials glich, aus welchem die Grundlagen der Erde ursprünglich gebildet wurden. Alle Vegetation hatte aufgehört, oder wenn ja unter dem Schutze eines Steins ein Grasblatt hervorblickte, war es so ärmlich und zeigte sich so selten, daß es in diesem erhabenen Gemälde chaotischer Verwirrung unbemerkt blieb. Eisenfarbne, gestreifte, nackte und trostlose Felsen erhoben sich rings um sie her, und selbst jener schneeige Leuchtthurm, der glühende Gipfel des Vélan, der so lange glänzend und erfreuend auf ihren Pfad schaute, war ihren Blicken jetzt ganz entzogen. Pierre Dumont zeigte bald darauf eine Stelle an dem sichtbaren Gipfel des Berges, wo eine Schlucht zwischen den benachbarten Felsspitzen den Himmel darüber sehen ließ. Dies, sagte er denen, die er führte, sei der Col, durch dessen Oeffnung man diesen Alpenstock zuletzt überschreite. Das Licht, das noch ruhig an diesem Theil des Himmels herrschte, stand mit den düstern Schatten der untern Pässe in erhabenem Contrast, und Alles begrüßte diesen ersten Blick auf das Ende ihrer Tagesmühen als einen Vorboten der Ruhe und, wir möchten sagen, der Sicherheit; denn obgleich außer Signor Grimaldi Niemand die Unbehaglichkeit Pierre's bemerkt hatte, so konnte man doch in einer so späten Stunde, inmitten einer so wild und schrecklich öden Scene, und gleichsam von dem menschlichen Verkehre abgeschnitten sich eines demüthigenden Gefühls der Abhängigkeit des Menschen von der großen und ewigen Vorsehung Gottes nicht erwehren.

Die Maulthiere wurden wieder gezwungen ihren Schritt zu beschleunigen, und der Gedanke an Erfrischung und Ruhe, welche man von der Gastfreundschaft des Klosters erwartete, überschlich die Reisenden allgemein und wohlthuend. Der Tag floh schnell aus den Schluchten und Klüften, durch welche sie ritten, und der Wunsch, weiter zu kommen, hemmte jedes Gespräch. Die ungemeine Reinheit der Luft gab den Gegenständen bestimmte Umrisse und ließ sie genau und nahe erblicken, und nur die Gebirgsbewohner und Sigismund, die an die Täuschung (denn wirklich nimmt die Wahrheit diesen Charakter bei denen an, die mit dem Falschen vertraut geworden sind) gewöhnt waren und die Größe des Maßstabs verstanden, nach welchem die Natur ihre Macht auf den Alpen entwickelt, konnten die Entfernung berechnen, welche sie noch von ihrem Ziele trennte. Noch mehr als eine Stunde mühsamen und steinigen Aufsteigens war zu überwinden, und doch hatten Adelheid und Christine sich einen leisen Ausruf der Freude entschlüpfen lassen, als Pierre auf den Flecken blauen Himmels zwischen den grauen Klippen droben zeigte und ihnen zuerst kund that, er bezeichne die Lage des Klosters. Da und dort entdeckte man nun auch unter dem Schatten der überhängenden Felsen kleine Flächen, welche der Schnee des letzten Winters noch bedeckte, der der Kraft der Sonne wahrscheinlich widerstand, bis der Winter wieder kam, – ein neues sicheres Zeichen, daß sie eine Höhe erreicht hatten, welche weit über die der gewöhnlichen Wohnungen der Menschen hinausging. Die Schärfe der Luft deutete gleichfalls an, wo sie sich befanden, denn alle die Reisenden hatten gehört, die Augustiner wohnten in ewiger Kälte, eine Sage, die fast buchstäblich wahr ist.

Die Eile der Gesellschaft war den ganzen Tag über nicht so groß gewesen, als sie jetzt wurde. In dieser Beziehung gleicht der gewöhnliche Wanderer wohl dem, der auf der Heerstraße des Lebens reis't und sich genöthigt sieht, durch einen verspäteten und schlechtbelohnten Fleiß im Alter die Unachtsamkeiten und Nachlässigkeiten der Jugend gut zu machen, wodurch das Ende seiner Mühen leicht und nützlich hätte werden können. Diese ihre größere Eile fuhr fort zu steigen, statt sich zu vermindern, denn Pierre Dumont's Auge blieb an den Himmel geheftet und jeder Augenblick schien neue Beweggründe zu angestrengter Thätigkeit mit sich zu bringen. Die müden Thiere zeigten weniger Eifer als der Führer, und die, welche sie ritten, fingen an über das Unvernünftige der Hast zu murren, mit welcher sie auf dem schmalen, holprigen und steinigen Pfade vorangedrängt wurden, wo die Thiere nicht immer mit der nöthigen Raschheit Fuß fassen konnten, während ein Dunkel, das tiefer war als das, welches die Schatten der Felsen warfen, auf ihren Weg fiel und die Luft sich so plötzlich mit Schnee füllte, als wären alle ihre Bestandtheile durch Anwendung eines raschen, chemischen Prozesses gebildet und verdichtet worden.

Der Wechsel war so unerwartet und doch so vollständig, daß die ganze Gesellschaft ihre Maulthiere anhielt und auf die Millionen Flocken, welche auf sie niederfielen, eher mit Staunen und Bewunderung als mit Furcht blickte. Ein Ruf von Pierre weckte sie zuerst aus ihrer Verzückung und rief sie zu einem Gefühl von dem wahren Stande der Dinge zurück. Er stand auf einem Felsstück von der Gesellschaft bereits um mehr als fünfzig Schritte getrennt, weiß von Schnee und den Reisenden ungestüm zuwinkend, heran zu kommen.

»Um der gebenedeiten Jungfrau willen, treibt die Thiere an!« rief er, denn Pierre war, wie die meisten Bewohner von Wallis, ein Katholik und daran gewöhnt, seiner himmlischen Vermittlerin dann am eifrigsten zu gedenken, wenn er von einer nahen Gefahr am meisten bedroht war; – »treibt sie zur Eile an, wenn euch euer Leben lieb ist. Dies ist jetzt keine Zeit, die Berge anzustaunen, welche in ihrer Art ganz schön sind und die prachtvollsten und größten zumal, die man kennt« (kein Schweizer setzt je im Ernst sein ihm so werthes Land herab oder verliert seine hohe Verehrung für dessen Natur), »die aber für unsere Lage besser die ärmste Ebene wären, als das, was sie wirklich sind. Treibt die Maulthiere also an, um der Liebe der gebenedeiten Jungfrau willen!«

»Du verräthst unnöthige, und für jemand, der seine Fassung nicht so leicht verlieren sollte, unkluge Besorgnisse bei dem Anblick einiger Schneeflocken, Freund Pierre,« bemerkte Signor Grimaldi, als sich die Maulthiere dem Führer näherten, und nahm etwas von der Ironie des Kriegers an, der durch Vertrautheit mit der Gefahr seine Nerven gestählt hat. »Selbst wir Italiener, obgleich minder als ihr Gebirgsleute, an die Kälte gewöhnt, erschrecken bei dem Wechsel nicht so sehr wie du, ein geübter St. Bernhardsführer.«

»Tadelt mich, wie ihr wollt, Signore,« sagte Pierre, sich umwendend und seinen Weg mit gesteigerter Hast verfolgend, obgleich es ihm nicht ganz gelang, seine Empfindlichkeit über eine Beschuldigung, von welcher er wußte, daß sie unverdient war, zu verbergen; »aber beeilt euern Schritt; bis ihr mit der Gegend, in welcher ihr reis't, besser bekannt seid, gehen euere Worte als leerer Schall an meinen Ohren vorüber. Es handelt sich hier nicht von der Kleinigkeit eines neuen Mantels, mit dem der Schnee uns bekleidet, oder von Ballen, welche die Kinder zum Scherze in eine Masse zusammenrollen, sondern von einer Sache, von welcher Leben und Tod abhängt. Ihr seid hoch in der Luft, Signore, in der Gegend der Stürme, wo die Winde zuweilen mit einem Ungestüm toben, als ob höllische Teufel daher sausten, um sich abzukühlen, und wo die stärksten Glieder und die festesten Herzen nur zu oft ihre Schwäche einsehen und bekennen müssen.«

Der alte Mann hatte aus Achtung vor dem Italiener seine gebleichten Locken entblößt, als er diese nachdrückliche Zurechtweisung aussprach, und als er schwieg, ging er stolz weiter, als verschmähe er es, ein Haupt zu bedecken, das bereits so vielen Stürmen in dem Gebirg getrotzt hatte.

»Bedecke dich, guter Pierre, ich bitte dich,« drängte der Genueser in einem Ton der Reue: »ich habe die Uebereilung eines Knaben gezeigt, und eine Art Uebereilung, welche meinen Jahren schlecht ansteht. Du bist am besten im Stand, die Lage, in welcher wir uns befinden, zu beurtheilen und deiner Leitung allein überlassen wir uns.«

Pierre nahm die Abbitte mit einer stolzen, aber ehrfurchtsvollen Verbeugung hin, während er stets mit unausgesetztem Eifer den Weg aufwärts verfolgte.

Zehn düstre und ängstliche Minuten folgten. Während dieser Zeit kam der fallende Schnee schneller und in feineren Flocken und dann und wann gewahrte man betrübende Anzeichen, daß die Winde sich anschickten loszubrechen. In der Höhe, in welcher die Reisenden sich jetzt befanden, entscheiden Erscheinungen, auf welche man gewöhnlich wenig Gewicht legt, über Leben und Tod. Das Entweichen der Wärme aus dem menschlichen Körper ist in einer Höhe von sechs bis sieben tausend Fuß über der Meeresfläche, und in einer Breite von sechs und fünfzig Graden, unter den günstigsten Umständen häufig an sich selbst eine Quelle von Ungemach; hier kamen aber noch wichtige Gründe dazu, die Gefahr zu erhöhen. Schon die Abwesenheit der Sonnenstrahlen ließ eine schauernde Kühle zurück und einige Stunden der Nacht mußten, selbst in der Mitte des Sommers, Kälte mit sich bringen. So kömmt es, daß Unwetter, welche an sich von geringem Belange sind, den menschlichen Körper, wegen seiner verminderten Kraft zu widerstehen, mächtig ergreifen, und wenn man die Thatsache hinzufügt, daß die Elemente in ihrem Wirken bei weitem ungestümer in den obern, als in den untern Regionen der Erde sind, wird der Leser die Gründe der Besorgniß Pierre's besser verstehen, als er sie wahrscheinlich selbst verstand, obgleich des wackern Führers lange und herbe Erfahrung recht gut an die Stelle der Theorie treten konnte.

Der Mensch ist in Gefahren selten gesprächig. Die Furchtsamen ziehen sich in sich selbst zurück und überlassen sich einer quälenden Phantasie, welche die Gründe der Unruhe vermehrt und die Mittel der Sicherheit vermindert, während die Geistesstarken ihre Kraft sammeln und auf den ihre Thätigkeit ansprechenden Punkt zusammendrängen. Dieser Art waren die Wirkungen in dem gegenwärtigen Falle auf die, welche Pierre folgten. Ein allgemeines und tiefes Schweigen herrschte unter der Gesellschaft, indem jeder einzelne ihre Lage in den Farben sah, welche seiner besondern Stimmung und seinem eigenthümlichen Charakter am angepaßtesten war. Die Männer waren ohne Ausnahme ernst und eifrig bemüht, die Maulthiere vorwärts zu treiben; Adelheid wurde blaß, aber sie behielt durch die bloße Kraft des Charakters ihre Ruhe. Christine zitterte und bangte, obgleich Sigismund's Gegenwart und ihr Vertrauen auf ihn sie tröstete; während die Begleiterinnen der Erbin von Willading ihre Häupter bedeckten und ihrer Herrin mit dem blinden Vertrauen folgten, das Leute ihrer Art in ernsten Bedrängnissen wohl gegen ihre Obern zu zeigen pflegen.

Zehn Minuten reichten vollkommen hin, allem um sie her eine andere Gestalt zu geben. Der Schnee konnte auf den eisengleichen und senkrechten Flächen der Berge nicht haften, aber die Klüfte, Schluchten und Thäler wurden weiß wie die Kuppe des Vélan. Immer noch setzte Pierre schweigend seinen Weg aufwärts fort, so daß er eine Art banger Hoffnung bei denen lebendig erhielt, welche seiner Einsicht und Treue sich so hoffnungslos vertrauten. Sie wünschten zu glauben, der Schnee sei blos eine jener gewöhnlichen Erscheinungen, welche man in dieser Jahreszeit auf den Höhen der Alpen erwarten müsse, und welche nur als Vorboten der bekannten Strenge des herannahenden Winters angesehen werden konnten. Der Führer selbst war offenbar geneigt, keine Zeit mit Erläuterungen zu verlieren, und da die geheime Aufregung sich dem ganzen Zuge mittheilte, hatte er keinen Grund mehr, sich über die Langsamkeit ihrer Bewegungen zu beklagen. Sigismund blieb in der Nähe seiner Schwester und Adelheid's, besorgt, daß ihre Maulthiere nicht zurückblieben, während die übrigen Männer bei den Thieren, welche das weibliche Gefolge trugen, dasselbe unerläßliche Amt übernehmen mußten. In dieser Weise verstrichen die wenigen düstern Minuten, welche dem Verschwinden des Tages unmittelbar voran gingen. Der Himmel war nicht mehr zu sehen. In dieser Richtung sah das Auge nur eine endlose Folge fallender Flocken und es wurde allgemach schwer, auch nur die Felsenwälle zu unterscheiden, welche die wilde Schlucht begränzten, in der sie ritten. Man wußte jedoch, daß sie in keiner großen Entfernung von dem Pfade waren, der zuweilen ihre Seiten streifte. Dann durchschnitten sie wieder rauhe, steinigte Berghaiden, wenn ein solcher Name ja Flächen beigelegt werden kann, die keine Andeutung und keine Hoffnung einer Vegetation zeigen. Die Spuren der Thiere, welche ihnen vorangegangen waren, wurden immer weniger deutlich, obgleich der rieselnde Bach, der von den Gletschern herab kam, und an dem sie schon stundenlang aufwärts gezogen waren, gelegentlich gesehen wurde, wenn sie ihn im Verfolge ihres sich windenden Pfades überschritten. Obgleich Pierre noch gewiß war, daß er der rechten Richtung folge, so wußte er doch allein, daß man sich auf jenen Führer nicht mehr verlassen konnte, denn als sie sich dem Gipfel des Berges mehr näherten, wurde der Bach allmählig schwächer und seichter, indem er sich in zwanzig kleine Wässerchen theilte, die aus den großen Schneemassen, welche auf den verschiedenen Felsenkuppen oben lagen, niederspülten.

Bis jetzt war es noch windstill geblieben. Da Minute um Minute verstrich, ohne einen Wechsel in dieser Hinsicht herbeizuführen, wagte der Führer es endlich, auf diesen Umstand hinzudeuten und seine Gefährten aufzumuntern, indem er ihnen Gründe anführte, welche hoffen ließen, man würde das Kloster noch ohne ein bedeutendes Ungemach erreichen. Gleichsam dieser Ansicht Hohn sprechend, begannen die Schneeflocken in der Luft zu wirbeln, während diese Worte auf seinen Lippen waren, und ein Windstoß kam durch die Schlucht, welcher dem Schutze der Mäntel und Ueberkleider Trotz bot. Ungeachtet seiner Entschlossenheit und Erfahrung ließ sich der starkmüthige Pierre einen Ausruf der Verzweiflung entschlüpfen und blieb plötzlich stehen, als könnte er die Furcht nicht länger verhehlen, welche sich in der letzten endlosen und mühseligen Stunde in seiner Brust gesammelt hatte. Sigismund und die meisten Männer der Gesellschaft waren kurz vorher abgestiegen, um sich durch die Bewegung gegen die Kälte zu schützen. Der junge Mann war oft über die Berge gekommen und der Ausruf hatte sein Ohr kaum erreicht, so war er auch schon an Pierre's Seite.

»Wie weit sind wir noch vom Kloster?« fragte er hastig.

»Wir haben noch mehr als eine Stunde steilen und steinigen Wegs zu steigen, Monsieur le Capitaine,« erwiederte der trostlose Pierre in einem Tone, der vielleicht mehr sagte, als seine Worte.

»Dies ist kein Augenblick, wo man unschlüssig sein darf. Sei eingedenk, daß du nicht der Führer einer Gesellschaft Maulthiertreiber mit ihren Saumthieren bist, sondern daß solche bei uns sind, die an dergleichen Ungemach nicht gewöhnt und schwachen Körpers sind. Wie weit ist die Entfernung des letzten Dorfes, durch das wir kamen.«

»Verdoppelt die zum Kloster!«

Sigismund wandte sich um, und heftete sein Auge auf die zwei alten Edelleute, als erwarte er ihren Rath oder Befehl.

»Es dürfte in der That besser sein zurückzukehren,« bemerkte Signor Grimaldi, wie man wohl einen halbgefaßten Entschluß laut werden läßt. »Der Wind wird allgemach schneidend scharf und die Nacht rückt stark heran. Was meinst du, Melchior? denn ich bin mit Monsieur Sigismund der Ansicht, daß nicht viel Zeit zu verlieren sei.«

»Ihr werdet verzeihen, Signor,« fiel der Führer rasch ein. »Nicht für die Schätze von Einsiedeln und Loretto möchte ich es unternehmen, die Ebene des Vélan eine Stunde später zu überschreiten. Der Wind wird eine höllische Gewalt in diesem Becken haben, das bald kochen wird wie ein Topf, während wir hier von Zeit zu Zeit den Schutz der Felsen haben. Das geringste Versehen auf der offenen Ebene könnte uns eine Stunde oder mehr irre führen, und wir würden lange Zeit brauchen, ehe wir die Richtung wieder finden. Auch die Thiere gehen rascher und sicherer im Dunkeln bergan, als bergab, und erreichen wir das Dorf, so ist dort für Vornehme kein Unterkommen, während die braven Mönche alles haben, was nur ein König begehren kann.«

»Wer diesen wilden Felsen entrinnt, braucht nicht sehr wählerisch in Hinsicht seines Mahles zu sein, ehrlicher Pierre, sofern er nur unter Dach und Fach ist. Kannst du versprechen, daß wir ungefährdet und zur gehörigen Zeit in dem Kloster eintreffen?«

»Signore, wir sind in Gottes Händen. Ich bin überzeugt, daß die frommen Augustiner für alle beten, die in diesem Augenblick auf dem Gebirge sind; aber es ist hier keine Minute zu verlieren. Ich verlange nicht mehr, als daß keiner seinen Gefährten aus dem Auge läßt und daß Jeder seine äußerste Kraft anwende. Wir sind nicht weit von dem Zufluchtshause, und wenn der Wind zum Sturme anwächst, wie es, um die Gefahr nicht länger zu verbergen, in diesem Monat wohl oft der Fall ist, suchen wir dort für einige Stunden Schutz.«

Diese Nachricht kam sehr gelegen, denn die Gewißheit, daß in erreichbarer Entfernung ein sicherer Zufluchtsort sei, machte eine so erheiternde Wirkung auf die Reisenden, wie sie wohl der Seemann empfindet, der die Gefahr einer Kühlte durch die zufällige Lage eines sichern Hafens in Lee In der Gegend, nach welcher der Wind hinweht. Uebers. vermindert glaubt. Pierre wiederholte nochmals seine Ermahnung, so nahe als möglich beisammen zu bleiben, und rieth allen, welche die unglückliche Wirkung der Kälte auf ihre Glieder fühlten, den Sattel zu verlassen und sich zu bemühen, den Kreislauf des Blutes durch Bewegung wieder herzustellen; dann setzte er seinen Weg fort.

Aber selbst die in dieser kurzen Besprechung hingebrachte Zeit hatte die Lage der Dinge merklich verschlimmert. Der Wind, der bisher keine sichere Richtung gehabt hatte, da er eine wilde Strömung der obern Luft war, welche dadurch von ihrem eigentlichen Wege abgewendet worden, daß sie auf die rauhen Klippen und Schluchten der Alpen stieß, umkreiste sie jetzt wirbelnd, bald das Emporklimmen fördernd, indem er sie von hinten fortzuschieben schien, bald ihnen wieder mit einem Ungestüm entgegen dringend, welches das Weiterschreiten wirklich unmöglich machte. Die Kälte vermehrte sich plötzlich bedeutend, und die Kräftigsten der Gesellschaft begannen, den betäubenden Einfluß der eisigen Luftströme in einer Weise zu empfinden, welche ernstliche Besorgnisse erregte. Jede Vorsicht, welche die zärtlichste Sorgfalt ersinnen konnte, wurde angewandt, um den weiblichen Theil der Gesellschaft zu schützen; allein obgleich Adelheid, die allein noch hinreichende Besonnenheit hatte, um von ihren Gefühlen Rechenschaft zu geben, die Gefahr durch den Wunsch mindern, ihre Begleiterinnen nicht nutzlos in Schrecken zu versetzen, konnte sie doch sich selbst die schreckliche Wahrheit nicht verbergen, daß die Wärme mit einer Schnelligkeit aus ihrem Körper entwich, welche es ihr unmöglich machte, sich noch lange aufrecht zu erhalten. Ihrer geistigen Ueberlegenheit über die ihrer Begleiterinnen sich bewußt – eine Ueberlegenheit, welche in solchen Augenblicken höher angeschlagen werden muß, als körperliche Kraft – hielt sie nach einigen Minuten stummen Duldens ihr Maulthier an und rief Sigismund, nach dem Zustand seiner Schwester und ihrer Mädchen zu sehen, welche alle seit einiger Zeit nichts gesprochen hatten.

Diese beunruhigende Aufforderung geschah in einem Augenblicke, wo der Sturm neue Kraft zu sammeln schien, und wo es durchaus unmöglich war, auch nur die beschneite Erde zwanzig Schritte von der Stelle zu unterscheiden, wo die Gesellschaft sich in eine zitternde Gruppe gesammelt hatte. Der junge Krieger schlug die Oberkleider und Mäntel auseinander, in welche Christine eingehüllt war, und das halb bewußtlose Mädchen sank auf seine Schulter wie ein schläfriges Kind, das in den Armen eines ihm lieben Wesens einzuschlafen wünscht.

»Christine – meine Schwester! – meine arme, meine unglückliche – meine engelgleiche Schwester!« flüsterte Sigismund, zum Glück für sein Geheimniß, mit einer Stimme, die nur Adelheid's Ohr erreichte. »Wache auf, Christine! Um der Liebe unsrer trefflichen und zärtlichen Mutter willen, raffe dich auf! Erwache Christine! um Gottes willen, erwache!«

»Erwache, theuerste Christine!« rief Adelheid, vom Sattel eilend, und das lächelnde, aber betäubte Mädchen an ihren Busen schließend. »Gott wende das Unglück von mir ab, mir sagen zu müssen, dein Verlust könne meinem Wunsche, dich inmitten dieser rauhen und unwirtlichen Felsen zu führen, zugeschrieben werden! Christine, wenn du mich liebst oder bemitleidest – erwache!«

»Seht nach den Mädchen!« sagte Pierre hastig, da er ahnte, daß eine jener Gebirgs-Katastrophen ganz nahe bevorstehe, deren er in dem Verlaufe seines Lebens einige von furchtbaren Folgen mit angesehen hatte. »Seht nach allen den Frauen, denn wer jetzt schläft, stirbt!«

Die Maulthiertreiber befreiten die zwei Dienerinnen von ihren Obergewändern, und man überzeugte sich sogleich; daß sie in drohender Gefahr seien und die eine bereits alles Bewußtsein verloren habe. Dem zeitigen Gebrauch der Flasche Pierre's und den Bemühungen der Maulthiertreiber gelang es, sofern das Leben wieder zurückzurufen, als die Gründe zu unmittelbaren Besorgnissen entfernt wurden, obgleich es dem Ununterrichtetsten unter ihnen nicht entgehen konnte, daß eine halbe Stunde länger in dieser Lage wahrscheinlich das unglückliche Werk vollendet hätte, das so thätig und wirksam begonnen worden. Den Schrecken dieser Ueberzeugung zu erhöhen, fühlte jedes Mitglied der Gesellschaft, selbst die Maulthiertreiber nicht ausgenommen, schmerzlich das Entweichen jener Lebenswärme, deren gänzliche Flucht Tod war.

In dieser Noth stiegen alle ab. Sie fühlten, wie gefährlich ihre Lage war, daß nur Entschlossenheit sie retten konnte, und daß jede Minute Zeit von der größten Wichtigkeit war. Jede der Frauen, Adelheid eingeschlossen, wurde von zwei Männern in die Mitte genommen und auf diese Weise gestützt, worauf Pierre laut und mit kräftiger Stimme alle weiter ziehen hieß. Einer der Maulthiertreiber erhielt den Auftrag, die Thiere nachzutreiben. Das Vorschreiten von Reisenden, die so schwach waren wie Adelheid und ihre Gefährtinnen, auf einem Steinpfad von sehr unebener Fläche und an einem steilen Aufsteig; wo der Schnee die Füße bedeckte und der Sturm in die Gesichter schnitt, war natürlich langsam und äußerst mühselig. Doch erhöhte die Anstrengung die Lebhaftigkeit des Blutumlaufs und für eine kurze Zeit schien es, als ob die, welche am meisten litten, gerettet werden könnten. Pierre, der mit der Ausdauer eines Gebirgsbewohners und der Treue eines Schweizers seinen Posten behauptete, ermuthigte sie durch seine Stimme und fuhr fort, die Hoffnung rege zu erhalten, das Zufluchtshaus sei zur Hand.

In diesem Augenblick, wo es der Kraftanstrengung am meisten bedurfte, und wo augenscheinlich alle die Wichtigkeit derselben fühlten und am geneigtesten waren, sich derselben zu unterziehen, verließ der Maulthiertreiber, welcher den Zug der Thiere nachzutreiben beauftragt war, seinen Posten, indem er es lieber darauf wagen wollte, den Berg hinab zu steigen und das Dorf zu erreichen, als nutzlos und in einem so langsamen Schritte sich zu dem Kloster empor zu arbeiten. Der Mann war ein Fremdling in dem Lande, der zufällig für diese Reise angenommen worden, und mit Pierre durch keine jener Bande verknüpft war, welche die besten Pfänder unbestechlicher Treue sind, wenn die Selbstsucht gegen unsere Schwäche stark andrängt. Die müden Thiere, die des Treibens baar und der Anstrengung abgeneigt waren, standen erst still, dann wandten sie sich seitwärts, um die scharfe Luft und den Aufsteig zu vermeiden, und irrten bald fern von dem Pfade, den einzuhalten so wesentlich nothwendig war.

Sobald Pierre von diesem Umstande unterrichtet war, befahl er sofort, die verlaufenen Thiere ohne Zaudern und auf jede Gefahr hin herbei zu treiben. Erstarrt, betäubt und unfähig, weiter als einige Schritte zu sehen, ward es den Leuten nicht leicht, diesem beschwerlichen Auftrage nachzukommen. Eines aus der Gesellschaft nach dem andern schloß sich den Suchenden an, denn alle Habschaften der Reisenden waren auf den Thieren; und nach einem kurzen Zaudern, zu welchem sich eine Aufregung gesellte, die das Blut beleben und selbst die Kräfte der Frauen erwecken half, wurden alle Maulthiere glücklich wieder gefunden. Sie wurden nun aneinander gebunden, der Kopf des nachfolgenden an den Schweif des vorhergehenden, wie es bei den Zügen dieser Thiere gewöhnlich ist, und Pierre schickte sich an, den Weg fortzusetzen. Als er aber den Pfad suchte, war er nicht zu finden. Man forschte nach jeder Seite, aber Niemand konnte die geringste Spur entdecken. Rauhe, zertrümmerte Felsenstücke waren alles, womit die sorgfältigste Nachforschung belohnt ward; und nachdem einige köstliche Minuten fruchtlos vergeudet waren, sammelten sich alle, wie auf gemeinschaftliche Verabredung um den Führer, um seinen Rath zu hören. Die Wahrheit war nicht länger zu verheimlichen – die Gesellschaft hatte sich verirrt.


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