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Der Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil

James Fenimore Cooper: Der Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil - Kapitel 11
Quellenangabe
authorJames Fenimore Cooper
titleDer Scharfrichter von Bern oder das Winzerfest. Zweiter Theil
publisherVerlag von Joh. David Sauerländer
printrunZweite Auflage
year1841
correctorreuters@abc.de
senderHerbert Niephaus
created20181217
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Zehntes Kapitel.

– Und wärest du nicht dabei gewesen,
Ein Bursche, den sich die Natur erlas
Und auserkohr, die Schandthat zu vollbringen,
Nie wär' der Mord in meinen Sinn gekommen.

Shakspeare.

Die Ankunft von Sigismund's Gesellschaft in dem Hospiz fiel über eine Stunde früher, als die der übrigen Reisenden. Sie wurde mit der Gastfreiheit empfangen, welche damals Alle in diesem berühmten Kloster fanden; denn die Besuche der Neugierigen und Rohen hatte das Wohlwollen der Mönche noch nicht abgestumpft, welche größtentheils gewöhnt, die Niedriggebornen und Unwissenden zu bewirthen, sich stets glücklich fühlten, die Einförmigkeit ihres einsamen Lebens durch Verkehr mit Gästen aus den höhern Ständen zu erheitern. Der gute Schlüsselmeister hatte Alles zu ihrer Aufnahme vorbereitet; denn selbst auf der wilden Kuppe des St. Bernhard behandelt man uns darum nicht schlechter, wenn wir den Schimmer jenes Ranges und jener Wichtigkeit besitzen, deren man in der Welt drunten sich erfreut. Obgleich ein mildes christliches Wohlwollen Allen entgegen kam, so fand die Erbin von Willading – ein zwischen den Alpen und dem Jura allgemein bekannter und geehrter Name – jene Beweise von »empressement« und Ehrerbietung, welche trotz der herkömmlichen Formen den geheimen Gedanken verrieth und ihr mehr als die Worte des Willkomms sagten, daß die einsamen Augustiner es nicht ungern sahen, ein so schönes und so edles Wesen ihrer Gattung in ihren traurigen Mauern zu empfangen.

Alles das machte jedoch keinen Eindruck auf Sigismund. Er war mit den Erlebnissen des Morgens zu beschäftigt, um auf etwas Anderes zu achten, und als er Adelheid und seine Schwester der Sorgfalt ihrer Frauen übergeben hatte, ging er ins Freie, um die Ankunft der Uebrigen zu erwarten.

Wie bereits erwähnt worden, fällt die Gründung des ehrwürdigen Klosters des St. Bernhard in eine sehr frühe Periode des Christenthums. Es steht auf dem Scheitel des Abhangs, der den letzten steilen Aufsteig bildet, wenn man den Col heraufkommt. Das Gebäude ist hoch, schmal, aber ausgedehnt und kasernenartig aus dem eisenfarbenen Stein dieser Gegend gebaut, das Dach gegen Wallis gewendet und die Vorderseite in der Richtung der Schlucht sich hinziehend, in welcher es liegt. Unmittelbar vor seinem Hauptthor steigt der Fels in einem mißgestalteten Hügel empor, über welchen der Weg nach Italien führt. Dies ist der höchste Punkt des Passes, so wie das Gebäude selbst die höchste Wohnung in Europa ist. An dieser Stelle mag die Entfernung von Fels zu Fels diesseits und jenseits der Schlucht hundert Schritte betragen, und die wilden und röthlichen Zacken steigen auf jeder Seite mehr denn tausend Fuß empor. Diese sind jedoch nur Zwerge gegen ihre Schwestern-Zacken, deren mehrere, vom Kloster aus völlig sichtbar, die Höhe des ewigen Schnees erreichen. Wenn man diesen Punkt der Straße erreicht, fängt der Weg an, sich allmählich zu senken, und der Abfluß einer Schneebank vor dem Klosterthor, welche der größten Hitze des letzten Sommers getrotzt hatte, lief theils in das Rhonethal, theils nach Piemont, und die Wasser trafen sich nach einem langen, irren Laufe durch Frankreichs und Italiens Ebenen, wieder in dem gemeinsamen Becken des Mittelmeeres. Vom Kloster an den Weg verfolgend, sieht man zu seiner Rechten den Fuß der Felsen, zur Linken einen kleinen See, der fast die ganze Thalhöhle der Schlucht ausfüllt; er verschwindet dann zwischen natürlichen Felsen-Pallisaden an dem andern Ende des Col. Hier ist der Punkt, wo das überflüssige Wasser des Sees seinen Abfluß hat und in einem lärmenden kleinen Bache rasch auf der sonnigen Seite der Alpen niedersteigt. Auf die italienische Grenze stößt man am Rande des Sees, einen starken Flintenschuß von dem Kloster und nicht fern von der Stelle, wo die Römer einen Tempel zu Ehren Jupiters, als des Lenkers der Stürme, gebaut hatten Die Ebene, auf welcher dieser uralte Tempel wahrscheinlich schon stand, als die Römer diese Pfade noch nicht betraten, heißt noch jetzt Plan de Jupiter. Uebers..

Das ist der Umriß der Ansicht, welche sich Sigismund darbot, als er das Gebäude verließ, um die Zeit bis zur Ankunft der übrigen Reisegesellschaft zu verbringen. Es war noch sehr früh am Tage, obgleich die hohe Lage des Klosters schon seit einer Stunde die Strahlen der Sonne hier erglänzen ließ. Er hatte von einem Knechte der Augustiner gehört, daß einige Reisende der gewöhnlichen Art, deren in der schönen Jahreszeit häufig Hunderte zu gleicher Zeit in den Schlafsälen die Nacht hinbrachten, eben in dem Speisesaal der Landleute frühstückten, und wollte die Fragen vermeiden, zu welchen sie ihre Neugierde reizen könnte, wenn sie von dem gehört hätten, was sich tiefer unten am Berge begeben. Einer der Mönche liebkoste vier oder fünf ungeheure Hunde, welche um das Kloster sprangen und laut bellten, während der alte Uberto mit einem Ernst und einer Würde unter ihnen herum ging, wie diese seinen Jahren wohl anstand. Als der Augustiner den Gast bemerkte, verließ er die Hunde, lüftete seine morgenländisch aussehende Mütze und brachte ihm den Morgengruß dar. Sigismund erwiederte die offene Freundlichkeit des Mönchs, der nicht älter war als er selbst, auf passende Weise. Diese Zerstreuung kam Sigismund erwünscht, und sich freundlich besprechend, schritten sie am Ufer des Sees auf dem Pfad entlang, der über den Col führt.

»Ihr steht diesem menschenfreundlichen Amte noch nicht lange vor, Vater?« bemerkte der Krieger, nachdem sie sich vertraulich genähert hatten. »Dies wird einer der ersten Winter sein, die Ihr auf Euerm wohlthätigen Posten hinbringt?«

»Er wird der achte sein, den ich als Novize und als Ordensbruder hier zubringe. Wir werden an diese Lebensart früh gewöhnt, obgleich keine Uebung einen von uns in den Stand setzt, der Wirkung zu widerstehen, welche die feine Luft und die scharfe Kälte viele Winter nacheinander auf die Lunge ausüben. Wir gehen, wenn es die Gelegenheit möglich macht, nach Martigny hinab und athmen eine dem Menschen mehr zusagende Luft. Ihr hattet die vergangene Nacht einen wilden Sturm drunten?«

»So wild, daß wir Gott danken, daß er überstanden ist und wir noch von eurer Gastfreundschaft Gebrauch machen können. Sind viele außer uns auf dem Berge, oder kamen Reisende aus Italien?«

»Wir beherbergten nur die, welche jetzt in dem Speisesaal sind, und von Aosta kam Niemand herauf. Die Jahreszeit zum Reisen ist vorüber. In diesem Monate sehen wir nur solche, die sehr eilen oder ihre Gründe haben, dem Wetter zu vertrauen. Im Sommer beherbergen wir zuweilen tausend Gäste.«

»Die, welche ihr aufnehmt, haben Ursache, dankbar zu sein, hochwürdiger Augustiner; denn wahrlich dies scheint keine Gegend, welche Ueberfluß an ihren Früchten hat.«

Sigismund und der Mönch blickten rund um auf die ungeheuern Massen rauher nackter Felsen und lächelten, als ihre Augen sich begegneten.

»Die Natur gibt im wörtlichen Sinne nichts hier,« antwortete der Augustiner; »selbst das Holz, das uns wärmt, wird stundenweit auf dem Rücken von Maulthieren herbeigeschafft, und Ihr werdet leicht einsehen, daß dieses unter allem andern Nothwendigen am wenigsten entbehrt werden kann. Glücklicherweise haben wir einige unserer alten Stiftungen, die einst reich waren, und –«

Der junge Mönch hielt inne.

»Ihr wolltet sagen, Vater, daß die, welche reich genug sind, um sich dankbar zu erweisen, nicht immer der Bedürfnisse derer vergessen, welche dieselbe Gastfreiheit finden, ohne dieselben Mittel zu haben, ihre Achtung vor der Anstalt an den Tag legen zu können.«

Der Augustiner verbeugte sich und gab dem Gespräch eine andere Wendung, indem er Sigismund die Grenzen Italiens und die Lage des alten Tempels zeigte, die sie indessen erreicht hatten. Ein Thier strich die Felsen entlang und zog ihre Aufmerksamkeit auf sich.

»Ist's wohl eine Gemse?« rief Sigismund, dem der Eifer des Jägers das Blut in Wallung setzte. »Ich wollte, ich hätte Waffen.«

»Es ist ein Hund, obgleich nicht von unserer Gebirgs-Raçe. Die Klosterhunde haben sich ungastfreundlich benommen und das arme Thier mußte sich in diese einsamen Klüfte flüchten, um seinen Herrn zu erwarten, welcher wahrscheinlich zu der Gesellschaft im Speisesaal gehört. Seht, sie kommen – das Nahen ihrer Fußtritte hat das vorsichtige Thier aus seinem Schlupfwinkel gelockt.«

Sigismund sah, daß wirklich drei Fußgänger das Kloster verließen und den Pfad nach Italien einschlugen. Ein plötzlicher und schmerzlicher Verdacht stieg in ihm auf. Das Thier war Nettuno, der wahrscheinlich von den Hunden gezwungen worden war, wie der Mönch vermuthet hatte, eine Zuflucht in jener Oede zu suchen, und einer derer, die herannahten, war nach Gang und Wuchs Niemand anderes als sein Herr.

»Ihr wißt, Vater,« sagte er langsam, denn er schwankte schmerzlich zwischen dem Widerwillen, Maso eines solchen Verbrechens anzuklagen, und dem Schauer, ob des Jacques Colis Schicksal – »daß am Berge ein Mord begangen wurde?«

Der Mönch bejahte es ruhig. Jemand, der an jenem Wege und in jener Zeit lebte, wurde durch einen so oft vorkommenden Vorfall nicht leicht aufgeregt. Sigismund erzählte seinem Gefährten eilig alle ihm bekannten Umstände und die Art, wie er zuerst mit dem Italiener zusammen gekommen, und den allgemeinen Eindruck, den sein Wesen auf ihn gemacht habe.

»Hier kommt und geht Jeder ungefragt,« versetzte der Augustiner, als der andere geendigt hatte; »unser Kloster ist eine wohlthätige Anstalt und wir beten für die Sünder, ohne uns um die Größe ihrer Verbrechen zu bekümmern. Doch haben wir Vollmachten und sonderlich die Pflicht, den Pfad rein zu halten, damit unsere Absichten nicht vernichtet werden. Ich überlasse es Euch, zu thun, was Ihr in einer so mißlichen Sache für klug und passend haltet.«

Sigismund schwieg; als aber die Fußgänger näher kamen, stand sein Entschluß schnell fest. Die Verbindlichkeiten, welche er gegen Maso hatte, machten ihn nur noch entschlossener, denn ein gewisses Mißtrauen gegen seine Kraft, das, was er als Pflicht ansah, zu vollbringen, ward dadurch in ihm rege. Selbst die neuern Begebnisse, bei denen seine Schwester so sehr gekränkt ward, hatten ihren Antheil an dem Entschlusse eines Mannes, der so fest gewillt war, gerade zu handeln. Er stellte sich in die Mitte des Wegs und erwartete die Ankunft der Drei, während der Mönch ruhig an seiner Seite stand. Erst, als sie ganz nahe waren, entdeckte der junge Mann, daß Pippo und Konrad die Gefährten des Maledetto waren. Ihr mehrfaches Zusammentreffen hatte ihn mit den beiden letztern so genau bekannt gemacht, daß er sie auf den ersten Blick erkannte, und Sigismund fing an, das Unternehmen, an das er sich gewagt, für ernster zu halten, als er anfangs geglaubt hatte. Wenn man ihm Widerstand zu leisten im Sinn hatte, waren drei gegen einen.

» Buon giorno, Signor capitano,« rief Maso, mit seiner Mütze grüßend, als er den andern nahe genug war. »Wir treffen oft zusammen und bei jedem Wetter; bei Tag und bei Nacht; zu Land und zu Wasser; im Thal und auf den Bergen; in der Stadt und auf diesen nackten Felsen, wie es der Vorsehung gefällt. Da häufige Wechselfälle die Charaktere der Menschen erproben, werden wir einander noch genau kennen lernen!«

»Du hast recht gesprochen, Maso, obgleich ich fürchte, du bist ein Mensch, mit dem man häufiger zusammentrifft, als man ihn leicht begreift.«

»Signore, ich bin amphibienartig, wie Nettuno hier, theils der Erde, theils dem Meere angehörig. Ich bin, wie es die Gelehrten nennen, noch unklassifizirt. Ein schöner Tag lohnt für die schlimme Nacht, und das Hinabsteigen nach Italien wird heiterer sein als das Heraufkommen. Soll ich dem ehrlichen Giacomo zu Aosta auftragen, für die edle Gesellschaft das Nachtessen bereit zu halten und die Schlafstätten einzurichten? Ihr werdet die Herberge so spät erreichen, daß die Jugend und Schönheit kaum an etwas anderes denken wird, als an ihre Kissen.«

»Maso, ich glaubte, du seist bei unserer Gesellschaft, als ich die Zuflucht diesen Morgen verließ.«

»Bei San Thomaso, Signore, ich hatte dieselbe Ansicht in Betreff Eurer.«

»Du warst früh auf, wie es scheint, sonst hättest du nicht so lange vor mir hier sein können?«

»Seht, braver Signor Sigismondo, denn ich weiß, daß Ihr brav seid und im Wasser ein kaum minder entschlossener Schwimmer, als der wackere Nettuno hier – ich bin ein Reisender und meine Zeit, die den größern Theil meiner Habe ausmacht, ist mir knapp zugemessen. Wir Seethiere sind manchmal arm und manchmal reich, wie der Wind eben weht, und in der letzten Zeit mußte ich mit bösen Kühlten und trüben Wellen kämpfen. Einem solchen Manne bringt eine fleißige Stunde am Morgen oft ein freudigeres Mahl und eine sanftere Ruhe zur Abendzeit. Ich verließ euch alle in der Zuflucht in gesundem Schlafe, selbst die Maulthiere.« – Maso lachte über seinen Einfall, die Thiere in die Gesellschaft miteinzuschließen – »und erreichte das Kloster, als eben der erste Sonnenstrahl jene weiße Kappe mit seinem Purpurlicht betupfte.«

»Da du uns so früh verlassen hast, ist es dir wohl unbekannt geblieben, daß der Körper eines Ermordeten in dem Todtenhaus gefunden worden – in dem Gebäude, in dessen Nähe wir schliefen – und daß es der Körper eines Bekannten ist?«

Sigismund sprach fest und entschlossen, als wolle er sich allmählig seinem Ziele nähern, während er zumal den andern fühlen ließ, daß er Ernst mache. Maso fuhr zusammen. Er machte eine Bewegung, welche die Absicht, seinen Weg zu verfolgen, so unzweideutig ausdrückte, daß der junge Mann seine Hand erhob, um ihn zurückzudrängen. Aber Gewalt war unnöthig, denn der Seemann faßte sich augenblicklich und schien geneigter, das Fernere zu hören.

»Wo ein Verbrechen begangen wurde, Maso, muß auch ein Verbrecher gewesen sein!«

»Der Bischof von Sion könnte die Wahrheit einem Sünder nicht einleuchtender machen als Ihr, Signor Sigismondo! Euer Benehmen veranlaßt mich zu fragen, was dies mich angeht?«

»Es ist ein Mord begangen worden, Maso, und man sucht den Mörder. Der Todte wurde in der Nähe des Platzes gefunden, wo du die Nacht zugebracht hast. Ich will den unseligen Verdacht nicht verhehlen, der so natürlich ist.«

»Diamine! Wo habt Ihr denn die Nacht hingebracht, braver Capitano, wenn ich so kühn sein darf, einem Vornehmeren eine Frage vorzulegen? Wo hat der edle Freiherr von Willading geruht und seine schöne Tochter, und ein Edlerer und Höherer als er – und Pierre der Führer, und – ei, und unsere Freunde, die Maulthiere?«

Maso lachte wieder sorglos, als er zum zweiten Mal der geduldigen Thiere gedachte. Sigismund mißfiel sein Leichtsinn, den er für gezwungen und unnatürlich hielt.

»Diese Ansicht mag dir genügen, Unglücklicher, aber sie wird andern nicht genügen. Du warst allein, und wir reisten in Gesellschaft; nach deinem Aeußern zu schließen, hat dich das Glück wenig begünstigt, während wir in dieser Hinsicht zufriedener sein können; und du wolltest und willst noch eilig abreisen, während die Entdeckung der Frevelthat von uns allein herrührt. Du mußt in das Kloster zurückkehren, damit dieser ernste Gegenstand wenigstens untersucht wird.«

Il Maledetto schien unruhig. Ein oder zweimal warf er sein Auge auf die riesige Gestalt des jungen Mannes, und dann wandte er es nachdenkend auf den Pfad. Obgleich Sigismund das Spiel seiner Gesichtszüge genau beachtete, und auch von Zeit zu Zeit auf Pippo's und des Pilgers Bewegungen aufmerksam war, behielt er doch eine vollkommene äußere Ruhe. Fest in seinem Entschluß, in seinem mannhaften Berufe an ungewöhnliche Anstrengungen gewöhnt und seiner großen Körperkraft sich bewußt, war er der Mann nicht, der leicht den Muth verlor. Das Benehmen der Gefährten Maso's war freilich der Art, daß es seine Besorgnisse hinsichtlich ihrer nicht vermehrte, denn bei der Nachricht von dem Morde traten sie vor ihm zurück, als schauderten sie vor der Hand, welche die That vollbracht haben konnte. Sie beriethen sich leise und gaben dann im Rücken des Italieners Sigismund Zeichen, daß sie, wenn es nöthig wäre, zu seinem Beistande bereit wäre. Er bemerkte dieses Zeichen mit Freuden, denn obgleich er wußte, daß sie Schelme waren, kannte er doch den Unterschied zwischen kecker Lasterhaftigkeit und gewöhnlicher Schurkerei hinreichend, um zu glauben, sie würden wenigstens in diesem Falle nicht falsch handeln.

»Du wirst in das Kloster zurückkehren, Maso,« hob der junge Krieger wieder an, der gern einen Streit mit einem Menschen vermeiden wollte, der sich ihm und denen, die er liebte, so nützlich erwiesen hatte, obgleich er entschlossen war, sich dessen zu erledigen, was er für eine gebieterische Pflicht erachtete. »Dieser Pilger und sein Freund werden uns Gesellschaft leisten, damit alle, wenn wir den Berg verlassen, ohne Vorwurf und Verdacht von hier scheiden.«

»Signor Sigismondo, der Vorschlag ist gut; er hat einen Anstrich von Vernunft, ich gebe es zu; aber er ist unglücklicherweise nicht im Einklang mit meinen Interessen. Ich habe einen mißlichen Auftrag übernommen, und bereits zu viel Zeit unterwegs verloren, um ohne guten Grund noch mehr zu vergeuden. Ich habe großes Mitleid mit dem armen Jacques Colis –«

»Ha – du kennst also den Namen des Unglücklichen – deine unselige Zunge hat dich verrathen, Maso!«

Maso war abermals unruhig. Seine Züge verriethen es, denn er blickte wild, wie Jemand, der in einer wichtigen Sache sich eines großen Versehens schuldig gemacht hat. Sein olivenfarbenes Gesicht wurde bleich und Sigismund glaubte, er schlage das Auge vor seinem festen Blicke nieder. Die Erregung war aber vorübergehend und sich schüttelnd, als wolle er eine Schwäche abwerfen, nahm er wieder sein natürliches und gefaßtes Wesen an.

»Du antwortest nicht?«

»Signore, ich habe geantwortet. Meine Geschäfte sind dringend und mein Besuch in dem Kloster des San Bernardo ist abgethan. Mein Weg führt nach Aosta und ich werde mich freuen, Eure Aufträge an Giacomo auszurichten. Ich darf nur einen Schritt thun, so bin ich im Bereiche des Hauses Savoyen, und mit Eurer Erlaubniß, Signor Capitano, will ich ihn jetzt thun.«

Maso schritt ein wenig seitwärts, in der Absicht, an Sigismund vorüber zu kommen, als Pippo und Konrad sich von hinten auf ihn warfen, und seine Arme mit ihrer ganzen Kraft an seine Seiten drückten. Das Gesicht des Italieners wurde schwarzgelb und er lächelte mit dem Haß und der Verachtung eines wild Ergrimmten. All seine Kraft sammelnd, raffte er sich plötzlich mit der Stärke und dem Muthe eines Löwen auf und rief:

»Nettuno?«

Der Kampf war kurz aber ungestüm. Als er endigte, lag Pippo blutend mit zerschelltem Kopfe an dem Felsen und der Pilger keuchte neben ihm, von dem Thiere schrecklich gepackt. Maso selbst stand entschlossen da, obgleich blaß und zürnend, wie einer, der alle seine physischen und geistigen Kräfte gesammelt hat, um einem solchen Begebniß entgegen zu treten.

»Bin ich ein wildes Thier, daß man den Abschaum der Erde auf mich hetzt?« rief er: »willst du mir etwas anhaben, Signor Sigismondo, so erhebe deinen eignen Arm, aber schlage nicht mit den Händen dieser elenden Würmer; du wirst einen Mann in mir finden, der an Kraft und Muth wenigstens deiner nicht unwürdig ist.«

»Der Angriff auf dich geschah nicht auf mein Geheiß noch auf meinen Wunsch, Maso,« erwiederte Sigismund erröthend. »Ich halte mich für stark genug, dich festzuhalten und, wenn nicht, so kommen dort Helfer, denen Widerstand zu leisten du kaum für klug halten wirst.«

Sobald der Kampf begann, war der Augustiner auf einen Fels getreten, wo er ein Zeichen gab, das alle Hunde aus dem Kloster rief. Diese mächtigen Thiere kamen nun in einem Haufen daher, durch ihren Instinkt belehrt, daß hier ein Streit vorgehe. Nettuno ließ den Pilger augenblicklich los und stand bedrängt da, zu treu, um seinen Herrn in der Noth zu verlassen und der Kräfte, die ihm entgegen standen zu bewußt, um einen so ungleichen Kampf zu wünschen. Glücklicherweise bewies sich des alten Uberto's Freundschaft als der Schutz des edlen Thieres. Als die jüngern Hunde ihren Altvater zum Frieden gestimmt sahen, ließen sie von ihrem Angriff ab, wenigstens eine zweite Aufforderung erwartend. Mittlerweile hatte Maso Zeit um sich zu schauen, und weniger unter dem Einfluß der Ueberraschung und der Leidenschaft als dies bisher der Fall war, seinen Entschluß zu fassen.

»Signore,« sagte er, »da es Euch so beliebt, will ich zu den Augustinern zurückkehren. Aber ich verlange als eine Folge einfacher Gerechtigkeit, daß, wenn man mich wie ein Raubthier mit Hunden hetzt, alle, welche in derselben Lage wie ich befunden worden, demselben Urtheil unterworfen werden. Dieser Pilger und der Neapolitaner kamen gestern den Berg herauf, wie ich, und ich begehre, daß sie verhaftet werden, bis auch sie Auskunft von sich geben können. Es wird nicht das erste Mal sein, daß wir Bewohner desselben Gefängnisses sind.«

Konrad bekreuzigte sich in Unterwürfigkeit, und weder er noch Pippo erhoben einen Einwand gegen die Maßregel. Jeder gestand im Gegentheil frei zu, es sei nicht mehr als billig.

»Wir sind arme Reisende, welche bereits viele Widerwärtigkeiten betroffen haben, und wohl sind wir bedrängt, das Ziel unserer Wanderschaft zu erreichen,« sagte der Pilger; – »damit aber Gerechtigkeit geübt werde, unterwerfen wir uns ohne Murren. Ich bin jedoch mit den Sünden Vieler, außer meinen eigenen, beladen, und der heilige Petrus weiß, daß die letztern nicht klein sind. Dieser fromme Mönch wird Sorge tragen, daß in der Klosterkirche für die, welche mich auf die Pilgerschaft sendeten, Messen gelesen werden; ist dies gebührend vollbracht, bin ich ein Kind in Euern Händen.«

Der gute Augustiner gab die Bereitwilligkeit des Klosters, für alle, die dessen bedürftig, zu beten, unter dem einzigen Vorbehalt zu erkennen, daß sie Christen seien. Durch dieses freundschaftliche Einverständniß war der Friede unter ihnen nun hergestellt, und man schlug sofort den Weg ein, welcher in das Kloster zurückführte. Als man das Gebäude erreicht hatte, wurde Maso mit den zwei Reisenden, die man in seiner Gesellschaft gefunden hatte, in einem der Gemächer des festen Baues verwahrt, bis die Rückkehr des Schlüsselmeisters sie in den Stand setzen würde, ihre Unschuld darzuthun.

Sigismund ging, mit sich in Betracht der Rolle, die er bei diesem Vorgang gespielt hatte, zufrieden, in die Kirche, wo in dieser frühen Stunde mehrere Mönche für die Seelen der Lebenden und Verstorbenen ihre Messen lasen. Hier empfing er einige Zeilen von Signor Grimaldi, welche ihn von der Verhaftung seines Vaters und den traurigen Verdachtsgründen benachrichtigten, welche mit dem Vorfall in so natürlicher Verbindung standen. Es ist nicht nöthig, den tiefen Schrecken zu schildern, mit welchem ihn diese Nachricht erfüllte. Nach wenigen Minuten bittern Schmerzes dachte er der Dringlichkeit, seine Schwester sobald als möglich mit der Wahrheit bekannt zu machen. Jeden Augenblick konnte die Gesellschaft von der Zuflucht anlangen, und durch Zögern vermehrte er nur die Gefahr, Christinen durch einen Andern von dem schrecklichen Vorfall unterrichtet zu sehen. Sobald er daher sich hinreichend gefaßt hatte, suchte er Adelheid zu sprechen.

Fräulein von Willading erschrack bei dem ersten Blick, den sie auf ihn warf, vor den bleichen Zügen und der zerstörten Miene des jungen Kriegers.

»Du hast dich von diesem unerwarteten Schlage ungewöhnlich ergreifen lassen, Sigismund,« sagte sie lächelnd und ihm ihre Hand bietend, denn sie fühlte, daß die Umstände der Art waren, daß kalte und herzlose Formen dem Gefühle und der Innigkeit weichen mußten. »Deine Schwester ist ruhig, wenn nicht glücklich.«

»Sie kennt das Schlimmste nicht – sie muß noch den fürchterlichsten Theil der Wahrheit erfahren. Adelheid, sie haben Jemanden bei den Leichen im Todtenhause gefunden und führen ihn jetzt als den Mörder des armen Jacques Colis hierher!«

»Noch einen?« rief Adelheid, vor Schrecken bleich werdend; »wir scheinen von Mördern umgeben zu seyn!«

»Nein – es kann nicht wahr sein! Zu gut kenne ich meines armen Vaters milde Gemüthsart, – seine gewöhnliche Zärtlichkeit gegen alle, die um ihn sind, seinen Schrecken vor dem Anblick des Blutes, selbst bei seinem verhaßten Geschäft!«

»Sigismund, dein Vater!«

Der junge Mann seufzte. Er bedeckte das Gesicht mit seinen Händen, und sank auf einen Stuhl. Die fürchterliche Wahrheit fing an mit allen ihren Ursachen und Folgen vor Adelheid aufzudämmern. Auch sie sank auf ihren Sitz zurück und blickte lange in stummem Schrecken auf die krampfhaft erregte Gestalt Sigismund's. Es schien ihr, als wenn die Vorsehung, um eines großen aber verborgenen Zweckes willen, sie alle mit mehr als der doppelten Summe ihres Zornes heimsuchen wolle und daß eine Familie, welche so viele Geschlechter hindurch geächtet gewesen, jetzt den Gipfel ihres Elendes erreichen sollte. Doch ihr treues Herz blieb dasselbe. Im Gegentheil, ihr lange gehegter und geheimer Vorsatz erstarkte noch durch diesen plötzlichen Anruf an ihre edeln und hochherzigen Gefühle, und nie war ihr Entschluß, sich, ihr Leben und alle ihre so sehr beneideten Hoffnungen zu opfern, um ihn für die unverdienten Kränkungen zu trösten, so fest und stark, wie in diesem Augenblicke der Prüfung.

Nach kurzer Zeit gewann Sigismund so viel Gewalt über sich, daß er im Stande war, das Vorgefallene zu erzählen. Sie besprachen sich nun über die geeignetesten Mittel, Christine mit dem bekannt zu machen, was sie durchaus erfahren mußte.

»Sage ihr die einfache Wahrheit,« fügte Sigismund hinzu: »sie kann nicht lange verborgen bleiben und es ist am besten, wenn sie unterrichtet ist, aber sage ihr auch, daß ich von unseres Vaters Unschuld fest überzeugt bin. Gott hat ihn aus einem seiner unerforschlichen Zwecke, welche dem menschlichen Scharfblicke trotzen, zum gemeinen Scharfrichter gemacht; aber sein Fluch hat sich nicht so weit erstreckt. Glaube mir, theuerste Adelheid, eine so sanfte, taubengleiche Natur ward nimmer geschaffen, wie die des armen Balthasar's – des verachteten und verfolgten Balthasar's. Ich habe meine Mutter oft von den Schreckens- und Leidens-Nächten erzählen hören, die dem Tage vorangingen, an welchem er die Pflichten seines Amtes erfüllen mußte, und oft habe ich diese bewundernswürdige Frau, deren Geist unser unverdientes Loos viel standhafter erträgt, sagen hören, sie habe häufig gebetet, er und alle die Ihrigen möchten lieber sterben, als daß ein so sanfter und harmloser Mann wieder den schrecklichen Kampf kämpfen sollte, den sie mitangesehen.«

»Es ist ein Unglück, daß er gerade in einem so unseligen Augenblick hier sein muß! Welcher unglückliche Beweggrund mag deinen Vater zu einer so ungewöhnlichen Zeit hierher geführt haben?«

»Christine wird dir sagen, daß sie ihn in dem Kloster zu sehen erwartete. Wir sind ein geächtetes Geschlecht, Fräulein von Willading, aber wir fühlen menschlich.«

»Theurer Sigismund –«

»Ich fühle, daß ich ungerecht bin und kann nur um Verzeihung bitten. Aber es gibt Augenblicke so heftiger Erregung, daß ich oft nahe daran bin, alle Geschöpfe meiner Gattung als gemeinsame Feinde anzusehen und zu behandeln. Christine ist die einzige Tochter, und du selbst, geliebte Adelheid, gut, gehorsam und innig, wie ich dich kenne, bist dem Freiherrn von Willading nicht theurer, als es meine Schwester uns ist. Ihre Eltern haben sie deiner großmüthigen Güte überlassen, weil sie glaubten, es sei zu Christinens Glück; aber die Trennung zerriß ihre Herzen. Du wußtest es nicht, aber Christine sagte hier am Berge zu Liddes, ihrer Mutter das letzte Lebewohl, und sie kamen überein, daß ihr Vater, bis sie den Col sicher überschritten, in ihrer Nähe bleiben und zu Aosta von ihr Abschied nehmen sollte. Fräulein von Willading, Ihr reis't in Stolz, umgeben von vielen Beschützern, welche sich geehrt fühlen, Euch einen Dienst zu erweisen; aber der Gedemüthigte und Verfolgte darf seinen innigsten Gefühlen nur verstohlen und unbeachtet Raum geben. Balthasar's Liebe und Zärtlichkeit würde bei dem großen Haufen für Spott gelten. So ist der Mensch in seinen Ansichten und Grundsätzen, wenn das Unrecht die Stelle des Rechtes einnimmt.«

Adelheid sah, daß der Augenblick eindringendern Trost nicht begünstigte und enthielt sich daher jeder Erwiederung. Sie freute sich jedoch, die Anwesenheit des Scharfrichters so befriedigend gerechtfertiget zu sehen, obgleich die allgemeine Schwäche der menschlichen Natur, welche oft so rasch unsere edelsten Gefühle verkehrt, und die schreckliche Wahrscheinlichkeit, daß Balthasar, der durch die gezwungene Trennung von seiner Tochter tief ergriffen war, bei dem zufälligen Zusammentreffen mit dem Manne, welcher sie veranlaßt, einem ungestümen Triebe des Widerwillens und der Rache sein Ohr geliehen habe, nicht alle Besorgnisse von ihr entfernten. Sie sah auch, daß Sigismund, trotz seines allgemeinen Vertrauens in die Grundsätze seines Vaters, ein Begebniß dieser Art peinlich ahnte, und während er mit der größten Zuversicht von der Unschuld des Angeklagten sprach, dem Schlimmsten entgegen sah. Die Unterredung war bald geendigt und sie schieden, indem jedes bestrebt war, wahrscheinliche Gründe für das Vorgefallene zu ersinnen.

Bald darauf langte die Gesellschaft von der Zuflucht an. Die nöthigen Erläuterungen und eine ausführliche Erzählung alles dessen, was sich begeben hatte, folgten nun. Der Prior des Klosters und die zwei alten Edeln pflogen Rath und besprachen ruhig und bedächtig die Schritte, welche der Vorfall nöthig machte.

Das Ergebniß wurde erst mehrere Stunden später bekannt; man kündigte allgemein im Kloster an, eine ernste und gesetzliche Untersuchung aller Thatsachen werde möglichst bald statt finden.

Der Col des St. Bernhard liegt, wie bereits gesagt worden, innerhalb der Grenzen des jetzigen Cantons Wallis, damals eines zugewandten Ortes. Das Verbrechen fiel demnach der Gerichtsbarkeit dieses Cantons anheim, da Wallis aber in dieser Weise mit der Schweiz verbündet war, bestand ein so inniges Verhältniß zwischen beiden, daß selten in den Bezirken des einen Cantons ein wichtiges Verfahren gegen einen Bürger des andern eingeleitet ward, ohne auf die Gefühle und Rechte der Heimath des Angeschuldigiten die größte Rücksicht zu nehmen. Man sandte daher Boten nach Vevay, um die Behörden jenes Ortes von einer Angelegenheit in Kenntniß zu setzen, welche die Verhaftung eines Dieners des großen Cantons (denn ein solcher war Balthasar) zur Folge und einem Waadtländer das Leben gekostet hatte. Andererseits ging eine ähnliche Mittheilung nach Sion (beide Städte lagen in gleicher Entfernung von dem Kloster) mit so dringenden Einladungen an die Behörden, sich zu beeilen, wie man sie für nöthig erachtete, um eine unmittelbare Untersuchung zu veranlassen. Melchior von Willading setzte in einem Brief an seinen Freund, den Landvogt, die Unmöglichkeit, in einer so späten Jahreszeit mit Adelheid zurückzukehren, die Wichtigkeit der Anwesenheit dieses Beamten, und alle die Umstände auseinander, welche der Verwirklichung seiner Wünsche zu statten kommen konnten, während der Vorstand des Klosters es übernahm, der Regierung seiner Republik Vorstellungen zu gleichem Zwecke zu machen. Die Rechtspflege wurde in jener Zeit nicht so frei und offen gehandhabt, wie in unsern Tagen, und die in der alten Welt damit Beauftragten üben jetzt noch eine Behutsamkeit, welche wir nicht gewöhnt sind, ihnen zugemuthet zu sehen. Ihr Verfahren war in Dunkelheit gehüllt, indem man die blinde Göttin weit öfter durch ihre Aussprüche als durch ihre Grundsätze kennen lernte, und das Geheimniß wurde damals als eine wichtige Stütze der Macht angesehen.

Mit dieser kurzen Auseinandersetzung verlegen wir die Zeit der Handlung auf den dritten Tag nach der Ankunft der Reisenden im Kloster und verweisen, in Betreff dessen, was er brachte, die Leser auf das folgende Kapitel.


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