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Der Preller

Edgar Wallace: Der Preller - Kapitel 7
Quellenangabe
authorEdgar Wallace
titleDer Preller
publisherWilhelm Goldmann Verlag
printrun14. Auflage
year1982
isbn3-442-00116-1
firstpub
translatorArthur A. Schönhausen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20161214
projectid29b290b9
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Engster Wettbewerb und seine Folgen

Mrs. Millicent K. Yonker hieß die unmäßig reiche Dame, die 496 Fortman Square wohnte und das Palais des Earl von Brandsham gemietet hatte. Sie besaß einen großen Automobilpark, eine Loge in der Königlichen Oper und nannte alle die anderen Kleinigkeiten ihr eigen, die dazu dienen, das Leben einer Frau zu verschönen. Ihre Freunde kannten sie jedoch unter dem Namen ›Milwaukee Meg‹ als die beste Bauernfängerin, die je in den USA ihr Unwesen getrieben hatte. Sie war eine schlanke, recht ansehnliche junge Person mit hübschen, vielleicht etwas zu hellen Augen und reichem, rotgoldenem Haar.

Sie saß gerade in ihrem künstlerisch ausgestatteten Boudoir, als sich ein junger Mann bei ihr melden ließ. Mit sachverständigen Augen musterte er die wundervolle Perlenkette, die den schlanken Hals der Hausherrin umschloß, warf abschätzende Blicke auf die kostbaren Brillantringe, die ihre Finger schmückten, und musterte mit Kenneraugen die liebreizende Gestalt der Dame.

»Mr. Anthony Smith?« fragte sie. »Sie sind Berichterstatter des ›Daily Megaphone‹, nicht wahr?«

Sie sprach mit dem breiten amerikanischen Akzent. Der Besucher verbeugte sich, und Mrs. Yonker fuhr fort:

»Sie wollten mich wegen des Wohltätigkeitsbasars interviewen, den ich zu veranstalten beabsichtige?«

»Nein, eigentlich nicht. Es handelt sich mehr um Mr. Seton Kerriman, über den ich von Ihnen einige Auskünfte zu erhalten wünsche, Mrs. Yonker«, gab der Reporter zurück.

Falls er geglaubt hatte, die Dame würde bei Nennung des Namens erschrecken oder gar erblassen, so hatte er sich getäuscht. Sie beschränkte sich auf ein leichtes Stirnrunzeln.

»Mr. Seton Kerriman?« wiederholte sie nachdenklich. »Der Name klingt mir bekannt.«

»Es ist der Herr, der sich gestern im ›High Cross‹ Hotel erschoß«, half ihr Anthony Smith auf die Sprünge.

»Entsetzlich! Warum aber kommen Sie zu mir? Ich kenne ihn doch gar nicht.«

»Doch, ich glaube, ja. Darf ich mich setzen?«

Sie nickte zustimmend.

»Wie kommen Sie auf die Idee, daß mir der Mann bekannt war?« erkundigte sie sich.

»Weil ich weiß, daß er vor drei Tagen mit Ihnen speiste, und mir weiter bekannt ist, daß Sie vorige Woche mit ihm zusammen das Theater besuchten und er nur deshalb von Leicester nach London kam, um Ihnen, damit Sie schweigen, fünftausend Pfund in bar auf den Tisch zu zahlen.«

Wieder nur ein leichtes Stirnrunzeln.

»Damit ich schweige?« fragte Mrs. Yonker verwundert. »Das klingt recht romantisch.« Die Ironie war unverkennbar. »Schweigegeld? Weswegen denn, Mr. Smith?«

»Weil Sie durch Ihre Leute ausfindig gemacht hatten, daß der unglückselige junge Mann in Südafrika im Zuchthaus gesessen hatte. Das war, ehe er die Hinterlassenschaft seines Onkels antrat. Seit drei Jahren zahlte er Ihnen ein jährliches Schweigegeld von fünftausend Pfund, fällig jeweils am 21. Juni. Zum Selbstmord wurde er durch Ihre kürzlich an ihn gestellte Forderung von fünfundzwanzigtausend Pfund getrieben.«

Sie zuckte nicht einmal zusammen, als sie diese wuchtigen Anschuldigungen hörte. Mit einem leichten Lächeln des Spottes musterte sie ihn.

»Klug, sehr klug«, murmelte sie. »Wie ist es Ihnen denn gelungen, das alles herauszubekommen?«

»Das hat ja mit der Sache selbst nichts zu tun«, wies Anthony die Frage zurück.

»Jetzt hören Sie mir mal gut zu.« Ihre Wangen röteten sich leicht. »In London treibt sich seit einiger Zeit ein Gauner herum, der die Ganoven um die Früchte ihrer Arbeit prellt. Man kennt ihn unter der Bezeichnung ›Preller‹. Haben Sie schon etwas von ihm gehört?«

»Jawohl.«

Sie spielte mit ihrem Spitzenkragen und fuhr fort, ohne Anthony auch nur einen Blick zuzuwerfen:

»Sein Beruf besteht darin, daß er arme Gauner, die endlich einmal einen Coup gelandet haben, beschwindelt und hereinlegt. Glauben Sie nicht, daß es begreiflich wäre, wenn er seine Tätigkeit nunmehr auch auf – hm – Erpresser ausdehnt?« Sie blickte ihn starr an: »Ich meine, Erpresser zu erpressen versucht?« Er antwortete nicht. »Nun?« fragte sie.

Jetzt erst lächelte er. – »Zwanzigtausend Pfund Schweigegeld, Mrs. Yonker«, sagte er. Sie nickte.

»Dachte ich es mir doch!« Lachend schritt sie ihrem Pult zu. »Mein lieber, guter Preller«, sagte sie und wandte ihm ihr Gesicht zu. »Sie halten mich für klug genug, das viele Geld zu verdienen, das Sie vorhin erwähnten ... Und ich sollte mich von einem Fremden, mit dem ich das erstemal in meinem Leben zusammenkomme, so ins Bockshorn jagen lassen?«

Anthony stimmte in ihr Lachen ein.

»Im Gegenteil, Mrs. Yonker«, erwiderte er. »Ich halte Sie für eine sehr vorsichtige Person. Hinter jener Tür dort« – er wies auf eine durch einen Vorhang verhüllte Öffnung in der einen Wand – »wartet Mr. van Deahy, einer Ihrer privaten Beschützer. Durch klug versteckte Gucklöcher beobachtet uns ein zweiter Wächter, Mr. Thomas Sethern, ebenfalls bei Ihnen in Lohn und Brot.«

»Wirklich wunderbar, wie Sie das erraten haben«, spottete sie. »Aber ich bin über Ihre Kenntnisse gar nicht so überrascht, wie Sie zu glauben scheinen. Ich wußte, daß ein Mann, der einen Ruf wie Sie genießt, sich über die Lage der Dinge vorher eingehendst unterrichten würde.« Sie öffnete ein auf dem Rauchtisch liegendes Etui, brannte sich eine Zigarette an und bot auch ihm eine Zigarette an.

»Sie könnten doch eigentlich mit uns zusammenarbeiten«, schlug sie vor.

»Ich muß leider verzichten«, gab er ironisch zurück. Er schob das Etui zur Seite. »Dieser Verzicht erstreckt sich sowohl auf Ihr Angebot der Mitarbeit als auch auf die präparierte Zigarette, die Sie mir eben anboten. Mich interessiert für den Augenblick mehr Ihre Entscheidung über das Schweigegeld.«

»Darauf kann ich Ihnen sofort Antwort geben«, meinte sie. »Sie werden es nicht bekommen.«

Ein leises Klopfen drang an Anthonys Ohr. Es kam aus der Richtung des Vorhangs, auf den er die Hausherrin hingewiesen hatte.

»Ich werde mich mit meinen Freunden beratschlagen«, erklärte nun Mrs. Yonker, die ebenfalls das Klopfen gehört zu haben schien. »Wie Sie vorhin ganz richtig bemerkten, befindet sich jemand im Nebenzimmer.«

Anthony verbeugte sich, und Mrs. Yonker verließ ohne ein weiteres Wort den Raum. Sie blieb nur kurz weg.

»Mein Freund stimmt Ihrem Verlangen zu, Mr. Preller«, sagte sie. »Er glaubt zwar, daß die verlangte Summe unverschämt hoch ist, will sie Ihnen aber trotzdem bezahlen, wenn er eine Garantie haben kann, daß Sie uns in Ruhe lassen werden.«

»Diese Bürgschaft werde ich Ihnen wohl kaum geben können«, erklärte der Besucher. »Im Gegenteil, ich muß Sie bitten, England auf dem allerschnellsten Wege zu verlassen. Das Geld, das Sie mir zu geben haben, ist eigentlich der Kaufpreis für Ihre Freiheit und nichts weiter.«

»Gut. Kommen Sie heute abend um acht Uhr wieder. Nein, wir haben nicht so viel Geld im Haus, denn, wie Sie sich denken können, haben wir Angst vor ungebetenen Abnehmern.« Sie erhob sich. »Also um acht Uhr.«

Anthony verließ das Haus nicht so ruhig, wie er es vor kurzer Zeit betreten hatte. Die Bereitwilligkeit Mrs. Yonkers, ihm den Betrag von zwanzigtausend Pfund zu bezahlen, beunruhigte ihn. Als er das Hotel erreichte, beriet er sich mit Paul, der ihn erwartet hatte.

»Die ganze Sache ging viel zu glatt«, meinte er. »Sie hat noch irgendeinen Trumpf in der Hand.«

»Ich glaube, in diesem besonderen Fall hast du es an Diplomatie fehlen lassen«, erklärte Paul mit leichtem Vorwurf. »Du entdeckst eine Erpresserbande, und statt ihr mit allen deinen Künsten zu Leibe zu rücken, eröffnest du den Angriff ohne jede Vorsichtsmaßregel. Hältst du Mrs. Yonker für so dumm, daß sie auf den ersten Anhieb klein beigibt?«

Anthony schüttelte verneinend den Kopf.

»Mit der Art Frauen, zu denen sie gehört, kannst du nur etwas auf direktem Wege erreichen, Paul«, gab er zu bedenken. »Der Aufbau ihrer Bande ist so vollkommen wie nur möglich. Ihr Aufklärungsdienst ist organisiert wie kein zweiter. Mich hat sie ja auch sofort erkannt. Auf welche Weise, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis.«

Nachdenklich schritt er im Zimmer auf und ab.

»Diesmal habe ich eine Aufgabe«, fuhr er fort, »die anscheinend nicht so leicht zu lösen ist wie sonst. Milwaukee Meg, alias Mrs. Yonker, befaßt sich ja nicht nur mit Erpressungen, sondern hat auch mit der Seltzerbande zu tun.«

»Wie kommst du auf diesen Gedanken?« fragte Paul überrascht. »Ich glaubte bisher, die Seltzerbande befasse sich nur mit Banknotenfälschungen und arbeite auf eigene Faust. Meiner Meinung nach würde Meg kaum so sorglos vorgehen, wenn das, was du vermutest, der Fall wäre. Die Polizei ist ja den Seltzers scharf auf den Fersen. Deshalb wolltest du ja auch mit jener Gesellschaft nichts zu tun haben, Anthony!«

»Das stimmt«, gab der andere zu. »Du weißt, daß es zu meinen unverbrüchlichen Regeln gehört, niemals eine Bande zu neppen, hinter der die Polizei her ist. Es könnte mir sonst passieren, daß ich mit den Verfolgten zusammen ins Netz gerate. Nein, nein«, sagte er nachdenklich, »die Sache ging mir zu glatt. Macht euch fertig, heute abend zu rücken! Gib Sandy Bescheid, daß er mit dem großen Wolseley-Wagen an der Ecke des Fortman Square wartet. Du bleibst bei ihm und paßt auf, für den Fall, daß irgend etwas Unvorhergesehenes passiert. Ich werde meinen Revolver mitnehmen, sicher ist sicher.«

Man ließ den Preller ohne weiteres bei Mrs. Yonker vor. Sie begrüßte ihn mit einem Lächeln. Bei seinem Eintritt erhob sie sich von der Chaiselongue, auf der sie gelegen hatte.

»Nun?« Sie blickte an ihrem Besucher vorbei, und als er der Richtung ihrer Blicke folgte, sah er auf dem Tisch einen Stapel Banknoten liegen. »Dort liegt Ihr Raub, Sie – Gauner!«

Anthony warf einen Blick auf die Bündel.

»Hoffentlich sind es echte«, sagte er anzüglich.

»Hatten Sie etwas anderes erwartet?«

»Eigentlich ja. Ich glaubte, Sie wollten mir einige Muster der Künstlerschaft von Seltzers Bande andrehen.«

Sie schien seine Worte als guten Witz zu betrachten.

»Zählen Sie die Banknoten«, bat sie. »Ich will sie Ihnen gern zusammenpacken, wenn Sie fertig sind.«

Sobald er die Banknoten gezählt hatte, nahm sie sie ihm ab und packte sie in ein großes Kuvert, dessen Klappe sie zuklebte.

Anthony streckte schon seine Hand nach dem Umschlag aus, als ihn eine schrille Stimme aufhorchen ließ.

»Hände hoch!«

Betroffen wandte sich Anthony um. Ohne daß Mrs. Yonker es bemerkt hatte, hielt er schon seinen Revolver in der Rechten. Das Zimmer war leer, nur das Schnattern eines in der Zimmerecke untergebrachten Papageis belehrte den Preller, von wem der Zuruf stammte. Das Lachen der Hausherrin setzte Anthony einigermaßen in Verlegenheit.

»Sie fürchten sich doch nicht etwa vor einem Papagei?«

»Das war nicht die Stimme des Vogels«, gab er zurück. Er steckte den Umschlag mit den Banknoten in seine Tasche.

»Die arme Polly«, meinte sie lachend. »Sie würde stolz sein, wenn sie wüßte, daß sie den großen Preller ins Bockshorn gejagt hat. Stecken Sie ruhig Ihren Revolver ein, mein lieber Freund.«

»Ich ziehe vor, ihn schußbereit zu haben.«

Erst als die Tür hinter ihm ins Schloß fiel, steckte er die Waffe wieder ein. Als er die Treppe zur Straße hinunterschritt, sah er eine Anzahl Männer auf das Haus zukommen; ein uniformierter Polizist befand sich unter ihnen.

Das also war die Falle, die man für ihn vorbereitet hatte! Ein Lichtschein traf sein Auge. Er stammte von Pauls Taschenlampe und machte ihn auf die drohende Gefahr aufmerksam. Der erste der Männer streckte schon seine Hand nach Anthony aus. Anthony bückte sich rasch, und dadurch entkam er seinem Häscher. Ohne sich auch nur ein einziges Mal umzusehen, raste der Preller der Straßenecke zu, wo er seinen Wagen wußte. Von allen Seiten erklangen die Pfeifensignale der überlisteten Polizeibeamten. Im selben Augenblick erreichte Anthony das Auto, an dessen Steuer ihn Sandy startbereit erwartete. Paul hielt die Tür offen, und wenige Augenblicke später raste der Wagen die Oxford Street entlang, dem Soho Square und der Charing Cross Road zu.

»Bieg links ein, Sandy«, befahl Anthony. »Es wird eine Zeitlang dauern, ehe das Überfallkommando unterwegs ist. Wenn wir Glück haben, wird es uns gelingen, aufs Land hinauszugelangen.«

»Hast du das Geld?« erkundigte sich Paul.

»Ja, hier ist es.«

Er zog es aus der Tasche und zeigte seinem Verbündeten den Umschlag. Als er das Geld wegstecken wollte und versuchte, das Kuvert zu falten, stieß er auf Widerstand. Er riß den Umschlag auf. Beim Licht der Taschenlampe erkannte er das Hindernis und pfiff überrascht vor sich hin.

Zwei Tage später speiste Mrs. Yonker, alias Milwaukee Meg, mit ihrem Verbündeten Mr. van Deahy. Die Mienen der beiden waren finster.

»Es hat nicht geklappt, Meg«, meinte van Deahy.

»Was willst du damit sagen?«

»Nun, du hattest die Gelegenheit, dem Preller das Handwerk zu legen und gleichzeitig die Polizei von Seltzers Spur abzulenken. Folge mir, Meg, und schaffe Adolph Seltzer so schnell wie möglich aus England heraus. Laß überhaupt die Banknotenfälscherei vorläufig bleiben.«

»Seltzer ist schon weg. Ich werde mich auch nicht mehr mit seinen Sachen befassen«, gab Meg zurück. »Aber daß mir der Preller durchgeschlüpft ist, paßt mir gar nicht. Ich glaubte, ich hätte ihn sicher. Als du ›Hände hoch‹ brülltest, vertauschte ich die Umschläge, und er steckte den seinen in die Tasche, ohne zu wissen, daß er genügend falsche Banknoten mit sich trug, um dafür zehn Jahre Zuchthaus zu bekommen. Um ganz sicher zu gehen, hatte ich ihm noch eine Druckplatte der Seltzers mit eingepackt. Ich kann nicht verstehen, daß die Polizei ihn entkommen ließ. Hast du wirklich rechtzeitig angerufen?«

Van Deahy nickte.

»Er hat eben Schwein gehabt und ist durchgerutscht. Nimm dich in acht vor ihm, Meg, er wird versuchen, sich zu revanchieren.«

Sie lachte und warf einen Blick auf ihre juwelengeschmückte Armbanduhr.

»Wenn wir uns nicht beeilen, werden wir die Ouvertüre versäumen«, meinte sie. Dann zeigte sie ihrem Gast ein herrliches Handtäschchen, wie es Damen der ersten Gesellschaft im Theater zu tragen pflegen.

»Donnerwetter!« staunte er. »Wo hast du denn das her?«

»Ein unbekannter Bewunderer hat es mir zugeschickt. Es muß einige hundert Pfund gekostet haben. Sieh dir nur das Diamantenschloß an!« Sie öffnete die Tasche und zeigte ihm das Innere der Tasche: »Und dieser Spiegel! Ist er nicht herrlich?«

Van Deahy zahlte, und die beiden traten ins Vestibül hinaus. Die Vorstellung schien schon begonnen zu haben, denn das Vestibül war leer. Nur drei Herren standen vor der Tür. Als Mrs. Yonker erschien, traten sie auf sie zu.

»Entschuldigen Sie, meine Dame«, redete sie der eine an. »Ich bin Inspektor Colforth von Scotland Yard. Wir haben einen Brief bekommen, wonach Sie mit der Seltzerbande in Verbindung stehen. Der eine der Seltzers wurde heute in Dover verhaftet.«

Nicht ein Wimperzucken verriet die Gefühle Megs. Sie sah ihn mit großen Augen an.

»Das ist Unsinn, was Sie da gegen mich vorbringen«, sagte sie.

»Die Denunziation gibt weiter an, daß Sie gefälschte Banknoten mit sich herumtrügen.« Er wies auf die Handtasche: »Und zwar wurde berichtet, daß Sie die Noten in diesem Täschchen verborgen hätten. Außerdem soll sich auch eine Druckplatte der Noten in der Tasche befinden, versteckt hinter einem Spiegelchen.«

Sie nahmen ihr die Tasche weg und fanden die beschriebenen Gegenstände.

Ohne mit der Wimper zu zucken, hörte sich Milwaukee Meg einige Wochen später das Urteil an, das der Schwurgerichtsvorsitzende über sie sprach. Erst als sie abgeführt wurde, um die verhängte Zuchthausstrafe anzutreten, ließ sie eine Bemerkung fallen, die den meisten im Saal Anwesenden ein Rätsel war.

»Mit dem Preller werde ich abrechnen, sobald ich herauskomme«, hatte sie laut und ungeniert gesagt.

»Viel Spaß dabei, geliebte Freundin«, gab Anthony zurück und erhob sich von dem Sitzplatz, den er im Saal während der Verhandlung innegehabt hatte.

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