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Der Preller

Edgar Wallace: Der Preller - Kapitel 18
Quellenangabe
authorEdgar Wallace
titleDer Preller
publisherWilhelm Goldmann Verlag
printrun14. Auflage
year1982
isbn3-442-00116-1
firstpub
translatorArthur A. Schönhausen
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20161214
projectid29b290b9
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Der Zusammenbruch der Billiter-Bank

Eines Abends – die beiden Freunde hatten damals noch ihre Wohnung auf dem Kensington Square inne – kam der Preller mit finsterer Miene nach Hause. Bei seinem Eintritt in das Wohnzimmer warf er eine Zeitung, die er in der Hand gehalten hatte, auf das Sofa.

»Die Billiter-Bank ist pleite«, teilte er Paul mit.

»Wer?« Paul starrte, ihn verwundert an. »Was geht dich das an?«

»Mich nichts«, gab der Preller zurück. »Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß viele arme Leute ihr Hab und Gut verlieren. Ich bin ja nicht so dumm, mein Geld Privatbanken – und besonders der von Billiter – anzuvertrauen. Kennst du den Mann?«

»Nein. Sieht er so hanebüchen aus?«

»Im Gegenteil. Er sieht aus wie ein Heiliger. Na, jedenfalls ist seine Bank pleite.«

»Und Billiter? Was ist mit ihm?«

»Verschwunden, verblüht, verduftet!«

»Und hat wohl das nötige Kleingeld mitgenommen?«

Anthony bestätigte die Vermutung Pauls durch ein kurzes Nicken.

»Seit zwei Tagen ist er auf und davon«, berichtete er. »Erst durch sein Verschwinden ist man ihm auf seine Schliche gekommen. Man untersuchte seine Geschäftsmethoden, prüfte die Bücher und Depots und sah dann die Bescherung. Das ganze Bargeld ist weg. Dazu kommt noch, daß Billiter in den letzten paar Monaten alles zu Geld gemacht hat, was irgendwie möglich war.«

»Nun, und weiter?«

»Die Sache steht so: Mr. Billiter hat gegen achthunderttausend Pfund mitgenommen, worauf alle seine Filialen die Zahlungen eingestellt haben. Die Gläubiger dürften, wenn überhaupt etwas herausspringt, eine Quote von nicht ganz einem Penny pro Pfund erhalten, also ein knappes Viertel Prozent ihrer Forderungen.«

»Die armen Teufel! Glaubst du, daß man seiner habhaft werden wird?«

»Hm ... Er ist ein ganz Geriebener. Schon damals, als ich ihn kennenlernte, hatte ich den Eindruck, daß er ein Mann sei, der nichts ohne langwierige Vorbereitungen unternehmen würde. Deshalb glaube ich zum Beispiel auch nicht an eine Flucht nach Südamerika, denn er wird genauso wie jeder andere wissen, daß man dort am ehesten nach derartigen Leutchen forscht. Er weiß, daß jedes Schiff genau durchsucht werden wird, denn in dieser modernen Zeit des Funks ist es nicht so leicht, von den Britischen Inseln herunterzukommen.«

»Du willst ihn wohl selbst suchen gehen?« fragte Paul.

»Jawohl, und ich werde ihn auch finden. Das ist das wenigste, was ich für die armen Teufel tun kann, die er bestohlen hat. Ich bin der reichste Räuber Englands und kann es mir leisten, meine Zeit und mein Geld der Wiedergutmachung des von Billiter verursachten Elends zu widmen. Achthunderttausend Pfund sind ja für eine Bank nicht viel«, fuhr er nachdenklich fort, »aber man weiß ja noch gar nicht, wie weit seine Unterschlagungen gehen. Warte nur, bis man seine Bücher genau nachgeprüft hat. Das dicke Ende wird schon noch nachkommen.«

Er behielt mit seiner Vermutung recht, denn die nächsten Tage brachten immer neue Hiobsbotschaften für die betrogenen Gläubiger der Bank. Nach kurzer Zeit hatte sich die unterschlagene Summe auf über eine Million Pfund erhöht, und immer noch war kein Ende abzusehen. Die Zeitungsberichte lauteten immer gleich: keine Spur von dem Flüchtling. Am vierten Tag nach dem Zusammenbruch der Bank begab sich Anthony in die einstige Wohnung des flüchtigen Bankiers. Er wurde von der Haushälterin, einer wehmütig aussehenden Dame, empfangen.

»Sind Sie von der Polizei?« lautete ihre erste Frage. »Oder vielleicht gar Berichterstatter?«

»Weder das eine noch das andere«, beruhigte sie Anthony. »Ich gehöre zu den wenigen, die immer noch glauben, daß Mr. Billiter zu Unrecht beschuldigt wird. Im Gegenteil, ich bin der Meinung, daß ihm etwas zugestoßen sein muß.«

Er hatte am selben Morgen in der Zeitung einen Bericht gefunden, der von einem der Journalisten nach einer Unterredung mit der Haushälterin niedergeschrieben worden war. Sie hatte eine gleiche Vermutung ausgesprochen, wie Anthony sie eben geäußert hatte. Allerdings wußte sie nicht, daß der Preller eben deshalb für die Unterredung mit ihr dieses Thema gewählt hatte.

»Vielleicht treten Sie näher, mein Herr«, lud sie den Besucher liebenswürdig ein. Anthony sah sich in einem luxuriös ausgestatteten Wohnraum.

»Vielleicht können Sie mir mitteilen, wann Sie Mr. Billiter zum letztenmal gesehen haben?« eröffnete Anthony das Verhör.

»Am Abend vor seinem Verschwinden«, entgegnete Mrs. Mudge, wie die Haushälterin hieß. »Er verabschiedete sich wie gewöhnlich mit einem Gute-Nacht-Gruß von mir. Am nächsten Morgen trug ich ihm die gewohnte Tasse Tee in sein Schlafzimmer, und erst da bemerkte ich, daß das Zimmer leer und das Bett überhaupt nicht benutzt worden war. Ich dachte mir zunächst nichts dabei, denn mein Herr ging sehr oft zeitig weg. Nur in seinem Nachhausekommen war er regelmäßig wie eine Uhr. Meist fuhr er am Freitag früh weg und kam erst am folgenden Montagabend wieder zurück.«

»So? Seit wann pflegte er denn diese Reisen zu unternehmen?«

»Seit vielen Jahren.« Mrs. Mudge blickte sich um, »Hier spielt irgendein Geheimnis mit, Sir«, flüsterte sie dem Besucher zu. »Zum Beweis werde ich Ihnen etwas zeigen, was nicht einmal die Polizei zu sehen bekommen hat.« Sie stand auf und holte aus dem Schreibtisch einen Gegenstand, den sie Anthony in die Hand legte. Es war ein Karton, der auf allen Seiten mit Bildern aus dem Kinderleben beklebt war.

»Die Polizei glaubt, daß sie klug sei«, höhnte die Frau, »aber sie war doch nicht schlau genug, dies Ding hier zu finden.«

»Wo haben Sie es denn aufgestöbert?« wollte der Preller wissen.

»Ganz hinten in Mr. Billiters Schreibtischschublade.« Sie öffnete den Karton. Er war mit allen möglichen Dingen, angefüllt: Da waren Kinderklappern, Gummisauger für Säuglinge, Schwesternhauben, wollene Babystrümpfe, auch Knochenringe, wie sie den Kindern zum Spielen gegeben werden. Alle Gegenstände trugen noch das Etikett mit den Preisen.

Das sind Muster, flog es Anthony beim Anblick all dieser Sachen durch den Kopf.

»War Mr. Billiter verheiratet?« fragte er die Haushälterin.

»Nein. Bestimmt nicht. Ich habe ihn oft von seiner Freude reden hören, daß er noch Junggeselle sei.«

»Merkwürdig! Diese Sachen sind doch noch ganz neu.«

Nirgends war der Name des Verkäufers oder des Fabrikanten zu finden. Wahrscheinlich kamen die Gegenstände von verschiedenen Firmen, denn die handschriftlichen Preisauszeichnungen wie auch die Art der Etiketten waren alle verschieden. Nichts deutete beim ferneren Durchsuchen des Schreibtisches darauf hin, daß Mr. Billiter vielleicht Vater eines unehelichen Kindes war. Verwundert kehrte Anthony nach Hause zurück. Am nächsten Morgen suchte er in der Bank den Bücherrevisor auf. Die Unterredung verlief resultatlos. Die Frage Anthonys, ob die Bank etwa Fabriken von Babyausstattungen finanziert habe, verneinte der Konkursverwalter mit allem Nachdruck.

»Meine erste Theorie wäre also damit ins Wasser gefallen«, berichtete der Preller seinem Freund Paul.

»Eine Frage, Anthony: Wirst du, wenn du Billiter wirklich findest und ihm das Geld abnimmst, es für dich verwenden?«

»Nein. Das ist einer der Fälle, wo ich wirklich als Wohltäter auftreten würde. Die Leute, die unter derartigen Unterschlagungen zu leiden haben, sind ja eben diejenigen, die es am wenigsten verdienen, gerupft zu werden. Wenn es mir gelänge, dem alten Billiter seinen Raub abzujagen, dann wäre ich unbedingt einer der glücklichsten Briganten Londons.«

»Ich hoffe, daß es dir gelingen wird«, sagte Paul, der nunmehr über den Verwendungszweck der Gelder beruhigt war. Für derartige Rachefeldzüge war er immer zu haben.

Die nächsten Tage brachten dem Preller viel Nachdenken. Hatte Billiter ein Doppelleben geführt? Besaß er irgendwo eine Familie, Frau und Kinder, ohne daß jemand in London eine Ahnung davon hatte? Die regelmäßigen Wochenendreisen schienen auf eine derartige Möglichkeit hinzudeuten. Aber wozu brauchte er Babysachen in derartigen Mengen?

»Du kannst sagen, was du willst«, meinte Paul. »Ich glaube bestimmt, daß er jetzt schon auf dem Weg nach Rio ist.«

»Und ich wiederhole dir: Er ist noch im Land. Ich glaube sogar, daß mich diese Babysachen auf seine Spur führen werden.«

Bei einem neuerlichen Besuch bei Mrs. Mudge erfuhr er noch, daß Mr. Billiter meist vom Victoria-Bahnhof abgefahren war und den Brighton-Zug benutzt habe. Er hatte ihr nämlich eines Tages erzählt, daß der Zug, den er benützt hatte, bei Three Bridges aufgehalten worden war. Da Mrs. Mudge selbst von Horsham stammte, kannte sie den Punkt, den ihr Herr erwähnt hatte, ganz genau. Mr. Josia Billiter mußte sich also innerhalb des Dreiecks befinden, dessen eine Seite von Three Bridges, die zweite von Eastbourne und die dritte von Hove begrenzt war.

»Ein ziemlich weitläufiges Terrain«, meinte Paul.

Auch die Polizei schien eine Theorie zu haben, die von der Anthonys nicht zu weit abwich. Man glaubte, daß Mr. Billiter irgendwo in England eine große Familie unterhalte, ohne daß man früher eine Ahnung davon gehabt hatte.

»Eines aber wissen wir nun gewiß«, meinte Anthony, »und zwar, daß er eine Doppelexistenz geführt haben muß.«

Die beiden nächsten Tage brachte er mit dem Durchsuchen der Zeitungsarchive im Britischen Museum zu. Alle Notizen, die sich auf Wohltätigkeitsveranstaltungen für Kinder bezogen, wurden von ihm Zeile für Zeile überprüft. Endlich machte er eine Entdeckung.

Vor acht Jahren war man wieder einmal mit einem Appell an die Wohltätigkeit des englischen Publikums hervorgetreten. Die Alfriston Baby Kolonie hatte Geld gebraucht, ein Verlangen, das von Zeit zu Zeit wiederholt worden war. Bei allen Gelegenheiten war der Name des Bankiers Billiter als eines der freigebigsten Spender genannt. Immer wieder tauchten die ›Hundert-Pfund-Spenden‹ von Mr. Billiter auf, wenn die Beträge, die von einem philanthropischen Publikum gespendet worden waren, nicht ganz ausreichten, um die notwendige Summe zu vervollständigen. Es hatte den Anschein, als habe der Bankier die Verpflichtung übernommen, etwaige Lücken in den Überweisungen auf sich zu nehmen. Anthony eilte nach Hause, um Paul Bericht zu erstatten.

»Der Gedanke ist nicht übel«, meinte er. »Wenn du gesucht würdest, käme wohl die Polizei zuallerletzt auf die Idee, dich in einer Babykolonie zu vermuten.«

Aber die Nachforschungen verliefen resultatlos. Am nächsten Abend schon betrat Anthony seine Wohnung mit ernster Miene.

»Paul«, sagte er, »der Teufel ist los.«

»So?«

»Während ich hinter Mr. Billiter her war, haben es einige gute alte Freunde von uns auf sich genommen, mich zu jagen. Der Mann, bei dem wir Filmschauspielerei lernen wollten, hat uns wahrscheinlich bei der Schmiere verpfiffen. Ich bin schon den ganzen Nachmittag verfolgt worden. Besonders auf mein Auto scheinen es die Interessenten abgesehen zu haben ...«

»Auf dein Auto?« fragte Paul verwundert.

Er wußte, daß Anthony einen großen, grauen Rennwagen sein eigen nannte, der ihnen schon oft die Freiheit gerettet hatte. Bisher war aber noch keiner ihrer zahlreichen Feinde auf den Gedanken gekommen, daß der große Rennwagen dem Preller gehörte.

»Ich werde nun unser schönes Auto im Stich lassen müssen«, erklärte Anthony. »Ehe ich es aber tue, werde ich erst einmal die Babykolonie von Alfriston aufsuchen.«

Durch Sussex führte der Weg. Dann ließen sie das kleine Städtchen Alfriston hinter sich. Kurz ehe sie das letzte Haus passierten, sah Anthony den Mann wieder, der sich in London so sehr für seinen grauen Rennwagen interessiert hatte. Es mochte ein Zufall sein, daß auch er sich in Alfriston befand, aber wahrscheinlicher war es, daß er das Reiseziel ›Mr. Smiths‹ von Sandy erfahren hatte, den Anthony versehentlich nicht davor gewarnt hatte, sich ausfragen zu lassen.

»Hm!« Anthony war unstreitig besorgt, denn er sah, daß der Unbekannte keineswegs allein war und sich eben mit seinem Begleiter anschickte, den Rennwagen des Prellers durch Aufheben der Hand zum Anhalten zu bringen. Anthony gab sich den Anschein, als habe er das Haltesignal nicht bemerkt und setzte seinen Weg fort. Kurz darauf erreichten sie die Kinderbewahranstalt.

Es war ein ausgedehntes Ziegelgebäude, mit Türmchen und Zinnen im Tudorstil geschmückt. Es sah eher einem Schloß ähnlich, denn rings um das Grundstück lagen gut gepflegte Gärten und Spielplätze. Eine saubere Pflegerin in Tracht meldete die beiden Besucher bei der Oberin an.

Diese Respektsperson schien den beiden Herren nur ungern Auskunft zu geben.

»Wir kennen Mr. Billiter nur dem Namen nach«, erklärte sie auf die Frage des Prellers. »Er hat sich uns gegenüber sehr freigebig gezeigt, aber gesehen haben wir ihn hier nie.«

Unstreitig sprach sie die Wahrheit. Anthony war ratlos.

»Wollen Sie das Kinderheim besichtigen?« fragte die Oberin. Zur Überraschung Pauls nahm der Freund die Einladung an.

»Wie viele Kinder haben Sie denn hier?« erkundigte sich Anthony.

»Dreißig, Sir.«

»Das ist also der einzige Schlafraum hier?« fragte Anthony und wies auf einen hellen Saal mit zahlreichen Betten.

»Ja.«

»Haben Sie denn oben keine Zimmer mehr?«

»O doch. Sie werden aber vom Personal bewohnt. Auch Mr. Worthington, unser Direktor und Sekretär, hat seine Räume oben.«

»Kann ich ihn sprechen?«

»Ich glaube nicht«, gab die Oberin zurück. »Er hat ein sehr ernstes Augenleiden und darf sich überhaupt nicht dem Licht aussetzen. Er bringt den ganzen Tag im dunklen Zimmer zu. Wenn Sie es aber wünschen, will ich Sie gern anmelden.«

Sie kam nach einigen Augenblicken zurück.

»Wollen Sie hier ein Kind unterbringen?« erkundigte sie sich.

»Ja«, gab Anthony zurück. »Mein Freund hier« – er zeigte auf Paul –, »hat ein Baby, das er gern in guten Händen lassen möchte.«

»Dann wird Mr. Worthington Sie wahrscheinlich empfangen«, erklärte die Dame und führte sie ins Obergeschoß.

Das Zimmer, in dem Mr. Worthington die beiden Herren empfing, war völlig dunkel. Er selbst lag auf der Couch, was wohl mit seinem geschwächten Körperzustand zu erklären war. Seine Augen waren hinter dunklen Gläsern verborgen.

»Entschuldigen Sie mich, meine Herren«, bat er. »Ich kann leider nicht aufstehen, um Sie zu empfangen. Kann ich Ihnen irgendwie dienlich sein?«

»Ich möchte mit Ihnen einige Worte unter vier Augen sprechen«, sagte Anthony. Die Oberin zog sich zurück.

»Nun, was wünschen Sie, mein Herr?«

»Sie fragten mich, ob Sie mir irgendwie dienlich sein könnten, und ich möchte Ihnen diese Frage beantworten.« Anthony schwieg einen Augenblick. Dann fuhr er fort: »Ich möchte Sie bitten, das Geld, das Sie aus Ihrer Bank mitgenommen haben, wieder zurückzugeben. Gleichfalls möchte ich Sie ersuchen, das Geld, das Sie für diese Kinderbewahranstalt als Treuhänder verwalteten, in andere Hände zu legen. Wenn Sie das alles getan haben, will ich Gnade für Recht ergehen lassen und Ihnen vierundzwanzig Stunden Vorsprung geben, ehe ich die Polizei hinter Ihnen herjage.«

Mr. Worthington antwortete mit keiner Silbe. Sie sahen ihn nun, da sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, deutlich vor sich. Sein Gesicht war zu einer widerlichen Grimasse verzogen.

»Ist das nicht ein etwas merkwürdiger Vorschlag, mein Herr?« fragte er leise. »Nehmen wir an ...«

»... Sie lassen Ihre Hand von der Hüfttasche weg. Mr. Billiter«, unterbrach ihn Anthony. »Werfen Sie einen Blick auf meine rechte Hand! Sehen Sie den Revolver, ja? Gut, dann rate ich Ihnen, den Ihren ruhen zu lassen, wo er ist.«

Worthington-Billiter brummte etwas vor sich hin.

»Gut«, sagte er endlich. »Gehen Sie hinunter, Und ich komme in ein paar Minuten nach.«

»Keine Tricks«, warnte ihn der Preller.

»Ich weiß, daß ich das Spiel verloren habe, meine Herren«, gab der Ertappte zurück. »Zwölf Monate lang habe ich dieses Ding geplant, bin hier dauernd mit blauer Brille herumgelaufen, um die Leute an mein angebliches Augenleiden zu gewöhnen, und nun ... Gehören Sie zur Polizei?« Er blickte seine Gegner an. »Nein, das ist unmöglich, sonst würden Sie mir keine Gelegenheit zum Entkommen geben. Wer sind Sie?«

»Einer von den vierzig Räubern aus Tausendundeiner Nacht«, gab ihm Anthony Auskunft.

Sie begaben sich hinunter, um auf Billiter zu warten. Sie warteten schon über eine Viertelstunde, als sie plötzlich das Geräusch eines sich entfernenden Autos hörten. Sie kamen gerade noch rechtzeitig, um ihren eigenen Rennwagen in einer Staubwolke in der Ferne verschwinden zu sehen.

»Da hat er Pech gehabt«, meinte der Preller in aller Ruhe. »Ich glaube nicht, daß er weiter als bis Alfriston gelangen wird.«

»Warum denn nicht?« erkundigte sich Paul.

»Weil dort zwei Beamte von Scotland Yard auf ihn warten werden; das heißt: eigentlich auf mich. Sie können zwar uns nichts nachweisen, werden aber Billiter ohne weiteres erkennen. Komm, wir wollen ausrücken, ehe die Luft noch dicker wird.«

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