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Der Piratenlieutenant - Teil 2

Balduin Möllhausen: Der Piratenlieutenant - Teil 2 - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
authorBalduin Möllhausen
titleDer Piratenlieutenant ? Teil 2
publisherABLIT Verlag e.K.
illustratorRichard Mahn
isbn3935410077
year2003
firstpub1869
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20070722
projectidf7942195
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Dreiunddreißigstes Capitel. Der Wechsel der Lage.

Die Wirkung des den Revenger zerstörenden Torpedos war furchtbar. Nach allen Richtungen hin rollten die durch die Explosion aufgeworfenen Wasserhügel, um demnächst wieder von dem versinkenden Schiff angesogen zu werden und über demselben schäumend aneinander zu prallen. Sailstich mußte seine ganze Kraft und Gewandtheit aufbieten, um nicht mit in den verderblichen Strudel hineingezogen zu werden. Kapitän Iron war beim ersten Stoß der Länge nach in's Boot hineingeschlagen, und als er sich wieder erhob und das Gleichgewicht zurückgewonnen, da schlossen sich die Wogen eben brausend über dem Verdeck des Kaperers.

Schnell setzte er sich auf die zweite Ruderbank, und die Reserveriemen ergreifend, arbeitete er mit Macht, um baldmöglichst einer Stelle zu entkommen, die voraussichtlich in nächster Zeit für ihn gefährlich belebt wurde.

»Bei Gott, Kap'ten, das war 'n richtiger Yankee-Trick,« ächzte die verrostete Ankerwinde, sobald die Fluthen sich unter der Jolle zu ebenen begannen und nur noch gedämpft die Hülferufe der mit dem Tode Ringenden zu ihnen herüber schallten, »'n knappes Entschlüpfen mit Euch; dachte schon, Ihr wolltet gemeinschaftlich mit dem Revenger den Ankergrund prüfen.«

»Konnte nicht fort, Sailstich, ohne dem Commandanten meine Meinung mit auf den Weg gegeben zu haben,« erwiderte Kapitän Iron, und zwischen seinen Zähnen krachten triumphirend einige zermalmte Vollgeschosse, »und knappes Entschlüpfen ist hinterher ebenso gut, wie meilenweites Vorbeisegeln. Alles gut und recht jetzt, Sailstich; wir brauchen uns nicht zu schämen, heimzukehren. Hat der Teufel den Wassernix einmal geholt, ist ihm der Revenger dafür zehnmal verfallen, calculir' ich. Verdammt! Drüben wird's lebendig, sie schicken Alles, was auf dem Wasser schwimmt, um zu retten – werden wenig genug zum Bergen finden – Sailstich, ich calculir', wir halten etwas mehr backbord, möchten uns sonst noch einige Rebellen begegnen.«

Obwohl ihnen die Ebbe entgegenstand, brachten sie die Jolle doch mit verhältnißmäßig geringer Mühe bis dicht unter das linke Ufer des Savannah, wo sie selbst bei Anwendung von Leuchtkugeln von den Feinden nicht leicht entdeckt werden konnten, und außerdem eine weniger schwere Strömung zu besiegen war.

Sobald sie in ruhigerem Wasser trieben, nahm Sailstich die Unterhaltung wieder auf.

»Kap'ten Iron, ich denke, 's war 'ne recht gottgefällige Handlung, die wir ausführten,« bemerkte er mit einem durstigen Schnarren, was den Ernst seiner Sprache noch erhöhte.

»Calculir', unser Herrgott kümmert sich den Henker um uns oder die Rebellen,« antwortete der weniger religiös gesinnte Kapitän entschieden; »warum sollte er auch, wenn wir Manns genug sind, Alles allein zu besorgen?«

»Nun, nun, Kap'ten, so 'n Bischen Religion ist zuweilen verdammt gut,« wendete die ungeölte Ankerwinde zuversichtlich ein, »und unser Herrgott muß Euch selber beigestanden haben, oder die Sache wäre nicht geglückt. So zum Beispiel, daß Ihr den Commandanten vom Quaterdeck locktet – ich hielt nämlich nahe bei der grünen Laterne und bemerkte dergleichen.«

»Alles Calculation, Sailstich,« versicherte Kapitän Iron gleichmüthig.

»Und der Mann am Steuer, hätte die Mutter Gottes« – Sailstich war nämlich katholisch – »ihn nicht selber für Euch gehalten, möcht 's Euch schwerlich gelungen sein, ihn so ohne alles Aufsehen fort zu complimentiren.«

»Alles Calculation, Sailstich; rechnete besonders darauf, daß sie sich hier mitten im eigenen Lande am sichersten fühlten und an nichts weniger, als an Verrath dachten.«

»Auch Calculation, daß der Piratenlieutenant nicht mit unterging?«

»Alles richtige Calculation; hoffe übrigens, den jungen See-Gentleman wieder zu sehen – schade um ihn, daß er auf der Rebellenflotte diente, hätte auf 'nem Unionsschiff 'was Rechtes aus ihm werden können. Wo treffen wir unsere Passagiere?«

»Hinter der nächsten Flußbiegung oberhalb der Stadt,« ächzte die durstige Winde, »sie werden uns praien, sobald wir in ihre Höhe gelangen.«

»All' recht,« antwortete der Kapitän; dann ruderten sie vorsichtiger, wobei sie ein mißtrauisches Schweigen beobachteten.

Sie befanden sich der Stadt gegenüber, welche durch die gewaltige Explosion offenbar in große Bestürzung versetzt worden war, und wo von dem mit Fackeln und Laternen beleuchteten Quai immer neue Böte abstießen, um von dem verunglückten Revenger zu retten, was vielleicht noch geborgen werden konnte.

Leise handhabten sie daher die leichten Riemen, leise und fest und sich stets im Schatten des Ufers haltend, wo Niemand sie bemerkte, Niemand ihnen begegnete. – –

Kurze Zeit, bevor der Revenger durch den Torpedo in den Grund gebohrt wurde, erreichte Lieutenant Arthur die Flußbiegung, wo sein Boot plötzlich vom linken Ufer aus angerufen wurde.

Alsbald befahl er seinen Leuten, gerade auf die Stelle zuzulenken von woher der Ruf zu ihnen gedrungen war. Dann wendete er sich, um von den Ruderern nicht verstanden zu werden, in deutscher Sprache an Johannes und Anna.

»Die Trennungsstunde ist da,« hob er ernst, fast wehmüthig an, »unheilvollen Kriegsereignissen verdanke ich zwar meine Bekanntschaft mit Ihnen, doch wird die Erinnerung an dieselben für mich fortan eine Quelle reicher Genüsse sein. Daß wir jemals einander wieder begegnen, bezweifle ich; es gereicht mir daher zur doppelten Genugthuung, Ihnen, indem ich Sie bis hierher begleitete, den letzten Dienst von Seiten des Revenger geleistet zu haben. Was ich sonst noch zu Ihrer Bequemlichkeit thun konnte, ist geschehen,« – hier überreichte er Johannes ein unversiegeltes Schreiben, – »nehmen Sie dies; es ist eine Art Paß, von welchem ich hoffe, daß er von den Ihnen etwa begegnenden Conföderirten respectirt wird. Im Uebrigen kann ich Sie nur der Fürsorge Ihrer Ruderer überlassen, welche auf das feierliche Versprechen hin, Ihnen treu mit Leib und Seele zu dienen, ihre Freiheit erhielten. Sie sind mit allem Nothwendigen ausgerüstet und wissen, daß dieser Strom bis in die Nähe der Unionsheere Ihre Straße bildet, wo Sie sich als vollkommen gesichert ....«

Mit einer Bewegung des Schreckens kehrte er sich um, seine Blicke dahin richtend, wohin ein dumpfer Knall seine Aufmerksamkeit gerufen hatte. Anna stieß einen leisen Schrei aus, ebenso hielten die Ruderer, deren Gesichter stromabwärts gerichtet waren, wie auf Commando mit ihrer Arbeit inne.

Arthur schien erstarrt zu sein, Erst als er bei dem Schein der gelben Lohe, die aus dem Savannah emporschlug, den Revenger erkannte, wie derselbe sich mit seinem Vordertheil hoch aufbäumte und demnächst halb im Wasser, halb in der wiederkehrenden Dunkelheit verschwand, kehrte seine Besinnung zurück.

»Mein Gott, welch entsetzliches Unglück!« rief er aus, und mit tödtlicher Spannung beobachtete er die Laternen des Revenger, wie dieselben sich tiefer und tiefer neigten und endlich ganz erloschen; »die Rasenden; ein Mißverständnis muß gewaltet haben; sie sind gerade über eine Höllenmaschine hingefahren.« »Keine Mißverständnisse, Herr,« vernahm er eine Stimme dicht vor seinem Ohr, und indem er sich hastig umwendete, fühlte er sich plötzlich von eisernen Armen gehalten und seiner Waffen beraubt.

»Ein Laut und Ihr sterbt vor den Augen der jungen Dame hier,« fuhr dieselbe Stimme fort, welche er alsbald als die eines seiner Ruderer erkannte; »Euer Brief mag ganz gut sein, allein wir ziehen es vor, Eure Person selber als Paß zu benutzen, um so mehr, als wir Euch noch unsern Dank für die Menschenfreundlichkeit schulden, mit welcher Ihr uns behandelt und vor dem Schlimmsten bewahrt habt.«

Arthur, welchen drei Männer in sitzender Stellung auf der Bank niederhielten, während der vierte das Boot ganz nach dem Ufer hinstieß, was förmlich betäubt; zu furchtbar erschien ihm einerseits der Wechsel seiner Lage, andererseits wieder die Unvorsichtigkeit, welche er sich, in der Meinung, das Beste zu thun, nach seiner Ueberzeugung hatte zu Schulden kommen lassen. Er wollte sprechen, allein die Zunge versagte ihm den Dienst, vor Scham und ohnmächtiger Wuth über sich selbst.

Da erhob Anna, welche die ganze Scene mehr errathen, als bei der herrschenden Dunkelheit gesehen hatte, ihre vor Entsetzen bebende, jedoch immer noch wunderbar melodische Stimme:

»Ihr begeht einen Irrthum, Ihr lieben Leute,« bat sie inständig und doppelt ergreifend, weil sie in der ihr nicht geläufigen englischen Sprache vielfach nach Worten suchen mußte und diese dann mit einem fremdländischen Accent hervorbrachte, »es kann euer Ernst nicht sein, ihn gefangen zu halten, dem wir so unendlich viel Erleichterung in unserm Unglück verdanken. Ich kenne ihn genauer, als Ihr, und ich weiß, es würde ihn tief beugen, nicht auf sein Schiff zurückkehren zu können – es ist Ehrensache für ihn ....«

»Meine liebe, junge Lady, auf sein Schiff zurück kann er nicht mehr,« fiel der Wortführer der Seeleute mit rauher Herzlichkeit ein, »denn sein Schiff, der Revenger, liegt auf dem Boden des Savannah; habt ja selbst gesehen, daß er sich empor bäumte, wie'n kolleriges Pferd, als ob er nicht hinunter wollte – 'n Glück für den Gentleman, daß er selber nicht mit hinunter mußte. Und loslassen? Nein, meine junge, schöne Lady, das dürfen wir nicht, wenn wir nicht uns und ihn in Gefahr stürzen wollen. Käme er gesund und sogar trocken nach der Stadt und wüßte nichts vom Revenger zu erzählen, möchte man ihn für einen Verräther halten und nicht viel Umstände mit ihm machen.«

»Das unglückliche Schiff, welches dort drüben vernichtet wurde, war der Revenger?« fragten Anna und Johannes wie aus einem Munde, und ein ihr Mark erkältendes Gefühl beschlich sie, indem sie sich vergegenwärtigten, welcher furchtbaren Gefahr sie entronnen waren. Dann aber gedachten sie tief erschüttert ihres alten Freundes, des Kapitän Iron, der sich vor einem gräßlichen Opfertode nicht scheute und, offenbar mit ruhiger Ueberlegung handelnd, nur um sie und Arthur zu retten, ihnen die geheimnißvolle Weisung ertheilte.

»Der Revenger,« bekräftigte der Seemann dumpf. Angesichts der heftigen Erregung der beiden jungen Leute wagte er nicht, seine Schadenfreude über den unersetzlichen Schaden der Rebellen durchblicken zu lassen. »Aber die Menschen, welche sich auf dem Schiff befanden?« fragte Anna athemlos, während Johannes, die Hände auf seinen Knieen gefaltet, stumm nach der verhängnißvollen Stelle hinüber blickte, welche durch die Nacht hindurch von den auf derselben kreuzenden und mit Laternen versehenen Boten deutlich bezeichnet wurde.

»Meine liebe, junge Lady, der Krieg bringt's einmal so mit sich,« antwortete der Seemann wieder ernst, »unser guter Wassernix liegt auf dem Boden des Meeres, sein Verderber dagegen fand nur im lumpigen Süßwasser sein Ende. In einem Kriege, welcher nicht eher beendigt wird, als bis der einen Partei der Athem ausgeht, thut Jeder gern so viel, wie er nur kann, seine Feinde zu vernichten.«

»Mein Gott, mein Gott!« rief Anna aus, indem sie sich schaudernd abwendete, »in welche Lage sind wir gerathen! O könnten wir nur fort von hier! Johannes, bitte die Leute, daß sie aufbrechen,« und mit hastiger Bewegung, wie von einem rettenden Gedanken beseelt, sich erhebend, trat sie dicht vor Arthur hin, im Uebermaß ihrer Verzweiflung seine beiden Hände ergreifend.

»Ihr Schiff ist verloren,« flehte sie mit so rührendem Ausdruck, daß sogar die rauhen Seeleute, dem besänftigenden Eindruck unterworfen, einen Schritt von ihrem Gefangenen zurück wichen, »Sie haben vernommen, welcher Verdacht Sie in der Stadt treffen würde; begeben Sie sich daher nicht aufs Neue in die unabsehbaren Gefahren. Ziehen Sie mit uns, ich bitte Sie darum; wir werden uns unter Ihrem Schutz sicherer fühlen, und dann – Sie den schrecklichen Fährnissen entzogen zu wissen, wird Ursache sein, daß wir mit weniger Angst und Besorgniß des hiesigen Kriegsschauplatzes gedenken.«

»Denken Sie aber auch an sich selbst und an diejenigen, die mit treuer, verwandtschaftlicher Liebe an Ihnen hängen,« fiel Johannes schnell ein, als Arthur, wie in den Fesseln einer dumpfen Betäubung, sich immer noch nicht rührte und Anna's Bitten unbeachtet ließ, »an diejenigen, die mit nie geschwächter Sehnsucht Ihrer Heimkehr harren; betrachten Sie den Verlust Ihres Schiffes und Ihre Rettung als einen Fingerzeig des Himmels, der sie den Ihrigen erhalten möchte – und auch die Bitten des treuen Kindes hier verdienen wohl Berücksichtigung,« fügte er, auf Anna weisend, mit bebender Stimme hinzu; »mit dem Schiff verloren Sie das, was Ihnen so lange in Sturm und Kriegswetter Heimath gewesen, suchen Sie daher Ihre ursprüngliche Heimath im Kreise theurer Anverwandten wieder auf; Sie haben lange genug für eine fremde Sache gekämpft, ohne daß Ihr Herz dabei betheiligt gewesen wäre. Entschließen sie sich, verdienen Sie sich den Dank Ihrer vielleicht um Sie trauernden Eltern, und wurden Ihnen diese schon geraubt, so ist es wohl noch ein Bruder, eine zärtliche Schwester, welche Sie durch Ihre Heimkehr beglücken. Stehen Sie aber ganz allein – dann ist hier meine Bruderhand, welche ich Ihnen aus aufrichtigem Herzen biete, dann weiht Ihnen Thränen der Theilnahme, der Besorgniß unser gemeinsamer Schützling.«

Arthur war aufgesprungen und hatte der beiden jungen Leute Hände ergriffen, dieselben im Uebermaß seiner inneren Bewegung pressend.

»Ich bin Gefangener!« sagte er verzweiflungsvoll und sich, mit Rücksicht auf seine Umgebung der englischen Sprache bedienend, »durch meine eigene Schuld und Unvorsichtigkeit bin ich Gefangener und als solcher gezwungen, Euch zu folgen. Wäre ich aber frei, wäre ich Herr meines Willens, dann dürfte ich nicht auf die Stimme meines Herzens hören, ich müßte dahin gehen, wohin die Pflicht und die Ehre mich rufen.«

»O sagt, daß Ihr freiwillig mit uns zieht,« fiel Anna flehentlich ein, denn die jüngsten Erfahrungen und Ereignisse hatten die Schranke zwischen ihr und Arthur, ohne daß sie es merkte, gänzlich niedergerissen, »folgt dem Drange Eures Herzens und beruft Euch nicht auf Pflicht und Ehre, wo das Schicksal selbst euch Eurer Pflichten entbunden; Dir seid frei, Niemand hält Euch ....«

»Um Vergebung, liebe, junge Lady,« unterbrach sie derselbe Seemann, der schon früher gesprochen hatte, freundlich, jedoch entschieden, »Lieutenant Arthur ist und bleibt unser Gefangener, wir dürfen ihn nicht frei geben – aber, Mr. Arthur, wenn Ihr versprecht, keinen Fluchtversuch zu unternehmen, wäre es uns schon lieber, Euch keinen Zwang aufzuerlegen – und hier wären auch eure Waffen; seid ja 'n Gentleman, und Euer Wort ist mir sicherer, als 'n halbes Dutzend Fesseln an Euren Händen und Füßen.« »Ihr seht, Miß Anna, ich habe keinen Willen mehr,« versetzte Arthur bitter, »ich bin Gefangener, und selbst wenn sich vor mir die Aussicht eröffnete, glücklich zu entkommen, würde ich den Versuch zur Flucht aufgeben, um Euch neue Scenen des Schreckens zu ersparen. Ihr habt mein Wort, daß ich meine Befreiung von späteren Bestimmungen erwarte,« wendete er sich darauf an die Seeleute, die achtungsvoll schwiegen, »allein nun bedenkt auch, daß sich eine junge, zarte Dame in Eurer Mitte befindet, und daß es Eure Hauptaufgabe sein sollte, deren traurige Lage so viel, wie nur immer möglich, abzukürzen. Es hindert Euch nichts mehr an Eurem Aufbruch, im Gegentheil, längeres Verweilen an dieser Stelle dürfte für diejenigen gefährlich werden, welche eurem Schutze anvertraut sind.«

»Wir dürfen noch nicht fort,« entgegnete der Führer der Ruderer.

»Was hält Euch noch!«

»Wir sind beauftragt, eine volle Stunde auf Kapitän Iron und den Bootsmann Sailstich zu warten. Sind sie nach Ablauf der bestimmten Frist nicht eingetroffen, müssen wir sie zu denjenigen rechnen, die bei dem Untergange des Revenger ihr Ende fanden, und unserer Reise steht nichts mehr im Wege.«

Arthur horchte hoch auf; er schien das Vernommene nicht zu begreifen.

»Eine Frage beantwortet mir noch,« sagte er endlich nach längerem, düsterem Schweigen, »Eure Andeutungen klingen geheimnißvoll, Eure Handlungsweise ist so bestimmt, daß ich fast glauben muß, ein einziger Wille habe euch Alle geleitet.«

»Uns leitet der Haß gegen die Rebellen, durch deren Verschulden Handel und Wandel darniederliegen; außerdem gehorchen wir nur den Befehlen unseres alten Kapitäns.«

»Kapitän Irons?«

»Unseres Kapitäns, Herr.«

»Dann handeltet ihr wohl gar nach einem lange vorher überlegten und verabredeten Plane, in welchem der Untergang des Revenger beschlossen war?«

»Jetzt können wir's wohl einräumen, Herr,« lautete die mit einem gewissen Stolz ertheilte Antwort, »jetzt, nachdem Alles beendigt ist: Ja Herr, der Untergang des Revenger war eine beschlossene Sache. Schon auf hoher See hätten wir ihn, bei der Unzuverlässigkeit und Unmäßigkeit einzelner Schildwachen in die Luft sprengen können, allein wir bedauerten die armen Emigranten und die beiden jungen Herrschaften hier. Wir verschoben die Ausführung unseres Anschlages, bis wir die Passagiere abgesetzt haben würden. Den Plan, Feuer in die Pulverkammer zu legen, verwarfen wir endlich ganz, sobald wir bei der Einfahrt in den Savannah so vorsichtig an den Torpedos vorbeigelootst wurden. Das Weitere wißt Ihr. Ihr hieltet uns für Verräther an der Union, während wir uns verschworen hatten, das Leben für die Vernichtung des Revenger einzusetzen. Vergebens waren wir nicht so schnell bereit, in Rebellendienste zu treten, vergebens blieb Kapitän Iron – der verschlagenste Fuchs, der jemals seinen Fuß auf eine getheerte Planke stellte – nicht an Bord zurück, und vergebens ist Sailstich wahrhaftig nicht vom Revenger desertirt. Freilich, ein günstiger Wind füllte unsere Segel, oder es wäre uns nicht so leicht geworden, unsern Zweck zu erreichen.«

Ruhig hörte Arthur den Bericht des offenherzigen Matrosen zu Ende; dann legte er, wie von einer sinnverwirrenden Gemüthsbewegung übermannt, die Hand an die Stirn.

»Mein Gott, mein Gott,« rief er dumpf aus, »wie tief, wie unauslöschlich tief muß der Haß zwischen den Mitgliedern derselben Nation sein, um so täuschen zu können, um mit so viel Geduld und Todesverachtung auf ein verderbliches Ziel hinzuarbeiten!«

»O, Kapitän Iron ist ein verschlagener Fuchs,« wiederholte der Matrose, dann wies er die Bemannung beider Boote an, alle Gegenstände aus dem kleineren in das größere hinüberzuschaffen und so zu stauen, daß Anna und Johannes dicht vor dem Steuerbänkchen einen bequemen Platz erhielten, auf welchem sie sich sogar nothdürftig dem Schlafe hingeben konnten. Es kam ihnen zu Statten, daß auf Arthurs Veranlassung mehrere Decken in das von ihm selbst abgeschickte Boot geworfen worden waren; sogar an Waffen mangelte es nicht, um sich gegen umherstreifende Räuberbanden zu vertheidigen.

Behutsam führte Arthur Anna auf den ihr bestimmten Platz; ebenso war er Johannes beim Einsteigen behülflich. Er selbst setzte sich den beiden jungen Leuten gegenüber, so daß er die Ruderer, die sich je zu zweien auf fünf Bänke vertheilt hatten nicht hinderte. Das leere Boot, nachdem man es in die Strömung geschoben, trieb langsam der Mündung des Savannah zu. Die Ruderer nahmen die Plätze ein, die Riemen ruhten zwischen den Pflöcken, auf den Riemen die eisernen Fäuste, um auf das erste gegebene Zeichen das Boot vom Ufer zu stoßen.

Oben zog sich eine Landstraße hart am Ufer hin. Leute kamen und gingen in bedeutender Anzahl. Größtentheils waren es Soldaten, deren Stimmen zuweilen deutlich bis zu dem hinter Weidengestrüpp verborgenen Boot hinabdrangen. Sie sprachen von dem ungeschickten Kapitän, der sein Schiff über den Torpedo hingesteuert habe, und von dem ersten Lieutenant des Revenger, einem Deutschen, dessen Verräthereien man das Unglück zuschreibe.

»Hängt die Deutschen, aber traut ihnen nicht!« rief ein Patrouillenführer grimmig aus, nicht ahnend, daß seine brutalen Worte kaum dreißig Fuß tiefer deutsche Ohren trafen.

Arthur hatte das Haupt schwer auf die Hände gestützt; für ihn verhallten unbeachtet die Schmähungen und Anklagen, welche man über ihn ausschüttete.

Auch von der Nähe Shermans wurde gesprochen, immer in kurzen abgebrochenen Sätzen, denn die Wanderer waren kaum in Hörweite getreten, so befanden sie sich auch schon wieder außerhalb derselben. Man erhielt indessen die Gewißheit, daß Sherman mit seiner fliegenden Armee im Anmarsch auf die Stadt begriffen sei und vielleicht schon binnen vierundzwanzig Stunden ein Angriff erfolge.

»Boot ahoi!« vernahm man plötzlich den Ruf einer Patrouille, die weiter unterhalb eine von zwei Männern geruderte Jolle in geringer Entfernung vom Ufer bemerkt hatte.

»Ahoi!« knarrte eine verrostete Ankerwinde zurück.

»Woher des Wegs und wohin?«

»Von unten herauf nach oben!« und an diese Antwort schloß sich ein spöttisches Lachen, welches dem Geräusch vergleichbar, mit welchem die straff angehaltene und plötzlich gelöste Winde zurückschlägt.

Der Patrouillenführer schien mit dieser Antwort zufrieden zu sein, er fragte wenigstens nicht weiter. Aus dem Schatten des Weidengestrüpps aber glitt leise das große Boot in die Strömung hinein, wo es mit der Ebbe der Stadt zuzutreiben begann.

»Boot ahoi!« knarrte gleich darauf die ungeölte Ankerwinde.

»All's recht,« hieß es aus dem großen Boot. Einige feste Ruderschläge brachten die beiden Fahrzeuge Bord an Bord; einige Worte wurden gewechselt, ein paar Riemen klapperten und dann trieb die leere Jolle stromabwärts, während das große Boot vor den tactmäßigen Ruderschlägen von zehn alten erfahrenen Matrosen die entgegengesetzte Richtung einschlug.

Hinten in dem Boot, das kleine Steuer führend, saß Kapitän Iron. Sailstich hatte seinen Platz vorn gefunden.

Niemand sprach ein Wort. Das Geräusch des Ruderns konnte nicht vermieden, der schwarze Schatten des Fahrzeugs auf dem Strome den Augen der auf dem hohen Ufer Wandelnden nicht entzogen werden. Es galt daher, durch Schweigsamkeit und sicheres Handhaben der Riemen dem Boot und seiner Bemannung das Ansehen einer vom Commandanten der Stadt ausgeschickten Patrouille zu verleihen.

Unter den vereinigten Bemühungen der zehn Männer glitt das Boot mit einer Geschwindigkeit dahin, als ob die Gegenströmung keinen Einfluß auf dasselbe gehabt hätte. Immer seltener drang vom Ufer das Geräusch berittener und unberittener, den Nachtdienst versehender Truppen herüber, und noch seltener, daß der Eine oder der Andere sich die Mühe nahm, das stark bemannte Boot anzurufen.

Stiller wurde es ringsum, je weiter man sich von der Stadt entfernte. Gegen Westen und Nordwesten, wohin die Spitze des Bootes stand, blieb es dunkel. Im Osten dagegen, über der Stadt und der Flußmündung erhellten gelegentlich Raketen und Leuchtkugeln flüchtig den Nachthimmel. Schüsse hallten gedämpft herüber; General Shermans Vorhut war in der Nähe des Fort Mac Alister eingetroffen. –

Wohl eine Stunde hatten die Ruderer angestrengt gearbeitet und der nach Süden herumgesprungene Morgenwind strich durch die vom letzten Sturm entlaubten Baumwipfel und über die zerstampften Felder, als Kapitän Iron das in dem Boot herrschende Schweigen brach.

Sich auf seinem Steuerbänkchen nach vorn neigend, überzeugte er sich, das Anna nicht schlief, worauf er mit freundlich gedämpfter Stimme anhob:

»Und von dem herzigsten Passagier, welchen ich je an Bord meines Schiffes nahm, werde ich nicht willkommen geheißen?«

Anna kehrte sich halb um; sie erblickte des Kapitäns Hand dicht vor sich, doch legte sie die ihrige nur zögernd und bebend in dieselbe. Unwillkürlich vergegenwärtigte sie sich den Revenger und seine tollkühne Bemannung, welche durch dieselbe Hand ihren Untergang gefunden hatten.

»Ich freue mich, Euch wohlbehalten wieder zu sehen,« flüsterte sie nicht ohne Anstrengung.

»'s klingt ziemlich kalt, calculir' ich, meine theure Miß Anna,« fuhr der Kapitän bedauernd fort, »kälter, als ich's eigentlich verdiene. Verdammt, Miß Anna, ich sollte denken, ich sei noch menschlich genug mit den Leuten verfahren, welche sich kein Gewissen daraus machten, die armen Emigranten um ihr Hab und Gut zu bringen. Haben's kaum gemerkt, so schnell machte sich der Uebergang, und obenein auf einem Vulkan, welchen sie höchst geschickt für ein gutes Unionsschiff unter dem Wasser aufgebaut hatten. Ihr verdient übrigens die höchste Anerkennung, meine theure Miß Anna, denn ohne Euer Dazuthun möchte es mir schwerlich geglückt sein, unseren Piratenlieutenant vor dem Verderben zu bewahren.«

»Miß Anna, Ihr wußtet um den Plan?« fragte Arthur mit bangem Erstaunen.

»Hätten wir das Entsetzliche geahnt,« erwiderte Anna mit ersterbender Stimme und Johannes mit in das Gespräch hineinziehend, »dann würden wir Euch gegenüber am wenigsten so ruhig haben erscheinen können. Wir wußten nur, daß auf dem Revenger Eurer Person eine unbekannte Gefahr drohte, der wir Euch zu entziehen trachteten; wir handelten im Auftrage Kapitän Irons, von dem wir überzeugt waren, daß er es treu mit Euch meinte.«

Lange starrte Arthur seitwärts in die verdunkelten Fluthen, die mit lustigem Gemurmel vor dem Bug des Bootes auseinanderwichen, um gleich darauf von den scharf eintauchenden Rudern getroffen zu werden.

»Ein wankelmüthiges Kriegsglück hat mich in Eure Gewalt gegeben,« wendete er sich nach einer längeren Pause an Kapitän Iron, »ob Ihr dabei in ehrlicher Weise zu Werke gegangen seid, lasse ich unerörtert« –

»Calculire, 's war ebenso ehrlich, als von Euren Piraten, mein unbewaffnetes Schiff auf offener See anzuhalten und zu verbrennen,« fiel der Kapitän schnell mit einem gutmüthigen Lachen ein, und seine Zähne berührten einander so leicht und sanft, daß ein rohes Drosselei, ohne zu zerbrechen, seinen Weg zwischen denselben hindurchgefunden hätte; »aber wir sind jetzt quitt, Mr. Arthur,« fügte er alsbald hinzu, dem jungen Offizier über Anna fort die Hand reichend; »das Verbrennen des Wassernix und das Aufblasen des Revenger wurde vielleicht von der politischen Situation bedingt, hat aber, calculir' ich, nicht im Mindesten die Achtung beeinträchtigt, welche wir uns gegenseitig zollen dürfen. Ihr seid doch damit einverstanden?«

Arthur nahm schweigend die Hand, welche ihm mit so viel ungeheuchelter Herzlichkeit geboten wurde.

»Und was habt Ihr über mich beschlossen?« fragte er eintönig.

»Halloh, Mr. Arthur, das ist mit wenigen Worten gesagt: Zuerst sollt Ihr uns als so 'ne Art Paß dienen, und dann – hm – calculir' ich, daß es mir nach dem Verschwinden des Revenger um Eurer selbst willen lieber ist, Euch eher wer weiß wo zu wissen, als in der Gesellschaft Eurer alten Freunde.«

»Werdet Ihr mich zur Auswechselung abliefern?«

»Ich denke, nein.«

»Oder möchtet Ihr mich zwingen, die Herrschaften in das Haus des Mr. Braun zu begleiten?«

»Nun, ich calculir', Letzteres war' noch nicht das Schlimmste, das Euch treffen könnte. Aber beruhigt Euch; Ihr wart einst unser Beschützer, und jetzt bin ich der Eurige; Ihr begleitet uns bis dahin, wo wir uns als gesichert betrachten dürfen, und dann trennen wir uns als gute Freunde von einander, um dahin zu gehen, wohin es Jedem beliebt.«

Arthur seufzte tief auf und blickte wieder seitwärts auf die munter vorbeirieselnden Fluthen.

»Hat es denn etwas gar so sehr Demüthigendes für Sie, im Hause eines als edelherzig bekannten Nordländers ungebundene Gastfreundschaft zu genießen?« fragte Anna nach einer Weile mit einer unbeschreiblich freundlichen, fast führenden Theilnahme.

»Das nicht,« antwortete Arthur verwirrt, »allein andere Gründe – Sie begreifen, eine Demüthigung ist das Härteste, was einen unglücklichen Soldaten treffen kann, und die größte Freundlichkeit wäre für mich die größte Demüthigung – ich kann mich nicht in eine solche Lage hineindenken – aber vielleicht führt uns das Schicksal wieder zusammen – und dann erinnere ich Sie an jenen Abend, an welchem Sie mir von Ihrer Heimath erzählten und von den guten Leuten, deren Andenken so rege in Ihrem Herzen fortlebt.«

»Ach, jene trauten Bilder,« versetzte Anna träumerisch; ein Schauder erschütterte plötzlich ihre zarte Gestalt. »O, könnte ich mich nur von der Erinnerung des jüngst Erlebten lossagen,« fügte sie noch leiser hinzu, und schmerzbewegt neigte sie das Haupt auf die Brust. Arthur schaute grübelnd auf die dunkeln Fluthen. Ein ganzes Heer Gedanken der wiedersprechendsten Art stürmte auf ihn ein; Bilder, unendlich hold und lieblich und dennoch so unerreichbar, schwebten seinem Geiste vor. Kaum daß er wagte, auf diejenige hinzublicken, die von der Nacht verschleiert vor ihm saß und von der es ihm erschien, als hätte sie einen gewaltigen, einen entscheidenden Einfluß auf sein ganzes Leben, auf seine geheimsten und leisesten Gemüthsbewegungen besessen.

Anna lehnte das Haupt an die Schulter ihres zärtlich geliebten Jugendgespielen. Eine wollene Decke schmiegte sich wärmend um sie; gern hätten sie zu einander gesprochen, gern Einer aus des Andern Stimme freundlichen Trost geschöpft; vertrauensvoll, wie sie seit ihrer frühsten Kindheit stets gethan, das bedrückte Herz vor einander geöffnet und erleichtert. Doch was ihre Gemüther beschwerte, was schmerzlich durch ihre Seelen zog und sie tief bewegte, das wußten sie nicht in Formen zu kleiden. Es erschien ihnen wie eine räthselhafte Ahnung, von welcher den Schleier zu heben ihnen ebensowohl die Macht wie der Muth fehlte.

Anna versuchte zu schlafen; trotz ihrer körperlichen Erschöpfung wollte es ihr nicht gelingen, die Augen zu einem wirklich kräftigenden Schlummer zu schließen. Nur in einen Mittelzustand zwischen Wachen und Träumen verfiel sie, bewirkt durch das tiefe Schweigen ringsum, durch das einschläfernde Plätschern und das regelmäßige Klappern der von kundigen Händen geführten Riemen zwischen den Ruderpflöcken.

»Schätz –chen – träu –me«

schienen die Riemen und Pflöcke deutlich zu sprechen, so heiser und so wohlwollend, als ob der alte Kärrner Braun selber in dem Boot gesessen und ihr die Worte zugeraunt hätte.

Das Wasser murmelte und plätscherte schwermüthig, eintönig.

»Wenn – Du – ihn – siehst«

mischten sich Frau Kathrins Worte flüsternd in das dumpfe Klappern und Stoßen.

Friedlich und melancholisch funkelten die Sterne vom Himmel nieder; sie spiegelten sich in den ebenmäßig einherrollenden Fluthen des Stromes und in zwei Thränen, welche sich unter den gesenkten langen Wimpern hervor über Anna's Wangen stahlen.

»Pi – ra – ten – Lieu – te – nant«

sprachen die Riemen taktmäßig im Organ des Kapitän Iron, wobei das Holz auf dem Holze knirschte, als sei das Geräusch von zwei Reihen eisenharter Zähne ausgegangen.

»Re – ven –ger«

ächzte gelegentlich die durstige Ankerwinde dazwischen.

Fester, wie Schutz suchend vor unbekannten Gefahren, schmiegte Anna sich an Johannes an, so fest, daß sie den stürmischen Schlag seines Herzens vernahm.

Der Osten begann sich zu röthen, aber noch immer unveränderlich, unermüdlich und eintönig klapperten die Riemen, gleichsam Anna's ungeordnete Gedanken laut wiederholend.

Als Eiskrystalle senkte sich der Thau auf die sich zum Winterschlafe vorbereitende Natur. Fröstelnd zogen sich die im Waldesdickicht schlummernden Vögel tiefer in ihre gesträubten Federn zurück. In dem geisterhaft stromaufwärts gleitenden Boote schwiegen die vor Stunden noch hochauflodernden Gefühle des Parteihasses; an Stelle eines glühenden Rachedurstes traten mildere Betrachtungen.

Anna war eingeschlafen; das Klappern der Riemen fand aber seinen Weg bis in ihre Träume hinein:

»Ar – thur –
Re – ven – ger.« –

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