Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Joseph von Lauff >

Der papierene Aloys

Joseph von Lauff: Der papierene Aloys - Kapitel 3
Quellenangabe
typefiction
authorJoseph von Lauff
titleDer papierene Aloys
publisherG. Grote'sche Verlagsbuchhandlung
addressBerlin
year1928
firstpub1928
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100815
projectidae63c701
status1
Schließen

Navigation:

Drittes Kapitel

»Was sie nur haben mochte!«

Genau wie Heinrich Hübbers, so dachte ich auch.

Ja, was sie nur haben mochte, diese Staatse, diese eigenartige Frau mit der kurfürstlichen Nase in dem zermergelten Antlitz, dem düsteren Klöppelhäubchen auf den eisgrauen Haaren und dem geschälten Dorn in der knochigen Rechten, den sie so herausfordernd in das Himmelreich stieß, um von dort aus seltsame Dinge, wunderliche Begebenheiten und Besensterne auf die sündige Erde zu prophezeien?!

Mir grauste noch immer und das Blut brauste mir lauter in den Ohren, wenn ich der absonderlichen Szene gedachte, worin Frau Johanna Kordula Teerling, geborene Wintjes, soeben eine hervorragende Rolle gespielt hatte – ernst und feierlich, liebevoll und gütig, um gleich darauf wie ein Missionsprediger von der Kanzel zu lärmen, von einer Kanzel in der Karwoche, schwarzbekleidet und mit Trauerfloren umhangen.

So klein ich auch war, manches fiel jetzt schon als Dämmerung in meine Sinne hinein, was sich nach Jahren erst zu einem restlosen Verstehen aufhellen sollte.

Eine gewisse Beklemmung war in mir, die selbst durch das fröhliche Knattern der buntfarbigen Seligkeiten des Paradieses und der der furchtbaren Unseligkeiten der ewigen Höllenstrafen nicht nachlassen wollte, vielmehr sich verstärkte, je weiter wir uns aus dem Bereiche der Staatsen entfernten.

Das mußte letzten Endes denn auch auffallen.

»Hm, hm!« sagte Hübbers.

Im Rathausgäßchen hielt er den Fuß an.

»Jupp, was befällt dir?«

»Ich hab' so 'ne Bange.«

»Kann es begreifen,« versetzte er tapfer, nachdem er seine eigenen Angstzustände aus dem Hosenboden geschüttelt hatte. »Das darfst du nicht so ganz für voll estimieren. Denn passe mal auf, was ich sage, damit du dich an Oma gewöhnst und ihre Natureigentümlichkeiten sich bei dir anpassen können.«

Er reckte sich hoch.

Das schwere Aktendeckelbündel schob er von der rechten unter die linke Achselhöhle, um besser und gediegener sprechen zu können.

»Die Sache verhält sich folgendermaßen. Man muß sie nur in die richtige Beurteilung nehmen. Oma ist nicht allzeit in derselben Verfassung. Sie hat ihre Tage. Es gibt solche und solche. Da sind welche, die zu den genüglichen und pläsierlichen rechnen, dann welche, die ich die prophetischen nenne, und propter und prätorius welche, die ich als die kommandierenden oder die kratzigen taxiere. Heute sind die beiden letzteren auf ein und denselbigen Hümpel gefallen. So ist Oma nu mal; aber für gewöhnlich kann sie vor uns Menschen und dem lieben Herrgott in allen Ohren und aller Freundschaft bestehen. Harte Zähne, die hat sie, auch 'nen dicken Kopp wie 'ne bockige Ziegenmadam, die immer anders will wie die übrigen Ziegen. Aber das tut nichts, und wenn sie auch öfters mit der jungen Frau nicht dakkohr ist, ihr Knüppel zwischen die Beine verfertigt, so wird das seine Bewandtnis wohl haben, denn allzuviel Rassigkeit zehrt an 'nem gemütlichen Hausstand, zumal Aloys, bei all seiner Vornehmheit und Akkuratesse, etwas drömelig ist und so recht nicht die Munterkeit besitzt, solche Rassigkeit und Weibsschlaue in kommodere Schleusen zu drainieren. Da hilft ihm die Oma. So ist sie zu estimieren, und da sie dir doch 'ne Kevelaerer Bundesfahne geschenkt hat, mußt du sie auch als liebevolle Darbringerin im Andenken bewahren. Das wäre zu sagen. Nu kennst du ihr in ihrer stilvollen Größe, in ihrer totalen Aufmachung ... und da du es weißt, wollen wir uns zu Pappa und Mamma begeben, denn ich habe jetzt noch 'nem notariellen Aktus beizuwohnen, wobei ich 'ne Amtsperson bin und aufpassen muß wie'n eingeschworener Zeuge und Beisitzer. Jupp, das war'n Tag voll höchster Bekömmnis! Ich glaube, wir werden noch vieles erleben.«

Damit trudelten wir dem weißen Hause ›Zu den sieben Linden‹ entgegen.

Im Hausflur trennten wir uns.

Hübbers begab sich mit seinen blauen Aktendeckeln in das Büro meines Vaters, würdig und steif, mit der ganzen Aufmachung und Gemessenheit eines notariellen Zeugen und Beisitzers, während ich ...

Langsam krabbelte ich die altfränkische Treppe hinauf, um im sogenannten Kinderzimmer der Traben- Trabacher Marie, die just dabei war, Wäsche zu plätten und sie in feinsäuberliche Falten zu legen, Gesellschaft zu leisten und ihr meine neueste Errungenschaft, das Kevelaerer Fähnchen, zu zeigen.

Der Neu-Ruppiner Farbenrausch brachte denn auch die behäbige Moselmamsell in eine Art von Verzückung, wobei sie die höllischen Qualen der Verdammten völlig auskostete, aber auch die Freuden mit den Seligen teilte, die berufen waren, von den ewigen Tischen zu essen, und immer neue Worte fand, die himmelanstürmenden Begebenheiten des Fähnleins, sowie die Großzügigkeit der Alten über den grünen Klee und die steilsten Moselberge zu preisen.

»Gottespanier, Gottespanier!« rief sie dazwischen und schlug begeistert ihre Hände zusammen.

Ich aber konnte des mir gewordenen Angebindes nicht froh werden. Selbst die beschwichtigenden Darlegungen meines biederen Freundes verfingen nicht mehr. Mir wurde es blau und grün vor den Augen. Ich stand in einem kreisenden und fauchenden Tobel. Alles und jedes drehte sich um mich wie in einem Karussell mit glitzernden Glassplitterchen: das Bügelbrett, Dielen und Decke, die Schildereien an den Wänden, selbst die Traben-Trabacher Marie mit ihren wohlhabenden Formen, die mir in ihrer Üppigkeit und Fülle fast übermenschlich erschienen. Sie tänzelte auf dem Kopf herum, lobete Gott und die gesinnungstüchtigen Wallfahrer, die im Schweiße ihres Angesichts und in derben Transtiefeln nach Kevelaer pilgerten. Dazwischen klapperte das Platteisen, pritzelte ein seiner Wasserkunst mit spitzem Sirren durch das behagliche Zimmer, lärmte die Staatse mit ihrem Bakel über die Pflastersteine, um ihn dann mit heiserer Stimme in das Firmament zu bohren, aus lautem Halse zu predigen: »Ja, das zwischen Himmel und Erde! das kommt immer näher und näher, und es kann jeden Momentus passieren: Gottes Tore öffnen sich und Gottes ewiges Feuer ...« Herr Jeses nochmal! und dort oben der vergoldete Hahn?! Er schlug mit den Flügeln und krähte aus Leibeskräften von Sankt Nikolai herunter, als wäre der glühende Vesenstern schon dabei, ihn mit Kamm und Kragen zu schlucken. In blinder Not ließ er etwas Ängstliches fallen. Aus steiler Höhe kleckerte es mir gerade auf den Kopf, kleckerte es auf den von Hübbers, auf den von Johanna Kordula Teerling, geborenen Wintjes. Ich sah einen feurigen Regen ... Krieg und Pestilenz ... betrübte und armselige Zeiten ... Dazu jubelte die Traben- Trabacher Marie: »Gottespanier, Gottespanier!« und war alles öde um mich, wie in einem Durstland, voller Qualen und Anfechtungen.

Erst gegen Abend beruhigte ich mich.

Ich saß bei meinen Eltern.

Das seine Rascheln hinter den Tapeten und die warmen Strahlen der Rübsenöllampe, die das sorglich gespreitete Tafeltuch wohlig umspielten, taten mir wohl.

Mit seiner stillen und ruhigen Stimme las mein Vater das erste Kapitel aus dem Landprediger von Wakefield.

Seine Worte reihten sich nebeneinander, als wären es sprechende Anemonen und Himmelschlüsselchen auf einer jungen Frühlingswiese gewesen.

Meine Mutter hörte darauf wie auf ein fernes Klingen jenseits eines verwunschenen Waldes. Dabei stichelte sie bunte Fäden durch ein engmaschiges Straminnetz.

Den Sinn des Vorgelesenen verstand ich nicht, auch das nicht, was der ernste und geruhsame Mann bald darauf mit meiner Mutter verhandelte. Erst nach vielen Jahren wurden mir die Einzelheiten dieser Stunde so klar, als kämen sie von einem einsamen Berge herunter, freundlich und anheimelnd, mit der Aureole eines gütigen Behagens umkleidet. Und doch welche Andacht unter der wundersamen Rübsenöllampe, die manches Mal aufknisterte, als wären heimliche Geisterlein in ihrer Nähe lebendig geworden.

Er hielt plötzlich mit Lesen inne und sagte: »Ich denke eben daran. Die freundlichen Spiele mit dem goldigen Blätterfall werden sich wohl bald ihrem Ende nähern.«

»Wie meinst du das?« fragte die Mutter, indem sie den Straminrahmen beiseite tat und erwartungsvoll ihre weißen Hände zusammenlegte.

»Nun, an Stelle der freundlichen Stunden werden mürrische treten. Nebel und Regen. Von Harparanda wird dieses gemeldet. Die kommenden Nächte, ohne Aufheitern und sonder Sternenfeuer, dürften uns kaum Gelegenheit bieten, das größte Phänomen dieses Jahrhunderts geziemend bewundern zu können.«

»Schade, sehr schade!« warf meine Mutter bedauernd dazwischen, um gleich weiter zu fragen: »Und wann wäre die Erscheinung zu erwarten gewesen, ich meine, den menschlichen Sinnen erreichbar?«

»Binnen kurzem. Mit bewaffnetem Auge ist ihre rätselhafte Bahn jetzt schon nachzuweisen. Alle Kometensucher verfolgen das eigenwillige Ziehen und Wandern des ewigen Juden im unermeßlichen Weltenraum mit gesteigertem Interesse. Den Berechnungen nach tauchte er zuerst im Großen Bären auf, um von hier aus das leuchtende Haar der Berenike, das Sternbild der Hunde und das des Bootes zu durchgeistern. Von hier aus geht sein Weg mit feierlichem Glänze durch Jungfrau und Schlange. Hier angekommen, neigt er sich immer weiter der Ekliptik zu, immer schwächer und ärmlicher werdend, bis er schließlich im Skorpion völlig dem menschlichen Auge, den Gläsern und den Kometensuchern entschwindet.«

Meine Mutter begann wieder zu sticken.

»Und dieses Wunder der Neuzeit könnte uns möglicherweise entgehen?« fragte sie nach einiger Weile.

»Es kann immer passieren, falls die regnerischen Tage sich langer hinziehen sollten. Verschleierte Nächte sind keine Freunde des Lichtes.«

»Wie schade, wie schade!«

»Leider, nichts dran zu ändern,« bemerkte mein Vater und hub aufs neue an, den biederen Landprediger von Wakefield sprechen zu lassen, seine teils heiteren, teils freudelosen Darbietungen durch das Schweigen der traulichen Stube zu spinnen.

Aus einer umdüsterten Ecke des Zimmers tinkte eine Alabasterpendule von ihrer Konsole herunter.

»Acht Uhr,« sagte die Mutter.

Ihre braunen Augen streiften mich mit freundlicher Güte.

»Es wird Zeit,« meinte sie heimelig.

In diesem Augenblick erschien die Traben-Trabacher Marie, um mich unauffällig in die Arme des Schlafes zu betten.

»Gute Nacht!« und hinter mir versanken Vater und Mutter, die Rübsenöllampe mit ihrem sanften Scheinen und Zirpen, der Prediger Primrose mit seinem Sohn Moses, seiner vorbildlichen Hausehre, die den besten Stachelbeerwein kelterte, und alle die Dinge, die mich im Laufe des Tages beschäftigt hatten: die Staatse mit ihrer prächtigen Nase, der vergoldete Turmhahn, selbst Hübbers mit seinen Redensarten von tiefgründiger Weisheit ... und es war mir: auf kurzen Beinchen trudelte ich in eine buntfarbige Traumwelt hinein, in ein Land voller Widersprüche und Absonderlichkeiten, als hätte ein drolliger Kauz Zeit und Muße gefunden, seine Marionetten in einem Hohlspiegel tanzen zu lassen, kielkröpfig, spinnengelenkig, dann wieder solche mit Engelsgesichtern, überirdische Wesen auf blumenbesäten Gefilden, wo Lilien standen, die mit ihren silbernen Kelchen die ewige Kuppel des Himmels berührten. Nur leise dazwischen ein melancholisches Tuten und Blasen, ein Anrufen der nächtlichen Stunden, ein Tropfen und Träufeln, ein Summen und Brausen, das sich anhörte, als würden die Laubmassen von Bäumen auseinandergefältelt, die sich nur widerwillig aus ihrer eingenommenen Ruhe und Beschaulichkeit aufstöbern ließen.

Gleich darauf hörte ich nichts mehr, bis die Traben- Trabacher Marie an mein Bett trat und sagte: »Jüngsten, Jüngsten, was hast du lange geschlafen!«

Also schon Morgen?! aber die Welt in Gold war dahin. Grau und vergrämelt fingerte es durch die bleichen Gardinen. Die Ringeltauben rokuzeten nicht mehr, die Elstervögel, sonst so lärmend und zutunlich, hingen jetzt stumm zwischen den höchsten Zweigen, hin und her geschaukelt von einer steifen Brise, die dumpf und feucht aus der Niederung heraufschwaderte. Heftige Regentropfen klatschten gegen die Scheiben, rieselten in langen Tränen an den Fenstern herunter. Immer dunstiger zog es über die kleine niederrheinische Stadt hin. Die Fernen verloren sich. Kaum noch waren die gegenüberliegenden Hauserzeilen zu sehen. Die sieben Linden wurden zu ernsten Lemuren. Sie erinnerten an die grauen Schwestern im benachbarten Kloster, an die reuigen Büßerinnen zur ewigen Anbetung, nur ins Gigantische hineingehend, übermenschlicher, mit den Schauern des Gespenstischen umkleidet. Ihre düsteren Hollen wehten im Wind, der immer nachhaltiger die mürrischen Gestalten durchwühlte. Dazu das verdrießliche Zwirnen der Regenfäden, das stetige Fallen der schmutzigen Blätter, das Schlürfen und Schlucken in den verlorenen Kändeln und Rinnsalen.

So ging das Tage um Tage und Nachte um Nächte. Kein freundliches Glitzern und Blenkern, kein Aufgehen und Niedergehen der ewigen Sterne. Die erste Woche verging; die zweite hatte bereits ihren Atem verloren, ohne daß der liebe Herrgott Anstalten machte, tagsüber mit freundlichen Farben und nächtlicherweise mit seinem lichten Feuerwerk zu spielen.

Es blieb alles beim alten.

Die armen Seelen zogen auf ausgetretenen Wollsocken durch ein gleichgültiges Einerlei, durch ein Land ohne Lachen.

Mürrische Schleier und trostlose Herzen!

Jedereins wähnte, es würde stetig so bleiben.

Doch da eines Tages ...

Langst war ich schlafen gegangen. Aber die Müdigkeit wollte nicht kommen. Von meinem kleinen Alkoven aus, unmittelbar neben dem Gemach meiner Eltern, bemerkte ich, daß das Nachtlicht mit seinem schwimmenden Docht zitterige Kreise und Kringel gegen die weißgekälkte Decke malte, sie tänzeln ließ, sie immer lebhafter auf und nieder bewegte. Ungewiß schimmerten die silberigen Ringelspiele herüber, leichtfüßig wie die von einer Wasserspinne hingezirkelten Schleifen und Kegelschnittlinien auf dem Spiegel eines schweigsamen Teiches.

Ich hörte auf das seine Tupfen gegen die Scheiben, das Gurgeln und Träufeln, das gleichmäßige Sumsen der Linden, deren düstere Schatten sich unwillig im Rahmen des weiten Fensters schaukelten; doch schien es mir, als wenn die Regenschauer an Heftigkeit verlören, das Rieseln nachließe und sich immer weiter entfernte.

Von der Straße her vernahm ich ein aufdringliches Klappern und Rasseln, just so, als würde ein metallischer Gegenstand über das Pflaster gezogen. Ja, so! mein Freund und Gönner waltete seines Amtes. Um der Furcht wegen in der Nacht, schleppte er einen schweren Kavalleriesäbel, der noch aus den Freiheitskriegen stammte, hinter sich her, als gölte es, etwaigen Dieben schon von weitem Schrecken und kalten Graus in die abwegige Seele zu jagen, ihnen anzuempfehlen, baldmöglichst das Feld ihrer verbrecherischen Tätigkeit zu räumen.

Ich war ordentlich stolz auf Heinrich Hübbers und seine nachtwächterliche Tätigkeit.

Vor meinem elterlichen Hause verstummte plötzlich das martialische Klirren. Vom Rathausturm ruderten vereinzelte Schläge über die Stadt hin.

Hübbers erhob seine Stimme. Er rief die Stunde an, aber aus Respekt vor meinem Vater, den er über alles verehrte, auf hochdeutsch, während er sich auf anderen Stellen nur des ganz ordinären Plattdeutschen bediente.

Ich hörte ihn rufen:

»Die Klock hat zwölf, zwölf hat die Klock!
Die Hex sitzt auf 'nem Ziegenbock.
Doch alle guten Menschenkind
Jetzt fromm in ihrem Bette sind,
Um dort wie alle Braven
Zu schlafen.
Die Klock hat zwölf!«

Ein langausgezogenes »Tuhut, tuhut!« folgte den halb gesungenen, halb gesprochenen Worten. Gleich darauf ertönte der nämliche Singsang, aber in niederrheinischer Mundart:

»De Klock hät twelw, twelw hat de Klock ...«

Dann vernahm ich nichts mehr. Ich lag in einem Zustand zwischen Schlafen und Wachen, selig gewiegt, von überirdischen Händen durch blaues Licht und ein Meer von rätselhaften Dingen getragen, als ich unversehens aus meinem Drusseln und Träumen aufgeschreckt wurde.

Seit dem letzten Hornruf mochten etliche Stunden vergangen sein.

Ich rieb mir die Augen. In meinen Ohren brauste und sauste es von gewaltigen Stimmen.

Ein dumpfer, heulender Ton hämmerte gegen die Fensterscheiben. Ein zweiter folgte ... ein dritter ... ein vierter. Mit wildem Getute arbeitete es sich durch die engen Straßenzeilen hindurch, lärmte in die Häuser hinein und posaunte, als wäre der Tag des Letzten Gerichtes gekommen.

»Tuhututuhut ... tuhut ... tuhututuhut ...!«

Immer lauter und stürmischer, immer wirrer und nachhaltiger. Greueltöne reihten sich an Greueltöne.

Mir stiegen die Haare zu Berge.

Ich war schon halb aus dem Bett.

Nebenan erhob sich mein Vater.

Er zündete Licht an.

Auch meine Mutter war lebendig geworden.

»Mann, was gibt es draußen?« fragte sie ängstlich.

»Unsinn, verfluchter! Entweder der Mensch ist verrückt, oder er hat ein Quartierchen Schnaps zu viel auf die Lampe gegossen.«

»Nein, dieser Hübbers!« rief meine Mutter und breitete ihre Arme, in die ich schnurstracks hineinsegelte.

»Tuhut ... tuhut ... tuhut ...!«

Das Lärmen verstärkte sich. Laden wurden aufgerissen, Türen zugeschlagen. Eilige Menschen hasteten auf lauten Holzschuhen vorüber.

»Tuhut ... tuhut ...!«

Gleichzeitig fielen schwere Schläge vom benachbarten Rathaus herunter, wie eherne Vögel, die sich wieder aufhoben, um weiter zu fliegen.

Meine Mutter verfärbte sich.

Die Wassernot- und Feuerglocke wurde geläutet.

»Das ist Brand!« schrie sie auf.

»Abwarten!« warf mein Vater ein und begab sich ans Fenster.

Behutsam scheitelte er die Gardine auseinander, um ebenso behutsam einen Rahmen zu öffnen. Er prallte zurück.

Dann ein befreiendes Lachen.

»Kommt nur und seht!«

Wir folgten dem Anruf und sahen ...

Um Himmels willen, was war nur geschehen?! Die Wolken dahin, die dunstigen Nebel wie fortgeblasen; nur noch aus den ungewissen Silhouetten der Lindenbäume klatschten schwere Tropfen herunter, als wenn sie in eine tönende Bronzeschale fielen. Aber die vorgerückte Nacht lichterte auf, war voller Glanz und Sternenfeuer.

»Endlich, endlich!«

Mein Vater trug mich ans Fenster. Mit der Rechten deutete er über Bäume und Giebelhäuser.

Funken setzten mit einem riesenhaften Halbkreis über die Dächer ... Kaskaden ... Flammengarben. Der ganze Westen stand in einer brennenden Lohe. Gottes Hand warf eines seiner stolzesten Wunder durch den Weltenraum.

»Der Komet!« sagte mein Vater, ganz bewegt von dieser märchenhaften Erscheinung, um dann wieder zu lachen: »Und dieser veritable Esel von Hübbers ... Aber hier ist der Kern nicht zu sehen. Bäume und Häuser behindern uns sehr. Wir müssen zum Markt. Dort haben wir freies Gesichtsfeld. Wollt ihr mit?!«

Na, und ob wir mitwollten!

Ich strahlte. In so jungen Jahren schon so etwas mit leibhaftigen Sinnen erleben zu können, zu nachtschlafender Zeit, unter so eigenartigen Umständen, das mußte mich gleichfalls zu den Sternen erheben und meine eigene Person mit einer gewissen Selbstverherrlichung umkleiden.

Ich kam mir vor wie einer der Größten unter den Großen.

In einer kleinen Viertelstunde waren wir fertig.

Auch die Traben-Trabacher Marie, die an allen Gliedern wie Espenlaub zitterte und noch immer dabei war, ihre außergewöhnlichen Zierden ängstlich zu verschnüren, schloß sich uns an.

Zu viert verließen wir das Haus ›Zu den sieben Linden‹.

Hinter uns stand der ausgekreiste Mond und schuf eine leidliche Helle. Vor uns glumste und gloste es, als wäre das Begebnis von Sodom und Gomorrha noch einmal in die Erscheinung getreten.

Großartig, nicht auszudenken – die Sache!

So erhobenen Hauptes wie ich mochte selbst Klein Roland nicht dahergekommen sein, als er mit seinem Vater, dem edlen Ritter Milan von Anglant, auszog, ein namhaftes Abenteuer tief im Walde der Ardennen zu bestehen. Ich fühlte mich ordentlich. Mein Herz klopfte und rauschte mir bis in die Ohren hinein.

Als wir das Rathausgäßchen passierten, verstummte die Feuerglocke. Nur noch ein letztes Klingen und Tönen brummelte nach. Dafür aber polterte uns von der Marktecke her eine energische Stimme entgegen: »So'n Himmelhund, so'n dreimal durchdestilliertes Karnickel von Nachtwächter! So'n Rindvieh – reißt an dem Glockenstrang, tutet uns da Brand in die Ohren, holt uns fast splinterfasernackig aus den nachtschlafenden Posen heraus ... und ist alles bloß 'n ganz ordinärer Schwanzstern gewesen!«

»Um Vergebung, Herr Brill!«

»Hier ist nichts zu vergeben. Das wird protokolliert. Das kommt in die Konduite hinein von wegen ruhestörenden Unfugs. Außerdem wird's dem Herrn Bürgermeister gemolden.«

»Herr Notar, Herr Notar!« rief Hübbers, als wir in seine Nähe gelangten.

Mit kalter Hand wischte er sich den Schweiß von der Stirne herunter.

Mein Freund und Gönner ähnelte dem getrommelten Elend in einem Narrenkasten. Trotz des verrosteten Kavalleriesäbels, des mächtigen Tutehorns und des eisenbeschlagenen Hagedorns, den er in der Rechten führte, dauerte mich der Mann im tiefsten Grunde meines Herzens, denn der Polizeidiener Iwan Kasimir Brill stand vor ihm mit gestielten Hummeraugen, gezücktem Bleistift und einer Amtsmiene, die selbst dem Beherztesten in die Hosen fahren mußte.

»So'n Angstmeier, verfluchter! und so was will Nachtwächter spielen?«

Seine Stimme rollte.

»Herr Notar,« jammerte Hübbers dazwischen, »ich bitte Ihnen ... im ersten Momentus und so aus dem puren Handgelenk heraus, das konnte unsereins doch als Feuer taxieren, meinetswegen im Bessemhuck oder achter der Mauer dahinten?«

»Gewißlich, gewißlich,« sagte mein Vater, um dem Gemaßregelten doch etwas aus seiner tiefen Bedrängnis zu helfen. »Hier sind Milderungsgründe vorhanden. Das Strictum jus dürfte hier ausgeschaltet werden.«

»Dann allerdings!«

Herr Iwan Kasimir Brill riß die Hacken zusammen.

»Dann allerdings, Herr Notar,« und der Polizeigewaltige zog seine Stielaugen ein, brachte Bleistift und Notizbuch wieder an Ort und meinte in korrektem Dienststil: »Wir nehmen Kenntnis davon. Selbstverständlich – in diesem Falle wird dem Herrn Bürgermeister gar nichts gemolden.«

»Schön,« sagte mein Vater, und wir pilgerten vorwärts.

Der weite Markt tat sich auf; mit ihm das überwältigende Zeichen, größer und stolzer als jegliches im Unermeßlichen. Dicht neben dem Turmhahn von Sankt Nikolai stand der leuchtende Kopf des Phänomens, das einen Schweif hinter sich Herzog, wie nicht mehr zu finden. In gigantischen Bogen spreitete es seine Lichtmassen durch das All, fächerförmig, in Bündeln und Spulen, blutrünstig und dennoch goldig durchstrahlt und gestriemt, umflutet von einem Meer sprühender Sternchen und Sterne.

»Himmel!« sagte meine Mutter und legte stillergeben ihre Hände zusammen.

Gottes Feuer brannte und Gottes Feuer lohte durch die Nacht voller Andacht und Erhabenheit.

An der großen Linde drängten sich die Menschen.

Neue strömten zu.

Nur mit dem Nötigsten angetan, in Plüschpantoffeln und Unterhosen, alte Mäntel übergeworfen, in Nachtjacken und Pudelmützen schoben sich Männlein und Weiblein in Nähe der steinernen Bank zusammen, die den majestätischen Baum nach allen Seiten der Windrose umhegte. Und zu aller Beruhigung und Andacht: auf eben dieser steinernen Lindenbank erhob sich die Gestalt des papierenen Aloys, aber nicht in gemustertem Buckskin, wenngleich er auch sein putziges Troddelmützchen über die linke Seite des Kopfes gestülpt hatte, sondern in einem faltigen Schlafrock von gestepptem Zitz, aus dem die mit Selfkantschuhen ausgestatteten Beine ganz miesepeterig hervorstakelten.

Indessen – der Papierene fühlte sich.

Da er viel mit Büchern, wenn auch ausschließlich mit Gebetbüchern zu tun hatte, sich in seinen Mußestunden auch mit anderen Schriften befaßte, kurz, jede Gelegenheit benutzte, in allen nur möglichen Revuen, Monatsblättern und Gazetten herumzuschmökern, hielten ihn seine lieben Mitbürger für einen tiefgründigen Sinnierer, Weisen und Schriftgelehrten. So auch in dieser weihevollen und imponierenden Stunde.

In der Linken einen ausgezogenen Tubus, mit der Rechten auf die Feuergarbe deutend, begann er: »Meine Herrschaften! Was wir da sehen, möchten wir als Kometen oder Haarstern ansprechen, wobei wir nicht umhin können, solches als sehr interessant zu bezeichnen. Wir registrieren verschiedene Arten. Der Kopf ist Nebensache dabei, der Schweif hingegen als immenses Anhängsel hoch an Ehren zu halten. Es gibt welche, die überhaupt keine Schwänze besitzen, weshalb wir sie auch die harmlosen Wandelsterne benennen. Viele Forschungsreisende sind nun der Ansicht, daß selbige vom Mond herkamen, denn mutmaßlich sind in seinen sogenannten überirdischen Vulkanen unermeßliche Lavaströme chemisch gebunden, die an die Luft wollen. Alles recht schön. Wir jedoch können solche Meinungen nicht als zutreffend bewerten, denn sie gehen weit über unseren Minus- und Maxusstandpunkt hinaus, schließen uns vielmehr den neuzeitlichen Deutern an, die einen ganz anderen Peristyl und 'ne besondere Auslegung vertreten.«

Er schaute sich um, gehoben durch die gewinnbringende Exegese.

Ein zustimmendes Murmeln setzte ein.

Alle Augen wandten sich dem rätselhaften Wanderer zu.

»Bravo!« sagte Iwan Kasimir Brill. »Besonders das mit dem ›Peristyl‹ haut den Nagel direkt auf den Kopp.«

Mein Vater griemelte still vor sich hin und häkelte seinen Arm vergnügt in den meiner Mutter.

»Wir für unsere Person,« sprach Aloys weiter, indem er seinen Tubus kurze Zeit auf den glühenden Nomaden richtete, um das Fernglas mit einem zuversichtlichen Schmunzeln wieder sinken zu lassen, »schließen uns den Forschungsreisenden an, die festgesetzt haben, daß alles, was zu den Kometen rechnet, ganz egal, ob's 'nen Schwanz oder keinen ausweist, aus 'ner Gegend herkommt, die sich mindestens hundert Stunden hinter den weitesten Himmelserscheinungen befindet. Das nennt man Ellipse oder Hyperbel, und da wir dieses als richtig einschätzen, so halten wir jetziges Zeichen genau für dasselbe, so den drei Königen aus dem Morgenlande erschien, als sie sich aufmachten, um mit Gold, Weihrauch und Myrrhen unseren Herrn Jesus Christus als ganz junges und unbesonnenes Kindlein in der hölzernen Krippe im Stalle zu Bethlehem aufzusuchen.«

Eine Bewegung entstand.

Jedereins drängte sich näher an den Sprecher heran.

Einzelne Stimmen wurden laut.

»Weiter erzählen!«

»Hurra und Vivat!«

»Aloys soll leben!«

»Das ist ja heilig!« warf einer dazwischen.

»Natürlich!« rief der Papierene, indem er aufs neue aus den imposanten Lichtmantel deutete, »das ist dreimal heilig: heilig, heilig, heilig! und wenn wir auch auf stunds keinen Erlöser erhoffen, dessen Los es wäre, ans Kreuz geschlagen und begraben zu werden, um nach dreien Tagen wieder aufzuerstehen und bald darauf zu seinem himmlischen Vater und Erzeuger zu schweben. Aber wir erhoffen von diesem Dreikönigenstern ein gesegnetes Weinjahr, 'ne gute Knollen- und Kartoffelernte, reichliches Einkommen beim Handwerk, bei Schneidern und Schustern, bei Manufakturisten und Leinewebern, auch für unsere Branche und ihre einschlägigen Artikel, als da sind: Buchbindereien, Bleistifte, Kuverts, Propatria und Siegellackstangen. Allerdings, wir glaubten zuerst, es würden sich aus seinem Erscheinen Kriegsnöte und hungrige Zeiten ergeben. Aber wir sind mit den Forschungsreisenden einig geworden: der Stern ist ein Glücksstern. Damit basta! Das wäre zu sagen gewesen.«

»Unsinn!«

Eine harte, brüchige Stimme brachte den einsetzenden Beifall zum Schweigen.

Fest klapperte ein Krückstock dazwischen.

Oma trat vor, direkt vor Aloys hin, völlig angekleidet, das goldene Kreuz auf der Brust, in der Linken den Rosenkranz und mit straffgescheitelten Haaren.

»Das gibt's nicht! Früher hast du anders geredet und nu mit einem Male wieder ganz anders. Ich hätte dich und deine Forschungsreisenden für schlauer angesprochen. Unsereins ladet das Ereignis auf 'ne gesundere Schulter. Vertieft es. Ich habe Augen und Ohren und weiß drum: Gottes Tore öffneten sich und Gottes Brandfackel kam aus der Ewigkeit herunter. In dieser Beziehung sind wir einig, denn der da« – und ihr Stock zeigte nach oben – »ist aus seinen Händen gekommen. Aber nicht als 'ne pläsierliche Botschaft, sondern als 'ne geziemende Offenbarung dafür: Ängste werden uns quälen, bedrückte und armselige Tage, und wenn's hart auf hart geht: ich sehe den Krieg, und es wird ein Sterben auf Erden sein, so daß die Schreinermeister sich nicht Rat wissen, wo sie nur all die Bretter für die Särge hernehmen sollen.«

»Jesus, Jesus!«

Die Menschen schoben sich enger zusammen.

Oma fuhr fort. Ihre weiten Augen gespensterten, und ihre Stimme nahm an Erregung zu: »Denn der da, der Besenstern, die Leuchte des Unerforschlichen, ist stärker als Babel und Bibel. Der Stern kommt von Gott und fährt den lässigen und üppigen Weibsbildern unter die Röcke, daß ihnen die Brunst genommen wird, wie sie den Kamelinnen genommen wird in der heidnischen Wüste.«

Ihr Stock klirrte auf.

»Christus, erbarme dich unser! Herr meiner Seele, lasset uns beten!«

Die harte Frau, Frau Johanna Kordula Teerling, geborene Nintjes, kniete nieder und sprach mit tönender Stimme: »Vater unser, der du bist in den Himmeln ...«

Mein Vater stieß mich leise an.

Wir gingen. Ich etwas bedrückt und noch ganz benommen von dem soeben Erlebten.

Ich hörte, wie mein Vater etwas vor sich hinmurmelte.

Am Rathauseck blieb er stehen und wandte sich wieder dem unermeßlichen Lichtbogen zu.

Das Beten Omas tönte noch immer herüber, wenn auch schwacher, gedämpfter: »Und vergib uns unsere Schuld, so auch wir vergeben unseren Schuldigern. Heilige Maria, Mutter Gottes ... Jesus, o Jesus!«

Er aber sagte, wahrscheinlich um meine Gedanken auf heiterere Dinge zu lenken: »Da lebte mal ein großmächtiger Sultan. Der war eitel Pracht und Leuchten und Scheinen ... und wohnte zu Bagdad ... und nannte sich Harun al-Raschid ... und trug einen Turban, dessen Agraffe einen feinfadigen Reiherbusch zeigte, wie noch keiner von dem Haupte eines irdischen Kalifen geweht hatte. Und dieser Kalif, dessen Leiden und Lieben, dessen Großtaten und Absonderlichkeiten durch die Erzählungen der ›Tausend Nächte und der einen Nacht‹ bis auf unsere Tage gekommen sind – dieser Kalif nun, der weise regierte, bis zu ihm kam der Vernichter der Wonnen und der Trenner aller Gemeinschaft, der Entvölkerer der Städte und Sammler für die Totenäcker, ritt allzeit auf einem milchweißen Pferd, dessen blutrote Schabracke mit Gold- und Silberfäden durchstickt war. Auf diesem milchweißen Pferd nun durcheilte er seine Reiche und seine Herrlichkeiten, um nach dem Rechten und dem Wohlbefinden seiner Völker zu sehen. Sie dankten ihm denn auch für seine Weisheit, seine Guttaten und seine klirrenden Dirhems, die er durch seine Eunuchen und den Träger seines Schwertes, Masrur, den Zugeströmten reichlich übermittelte, bis sie ihn, so glaube ich, zu den Sternen erhoben. Alle zweitausend Jahre erscheint er, zeigt aber nur seinen schimmernden Reiherbusch und seine Schabracke, die hinter ihm herschaukelt, als wären es Diamanten und glutheiße Perlen. Da sieh nur ...!« und er deutete lächelnd auf das Wunder der Wunder.

Mit großen, erstaunten und märchenfrohen Augen sah ich auf den silberfadigen Reiherbusch des prächtigen Sultans.

Meine junge Seele war bei Harun al-Raschid.

Gleich darauf traten wir in den Schirm und Schatten des weißen Hauses ›Zu den sieben Linden‹.

Von fernher schallte aber wieder der Hornruf meines Freundes herüber.

Er blies still und geruhsam.

Dann eine Stimme: »Drie hät de Klock!«

 << Kapitel 2  Kapitel 4 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.