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Der Mann ohne Gewissen

Max Kretzer: Der Mann ohne Gewissen - Kapitel 10
Quellenangabe
pfad/kretzer/mannohne/mannohne.xml
typefiction
authorMax Kretzer
titleDer Mann ohne Gewissen
publisherPaul Franke Verlag
printrun186. bis 195. Tausend
firstpub1904
correctorfranka.antenne
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10.

Diese Einbildung seines Glücks gab ihm die Siebenmeilenstiefel zur Erreichung des großen Eroberungszieles. Schon am andern Tage sagte er zu Apotheker Dähne: »Hören Sie, die Sache zieht nicht mehr, wir müssen etwas anderes erfinden – etwas für die innere Heilung, was auch appetitlicher ist. Diese ganze Schmiere widert mich an ... Wie wäre es mit einem flüssigen Stärkungsmittel, he? Denken Sie einmal nach, Sie ausgepichter Alkoholiker.«

Er hatte einen ganz bestimmten Plan vor, zu dem ihm aber das Geld noch nicht reichte. Berlin sollte ihn eines Tages offen als Volksbeglücker kennenlernen; bis dahin aber mußte er noch im Verschwiegenen angeln nach all den Leichtgläubigen im Lande. Die stete Sehnsucht nach Klothilde trieb ihn mit teuflischer Macht dazu, sich mit Leichtigkeit über die Stachelschranken des Lebens hinwegzusetzen, vor denen die Ehrlichen, die für ihn die Feigen waren, mit Andacht haltmachten. So stark wie er war, als er das eine Weib fallen ließ, so schwach zeigte er sich im Verlangen nach dem Besitz des andern. Was er dem dummen Mädchen genommen hatte, hängte er dem klugen dreifach an. Die Tugend hatte sich ihm blindlings geopfert, weil Einfalt die Führerin war; die Unkeuschheit jedoch lockte nur, getrieben von der Klugheit, ohne sich etwas von ihrer Würde zu vergeben. In den Händen Klothildes war Gläser Wachs, das schon hinschmolz unter ihrem Atem und ihrem Lächeln. Jeden Tag regnete es Blumen, weil sie es so gewünscht hatte; und die leiseste Andeutung von ihr mußte ihm genügen, um ihn sich in Aufmerksamkeiten überstürzen zu lassen. Und wagte er in seinen Entschlüssen wankend zu werden, so empfing ihn Kälte, die ihn an sein Sklaventum erinnerte.

Innerlich knirschte und rüttelte er wie der Hund an der Kette. Sah er dann aber wieder das Gedankenbild der Angebeteten, entschleiert ihrer Reize, so fühlte er den weiblichen Magnet, der ihn unwiderstehlich anzog. Er merkte, daß es mit Blumen, Näschereien und Theaterbilletts nicht genug getan sei, und so machte er allerlei andere, mehr oder weniger kostbare Geschenke, die Klothilde wie etwas Selbstverständliches entgegennahm. Sein Knausertum litt darunter, aber immer aufs neue drängte es ihn dazu, sich ihren dereinstigen ehelichen Besitz förmlich zu erkaufen.

»Wissen Sie schon, daß Mama übermorgen Geburtstag hat?« fragte ihn Klothilde einige Tage darauf, nachdem sie ihm endlich ihr Jawort gegeben und die Verlobung zum Herbst in Aussicht gestellt hatte. Sie wollte die Sommerreise in diesem Jahre noch in Freiheit genießen, immer noch auf etwas Wunderbares hoffend, was sie vor dieser Ehe bewahren könnte.

Er verstand diesen Wink, beratschlagte mit ihr und stürzte sich auch der Alten wegen in größere Unkosten. Sein stiller Trost dabei blieb, daß doch die Zeit kommen werde, wo Frau Teicherts offene Hand alles wieder ausgleichen müsse.

In Wahrheit gab er sich großen Täuschungen hin, denn was Mutter und Tochter dazu getrieben hatte, ihn als Familienmitglied willkommen zu heißen, war allein ihr schlechter Vermögensstand. Das Haus in der Vorstadt war überbelastet, so daß die Mieten kaum die Hypothekenzinsen trugen. Man hatte längst die Absicht gehabt, es ohne Verlust los zu werden, konnte aber keinen wagemutigen Käufer finden, der in diese Verhältnisse keck hineingesprungen wäre. Ein Kurssturz hatte große Einbuße an Papieren gebracht, die man rasch verkaufte, um nicht noch trübere Erfahrungen zu machen; und so war schließlich nur noch eine Rente übrig geblieben, von der man nur mit allerlei Einschränkungen leben konnte. Wenn nun Klothilde noch eine Mitgift bekommen haben würde, dann hätte die Mutter sich auf Gnade und Ungnade ihrem Schwiegersohn ergeben müssen, und davor hatte sie ein leises Grauen, gegen das sich ihre gesunde Lebenskraft in einsamen Stunden wehrte. So hatte sie denn in Gläser den geeigneten Retter erblickt, der mit seiner Verzichtleistung ihr wie das verkörperte Ideal ihrer Hoffnung erschien, an das sich eine berechnende Mutter wie an einen festen Anker klammern müsse.

Als Frau Teichert eines Abends Klothilde vernünftig alles auseinandersetzte, schwamm diese eine Zeitlang in Tränen und schluchzte wie ein kleines Kind; denn in Wohlleben erzogen, hatte ihr von jeher nichts schrecklicher gedünkt, als ein Leben in kleinen Verhältnissen, als ein Aufgeben aller ihrer natürlichen Wünsche. Die Vorstellung, nach dem Tode der Mutter in Einsamkeit versauern zu müssen, hatte etwas Entsetzliches für sie, und so wollte sie lieber einen Ungeliebten nehmen, bevor sie den stummen Schimpf des Altjungfertums mit sich herumtrüge. Nach einer fast schlummerlosen Nacht war sie beruhigt und gefestigt aufgestanden. Die Morgensonne lachte ins Zimmer hinein und erweckte in ihr die alte Lebenslust. Sie hatte ja die Jugend genossen und würde auch sicher ihr Dasein als Frau genießen.

Im Oktober verlobte man sich öffentlich. Gläser war doppelt zufrieden, denn er hatte die Welt endlich mit seinem »Magolin« beglückt, einem Kräuter-Likör, der Wunderdinge bei Magenbeschwerden verrichten sollte. Apotheker Dähne hatte nach langem Bemühen ein köstliches Rezept zusammengestellt und diese Mischung gebraut, deren Genuß ebenso labend wie unschädlich war, ohne viel Herstellungskosten zu verursachen, so daß man bei jeder Flasche einen glatten Gewinn von zwei Mark einstecken konnte. Getreu seinem Leitspruch: »Lieber im Großen zugrunde gehen, als im Kleinen verdienen«, hatte Gläser diesmal alles auf eine Karte gesetzt, um die Welt zu verblüffen. Ganz Berlin und die Provinzen wurden an einem bestimmten Tage mit der Reklame überschwemmt, die wie mit Donnerhall alle Leidenden aufrütteln sollte.

»Kauft ›Magolin‹! Den Wundertrank des Jahrhunderts! Zusammengestellt aus dem Extrakt heilkräftiger Pflanzen. Wissenschaftlich geprüft und für tadellos befunden! Unter der Leitung eines approbierten Apothekers verfertigt. Schon Homer sagt: ›Der Magen ist der Tyrann des Menschen.‹ Wer dauernd einen gesunden Magen behalten will, wer die Hypochondrie haßt und die Heiterkeit des Gemüts liebt, der kaufe nur ›Magolin‹, den Wundertrank des Jahrhunderts. Selbst Hoffnungslose werden verlangend die Hände danach ausstrecken. Die glänzendsten Anerkennungsschreiben! usw. usw.«

Diesmal steckte ein »Versandhaus für natürliche Heilpflege« dahinter, das Gläser erfunden hatte, um einen größeren, Eindruck zu machen, ohne aufs neue mit seinem Namen hervorrücken zu müssen. Schon nach vier Wochen war der Bedarf dieses Massenartikels ein so gewaltiger, daß man bis in die Nacht hinein arbeiten mußte, um alle Bestellungen zu bewältigen. Gläser rieb sich vergnügt die Hände und sagte lachend zu Dähne, der aus seinem Laboratorium eine kleine Destillieranstalt gemacht hatte, ohne jedoch seine Trinkgelüste an diesem teeartigen Getränk befriedigen zu können: »Sehen Sie, Doktor, ich habe es immer gesagt: jeder dritte Mensch ist magenleidend ... Hier, stecken Sie sich mal die Echte an ... von nächster Woche ab werden Sie Meister, denn ohne Gehilfe geht's nicht mehr ... Übrigens alle Hochachtung vor Ihnen, Herr Geheimkünstler. Diesmal scheinen Sie keinen Mumpitz gemacht zu haben. Die Dankschreiben mehren sich von Tag zu Tag. Da schreibt mir soeben eine Alte, sie fühle sich schon nach dem Gebrauch der ersten Flasche gesünder und könne wieder mit Appetit essen. Schließlich hilft's wirklich! Können Sie mir das Rezept nicht sagen?«

Dähne schüttelte mit dem Kopf, denn auf diesen neuen Handel war er nur eingegangen unter der Bedingung, daß er das Rezept für sich behalten dürfe. Gläser wollte zwar zuerst davon nichts wissen, sah aber dann das Geschäft winken und gab nach, weil sein Siegesgestirn doch bald einen andern Lauf nehmen sollte. Eine Weile schwieg der Apotheker, dann erwiderte er fast sanft: »Der Himmel lasse die brave Alte bald wieder gesund werden. Ja, Sie haben ganz recht, Herr Gläser – es ist wirklich kein Mumpitz.«

»Was, das sagen Sie jetzt erst?« schrie Gläser ihn an. »Wenn's wirklich hilft, dann hätten wir ja noch mal soviel für die Flasche nehmen können. Das ist ja unerhört von Ihnen! Sie nehmen ja mein Interesse nett wahr.«

»Ich werde doch mein Gewissen nicht belasten«, fuhr Dähne fort.

Gläser, der sich dadurch betroffen fühlte, schrie aufs neue: »Wie, was? Sie werden doch nicht etwa mich –? Und Ihr Haarbalsam, he? Spielen Sie sich doch nicht auf!«

»Mein Balsam ist durchaus kein schlechtes Mittel«, gab der Alte zurück, nicht mehr erschreckt durch diesen Angriff, der ihm schon bekannt war. »Sie haben es ja gehört, mein großer Gönner, daß die Haare danach gewachsen sind.«

»Ja, aber nicht auf kahlen Platten«, brüllte Gläser jetzt förmlich. »Und die Kahlköpfe wollten wir gerade fangen. Die sind aber alle 'reingefallen, einige haben mir schönen Ärger bereitet. Sie wissen doch, der baumlange Kerl, der hier war und alles kurz und klein schlagen wollte! Das Geld für die drei Flaschen habe ich ihm zurückgeben müssen, was sagen Sie dazu, he?«

»Nichts, nichts, mein hoher Gönner, nichts sage ich dazu.«

Wenn er nüchtern war, zeigte er keine Spur jenes Redeschwunges, der im Rausche künstliche Begeisterung in ihm entfachte und ihn zur theatralischen Pose verführte. Wie seine körperliche Haltung jetzt träge war, so floß auch sein Sprechen schwerfällig, wie ein langsam rieselnder Bach dahin, und sein ganzes Wesen war gedrückt, gleichsam zusammengeklappt wie ein Taschenmesser, dessen gefährliche Spitze ruhte. Und so gingen seine hervorquellenden Augen fast blöde und vorwurfsvoll auf den Gebieter, während er fortfuhr: »Kahlköpfe heilen? Habe ich das vielleicht behauptet? Das hat doch das Geschäft besorgt.«

Diese sachliche Behandlung bei einem Zusammenstoß ärgerte Gläser stets am meisten; denn das hörte sich immer so an, als wollte der große Braumeister zu ihm sagen: »Eigentlich bist du ja der Spitzbube, aber nimm es nicht übel, wenn ich dich nicht nenne.« Und so brauste er abermals auf: »Wie meinen Sie denn das?«

»Durchaus nicht böse, nicht böse, mein verehrter Gönner«, sprach Dähne sorglos weiter, innerlich von Genugtuung erfüllt, ihm diesen kleinen Hieb versetzt zu haben. »Aber sehen Sie ... Ja, richtig! das wollte ich sagen: ›Magolin‹ ist kein Wundertrank, aber ein Überzeugungstrank. Und die Überzeugung habe ich hineingemischt, das Wunder dagegen stammt vom Geschäft. Heilkräftige Kräuter können jedenfalls nicht schaden, wenn sie auch nicht immer helfen. Ich kenne den Organismus der betreffenden Kunden nicht, und deshalb, sehen Sie, deshalb habe ich eine Likörmedizin zusammengestellt, dessen Rezept jedem Spezialisten für Magenleidende zur Ehre gereichen würde. Und daher hilft sie auch vielen, denn ›des blinden Zufalls Sprache ist's, die nach dem Glauben schreit‹. Stammt von mir, dieses Zitat. Sie haben mich zwar bis jetzt täglich mit dem königlichen Honorar von einem Taler abgefunden, aber diesen Glauben an einen Zufall, den ich in meine Medikamente hineinmische, – den, Verehrter, haben Sie mir bis jetzt noch nicht bezahlt. Firnis coronat opodeldok, wie die Spreelateiner sagen. Sie wissen's ja.«

Gläser witterte eine Anspielung auf höhern Tageslohn, und so schraubte er die gemachte Empörung sofort zurück und versuchte, alles in ein komisches Fahrwasser zu leiten. »Ach, Sie sind ein gelehrter Kakadu, der immer dasselbe spricht«, sagte er und ließ die Tür wieder wenig anständig ins Schloß schnappen.

»Zu dienen, mein hoher Gönner«, sagte Dähne und machte die übliche Verbeugung hinter ihm her.

»Magolin« wurde das Hauptwort des Tages, das schon um deswegen so oft genannt wurde, weil es sich so schön aussprach. Wo man hinsah, las man es: an den Litfaßsäulen, auf großen Plakaten bei den Drogisten und in den Schaufenstern sonstiger Händler; in jeder Zeitung, in jedem Winkelblättchen und an den Wänden der Kneipen und Konditoreien. In jeder dritten Kolonialwarenhandlung war der berühmte Kräuterlikör schließlich zu finden, auf dessen große Eigenschaften lärmend hingewiesen wurde. Den ganzen Tag über liefen die Angestellten Gläsers herum, um Nachfrage nach dem Wundermittel zu halten, und er selbst ließ es sich nicht nehmen, als eleganter Käufer würdevoll einen Laden zu betreten und die Frage zu stellen: »Haben Sie ›Magolin‹ Nein? Ich gebrauche drei Flaschen. Es wird doch von allen Ärzten empfohlen! Sie wollen es besorgen? Tut mir leid! Vielleicht hat's Ihr Konkurrent drüben.« Und er ging ebenso stolz hinaus, in das benachbarte Geschäft, in dem sein Plakat hing, wie er wußte, wo er aber für zehn Pfennig Schokolade kaufte. Nach einigen Tagen lachte er sich eins, denn der »Rückständige« hatte das Versäumnis nachgeholt.

So wurde ganz Berlin nach einem bestimmten Plane bearbeitet, und immer neue Tricks tauchten auf, um das Interesse an dem Heiltrank rege zu halten. Ganz besondere Mittel wurden erfunden, damit das große Wort im Gedächtnis haften bleibe. In den meisten Lokalen fand man billige Steingutaschbecher, die den Wirten gratis geliefert wurden, nur damit die darauf gedruckte Ankündigung den Gästen zur Gewohnheit würde. Gläser war der erste, der sich rühmen durfte, die Kehrseite der Omnibus- und Pferdebahnbilletts zu Reklamezwecken ausgenutzt zu haben. Worauf man auch den Blick richtete, überall las man dasselbe: »Magolin ... Magolin ... Magolin ...!« Vom Morgen bis zum Abend. Das Wort verfolgte die Menschen bis in den Schlaf; es prangte förmlich auf jedem Fetzen Papier, und wer zuerst darüber gelacht hatte, wer vom Zweifel an der Möglichkeit erfaßt worden war, daß er sich jemals näher mit diesem Mittel beschäftigen könnte, pries eines Tages ganz ernst die Heilkraft des Wundertrankes an, wenn es auch nur vom Hörensagen geschah. Und als gar in dem Coupletvers einer zugkräftigen Berliner Posse »Magolin« als Reim wiederkehrte, hatte das Wort die höchste Volkstümlichkeit erreicht.

Das Geschäft ging so großartig, daß auch die obere Etage in dem alten Hause in der Blumenstraße zu Kontorzwecken hinzugenommen werden mußte, und daß man sich gezwungen sah, in der Nähe einen riesigen Lagerraum zu mieten, in dem ein halbes Dutzend Packleute von früh bis spät tätig war. Zwanzig Menschen rührten die Hände, um als Stab des Chefs die Ansprüche an das Versandhaus zu bewältigen. Auch Dähnes Laboratorium war erweitert worden. Mit zwei Handlangern konnte er nun wirtschaften, sorgsam darauf bedacht, daß man ihm das Geheimnis der Mischung nicht absähe. Die Kräuter präparierte er selbst, den Trank setzte er mit eigener Hand an; er kochte, mischte und filtrierte, und nur die Füllungen durften von den Gehilfen unter seiner Aufsicht vorgenommen werden. Er war darin so eigensinnig, daß er jedesmal seine Arbeit unterbrach, sobald Gläser bei ihm auftauchte, und daß es ihm gar nicht darauf ankam, zu Unwahrheiten zu greifen, wenn sein Gebieter herumzuschnüffeln begann, um ihm von seiner Destillierkunst etwas abzusehen. Gläser kannte zwar die Zutaten, aber einen gewissen Extrakt nicht, den Dähne jeder Flasche noch tropfenweise beimischte und den er hinter verschlossener Tür bereitete.

Dann half kein Klopfen, Dähne war taub; und so viel der »hohe Gönner« auch ermahnte und lockte, es klangen immer dieselben Worte heraus: »Gleich, Herr Chef, ich stehe sofort zu Diensten. Sie wissen, es gelingt mir nicht, wenn mir andere auf die Finger sehen.« Und sobald Gläser aufs neue forschen wollte, gab Dähne seine stehende Redensart zurück. »Ja, sehen sie, mein verehrter Gönner, einen Gemütstropfen muß jeder Mensch für sich behalten, und das tu' ich auch. Dieser Tropfen Zusatz macht's eben, was wäre sonst das ganze Magolin! Es gibt Hoffmannstropfen und Hoff nungstropfen, und ich habe eben den Hoff nungstropfen erfunden ... Übrigens – ich erlaubte mir schon mehrmals darauf hinzuweisen – kaufen Sie mir doch das Rezept ab. Für zwanzigtausend Mark haben Sie's.«

Als zuerst dieser Vorschlag gefallen war, hatte Gläser den Apotheker für verrückt erklärt; dann aber war er mit der Ausrede gekommen, daß er nur im Interesse Dähnes auf diesen Vorschlag nicht eingehe, da er befürchte, die zwanzigtausend Mark würden andauernd in Alkohol angelegt werden, so daß weder er noch sein Braumeister, sondern nur die Kneipiers den Vorteil davon hätten. Und merkwürdigerweise fand das Dähne sehr richtig, wenn er die Zustimmung auch nur durch Schweigen ausdrückte.

Stets mußte er an einen bestimmten Vorgang denken, der als Beweis für seine unausrottbare Schwäche dienen konnte. Da er sich schon seit langer Zeit nicht mehr des Besitzes einer Uhr erfreute, so hatte ihm Gläser eines Tages eine ziemlich wertvolle als außerordentliche Anerkennung seiner Tätigkeit geschenkt, was zur Folge hatte, daß sich Apotheker Dähne drei Tage lang nicht sehen ließ. Ein Angestellter des Geschäfts suchte ihn vergeblich in sämtlichen Budiken seines Viertels, bis er ihn endlich im »Gasthof zur Heimat« entdeckte, wo er in der alten Sofaecke saß, um den Riesenrausch auszuschlafen. Das goldene Geschenk war von ihm bei irgendeinem Gastwirt »lombardiert« worden, und so hatten ihn Krösusgelüste gepackt und mit dem letzten Rest zu Mutter Meckert geführt, wo er über seinem Selbstgespräch alle Munterkeit verloren hatte.

Seit dieser Zeit war die Uhr seiner Angabe nach zur Reparatur gegeben, ohne aber jemals wieder in seine Tasche zurückzukehren. Fast ängstlich vermied er es, das Gespräch darauf zu bringen, trotzdem Gläser es an den nötigen Anzapfungen nicht fehlen ließ, indem er wie ein Großmogul auf seine schwere »Goldene« blickte und dabei anscheinend harmlos fragte: »Wie spät haben wir's denn, Doktor?« Dähne räusperte sich dann jedesmal und überhörte die Frage verständnisinnig.

Und so kam es denn, daß er bei derartigen Gelegenheiten das Spottgelächter Gläsers mit der Geducktheit eines Haushundes ertrug, der zwar heimlich die Zähne fletscht, aber geduldig die verdienten Hiebe hinnimmt.

Eines Tages, im Frühjahr, nachdem während des Winters das »Versandhaus« einen Riesengewinn abgeworfen hatte, trat Gläser mit sehr wichtiger Miene zu der künftigen Schwiegermutter ins Zimmer. Man hatte die Hochzeit für Anfang April festgesetzt, und schon seit zwei Wochen waren Braut und Bräutigam auf der Wohnungssuche, ohne daß der letztere eine bestimmte Wahl hätte treffen können.

Gläser hatte sich allmählich zu einem Talmi-Stutzer herangebildet, wie sie an der Börse dutzendweise herumlaufen. Er trug die feinste Wäsche, die teuersten Anzüge, ging nur noch in Lackstiefeln und Zylinderhut, wechselte jeden Tag die Krawatte und hatte sich ein Stückchen Backenbart nach englischer Art bis zur Mitte der Wange scheren lassen, was ihm das Aussehen eines Pferde-Lords gab. Merkwürdigerweise haßte er Geschmeide bei einem Manne, und so verschmähte er jeden auffallenden Fingerschmuck, wozu ihn auch schon die feine Eingebung leitete, daß dann seine großen, unschönen Hände, deren Röte er noch immer nicht ganz überwunden hatte, um so aufdringlicher wirken könnten. Dafür war er in anderer Beziehung mit Klothildes Eitelkeit auf dem gleichen Wege geblieben. Wenn er jetzt sein blaugerändertes Seidentuch aus der Tasche zog, dann verbreitete sich starker Resedaduft um ihn, in den drei Salonlöwen sich hätten teilen können. Klothilde vergnügte sich zwar anfangs über diese Entpuppung des girrenden Schwärmers, schließlich aber gefiel ihr diese Herausmusterung ebenso wie die Sucht, den Schneidigen zu spielen. Sie hatten ihre Besuche machen müssen, bei welcher Gelegenheit Gläser seinen Witz zeigte, der eigentlich mehr einer Art Verschlagenheit entsprang, als daß er von Geist zeugte. Der Besitz hatte ihn dreist gemacht, ihm jenes großspurige Auftreten gegeben, das mehr verblüfft als einnimmt. Er konnte über alles reden, ohne zwar in die Tiefe zu dringen, das genügte aber vollkommen, um ihn »passabel« zu finden. Das übrige tat seine gewichtige soziale Stellung, denn er wurde nur als Börsenmann vorgestellt, der demnächst mit einer großen Gründung an die Öffentlichkeit treten werde. Klothilde hatte alle diese Dinge unter der Hand bereits so sehr verbreitet, daß ihm eigentlich nur noch übrig blieb, sich wie ein reiches Wundertier anstarren zu lassen.

Und als sie schließlich überall hörte, wie man sie um diesen »glücklichen Griff« beneidete, ertappte sie sich plötzlich bei dem Gedanken, eigentlich ein richtiges Schaf gewesen zu sein, diesen Mann bisher für einen »Grässel« gehalten zu haben. Was doch Geld und Lebensstellung alles machten! Sie sah nur immer die abstehenden Ohren Gläsers, den großen Mund, die zurückweichende Stirn, dieses ganze merkwürdige Profil, das auf dem langen Hals hin und her wippte und ewig etwas Fangendes hatte, etwas auf Raub Ausgehendes – die andern jedoch sahen den ganzen Kerl, den noblen Fuchs, der ihr sicher die kostbarsten Trauben in den Schoß legen würde. Selbst Agnes Herbst, die Boshaft-Geschwätzige, verstieg sich zu dem Geständnis: »Du, ich glaube, ich hätte mich auch an ihn gewöhnt. Er hat dich merkwürdig klein gekriegt, jetzt schon!« Klothilde lächelte darüber in ihrer Art und schwieg sich aus. Sie wollte abwarten, wie alle aufgeklärten Mädchen, die in die Ehe treten.

»So, nun bin ich so weit«, begann Gläser ohne weiteres. »Sie erinnern sich wohl noch, Frau Direktor, was ich vor einem Jahre sagte. Sehen Sie, hier sind die hunderttausend Mark, solide festgelegt als eiserner Bestand.« Und er zeigte ihr ein dünnes Buch mit der Aufschrift »Depositen-Konto«, das die Firma einer großen Bank trug, und ließ sie einen Einblick darin tun. Und während er sich an ihrer Verblüffung weidete, fuhr er mit großer Pomadigkeit fort: »Sehen Sie, der Mensch kann alles, wenn er nur will. Da jammern die immer, daß sie nicht fortkämen, aber das ist ja alles Unsinn. Am Kampf mit den Verhältnissen gehen die meisten zugrunde. Aber stärker als diese dunklen Mächte zu sein – das ist die Kunst! Was meinen Sie wohl, was für Arbeit in dieser Zahl steckt, was für ehrliche Arbeit! Ganze Nächte habe ich gesessen und gebrütet. Nun, wie stehe ich jetzt vor Ihnen? Großartig, was?«

Frau Teichert war angenehm überrascht, denn trotzdem sie niemals an seinem Unternehmungsgeist gezweifelt hatte, war doch hin und wieder der Wunsch in ihr rege geworden, etwas Bestimmtes über die Vermögenslage des Schwiegersohnes zu erfahren. Und nun hatte sie alles schwarz auf weiß in Händen.

»Sie verdienen alle Bewunderung, das muß ich sagen«, erwiderte sie und reichte ihm die Hand, wobei sie ihre innersten Gedanken unterdrückte; denn es war ihr klar, daß er diese große Summe nur auf jenen erlaubten Umwegen verdient haben könne, wo man fünf gerade sein läßt und sich stets daran erinnert, daß Geld nicht rieche. Aber was kümmert sie das! Die Welt fragte nicht viel nach dem krummen Wege, sondern lobte immer nur das erreichte Ziel. Und nichts konnte sie davon abhalten, es ebenso zu tun. »Run seien Sie auch hübsch vorsichtig, lieber Richard, und halten Sie das Kapital fest«, fuhr sie fort. »Lassen Sie sich nicht verführen, es in faulen Papieren anzulegen, ich könnte Ihnen ein Liedchen davon singen.«

Sie hatte sich rasch ihre Rechnung gemacht. Wenn er den Direktorposten bei seiner neuen Gründung bekäme, so könnte er unter Hinzurechnung des Zinsgenusses mit Klothilde ein schönes Dasein führen, wobei für sie als Schwiegermutter dann das Nötige abfallen würde.

Gläser lachte verschmitzt, wie jemand, der sich immer über gewisse Dinge amüsiert, woran andere gar nicht denken. Er würde sich schön gehütet haben, mit diesen lumpigen hunderttausend Mark in die Ehe zu springen. Während des letzten halben Jahres hatte er tapfer an der Börse spekuliert und an St.-Gotthardtbahn-Aktien in einem Monat bare hundertzwanzigtausend Mark verdient, die er als bewegliches Kapital fortwährend rollen ließ. Das Glück klebte ihm an, wie der Schmutz dem Schweine, und es war ein verkehrter Ausgleich der Natur, der diesem Manne mit den niederen Instinkten alles das spielend in den Schoß warf, wonach andere edle und reine Menschen mit vergeblichem Verlangen die Hände ausstreckten.

»Nur keine Angst, Frau Direktor, Sie hören ja, es ist ein eiserner Bestand«, warf er dann ein. »Aber nun müssen wir auch einmal vernünftig reden. Es trifft sich gut, daß Thilde gerade nicht hier ist.«

Und während sie klopfenden Herzens dasaß und kaum zu atmen wagte, setzte er ihr unverfroren auseinander, daß er gerade einen kleinen »Coup« vorhabe, zu dem ihm noch zwanzigtausend Mark fehlten; er hoffe, daß sie ihm das Geld vorstrecken werde als eine kleine Abschlagszahlung auf die Mitgift. Für den Zinsverlust bis zum Tage der Hochzeit wolle er sie gerne doppelt schadlos halten.

Frau Teichert war starr. »Mitgift, Mitgift? ... Aber lieber Herr Richard, wir sprachen doch eingehend darüber – damals! Sie sagten doch, Sie würden auf alles verzichten und nur Klothilde um ihrer selbst willen nehmen.« Die Hände in den Schoß gelegt, saß sie blaß vor ihm, mit dem bangen Gefühle einer Mutter, die auch das Ende mit dem Vierten vor Augen hat – mit diesem gerade, den man mit förmlichen Siegesfanfaren in der ganzen Bekanntschaft herumgeschleppt hatte, weil man sicher war, ihn völlig fest zu haben.

Gläser spielte den Vergeßlichen. »So, sollte ich das wirklich gesagt haben?«

»Ich kann es beschwören, so wahr ich hier vor Ihnen sitze.« Während sie überlegte, ob sie sich ihm ganz offenbaren sollte, schwirrten fortwährend Zahlen durch ihren Kopf. Wenn sie ihm die gewünschte Summe geben würde, so bliebe ihr nur noch gerade so viel übrig, daß sie bis zum Wohnungswechsel im Oktober die Haushaltungskosten bestreiten konnte. Es war längst ausgemacht, daß sie dann zu dem jungen Ehepaar übersiedeln sollte, um bei ihm ihre Lebenstage zu beschließen. Und nun wurde ihr diese Rechnung gründlich durchstrichen in einer Weise, die sie niemals erwartet hatte. Vielleicht erweiterte er sogar noch seine Ansprüche und verlangte auch den Ankauf der Möbel! Heimlich hatte sie auch schon daran gedacht und für alle Fälle die Summe bereit gehalten, um alles glatt vonstatten gehen zu lassen. Aber wie sollte sie es anstellen, um sich auch über diese Sorge hinwegzusetzen, wenn sie jetzt das Opfer auf andere Art brächte? Fassungslos rang sie nach Worten, nach einer Ausflucht, die die Brücke zu einem Verständnis hätte schlagen können.

Gläser kam ihr mit einem großen Sprung entgegen. Längst hatte er Erkundigungen über ihre Verhältnisse eingezogen, und so betrachtete er sie lauernd wie eine Spinne, die das Opfer bereits verstrickt hat. Er liebte Klothilde mit der alten Glut, und niemals hätte er sie aufgegeben, aber der Ärger bohrte in ihm, daß Mutter und Tochter immer so taten, als müßte er es sich zur außerordentlichen Ehre rechnen, in ihre Familie aufgenommen zu werden. Überdies war sein persönliches Selbstgefühl gewachsen, und so hatte er sich in den Kopf gesetzt, nicht bloß als Mann zu gelten, den man ausnutzen könne.

»Ich will zugeben, daß ich damals so überschwenglich war,« sagte er wieder, »aber man spricht manchmal etwas, was man nicht überlegt hat. Mittlerweile bin ich zu einer anderen Ansicht gekommen.«

»Aber hätte es nicht bis zum Tage der Hochzeit Zeit?« warf Frau Teichert rasch gefaßt ein, da sie jedes Zerwürfnis mit ihm vermeiden wollte.

Dieser Widerstand machte ihn erregt. »Bis zur Hochzeit?« schrie er jetzt förmlich. »Warum denn bis zur Hochzeit? Sie werden mich doch nicht glauben machen wollen, daß Sie die reiche Dame sind, wofür man Sie allgemein hält? Schon lange weiß ich Bescheid. Nein, meine verehrte Frau Direktor, das dürfen Sie mir nicht mehr einreden! Gewiß, ich schätze Sie außerordentlich, ich werde Ihre Tochter auf Händen tragen und Sie sollen es gut bei mir haben, aber Wahrheit, wissen Sie, muß zwischen uns sein. Endlich! Und ich will nach wie vor gern auf alles verzichten, wenn Sie mir jetzt offen erklären, daß ich eigentlich Ihr zukünftiger wirtschaftlicher Retter bin. Sie wissen, ich bin ein eigentümlicher Mensch – mehr als einmal haben Sie mir das gesagt ... Übrigens, hören Sie mal,« unterbrach er sich, »weshalb tragen Sie einen falschen Scheitel? Entschuldigen Sie meine Indiskretion, aber schon längst wollte ich einmal mit Ihnen darüber reden. Sie sind doch eine Frau, die sich sonst noch gut gehalten hat.«

Tödlich erschreckt zuckte sie zusammen, denn stets hatte sie dieses kleine Geheimnis sorgsam bewahrt. Dunkle Röte stieg in ihre zarten Wangen, während sie kaum wußte, wie sie diese Ungezogenheit aufnehmen sollte. Gläser jedoch ließ sie nicht aus den Augen, denn es bereitete ihm Galgenfreude, ihr diesen Stich versetzt zu haben. Jetzt hatte er sie fest, das wußte er, nach der Regel großer Menschenkenntnis, die die Gewalt immer demjenigen gab, der die Schwäche des andern kannte. Schon längst hatte er auf diesen Genuß gewartet, der ihm als Entschädigung dafür dienen sollte, daß man ihn hier zuerst wie einen komischen Gesellen aufgenommen hatte, dem man Milde und Verzeihung entgegenbringen müsse. Und er wollte über Mutter und Tochter hinauswachsen, wie er sich bis jetzt schon über die blöde Menge erhoben hatte, die ihm tributpflichtig geworden war. Mit Brutalität hatte er die Ellbogen gebraucht, und ebenso wollte er rücksichtslos weitergehen, ohne zarte Empfindungen zu schonen.

»Woher wissen Sie denn das?« stammelte sie endlich hervor, hilflos wie ein Kind.

»Ich weiß alles,« gab er mit großer Bestimmtheit zurück, »ich bin der Mann mit hundert Augen und hundert Ohren, der alles sieht und alles hört.«

»Fast könnte ich Furcht vor Ihnen haben«, warf sie kleinlaut ein und empfand die Macht, die er plötzlich über sie hatte.

Gläser lachte wieder und zog das Fläschchen mit Haarbalsam hervor, das er schon längst für sie bestimmt hatte und das er nicht umsonst heute bei sich trug. Durchaus ernst redete er ihr ein, daß sie damit nach andauernder Einreibung ihren natürlichen Scheitel wiederbekommen werde; er bäte sich nur aus, daß sie ihm hin und wieder Mitteilung von dem Erfolg mache; Klothilde brauche ja nichts davon zu wissen; er wolle gewiß nicht darüber sprechen. Und Frau Teichert, beglückt durch diese Aufmerksamkeit, verzieh ihm rasch all seine Zudringlichkeit, denn im Augenblick beherrschte sie nur noch die Aussicht, ihre Eitelkeit befriedigen zu können.

»Ich danke Ihnen aufrichtig für diesen guten Rat«, sagte sie freundlich und drückte ihm die Hand. »Du lieber Himmel, wir haben alle unsere kleinen Schwächen, und wenn Sie meinen –. Ich sehe doch, daß Sie viel für mich übrig haben, wenn ich auch manchmal Zweifel hegte ... Im Grunde genommen haben Sie nicht so unrecht mit dem Wunsche nach völliger Offenheit zwischen uns. Sie sollten sehen, daß ich Vertrauen zu Ihnen habe.«

Und ohne noch weiter ein Wort zu sagen, ließ sie ihn ein Weilchen allein und kehrte gleich darauf mit einem Bündel Industriepapiere zurück, die sie sorgsam in einem Kasten ihres Schlafzimmers aufbewahrt hatte. »So,« sagte sie, »hier ist der Wert von zwanzigtausend Mark. Es wird Ihnen leicht sein, die Aktien zu verkaufen, denn sie stehen über hundert. Ich trenne mich zwar ungern davon, aber was ich für Sie tue, tu' ich auch für meine Tochter. Eigentlich freut's mich, daß Sie so fest sind und sich auf Ihr Konto kein Geld verschaffen wollen.«

Rasch hatte sie inzwischen alles überlegt. Hätte sie sich geweigert, seinen Wunsch zu erfüllen, so würde er sicher der Meinung gewesen sein, es sei gar nichts von ihr zu erlangen; so aber durfte er annehmen, daß es nicht ganz schlecht um sie stehe. Sie wollte Klothilde alles sagen, und es war dann deren Sache, ihm gänzlich reinen Wein einzuschenken. Unter Liebenden machte sich so etwas immer besser, denn das Herz sprach mit und nicht nur der Verstand.

Ohne Aufforderung setzte sich Gläser an den Schreibtisch und schrieb eine Quittung, die sie wie etwas Überflüssiges nahm. Dann küßte er sie auf die Stirn und ging mit dem Versprechen, am Abend wiederkommen zu wollen, um die Braut zu begrüßen.

Von Genugtuung erfüllt, schritt er durch die Straßen, denn er hatte seinen Willen durchgesetzt.

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