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Der Mann im Nebel

Gustav Falke: Der Mann im Nebel - Kapitel 28
Quellenangabe
typefiction
authorGustav Falke
titleDer Mann im Nebel
senderPG-US eBook #11075
created20040528
firstpub1899
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17.

Es war fünf Uhr morgens. Randers öffnete das Fenster. Es war noch alles dunkel draussen, die Sonne noch nicht aufgegangen. Aber von den Wirtschaftsgebäuden her kündigten verschiedene Geräusche an, dass die Leute schon an die Arbeit gingen. Er sah Licht im Kuhstall, und ein Knecht ging mit einer Laterne über den Hof.

Es war ein kühler, nebliger Morgen. Der Regen hatte schon während der Nacht aufgehört. Aber von den Bäumen und Büschen tropfte es noch in schweren grossen Tropfen, und ein feuchter, modriger Dunst stieg von dem durchweichten Erdreich auf.

Randers war blass und überwacht. Er hatte die ganze Nacht hindurch geschrieben. Er brauchte sich nicht anzukleiden, er war nicht aus den Kleidern gekommen. Er kühlte sich Stirn und Augen mit einem nassen Schwamm, trank hastig ein paar Gläser Wasser und stand dann mitten im Zimmer, regungslos, die Hand im Nacken, und starrte auf den Fussboden.

Mit einem Ruck ermannte er sich.

»Es geht nicht anders. Es ist das Beste so. Bei Nacht und Nebel.«

Er lachte. Ein bitteres, hässliches Lachen. Er nahm Hut und Stock und den kleinen Koffer und ging leise die Treppe hinunter.

Ein Hausmädchen sah ihm verwundert nach. Sie waren gewohnt, dass er früh aufstand, mit Sonnenaufgang schon in die Felder lief oder an die See hinunter.

Aber heute war es doch reichlich früh.

Er fand die Hintertür geöffnet und kam ungesehen ins Freie.

Fides' Fenster lagen nach vorne hinaus.

Er konnte sie nicht sehen.

Ob sie wohl schon wachte?

Ungesehen kam er vom Hof auf die Landstrasse. Er ging nicht durchs Dorf, sondern auf einem Wiesenweg hinten herum.

Aber in Rosenhagen sprach er im Krug vor, trank zwei Schnäpse, um sich zu erwärmen, und gab einen Brief fürs Schloss ab, mit dem Befehl, ihn in einer Stunde, sowie es hell würde, abzuliefern.

Auf die verwunderten Fragen des Wirtes antwortete er ausweichend.

Dann ging er nach Süssen, wo er elend ankam. Er bestellte einen Cognac und ein Glas Wasser, goss das Wasser hastig hinab und liess den Cognac stehen. Es ekelte ihn davor. Er erkundigte sich, wann das Dampfboot von Heiligenhafen nach Kiel führe, und nahm einen Wagen. Er konnte das Boot gerade noch erreichen.

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