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Der Kuß des Ungeborenen und andere Novellen

Fjodor Sologub: Der Kuß des Ungeborenen und andere Novellen - Kapitel 20
Quellenangabe
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typenovelette
authorFjodor Ssologub
titleDer Kuß des Ungeborenen und andere Novellen
publisherGustav Kiepenheuer Verlag
year1918
translatorAlexander Eliasberg
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20081108
modified20170929
projectid036b853d
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XIX.

Als die Mutter den Vierer sah, blickte sie erst Wolodja und dann wieder den Vierer verständnislos an und sagte leise:

»Wolodja!«

Wolodja stand vor ihr und wollte in die Erde versinken. Er sah auf die Falten ihres Kleides und auf ihre blassen Hände und fühlte auf seinen zitternden Augenlidern ihre bestürzten Blicke.

»Was ist denn das?« fragte die Mutter.

»Das macht doch nichts, Mutter,« sagte Wolodja plötzlich, »das ist doch der erste!«

»Der erste!«

»Nun, es kann doch einem jeden passieren. Es kam ganz zufällig.«

»Ach, Wolodja, Wolodja!«

Wolodja weinte und schmierte sich die Tränen wie ein kleines Kind mit der flachen Hand über die Wangen.

»Mutter, sei mir nicht böse!« flüsterte er.

»Das hast du von deinen Schatten!« sagte die Mutter.

Wolodja hörte in ihrer Stimme Tränen. Sein Herz krampfte sich zusammen. Er blickte die Mutter an: sie weinte. Er stürzte zu ihr hin.

»Mutter, Mutter,« wiederholte er, ihre Hände küssend, »jetzt lass´ ich sie sein! Ich lasse die Schatten sein . . .«

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