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Der König der Miami

Franz Treller: Der König der Miami - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
authorFranz Treller
titleDer König der Miami
publisherUnion Deutsche Verlagsgesellschaft
year1954
correctorreuters@abc.de
senderChristoph Götz
created20080210
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Way-te-ta – der blonde Indianer

Schweigend dehnten sich die dunklen Wälder zur Linken und Rechten; die rauschenden Baumkronen spiegelten sich im glitzernden Wasser. Hätte man nicht jeden Augenblick mit einem heimtückischen Angriff blutgieriger Feinde rechnen müssen, die Fahrt auf dem ruhig dahinfließenden Wasser wäre Genuß und Erholung gewesen. Freilich, zunächst deutete nichts darauf hin, daß das Floß mit seiner Bemannung von Gegnern umlauert war; alles war friedlich und still, und ein goldener Glanz lag über Wasser und Wald.

Plötzlich stutzte John, dessen Ohr daran gewöhnt war, auch die leisesten Geräusche wahrzunehmen. »Hört ihr nichts?« fragte er.

Auch die anderen hoben nun lauschend die Köpfe und sahen sich gleich darauf betroffen an. Irgendjemand sang, ein einzelner Mann mit einer vollen, sonoren Stimme. Er sang englisch und zwar zur grenzenlosen Verblüffung der Lauschenden – ein Kinderlied, ein ziemlich bekanntes, das Bob wie John des öfteren von Kindern in den Kolonien gehört hatten. Der Gesang wurde vernehmlicher, je weiter sie fuhren. Plötzlich und ruckartig brach dann die Stimme mitten in einer Strophe ab. Die Männer sahen sich an, die Büchsen in den Händen, und blickten dann zum rechten Ufer hinüber, woher die sonderbaren Laute gekommen waren.

»Stop! O la là!« drang es aus den Uferbüschen zu ihnen herüber. »Qui vive? Vite! Vite! Attention! Stop, stop, Messieurs! O la là!«

Bob Green, der im Umgang mit kanadischen Pelzhändlern einige Brocken Französisch aufgeschnappt hatte, rief hinüber: »Nous sommes bon amis!«

»Hahahaha!« lachte es zwischen den Büschen und klatschte gleich darauf in die Hände. Dann fuhr die gleiche Stimme auf Englisch, wunderlich mit indianischen Brocken untermischt, fort: »Seid Frenchers, was? Selbstverständlich seid ihr! Weiß schon! Keine verwünschten Yengeese, hahahaha! Sind Hunde, die Sapona, Coyoten! Hahahaha!« Und unmittelbar gegenüber dem Floß erhob sich im Gebüsch eine merkwürdige Gestalt, trat ans Ufer heran und bot sich den Männern auf dem Floß in voller Größe dar. Sie sahen mit vor Staunen aufgerissenen Augen einen kräftigen, hochgewachsenen Mann vor sich stehen, gekleidet in ein schmutziges und zerrissenes indianisches Jagdhemd, Wildlederleggins und Mokassins. Eine zerrissene Wolldecke hing ihm über der Schulter. In den Händen trug er einen ziemlich großen Bogen in der Art, wie die Irokesenvölker ihn zu verwenden pflegten; im Köcher steckten mehrere befiederte Pfeile. Das Gesicht hatte er in gräßlicher Weise mit roter und schwarzer Farbe bemalt; das Haar war mit einem grellroten Band durchflochten und zusammengeschlungen; im Haarknoten steckten einige Truthahnfedern.

In sprachlosem Staunen hörten die Männer auf dem Floß die wirren Reden des sonderbaren Mannes; mit Verblüffung sahen sie, daß dieser kriegerisch bemalte Indianer – blondes Haar hatte.

»Kommt her, Freunde!« rief der Mann, »landet euer Fahrzeug. Way-te-ta ist müde; er will mit euch fahren.«

Das Floß trieb weiter. Die Männer achteten kaum auf die Worte des Mannes, sie starrten noch immer fasziniert auf die groteske Erscheinung.

Aber das schien der blonde Indianer übel zu nehmen. Er rief mit schriller Stimme hinterher: »Wollt ihr gleich halten! Orenda soll euch strafen, wenn ihr dem Befehl eines Häuptlings nicht gehorcht!«

»Ein Weißer«, flüsterte John.

»Und offenbar geistig gestört«, sagte Waltham ebenso leise.

»Er wird die Wälder wachschreien und uns die roten Teufel auf den Hals hetzen«, gab Elias Burns zu bedenken.

»Wenn nicht überhaupt eine indianische Teufelei dahintersteckt«, knurrte Bob Green.

»Verdammte Frenchers!« brüllte der Mann am Ufer mit überschnappender Stimme, »kehrt ihr sofort um!«

»Wir sollten ihn aufs Floß nehmen«, riet Sir Richard. »Er ist gewiß nicht allein; hier auf dem Wasser unter unserer Aufsicht kann er uns am wenigsten schaden.« Burns Vater und Sohn stimmten dem Rat zu, und Bob lenkte das Floß an das Ufer.

Der sonderbare Mann in indianischer Bemalung kam gravitätisch herangeschritten und sprang mit einem langen Satz auf das Floß. Er sah sich mit irr flackernden Blicken um, betrachtete jeden einzelnen der Floßinsassen mit offenbar wachem Mißtrauen und sagte: »Seid ihr auch wirklich Frenchers und keine verdammten Yengeese? Mille tonnères, betrügt mich nicht!«

Als Waltham ihn daraufhin in geläufigem Französisch ansprach, verzog sein wüst bemaltes Gesicht sich zu einem Grinsen. »Très bien, Messieurs«, sagte er, »ich höre, meine Freunde sind Kinder des großen Vaters in Kanada. Way-te-ta weiß, wie sie dort sprechen. Très bien! Way-te-ta ist froh.«

Man sah nun unzweideutig, daß man einen Weißen vor sich hatte, und es war kein Zweifel daran, daß der Mann nicht im Besitz seiner Geisteskräfte war.

»Mein Bruder ist ein Häuptling?« sagte John, den sonderbaren Mann freundlich anlächelnd.

»Way-te-ta sitzt am großen Ratsfeuer der Oneida«, entgegnete der Fremde mit unverkennbarem Stolz; er sprach unverfälschtes Englisch. Der Irokesenstamm der Oneida aber stand im gegenwärtigen Feldzug auf Seiten der Franzosen.

»Gut«, sagte John. »Mein Bruder ist auf dem Kriegspfad?«

Der Mann nickte.

»Aber weiß mein Bruder auch, daß Shawano und Miami in den Wäldern weilen?« fuhr John fort. »Ich fürchte, er weiß es nicht, er würde sonst leiser reden. Die Häuptlinge der Oneida werden sagen, Way-te-ta sei auf dem Kriegspfad nicht vorsichtig genug gewesen.«

Der Mann sah sich mit scheuen Blicken um und flüsterte, die Hand an den Mund legend: »Verrate Way-te-ta nicht. Der große Krieger wird still wie ein Maulwurf sein.« Er ließ sich auf dem Floß nieder, kreuzte die Beine und legte den Bogen neben sich hin.

»Was fangen wir mit dem Mann an?« flüsterte Burns dem Sohn zu; »er kann uns leicht in Gefahr bringen. Irrsinnige sind unberechenbar.«

»Ich denke, er kann uns hier jedenfalls weniger schaden, als wenn wir ihn am Ufer zurückgelassen hätten«, bemerkte Waltham. Sich an den Kranken wendend, sagte er leise auf Französisch:

»Würde mein Bruder es vorziehen, am Ufer nach Feinden auszuspähen?« Aber der blonde Indianer reagierte gar nicht auf die Frage.

Der alte Burns wiederholte die Frage auf Englisch. Der Mann schüttelte den Kopf. »Way-te-ta ist müde und hungrig«, antwortete er, »er will zu den Häuptlingen. Wir werden sie bald eingeholt haben.«

»Sind sie denn voraus?« fragte Burns.

»Ja«, antwortete der Mann. »Way-te-ta blieb zurück, um den Hirsch zu jagen. Die Häuptlinge wollten ihn erst überhaupt nicht mitnehmen, aber er lief ihnen nach. – Seid ihr allein oder kommen die anderen hinter euch?« setzte er mit wiederaufflackerndem Mißtrauen hinzu.

»Sie kommen nach«, entgegnete der Farmer, durch die Bemerkung des Irren aufs höchste beunruhigt. Offenbar wimmelten die Wälder von Oneida und Senecakriegern.

Sie überlegten flüsternd, ob es nicht vielleicht geraten sein möchte, das Floß zu verlassen und in die Wälder zu fliehen, kamen aber schließlich zu der Überzeugung, daß das eine so gefährlich wie das andere sei. Sie hatten sich eben entschlossen, auf dem Floß zu bleiben, als vor ihnen bei einer Biegung des Flusses eine kleine Insel sichtbar wurde, zwischen deren dichter Bewaldung einige Felszacken aufragten. Sie beschlossen, hierin einen Fingerzeig des Himmels erblickend, bei der Insel zu landen und dort die Nacht abzuwarten.

An einer überbuschten Stelle ließen sie ihr primitives Fahrzeug ans Ufer gleiten und gingen an Land. Danach bemühten sie sich, das Floß so gut wie möglich gegen Sicht vom Fluß her zu tarnen, indem sie es unter schnell abgehauenen Ästen und Zweigen versteckten. Das Innere des kleinen Eilandes betretend, stellten sie dann fest, daß die Felsen einen trichterähnlichen Raum einschlossen, der nur durch eine schmale Öffnung zugänglich war. Hier in diesem kleinen Felsenkessel beschlossen sie vorerst zu bleiben. Innerhalb des Trichters gab es nur spärlichen Graswuchs, etwas kümmerliches Buschwerk und ein paar hoch aufgeschossene Bäume, deren Wipfel die Felswände überragten.

Sie nahmen dann eine kurze Mahlzeit ein und gaben auch dem Weißen in der indianischen Gewandung von den Resten ihres Hirschfleisches zu essen. Er schlang die ihm dargereichten Bissen mit einer Gier herunter, die darauf schließen ließ, daß er lange gefastet hatte. Gleich nachdem er gegessen hatte, wickelte der Mann sich in seine zerfetzte wollene Decke, legte sich nieder und war gleich darauf eingeschlafen.

»Ich wollte, Ni-kun-tha wäre hier«, sagte der alte Burns seufzend, »wir sind da in eine böse Lage geraten. Zweifellos sind wir ringsum von Feinden umgeben.«

»Ich denke, sie werden vorbeiziehen und uns in Ruhe lassen«, tröstete Bob. »Und der Indianer wird schon kommen. Der hat die Spürnase, uns ausfindig zu machen; darum bin ich nicht bange.«

»Warten müssen wir ja in jedem Fall. Wenn wir feindliche Indianer vor und hinter uns haben, wie aus den Worten des Irren zu schließen ist, wäre es glatter Selbstmord, wollten wir jetzt den Fluß hinunterfahren.«

»Fühl' mich einstweilen ganz wohl hier, Master«, brummte Bob, »denke auch nicht, daß sie uns hier aufspüren werden. Schlimmstenfalls müssen wir eben wieder in die Wälder zurück. Aber solange wir es vermeiden können, wollen wir es auch lassen. Einstweilen wollen wir abwarten.«

In diesem Augenblick wurde vom Fluß her das Geräusch menschlicher Stimmen vernehmbar, von taktmäßigen Ruderschlägen unterbrochen. John kroch aus der Felsspalte heraus und lugte am oberen Ende des Eilandes durch das Ufergebüsch. Die anderen folgten ihm, von Unruhe getrieben. Der Anblick, der ihnen wurde, war geeignet, das Blut in den Adern gerinnen zu lassen: Eine große Anzahl Kanus, jedes mit vier bis sechs indianischen Kriegern bemannt, kam in schneller Fahrt den Fluß herunter. Die Roten mußten sich völlig sicher fühlen, denn sie schrien und lachten und waren offenbar fröhlicher Laune.

In einem der vordersten Kanus, das sich durch Größe und Bau vor den übrigen auszeichnete, stand im Vorderteil hoch aufgerichtet ein großer, muskulöser Indianer, der nach den drei aufrechtstehenden Adlerfedern in der Skalplocke, dem reichen Knochenschmuck und dem kostbaren Otterfell, das ihm über die Schulter hing, ein bedeutender Häuptling sein mußte. Das Kanu mochte auf etwa achtzig Schritte an die Insel herangekommen sein, als genau gegenüber ein junger Indianer aus dem Ufergebüsch heraustrat. Der Mann riß mit einer jähen Bewegung die Büchse an die Wange; gleich darauf brach ein Feuerblitz aus ihrem Rohr, ein Schuß krachte, und der stehende Häuptling brach wie vom Blitz gefällt zusammen und fiel in das Kanu zurück.

Ein wilder triumphierender Kriegsruf ertönte vom Lande. Die vor Staunen und Entsetzen fassungslosen Männer auf der Insel aber erkannten in dem jungen Indianer, der gleich darauf im Ufergebüsch untertauchte, Ni-kun-tha, den Miami, ihren Freund und Gefährten.

Sekundenlang schienen auch die Indianer auf dem Fluß vor Schrecken gelähmt, dann aber brach ein infernalisches Geheul los. Wie auf geheimen Befehl wendeten sämtliche Kanus sich dem Ufer zu, und die Roten machten Anstalten, an Land zu springen. Da aber klang aus einem anderen Kanu eine befehlende Stimme auf, und die Lauschenden auf der Insel sahen, daß nur zehn Rote an Land gingen, während die anderen ihre Fahrt flußabwärts fortsetzten.

Die Männer auf der Insel sagten sich, daß sich soeben vor ihren Augen höchstwahrscheinlich ein Akt der Blutrache vollzogen hatte, wahrscheinlich war der von Ni-kun-tha erschossene Irokesenhäuptling bei dem Überfall auf Piqua und dem Tode von Ni-kun-thas Vater führend beteiligt gewesen. Die Tat war so plötzlich und überraschend geschehen und zeugte von einer solchen Verwegenheit, ja Tollkühnheit, daß die Zuschauer sich noch immer nicht aus ihrer Erstarrung zu lösen vermochten. Sie zitterten jetzt um den Gefährten, indessen sagte sich John, daß gerade die Tollkühnheit und die dadurch hervorgerufene Überraschung bei den Irokesen dem jungen Miami eine gute Fluchtchance boten. Und sie wußten auch, daß Ni-kun-tha sich im Wald so leicht nicht fangen lassen würde.

Die große Masse der Irokesenkanus – die Männer hatten ihrer an die sechzig gezählt – waren bereits weit stromab, als Bob allmählich die Fassung zurückgewann. »Ein toller Bursche, dieser rothäutige Gentleman!« keuchte er. »Schießt aus rund dreihundert Indianern den Häuptling heraus! Das macht den Jungen für alle Zeit an der ganzen Grenze berühmt.«

Auch die anderen kamen allmählich wieder zu sich. »Eine unglaubliche Verwegenheit!« sagte der alte Burns. Johns Augen blitzten: »Ich bin sicher, der Falke hat das nicht ohne Grund getan«, sagte er, »ich müßte mich sehr irren, wenn er nicht eben seinen Vater gerächt hat.« Der junge Waltham strich sich das Haar aus dem blassen Gesicht, seine Augen flackerten noch immer vor Erregung, er vermochte nichts zu sagen.

Abermals näherten sich Stimmen vom Fluß. Die Männer zuckten zusammen und lauschten. Zu ihrer Verblüffung vernahmen sie Gesang. Muntere Stimmen sangen ein französisches Soldatenlied. Gleich darauf kamen, in kurzem Abstand hintereinander fahrend, zehn große Flußboote herangeschwommen, mit rund zweihundert Mann französischer Linieninfanterie besetzt. Hinter den Büschen kauernd, sahen die Männer die Boote vorübergleiten und stromauf allmählich verschwinden.

Nicht ohne Befremden hatten die Lauschenden das Militär inmitten der Wildnis an sich vorüberziehen sehen. »Das scheint allmählich wirklich ernst zu werden«, flüsterte Burns nach einer Weile atemlosen Schweigens. »Hätte nie geglaubt, so tief drinnen im Land französischen Truppen zu begegnen. Wo mögen sie hinziehen?«

»Denke, sie sind zusammen mit ihren blutdürstigen Bundesgenossen auf dem Weg nach dem Ohio«, knurrte Bob Green.

Der junge Waltham, der den Franzosenbooten bis jetzt nachgesehen hatte, wandte sich um. »Ihr mögt recht haben«, sagte er. »Vielleicht wollen sie auch zu den Forts am Niagara. Das sieht alles ziemlich bedenklich aus. Denn die Macht der Kolonien dürfte nicht ausreichen, um einer so konzentrierten Kraftentfaltung wirksam zu begegnen. Eines scheint ziemlich klar: Die Franzosen zeigen ihre Flagge hier in den Wäldern, um die noch schwankenden Indianerstämme mit fortzureißen.«

Der alte Burns nickte betrübt; John lauschte den Ausführungen des jungen Baronets interessiert, und der Bootsmann sah mit dem Gesicht einer wütenden Bulldogge vor sich hin.

»Wenn sich so weit südlich des Ontario französische Truppen zeigen, dann sind sowohl Oswego als Stacket Harbour zweifellos auch von der Landseite her bedroht«, fuhr Sir Richard fort, »ja, vielleicht liegen bereits Truppen davor. Ausgeschlossen, daß die Franzosen anderenfalls kleinere Truppenverbände hier durch die Wälder ziehen ließen.«

»Gott sei den Ansiedlungen im Hinterland gnädig!« stöhnte der alte Burns. »Die Franzosen sind immerhin Christenmenschen, aber von ihren roten Verbündeten ist ganz gewiß das Schlimmste zu erwarten. Ich kenne das.«

Ein bedrücktes Schweigen folgte diesen Worten; die Lage, in der die Männer sich befanden, war wirklich alles andere als erfreulich. Denn immer ist der Indianer dem Weißen im Wald überlegen, wievielmehr galt das erst, wenn man mit der Anwesenheit ganzer Indianerstämme rechnen mußte.

Nach einiger Zeit sagte Bob Green: »Wo der Falke jetzt stecken mag? Wahrhaftig, traue dem Burschen allerhand zu, aber schließlich: Viele Hunde sind des Hasen Tod.«

Bevor jemand etwas dazu äußern konnte, wurde die Aufmerksamkeit der Lauschenden wieder stromauf gelenkt. Drei Kanus, deren jedes mit vier Indianern bemannt war, kamen mit raschen Ruderschlägen den Fluß herab. Schweigend folgten ihnen die Augen der Männer, als sie an der Insel vorüberglitten.

Die Boote fuhren, das kleine Eiland links liegen lassend, fast in Kiellinie. Plötzlich schien ihnen irgend etwas Befremdliches aufzufallen. Eines der Boote löste sich aus der Reihe und kam dicht an das Inselufer heran, und zwar genau an die Stelle, wo das Floß, durch Zweige getarnt, unter den Büschen verborgen lag. Einer der Indianer bog das Strauchwerk auseinander und stieß einen leisen Ruf des Erstaunens aus, als er das Floß erblickte; er hob den Kopf und ließ den Blick seiner funkelnden Augen mißtrauisch über die Insel gleiten.

»Wir sind entdeckt«, flüsterte Bob, »verdammte Geschichte! Jetzt heißt es: Sich wehren.«

Der Indianer wandte die Augen ab, und das Kanu trieb weiter.

»Komm«, raunte der Bootsmann John zu, »die Burschen werden gleich landen. Wir wollen sie in Empfang nehmen.«

Der alte Burns hatte die Lippen fest verkniffen. »Ja«, flüsterte er, »leicht soll es ihnen nicht werden.«

Sie schlichen sich durch das Buschwerk, und zwar verbargen sich Bob und John am rechten, der alte Burns und Richard Waltham am linken Ufer der schmalen Insel, wo sie, die schußbereiten Büchsen in der Hand, sprungbereit niederkauerten. Ein Weilchen rührte sich nichts. Durch das Blattwerk des Ufergebüschs lugend, vermochten sie zu ihrem Befremden auch von den Kanus nichts mehr zu erblicken.

»Sie sind schon auf der Insel«, flüsterte Burns, der von allen noch die meiste Erfahrung in Kämpfen mit Indianern hatte.

In eben diesem Augenblick zeigte sich neben Bob, der mit der Büchse in der Hand lauernd neben einem Baum stand, ein braunes Gesicht. Bevor der Indianer noch den Arm mit dem Tomahawk hochbrachte, traf ihn Bobs massige Faust gerade zwischen die Augen; er sank lautlos zu Boden.

Weiter rechts krachten zwei Schüsse unmittelbar hintereinander. Der Bootsmann brach wie ein Bär durch die Büsche. Er erblickte John, ruhig hinter einem Baum stehend. Der junge Burns war eben dabei, kaltblütig seine Büchse neu zu laden. »Ich war etwas schneller«, sagte er, kurz mit dem Kopf nach vorn winkend. Der Angreifer lag mit einem kreisrunden Loch in der Stirn hart am Ufer.

Seine Kugel war John hart am Ohr vorbeigezischt. Beide lauschten einen Augenblick gespannt; nichts regte sich; in den Baumkronen raschelte ein leichter Wind. Zu der Stelle zurückschleichend, wo Bob den Indianer niedergeschlagen hatte, sahen sie den Mann nicht mehr. Bob war verblüfft und wollte es noch nicht glauben. Er machte ein paar tapsende Schritte auf das Ufer zu und riß den jungen Burns mit einem heiseren Laut beiseite. Im gleichen Augenblick hatten beide die Büchse an der Wange und schossen. Doch sie mußten beide gefehlt haben. Sie sahen verschwommen eine huschende Gestalt hinter den Uferbüschen, gleich darauf sagte ihnen ein plätscherndes Geräusch, daß der Indianer ins Wasser gesprungen sein mußte. Mit fieberhaften Griffen luden sie, hinter Baumstämmen geduckt, die Büchsen von neuem. Durch das Strauchwerk spähend, gewahrten sie auf dem Wasser des Flusses ein Kanu. Es trieb mit dem Strom und schien leer. »Der Hund liegt flach auf dem Bauch«, knurrte Bob, legte die Büchse an und schoß durch die Bordwand des indianischen Fahrzeuges. Das Kanu trieb weiter; nichts regte sich darin. Nahe dem linken Inselufer tauchte jetzt ein schwarzer Kopf aus dem Wasser auf. Ein Büchsenschuß krachte; Burns oder Waltham mochten ihn abgefeuert haben. Der Kopf tauchte unter, und die Kugel schlug wirkungslos ins Wasser.

»Bob, sieh doch, da drüben!« Johns Hand riß den Bootsmann herum. Der wandte sich nach rechts und sah zu seinem nicht geringen Schrecken das Floß den Strom hinabtreiben. »Hölle und Teufel!« fluchte Bob; »die verdammten Halunken! Zum Überfluß hab' ich das Ding auch noch kugelfest gemacht. Jetzt liegen sie hinter der Bordwand, und ich kann sie nicht einmal abschießen.« Sie folgten dem Lauf des Floßes und sahen nicht lange danach, daß es ein Stück weiter unten, aber schon außer Schußweite, von einem Indianer an Land gebracht wurde.

Sie hatten sich in der Erregung über den Raub des Fahrzeuges etwas zu weit vorgewagt; ein paar Schüsse von links und rechts belehrten sie jetzt darüber, daß sie noch immer belauert und beobachtet wurden und also auf ihrer Insel eigentlich Gefangene waren. Die Kugeln pfiffen ihnen um die Köpfe, und sie nahmen Deckung hinter Baumstämmen.

»Da drüben! Warte, du Hund!« knurrte Bob, der hinter einem Baum am rechten Ufer ein Indianerbein erblickt hatte. Er zielte vorsichtig und schoß. Ein Aufschrei von drüben zeigte ihm, daß er getroffen hatte. »Der wird heute nicht mehr weit laufen«, knurrte er.

Plötzlich lagen Fluß und Insel in tiefem Schweigen. Elias Burns und Waltham kamen in Deckung der Büsche vom jenseitigen Inselufer herübergekrochen; auch sie hatten das Floß davonschwimmen sehen.

»Was machen wir jetzt, Master?« fragte Bob.

Der Alte schüttelte trübe den Kopf. »Kämpfen«, antwortete er lakonisch; »sie wissen jetzt, daß wir da sind, und sie werden gewiß keine Ruhe geben, bis sie unsere Skalpe haben. Leicht sollen sie sie nicht bekommen. Aber ich fürchte, wir werden mit allerlei indianischen Teufeleien rechnen müssen.«

»Weiß nicht, ob sie es noch einmal wagen werden, angesichts unserer vier Büchsen, deren Wirkung sie ja erprobt haben, noch einmal über den Fluß zu setzen«, brummte der Bootsmann.

Um die Lippen des Alten spielte ein resigniertes Lächeln: »Fürchte, wird uns alles nicht viel helfen«, versetzte er, »sind ihrer zuviel. Die Wälder sind voll. Sie werden mit einer ganzen Meute kommen.« Sie hörten den offenbar geistesgestörten Fremden mit der indianischen Bemalung im Inneren des kleinen Felsenkessels schnarchen; ihn hatten nicht einmal die Schüsse geweckt; er mußte völlig erschöpft sein. Durch die Büsche stromauf blickend, sahen sie den Fluß still und friedlich seine Bahn ziehen. Nichts erinnerte daran, daß blutdürstige Wilde hinter Bäumen und Sträuchern lauerten, um ihre Stunde abzuwarten. Schweigend lagen die Wälder. Weiter oberhalb mußten starke Regengüsse niedergegangen sein; im Fluß trieben vereinzelte Baumstämme und vom Land losgerissene grasbedeckte Erdschollen. Sogar ein paar Sträucher schwammen stromab.

»Gib mir doch einmal das Glas, Vater«, sagte John plötzlich. Er richtete das Teleskop auf ein dichtes Gewirr belaubter Äste, das in etwa zweihundert Schritt Entfernung herangetrieben kam. »Zwischen den Zweigen steckt ein Büchsenlauf«, flüsterte er; »darunter sitzt selbstverständlich so ein roter Spitzbube. Gebt acht, es kommt näher. Na warte!« Er ließ das Teleskop sinken und griff nach der Büchse. Als auch der Bootsmann nach seiner Waffe langte, sagte Burns: »Und wenn es nun Ni-kun-tha wäre?«

John ließ die Büchse sinken, und Bob machte ein verblüfftes Gesicht. »Sähe dem Burschen verdammt ähnlich«, knurrte er. Sie starrten auf die schwimmenden Zweige, die näher und näher kamen. Ohne Glas war überhaupt nichts Verdächtiges wahrzunehmen, durch das Teleskop erkannte man deutlich den schimmernden Büchsenlauf, aber sonst auch nichts. Das Gestrüpp trieb, scheinbar zufällig, genau auf die Insel zu, während andere ähnliche Gebilde sich schon weiter oberhalb nach beiden Seiten verteilten.

Jetzt griff Bob nach dem Glas. Er sah nur einen Augenblick hindurch und ließ es wieder sinken. Seine Augen funkelten. »Will mich hängen lassen, wenn das nicht der Falke ist«, flüsterte er, von einem heimlichen Lachen geschüttelt; »ein Teufelsbraten, der Junge!«

Sie ließen, die gespannten Büchsen in der Hand, den Asthaufen herankommen. Sie starrten fieberhaft auf das Gezweig und atmeten keuchend. Das Astwerk streifte die Büsche am oberen Inselufer. Fast im gleichen Augenblick wurden zwei tiefbraune Hände sichtbar, die Büchse und Pulverhorn hielten; die Äste trieben weiter, als hätten sie sich beim Anprall selbst abgestoßen, und im Ufergebüsch war für Sekunden der geschmeidige Körper eines Indianers sichtbar, der gleich darauf untertauchte.

»Wahrhaftig, Ni-kun-tha!« flüsterte John.

»Der Satansbraten!« grinste Bob. »Hat einen ganzen Stamm an der Nase herumgeführt.«

Sie wollten sich eben nach links wenden, wo der Miami jeden Augenblick auftauchen mußte, als sich am jenseitigen Landufer etwas regte. Die Sonne war schon im Sinken; es dämmerte; gleichwohl mußte einem der da drüben lauernden Indianer etwas aufgefallen sein. John sah die Bewegung, zielte kurz und schoß; ein kurzes Aufstöhnen folgte dem Widerhall des Schusses.

Ni-kun-tha kam durch die Büsche heran; seine Augen funkelten, in seinem kühlen Gesicht stand ein schwaches Lächeln. Er prüfte sorgfältig Büchse und Pulverhorn, ob sie auch nicht durch Berührung mit Wasser gelitten hätten; indessen schien das Ergebnis seiner Untersuchung ihn zu befriedigen.

»Wunderbar, Häuptling!« flüsterte Burns, dem Indianer die Hand reichend; »wir fürchteten schon, den Falken nicht wiederzusehen.« Der Indianer stieß einen grollenden Laut aus. »Ni-kun-tha sah Mona-ka-wache, den Seneca«, flüsterte er, »Mona-ka-wache tötete seinen Vater. Ni-kun-tha löschte ihn aus. Er bekam seinen Skalp noch nicht, aber er wird ihn haben.«

»Falke ist seinen Verfolgern entkommen«, lachte John; »ich wußte es.«

»Ni-kun-tha läuft wie der Falke fliegt«, versetzte der Miami, »ein Irokese vermag ihn nicht einzuholen. Tana-ca-ris-sons Sohn hinterläßt keine Spur. Sie suchten ihn noch in den Wäldern, als er schon im Fluß war. Blinde Hunde!«

»Wir sind in Gefahr, Häuptling, du weißt es«, sagte Burns ernst; »du kamst zurück, die Gefahr mit uns zu teilen. Du bist groß, Indianer!«

»Ihr retten Ni-kun-tha – Ni-kun-tha retten euch«, entgegnete der Miami schlicht.

»Retten – aber wie?« knurrte der Bootsmann, dessen scharfe Augen schon wieder die beiderseitigen Landufer durchstreiften.

»Sonne sinkt. Wenn ganz dunkel, dann sagen«, versetzte Ni-kun-tha.

»Glaubst du, daß sie uns angreifen werden?«

»Solange Sonne am Himmel: Nein. Verlieren zuviel Krieger. Wenn Nacht – er vielleicht kommen; vielleicht auch erst morgen, bevor Sonne erwacht. Dann kämpfen. Skalp nehmen. Jetzt schlafen.«

Der Indianer betrat mit den anderen den kleinen Felsenkessel und erblickte den schlafenden Fremden. Die Gefährten erzählten ihm, unter welchen Umständen er zu ihnen gestoßen und wie es mit ihm bestellt sei. Etwas wie andächtige Scheu malte sich im Gesicht des Indianers. Der geistig Gestörte ist dem roten Mann heilig; er glaubt ihn unter dem besonderen Schutz des großen Geistes und begegnet ihm jederzeit mit Ehrfurcht; er gilt als absolut unverletzlich. Und so mochte sich auch der Aufenthalt des weißen Mannes bei den Oneida erklären. Ohne sich weiter zu äußern, ließ Ni-kun-tha sich im Gras nieder; gleich darauf schlief er schon. Die Weißen verteilten sich im Ufergebüsch, um Fluß und Landufer unter ständiger Beobachtung zu halten.

Es begann jetzt schon stärker zu dunkeln. Die Vögel suchten ihre Nester auf, und die ganze Natur schien sich zum Schlaf anzuschicken. Nichtsdestoweniger konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß jede Bewegung auf dem kleinen Eiland vom Land aus belauert wurde. Die auf solche Weise Gefangenen überlegten fieberhaft alle ihnen gebliebenen Möglichkeiten. Ni-kun-tha hatte sicherlich recht: Die Irokesen würden sich den Büchsen der Weißen nicht unnötig aussetzen; um so sicherer mußte man in der Nacht oder in der Morgendämmerung mit einem Angriff rechnen, und der würde dann gewiß mit aller indianischen Schlauheit durchgeführt werden. Es schien nicht unmöglich, das Eiland im Schutze der Dunkelheit zu verlassen, aber man mußte sicherlich damit rechnen, daß Irokesenkanus auf dem Fluß waren.

Während die Gefährten all diese Dinge noch bedachten, erwachte zwischen den Felsen der fremde Mann mit dem indianischen Aufputz. Sich aufrichtend, blickte er sich um. Scheu und Neugier standen in seinen Augen. Von der geringen Bewegung erwachte der Miami. Aus halb geschlossenen Augen beobachtete er den sonderbaren weißen Mann, ohne seine Stellung zu verändern. Der Fremde zuckte zusammen, da er den Indianer liegen sah; ein Ausdruck scheuer Angst erschien auf seinem Gesicht; er reckte den Kopf vor und streckte eine Hand aus. »He«, raunte er, »wer bist du? Haben die Häuptlinge dich gesandt?« Er sprach indianisch. Ni-kun-tha, der von den anderen wußte, daß der Mann sich bei den Oneida aufhielt, antwortete in einem anderen ähnlichen Irokesendialekt, den er teilweise beherrschte:

»Die Häuptlinge haben mich einem großen Krieger nachgesandt, um ihn zu ihren Feuern zu geleiten.«

»Wie spricht mein Bruder?« fragte der Fremde mißtrauisch. »Er ist kein Oneida.«

»Falke ist ein Cayuga«, lächelte Ni-kun-tha.

»Ah, Cayuga!« Die Auskunft schien zu befriedigen. »Cayuga ist gut«, sagte der blonde Indianer, »sind Freunde. Aber Mohawk und Onondaga sind abgefallen. Sie sind Hunde!« Er brachte dies in einer Mischung von Englisch und Irokesisch heraus. »Die Häuptlinge sprechen mit Way-te-ta in der Sprache der Yengeese«, fuhr er fort; »auch der weiße Medizinmann. Way-te-ta versteht auch die Sprache der Männer von den Kanadas.« Sein Gesicht wurde starr, gleich darauf blinkte der Wahnsinnsfunke in seinen Augen. »Halt«, sagte er, »spricht mein Bruder die Sprache der Kanadas? Er muß sie verstehen, wenn er unser Freund ist.«

Ni-kun-tha warf ihm lächelnd ein paar französische Brocken zu, die er im Umgang mit französischen Agenten und Pelzhändlern in den Forts am Erie aufgeschnappt hatte.

»Ha, ha, ha!« lachte der Irre. »Très bien! Mein Bruder ist ein Freund!« Dann verschleierten sich seine Augen wieder, der scheue Ausdruck trat darin hervor. »Die Häuptlinge haben dich geschickt?« flüsterte er. »Was wollten sie? Way-te-ta sollte nicht mit auf den Kriegspfad. Schu-wa-na hat gesagt, er wolle mir mit dem Tomahawk die Hirnschale zerschmettern, wenn ich den Wigwam verließe. Ist Schu-wa-na sehr zornig?«

»Schu-wa-na weiß, daß Way-te-ta ein großer Krieger ist«, lächelte Ni-kun-tha. »Aber er befiehlt ihm, nur ganz leise zu sprechen, damit die Feinde ihn nicht hören, die sonst seinen Skalp nehmen.«

»Gut, Cayuga, gut!« kicherte der Irre. »Way-te-ta wird ganz leise sprechen. Schu-wa-na großer Häuptling! Gewaltiger Krieger und leicht sehr böse. Alle fürchten ihn.« Ein Schauer lief über den Rücken des Mannes, er kauerte sich hin, und es sah aus, als wolle er in sich selbst hineinkriechen.

Die Nacht war mittlerweile herabgesunken. Die Männer am Inselufer gewahrten in der Ferne stromab einen helleren Schein. Dort mußte man Feuer entzündet haben, die ihr Licht auf das stille Wasser warfen. Es währte nicht lange, da glommen auch in kürzerer Entfernung hier und da Feuer auf, schließlich brannten sie sogar auf beiden Landufern gegenüber der Insel. Der ziemlich breite Strom wurde auf diese Weise bis zu den Büschen am Inselufer hell beleuchtet. Es war ziemlich klar, daß die Indianer eine etwaige nächtliche Flucht der Belagerten verhindern wollten.

Ni-kun-tha, nach seiner Meinung befragt, lächelte schwach. »Stromauf dunkel«, sagte er. »Irokesen von dort kommen, unsere Skalpe zu holen. Blinde Hunde! Ni-kun-tha will zwischen den Feuern stromab schwimmen. Sie ihn nicht sehen.«

»Ja«, knurrte der Bootsmann, »dir glaube ich das ohne weiteres, mein Junge. Uns würden leider ziemlich sicher die Kugeln um die Ohren fliegen. Möcht's jedenfalls lieber nicht darauf ankommen lassen. Falke glaubt also, sie würden von oben angreifen.«

»Denken: Das ist ganz sicher.«

»Schön. Und was denkst du, was wir tun?«

Ni-kun-thas Blick tastete den Himmel ab; zwischen grauen Wolkensegeln blinkten hier und da blasse Sterne. Er sagte, mit der Hand nach oben weisend: »Wenn Sterne ganz hell: Irokese kommen.« Bob Green berechnete: Das Sternbild, das der Miami meinte, würde etwa zwei Stunden nach Mitternacht dort oben stehen. »Und dann?« fragte er.

»Denken: Gehen stromauf«, antwortete Ni-kun-tha.

»Stromauf?«

Der Indianer öffnete den Mund, um zu antworten, als der dumpfe Knall eines Büchsenschusses die Stille zerriß. Vom jenseitigen Ufer antwortete fast unmittelbar ein gellender Schrei.

Der Schuß stammte von John. Der junge Burns, der die Feuer am Landufer unentwegt beobachtet hatte, glaubte eine verdächtige Bewegung unmittelbar neben dem größten der Feuer bemerkt zu haben. Er hatte auf gut Glück geschossen, schon, um denen da drüben zu zeigen, daß man auf der Insel nicht schlief. Dem Schmerzensschrei, der seinem Schuß geantwortet hatte, folgten fast unmittelbar drei, vier Schüsse, die indessen keinerlei Schaden anrichteten.

Ni-kun-tha lächelte: »Schnelle Büchse. Schießen sicher und gut. John schießen – Irokesenhund heulen. Das gut!«

Das von den Schüssen geweckte Echo der Wälder verhallte; wieder trat lautlose Stille ein.

»Stromauf?« fuhr der Bootsmann fort, »wie meinst du das, Falke? Wie können wir gegen den Strom schwimmen, ohne daß das Geräusch uns verrät? Stromab können wir uns treiben lassen!«

»Gehen stromauf«, beharrte der Indianer. »Wasser in Mitte flach; Ni-kun-tha gesehen. Lange Felsbank weit hinauf. Irokesen nicht wissen. Gehen alle.«

»Das wäre vielleicht wirklich ein Ausweg«, sagte Elias Burns. »Können wir weit genug hinaufwaten, gelingt es uns möglicherweise, den Schutz der Wälder zu gewinnen.«

»Können waten. Tragen Büchsen über Kopf«, sagte Ni-kun-tha.

Nach einer kurzen Beratung stimmten alle dem Vorschlag des Miami zu. Es wurde beschlossen, in einer Stunde aufzubrechen.

»Aber der Irre?« fragte Richard Waltham plötzlich.

»Werden ihn wohl oder übel zurücklassen müssen«, meinte Burns. »Die Irokesen werden ihm nichts tun, uns aber könnte er sehr leicht gefährlich werden. Er weiß ja nicht, was er tut.«

Es schien dies in der Tat die einzige Möglichkeit. Man konnte sich bei einem so gefährlichen Unternehmen unmöglich mit einem unzurechnungsfähigen und in jeder Beziehung unberechenbaren Manne belasten.

Der Himmel hatte sich in der letzten halben Stunde mehr und mehr bewölkt; es begann jetzt leicht zu regnen.

»Regen sehr gut!« stellte Ni-kun-tha fest. »Nana-bosch liebt seine Kinder. Irokesen blind und taub!«

Das leuchtete ohne weiteres ein, und alle sahen mit Befriedigung, daß stärkere Tropfen zu fallen begannen. Die Feuer am Landufer brannten düsterer und begannen hier und da schon zu erlöschen. Schwarze Dunkelheit breitete sich aus. Kein Stern war an dem völlig zugezogenen Himmel zu sehen, auch das Wasser floß dunkel dahin.

»Gehen jetzt«, sagte Ni-kun-tha leise. Sie schlichen sich vorsichtig zum oberen Ende der Insel; der Indianer suchte tastend nach einer günstigen Stelle, um ins Wasser zu gehen. Sie wollten eben den ersten Fuß hineinsetzen, als hinter ihnen der Irre erschien, der sich ihnen wie selbstverständlich anschloß. Niemand hatte das Herz, ihn zurückzuweisen, abgesehen davon, daß er möglicherweise gerade eine solche Zurückweisung mit Lärm und Geschrei beantwortet hätte. Indessen trat Ni-kun-tha dicht an seine Seite und raunte ihm mit unverkennbarer Drohung im Ton zu: »Mein Bruder wird stumm sein wie ein Fisch. Schu-wa-nas Tomahawk trifft sonst seine Stirn.« Er ging dann als erster ins Wasser, das ihm nur bis zur Brust reichte. Mit einem Stab, den er sich von einem Baum geschnitten hatte, tastete er schreitend den Grund ab. Dem Falken unmittelbar folgte Burns, diesem Sir Richard. Es folgten hintereinander der Irre und Bob. Als letzter ging John in das Wasser. Es regnete jetzt stark. Das Fallen der Tropfen und das Rauschen des Windes verschlangen die unvermeidlichen Plätschergeräusche.

Es war gleichwohl ein höchst gewagtes Unternehmen, und es gehörten die Augen des jungen Miami dazu, um auch nur die Richtung zu halten. Er tastete sich langsam mit seinem Stab vorwärts, die anderen folgten in dicht aufgeschlossener Reihe. Nur schattenhaft konnte jeder die Umrisse des Vordermannes wahrnehmen. Sie hielten die Büchsen hoch, an denen Kugelbeutel und Pulverhorn hingen. Dann spürten sie die Felsenbank unter den Füßen, und die Wassertiefe sank noch mehr ab.

Sie mochten an die fünfhundert Schritt so lautlos wie möglich zurückgelegt haben, als sie plötzlich vor sich auf dem Wasser gedämpfte Stimmen vernahmen. Sie verhielten den Schritt.

»Indianer!« flüsterte Bob. »Haltet die Messer bereit. Bei dem Regen geht keine Büchse los.« Sie tauchten bis an den Hals in das Wasser hinab.

Gleich darauf tauchte unmittelbar vor Bob der Bug eines indianischen Kanus auf, er würde unfehlbar seinen Kopf getroffen haben, hätte er sich nicht noch eben rechtzeitig zur Seite gewandt. Dafür erhielt er einen Schlag von einem Ruder. Gutturale Laute klangen auf. Die Roten im Kanu schienen höchlichst überrascht.

Mit einer wilden Verwünschung ergriff der Bootsmann die Bordwand des Kanus, führte einen gewaltigen Schlag mit der umgekehrten Büchse gegen die Insassen und stürzte mit gewaltiger Kraftanstrengung das leichte Fahrzeug um, so daß die darin befindlichen Männer kopfüber ins Wasser flogen.

Dicht neben John tauchte ein Kopf auf. Aber der Junge war wachsam; sein Messer stieß blitzschnell zu. Er fühlte, wie es in einen Körper eindrang, der gleich darauf untersackte. Er riß das Messer zurück und sah undeutlich, wie der Körper des Getroffenen stromab schwamm. Fast zur gleichen Zeit hatte Bob einen neben ihm auftauchenden Indianer ergriffen und ihm mit einem Griff seiner gewaltigen Faust die Kehle zugedrückt. Der Mann sank gleich einem Leichnam ab, als die Hand sich löste.

Aber jetzt wurden abermals Stimmen laut; zwei weitere Kanus kamen heran. Das eine erwartete Ni-kun-tha. Die Augen des Miami durchdrangen die Dunkelheit; sein Messer stieß mehrmals kurz hintereinander zu, schneller, als die Indianer auch nur zu denken vermochten. Das zweite Kanu kam wieder auf Bob zugetrieben. Er erwartete es, hob die umgekehrte Büchse mit beiden Händen und führte einen so furchtbaren Schlag damit gegen die vordere Bordwand, daß das leichte Gefährt sich mit Wasser füllte und sank. Die Insassen paddelten im Wasser; Bob schlug und stieß nach allem, was in der Dunkelheit an einen menschlichen Körper erinnerte. Es war eine grausig-gespenstische Szene: der unentwegt strömende Regen, der nachtdunkle, sternlose Himmel und die im Wasser auf Leben und Tod miteinander kämpfenden Menschen.

Auch Burns und Richard Waltham waren mittlerweile in Einzelgefechte verwickelt worden. Hier und da waren untergesunkene Rothäute wieder aufgetaucht und suchten nun im Dunkeln ihre Gegner zu erkennen. Aber die Weißen und der Miami, die nicht überrascht worden waren und die Feinde rechtzeitig erkannt hatten, waren von vornherein im Vorteil.

Dicht vor Ni-kun-tha tauchte ein hochgewachsener Indianer auf; er mochte den Miami für einen seiner Gefährten halten, denn er rief ihm kurz etwas zu. Doch er brachte das Wort kaum zu Ende; es erstickte in einem gurgelnden Todesschrei; Ni-kun-thas Messer war ihm tief in die Kehle geglitten. Die Skalplocke ergreifend, vollführte der Sieger den Kreisschnitt und riß die begehrte Trophäe an sich.

Während dieser ganzen Zeit hatte der Mann, der sich Way-te-ta nannte, nahezu unbewegt mit aufgerissenen Augen und offenbar nichts begreifend, im Wasser gestanden. Plötzlich sah er sich angegriffen. Der Irre verfügte über außerordentliche Körperkräfte; jetzt, da ihm jemand zu Leibe wollte, ergriff ihn die Wut, und er stieß ein laut schallendes Gebrüll aus. Gleichzeitig griff seine linke Hand mit einer instinktiven Abwehrbewegung nach der messerbewehrten Rechten des Gegners und umklammerte deren Handgelenk mit einem so harten Druck, daß das Messer der Hand entfiel. Way-te-ta fühlte einen Griff an seiner Kehle, schüttelte sich, brüllte abermals auf und hielt gleich darauf selbst einen Hals zwischen den Fingern. Die beiden ineinander verkrampften Männer taumelten im Wasser hin und her, Way-te-ta fortgesetzt schrille Schreie ausstoßend, dann plötzlich wurde der Körper des Indianers schlaff und gab nach. Der Irre schien das gar nicht zu bemerken; er schüttelte sein Opfer; ein infernalisches Gelächter erscholl über dem Wasser: »Ha ha ha! Mit einem großen Krieger kämpfen, was? Ha ha ha! Verdammter Wesche! Verdammter Shawano! Ha ha ha!« Er hob, den Hals des Opfers noch immer zwischen den Händen, den Körper des längst still gewordenen Mannes und schleuderte ihn wie ein Spielzeug ins Wasser, wo er mit einem klatschenden Geräusch untersank.

»Ha ha ha!« brüllte der Irre. »Mit Way-te-ta kämpfen! Ha ha ha! Way-te-ta ist stark! Ha ha ha!«

»Nun komm schon, du komisches Gestell!« Bob tauchte neben Way-te-ta auf und ergriff ihn am Arm. Der wollte abermals aufbegehren, als Ni-kun-thas zischende Stimme neben ihm erklang: »Schu-wa-na befiehlt: Mein Bruder schweige!« Der Irre ließ ein kicherndes Lachen hören, folgte dann aber, gehorsam wie ein Lamm. Der gespenstige Nachtkampf war zu Ende, weit und breit kein Gegner mehr zu sehen. Unheimlich still war die Nacht. Und der Regen rann. Von den Gefährten war, von ein paar Beulen und Schrammen abgesehen, niemand verwundet.

Das erste Kanu schwamm noch immer auf dem Wasser. Ni-kun-tha holte es heran. »An Land gehen«, flüsterte er, »Kanu mitnehmen.« Er hieß den Irren, von dem man nicht wußte, ob er schwimmen konnte, in dem schmalen Gefährt Platz nehmen und schob es dann dem nahen Ufer entgegen; die anderen folgten keuchend. Kurz vor dem Ufer zögerte der Indianer, als sei ihm eine bessere Lösung eingefallen. »Besser noch etwas rudern«, raunte er, »Irokesen sonst morgen gleich Spur. Gehen stromauf, bis Sonne am Himmel.«

»Mir ein Vergnügen!« knurrte Bob und kletterte in das Kanu, in dem Way-te-ta einer Statue gleich hockte. Die anderen folgten, John und der Bootsmann griffen zu den Rudern, Ni-kun-tha hockte sich im Bug nieder, die anderen in den Stern. Schweigend ruderten sie stromauf, das leichte Gefährt mit aller Kraft vorwärtstreibend.

Der Regen ließ allmählich nach und hörte schließlich ganz auf, Die Sterne waren schon blaß. Es währte nicht lange, da zeigte sich im Osten der erste Tagesschimmer.

Als am linken Ufer eine Bachmündung auftauchte, gab Ni-kun-tha das Zeichen, hineinzufahren. Burns und Richard Waltham lösten John und Bob im Rudern ab; die schwache Strömung des Baches war leicht zu überwinden. Sie ruderten, sich noch mehrmals ablösend, bis die Sonne hervortrat und ihre goldenen Strahlen über die schweigenden Wälder warf. Als sie ein paar Meilen gerudert hatten, begann das Gelände anzusteigen und felsigen Charakter anzunehmen. Sie hörten das Rauschen eines Wasserfalles, den sie dann bald darauf auch vor sich sahen, als der Bach eine Biegung machte.

Der Wasserfall setzte der Fahrt ein vorläufiges Ende. Da ihnen das linke Ufer einen geeigneten Ruheplatz zu bieten schien, ruderten sie an Land und verließen das Kanu. Zwischen ragenden Felswänden fanden sie bald darauf einen geschützten Ort, der sie Späheraugen verbarg.

Die Männer fröstelte, als sie an Land traten; ihre Kleider waren noch naß. Aber die Sonne stieg nun höher und höher und strömte allmählich eine sengende Hitze aus, die sich zwischen den Felswänden niederschlug. Sie prüften ihre Büchsen und Pulverhörner und fanden, daß nur das Pulver auf den Pfannen feucht geworden war und erneuert werden mußte. Sie machten die Gewehre schußfertig.

»Guter Platz«, sagte Ni-kun-tha, »Wasser nicht Spur, Stein nicht Spur. Sehr guter Platz! Denken: Feuer anzünden.«

»Wär mir wahrhaftig recht«, knurrte Bob, »aber wo nehmen wir in dieser Steinwüste Holz her? Hunger hätte ich außerdem, fürchte aber: haben nicht mehr viel zum Beißen.«

Es erwies sich gleich darauf, daß sie gar nichts mehr hatten; alle Vorräte waren aufgezehrt.

»Gehen John, schießen Wild«, sagte Ni-kun-tha und erhob sich. Und zu dem Irren gewandt: »Großer Krieger gehen mit. Tragen Holz.« Way-te-ta grinste und folgte den beiden.

Sie kletterten zwischen den Felsen herum, fanden aber bald danach einen Pfad, der in den Wald führte. Der blonde Indianer hatte sich sehr verwandelt, er sah gar nicht mehr wie ein Indianer aus. Die Berührung mit Wasser hatte ihm äußerlich zum Vorteil gereicht; sie hatte die schauerliche Kriegsbemalung aus seinem Gesicht gewaschen; auch das rote Band mit den Truthahnfedern war dem Wasser zum Opfer gefallen; langes blondes Haar fiel dem Mann wild über die Schulter; sein Gesicht zeigte regelmäßige Züge; nur die flackernden Augen verrieten seinen Zustand.

Der Wald war hier vorn ziemlich licht und schien noch von keines Menschen Fuß betreten. Auf dem breiten Geäst einer riesigen Platane hockten mehrere Wildtauben, die das Erscheinen von Menschen nicht im geringsten zu erschrecken schien. Der Irre hatte noch immer seinen Bogen umhängen, von dem er sich nicht getrennt hatte; in seinem Köcher steckten mehrere Pfeile, deren Spitzen nicht sonderlich scharf waren. Die Oneida mochten ihm das Schießgerät als eine Art harmloses Spielzeug gegeben haben.

Ni-kun-tha sagte, auf die Tauben deutend: »Vögel gut. Mein Bruder schießen?«

»Schießen«, grinste Way-te-ta, »o ja! Way-te-ta großer Krieger. Gut schießen!« Er nahm den Bogen herab und spannte einen Pfeil auf die Sehne. Tatsächlich erwies sich schon mit dem ersten Schuß, daß er ein ausgezeichneter Schütze war; eine der Tauben stürzte getroffen zu Boden. Die anderen stoben davon. Aber es zeigte sich nun, daß viele Vögel mehr oder weniger verborgen auf Zweigen gehockt hatten; Way-te-ta holte in kurzer Zeit noch drei Tauben herunter.

»Way-te-ta sehr großer Krieger! Sehr guter Schütze!« lobte Ni-kun-tha. »Doch nun gehen, sammeln Holz. Schnelle Büchse und Falke schießen großes Wild.«

Der Irre strahlte vor Stolz und machte sich willig wie ein Kind an die Arbeit; es lag genug dürres Holz herum. Ni-kun-tha und John schritten, vorsichtig sichernd, tiefer in den Wald hinein. Sie hatten sich entschlossen, des Lärms ungeachtet, Gebrauch von den Büchsen zu machen, falls sich jagdbares Wild zeigen sollte; denn die vier Tauben reichten kaum hin, den ärgsten Hunger zu stillen.

Nach einiger Zeit stieß der Indianer auf die Spur eines Bären, die er sogleich aufnahm. Sie hatten auch gar nicht lange zu gehen. Ein leises Zischen Ni-kun-thas machte John aufmerksam. Er folgte der ausgestreckten Hand mit dem Blick und sah: Vor der dunklen Öffnung einer Felsspalte, vermutlich seiner Behausung, hockte ahnungslos Meister Petz, eifrig mit Krallen und Zunge beschäftigt, seine Morgentoilette zu vollenden.

»Triff ihn ins Ohr«, flüsterte John, »ich spare meinen Schuß.« Der Indianer legte an. Doch machte das Tier im gleichen Augenblick, da er abdrückte, eine Bewegung mit dem Kopf; die Kugel traf nicht sein Ohr, sondern den Schädelknochen; sie prallte ab und fuhr gegen den Fels.

Das Tier richtete sich auf, unwillig brummend und den Kopf schüttelnd. Es witterte, doch die Windrichtung war ihm nicht günstig; bei einer abermaligen Wendung des Kopfes fuhr ihm Johns Kugel ins Ohr. Es stürzte einem Klotz gleich zusammen und regte sich nicht mehr.

»Braten genug für ein paar Wochen«, sagte John zufrieden. »Tauben und Bärenpranken. Was wollen wir mehr?«

Sie brachen das stattliche Tier auf, warfen es aus und entkleideten es seines Pelzes. Dann schnitten sie die Pranken ab und lösten die Keulen und ein paar saftige Lendenstücke, die sie in das Fell wickelten.

Bald darauf trafen sie wieder mit Way-te-ta zusammen, der einen stattlichen Holzhaufen zusammengetragen hatte und nun mit Zweigen zusammenband. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach dem Lagerplatz, den sie nach kurzer Zeit erreichten, von den Gefährten freudig begrüßt.

Bald loderte ein helles Feuer, und das Fleisch wurde gebraten. Die Sonne brannte mittlerweile so heiß, daß sie den Schatten aufsuchen mußten, um ihr wohlschmeckendes Mahl zu verzehren.

Danach holten sie vorsichtshalber das Kanu an Land und legten sich nieder, um im Schlaf neue Kräfte zu sammeln.

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