Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Jean Paul Richter: Der Komet - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
booktitleSämtliche Werke Abteilung I Band 6
authorJean Paul
year1996
publisherZweitausendeins
addressFrankfurt am Main
isbn3-86150-152-X
titleDer Komet
pages565-1036
created19990104
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Er setzte sich in eine durchdämmerte Laube und hielt den Blütenstrauß und berauschte damit den schönsten Traum seiner Jugend. Denkt kein Leser daran, daß er das Schönste hatte, was ein Mädchen zum Erinnern geben kann, eine Blume, deren lebendiger Duft zu einem Heiligenscheine desselben wird? Ist nicht eine solche Blume schon ein Blumenkranz? Was ist eine Tasse mit eingebrannten Blumen, ja eine Weste mit aufgenähten, gegen lebende oder gar gegen Orangeblüten, deren fremder Edenduft aus fernen Paradiesen herzuwehen scheint, wo die Liebe wandelt und winkt!

Auch fand er gar in einem Blütenkelche einen Tropfen; – ließ ihn vielleicht Amandas Auge fallen, wie Blumenmaler immer einen Wassertropfen anbringen, als wären alle Blumen Freudenblumen worin freilich die Träne nicht fehlt? Marggraf zweifelte nicht einen Augenblick daran; aber ach! wäre nur dieser Tropfe unvertrocknet, wie etwan einer in Bernstein, zu erhalten!

Um das Schönste, was er noch in der Laube zu genießen hatte und was nicht zu sehen war, beneid' ich ihn noch heute, nämlich um Amandas wunderschöne Redestimme, welche in einem fort in seinen Herzohren bis zu den Kopfohren hinauf nachklang. Es gibt solche Stimmen, welche aus der Brusttiefe wie lauter Anreden des Wohlwollens und Tröstens aufsteigen und ordentlich das Herz suchen, dem sie recht helfen können; Redestimmen, schöner als Singstimmen, weil sie länger reden, und weil sie nur Eignes, nicht wie diese Fremdes aussprechen, und weil sie nicht, wie die Flöte, bezaubern wollen und kaum, wie die Harmonika, erweichen, sondern nur, wie das Waldhorn, liebevoll ins Herz hineinreden wie Ruf aus der Ferne. So nämlich klang Amandas wunderschöne Stimme bloß täglich, wöchentlich, jährlich; – nun aber gar diese Stimme in der Festzeit der Liebe, in den Geisterstunden des Herzens – – Himmel! wenn dann Nikolaus sie zu hören bekäme! ...

Denn vernünftigen Männern wird wohl schwerlich sein Glauben an die Liebe einer Prinzessin lächerlich erscheinen, wenn sie ernsthaft bedenken, daß er schon von jeher als ein aufrechter Träumer ohne Deckbett umherging, welchem kein Glück und Unglück seines Lebens zu unwahrscheinlich vorkam, sobald es nur groß genug war, z. B. das, gekrönt – oder geköpft – oder verewigt – oder ein Bettler zu werden – oder ein Millionär, falls nicht Trillionär.

Als Dichter könnt' ich allerdings sein Glauben und Lieben um vieles motivieren, wenn ich anführen wollte, daß er ja ein, obwohl nicht geborner Prinz war, doch ein gezeugter; aber ich würde hier zum ersten Male im ganzen Buche lügen und dichten; denn er selber glaubte gar nicht daran; und zwar aus zwei Ursachen. Erstlich hatte der alte Apotheker in späterer Zeit der Reife sich immer sparsamer und dunkler mit Winken und Zeichen von dessen fürstlicher Abstammung benommen, vielleicht weil er mit einem natürlichen Sohne von Geburt nicht recht auszukommen fürchtete. Aber zweitens hätten doch alle Winke nichts verfangen, da Nikolaus dem Apotheker weniger glaubte als dem eignen Glauben an seine Mutter; wie eine Heilige sah er sie seit seiner Kindheit auf den Wolken stehen; hätte aber nicht in diese die nur uns beglaubigte Fehltat die Mutter versenkt und verhüllt?

Hundertmal mußten Amandas paar Worte und paar Blicke vor seiner Seele umkehren und vorüberziehen, und immer strenger und unparteiischer tat er sich dar, daß sie am Ende selber das Drehkreuz festgehalten, um nur nicht fortzukönnen. »Bin ich nur einmal«, sagte er sich, »der stille Gegenstand ihrer Flammen oder Flämmchen: so brauch' ich keine Geburt, sondern nur einen Krieg, und darin tu' ich mich hervor und werde dann leicht, was sie haben will. Aber darauf, o Gott, soll auch die Unbeschreiblich-Gute, die mich jetzo schon in meiner unscheinbaren Gestalt im Park sogleich und innig anerkannt und wohl Tausenden vorgezogen, von mir auf meinen Händen getragen werden ihr Leben lang, und ich will eine Liebe und Sorge für sie haben, als wäre sie ein Tausend Unglückliche auf einmal, und sie soll gewiß nie weinen.«

So stellte Nikolaus in seiner Laube immer mehr Träume hinter Träume, und der aufgegangne Mond überzog sie vollends mit Schimmer und Leben; aber er sah in ihm nicht den Mann im Mond, sondern die Jungfrau im Monde, vom himmlischen Heiligenschein einer ganzen Welt umgeben zur Anbetung für den Erdbewohner. So war er jetzo alles, was um ihn war, die Lindenblüten, die Bienen, die Luna. Wie duftete, wie sog, wie glänzte sein Leben!

Freilich nahm er, wie erwachend, aus der Mondhelle ab, daß es ehr Nacht sei, und er trat aus der Laube. Da lag ein Gartenhaus, das er vorher im Schatten gar nicht wahrgenommen, im vollen Mondlicht da, und – die fünf Prinzessinnen standen hintereinander und sahen aus einem Fenster heraus und den Apotheker an.

Sein Schreck ist nicht zu malen – ausgenommen von einem Porträtmaler – »Nimmermehr haben sich die Fürstinnen« – sagte Endymion zu sich – »zum Beschauen meines Laubensitzes so zusammengereihet.« Auch setzte er mit starken Hut-, Arm- und Rückenschwenkungen, die er nun machte, kein Köpfchen in Bewegung. Sinds Geister? fragte er sich, doch ohne besonderes Schaudern, weil die Nacht in Lindenduft schwamm, in Lunas Tage und in seinem Traume. Als er endlich mit entblößtem Kopfe noch näher trat, fand er die festen Fürstinnen sämtlich auf einem langen Tische stehend – als Wachsbüsten.

Sie hatten nämlich zu einem eigensinnigen Künstler nach Rom reisen müssen, um vom Bossierer als Unionperlen zu Wachsperlen nachgedruckt zu werden.

Zur nächsten und oben am Fenster stehenden Prinzessin hatte wohl irgendeine überirdische Freundin seiner Träume gerade Amanda ausgesucht. – Und hier stand er nun an der stillen, sonst so hoch über ihm schwebenden Gestalt ganz nahe; und ihm war, als atme sie leise; ihm war, als sei die milde Abendsonne vom Himmel herabgeflossen und habe sich dicht vor seine Brust gelagert und fasse ihn mit ihren umherrinnenden Goldwölkchen ein. Er war nicht imstande, vor der Büste den Hut aufzusetzen; er hätte ebensoleicht vor einer ganzen Hoftafel die Weste aufgeknöpft. Sie vollends anzurühren – etwan ihre Stirn mit seinen Lippen – war ihm ebenso möglich, als etwa die Taube des heiligen Geistes zu rupfen und zu braten.

Da aber alle Menschen doch am Ende nach Hause gehen, so tat ers ebenfalls, aber so spät als möglich. Die Nacht wäre die seligste seiner Tage gewesen, hätt' er sich nicht nach dem Morgen gesehnt; denn er flog nun in jenem Traumstücke unseres Lebens, wo der Mensch mit seinem Herzen noch als Schmetterling über Blumenbeeten gaukelt, indes er später als ein verwehter Zweifalter unter einem Schlagregen oder auf einem Eisberge oder neben einer Luftkugel über den Wolken ermattet zappelt. – Italien stand als Gewürzinsel in Wasser neben seinem Kopfkissen, der Orangenstrauß.

Durch den frühesten Morgenbesuch bei Amanda benahm er sich die Nachtangst, sie sei gewiß weggetragen worden aus dem Gartenhause. Er fand sie noch – lasse man mich nicht wieder darüber reden –; aber als er zurückkam, fand er das Urbild nicht mehr in der Stadt – darüber ist eher zu sprechen. Die fünf Prinzessinnen waren nämlich abgereiset in demselben Inkognito, worin sie gekommen waren – die Landstadt war außer sich und vor Nachfragen außer Atem.

Dies hatte die wichtige Folge, daß Nikolaus in der nächsten Nacht auf dem Kopfkissen, das ohnehin die Grubenzimmerung oder das Erdgeschoß der kühnsten Luftschlösser der Menschen ist, einen der kecksten Baurisse ausführte, den ich nur kenne, nämlich den, die Prinzessin zu stehlen, ich meine das Wachs dieser Bienenkönigin seines Honigs. Denn was blieb ihm eigentlich von der ganzen Geliebten noch übrig? Nicht einmal ihr Name, nur Bild samt Strauß. Dies überlegt' er nun im Bette sehr kaltblütig und warmblütig; und er sah es endlich ein, daß er als ein echter Ritter handle, wenn er ein Prinzessinräuber werde und etwas für sie tue, indem er sie entführe, wenigstens gleichnisweise. »Ja mir wird immer wahrscheinlicher,« – sagt' er zu sich – »daß sie irgendeinem elenden dummen dünnen greisen Prinzen, den sie durchaus nicht ausstehen kann, zu ihrem Jammer, wie ich aus der Träne im Strauße und aus dem einsamen Vorausgehen nur gar zu gut sehe, sollte erbärmlich angeheftet werden; wozu sonst das Wachs als zum Wichsen des Zwirns bei dieser Ehe-Nähterei, und der dumme Prinz will vorher ihr Bild sehen! – Aber desto mehr wird sie mir danken, daß ich den Mut besessen, es ihm vor der Nase wegzunehmen.«

Allein der Morgen sprengte sein Luftschloß in den Äther; er konnte vor Abend nicht hoffen, wieder kühn zu werden. Dazu kam noch eine Betrachtung: es ist zwar leicht, einen Diamant, ja eine Prinzessin zu rauben; aber höchst schwer, dergleichen zu bergen und zu decken; und in der ganzen Apotheke wußt' er einen Schutz- und Schattenwinkel, eine verwahrte Heiligenblende für eine gekrönte Geliebte so wenig auszumitteln als auf der weiten Sonne eine Schattenlaube. – In ordentlicher Angst, als sähe man ihm die Diebfinger an, die er auf dem Kopfkissen nach Büsten und Kronen ausgestreckt, beschlich er von fernen das Gartenhaus, um nur zu sehen, ob etwas zu stehlen vorhanden geblieben. Das Etwas stand noch da. Diesem gegenüber erstaunte er selber über seinen nächtlichen Wagevorsatz, die Raubbiene eines solchen Wachses voll geistigen Jungfernhonig zu werden, und er fing ordentlich an, sich vor dem Mute zu fürchten, den er nur gar zu gewiß äußern werde.

Und der blieb auch nicht aus, sobald er sich niedergelegt. Zuerst fiel ihm eine ausgesuchte Nonnenzelle für seine Amanda ein. Es war solche eine alte erbärmliche Stutz- oder Standuhr. In ganz Rom gab es keine so schlechte, nicht bloß weil sie unförmlich groß war, sondern auch leer und ohne Uhr. Denn das stehende Räderwerk war schon unter der Regierung der verstorbenen Margaretha in Gang gebracht, nämlich herausgefahren worden vom kleinen Nikolaus, um mit den Rädern seine bunten Weihnachtfuhrwerke zu bespannen. Was aber noch ganz unbeschädigt dastand, waren die Außenseiten, das Zifferblatt mit seinen ausruhenden Zeigern und die Rückentüre mit dem Schlüssel zum Aufsperren.

In dieses Uhrgehäuse konnte nun die Prinzessin eingebracht werden und da ihr Inkognito fortsetzen.

Gegen Mitternacht, die ein Regenguß noch verfinsterte, ergriff ihn der Mut und hob ihn aus dem Bette. Am Tage ist man kühner gegen Geister, in der Nacht gegen Menschen. Liebe macht ohnehin, wie listig, so kühn gegen jeden, und nur gegen das Geliebte scheuer und einfacher. Er nahm in die Hand ein bloß mit einem scharfen Feuerstein geladenes Pistol zum Zustoßen und zum Funkengeben, und an den Arm einen Hand- oder Deckelkorb, um die Fürstin hineinzustellen. Mit diesem BucentauroDer Name des Schiffs, auf welchem sonst der Doge von Venedig sich mit dem Meere vermählte. seiner symbolischen Vermählung am Arme gelangte er ungesehen vor dem stillen Brauthause an; – und da standen nun nahe unter seiner Hand die schönsten Rosen und Lilien zum Brechen, welche je außerhalb des lebendigen Urbilds geblüht, und welche der Mond zwischen fliegenden Sturmwolken im Vorbeigehen verklärte. Jetzt hätte Nikolaus viel Zeit zum Lösen einer der schwersten Aufgaben gebraucht, wie und auf welche Weise es nämlich zu machen sei, eine solche Schönheit und Fürstin nur anzufassen, anzupacken, ja einzupacken – schon mit den zwei Lippen zu berühren, schien ihm zu frei, geschweige mit den zehn Fingern –; aber die Nacht und die Sturmnacht und die Drohungen der Nachbarschaft setzten ihm geschwinde Hände an zum Ergreifen und Gefangennehmen des guten stillen Mädchens.

Mit außerordentlichem Glücke brachte er die Fürstin-Braut nach Hause und in die Stutzuhr hinein, in welche er sie, mit dem Antlitz gegen das Rückentürchen gerichtet, einsperrte, damit er sie, wenn er mit dem Uhrschlüssel aufmachte, sogleich vor sich hätte. In der Nacht dachte er an nichts als an seinen Petrusschlüssel zum Himmelreiche, womit er am Morgen jede Minute aufsperren und außer sich kommen könnte.

– Ich wollte, ich wäre Nikolaus Marggraf, und er Friedrich Richter dahier, der mich nach Vermögen schilderte!

Als um fünf Uhr morgens die Sonne auf die Standuhr schien, wollt' er vor Wonne fast daran zweifeln, daß er darin einen nahen sonnigen Himmel verwahre, welcher ihm sogleich erscheine, sobald er nur eine einzige Wolke zurückschlage, das Türchen. Er wagt' es auch, das gekrönte Köpfchen zum ersten Male am hellen Tage und unter seinem Privatdache zu sehen und die Stifthütte aufzumachen, nachdem er seine Stubentüre vorher zugemacht; aber er trat bald darauf wie ehrerbietig zurück und sah in den Spiegel, worin er die Fürstin, wie im Wasser die verfinsterte Sonne, anschauete, also nur ein Spiegelbild eines Wachsbildes eines Seelenbildes, insofern der äußere Mensch den innern abdrückt. O ihr höhern Geister! welchen weiten Weg von Nach- und von Urbildern hat der Mensch zum wahren Ich! – Als er ihr freilich geradezu und lange ins Gesicht sah: rollten ihm so dicke Liebe- und Wonnetränen herab, daß er viele wild aus den Augen wegschlug – die andern fraß er unterwegs mit den Lippen auf –, damit ihn ohne sein Getröpfel die Sonne mild und warm anglänzte. – Mich wundert dabei nichts an der Entzückung; es macht sich nur kein Mensch von dem Perlenglanze und Demantfeuer, womit eine Fürstin in einer Landstadt sogar von der gemeinsten Phantasie umzogen wird, einen rechten Begriff, wenn er nicht etwan auf dem Dorfe wohnt, wo es noch feuriger hergeht.

Aber in Rom wurden um 10 Uhr in den Mäulern aller Gassen Feuertrommeln genug gerührt von Zungen: »das Gesicht der Prinzessin sei gestohlen.« Die Juristen in allen Stadtvierteln schlugen sich sämtlich zueinander in dem Punkte, daß der Wachs-Raub ein Majestätverbrechen sei, ja sie beriefen sich – da die Sache von sich selber sprach und sie überhaupt nicht die gelehrten Stellen darüber im Philostrat, Sueton und Tacitus kannten – nicht einmal auf die königlichen Bildsäulen im großen Rom, vor welchen eigne Sklaven zu prügeln, Kleider zu wechseln, seine eigne Statue höher zu stellen so gut die Majestät beleidigen hieß, als sie in einem gekauften Garten mit zu erstehen; – und hier war das Bildnis gar in einem Deckelkorbe weggetragen.

Nikolausen war nicht besonders zumute bei der Sache; und er wußte einige Tage nicht zu bleiben, zumal nachts im Bette, wo ihn die Träume stachen und bissen; denn am gewissesten war er seiner Verhaftung und schmählichen Hinrichtung, wenn spät etwa die Schelle der Apotheke – für ihn die Armensünderglocke – gezogen und unten von naher Lebensgefahr gesprochen wurde und von einer – Mixtur dagegen. Aber ich wundere mich, daß er und mit ihm so viele tausend Leserinnen, denen ich die Sache zu lebhaft vormale, sich ohne Not abängstigen. War er nicht selber so klug gewesen, daß er nicht nur die plumpe sperrige Standuhr auf den Kräuterboden hinaufgetragen, sondern auch – um diesen Zurückzug zu maskieren – anderes Gerümpel dazu, das schon so lange, wie er sagte, den Platz verbauet? Sogar den Orangenstrauß hatte euer Held, ihr gar zu besorgten Leserinnen, mit in den Witwensitz der Prinzessin eingesperrt, als gäb' es in der Welt nur den, den er aufgelesen; ja auch ihren Wohlgeruch hätte er als eine Wolkensäule für einen Spion gefürchtet, wäre diese nicht in den ganzen Dampfhimmel des Kräuterbodens zerflossen. – Und legte er, der sonst vor lauter Phantasie dumm in die unbedecktesten Fallen trat, gerade in dieser Sache nicht so viel Schlauheit an den Tag – wie denn Phantasien, Kinder und Landleute die größte bei unerwarteten und peinlichen Gelegenheiten zeigen – daß er im Stadtlärmen über die gestohlne Prinzessin nur flüchtig mitsprach und nicht einmal den Namen des Urbilds zu erfragen suchte? –

Aber ich will euch, lieben Leserinnen, ihr glänzenden Zitternadeln des männlichen Lebens, nicht etwa für diesen einzelnen Fall herzhaft machen, sondern euch fragen, warum ihr bei manchem Romanenblatte, sobald es nicht das letzte ist, euch so sichtbar abängstigt – ja bei so vielen andern Blättern – bei jedem Rockblatte – bei einem Tischblatte – bei jedem Blättergebäck – kurz fast bei allen gezähnten (dentatis) Blättern des Lebens. Höchstens bei den paradiesischen Feigenblättern weniger! – Wahrlich, die Lieben wissen zugleich oft nicht, wann sie zu furchtsam, und wann sie zu kühn sein dürfen.

Ernste Ausschweife des vierten Vorkapitels sind: Der unverwelkliche Brautkranz – Erstarkung der milden Jungfrau – Weibliche Reize in der Ehe.

 << Kapitel 11  Kapitel 13 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.