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Der Kampf um Rom

Ricarda Huch: Der Kampf um Rom - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
booktitleDer Kampf um Rom
authorRicarda Huch
year1907
firstpub1907
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Leipzig
titleDer Kampf um Rom
pages371
created20171222
sendergerd.bouillon@t-online.de
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An einem der ersten Septembertage, während Garibaldi der Hauptstadt näher rückte, erhielt der Admiral Persano eine Depesche des Grafen Cavour, er solle sich der Flotte bemächtigen und sich im Namen Viktor Emanuels zum Diktator machen; ein Auftrag, der Persano etwas unmäßig vorkam. Doch suchte er schleunig etwas zu unternehmen und setzte sich mit dem Minister des Königs, Liborio Romano, in Verbindung, der mit dem Gedanken umging, abzufallen, aber noch schwankte, ob er zu Garibaldi übergehen oder selbst Viktor Emanuel als König ausrufen sollte. Baron Nisco beharrte dabei, daß der König durch eine Revolution des Volkes müsse gestürzt werden, und hatte bereits etwas Neues eingefädelt, wobei er sich eines Mannes bedienen wollte, der als ein Haupt der Kamorra berüchtigt und gefürchtet war und dem Baron versichert hatte, daß es ihm ein kleines sein würde, den entscheidenden Trumpf in dieser Sache auszuspielen. Villamarina bat inständig, jetzt, wo es mehr denn je vergeblich sein würde, da Garibaldi schon vor den Toren Neapels sei, solle man doch aufhören, im Finstern wühlend sich mit Halunken gemein zu machen; allein Baron Nisco sagte, er sei zum Aeußersten entschlossen und werde vor nichts zurückschrecken, auch sei der von ihm ausgewählte Mann nichts Gemeines, vielmehr liege in dem Wesen der Kamorristen etwas Geheimnisvolles und Heldenhaftes, und man müsse den Charakter eines Volkes, mit dem man sich verbinden wolle, ohne Vorurteile studieren. Persano war gleichfalls der Meinung, man 243 müsse nichts unversucht lassen und sich der tauglichsten Elemente des Volkes bedienen, ohne über ihre Tugend zu grübeln, die übrigens, wenn auch in fremdartigen Formen, der der höchsten und angesehensten Kreise im Grunde gleichwertig sei.

Der einflußreiche Mann, um den es sich handelte, hieß Carmine Santamaria; er verfügte über eine außerordentliche Körperkraft, die ihm das Gefühl gab, in allen Dingen den Ausschlag geben zu können, wozu er noch mehr aufgelegt gewesen wäre, wenn nicht eine ebenso ungewöhnliche Trägheit entgegengewirkt hätte. Diese verursachte, daß er sich nur rührte, wenn er persönlich gereizt wurde oder etwas Erhebliches verdienen konnte, welches letztere Baron Nisco erkannte und ausnutzte. Der Plan war, daß eine Volksmenge vor das königliche Schloß ziehen und die Zurücknahme der Verfassung verlangen sollte, wodurch der König, wenn er willfahrte, von den Liberalen würde aufgegeben werden, oder dann der einmal aufgereizten Wut der Masse würde weichen müssen. Carmine hatte sich ausbedungen, die Vorbereitungen zu dem Volksauflauf, das Beschaffen und Anstellen der Leute selbst zu besorgen ohne jede Einmischung des Barons Nisco, was Villamarina bewog, die Befürchtung auszusprechen, der Mann werde alles Geld einstecken und sich um nichts bekümmern; aber Nisco sagte, diese Leute hielten zwar manches für erlaubt, was sie nicht billigen würden, wie sie denn nicht heikel wären, Blut zu vergießen, wären jedoch nichtsdestoweniger in ihrer Art ehrenhaft und hätten bestimmte Moralgesetze, an die sie sich streng hielten. Auch Graf Persano meinte, man müsse auf die Eigenart des neapolitanischen Volkes eingehen, wenn man etwas mit ihm ausrichten wolle.

Als Carmine sich mit seinen Gefährten in Verbindung setzte, stieß er bei vielen auf Widerstand, 244 die sagten, es wäre gegen alles Herkommen, daß sie sich gegen den König gebrauchen ließen, müsse er aber fallen, so solle Garibaldi kommen und ihn wegjagen, es gebe keinen Grund, ihm vorzugreifen, er würde doch kommen und sie vielleicht noch dafür bestrafen. Dadurch wurde Carmine unentschlossen, ging, von seiner Frau beraten, zu seinem Beichtvater und vertraute ihm an, wozu er gedungen worden sei. Dieser, ein Patriot von demokratischer Gesinnung, beschwor ihn, sich nicht darauf einzulassen, sondern still zu warten, bis Garibaldi komme; die Herren, die ihn anstachelten, wollten nichts andres, als das Königreich an Viktor Emanuel ausliefern, bevor Garibaldi da sei, damit er es wie einen Lottogewinn in die Tasche stecken könne, Garibaldi dagegen komme als ein Vertrauter Gottes, um den irdischen Reichen die himmlischen Gesetze zu geben. Er komme mit der höchsten Macht bekleidet, ein Imperator, um die Ungerechtigkeiten zu vertilgen und die schuldlosen Leiden zu vergüten. Wenn er die neue Ordnung in Neapel eingeführt hätte, würde er alle Länder Italiens zu einem Reich zusammenfügen und Viktor Emanuel als König darüber einsetzen, wer ihm vorgriffe, sündige wider Gott, dessen Wille es sei, durch ihn die Welt zu beglücken.

Dies Zureden machte Carmine zunächst noch mehr unschlüssig; denn einerseits war er geneigt, dem Geistlichen zu gehorchen, anderseits regte sich in ihm Eifersucht auf Garibaldi und Besorgnis, seine eigne ruhmvolle und ansehnliche Stellung könne durch ihn erschüttert werden, so daß er Cavours Meinung, man müsse Garibaldis Ueberragen schleunig auf die gewöhnlichen bürgerlichen Maße zurückführen, ernstlich zu teilen begann. Dies Gefühl gewann in ihm die Oberhand, und er brachte einen Haufen Gesindel zusammen, das sich zuerst zur Plünderung eines von 245 einem Flüchtling verlassenen Palastes und dann vor das königliche Schloß führen ließ. Kaum hatte hier das Geschrei »Nieder mit der Verfassung!« begonnen, als ein Beamter der Polizei, der Carmine aus früheren Verhandlungen kannte, auf dem Platze erschien, ihn zu sich heranwinkte und ihm eine Entschädigung versprach, wenn er die Menge zum Schweigen brächte und ohne daß sie weiteren Schaden anrichtete, zerstreute. Nachdem sie über eine Summe von nicht verächtlicher Höhe einig geworden waren, teilte Carmine den Leuten mit, daß der König nach wie vor ein Vater seines Volkes sei und alle ihre gerechten Wünsche befriedigen werde, worauf sie einige Male »Es lebe der König!« riefen und sich in bester Laune entfernten.

Seinen Auftraggebern erzählte Carmine, daß die von ihm geworbenen Leute das Geld zwar genommen, sich schließlich aber geweigert hätten, etwas Handgreifliches gegen den König zu unternehmen, da Garibaldi bald kommen würde und tun, was das Beste wäre; und entrüstete sich über diese Treulosigkeit unter drohendem Augenrollen und Mordgebärden, die den Herren einen deutlichen Begriff von der in ihm liegenden Furchtbarkeit gaben. Nachdem er fortgegangen war, äußerte sich die Wut und Enttäuschung des Barons Nisco fast bis zu Tränen, wohingegen Graf Persano den Charakter des Kamorristen zu zergliedern begann und seinem Vergnügen Ausdruck gab, daß er diesen Blick in die neapolitanische Volksseele habe tun können.

Einen Tag später entschloß sich der König, der sich von allen verlassen sah, Neapel zu verlassen, um nicht Zuschauer von Garibaldis siegreichem Einzuge zu werden. In der schläfrig-schlauen Art, die ihm eigentümlich war, sagte er, Don Peppino, so nämlich nannte er Garibaldi, sei offenbar ein Werkzeug Gottes 246 entweder zu seiner oder des Volkes Bestrafung. Er wolle sich gegen den Willen Gottes nicht auflehnen. In diesen Tagen war der Verkehr im Wirtshause der Giovannara so lebhaft geworden, daß sie einen kleinen blondlockigen Burschen zur Bedienung angestellt hatte, der wie sie eine feuerrote Jacke trug und die jeweilig einlaufenden Telegramme über das Vorrücken Garibaldis vom Tisch herunter vortragen mußte. Am Abend des sechsten September saßen die Gäste gedrängt und besprachen die eben erfolgte Abreise des Königs und die bevorstehende Ankunft Garibaldis. Carmine Santamaria, der nicht zu den regelmäßigen Besuchern der Giovannara gehörte und nur in einer mißvergnügten, aufgeregten Stimmung zufällig in ihr Wirtshaus geraten war, sagte, die Brauen faltend, es sei noch nicht so gewiß, ob Garibaldi komme; es gäbe Männer in Neapel, die sich nicht ohne weiteres einem Fremden unterwerfen würden und die wohl einen blutigen Strich durch seine Rechnung ziehen könnten. Ein andrer sagte bedenklich, man wisse freilich, daß der König einen Preis auf seinen Kopf gesetzt habe, und vollends der Papst werde jeden Tropfen seines Blutes hundertfach mit Gold aufwiegen. Da könne sich leicht einer finden, der den Lohn verdienen wolle. Warum auch nicht, sagte Carmine, da es ein leichtes sei. Garibaldi fahre nicht wie ein Despot in geschlossener Kutsche einher, Bewaffnete zu den Seiten, voran und hintennach, er wäre auch nicht inmitten des Heeres, sondern ritte allein mit einem kleinen Gefolge, das er oft zurückließe, um ungestört seinen Gedanken nachzuhängen; ein Kind, das nur mit der Flinte umzugehen wisse, könne ihn aus dem Hinterhalte erlegen. »Er ist von Sizilien bis Neapel unverletzt durch alle Heere des Königs gegangen, jetzt solltest du oder deinesgleichen ihn zu Falle bringen,« sagte die Giovannara höhnisch. Ihr Blick machte 247 Carmine wütend. »Einem Manne meiner Art gelingt mehr als hunderttausend Feiglingen,« rief er und wettete, indem er sein Glas leerte, daß Garibaldi nicht lebend in Neapel einziehen werde. Die meisten wetteten gegen ihn, laut durcheinanderschreiend, nur wenige waren auf seiner Seite. Er komme durch viele Dörfer, sagte einer, wo nicht alle vom Könige abgefallen seien; wie leicht könne da jemand ihm etwas antun, etwa wenn Garibaldi in ein Wirtshaus oder in eine Kirche eintrete, oder man könne aus einem Fenster auf ihn schießen. Sicher würde sich ein Priester finden, der einem die Absolution erteilte. Nein, sagte ein andrer, ein solcher Verräter fände sich in und um Neapel nicht; denn Garibaldi habe niemanden beleidigt, er sei kein Blutsauger und kein Leuteschinder, er sei selbst ein Mann des Volkes und gut und freigebig wie der Erlöser, an ihm würde sich keiner vergreifen. »Und wollte es auch einer, so vermöchte er es doch nicht,« rief die Giovannara stolz. Niemand könne ihm beikommen. So wie den Lorbeerbaum der Blitz nicht treffen könne, weil er selbst feuriger Natur sei, so könne Garibaldi, der Italiens Schwert sei, keine Waffe verletzen. Sie solle doch Männern nicht mit Lügenmärchen kommen, sagte Carmine zornig; er selbst mache sich anheischig, ihn mit seinen bloßen Fäusten umzubringen, wenn es darauf ankomme. Das Lärmen und Schimpfen, das sich hierauf erhob, unterbrach die Giovannara, indem sie sich dicht vor Carmine hinstellte und, indem sie ihn herausfordernd ansah, sagte: »Sehen wir denn, ob du mich töten kannst, du Prahler!« Im ersten Augenblick wollte er sie anpacken, dann versuchte er zu lachen; aber unter ihrem funkelnden Blick wurde ihm anders zu Sinne. Er beugte sich zu ihr und flüsterte leidenschaftlich: »Ich möchte dein Blut fließen sehen, um es zu fragen, ob dein Herz mir vergeben kann.« 248 Sie errötete und wurde nun auch verlegen, faßte sich aber und erwiderte schnell und leise: »Wenn du die Wette verlierst, so will ich dir deinen Verlust ersetzen.« Die andern hatten diesen verstohlenen Handel nicht bemerkt oder stellten sich so. Die Giovannara trat rasch an den Tisch zurück mit den Worten: »Ich bin noch unversehrt, so wird es auch Garibaldi sein,« und versprach jedem, der das Haus kannte, ein Glas voll ihres besten Weines umsonst am Tage, wo Garibaldi einziehe.

Als der König fort war, verbreitete sich eine heitere und sorglose Stimmung in der Stadt. Die Minister besonders atmeten auf; denn sie waren nun der peinlichen Wahl zwischen treulosem Abfall oder undankbarem Ausharren bei einer verlorenen Sache überhoben. Für diejenigen, die es nicht anständiger fanden, sich ganz zurückzuziehen, handelte es sich nur noch darum, sich für Cavour oder Garibaldi zu entscheiden.

Liborio Romano, der erste Minister des entflohenen Königs, entwarf in Eile eine Huldigungsadresse an Garibaldi, damit er nicht als Eroberer einzöge, sondern als Diktator eingeholt würde, und eilte selbst nach Vietri, von wo aus der Erwartete die Eisenbahn benutzen wollte, um ihn als erster zu begrüßen. Nachdem die üblichen Reden gewechselt waren und der Zug nach Neapel sich in Bewegung gesetzt hatte, erzählte Liborio Romano von den Vorfällen der letzten Tage; wie er den König veranlaßt habe zu fliehen, wie er die Zügel der Regierung an sich genommen habe, wie der Gesandte des Königs von Sardinien und der Admiral Persano ihn hatten bestimmen wollen, daß er einem von ihnen die Diktatur im Namen Viktor Emanuels übertrüge, und wie er sie, nachdem sie lange im Vorzimmer gewartet hatten, da er mit Geschäften überladen gewesen sei, dahin beschieden 249 hätte, daß die Nationalgarde, der die Aufrechterhaltung der Ordnung obliege, erklärt habe, sich nur Garibaldi unterwerfen zu wollen, daß das ganze Volk Garibaldi wolle und daß jeder Versuch, sein Kommen zu hintertreiben oder ohne seine Vermittlung eine Regierung einzusetzen, die Insurrektion herbeiführen würde. Er sprach gewandt und zeigte sich beflissen, dem Diktator die Ueberzeugung beizubringen, daß er einen Mann von solchen Verdiensten, so viel Urteil und Fachkenntnis dem Lande in einer hohen Stellung erhalten müsse.

Während Garibaldi durch das offene Fenster in die vom Ueberfluß der Wonnen müde Landschaft blickte, dachte er daran, wie viele Männer ihm an wie vielen Orten, durch die er im Laufe der letzten Wochen gekommen war, in ähnlicher Weise erzählt hatten, was sie für ihn und für Italien gelitten und geleistet hatten, und die Vorstellung aller dieser Worte, die lauernden, schmeichlerischen, gleißenden Augen, die ihn dabei angesehen hatten, riefen zusammen ein Gefühl peinlicher Widerwärtigkeit in ihm hervor. Er hätte nicht zählen können, wie oft er gesagt hatte: »Ihr habt Euch um das Vaterland verdient gemacht!« und obwohl er es fast immer mit Freude und Ueberzeugung getan hatte, kam ihm plötzlich eine Empfindung, als seien die Muskeln seines Mundes schlaff geworden und müßten ausruhen. Ungerufen tauchte das Bild seiner Insel in seiner Seele auf; er fühlte den einsam um die Klippen sausenden Wind, das Klingen des Wassers und sein unendlich ausgebreitetes, an die Säume des Himmels und der Erde strömendes Dasein.

Das Aufhören der rüttelnden Bewegung des Fahrens, als der Zug anhielt, und das Bewußtsein des großen Augenblicks, der nun da war, erfrischte ihn wieder. Wie er mit seinem Begleiter den 250 Bahnhof verließ, um in einen Wagen zu steigen, sagte Oberst Türr zu Bertani, es sei eine fast leichtfertige und unerhörte Sache, daß Garibaldi allein, ein fremder Eroberer, in diese wimmelnde Stadt einziehe, das berüchtigte Paradies der Bettler, Gauner, Kuppler und Banditen. »Mir ist zumute,« entgegnete Bertani, »als ob ich einen Tierbändiger in den Käfig voll wilder Tiere eintreten sähe.« Die Dächer der Häuser, die Bäume und Brunnen waren schwarz von Menschen und erinnerten an jene mit Leim bestrichenen Stangen und Düten, wenn sie von zappelnden Fliegen bedeckt sind. Die Stadt war in Wahrheit einem riesengroßen Käfig ähnlich, in dem tropische Geschöpfe aller Art beieinander sind, kletternde Affen, gaukelnde Papageien, neugierige Gazellen, geifernde Schlangen, Panther, Leoparden und Giraffen, die in der Stunde, wo sie gewohnt sind, daß er kommt, um sie zu füttern und zu Kunststücken abzurichten, ihrem Herrn entgegendrängen. Sie schmiegen sich an ihn, um von seiner Hand geliebkost zu werden; auch die Blutdürstigen und Unheilvollen ergeben sich dem Zauber des Beherrschtseins und ducken sich leise schaudernd unter seinen furchtlosen Augen. Diese Augen einzig banden das ungeheuerliche Getümmel, das kreischende, schillernde Durcheinander gefährlicher Kräfte, die sich auf ihn hätten stürzen und ihn zerreißen können, wenn sie sich einen Augenblick ihrer Freiheit und ihres Vermögens bewußt geworden wären. Aber in dieser Menge war keiner, der etwas andres gewollt hätte, als sich an dem Anblick Garibaldis beseligen. Sie sahen nun das rote Hemd unter dem weißen Mantel, den die Kugeln durchlöchert hatten, das blonde Haar, das schöne Haupt, das olympische Lächeln, wovon sie seit vielen Wochen fabelten und träumten. Die mächtige Masse erregtesten Lebens, die brausend um den Siegeswagen stürzte, das Jauchzen, Kreischen und 251 Brüllen, der betäubende Taumel schwoll und sank auf die Zeichen des segenvollen Gottes, dessen Lächeln müder wurde, je rasender die Trunkenheit, die es erzeugte.

Die Hitze war an diesem Tage nicht drückend, da es in der Nacht gewittert hatte; zuweilen führte ein von Norden wehender Wind Haufen laut raschelnder Blätter über die Häuser weg. Der Himmel war schwarzblau, ganz ohne Trübung, und die Luft so rein, daß die Berge über der Stadt wie edle, farbig leuchtende Formen ohne Gewicht erschienen. Das triumphierende Jahr schien seine Fackel noch einmal bis an die Sonne zu schwingen, bevor es sie dem Herbste neigte.

*

Auf seinem Zuge nach Neapel war Garibaldi im Begriffe gewesen, dem Prodiktator von Sizilien, Agostino Depretis, auf seine Anfrage zu erwidern, er möge immerhin den Anschluß der Insel an Piemont verwirklichen, als Bertani, der dazukam, sein Erstaunen darüber aussprach, daß der General sich jetzt schon der Macht, welche die Diktatur über Sizilien ihm gäbe, berauben wolle, worauf Garibaldi sich nochmals bedachte und anstatt des begonnenen Briefes an Depretis schrieb, er möge mit der Annexion warten, es habe noch Zeit. Nachdem er die Diktatur in Neapel ergriffen hatte, war es seine erste Handlung, daß er die neapolitanische Flotte mit der des Königs von Sardinien vereinigte und damit Viktor Emanuel zum Herrn der westlichen italienischen Meere machte. Obwohl er dadurch die unerschütterte Treue seiner Gesinnung anzeigte, blieben diejenigen, die mit seinem Namen zugleich Revolution, ja Republik zu nennen glaubten, mißtrauisch und ungeduldig und wünschten die Gewaltherrschaft Garibaldis so schnell wie möglich gegen die regelmäßige des Königs vertauscht zu sehen. 252 Dies war um so mehr der Fall, als Mazzini, von dem man glaubte, daß er die Frucht von Garibaldis Siegen der republikanischen Partei zuzuwenden trachte, in Neapel erschienen war und häufig an des Diktators Seite gesehen wurde.

Mazzini war in glücklichster Stimmung. Dies sei, sagte er, seit fast dreißig Jahren, mit Ausnahme der wenigen Monate in Rom im Jahre 1849, das erstemal, daß er die Sonne seines heimatlichen Himmels nicht als Raub, sondern unter dem Schutze des Diktators als sein Recht genießen könne. Er weile gern in seiner Nähe, um zugleich in der goldensten Sonne und im Glücke Garibaldis sich zu baden. Seine Liebe zu Garibaldi offenbarte sich oft in kindlich scheuer und guter Weise, aber gegen seinen Willen; denn er fürchtete, ihm lästig zu fallen.

Garibaldi war drei Tage in Neapel, als Villamarina ihm die Mitteilung machte, daß Viktor Emanuel beschlossen habe, in die Marken und Umbrien einzufallen und diese Provinzen des Kirchenstaates seinem Reiche einzuverleiben; sein Heer stehe bereits an der Grenze, und dem Papst seien die Gründe dieses feindlichen Schrittes in einer Zuschrift auseinandergesetzt worden. Villamarina, der seine Botschaft zögernd und nicht ohne Verlegenheit erledigt hatte, bemerkte in Garibaldis Augen ein Aufleuchten freudiger Genugtuung. So habe der König, sagte er, doch seinen Willen durchgesetzt! Nun werde Italien die Absichten und den Mut seines Königs erkennen! Nun werde auch die Befreiung Roms nicht mehr fern sein. Villamarina errötete und entgegnete, der König habe dem Heiligen Vater versichert, daß er das Gebiet von Rom nicht antasten, vielmehr ihn in diesem Besitze schützen werde; denn da durch die Eroberung der Marken das angrenzende Oesterreich gereizt werden würde, könne er nicht auch 253 den Kaiser Napoleon, der der Schutzherr des Papstes in Rom sei, sich zum Feinde machen.

Garibaldi schwieg; es ging ihm plötzlich durch den Sinn, daß diese unverhoffte Ausführung eines von ihm lange gehegten Planes den Zweck haben könnte, weniger die unter dem Drucke der Papstgewalt schmachtenden Provinzen zu befreien, als vielmehr ihn daran zu verhindern, daß er nach Rom ginge. Sein Gesicht verdüsterte sich, er wollte eine Frage an Villamarina richten, aber als er dessen mit ehrerbietiger Teilnahme auf ihm ruhenden Blick sah, unterdrückte er sie und sagte freundlich, er zweifle nicht daran, daß die tapfern Truppen Seiner Majestät den Söldnern des Papstes obsiegen würden, und freue sich dessen.

Als er spät abends mit Mazzini und Bertani in einem Zimmer des Palastes saß, den er bewohnte, erzählte er von der neuen Wendung in der Politik des Königs. Bertani sagte heftig auffahrend, das sei vielleicht dem Tatendrange des Königs lieb, erfunden habe es Cavour. Nein, nicht erfunden, gestohlen, erschlichen habe er es. Vor einem Jahre, als der König mit Garibaldi dazu einverstanden gewesen sei, habe Cavour es hintertrieben. Vor zwei Monaten, als er in Genua eine Armee dazu gerüstet habe, habe Cavour mit seinen Ränken den wohlangelegten Plan scheitern gemacht. Damals schon vielleicht sei ihm der Gedanke gekommen, die Tat Garibaldi und den Seinigen zu entreißen und sie selbst zu tun. Was er ihm, Bertani, damals als Gewissenlosigkeit vorgeworfen habe, werde nun Unerschrockenheit und Hochherzigkeit heißen. Ja, sagte Mazzini, das eben sei ihr Triumph. Alles das, wofür sie geächtet wären, in die Verbannung getrieben, gefoltert, getötet, das wären jetzt die Ruhmestitel der Verfolger von einst. Was die Dornenkrone der Märtyrer gewesen 254 sei, sei Diadem des Königs geworden. Mit den Worten, die einst die Inquisitoren ihren Opfern entwunden hätten, um ihnen daraus das Todesurteil zu begründen, brüsteten sich jetzt die Häscher und Henker von einst. Das, das eben sei der siegreichste ihrer Siege. Wenn einmal die Bauern mit ihrer Sense nach ihm schlügen, weil er nicht mitgeschrien habe: »Es lebe das einige Italien mit der Hauptstadt Rom!« so würde er lächelnd sterben. Ihre Soldaten wären es ja mit ihren Waffen; die regierten, ihre Gedankenträume, ihr Geist.

»Ich weiß nicht,« sagte Bertani, »ob es unser Geist ist oder nur unser Wort.«

»In den Worten ist der Geist,« rief Mazzini. »Ihr werdet sehen, daß Cavour binnen kurzem vom Throne herunter ausrufen wird, daß Rom Italiens Hauptstadt sei. Wir zwingen ihn dazu, kühn zu sein und groß zu denken, er muß es, damit die Rebellen ihn nicht beschämen.«

Garibaldi, der in Gedanken vor sich hingestarrt hatte, sagte: »Ihr werdet mich oft getadelt haben, daß ich mich mit dem Könige verband, da ich doch in meinem Sinn Republikaner bin wie ihr. Ich tat es, weil ich mir die Ueberzeugung gebildet hatte, daß wir ohne ihn Italien nicht würden machen können; auch bereue ich es nicht: er ist ein Patriot, ein Soldat und ein ehrlicher Mann. In ihm habe ich mich nicht getäuscht, nur in Cavour. Cavour ist mein Feind; als ich im Frühling nach Sizilien ging, wollte er mich zurückhalten, als ich es dennoch tat und Sizilien eroberte, wollte er es mir nehmen; da es ihm nicht gelang, wollte er mich hindern, nach Kalabrien zu gehen, und als ich es dennoch tat, wollte er mir Neapel entreißen; nun ich es dennoch genommen habe, will er mich hindern, nach Rom zu gehen, indem er den Namen meines Königs schützend 255 davorstellt; denn das allein ist der Zweck dieses Feldzuges.«

Nachdem sie über die wahrscheinlichen Absichten des Ministers gesprochen hatten, sagte Bertani: »Wenn ich meine persönliche Erbitterung vergesse, muß ich ihn bewundern: er wagt mit diesem Angriff auf den Papst das Aeußerste. Er tritt als Rebell auf und rechnet, daß die Larve des königlichen Ministers, die er trägt, die Sinne der Welt, vor der er handelt, täuscht. Indem er uns nachgibt, bewahrt er doch die Treue gegen seinen Monarchen. Und wenn Ihr dem König zuliebe jetzt Rom aufgebt,« fuhr er, gegen den Diktator gewendet, fort, »so ist es das einzige nicht, was Ihr ihm geopfert habt.« Mazzini sagte, wie man auch die Handlungsweise Cavours beurteilen möge, so hielte er selbst auch einen Angriff auf Rom eben jetzt für untunlich. Ein solcher würde zweifelsohne einen Krieg mit Frankreich herbeiführen, den Italien in seinem augenblicklichen Zustande kaum würde bestehen können. Es wäre nicht unmöglich, daß es Cavour gelänge, sich auf dem Wege der Unterhandlungen in den Besitz Roms zu setzen, was vorzuziehen sei. Seiner Meinung nach sollte man lieber an die Befreiung Venedigs denken, da nach den herrschenden politischen Konstellationen Oesterreich weit weniger als Frankreich zu fürchten sei.

Garibaldi antwortete nicht; es traf ihn empfindlich, daß Bertani Cavour verteidigte, und von Mazzini hatte er die Ansicht, daß er mit Rücksicht auf die katholische Konfession, deren Bestehen er im wesentlichen wünschte, den Papst geschont wissen wollte. Seine eignen Befürchtungen, ob die Eroberung Roms, die das eigentliche Ziel aller seiner Kämpfe gewesen war, jetzt ausführbar wäre, sprach er nicht aus. Er wußte, daß der Besitz des Königreichs Neapel noch keineswegs gesichert war; unter dem Taumel, der ihn 256 empfangen hatte, brüteten Verrat und zweideutige Gesinnung, schon waren in mehreren Ortschaften von Räuberbanden geleitete Aufstände ausgebrochen. Ob seine Truppen, wenn alle Arbeit hier getan wäre, noch zu weiteren großen Aktionen tauglich sein würden? Die Tausend von Calatafimi und Palermo waren nicht mehr sein, der Blitz, den sein Wort geschaffen hatte, war in Kämpfen und Genüssen erloschen; dies Werkzeug hatte die Zauberkraft, die ihm innezuwohnen schien, allmählich eingebüßt. Das Zuströmen neuer Kräfte, das anfangs ununterbrochen gewesen war, ließ beständig nach, so daß es den Anschein hatte, als ob Italien gegeben habe, was es für ihn besäße.

Indessen er selbst bekämpfte so kleinmütige Gedanken; denn schließlich stand ihm noch ein bedeutendes, tüchtiges und ergebenes Heer zu Gebote, und noch hatte er nicht erprobt, wie das Volk eine neue, förmliche Werbung beantworten würde. Wenn es ihm gelang, die Macht, über die der König von Neapel noch verfügte, durch einen starken Schlag so zu lähmen, daß er ihm in nächster Zukunft nicht mehr könnte gefährlich werden, die Partei, deren feindseliges Wühlen er überall spürte, unschädlich zu machen, so konnte er seine ganze Kraft auf Rom richten. Einzig die Erwägung, daß der König mit seinen Truppen sich zwischen ihn und Rom stellen könnte, hemmte seinen Entschluß. Wiederum war es Cavour, der ihm entgegentrat; wäre Cavour entfernt und mit ihm Fanti und Farini, so würde er, allein mit dem König, Italien durch eine glückliche Tat vollenden, daran zweifelte er nicht. Es kam ihm plötzlich der Gedanke, daß er den König selbst darum angehen könnte, ihn, Cavour, zu entlassen und ihm, Garibaldi, dadurch die Bedingung zu künftigen Siegen zu schaffen. Viktor Emanuel, dachte er, würde ihn nicht zur Eroberung Siziliens ermuntert haben, wenn 257 er nicht willens gewesen wäre, die italienische Krone anzunehmen, so würde er denn auch über Rom mit ihm einig werden. Indem er über einen Mann nachdachte, der wegen dieser Sache zwischen ihm und dem Könige vermitteln könnte, einen, der ihnen beiden gleich wert und vertrauenswürdig wäre, fiel ihm Giorgio Pallaviceno ein, der die Reinheit seiner Gesinnung durch Opfer, Leiden und Taten in Jahrzehnten unwandelbar bewiesen hatte. Dieser hatte kaum die Einladung Garibaldis erhalten, so schnell wie es ihm möglich wäre, nach Neapel zu kommen, als er dorthin eilte. Er war ungeduldig, Garibaldi nach seinen großen Siegen wiederzusehen und zu umarmen, froh, im Alter noch einmal im hohen Wellengange des Lebens mitkämpfen zu können, und stolz darauf, daß der, den er seinen Garibaldi zu nennen pflegte, ihn dazu berufen hielt.

Freilich war ihm die Aufgabe, mit der Garibaldi ihn betrauen wollte, durchaus zuwider, vorzüglich weil er voraussah, daß der König die befremdende Bitte Garibaldis ablehnen würde; daß es seine schwache Gesundheit angreifen mußte, die ermüdende Reise sogleich noch einmal zu machen, beachtete er weniger. Da jedoch Garibaldi sich nicht ausreden ließ, was er im Sinne hatte, erklärte er sich bereit, die heikle Sache zu übernehmen und den Vorschlag des Diktators vor dem Könige zu vertreten. Die Politik, die Cavour in den letzten Monaten verfolgt hatte, billigte er ohnehin nicht; mitunter war es ihm schmerzlich gewesen, daß der Monarch, den er sich selbst auserwählt und durch seine Stimme mit gehoben hatte, infolge von Cavours Regierung nicht so lauter und erhaben vor seinem Volke stand, wie er es gewünscht hatte.

Inzwischen war in Palermo der Gegensatz der Parteien unversöhnlich geworden: der Prodiktator 258 Depretis trat offen auf die Seite derer, die den unmittelbaren Anschluß an Piemont forderten, während Crispi der verhaßte und gefürchtete Wortführer der andern Partei blieb. Trotz der noch unsicheren Lage auf dem Festlande fuhr Garibaldi selbst nach Sizilien und schlichtete die Streitigkeiten dadurch, daß er einen andern Prodiktator ernannte und seinen Willen verkündigte, die Diktatur zu behalten, bis sein Ziel, Rom, erreicht sei.

In Neapel war die Abwesenheit Garibaldis um so bedenklicher, als gerade in die Zeit, nämlich auf den neunzehnten September, das Fest des heiligen Januarius fiel, an welchem in der Kirche Piedigrotta in Anwesenheit des Königs das Blut dieses Schutzpatrons flüssig zu werden pflegte und das Ausbleiben des Wunders den schlechtesten Eindruck auf das Volk würde machen müssen.

Am Tage vor dem Feste fand auf dem Platz del Mercato eine Disputation zwischen Fra Giovanni Pantaleo und einem Dominikanermönch statt, ob das Blut des heiligen Januarius oder das Garibaldis heilkräftiger und im allgemeinen wertvoller sei. Es hatte nämlich der Dominikaner behauptet, daß das heilige Blut nur in der Gegenwart des Gott vertretenden und darstellenden bourbonischen Königs flüssig werden könnte, am morgigen Tage infolgedessen nicht fließen würde, was als ein Zeichen der Ungnade Gottes und kommenden Unheils aufzufassen sei. Der regierende, jetzt vertriebene König sei ein Gott insbesondere wohlgefälliges Lamm, und daß er nunmehr an das Kreuz des Leidens geschlagen sei, mache ihn vollends Christus ähnlich, das Volk aber, das ihn verraten habe, dem mit unersättlichem Fluche behafteten Volke der Juden. Garibaldi habe sich wohlweislich entfernt, weil er wisse, daß sein ungesalbtes Piratengesicht keinen Einfluß auf das gesegnete Blut haben würde und der öffentlichen Schande 259 lieber aus dem Wege gehe. Hiergegen sagte Fra Pantaleo, es sei für Italien und ganz besonders für Neapel viel wichtiger, daß Garibaldis Blut geflossen sei und noch ferner fließen wolle, als ob das Blut des Januarius flösse oder nicht flösse, denn Garibaldis Blut habe Sizilien und Neapel erlöst, das Flüssigwerden jenes Blutes aber sei nur ein Spektakel für das Volk, das schlechte Priester gewöhnt hätten, bei ihren Gaukeleien Maulaffen feilzuhalten, statt die Hände zu regen und die Kultur zu fördern. Dies schien dem Dominikaner eine schamlose Lästerung zu sein; er zählte auf, außer sich vor Entrüstung, erstens die Eigenschaften des Blutes des Januarius, zweitens die Aussprüche der Päpste, welche dieselben bestätigten und für unbezweifelbar erklärten, und schließlich die Wunder, die dasselbe getan hätte. Das Publikum, das sich angesammelt hatte, war anfangs unsicher gewesen, ob der Dominikaner auch ein Garibaldiner Mönch sei, der, um die Disputation zu ermöglichen und zu einem Siege des Fra Giovanni zu gestalten, die Rolle seines Gegners übernommen hätte, wie das öfters vorkam, und hatte sich belustigt, ja sogar über ihn gelacht; allmählich aber drängte die Echtheit seiner Art sich auf, und die Schilderung von der Kostbarkeit und Wundertätigkeit des heiligen Blutes, das jedem Neapolitaner wert war, rührte viele, so daß eine immer größer werdende Schar von Anhängern sich um den Dominikaner drängte. Fra Giovanni hatte Mühe, über das Blut Garibaldis so vieles und so merkwürdiges auszusagen wie sein Gegner über das von ihm verteidigte, doch verfügte er über eine munterere Phantasie und über eine Stimme von angenehmerem und stärkerem Schall, wie auch sein inzwischen üppig aufgegangenes, in Kraft, Farbigkeit und guter Laune prangendes Gesicht die Menschen sympathisch anzog. Immerhin hätte die Rauferei, die schließlich 260 entstand, da die Sache mit Worten nicht zu schlichten war, und die Wut des Dominikaners einen Ausweg doch durchaus suchte, für die Partei des Fra Giovanni ein übles Ende nehmen können, wenn nicht einige Offiziere Garibaldis vorbeigekommen wären und den Knäuel der Kämpfenden aufgelöst hätten.

Noch am selben Abend kam Garibaldi, der wohl wußte, wie wichtig seine Anwesenheit bei dem volkstümlichsten Feste Neapels war, aus Palermo zurück und erschien am folgenden Tage, von seinem Stabe begleitet, in der Kirche. In höchster Spannung hingen aller Augen an den Priestern, die die Handlung leiteten, deren Gesichter wie Masken waren, hinter denen ebensowohl Gleichgültigkeit wie sachlicher Ernst oder schadenstiftende Tücke verborgen sein konnte. Die Tatsache, daß auf dem Thronsessel, auf dem man seit Menschengedenken die plumpen Bourbonen hatte sitzen sehen, jetzt ein fremder Held mit schönem Antlitz saß, dessen göttlich voller und stiller Blick des Wunders, das sich vor ihm begeben sollte, gewiß und doch nicht bedürftig schien, stimmte die Gemüter zum Außerordentlichen und reizte die ungeduldige Erwartung aufs äußerste. Als die lateinischen Worte des Priesters die eingetretene Verwandlung verkündigten, löste sich die Erregung in inbrünstigem Schluchzen; das Ansehen Garibaldis war nun, da Gott ihn als seinen Liebling und Gesandten förmlich geoffenbart hatte, noch höher gestiegen als am Tage seines Einzugs.

*

Indessen verstummten die Gegner des Diktators in der Diplomatie und unter den hohen Beamten deswegen nicht; vielmehr sah er sich gezwungen, einige von den Emigranten aus Neapel zu entfernen, die unter dem Einflusse Cavours standen und die er, um allen Parteien gerecht zu sein, zu Ministern ernannt 261 hatte, weil sie das Volk gegen Mazzini aufzustacheln und auch sonst ihm allerwärts Schwierigkeiten zu bereiten suchten. Sie gingen nach Turin zurück und vermehrten dort durch gehässige Berichte den Groll, der in der Umgebung Cavours gegen Garibaldi herrschte.

Cavour hatte die vielerlei Bedenken, die sich einem von dem Könige gegen den Papst unternommenen Feldzuge entgegenstellen mußten, völlig überwunden und hinter sich geworfen, so sehr erquickte seinen Geist die Aussicht, nach langen zweideutigen, unterirdischen Windungen eine gewagte Tat mit großen Zielen und Folgen zu tun. Auch der König war froh, offen als Soldat für Italien auftreten zu können; seine Besorgnis, Napoleon dadurch zu reizen, zerstreute Cavour, indem er diesem die Expedition mehr gegen Garibaldi als gegen den Papst gerichtet hinstellte. Aber ebendieser Umstand, daß er Manifeste erlassen sollte, in denen Garibaldi und seine Freunde, wenn nicht ausdrücklich, so doch in jedermann verständlichen Andeutungen, als Rebellen und Feinde des Vaterlandes sollten hingestellt werden; daß er Garibaldi, wenn es nötig würde, die Diktatur mit Gewalt entreißen und sich an seine Stelle setzen, jedenfalls ihn beiseiteschieben und den Krieg selbst zu Ende führen sollte, verstimmte den König und machte ihm die sonst so erwünschte Aufgabe widerwärtig.

Garibaldis Treue, sagte er zu Cavour, sei ihm bekannt, es zieme sich nicht für ihn, Mißtrauen gegen ihn zu zeigen. Er habe Ursache, ihm dankbar zu sein, möge Garibaldi es über Gebühr ausnutzen, das dürfe für ihn kein Grund sein, es nicht offen zu bekennen. Cavour sagte, Dankbarkeit solle er Garibaldi beweisen, wieviel er wolle, zuvor aber möge er ihn von der Höhe herunter, auf die das Glück und der Genius den Mann unverhofft gehoben hätten, dahin 262 stellen, wohin der Untertan gehöre, und selbst den königlichen Platz einnehmen. Viktor Emanuel errötete ärgerlich; er wolle keinen kleiner machen als er sei, sagte er, er sei kein kindischer Despot, der fürchte, durch die Größe eines Untertanen verdunkelt zu werden. Ob er sich ein Lorbeerreis aus Garibaldis Kranz stehlen müsse, um etwas zu gelten? Er sei der König, das könne ihm kein Mensch, kein Schicksal nehmen, nicht einmal Gott.

Cavour zuckte die Achseln und entgegnete, so könne der König von Sardinien reden, König von Italien sei er durch den Glauben des Volkes. Indem er die Hand nach dieser Krone ausgestreckt habe, habe er sich vermessen, ein Held zu sein. Ob er ihn an jene Worte des Barons Ricasoli, des hochmütigen Florentiners, erinnern müsse, wenn Viktor Emanuel nicht größer sein könne als Garibaldi, so möge Garibaldi König sein, er wolle sich nicht vor einem Offizier des Königs beugen. Seinem Volke sei er es schuldig, größer zu sein und höher zu stehen als Garibaldi. Seinem edeln Sinne liege daran, ein anständiger Mensch zu sein; aber seine Pflicht sei, König zu sein. Im stillen möge er Garibaldi bewundern, die unbegreifliche Kraft, die ihm innewohne, verehren; vor den Augen des Volkes müsse er ihn behandeln wie der Herr den treuen Diener, der ihm Gehorsam schuldig und verpflichtet sei, Schlachten für ihn zu schlagen und die Länder, die er erobert, vor seine Füße zu legen. Garibaldis Treue wolle er nicht beargwöhnen, aber in seiner Macht, die fast Allmacht sei, liege wider seinen Willen Untreue; denn er sei sich ihrer bewußt; wie hätte er sonst vollbringen können, was er vollbracht habe? Er sei zum Diktator geboren, unversehens könne das, was seine Natur sei, sich schlechthin offenbaren, wenn der König einmal anders wolle als er in einem Punkte, der ihm wichtig 263 sei. In seinem Wesen liege Bescheidenheit, in seinem innersten Sinne nicht und könne es nicht. Er sei nicht falsch, wenn er sich des Königs Diener nenne; denn warum sollte nicht ein Herr seines Dieners Werkzeug sein? Vielleicht schätze er ihn, den König, so hoch ein wie einen seiner tüchtigen Offiziere, und dies Urteil könnten viele teilen, die sich gewöhnt hätten, in seinem Herzen zu lesen. Jetzt sei die Gelegenheit, sich ihm und allen als Feldherr und als König zu zeigen.

Dies Gespräch machte Viktor Emanuel nachdenklich und aufgeregt. Es war ihm früher niemals eingefallen, sich durch die Art und Weise, wie Garibaldi als wie mit seinesgleichen mit ihm verkehrte, gekränkt zu fühlen; jetzt besann er sich darauf und auf die eigentümliche Freundlichkeit Garibaldis, die etwas an sich hatte, wie wenn ein Mächtiger einem Geringeren Zutrauen einflößen will. Ja, so hätte Herkules, der Halbgott, sich vor Eurystheus, dem Erdenkönige, beugen können, der ihm heimlich zitternd die ungeheuern Taten auferlegte. Die Augen des Königs blitzten ungeduldig; es lockte ihn, sich mit dem Liebling des Volkes, dem Wunder Europas zu messen. So wenig er eitel war, unterschätzte er sich doch nicht; er hatte das Blut einer Familie, in der seit Jahrhunderten Tapferkeit, Unbeugsamkeit und unbefleckte Ehre sich vererbten. Wie hatte er Cavour gegrollt, weil er ihm aus Vorsicht, um Kriege zu vermeiden, deren Ausgang nicht abzusehen war, von patriotischen Wagnissen zurückgehalten hatte! Inzwischen hatte Garibaldi eine unerhörte Siegesbahn durchlaufen können, der nur für sich selbst verantwortlich war und das Recht hatte, seinem Ruhme zu leben. Zwar gab Garibaldi vor, zu wissen, daß es ihm, Viktor Emanuel, nicht an Mut und Fähigkeit fehlte, damit er handelte, wie er selbst; aber er glaubte zu fühlen, 264 daß das nur die Redensarten des Erfolgreichen wären, bestimmt, den Neidischen zu beschwichtigen. Er glaubte zu beweisen, daß er es sich bisher nur versagt hatte, große Taten zu tun, und besonders Garibaldi zu zeigen, daß er seiner nicht bedürfe, um zu siegen.

In dieser Stimmung traf den König Garibaldis Antrag, er möge Cavour entlassen und sich ihm vertrauen. Das Außerordentliche desselben setzte ihn so in Erstaunen, daß es ihm fast seine gute Laune wiedergab. »O, warum nicht,« sagte er; »aber wäre es nicht besser, wenn ich auch meinen Kammerdiener, meinen Koch, überhaupt mein ganzes Personal entließe und als Pferdeknecht in Garibaldis Dienst träte? Wozu die Umstände? Der Diktator hat so viele Aemter zu vergeben; warum tritt Cavour nicht als Portier bei ihm ein und der Heilige Vater als Faktotum, damit die italienische Frage mit einem Male beendigt wäre?«

Vollends erfreut war Cavour über den Schritt Garibaldis, den er als eine Kriegserklärung auffassen konnte, durch die er zum Angegriffenen wurde und durch welche die Maßlosigkeit des Diktators bewiesen zu sein schien. Er brauchte nun dem Eifer seiner Anhänger keine Zügel mehr anzulegen, durfte und mußte es aussprechen, daß von dem, der für Italien zu kämpfen vorgäbe, Italien die größte Gefahr drohe. Die Anwesenheit Mazzinis in Neapel, Garibaldis in Palermo gegebene Erklärung, daß er die Diktatur behalten wolle, bis er Rom und Venedig befreit habe, dienten dazu, die Behauptung zu erhärten. Glaubte man im Volke wohl, daß der Feldzug des Königs den Zweck hätte, den Kirchenstaat zu erobern und Garibaldi bei der Eroberung Neapels behilflich zu sein, so wußten die eingeweihten Kreise, daß der König nach dem Süden eilen müsse, um die in Garibaldi verkörperte Revolution zu unterdrücken. 265

Auch im größeren Publikum begann man über die Siege der königlichen Truppen im Kirchenstaate die Wundertaten Garibaldis zu vergessen, ja es wurde ihm vorgeworfen, daß er nunmehr vier Wochen in Neapel sei und noch keine große Schlacht geliefert habe, obwohl das Land noch nicht von den Bourbonen gesäubert sei. Es fiel auf, daß die Zustände in Neapel sich noch nicht gebessert, die Gaunerei der Beamten und das Räuberunwesen eher zugenommen hätten, und man schloß darauf, daß Garibaldi untauglich sei, ein Land zu verwalten. Wenn man ihn gewisser Vorwürfe entlastete, so geschah es, um seine Vertrauten desto heftiger anzuklagen, namentlich Crispi und Bertani. Zu den Beschuldigungen, die schon früher gegen Bertani waren verbreitet worden, kamen jetzt neue: Geld sollte er millionenweise unterschlagen haben, er sollte seinen Einfluß bei Garibaldi zugunsten der Republik geltend machen. Gewisse Verfügungen des Diktators, die Mißfallen erregten, wurden ihm zugeschrieben: so daß der Gesellschaft Rubattino der Dampfer ersetzt wurde, auf dem Pisacane nach Capri gefahren war; daß der Tochter des Pisacane, Silvia, eine Pension ausgesetzt wurde, ebenso der Mutter des Agesilao Milano, der den König von Neapel bei Gelegenheit einer Parade vor aller Augen hatte töten wollen; daß über den Bau von Eisenbahnen ein Vertrag mit dem bekannten Patrioten, dem reichen Adriano Lemmi, abgeschlossen war. Die hauptsächliche Anklage bestand darin, daß er gesagt habe, man werde die Piemontesen, wenn sie die neapolitanische Grenze überschritten, mit Flintenschüssen empfangen.

Selbst die große zweitägige Schlacht am Volturno, in der Garibaldi die Bourbonen überwand und die, wie kaum eine andre, Taten unerhörten Heldenmutes der Garibaldiner auszeichneten, vermochte die Cavourianer nicht zu versöhnen, vielmehr suchten sie den Ruhm 266 Garibaldis durch die Behauptung herabzumindern, es sei eine Abteilung königlicher Truppen zum Heere des Diktators gestoßen und habe den Sieg entschieden. Cavour fühlte, daß er im Begriffe war zu siegen, und dies Bewußtsein offenbarte sich in seinem ganzen Wesen: im Schwung seiner Tätigkeit und im behaglichen Quellen seines Humors. Als das Parlament eröffnet wurde, war ihm zumute wie einem unüberwindlichen Feldherrn am Morgen der Schlacht. In langer Rede rechtfertigte er zuerst den Angriff auf den Kirchenstaat und forderte das Parlament auf, es möge dem Könige das Recht verleihen, die mittleren und südlichen Provinzen, die sich durch Volksabstimmung dafür erklären würden, dem neuen Italien einzuverleiben. Von Garibaldi sprach er mit Achtung, als er mitteilte, daß derselbe den König um die Entlassung einiger Minister gebeten habe; dieser Mann sei dem Lande mit Recht teuer, das Parlament habe darüber zu entscheiden, ob die Minister, denen er mißtraute, sich zurückziehen oder das Werk vollenden sollten. Am Schlusse der Rede sagte er, daß Italien nun vollendet sei; denn Rom sei, wenn auch noch nicht tatsächlich, die ideelle Hauptstadt des neuen Reiches, und auch Venedig werde nicht lange mehr dem allgemeinen Vaterlande entfremdet bleiben.

Dies, daß der Minister öffentlich Rom und Venedig als zu Italien gehörig bezeichnete, hatte eine überwältigende Wirkung auf die Abgeordneten. Auch war in seiner Rede Feuer und Poesie gewesen, was um so mehr zur Geltung kam, als sie sich übrigens wie immer durch unanfechtbare Folgerungen und glänzende Klarheit auszeichnete. Seine Anhänger triumphierten, als Bertani, der aus Neapel eingetroffen war, um seinen Platz im Parlamente einzunehmen, und von dem man, als dem Vertreter Garibaldis, erbitterte Angriffe erwartet hatte, anstatt dessen die Hoffnung 267 aussprach, es möchten sich die beiden größten Mächte Italiens, Cavour und Garibaldi, zu gemeinsamem Handeln versöhnen lassen. Mehrere, denen diese Wendung unerwünscht war, antworteten ablehnend; einzig Cavour gab zu verstehen, daß er jederzeit zu einer Verständigung mit dem Manne, der so viel für Italien getan habe, bereit sei, wenn es auf dem Boden einer vernünftigen und maßvollen monarchischen Politik geschehen könne.

Ueberhaupt begann die leidenschaftliche Haltung seiner Ergebenen dem Minister peinlich zu werden. Farini verfaßte ein Manifest an die südlichen Völker Italiens, in dem ihres Befreiers nur beiläufig als eines gefährlichen Aufwieglers gedacht wurde, der Art und Weise ähnlich, wie die ersten offiziellen Erlasse des Königs von Neapel ihn erwähnt hatten. Fanti, der den König auf dem Feldzuge begleitete, äußerte seine Geringschätzung der Freiwilligen ohne Scheu, und daß er ihre Verschmelzung mit den regulären Truppen, die Garibaldi wünschte, nicht leiden würde. Sie sprachen von Garibaldi in Ausdrücken, wie wenn er ein aufgeblasener Prahler wäre, der vor ihrer nun anrückenden Mannheit in sich zusammenfallen würde. Cavour errötete vor Scham und Aerger, als er von diesen Dingen erfuhr; denn wenn Leute wie Fanti und Farini seine Befehle auch treu und tüchtig ausführten, so sollten sie sich doch nicht so weit überheben, rücksichtsloser gegen Garibaldi vorzugehen, als er für anständig hielt. Er selbst hatte immer die Form zu wahren gesucht, nur im Vertrauen sich wohl einmal feindselig über Garibaldi geäußert, nicht öffentlich, und auch als dies in letzter Zeit doch hatte geschehen müssen, hatte er nie unterlassen, gleichzeitig seine Verdienste anzuerkennen. Er wußte, daß Garibaldi im Kampfe, auch wenn er haßte, sich niemals kleinlicher Mittel bediente, und hatte ihn oft um die 268 Möglichkeit, immer nach eignem Maße handeln zu können, beneidet; wenn er selbst zuweilen mit Spionen, Schleichwegen und Zweideutigkeiten arbeitete, so wollte er das durch die Notwendigkeit entschuldigt wissen. Es erbitterte ihn, daß sich so selten Menschen fanden, die mit der Beflissenheit energischen Handelns genug Klugheit und Geschmack vereinigten, um sich in jeder Lage schicklich zu benehmen: er hätte gewünscht, hundert Hände zu haben, um alle Geschäfte allein besorgen zu können. Der Gedanke, daß alle Art Taktlosigkeit und Frechheit seiner Kreaturen ihm könnte angerechnet werden, war ihm überaus widerwärtig. Die Eitelkeit von Fanti und Farini, die sich an Garibaldi dafür rächen wollten, daß er die Gunst des Königs besessen und die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich gezogen hatte, verachtete er; er war überzeugt, daß ihn nur die Sorge um das Wohl des Landes, niemals ein persönliches Gefühl bewegte und daß er Garibaldi die Größe und das Glück, das ihm eigentümlich war, nicht mißgönnte. Ja, es schien ihm jetzt, als habe seine Hochschätzung des wunderbaren Mannes nie nachgelassen und als müsse Garibaldi das wissen trotz allem, was er ihm hatte antun müssen. Eine Zeitlang ging er mit dem Gedanken um, Fanti und Farini unter einem Vorwande nach Turin zurückzurufen, da in ihrer bloßen Gegenwart eine Herausforderung für Garibaldi liegen mußte; aber der Ausgang des Feldzuges war noch zu ungewiß, als daß das tunlich gewesen wäre.

Noch wußte man nicht, wie Garibaldi angesichts der kriegerischen Veranstaltung sich benehmen, wie er den König empfangen, ob er die Herrschaft über die eroberten Länder freiwillig in seine Hände niederlegen würde. Während die Monarchisten im allgemeinen Garibaldi eine Demütigung gönnten und infolgedessen einen Konflikt, der mit seiner Unterwerfung endete, 269 erwünschten, hielt Cavour für besser, daß die Verwirrung sich gütlich löste. Wenn nur Garibaldi einsehe, daß er trotz aller Verdienste sich dem Willen eines Höheren unterordnen müsse und daß er künftig nicht ohne Ermächtigung zum Schwerte greifen dürfe, so sollte er fühlen, daß man ihn liebte und schätzte. Es lag ihm daran, daß das Ausland so wenig wie möglich von diesem Zwist erführe; man solle nicht sagen dürfen, daß der König seine Helden ausnutze, um sich zu bereichern, daß Italien seinen Befreier, den Europa bewunderte, mit Undank lohne. Fast hatte er vergessen, daß er jemals mit leichter Feder von der Möglichkeit eines Bruderkrieges geschrieben hatte; jetzt dachte er mit Besorgnis daran, das Blut der Tausend Siziliens von Italienern könnte vergossen und sein Regiment auf spätes Gedächtnis dadurch befleckt werden.

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