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Der Jagerloisl

Ludwig Thoma: Der Jagerloisl - Kapitel 7
Quellenangabe
typenarrative
booktitleDer Jagerloisl
authorLudwig Thoma
year1989
publisherPiper Verlag
addressMümchen
isbn3-492-10925-X
titleDer Jagerloisl
pages3-143
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1921
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Loisl war heim geradelt und wollte noch einen Gang ins Revier machen; als er beim Rauchenberger vorbeikam, sah er den Alten vor seinem Hause sitzen und kehrte bei ihm ein.

Er erzählte ihm sein Erlebnis mit dem Kreillinger Hans.

»I kenn de Rass' guat«, sagte Festl. »Der Vater waar so unrecht net g'wen, aber de Alt! Neun Teufi hat dös Luada im Leib. No, ma woaß ja, wo 's her is. Ihre Leut war'n de Grandlumpen da herin, hamm all's verspielt, all's verlumpt, und der Kreillinger g'rat' eahna nach, was ma so hört. Auf den derfst Obacht geb'n...«

»I scheuch'n net.«

»Hab aa koan g'schiecha, aba schlau muaß ma sei; über'n Weg pass'n muaß ma solchane. Es is leicht was übersehg'n. Nix g'ring nehma, bal ma'r amal an Feind hat!«

»Dös waar aa no a Feind!«

»Vo hint kann oan a jeda o. Da Stärkst' und da Wildest' is lang net so g'fahrli wia so a Kalta, so oana, der koa G'wiss'n hat. Und de Rass', lass' dir sag'n, de hat koans.«

»Du red'st di ja ganz in Zorn eini.«

»Ah na... Der schlaft oan ei, bal ma so alt is, aber ei'g'fall'n is ma, daß heut schier a b'sunderner Jahrtag waar. Gestern vor zwanz'g Jahr, da hätt'n i und mei Alte beinah a g'spaßige Himmifahrt g'macht. Weil i z'weni aufpaßt hab oder soll si sag'n, weil i do no z'weni vastand'n hab von da Schlechtigkeit.«

»War's mit an Lumpen?«

Festl lachte vor sich hin.

»Lump is z'weni g'sagt... No, i verzähl da's, wenn'st d' derweil hast...«

»Gnua. I z'reiß heut nix mehr.«

»Wart a weng, da kent i mir z'erscht d' Pfeif o.«

Es dauerte eine Weile, dann konnte Festl erzählen.

»I hab oan g'habt, da herin, von dem hab i's g'wißt, daß er der Schlechtest is und a eiskalta Tropf. I hab sei Fährt'n kennt wia de von mein best'n Hirsch, und wo i s' g'spürt hab, da hab i Obacht geb'n. Bin viel g'laffen, bin viel g'schloffen, hab oft paßt und lang paßt, und is ma'r aa etla mal g'rat'n, daß i'n dawischt hab. Leider, daß i nia g'schossen hab, jed'smal o'zoagt, und dös war dumm. Beim dritten Mal hat da Hundling a Jahr kriagt, is wieda raus kemma und hat im Wirtshaus de größten Sprüch aba g'haut. Daß er mi durchi tuat ohne Gnad und Barmherzigkeit. Is ma natürli wieder hinterbracht wor'n, und mei Alte hat in der größten Angst g'lebt. Ich hab s' tröst und hab s' ausg'lacht. De sell'n Hund, de bell'n, beißen net, hab i g'sagt, aba wann i aufrichti sei will, hab dem Kerl selm all's zuatraut. I hab meiner Lebtag mit etla Lumpen z'toa g'habt, aber dös war a b'sunderner. A G'schaug hat er g'habt, falsch... und ja... wia'r a Raubfisch, kalt... No, daß i weida verzähl, amal kimm i ziemli fruah hoam... es is net lang vor da Hirschbrunft g'wen... mir is a bissel surrmi g'wen, so damisch, da Kopf hat ma weh to, leg i mi also bald ins Bett, de Alt aa. I hab aba net schlafa kinna, so a Gliedaschwer'n hab i g'habt, und da sinnier i a so in da Dunkelheit. Auf oamal is mir g'wen, als hätt i was g'hört auf'n Kiesweg im Garten drauß'd. I denk ma no: steh auf und schaug! Aba na! Weil i so müad war, bleib i halt do lieg'n. Jetzt schebbert's Fensta und fallt was eina am Bod'n, als hätt oana an Stoa eina g'schmissen. Himmisackera! I raus aus n' Bett, mei Büchs aba g'rissen vom Nagel, 's Fensta auf und horch. G'sehg'n hab i nix, weil's stockfinsta war, aba es is mir g'wesen, als wann am Zaun eppas waar... i schiaß aufs Gradwohl hi... hör nix mehr. Mei Alte wacht auf und schreit: Um Gott's willen... was is? Nix, sag i... und zünd 's Liacht o... Liegt a Dynamitpatron mitten im Zimma. D'Zündschnur war abg'rissen, de hat si in der z'brochana Fenstascheib'n g'fangt und ei'zwickt... und dös war unser Rettung. Sunst waar nix mehr da g'wen, vom Häusl net und von ins zwoa net...«

»Hat ma'n dawischt?« fragte Loisl aufgeregt.

Festl rauchte und schwieg eine Zeitlang.

»Na«, sagte der dann. »I hab wohl etla Tritt im Gart'n g'spürt, da Schuß is net weit weg davo in d' Latt'n eini... aba der Kerl is strumpfsöcklat g'wen, Schuach hat er koa o'g'habt. I hab den Tritt scho kennt und hab für mi scho g'wißt, wer alloa zu dem feigen Mord paßt hat. Aber no, der Oberamtsrichter hat aa g'sagt, es langt net amal zur Anklag. Hat's aa nimma braucht. Drei Woch'n danach war der Hund, der eiskalte, aus da Gegend verschwund'n. Und woaßt, wer dös g'wesen is? Da Bruada vom Kreillinger seiner Muatta. Da Sagschneider Korb'l...«

»Der? Vo dem hoaßt's do, er waar daschossen wor'n?«

»So? Hoaßt's dös? Wern's d' Leut scho wissen. I woaß nix. Aba so a bissel a G'wißheit hab i, so a innerliche, daß der Mordbrenner koa Dynamitpatron mehr in a Fensta nei g'schmissen hat...«

In den Augen des Alten blitzte es auf, als er das sagte.

»So, dös hab i dir verzähl'n woll'n, damit daß di in acht nimmst. Der Kreillinger hat's in der Rass'. So was laßt net aus. Aba no was möcht i dir sag'n, derfst ma's net übl nehma, du bist bei mir in d' Lehr ganga, und desweg'n red i mit dir. A Jaga sollt nia unter Tags im Wirtshaus sei, und am Sonntag scho gar net.«

Loisl wurde verlegen.

»I waar wohl net eini auf Enterrottach, aba da Baron...«

»Der versteht's z'weng, aba du verstehst mi. Net sehg'n lass'n, nacha ko ma oan net abpass'n. I hab Jaga kennt, de san ins Revier ganga wie d' Maurer zu der Arwat. Punktum so viel außi... Punktum so viel hoam. Mit solchane tuat si a Lump leicht, da braucht a ja bloß auf d' Uhr schaug'n.«

»Mi hat's a so g'reut, daß i eini bin auf Enterrottach...«

»G'hörst aa net hi so wo. Bleib im Revier, hock di auf an Platz, wo's d' weit umanand siechst und selm vasteckt bist, laß di koa Zeit net reu'n und bleib hocka! Ma siecht allerhand, und i hab scho mehra wia'r van abg'lurt. Wo i a Haus g'wißt hab, dös net sauber war, hab i's stundenlang mit'n Spektivi beobacht, hab oft was g'spannt, hab oft was entdeckt. Derselbige Korbi zum Beischpiel, der is nach dera Dynamitg'schicht nimma vom Haus voni ganga, daß i'n net g'sehg'n hätt...«

»Und nacha is er dir do verschwunden?« lachte Loisl.

»Nacha is er mir do vaschwund'n. Mir und de andern Leut. Woaß neamd, wo der brave Mensch blieben is.«

Und Festls Augen blitzten wieder auf.

»Ja... jetzt wer' i geh...«

»Na pfüad di Good... und nix für unguat, weil i dös g'sagt hab!«

»G'wiß net, Festl, i woaß, wia's g'moant is... und gel, net daß d' glaabst, i waar z'weng da Gaudi eini... i hab halt müass'n... leida... da Baron...«

»Dem muaßt da's ausdeutschen, daß er di nimma in 's Wirtshaus b'stellt.«

»I laß mi nimma drauf ei, und jetzt pfüad di!«

»Weidmanns Heil! Und d'Aug'n aufmacha!«

Loisl hatte kein gutes Gewissen, als er draußen auf einem Stock saß und vor sich hin sinnierte.

Der Alte hatte recht. Am Sonntag zur Tanzmusik laufen, Händel kriegen... Es hatte ihm auch nicht recht gepaßt.

Das heißt... gar so zuwider war's doch nicht gewesen.

 

»Mir paßt die Einladung nicht«, sagte Frau Fehse zu ihrem Manne.

»Was ist das nu wieder? Paßt nicht?«

»Weil ich absolut nicht einsehe, warum ich mich hier über Dinge wegsetzen soll, die ich nie geduldet habe...«

»Du hast mal wieder die strengen Grundsätze...«

»Ich habe sie nicht ›wieder‹, sondern...«

»Immer. Weiß schon. Sag mal Nelly, wie ist das nu? Habt ihr wirklich die höhere Moral, oder...?«

»Ach bitte, keine Witze!«

»Nee, gar nich. Ich denke sehr ernsthaft darüber nach. Warum siehst du das Unschickliche, wo ich es noch lange nich sehe? Was soll es uns verschlagen, wenn wir bei diesem Herrn Fries einer Dame vom Theater begegnen? Vorausgesetzt, daß sie wirklich da ist?«

»Natürlich ist sie da. Und du weißt recht gut, daß es sich nicht um Antipathie gegen das Theater handelt...«

»Sondern et cetera. Ich finde aber, dieses et cetera ist ausschließlich Sache des Gastgebers. Der muß am Ende wissen, wen er uns präsentieren darf.«

»Er weiß es offenbar nicht; er behandelt diese Dinge nach Junggesellenmanier. Ich habe als Dame und als Mutter Rücksichten zu nehmen...«

»Glaubst du, daß Henny an ihrer Seele Schaden leidet, wenn...«

»In dem Ton mag ich nicht darüber sprechen. Ich weiß auch, daß Henny klug genug ist, über gewisse Peinlichkeiten wegzusehen...«

»Ich traue ihr sogar zu, daß sie diese Peinlichkeiten neugierig beobachtet.«

»Sie soll damit nicht in Berührung kommen; du kannst das leichter nehmen, aber ich denke anders.«

»Und warum anders? Ich mache mir über diese Strenge zuweilen ketzerische Gedanken.«

»Schlimm genug.«

»Bloß am höheren Moralstandpunkte kann's nicht liegen. Ich sah dich schon sehr herzlich mit Damen aus der Gesellschaft verkehren, die... naja...«

»Dann war es eben nicht offenkundig, und solange es das nicht war, hatte ich mich nicht darum zu kümmern.«

»Eben. Da haben wir's ja. Also die Sache an sich is es nich, sondern das Offenkundigwerden, das Malör...«

»Kurz und gut, du hättest mir das ersparen können.«

»Erlaub mal, warum hat uns Friedmann mit dem Herrn bekannt gemacht? Weil dein Protegee Stresow happig darauf war. Vermutlich hoffte er auf eine Jagdeinladung. Übrigens, ich lege keinen Wert darauf, und wenn du nicht hin willst, sage ich ab.«

»Das geht nicht mehr.«

»Dann finde dich mit Fassung drein und salviere dein Gewissen, indem du einfach annimmst, daß wir bei Fries niemand treffen...«

Man traf aber jemand.

Außer Stresow, Redantz mit Frau und Friedmann auch einen bedeutend dareinschauenden Bühnenhelden, der sich Morton nannte, und eine pikante Dame, die sehr auffällig die Honneurs machte.

»Sie wohnen sehr hübsch«, sagte Fehse zu Fries. »Haben Sie selbst gebaut?«

»Ja, vor drei Jahren.«

»Ganz reizend. Ländlich und doch mit allem Komfort...«

»Man muß das haben, wenn man länger hier lebt. Der Baron...« es klang so, als sagte Mia »mein Mann«... »der Baron bleibt auch im Herbst zur Hirschbrunft...«

»Was ist das eigentlich?« fragte Frau Redantz, die im leichten Dirndlkostüm von der Hitze zu leiden hatte und sich häufig mit Puderpapier die Nase abwischte. »Hirschbrunft... ich habe das nu schon ein paarmal gehört...«

Fries und Stresow lachten; Mia stimmte in die Heiterkeit ein. »Die Paarungszeit«, erklärte Fries.

»Eine Art Flitterwochen, und sehr lebhafte!« rief Mia. »Sie sollten das hören, wie die Hirsche brüllen!«

»Brüllen?«

»Ganz furchtbar. Mir ist es auf der Hütte jedesmal ängstlich gewesen; diese geheimnisvollen, wilden Töne aus dem Walde...«

»Warum machen die Hirschen das eigentlich?« fragte Morton.

»Weil eben Flitterwochen sind...«

»Ah so... gewissermaßen aus ihrem Glücksgefühl heraus. Eine Ekstase sozusagen... ich finde es wunderbar, daß so ein Tier keine Hemmungen kennt, sondern ganz einfach seine Liebessehnsucht in die Wölt hinausschreit. Unsereinem würde man das allerdings kaum gestatten...«

Morton wollte seinen Witz belachen, wurde aber davon abgehalten, da sich Frau Redantz an ihn wandte.

»Waren Sie nich im Deutschen Theater?«

»Aber ja... unter Brahm gedient. Man sagt das mit dem Stolze eines alten Soldaten...«

»Sie haben in Rosmersholm den Mortensgaard...«

»Gewiß, und Hjalmar und Krogstad in Nora. Ich habe in mancher Schlacht mitgeschlagen für des Nordlands Geisteskönig.«

Morton sagte es reckenhaft.

»Es war eine große Zeit«, himmelte Frau Redantz.

»Es war die ganz große, mit den sieghaften Namen. Ich habe doch manches erlebt, Enttäuschungen, Freuden, Begeisterungen, aber ich muß sagen: das alles verblaßt, wann ich an jene Tage zurückdenke, an jene schmetternden Fanfaren, mit denen wir eingestürmt sind in die Breschen der veralteten Kunst und die Fahne einer neuen aufpflanzten...«

»Haben Sie gute Hirsche im Revier?« wandte sich Stresow an Fries, und ein Lächeln der Frau Fehse belohnte ihn für dieses Attentat gegen die Vorherrschaft des Theaters.

»Es tut sich. Voriges Jahr hab ich einen kapitalen Zwölfer geschossen. Wenn Sie das Geweih sehen wollen...«

»Interessiert mich immer. Ich habe vor zwei Jahren im Mecklenburgischen...«

»Ich war dabei, wie er ihn schoß«, rief Mia. »Es war zu traurig, wie dieses herrliche Geschöpf dalag. Ich sehe noch immer seine Augen. Es lag ein Vorwurf darin, eine Frage. Warum – –?«

»Ich könnte das nicht übers Herz bringen«, sagte Morton. »Die Vorstellung, den Tod in diesen Frieden der Natur zu tragen... nein! Ich glaube, man muß dazu die ganz besondere Jagdleidenschaft...«

»Und es war so etwas Hoheitsvolles um das Geschöpf. Auch im Tode noch, so etwas Majestätisches...«

Das Theater riß wieder die Alleinherrschaft an sich.

Aber da ereignete sich etwas Aufregendes.

Der Hansgirgl vom Bauern in der Au lief in den Garten herein und schrie von weitem:

»Da Loisl is g'schossen...«

Alle fuhren erschrocken auf. Fries fragte mit heiserer Stimme: »Erschossen?«

»Na... net daschossen... leb'n tuat a scho no... aba...« Hansgirgl berichtete keuchend und in schreiendem Tone. »D' Mahm hat mi owag'schickt, und ös sollt's an Dokta hol'n lassen. Da Loisl is am Luchseck g'schoss'n wor'n, und ös sollt's glei an Dokta telefaniern...«

»Liegt er oben bei euch?«

»Na, lieg'n tuat a net. Bei'n Herd hibei hockt a, und d'Mahm hat g'sagt, daß da Dokta da is, bal er hoamkimmt...«

»Ja, kann er denn herunter gehen?"

»D' Mahm hat g'sagt, ös sollt's telefonieren, daß da Dokta zu eahm kimmt, bal er dahoam is...«

»Also kann er noch gehen?«

»I glaab scho. Am Kopf hat a an Stroafschuß. Mit'n Sacktüachi hat er'n ei'bund'n, und's Sacktüachi is ganz voll Blüat g'wen, und d' Mahm hat g'sagt, ös sollt's glei telefonieren...«

»Es scheint nicht so weit zu fehlen! Da hast du was für deinen Gang... Entschuldigen die Herrschaften, ich will rasch den Arzt anrufen...«

»Laß mich telefonieren, Adolf! Du regst dich zu sehr auf...« flehte Mia, die in diesem furchtbaren Augenblicke alle ängstlichen Rücksichten beiseite setzte.

Fries runzelte die Stirne; nur einen Augenblick, aber er runzelte sie.

»Ach was... aufregen! Ich werde den Arzt ersuchen, daß er herüberkommt.«

Er ging rasch ins Haus.

Die Gesellschaft drängte sich um den erhitzten Buben. »Sag mal, wann ist denn das passiert?« fragte Fehse. »Wird er mit dem Leben davonkommen?«

»Hat man den Ärmsten im Walde gefunden?«

»War's 'n Wilderer?«

Die Damen, Redantz, Stresow, alle fragten durcheinander.

Hansgirgl sah sie ratlos an; dann bellte er wieder:

»I bi daußd g'wen beim Groamet, und auf oamal hat ma d' Mahm gschriean, und na bin i eina in d' Kuchei, und da is da Loisl beim Herd hibei g'hockt, und da Kopf is eahm ei'bund'n g'wen, und 's Sacktüachi is volla Blüat g'wen, und d' Mahm hat g'sagt, i soll laffa, was i ko, und na bin i owa...«

»Ich verstehe kein Wort«, sagte Redantz. »Für mich ist das chinesisch.«

»Offenbar is es nich so schlimm. Ich schicke heute noch hinüber oder sehe selbst nach. Es handelt sich um den netten Burschen, der neulich mit Henny tanzte«, erklärte Fehse.

»Gott, der Ärmste! Nun muß ihm das passieren.«

Stresow tröstete Henny.

»Der Junge sagte was von Streifschuß. Das is weiter nicht gefährlich...«

»Nein! Daß der gemütliche Nachmittag so gestört werden muß! Immer diese gräßlichen Jagdgeschichten! Ich bin außer mir. Und ich weiß doch, wie so was den Baron mitnimmt... Wollen die Herrschaften nicht wieder Platz nehmen?«

»Danke... ich bin dafür, daß wir uns verabschieden. Herr von Fries hat zu tun...«

Frau Fehse sagte es sehr bestimmt, die Gesellschaft brach auf und verabschiedete sich mit einigen Worten des Bedauerns von dem Hausherrn, der eben zurückkam.

Als sich die Gäste mit Ausnahme Mortons entfernt hatten, brach bei Mia ein tiefes Mitleid durch.

»Schnucki! Du Armer! Nimm dir's nicht so zu Herzen! Nimm's nicht so schwer!«

»Ich glaube ja gar nicht, daß es schlimm ist.«

»Aber du bist furchtbar verstimmt. Ich seh's doch. Denk nicht gleich an das Ärgste!«

»Vorläufig denke ich gar nichts, sondern warte ab.«

»Was hast du denn? Du bist so gereizt, schon seit ein paar Tagen...«

»Es dierfte sich vermutlich um ein Drama in den Bergen handeln...«, lenkte Morton ab.

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