Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Michael Corvin >

Der heimliche Kampf

Michael Corvin: Der heimliche Kampf - Kapitel 6
Quellenangabe
authorMichael Corvin
titleDer heimliche Kampf
publisherWegweiser-Verlag G. m. b. H.
yearo.J.
firstpub1930
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20181125
projectid1bf3eac0
Schließen

Navigation:

5

Nachdem die Nebelschwaden den ganzen Abend und die Nacht hindurch London in einen gasigen Sumpf verwandelt hatten, war gegen Morgen ein starker Regen gefallen, der die untersten Schichten der Atmosphäre rein wusch. Als Esther erwachte und die Vorhänge ihres Fensters beiseiteschob, schimmerte draußen ein blaßblauer Winterhimmel über den Dächern.

Sie stand schnell auf, die gestrigen Erlebnisse fielen ihr ein, sie fröstelte ein wenig. Unter der Dusche mußte sie an Burg denken. Ob seine Antwort schon da war? Sie hatte unruhig, mit bunten und zuweilen drückenden Träumen geschlafen, nun, als sie frisch und mit klaren Augen ihre Toilette beendete, war das Dunkle vergessen. Sie klingelte dem Hausmädchen und fragte zur Poststelle, ob für sie Nachrichten da seien.

Das Telegramm war soeben angekommen, man wollte es ihr aufs Zimmer bringen. Sie erklärte, daß sie es selbst hole, da sie auf dem Wege zum Frühstücksraum sei, und eilte hinunter. Es war doch für englische Hotelverhältnisse noch ziemlich früh, sie begegnete außer Kellnern und Stubenmädchen keinem lebenden Wesen; auch in der Halle war niemand, als sie ihre Depesche abholte. In dem kleinen Saal, in dem das Frühstück eingenommen wurde, saßen drei oder vier Menschen, dem Aussehen nach reisende Kaufleute, die wohl schon zeitige Verabredungen hatten. Niemand sah ihretwegen auf, was nicht unangenehm war.

Sie bestellte, und öffnete das Telegramm. Es war enttäuschend kurz; aber dafür wenigstens herzlich. Burg schrieb ihr nur, sie sei in ihren Entschlüssen frei, zu tun, was sie für richtig halte, um ihre Aufgabe zu lösen. Er habe mit Dr. Mersheim gesprochen, der im Bilde sei und ihr Vorgehen, wenn es Erfolg bringe, billige.

Das war, bis auf einen persönlichen Gruß, daß er hoffe, sie bald wiederzusehen, alles. Kein Rätsel, und doch, etwas an dem Telegramm gefiel ihr nicht. Sie las es nochmals durch und blieb bei dem kleinen harmlosen Bedingungssatz hängen: »Wenn es Erfolg bringt.« Hieß das, alle Mittel sind für den Zweck erlaubt, Voraussetzung sei nur, daß man ihn erreiche? Und was geschah, wenn sie trotz allem nicht zum Ziele kam?

Es schien Esther, daß es plötzlich draußen dunkler geworden sei. Sie konnte nicht beschwören, daß ihre Lesart die richtige sei, aber sie fühlte, daß sie allein auf sich angewiesen sein würde; mochten die Dinge sich entwickeln, wie immer sie wollten. Politik war ein Geschäft wie andere, ein Geschäft, in dem Bilanzen gezogen und – verschleiert wurden. Es war ebensowenig hier mit dem Ressentiment ein Erfolg zu erreichen wie in irgendeinem Börsenspiel. Der kleine, unbedeutende Unterschied war nur der, daß der Einsatz bei der Politik mehr als Geld und Gut, daß er das Leben und die körperliche Existenz war, die immer auf dem Spiel standen.

Aber dann siegten ihre Jugend und ihr Optimismus über die grauen Bedenken des vielleicht Möglichen. Sie hatte das Rennen erst begonnen, so schnell würde sie es nicht aufgeben! Sie hatte Burg hinter sich, wie sie wußte, und die Kombination mit Hardley und seinen Gründen war zu interessant, als daß Esther jetzt niedergedrückt bleiben konnte. Westindian Rubber Company, sie suchte die Adresse aus ihrer Handtasche und stellte an Hand eines kleinen, aber übersichtlichen Planes fest, daß es nicht allzu weit bis dorthin sei.

Sie benutzte die ihr noch verbleibende Zeit zu einem kurzen Spaziergang und fand sich um halb zwölf Uhr vor den Geschäftsräumen der amerikanischen Firma. Sie trat ein und fragte nach Herrn Hardley. Man begegnete ihr sehr höflich, scheinbar ohne eine Ahnung, was sie herführe – so kam es Esther wenigstens vor –, und meldete sie. Einen Augenblick später erschien Hardley, munter und ausgeschlafen, ohne eine Spur seiner gestrigen Nervosität. Er sah sie bei der Begrüßung so erwartungsvoll an, daß Esther sich nicht enthalten konnte, lächelnd zu nicken. Hierauf strahlte Hardley ganz offen und bat sie in sein Büro.

Sie stellte fest, daß dieses Büro für eine Gummigesellschaft ungewöhnlich gut gegen Geräusche geschützt sei, die Türen waren doppelt gepolstert, und auch die Wände schienen schalldämpfende Anlagen zu haben. Sie ließ sich in einem sehr bequemen Sessel nieder, während Hardley sich hinter einem mächtigen Diplomatschreibtisch verschanzte.

Ohne lange Anleitung fragte er sie nochmals nach ihrer Entscheidung, und als sie ihre Zustimmung zu den gestrigen Vorschlägen erklärt hatte, überreichte er ihr ein kleines Heft, das sich bei näherem Zusehen als ein Scheckbuch mit Blankoschecks erwies. Esther lächelte, peinlich von dieser allzu großen Offenheit berührt, und legte das Heft wieder auf den Schreibtisch zurück. Hardley schien sehr erstaunt; aber es schien, als sei dieses Erstaunen ganz ehrlich, es war für den Amerikaner unbegreiflich, daß ein vernünftiger Mensch ein Blankoscheckbuch ohne weiteres ablehnen könne.

Er bemühte sich, ihr begreiflich zu machen, daß sie doch unbedingt große Geldmittel brauche, und daß es der ausdrückliche Wunsch Selfrides gewesen sei – hier stockte er, er hatte sich verraten und sah Esther schuldbewußt an. Sie blickte ein wenig ironisch auf das Heft:

»Also so billig glaubte Herr Selfride mich kaufen zu können? Nun, Herr Hardley, sagen Sie ihm – oder nein, sagen Sie ihm nichts – ich möchte ihn gern selbst sprechen.«

Hardley wehrte entsetzt ab. Das sei ganz unmöglich. Er habe sich schon durch seine Indiskretionen in Gefahr gebracht, Selfride wünsche nicht –

Esther unterbrach ihn etwas brüsk:

»Wenn wir unsere Zusammenarbeit mit Geheimniskrämerei und solchen Dingen beginnen wollen, tut es mir leid – Benachrichtigen Sie bitte Mister Hal Selfride, daß ich mich nur dann bereit erkläre, mitzuarbeiten, wenn ich ihn persönlich sprechen kann. Das bedeutet keineswegs, daß ich etwa Sie«, sie lächelte so, daß Hardley fast unruhig wurde, »übergehen will. Aber Sie müssen verstehen, ich kann nur dann an ein dauerndes Zusammenarbeiten denken und Vertrauen zu Ihrer Diskretion, zur Verschwiegenheit von United Service haben, wenn Sie mir das gleiche Vertrauen entgegenbringen. Setzen Sie sich so schnell als möglich mit Selfride in Verbindung, es ist das beste, glauben Sie mir!«

Hardley sah sie zaudernd an. Esther fühlte, daß sie, zum erstenmal in ihrem Leben, va banque spielte; wenn ihr Vorgehen falsch berechnet war, stürzte das ganze Zukunftsgebäude zusammen. Aber sie hoffte, kalt und überlegt genug zu sein, um alles nur mögliche durchzusetzen. Ihr Gegenüber stand auf und bat, ihn auf einige Minuten zu entschuldigen. Sie nickte und wußte, daß Hardley jetzt zu Selfride gehen würde, der also in nächster Nähe sein mußte.

Während seiner Abwesenheit sah sie sich im Zimmer um, dann fiel ihr Blick wieder auf das Scheckheft. Sie sah es nochmals genau an, und da fiel ihr auf, daß außer der Unterschrift ein kleines verstecktes Zeichen auf jedem der Blätter sich fand. Ein Gedanke, den sie zuerst für absurd hielt, tauchte in ihr auf; aber nun dachte sie an den Blick Selfrides – und plötzlich hatte sie die Empfindung, ganz klar zu sehen. Diese Blankoschecks, die man ihr da verheißungsvoll vor jeder Arbeitsleistung in die Hand hatte drücken wollen, waren eine Finte!

Es konnte gar nicht anders sein, als daß dieses kleine Zeichen auf den Schecks die Sperrung bedeutete. Oh, es war ein Schachzug des Herrn Selfride, ein Schachzug, der einen eiskalten Rechner verriet! Wenn er richtig kalkulierte, so mußte sie empört ablehnen – das hatte sie ja auch ganz impulsiv getan. Nahm sie gegen seine Erwartungen das Heft an – so war die Angelegenheit für den United Service erledigt. Unter irgendeinem Vorwand konnte man ihr die Schecks wieder abnehmen, die sich nicht zu Geld machen ließen, schweigen würde sie schon im eigenen Interesse – und Herr Selfride hatte ohne Referenzen oder langatmige Auskunftseinholungen mit einem Schlage ein genaueres Bild ihres Wesens als durch lange Unterhaltungen und gefährliche Probeaufgaben.

Esther mußte diesen Mann, der ihr körperlich fast unerträglich war, gegen ihren Willen bewundern. Sie hatte das Scheckbuch nach der Prüfung wieder nachlässig hingelegt, als die Tür lautlos aufging und vor Hardleys schmaler Figur die Masse Hal Selfrides erschien, der sich schwerfällig in das Zimmer schob.

Esther sah ihm ruhig entgegen, wie er näher trat, ihr einen kurzen Blick und einen Gruß entgegenwarf und ächzend in dem Schreibtischstuhl versank.

Da saß er, schnaufend und rasselnd, ein gefährlicher Klumpen lebendigen Fleisches, dessen Explosion jeden Augenblick bevorzustehen schien. Hardley, der neben dem Schreibtisch stand, wollte den Versuch machen, eine Unterhaltung in Gang zu bringen, aber Selfride knurrte ihn nur an, er möchte mit Miß Raleigh allein sprechen.

Sofort war Hardley hinausgeglitten und hatte die gepolsterte Tür hinter sich zugezogen. Esther befand sich mit Selfride allein im Raum. Er zog ein Etui hervor, dem er bedächtig eine Zigarre entnahm, biß die Spitze mit seinen gelben, großen Zähnen ab und spuckte sie – auch dies meisterlich, aber unappetitlich, wie Esther gestehen mußte – in einen Napf in der nächsten Ecke des Zimmers. Nachdem er dann noch den dicken, schwarzbraunen Kolben in Brand gesetzt hatte, sah er durch den quirlenden Rauchschleier blinzelnd zu Esther herüber.

»Hat Hardley Ihnen gesagt, daß ich es nicht – hm – liebe, zitiert zu werden?«

Das fing ja recht inquisitorisch gemütlich an. Aber seltsam, die Behandlung des Zigarrenstummels vorhin hatte den Riesen ihr gegenüber für Esther weniger drohend und unmenschlich gemacht. Sie lächelte Hal Selfride an:

»Um so mehr würdige ich Ihr Kommen auf meine Bitte hin, Mister Selfride. Herr Hardley hat mir einige Vorschläge gemacht, über die ich nicht mit dem Angestellten, sondern mit dem – Chef zu verhandeln wünsche.«

Über Selfrides Gesicht ging ein Schmunzeln, das seine Augen fast schloß:

»Soso, mit dem Chef. Sie haben eine besondere Art, mir die Indiskretionen meiner Leute mitzuteilen. Also gut. Ich habe Ihnen durch Hardley sagen lassen, daß ich Ihre Mitarbeit brauchen kann. Worum es sich handelt, wissen Sie –«

»Ich weiß nur, was den Anlaß zur Unterhaltung Mister Hardleys mit mir bot. Über Ihre wirklichen Wünsche bin ich wohl noch nicht orientiert.«

Selfride lachte dröhnend und paffte dicke Wolken empor:

»Sehr schön, ausgezeichnet, wir werden miteinander ins Geschäft kommen! Noch eins, weswegen haben Sie das Scheckbuch abgelehnt? Nur, um mich selbst hierherzulocken?«

Esther musterte Selfride, der so gar kein Hehl aus seinem ewig wachen Mißtrauen in alle Menschen und ihre Motive machte.

»Nein, Mister Selfride. Aber ich – liebe es nicht, vor der Arbeit eine Bezahlung anzunehmen. Übrigens habe ich mir das Scheckbuch nochmals angesehen, als Hardley Sie holte – das kleine Zeichen an der linken unteren Ecke war mir vorher gar nicht aufgefallen. Kann man nicht, in Verabredung mit dem Kassierer seiner Bank, auf diese Weise Schecks sperren?«

Mit einem mächtigen Ruck wuchtete sich Selfride in seinem Stuhl hoch, und Esther hatte den Triumph, den Koloß zum erstenmal aus seiner Reserve herausgerüttelt zu haben.

»Alle Teufel, Mädel, wollen Sie hier mit mir Kreisel spielen? Das ist mir doch noch nicht vorgekommen. Sitzt seit einem Tag hier, grün im Geschäft wie ein Radieschen im Mai – und durchschaut meine Tricks wie ein Alter?! – Hören Sie, Esther Raleigh, Sie gefallen mir, Sie gefallen mir wirklich: und das sagt Hal Selfride nicht alle Tage zu jemand! Sie haben das Zeug dazu, sich ganz groß zu machen, an die Spitze zu kommen. Wir brauchen solche Kerle wie Sie! Haha! Gesperrte Schecks? Aber Sie haben recht, wahrhaftig ja – nur Ihr Schluß war zu hastig. Ich habe die Dinger markiert, um zu wissen, wer abhebt und wieviel man nimmt. Verwendet hätte ich Sie doch – nur freilich – zu anderen Aufgaben, als ich es jetzt tun will.«

Er schwieg nach diesem Erguß und sah sie lachend an. Esther fühlte neben ihrem Triumph eine leise Bangigkeit, die sie vergebens zu bekämpfen suchte. Dieser Mann war ein Spieler, ein harter, gewiegter Bluffer, der seine Karten rücksichtslos einsetzte und auch wertvolle Stiche verlor, wenn es drauf ankam. Sie hatte ihn halb durchschaut; aber er war auf dem besten Wege, sie ganz einfach zu überrumpeln, aufzufressen und hinunterzuschlucken.

Obwohl sie Angst hatte, so große Angst, daß ihre Hände kalt und merkwürdig grifflos wurden, beschloß sie, nicht nachzugeben. Sie hatte die sichere Ahnung, daß sie in diesem Augenblick durch Überlegenheit nur gewinnen konnte. Während Hal Selfride zufrieden, und scheinbar, ohne auf eine Antwort zu warten, Ringe blies, steckte sie sich eine Zigarette an, bevor sie leichthin meinte, ob er denn seiner Sache so sicher sei. Noch habe sie ihm schließlich keine bindende Zusage gemacht, ihre Zeit sei außerdem durch die Arbeit für die »Welt« sehr in Anspruch genommen, und endlich wisse sie noch gar nicht, was United Service nun wirklich von ihr haben wolle.

Sie merkte schon beim Reden, daß es ihr nicht gelang, Selfride zu bluffen und unruhig zu machen. Er sah sie aufmerksam an, schob ihr eine Aschenschale hin, betrachtete dann sehr gespannt noch das Glimmen seiner Zigarre und lehnte sich bequem im Schreibtischstuhl zurück:

»Bevor wir beginnen, Esther Raleigh, wollen wir eine kleine Verabredung treffen. Versuchen Sie nie, mich zu bemogeln. Es ist mein Beruf, Knoten aufzumachen und Schleier zu durchschauen – und noch sind Sie nicht gewiegt genug, um mich zu täuschen. Ich weiß, daß Sie der Mensch sind, den ich brauche; und ich weiß auch, daß Sie der Weg und seine Erkenntnisse zu sehr locken, als daß Sie sich abwenden würden. Der Zufall bietet Ihnen eine Möglichkeit, sich gleich zu Beginn Ihrer Laufbahn nach zwei Seiten hin zu sichern. Sie wären nicht Esther Raleigh, wenn Sie diese günstige Gelegenheit versäumten. – Daß man Sie nicht hergeschickt hat, um jetzt, im Februar, Gesellschaftsberichte zu schreiben, darüber ist kein Wort zu verlieren. Bei der Haltung Ihres Blattes scheint mir klar zu sein, daß Sie gewisse wirtschaftspolitische Vorgänge hier etwas näher kennenlernen sollen. Gut. United Service hat sehr ähnliche Interessen, so ähnliche, daß ich fast annehmen möchte, es seien die gleichen. Ich weiß nicht, mit welchem Auftrag Mersheim Sie herbeordert hat, es würde mich freuen, wenn es sich auch um die englische Kohlenindustrie handeln würde.«

Der Schuß, ganz unvermutet am Ende abgefeuert, saß. Esther konnte ein momentlanges Aufblicken nicht verhindern und wußte in der gleichen Sekunde, daß Selfride darauf gelauert und es ebenfalls gesehen hatte. Er nickte nur völlig sachlich.

»Ich dachte mir, daß es das sein würde. Sie lieben uns hier nicht mehr, unsere Vettern. Amerika ist Ihnen zu – hehe, wir haben zu kräftige Ellbogen, wie? Na, wir haben außerdem auch Nasen, die den Braten riechen – Sie wollen sich auf Chemie umstellen. Man weiß hier, wie man Kontinentale behandelt, und Deutschland ist seit Kriegsende der Liebling des Imperiums. Man braucht bald wieder Landsknechte und Fahnenträger in Europa – oh, es gibt ein schönes Rennen zu einem großen Ziel, schade, daß wir Amerikaner diesmal mitlaufen werden!

Jedenfalls freut es mich, daß Ihr Chef, Miß Raleigh, diese Vorgänge auch als gefährlich für die Selbständigkeit Deutschlands erkennt. Er will zwar letzten Endes zu einem ganz anderen Punkt, aber einstweilen ziehen wir am selben Strang. United Service bittet Sie nur darum, alles, was Sie über die Hintergründe der beabsichtigten Umstellung und deutsch-englischen Vertrustung erfahren, uns mitzuteilen. Sie können darüber beruhigt sein, daß keine Ihrer Informationen in die Presse kommt. Diese Dinge sind für die Vereinigten Staaten zu wichtig, als daß wir sie vorzeitig öffentlich diskutieren lassen!

Nehmen Sie das Scheckheft ruhig mit. Sie werden für einige Nachrichten von – englischen Stellen Geld nötig haben. Seien Sie nicht sparsam; aber zahlen Sie nie vor Erhalt der Information, wenn Sie Ihrer Gewährsleute nicht ganz sicher sind!

Hardley wird Ihnen, wenn Sie ihn für eine kleine Auskunft brauchen, zur Seite stehen. Bei jeder wichtigeren Sache bin ich da; ich gedenke, vorerst in London zu bleiben und eine Abteilung der Rubber Company zu übernehmen. Sie finden mich also stets hier. Rufen Sie mich nie telefonisch an, reden können wir doch am Apparat nicht, und wenn Sie mich nicht im Büro treffen, hinterlasse ich, wo ich für Sie zu erreichen bin. Ich hoffe, daß wir gute Erfolge haben werden!«

Hal Selfride hatte sich erhoben und gab Esther die Hand, wieder erschrak sie vor der Ähnlichkeit mit Burgs Händen, nur daß Selfrides Pranke fester war. Sie steckte das Scheckbuch ein, bat Selfride, Hardley zu grüßen, und verließ die Räume der Westindian Rubber Company. Durch die kalte Luft klangen die Schläge von Big Ben, der großen Turmuhr; es war erst zwölf Uhr, und in der vergangenen halben Stunde war ihre Zukunft entschieden worden.

 << Kapitel 5  Kapitel 7 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.