Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Emile Zola >

Der häusliche Herd

Emile Zola: Der häusliche Herd - Kapitel 6
Quellenangabe
pfad/verz/werk/book.xml
typefiction
authorEmile Zola
titleDer häusliche Herd
publisherBenjamin Harz Verlag
seriesDie Rougon-Macquart
volumeBand X
year1924
translatorArmin Schwarz
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110604
projectida9cf1a7d
Schließen

Navigation:

Fünftes Kapitel

Am Abend war Konzert und Abendgesellschaft bei den Duverdy. Gegen zehn Uhr legte Octave – der jetzt zum ersten Male eingeladen war – die letzte Hand an seine Toilette. Er war in ernster Stimmung und gewissermaßen gegen sich selbst gereizt. Warum hatte er sich Valerie entgehen lassen, eine Frau von so guter Familie, und hätte er es nicht auch besser überlegen sollen, bevor er Berta Josserand zurückwies? In dem Augenblicke, als er seine weiße Krawatte anlegte, ward der Gedanke an Marie Pichon ihm unerträglich. Nach fünfmonatlichem Aufenthalte in Paris ein so armseliges Abenteuer! Er schämte sich dessen schier, denn er fühlte die Leere und Nutzlosigkeit eines solchen Verhältnisses. Er schwur sich denn auch, indem er die Handschuhe anzog, seine Zeit nicht mehr in solcher Weise vergeuden zu wollen. Er war nunmehr entschlossen zu handeln, da er Eintritt in die Welt hatte, wo es wahrlich an Gelegenheiten nicht mangelte.

Auf dem Flur paßte Marie ihm auf. Pichon war nicht zu Hause, Octave konnte es nicht vermeiden, einen Augenblick einzutreten.

Wie schön sind Sie! flüsterte Marie.

Die Familie Pichon war niemals zu den Duverdy eingeladen worden; sie war denn auch von Achtung erfüllt für den Salon im ersten Stockwerke. Sie war übrigens auf niemanden neidisch; sie besaß weder den Willen, noch die Kraft dazu.

Ich werde Sie erwarten, sagte sie, ihm die Stirn zum Kusse bietend. Kommen Sie nicht zu spät. Sie werden mir sagen, wie Sie sich unterhalten haben.

Octave mußte einen Kuß auf ihre Haare drücken. Obgleich intime Beziehungen zwischen ihnen bestanden und sie sich einander näherten, wenn das Verlangen oder die Muße sie dazu trieb, duzten sie einander dennoch nicht. Endlich ging er hinab; sie neigte sich über das Treppengeländer und folgte ihm mit den Augen.

Zur nämlichen Zeit ereignete sich ein ganzes Drama bei den Josserands. Die Abendgesellschaft bei den Duverdy, zu der sie sich rüsteten, sollte – wie Frau Josserand vermeinte – über das Schicksal Bertas mit August Vabre entscheiden. Seit vierzehn Tagen immer näher bedrängt, zögerte dieser noch; es war offenbar, daß er in Betreff der Mitgift Zweifel hegte. Um einen entscheidenden Schlag zu führen, hatte Frau Josserand ihrem Bruder einen Brief geschrieben, ihm den Heiratsplan mitgeteilt und ihn an seine Versprechungen erinnert: sie hoffte, daß er sich in seiner Antwort mit einigen Sätzen verpflichten werde, die sie dann bei Vabre ausnützen wollte. Die ganze Familie wartete angekleidet vor dem Ofen des Speisezimmers, bereit, hinabzugehen. Es war schon neun Uhr, als endlich Herr Gourd den Brief des Onkel Bachelard brachte. Frau Gourd hatte den Brief unter ihrer Schnupftabaksdose vergessen.

Ach, endlich! rief Frau Josserand und entsiegelte den Brief.

Der Vater und die Töchter beobachteten sie ängstlich, während sie las. Adele, die ihnen beim Ankleiden geholfen hatte, bewegte sich schwerfällig um sie her und räumte das Tafelgeschirr ab.

Frau Josserand war ganz bleich geworden.

Nichts, nichts! stammelte sie. Nicht ein einziger klarer, verpflichtender Satz! ... Er wird später sehen, vor der Hochzeit ... Und er hat noch die Frechheit hinzuzufügen, daß er uns sehr liebe – der Halunke!

Herr Josserand, der einen Frack angelegt hatte, sank in einen Sessel; auch Berta und Hortense mußten sich setzen, denn sie fühlten ihre Beine wanken. So saßen sie da, die eine blau, die andere rosa, immer in den nämlichen Toiletten, die wieder einmal aufgefrischt waren.

Ich habe immer gesagt, murmelte der Vater: Bachelard beutet uns aus und wird keinen Sou geben.

Frau Josserand in ihrem feuerfarbenen Kleide stand da und las den Brief noch einmal; dann brach sie los:

Ha, die Männer! ... Dieser genießt doch das Leben so unmäßig, daß man ihn für blöd halten muß! Aber nein! Wenn er auch niemals bei Verstand ist – sobald man ihm von Geld spricht, reißt er die Augen auf ... Ha, die Männer! ...

Ich begreife gar nicht eure Wut, euch verheiraten zu wollen ... Wenn ihr davon so gesättigt wäret, wie ich ... Es gibt keinen Mann, der euch um euer selbst Willen liebt und euch ein Vermögen zubrächte, ohne zu feilschen. Oheime, die Millionäre sind und sich zwanzig Jahre lang aushalten ließen, geben ihren Nichten keine Aussteuer! Unfähige Väter! Ja, unfähige Väter! ...

Herr Josserand ließ den Kopf sinken. Adele, an solche geräuschvolle Auseinandersetzungen gewöhnt, fuhr ruhig fort, den Tisch abzuräumen. Plötzlich wandte der Zorn der Frau Josserand sich gegen sie.

Was machst du da? Willst du uns ausspionieren? Packe dich in die Küche und warte, bis man dich ruft.

Dann schloß sie folgendermaßen:

Alles ist für diese sauberen Vögel, und wir sollen das leere Nachsehen haben! ... Sie verdienen denn auch nichts weiter, als hintergangen zu werden: merkt euch das!

Berta und Hortense nickten zustimmend, gleichsam durchdrungen von der Richtigkeit ihrer Ratschläge. Seit langer Zeit schon hatte ihre Mutter sie von der Minderwertigkeit der Männer überzeugt, die nur dazu da seien, um zu heiraten und zu zahlen.

Tiefe Stille herrschte in dem dunstigen, von dem Geruch der Speisen erfüllten Zimmer. Die Josserand saßen angekleidet umher, vergaßen das Konzert bei den Duverdy und gedachten der ewigen Enttäuschungen des Lebens. Aus dem Nebenzimmer hörte man das Schnarchen Saturnins, den sie nach dem Essen zu Bett geschickt hatten.

Endlich sagte Berta:

Also verfehlt? Man kann sich auskleiden?

Doch Frau Josserand fand im Augenblick ihre Energie wieder. Was, auskleiden? Warum denn? Ist denn die Familie nicht ehrbar? Ist eine Verbindung mit ihr nicht ebensoviel wert wie mit jeder anderen? Die Ehe muß dennoch zustande kommen, und wenn sie das Leben kostet.

Dann verteilte sie in aller Hast die Rollen: Die beiden Mädchen erhielten die Weisung, sehr liebenswürdig gegen August Vabre zu sein, ihn nicht mehr loszulassen, bis er »angebissen« habe. Der Vater bekam den Auftrag, den alten Vabre und Duverdy zu gewinnen, indem er ihnen in allen Dingen Recht gebe – wenn er soviel Verstand habe. Sie selbst wolle die Frauen auf sich nehmen und sie für ihren Plan gewinnen. Dann warf sie einen letzten Blick im Zimmer umher, gleichsam um zu sehen, ob sie keine Waffe vergessen habe und sagte mit der furchtbaren Miene eines Kriegers, der seine Söhne ins Treffen führt, das einzige Wort:

Kommt hinab!

Sie gingen hinab. Auf der feierlich stillen Treppe fühlte Herr Josserand große Angst; er sah allerlei unangenehme Dinge voraus, zu denen sein Biedersinn sich nicht verstehen konnte.

Als sie eintraten, war der Salon der Duverdy gedrängt voll. Der riesige Konzertflügel nahm eine ganze Wand ein; davor saßen die Damen auf Sesselreihen wie im Theater; zu den offenen Türen des Speisesaales und des kleinen Salons strömten die schwarzgekleideten Herren in dichten Gruppen herein. Ein Armleuchter und mehrere auf den Spiegeltischchen stehende Lampen verbreiteten Tageshelle in diesem Salon, der in Weiß und Gold gemalt war, und von dessen Grundfarbe die roten Möbel sich lebhaft abhoben. Es war heiß; die Fächer verbreiteten mit ihren regelmäßigen Bewegungen die durchdringenden Düfte der Leibchen und der entblößten Schultern.

Eben setzte Frau Duverdy sich zum Klavier. Frau Josserand winkte ihr lächelnd zu, sich nicht stören zu lassen. Sie übergab ihre Töchter den Herren und ließ sich auf einem Sessel zwischen Valerie und Frau Juzeur nieder. Herr Josserand begab sich in den kleinen Salon, wo der Hausherr, Herr Vabre, auf seinem gewohnten Platze, in einer Ecke, schlummerte. Es waren noch da Campardon, August und Theophil Vabre, der Doktor Juillerat, der Abbé Mauduit – diese bildeten eine Gruppe; Octave und Trublot, die einander gefunden hatten, flohen die Musik und retteten sich in den Hintergrund des Speisesaales. In ihrer Nähe stand hinter der Menge schwarzgekleideter Herren Herr Duverdy, ein Mann von hoher, hagerer Gestalt, und schaute unverwandt auf seine Frau, die am Flügel saß und wartete, bis Stille werde. Er trug im Knopfloche das Band der Ehrenlegion.

Pst, pst! Stille! flüsterten gefällige Stimmen.

Clotilde Duverdy begann eine äußerst schwierige Nocturne von Chopin. Sie war eine große, schöne Frau mit prächtigen, ins Rötliche spielenden Haaren; das Gesicht war von länglicher Form, weiß und kalt wie Schnee; die Musik allein vermochte ihre grauen Augen zu entflammen, die Musik, die zu einer übertriebenen Leidenschaft bei ihr geworden, für die allein sie lebte ohne ein anderes geistiges oder leibliches Bedürfnis. Duverdy fuhr fort, sie zu beobachten: nach den ersten Takten schon zogen sich seine Lippen in einer nervösen Aufregung zusammen; er hielt sich beiseite in einem Winkel des Speisesaales. Auf seinem glattrasierten Antlitz mit dem spitzen Kinn und den argwöhnisch blickenden Augen erschienen breite, rote Flecke, die ein leicht erregbares, bösartiges Wesen verrieten.

Trublot, der ihn beobachtete, sagte ruhig:

Er ist kein Musikfreund.

Ganz wie ich.

Bei Ihnen hat es weniger zu bedeuten. Er ist ein Mann, der stets vom Glück begünstigt war. Nicht als ob er die anderen an Fähigkeiten übertreffe – nein; aber er wurde von aller Welt unterstützt. Er stammt aus einer alten Bürgerfamilie; sein Vater war Gerichtspräsident. Er selbst widmete sich seit seinem Abgang von der Hochschule der richterlichen Laufbahn; später ward er Aushilfsrichter in Reims, dann Richter am Gerichtshofe erster Instanz in Paris, endlich Rat am Berufungshofe, ein Mann, der noch nicht 45 Jahre zählt... Das »gibt aus«, wie? Aber er ist kein Musikfreund; das Klavier ist die Bitternis seines Lebens!... Man kann nicht alles haben.

Inzwischen bewältigte Clotilde die Schwierigkeiten des Musikstückes mit außerordentlicher Kaltblütigkeit. Sie war an ihrem Flügel so sicher wie eine Kunstreiterin auf ihrem Pferde. Octave interessierte sich für die glänzende Leistung ihrer Hände.

Schauen Sie doch auf ihre Finger! rief er. Das ist erstaunlich! Nach einer Viertelstunde muß sie ordentlich müde sein.

Dann plauderten beide über die Frauen, ohne sich weiter um die Musik zu kümmern. Octave bemerkte Valerie und geriet in Verlegenheit. Wie sollte er sich ihr gegenüber benehmen? Sollte er sie ansprechen oder tun, als ob er sie nicht sehe? Trublot tat sehr geringschätzig; keine einzige der anwesenden Frauen gefiel ihm, und da sein Gefährte widersprach und umherblickend versicherte, es seien mehrere da, mit denen man durchaus zufrieden sein könne, erwiderte jener in belehrendem Tone:

Wählen Sie nur! Wenn Sie der Sache auf den Grund sehen, werden Sie enttäuscht sein... Mir gefällt weder die mit dem Federschmuck da unten, noch jene Blonde in dem malvenfarbenen Kleide, noch endlich diese Alte, obgleich die wenigstens fett ist ... Ich sage Ihnen, mein Lieber: suchen Sie nicht in der guten Gesellschaft. Schöne Manieren, aber wenig Vergnügen!

Octave lächelte. Er mußte sich eine Stellung schaffen und durfte nicht ausschließlich seinem Geschmack folgen wie Trublot, der einen reichen Vater hatte. Er verfiel in ein träumerisches Sinnen beim Anblick dieser mehrfachen Reihen von Frauen; er fragte sich, welche er wählen würde im Hinblick auf sein Glück und auf sein Vergnügen, wenn die Herren des Hauses ihn eine wählen ließen. Nachdem er eine nach der andern gleichsam mit den Blicken gewogen hatte, rief er plötzlich erstaunt aus:

Schau, meine Gebieterin! Kommt die auch hierher?

Sie wußten das nicht? sagte Trublot. Frau Hédouin und Frau Duverdy sind trotz des Altersunterschiedes Freundinnen aus dem Pensionat. Sie verließen einander niemals; man nannte sie die Eisbären, weil ihr Empfinden immer zwanzig Grad unter Null war. Das sind auch solche Weiber, die zum Vergnügen gut sind!... Wenn Duverdy im Winter keinen andern Bettwärmer hat...

Octave aber war jetzt ernst geworden. Zum ersten Male sah er Frau Hédouin in Abendtoilette, Nacken, Schultern und Hals entblößt, die schwarzen Haarflechten über die Stirne gelegt. Bei der grellen Beleuchtung erschien sie ihm wie die Verwirklichung seiner leidenschaftlichen Wünsche: Ein herrliches Weib voll strotzender Gesundheit und ruhiger Schönheit, die für einen Mann ein vollständiger Gewinn sein mußte. Bunte Pläne begannen ihn zu beschäftigen, als ein Lärm ihn aus seiner Träumerei aufschreckte.

Paff! Aus ist's! sagte Trublot.

Clotilde ward von allen Seiten beglückwünscht. Frau Josserand war sogleich auf sie losgestürzt, um ihr beide Hände zu drücken, während die Herren ihre Unterhaltung wieder aufnahmen und die Damen mit größerer Lebhaftigkeit ihre Fächer in Bewegung setzten. Duverdy wagte sich jetzt wieder in den kleinen Salon, wohin Trublot und Octave ihm folgten. Mitten unter den vielen Weiberröcken neigte sich der eine zum andern und sagte ihm ins Ohr:

Schauen Sie nur nach rechts! Da fängt die »Anbandelei« schon an!

Frau Josserand hatte eben ihre Tochter Berta auf August Vabre »losgelassen«. Er war unvorsichtig genug, die Damen zu begrüßen. Gerade an diesem Abend war er frei von Kopfschmerzen. Er fühlte nur an einer Stelle seine neuralgischen Schmerzen, im linken Auge; doch fürchtete er den Schluß der Gesellschaft; denn es sollte gesungen werden, und nichts war ihm fürchterlicher.

Berta, sagte die Mutter, sage doch dem Herrn das Mittel, das du für ihn aus einem Buche abgeschrieben hast ... Es ist ein Radikalmittel gegen Migräne.

Die Geschichte war eingefädelt. Sie ließ beide allein beim Fenster.

Teufel! Sie sind schon bei der Apotheke angekommen! murmelte Trublot.

Herr Josserand war in dem Bestreben, seiner Frau zu Willen zu sein, im kleinen Salon geblieben. Er stand sehr verlegen vor Herrn Vabre. Dieser würdige Greis schlief, und Josserand, um sich liebenswürdig zu zeigen, wagte es nicht, ihn aufzuwecken. Als aber die Musik zu Ende war, öffnete Herr Vabre die Augen. Klein und dick, ganz kahlköpfig, mit zwei Büscheln weißer Haare um die Ohren, hatte ihn außerdem die Natur mit einem aufgedunsenen roten Gesicht ausgestattet, sowie mit aufgeworfenen Lippen und runden Glotzaugen. Der alte Notar, dessen vier oder fünf Gedanken sich immer in einem und demselben Kreise drehten, ließ zuvörderst eine Redensart vom Stapel über Versailles, wo er 40 Jahre lang tätig gewesen. Dann sprach er von seinen Söhnen, bedauerte, daß weder der ältere noch der jüngere sich fähig gezeigt habe, sein Notariat zu übernehmen. Deswegen habe er sich entschieden, die Kanzlei zu verkaufen und nach Paris zu ziehen, Endlich kam er bis zur Geschichte seines Hauses, dessen Bau für ihn der Roman seines Lebens geblieben.

Da habe ich 300 000 Franken vergraben. »Eine ausgezeichnete Spekulation« sagte mein Baumeister. Heute habe ich die größte Mühe, mein Geld wieder zu erlangen, um so mehr, als meine Kinder sich bei mir eingenistet haben mit der Absicht, keine Miete zu bezahlen. Ich würde auch nie die Miete bekommen, wenn ich mich nicht selber am 15. des Monats meldete. Glücklicherweise habe ich einen Trost: das ist die Arbeit!

Sie arbeiten immer noch viel? fragte Herr Josserand.

Immer, immer, antwortete der Greis mit verzweifelter Energie. »Die Arbeit ist mein Leben«.

Damit erklärte er das große Werk, das er vollbringe. Seit zehn Jahren sammelte er den amtlichen Katalog der Gemäldeausstellung, indem er für den Namen des Malers jedes ausgestellten Bildes Zettel anlegte. Er sprach davon mit großer Ermüdung und Ängstlichkeit. Das Jahr war ihm kaum lang genug; die Aufgabe war oft so schwer, daß sie ihn überwältigte. So zum Beispiel: wenn eine Künstlerin sich verheiratete und dann unter dem Namen ihres Gatten ein neues Bild ausstellte – wie sollte er sich da noch »auskennen«?

Niemals wird meine Arbeit vollständig sein, das tötet mich!

Sie interessieren sich für die schönen Künste? fragte Herr Josserand, um ihn zu schmeicheln.

Nein, ich habe nicht nötig, mir die Gemälde anzusehen. Es handelt sich nur um eine statistische Arbeit. Es ist besser, daß ich mich jetzt zur Ruhe begebe. Dann habe ich morgen einen freieren Kopf. Guten Abend, mein Herr!

Er stützte sich auf einen Stock, den er auch im Zimmer immer bei sich behielt. Mühsam sich fortbewegend, mit einer beginnenden Lähmung in den Lenden, wankte er hinaus. Herr Josserand blieb ein wenig aus der Fassung gebracht zurück; er hatte nicht gut verstanden und fürchtete, daß er vielleicht nicht mit genug Begeisterung von den Zetteln gesprochen habe.

Doch ein Lärm, der aus dem großen Salon herübertönte, führte Trublot und Octave wieder zur Türe zurück. Sie sahen eine ungefähr 50 Jahre alte Dame eintreten, sehr stark und noch schön in Begleitung eines jungen Mannes, der in tadelloser Toilette war und etwas ernst aussah.

Was! Die kommen miteinander! murmelte Trublot. Gut, geniert euch nicht!

Es war Frau Dambreville und Leo Josserand. Sie sollte ihn verheiraten und hatte ihn einstweilen zum eigenen Gebrauche behalten. Sie waren noch mitten in ihrem Honigmonat und paradierten miteinander in den Salons der Spießbürger. Ein Zischeln und Flüstern machte die Runde unter den Müttern, die ihre Töchter zu verheiraten hatten. Doch Frau Duverdy eilte Frau Dambreville entgegen, denn diese lieferte ihr junge Leute für ihre Gesangschöre; Frau Josserand aber fischte ihr sie sogleich ab und überhäufte sie mit Freundlichkeiten, da sie daran dachte, sie könne ihre Dienste nötig gebrauchen. Leo wechselte einige gleichgültige Worte mit seiner Mutter. Seit seinen Beziehungen zu Frau Dambreville begann seine Mutter zu glauben, daß doch noch einmal etwas aus ihm werden könne.

Berta sieht Sie nicht, sagte sie zu Frau Dambreville. Entschuldigen Sie sie nur; sie ist eben im Begriff, Herrn August Vabre ein Heilmittel anzugeben.

Alle beide betrachteten Berta mit mütterlicher Sorgfalt. Es war Berta endlich gelungen, ihn in die Fensternische zu drängen, wo sie ihn mit ihren anmutigen Bewegungen gefangen hielt. Er erwärmte sich allmählich auf die Gefahr hin, wieder die Migräne zu bekommen.

Während dieser Zeit politisierte eine Gruppe ernster Männer im kleinen Salon. Am Morgen hatte eine stürmische Sitzung im Senat stattgefunden, wo man bei Gelegenheit der Adreßdebatte die römischen Angelegenheiten besprach. Doktor Juillerat, ein Gottesleugner und Revolutionär, verfocht die Meinung, man müsse Rom dem König von Italien geben. Der Abbé Mauduit dagegen, einer der Führer der ultramontanen Partei, sah die fürchterlichsten Katastrophen voraus, wenn Frankreich nicht sein Blut bis zum letzten Tropfen für die weltliche Macht der Päpste vergieße.

Vielleicht könnte man noch einen beiderseits annehmbaren Ausweg finden, bemerkte Leo Josserand, der gerade hinzukam.

Er war zurzeit Sekretär eines berühmten Advokaten und Abgeordneten der Linken. Da er von seinen Eltern, deren mittelmäßige Lebensstellung ihn stets in Wut versetzte, keine Hilfe erwarten konnte, hatte er zwei Jahre lang auf den Bürgersteigen des Studentenviertels ein blutdürstiges Demagogentum spazieren geführt. Seitdem er aber bei den Dambreville, wo er seinen ersten Hunger stillte, Einlaß gefunden, beruhigte er sich und kehrte mehr den Republikaner hervor.

Nein, es ist keine Einigung möglich, sagte der Priester. Die Kirche kann nicht verhandeln.

Dann wird sie verschwinden! schrie der Doktor.

Trotzdem beide sehr gut miteinander standen, da sie sich oft am Bette der Sterbenden des Rochusviertels getroffen, schien es, daß der magere, nervöse Arzt und der fette, gemütliche Vikar unversöhnlich seien. Der letztere trug auch, während er die bestimmtesten Behauptungen aufstellte, sein höflichstes Lächeln zur Schau als Mann von Welt, der Nachsicht übt gegenüber dem Jammer des Lebens, aber auch als Katholik, der fest entschlossen ist, von seiner Lehre nichts aufzugeben.

Die Kirche verschwinden! Hören Sie doch auf! sagte mit wütender Gebärde Campardon, um dem Priester, von dem er Bestellungen erwartete, den Hof zu machen.

Übrigens war dies die Ansicht aller Herren; sie könne nicht untergehen, meinten sie. Theophil Vabre, der hustete, spie und vom Fieber geschüttelt wurde, träumte von dem allgemeinen Glück durch Errichtung einer menschenbeglückenden Republik; er war der einzige, der die Behauptung aufstellte, die Kirche könne sich vielleicht umgestalten.

Der Priester erwiderte mit sanfter Stimme:

Das Kaiserreich bringt sich selber um. Man wird es im nächsten Jahre bei den Wahlen sehen.

Was das Kaiserreich betrifft, so erlauben wir Euch, uns davon zu befreien, sagte schroff der Doktor. Das wäre ein ausgezeichneter Dienst.

Da schüttelte wieder Duverdy das Haupt, der mit der Miene eines tiefen Denkers zugehört hatte. Er war aus orleanistischer Familie, doch verdankte er dem Kaiserreich alles und hielt es daher für angemessen, es zu verteidigen.

Glauben Sie mir, erklärte er endlich in strengem Tone, erschüttern Sie nicht die Grundlagen der Gesellschaft, oder alles stürzt zusammen. Leider fallen die Folgen der Katastrophe auf unser Haupt!

Sehr richtig! sagte Herr Josserand, der gar keine Meinung hatte, aber sich der Befehle seiner Frau erinnerte.

Alle sprachen zugleich. Keiner liebte das Kaiserreich. Der Dr. Juillerat verdammte die mexikanische Expedition, der Abbé Mauduit die Anerkennung des Königreichs Italien. Trotzdem wurden Theophil Vabre und Leo unruhig, als Duverdy ihnen mit einem neuen 1793 drohte. Wozu diese fortwährenden Revolutionen? Ist die Freiheit nicht schon errungen worden? Der Haß gegen neue Gedanken, die Furcht vor dem Volke, das seinen Anteil haben will, beruhigten den Liberalismus dieser gesättigten Spießbürger; trotzdem erklärten sie: gegen den Kaiser werden wir stimmen, weil er eine Lehre verdient.

Wie mich diese Leute langweilen! sagte Trublot, der einen Augenblick einen schwachen Versuch gemacht hatte, etwas von ihrem Gespräch zu verstehen.

Octave bewog ihn, zu den Damen zurückzukehren. In der Fensternische machte Berta mit ihrem Lachen August Vabre den Kopf warm. Dieser große Lümmel mit seinem Fischblut vergaß seine Furcht vor den Frauen und wurde ganz erhitzt und rot unter den Angriffen des schönen Mädchens, dessen heißer Atem ihm das Gesicht glühen machte. Doch Frau Josserand, der sich die Geschichte schon zu sehr in die Länge zog, gab Hortense durch einen verständnisinnigen Blick einen deutlichen Wink, und diese eilte schnell ihrer Schwester zu Hilfe.

Sie sind ganz wiederhergestellt? sagte Octave schüchtern zu Valerie gewendet.

Ich danke, vollständig; antwortete sie ruhig, als ob sie sich an nichts erinnere.

Frau Juzeur sprach mit dem jungen Manne über alte Spitzen, die sie ihm zeigen möchte, um seine Ansicht darüber zu erfahren. Er mußte ihr versprechen, den nächsten Tag bei ihr seinen Besuch zu machen. Als Abbé Mauduit in den Salon zurückkam, rief sie ihn und ließ ihn mit einer Miene des Entzückens neben sich Platz nehmen.

Die Unterhaltung war mittlerweile wieder in Fluß geraten. Die Damen sprachen von den Dienstboten.

Mein Gott, ja: ich bin zufrieden mit Clémence, sagte Frau Duverdy, es ist ein sehr reinliches, aufgewecktes Mädchen und keine Schwätzerin.

Und Hyppolite? fragte Frau Josserand; hatten Sie nicht die Absicht, ihn zu entlassen?

Der Kammerdiener Hyppolite kam eben, Fruchteis anbietend, vorbei. Er war ein großer, starker Bursche mit blühendem Antlitz. Als er sich wieder entfernt hatte, erwiderte Clotilde einigermaßen verlegen:

Wir behalten ihn. Es ist so unangenehm, häufig zu wechseln. Sie wissen: die Dienstleute gewöhnen sich aneinander, und ich halte viel auf Clémence...

Frau Josserand fühlte, daß man sich auf ein heikles Gebiet begeben habe, und beeilte sich daher beizustimmen. Man gedachte, dieses Pärchen eines Tages zu verheiraten, und der Abbé Mauduit, dessen Rat die Duverdy in dieser Sache eingeholt hatte, nickte sanft mit dem Kopfe, um so gleichsam eine Lage zu decken, die im ganzen Hause bekannt war, und von der dennoch niemand sprach. Die Damen machten jetzt einander Enthüllungen. Valerie hatte diesen Morgen wieder eine Kammerzofe entlassen – die dritte seit acht Tagen. Frau Juzeur hatte aus dem Asyl für verlassene Kinder eine Kleine von fünfzehn Jahren adoptiert, um sie »abzurichten«; Frau Josserand ward nicht müde, über Adele zu reden, diesen Schmutzfink, diesen Taugenichts; sie wußte ganz außerordentliche Dinge von ihr zu erzählen. Schmachtend unter dem Schimmer der Kerzen und dem Parfüm der Blumen versenkten sich die Damen in die Vorzimmergeschichten, sprachen von den fleckigen Rechenbüchern der Köchinnen und regten sich auf über die Frechheiten eines Kutschers oder eines Abwaschweibes.

Haben Sie Julie schon gesehen? fragte plötzlich Trublot Herrn Mouret geheimnisvoll.

Da ihn der andere verwundert anblickte, fuhr er fort:

Mein Lieber, sie ist verblüffend. Gehen Sie sie anschauen ... Tun Sie es, als ob Sie irgend ein Bedürfnis hätten, und huschen Sie in die Küche hinaus. Verblüffend!

Er sprach von der Köchin der Duverdy.

Die Unterhaltung der Damen hatte sich inzwischen auf einen anderen Gegenstand gelenkt. Frau Josserand schilderte mit einer übertriebenen Bewunderung ein bescheidenes Landgut, das die Duverdy in der Nähe von Villeneuve-Saint-Georges besaßen, und das sie nur vom Eisenbahnwagen aus gesehen hatte, als sie eines Tages nach Fontaniebleau gereist war. Clotilde erklärte, daß sie das Landleben nicht liebe und so wenig wie möglich draußen wohne; sie warte jetzt auch die Ferien ihres Sohnes Gustav ab, der im Lyzeum Bonaparte die Rhetorik studiere. Dann sagte sie zu Frau Hédouin:

Karoline hat Recht, daß sie sich keine Kinder wünscht. Es ist unglaublich, wie diese kleinen Geschöpfe uns in unseren Gewohnheiten stören!

Frau Hédouin erwiderte, daß sie ihrerseits die Kinder sehr liebe; doch sei sie sehr beschäftigt; ihr Gatte reise fortwährend im Lande herum, so daß die Leitung des ganzen Hauses auf ihren Schultern ruhe.

Octave stand hinter ihrem Sessel und schielte auf die pechschwarzen, gekräuselten Härchen in ihrem Nacken und auf den tief ausgeschnittenen schneeweißen Busen, der sich in einer Spitzenwolke verlor. Mit ihrer Ruhe, ihrer Enthaltsamkeit im Reden und ihrem immerwährenden Lächeln brachte sie ihn immer mehr in Verwirrung; niemals war er einem solchen Geschöpfe begegnet, selbst in Marseille nicht. Entschieden mußte er ihre Eroberung unternehmen, und wenn die Sache noch so lange währen sollte! ...

Die Kinder richten die Frauen so schnell zu Grunde, sagte er, sich zu ihrem Ohre neigend, da er durchaus das Wort an sie richten wollte und nichts anderes zu sagen fand.

Sie erhob langsam ihre großen Augen und erwiderte mit der nämlichen Ruhe, mit der sie ihm einen Auftrag im Laden erteilt haben würde:

Nein, Herr Octave. Bei mir ist es nicht deshalb ... Aber man braucht viel Zeit für sie.

Jetzt mengte auch Frau Duverdy sich ins Gespräch. Sie hatte den jungen Mann, als Campardon ihn ihr vorstellte, mit einem leisen Kopfnicken empfangen; jetzt beobachtete sie ihn und konnte ihr plötzlich erwachtes Interesse gar nicht verheimlichen. Als sie ihn mit ihrer Freundin sprechen hörte, konnte sie nicht umhin, ihn zu fragen:

Vergeben Sie, mein Herr: was für eine Stimme haben Sie?

Er begriff nicht sogleich, sagte aber endlich, daß er eine Tenorstimme habe. Clotilde war entzückt. Welches Glück, eine Tenorstimme gefunden zu haben! Die Tenorstimmen sind so; selten! Für die »Schwerterweihe« aus den »Hugenotten«, die man sogleich singen werde, habe sie in der Gesellschaft nie mehr als drei Tenorstimmen auftreiben können, und sie brauche mindestens fünf. Sie war in Aufregung geraten, ihre Augen leuchteten, und sie mußte sieh Gewalt antun, um nicht zum Klavier zu eilen und ihn sofort zu »probieren«. Er mußte ihr versprechen, zu diesem Zwecke eines Abends bei ihr zu erscheinen, und fügte hinzu, daß es ihn freuen werde, ihr dienen zu können. Trublot, der hinter ihm stand, stieß ihn mit dem Ellbogen; er trug äußerlich die größte Ruhe zur Schau, während er innerlich von wilder Freude erfüllt war.

Hei, Sie sind ja auf dem rechten Wege! flüsterte er, als sie sich entfernt hatte. Bei mir hat sie zuerst eine Baritonstimme entdeckt; als sie sah, daß es nicht ging, hat sie mich als Tenor versucht, und als das auch nicht gehen wollte, entschied sie sich dafür, daß ich Baß singen soll. Heute Abend singe ich einen Mönch ...

Jetzt mußte er Octave verlassen, denn Frau Duverdy rief ihn: man schickte sich an, den Chor vorzutragen, das Hauptstück des Abends. Es entstand eine allgemeine Bewegung. Fünfzehn Herren, durchwegs Dilettanten, unter den Gästen des Hauses ausgewählt, brachen sich mühsam Bahn durch die Damen, um sich vor dem Klavier zu vereinigen. Von Zeit zu Zeit blieben sie stehen, entschuldigten sich, ihre Stimmen wurden durch das Gesumme der Unterhaltung übertönt, während die Fächer in der steigenden Hitze immer heftiger und rascher gehandhabt wurden. Endlich zählte Frau Duverdy ihre Sänger ab; sie waren vollzählig versammelt, und sie verteilte die Partien unter sie, die sie selbst abgeschrieben hatte. Campardon sang den »Saint Bris«; ein junger Beamter des Staatsrates hatte einige Takte aus der Rolle des »Nevers« zu singen, dann kamen acht Adelige, vier Schoppen und drei Mönche, dargestellt durch Advokaten, Beamte und kleinere Hausbesitzer. Sie selbst besorgte die Begleitung und überdies die Rolle der »Valentine« – leidenschaftliche Schreie mit wütenden Akkorden begleitet – denn sie wollte keine Damen in diese Herrentruppe einführen, die sie mit der Rücksichtslosigkeit eines Kapellmeisters dirigierte.

Inzwischen dauerte die Unterhaltung fort; insbesondere drang ein greulicher Lärm aus dem kleinen Salon, wo die politische Erörterung sich zu verbittern drohte. Da zog Clotilde einen Schlüssel aus der Tasche und klopfte damit auf den Flügel. Es entstand ein Gemurmel; die Stimmen dämpften sich; es drängten von neuem zwei Gruppen schwarzer Herrenröcke zu den Türen; über alle Köpfe hinausragend ward einen Augenblick das gerötete, angstvolle Antlitz Duverdys sichtbar. Octave stand noch immer hinter Frau Hedouin im Anblicke ihres Busens versunken. Inmitten der Stille vernahm man plötzlich ein lautes Gelächter. Octave blickte auf. Es war Berta, die durch ein etwas allzu lebhaftes Wort August Vabres erheitert wurde, dem sie durch ihre Neckereien den Kopf derart warm gemacht hatte, daß er allerlei starke Dinge redete. Der ganze Saal schaute auf sie. Die Mütter wurden ernst; die Leute blickten einander bedeutungsvoll an.

Ist die heute mutwillig! sprach Frau Josserand zärtlich, aber laut genug, um gehört zu werden.

Hortense saß neben ihrer Schwester und leistete ihr Beistand mit gefälliger Selbstverleugnung; sie stimmte in ihr Gelächter ein und drängte sie gegen den jungen Mann, während hinter ihr beim halboffenen Fenster leichte Windstöße hereindrangen, welche die großen rotseidenen Vorhänge bewegten.

Jetzt setzte eine Grabesstimme ein; alle Köpfe wandten sich dem Klavier zu. Campardon begann mit gerundetem Munde:

»Ja, der Königin Befehl vereinigt uns an diesem Ort ...«

Clotilde spielte eine auf- und absteigende Skala; dann stieß sie, die Augen zum Plafond erhoben, einen Schrei des Schreckens aus:

»Ich zittere!«

Und die Szene ging an. Die acht Advokaten, Beamten und kleinen Hausbesitzer standen da, mit den Nasen in ihren Noten, in der Stellung von Schülern, die ein Blatt Griechisch herstottern, und schwuren, daß sie bereit seien, Frankreich zu befreien. Die Szene rief Überraschung hervor; die Stimmen erstickten unter der niedrigen Decke; man hörte nichts als ein Gerassel wie von mehreren Lastwagen, die über das Pflaster poltern, daß die Fensterscheiben davon erzittern. Allein als die melodische Partie des Saint Bris – »Für diese heilige Sache ...« – das Hauptthema entwickelte, fanden sich die Damen wieder zurecht und nickten zustimmend. Die Zuhörer erwärmten sich; die Adeligen sangen aus voller Kehle: »Wir schwören es! ... Wir folgen euch!« Jeder Schrei war wie eine Explosion, welche die Gäste in voller Brust traf.

Sie singen zu stark, flüsterte Octave der Frau Hédouin ins Ohr.

Sie rührte sich nicht. Als die Auseinandersetzungen zwischen Nevers und Valentine ihn langweilten, um so mehr als der Beamte vom Staatsrate ein falscher Bariton war, begann er mit Trublot Blicke auszutauchen, der den Antritt der Mönche erwartend, mit den Augenwimpern nach dem Fenster zeigte, wo Berta fortfuhr, Herrn August Vabre gefangen zu halten. Sie saßen jetzt allein, angeweht von der frischen Luft von außen, während Hortense weiter vorgegangen war, sich an den Vorhang lehnte und mechanisch an der Einhängschnur drehte. Niemand beobachtete sie mehr; auch Frau Josserand und Frau Dambreville hatten nach einem Austausch von verständnisinnigen Blicken die Köpfe von ihnen weggewendet.

Clotilde, die Hände auf dem Klavier und verhindert, eine Gebärde zu machen, sang jetzt mit vorgestrecktem Halse:

»Ach, Euer ist von heut' ab
All mein Blut!«

Die Schöppen waren eingetreten: ein unterer Beamter, zwei kleine Advokaten und ein Notar. Das Quartett machte Aufruhr. Die Melodie »Für diese heilige Sache«, ausgeweitet und unterstützt von der Hälfte des Chors, kehrte wieder und entwickelte sich immerfort. Campardon, den Mund immer mehr gerundet, erteilte die Befehle der Schlacht in einem schrecklichen Gedonner der Silben. Plötzlich brach der Gesang der Mönche los: Trublot psalmodierte aus dem Bauche, um die tiefen Baßtöne zu erreichen.

Octave, sehr begierig ihn singen zu sehen, war sehr überrascht, als er die Blicke nach dem Fenster richtete. Hortense hatte, durch den Chor erregt, gleichsam mit einer unwillkürlichen Bewegung die Einhängeschnur des Vorhanges losgemacht und der große, rotseidene Vorhang hatte, indem er zurückfiel, Berta und August vollständig verdeckt. So standen sie hinter dem Vorhang, an das Fenstergesims gelehnt; nicht die geringste Bewegung verriet ihre Anwesenheit. Octave kümmerte sich nicht weiter um Trublot, der soeben die Schwerter weihte: »Ihr heiligen Klingen, geweiht durch uns ...« Was sie wohl machen hinter dem Vorhang? ... Es begann die Stretta: auf das Gebrumme der Mönche erwiderte der Chor: »In den Tod! In den Tod!« Noch immer keine Bewegung hinter dem Vorhang; vielleicht betrachteten sie ganz einfach die unten vorbeifahrenden Droschken und suchten Kühlung gegen die im Saale herrschende Hitze ...

Nochmals ertönte jetzt Saint Bris' melodische Tonreihe, alle Stimmen sangen sie nacheinander einfallend, mit voller Kehle, in einer Steigerung, in einem Schlußausbruch von außerordentlicher Gewalt. Es war wie ein Wirbelwind, der sich in dem ihm zu engen Räume fängt, die Kerzen flattern und die Gäste erbleichen macht, denen die Ohren gellen. Clotilde bearbeitete wütend das Klavier, ihr Blick beherrschte alle Sänger, die Stimmen besänftigten sich allmählich und milderten sich bis zum Geflüster: »Um Mitternacht: Nur sacht'! nur sacht'!« Endlich sang das Klavier allein, sie dämpfte die Saiten und ließ die gleichmäßigen, sich entfernenden Schritte einer Scharwache vernehmen.

Da, mitten in dieser leise verhallenden Musik, in dieser Besänftigung nach so vielem Getöse, hörte man plötzlich eine Stimme sagen:

Aber, Sie tun mir weh!

Abermals wandten alle Köpfe sich dem Fenster zu. Frau Dambreville wollte sich nützlich machen und hob den Vorhang. Und der ganze Salon sah den höchlich verwirrten August und Berta, die sehr rot geworden war; so standen beide an das Fenstergesims gelehnt.

Was geht denn vor, mein Kind? fragte Frau Josserand im Tone der Besorgnis.

Nichts, Mama ... Herr August hat mir von ungefähr den Arm an das Fenster gedrückt ... Es ist so heiß ...

Sie errötete noch mehr. Viele in der Gesellschaft lächelten, man war offenbar unangenehm berührt. Frau Duverdy, die seit Monaten bemüht war, ihren Bruder von Berta fernzuhalten, war bleich vor Überraschung und Verdruß, um so mehr als der Zwischenfall die Wirkung des Chors beeinträchtigte. Indes brach nach dem ersten Augenblick der Überraschung der Beifall los, und die Hausfrau ebenso wie die Sänger wurden zu dieser Leistung von allen Seiten lebhaft beglückwünscht. Wie schön ist gesungen worden! Wie viel Mühe mußte Frau Duverdy gehabt haben, um den Chor so einzustudieren! Wahrhaftig, im Theater könnte die Sache nicht besser gemacht werden! Doch die Hausfrau merkte, daß trotz dieser Lobeserhebungen der Zwischenfall im Saale lebhaft besprochen wurde: das Mädchen ist zu sehr bloßgestellt, die Ehe ist unvermeidlich.

Hehe! Eingefädelt! sagte Trublot zu Octave. So ein Gimpel! Warum sollte er sie denn nicht gekneipt haben, während wir brüllten? ... Ich dachte mir gleich, er werde die Lage ausnützen! ... Sie wissen: in den Salons, wo gesungen wird, kann man dergleichen schon wagen ... Wenn die Dame schreit, so macht man sich nichts daraus. Es hört's ja niemand.

Berta hatte mittlerweile ihr Lächeln wiedergefunden, während Hortense mit der verdrossenen Miene einer »Diplomierten« August betrachtete. In dem Triumph, den die beiden Mädchen zur Schau trugen, sah man deutlich die Wirkung der Lehren ihrer Mutter: die Verachtung gegen den Mann.

Die Gäste strömten jetzt sämtlich nach dem Salon, mischten sich unter die Damen und unterhielten sich mit lauter Stimme. Herr Josserand, erregt durch den Zwischenfall mit seiner Tochter, näherte sich seiner Gattin. Er hörte mit Verdruß, wie Frau Josserand sich eben bei Frau Dambreville für die viele Güte bedankte, mit der diese ihren Sohn Leo behandelte, den sie ganz entschieden zu seinem Vorteil umgewandelt habe. Noch verdrossener ward er, als er hörte, wie seine Gattin sich über Berta äußerte. Sie tat, als ob sie leise zu Frau Juzeur redete; im Grunde aber sprach sie mehr für Valerie und Frau Duverdy, die neben ihr standen.

Mein Gott, ja! Ihr Oheim hat uns erst heute wieder geschrieben, daß Berta von ihm fünfzigtausend Franken erhalten werde. Es ist das nicht übermäßig viel, aber sicher angelegt!

Diese Lüge empörte ihn. Er konnte nicht umhin, sie unbemerkt auf die Schulter zu tippen. Sie schaute ihn an und nötigte ihn, die Augen niederzuschlagen vor dem entschlossenen Ausdruck ihres Gesichtes. Als Frau Duverdy sich in besserer Stimmung zu ihr wandte, erkundigte sich Frau Josserand angelegentlich nach ihrem Vater.

Papa muß schon zu Bett gegangen sein, erwiderte die junge Frau freundlich; er arbeitet soviel!

Herr Josstrand bestätigte, daß Herr Vabre sich zurückgezogen habe, um am folgenden Tage einen klaren Kopf zu haben, und fügte stammelnd hinzu: Ein merkwürdiger Geist! Seltene Fähigkeiten! Dabei fragte er sich im Stillen, woher er diese Mitgift für Berta nehmen solle, und welche Figur er spielen werde, wenn der Ehekontrakt unterschrieben werden solle?

Jetzt wurden im Saale die Sessel geräuschvoll zurückgeschoben. Die Damen begaben sich in den Speisesaal, wo der Tee angerichtet war. Frau Josserand ging triumphierend ebenfalls hinüber, umgeben von ihren Töchtern und der ganzen Familie Vabre. Inmitten der umherstehenden leeren Sessel stand nur noch eine Gruppe ernster Männer. Campardon hatte sich des Abbé Mauduit bemächtigt: es handelte sich um bedeutende Ausbesserungsarbeiten an der Kaivaria der Rochuskirche. Der Baumeister erklärte sich bereit, da das Bistum von Evreux ihn jetzt wenig beschäftige. Es sei unten nur eine Kanzel zu errichten und neue Herde in die Küchen Sr. Hochwürden des Bischofs zu stellen. Diese Arbeiten könne auch sein Inspektor überwachen. Der Abbé versprach, die Angelegenheit in der nächsten Versammlung der Kirchenverwaltung durchzusetzen. Dann begaben sie sich wieder zur Gruppe der übrigen Herren, wo man eben Herrn Duverdy zu einem Urteil gratulierte, als dessen Verfasser er sich bekannte. Sein Präsident beauftragte ihn nicht selten mit solchen außerordentlichen Arbeiten, die geeignet seien, die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken.

Haben die Herren diesen neuen Roman gelesen? fragte Leo, in einem auf dem Tische liegenden Hefte der »Revue des Deux-Mondes« blätternd. Er ist gut geschrieben, aber schon wieder ein Ehebruch! Das wird schließlich widerwärtig!

Man sprach jetzt von der Moral. Es gebe sehr ehrbare Frauen, versicherte Campardon. Die anderen stimmten ihm bei. Man kann, meinte der Architekt weiter, sich in der Ehe immer verständigen, wenn man es klug und taktvoll einzurichten weiß. Theophil Vabre behauptete, ohne sich näher zu erklären, dies hänge stets von der Frau ab. Man wollte die Ansicht des Doktor Juillerat hören. Dieser lächelte und sagte: die Tugend liege in der Gesundheit. Herr Duverdy war nachdenklich geworden.

Mein Gott! sagte er endlich, die Verfasser übertreiben. In den wohlerzogenen Klassen ist der Ehebruch sehr selten. Eine Frau aus guter Familie hat stets eine Blüte im Herzen ...

Er war ein Mann der Hochgefühle und konnte das Wort »Ideal« nie ohne eine tiefe Bewegung aussprechen, die seine Blicke verschleierte. Er gab dem Abbé Mauduit recht, als dieser von der Notwendigkeit eines religiösen Glaubens bei der Gattin und Mutter sprach. So ward die Unterhaltung auf die Religion und Politik zurückgeführt, auf den Punkt, von dem die Herren ausgegangen waren. Der Abbé blieb dabei: die Kirche wird niemals untergehen, denn sie ist die Grundlage der Familie und die Stütze der Regierungen.

Unter dem Titel der Polizei, ja, das gebe ich zu: bemerkte der Doktor Juillerat.

Duverdy liebte es übrigens nicht, wenn in seinem Hause über Politik gesprochen ward, und begnügte sich – einen Blick in den Speisesaal werfend, wo Berta und Hortense damit beschäftigt waren, August Vabre mit Brötchen vollzustopfen – in ernstem Tone zu sagen:

Es gibt eine bewährte Tatsache, meine Herren: die Religion gibt der Ehe eine sittliche Grundlage.

Im nämlichen Augenblicke neigte sich Trublot zu dem neben ihm sitzenden Octave.

Beiläufig, fragte er, soll ich Ihnen eine Einladung zu einer Frau verschaffen, bei der man sich unterhält?

Octave wollte wissen, welcher Art diese Frau sei. Darauf zeigte Trublot auf den Berufungsrat hin und sagte:

Seine Geliebte.

Unmöglich! rief Octave betroffen.

Trublot öffnete und schloß langsam die Augenwimpern. Es sei wie er sage, versicherte er. Wenn man sich eine Frau nimmt, die nicht sehr freundlichen Temperaments ist bei jedem kleinen Übel, das uns heimsucht, gleich die Geduld verliert und fortwährend auf dem Klavier herumhackt, daß alle Hunde des Stadtviertels davon toll werden: so sucht man, auswärts für die Langeweile der Häuslichkeit sich zu entschädigen.

Trachten wir, der Ehe eine sittliche Grundlage zu geben, meine Herren! wiederholte Herr Duverdy mit strenger Miene und entflammtem Gesichte, in dem Octave jetzt das scharfe Blut der geheimen Laster sah.

Die Herren wurden jetzt in den Speisesaal gerufen. Der Abbé Mauduit, einen Augenblick allein gelassen, betrachtete durch die weit geöffnete Tür das Gewühl der Gäste. In seinem feisten Gesichte mit den feinen Zügen lag ein Ausdruck der Trauer. Er, der Beichtvater von allen diesen Frauen und Mädchen, kannte sie bis in das Innerste ihres Leibes, geradeso wie der Doktor Juillerat, und trachtete nur mehr, darüber zu wachen, daß der äußere Schein gewahrt bleibe; er wachte darüber wie ein Zeremonienmeister und warf den Mantel der christlichen Milde über diese verderbte bürgerliche Gesellschaft, zitternd bei dem Gedanken an die Schlußkatastrophe, die unvermeidlich an dem Tage eintreten müsse, an dem der Krebsschaden offenkundig werde.

Zuweilen empörte sich der eifrige und aufrichtige Priesterglaube in ihm. Doch das Lächeln erschien endlich wieder auf seine Lippen. Er nahm eine Tasse Tee von Berta an und unterhielt sich einen Augenblick mit ihr, gleichsam um mit seinem geistlichen Stande die skandalöse Szene in der Fensternische zu decken. Er ward wieder Weltmann, entschlossen, von seinen Beichtkindern nur die Wahrung des Anstandes zu verlangen.

Das ist eine saubere Geschichte, murmelte Octave, dessen Achtung für das Haus abermals einen argen Stoß erlitt.

Jetzt bemerkte er, daß Frau Hédouin ihre Schritte nach dem Vorzimmer lenkte; er wollte ihr zuvorkommen und folgte Trublot, der sich ebenfalls anschickte fortzugehen. Er hatte die Absicht, seine Gebieterin nach Hause zu begleiten. Allein sie lehnte ab; es sei erst Mitternacht, sagte sie, und sie wohne ganz in der Nähe. In diesem Augenblick fiel eine Rose aus ihrem Brustbukett zur Erde; ärgerlich über ihre Abweisung hob er die Blume auf und machte Miene, sie zu behalten. Die junge Frau zog die schönen Augenbrauen zusammen; doch bald war sie wieder heiter wie gewöhnlich und sagte lächelnd:

Öffnen Sie mir, Herr Octave ... Ich danke.

Als sie hinabgegangen war, suchte der junge Mann verlegen Trublot auf. Allein Trublot war verschwunden geradeso wie neulich bei den Josserands. Er mußte wieder über den Gang entkommen sein, der in die Küche führte.

Octave stieg, die Rose mißgestimmt zwischen den Fingern drehend, hinauf, um zu Bett zu gehen. Oben sah er Marie über das Stiegengeländer gebeugt an der nämlichen Stelle, wo er sie verlassen. Sie hatte auf seine Schritte gelauscht und war herausgeeilt, um ihn noch einmal zu sehen, wenn er heraufkomme.

Er trat bei ihr ein.

Jules ist noch nicht zu Hause, sagte sie. Haben Sie sich gut unterhalten? ... Hat es viele schöne Toiletten gegeben?

Sie wartete seine Antwort gar nicht ab, denn sie hatte die Rose in seiner Hand bemerkt. Eine kindliche Heiterkeit bemächtigte sich ihrer.

Die Blume ist für mich, nicht wahr? Sie haben an mich gedacht? Sie sind sehr artig, sehr artig! ...

Ihre Augen füllten sich mit Tränen; sie war verwirrt; eine tiefe Röte färbte ihre Wangen. Octave fühlte eine plötzliche Rührung und küßte sie zärtlich ..........

Gegen ein Uhr nach Mitternacht kehrten auch die Josserands heim. Adele hatte auf einem Sessel einen Leuchter und Zündhölzchen bereit gelegt. Als die Familie, die auf der Treppe kein Wort gesprochen, in dem Speisezimmer anlangte, das man in verzweifelter Stimmung verlassen hatte, wurden alle plötzlich von einem Sturm toller Freude erfaßt; sie faßten einander bei den Händen und führten einen Indianertanz rings um den Tisch auf. Selbst der Vater ließ sich von dem Taumel fortreißen, die Mutter machte einen Luftsprung, die Mädchen stießen kurze, unartikulierte Luftsprung, die Mädchen stießen kurze, unartikulierte Schreie aus, während die in der Mitte der Tafel stehende Kerze ihre tanzenden Schatten auf die Mauer warf.

Endlich! Geschehen! hauchte Frau Josserand, atemlos in einen Sessel sinkend.

Doch in einer Anwandlung mütterlicher Zärtlichkeit erhob sie sich sogleich wieder, eilte auf Berta zu und drückte zwei ausgiebige Küsse auf die Wangen ihrer Tochter.

Ich bin mit dir zufrieden, meine Liebe, sehr zufrieden. Du vergiltst mir alle meine Mühen. Es ist also endlich wahr, mein armes Töchterchen? ...

Ihre Stimme stockte unter dem Überströmen der Gefühle. Die mächtige Figur in dem feuerroten Kleide war gebeugt unter der Wucht der tiefen Empfindung; in dieser Stunde des Triumphes knickte sie zusammen nach den tausendfachen Strapazen ihres drei Winter hindurch geführten schrecklichen Feldzuges. Sie beruhigte sieh erst, als Berta ihr schwur, daß sie nicht krank sei; sie fand sie etwas bleich, war sehr besorgt, wollte ihr durchaus eine Tasse Lindenblütentee bereiten. Als Berta zu Bett gegangen war, kam ihre Mutter noch barfuß zu ihrem Bett, um sie sorglich zuzudecken wie ehemals in den fernen Tagen ihrer Kindheit.

Inzwischen erwartete Herr Josserand sie im Bette. Sie blies die Kerze aus und stieg über ihn hinweg, um sich an die Innenseite zu legen. Er war in Gedanken versunken; er fühlte sein Gewissen beunruhigt durch das Versprechen einer Mitgift von 50 000 Franken, die er nicht besaß. Er wagte es, seine Besorgnisse auch laut auszusprechen. Wozu verspricht man denn auch, wenn man nicht weiß, ob man das Versprechen einhalten kann? Das sei nicht rechtschaffen gehandelt.

Nicht rechtschaffen! schrie im Finstern Frau Josserand wütend. Nicht rechtschaffen ist: seine Töchter alte Jungfern werden lassen. Verstehst du? War das etwa dein Plan? Mein Gott! Wir haben ja noch Zeit, in der Sache etwas zu tun; wir werden über die Sache reden und werden schließlich den Onkel dennoch bewegen ... Merke es dir: In unserer Familie hat es allezeit nur rechtschaffene Leute gegeben!

 << Kapitel 5  Kapitel 7 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.