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Der häusliche Herd

Emile Zola: Der häusliche Herd - Kapitel 19
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typefiction
authorEmile Zola
titleDer häusliche Herd
publisherBenjamin Harz Verlag
seriesDie Rougon-Macquart
volumeBand X
year1924
translatorArmin Schwarz
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Achtzehntes Kapitel

Im Dezember, dem achten Monat der Trauer, willigte Frau Josserand zum erstenmal ein, außer dem Hause zu speisen. Es war übrigens ein Familienessen bei den Duverdy, mit dem Clotilde ihre Sonnabende im neuen Winter eröffnete. Tags vorher wurde Adele verständigt, daß sie hinabgehen solle, um Julie bei der Reinigung des Geschirrs behilflich zu sein. An Empfangstagen liehen sich die Damen gegenseitig ihre Dienstboten.

Seien Sie vor allem ordentlicher, empfahl Frau Josserand ihrer Magd. Ich weiß nicht, was Sie jetzt im Leibe haben; man sollte meinen, daß Sie mit Fetzen vollgestopft sind; Sie sind dick und breit.

Adele war ganz einfach im neunten Monate der Schwangerschaft. Sie selbst hatte lange Zeit geglaubt, daß sie fett werde, was sie in nicht geringes Staunen versetzte; sie schäumte vor Wut, wenn sie hungernd mit leerem Magen ihre Gebieterin triumphierend rufen hörte: Alle, die sie beschuldigten, daß sie ihren Dienstboten das Brot zuwiege, mögen einmal diese dicke Fresserin anschauen, deren Bauch doch wohl nicht davon wachse, daß sie die Wände lecke? Als sie in ihrer Dummheit endlich ihren Zustand begriff, mußte sie sich große Gewalt antun, die Sache ihrer Herrin nicht vorzuwerfen, die ihren Zustand wahrhaftig mißbrauchte, um glauben zu machen, daß sie sie endlich gebührend nähre.

Von diesem Augenblicke an war sie vom Schreck gelähmt. In ihrem blöden Schädel tauchten die Erinnerungen an das heimatliche Dorf wieder auf. Sie hielt sich für verurteilt und fürchtete, die Gendarmen würden kommen, um sie festzunehmen, wenn sie ihre Schwangerschaft eingestehe. Sie wendete die ganze List einer Wilden auf, diese Schwangerschaft zu verheimlichen. Sie verheimlichte die Übelkeiten, die unerträglichen Kopfschmerzen, die fürchterliche Hartleibigkeit, woran sie litt; zweimal glaubte sie sterben zu müssen, während sie am Küchenherde ihre Soßen umrührte. Glücklicherweise trug sie das Kind in den Seilen, so daß der Bauch nicht allzu stark hervortrat. Die Herrin hatte niemals einen Verdacht, so stolz war sie auf die Wohlbeleibtheit ihrer Magd. Diese schnürte sich zum Ersticken; sie fand ihren Bauch nicht auffallend, aber sehr schwer, wenn sie die Küche scheuerte. In den letzten zwei Monaten hatte sie entsetzliche Schmerzen zu ertragen und ertrug sie mit heldenmütiger Geduld.

An diesem Abend ging Adele gegen elf Uhr schlafen. Der Gedanke an die morgige Abendgesellschaft entsetzte sie; noch herumlaufen, noch gestoßen werden von dieser Julie! ... Und sie konnte kaum mehr gehen. Die Entbindung sah sie in nebelhafter Ferne; sie dachte nicht gern daran und wollte lieber ihren Zustand beibehalten, wie er war, in der unbestimmten Hoffnung, daß die Sache schließlich in irgendeiner Weise unbemerkt ablaufe. Sie traf denn auch keinerlei Vorbereitungen; sie kannte die Anzeichen nicht, erinnerte sich keines Datums, verbrachte die Zeit gedankenlos und planlos. Sie befand sich nur wohl, wenn sie in ihrem Bette ausgestreckt lag. Da es seit gestern fror, behielt sie ihre Strümpfe an, blies die Kerze aus und suchte sich im Bett zu erwärmen. Endlich schlief sie ein. Nach kurzer Zeit wurde sie durch schwache Wehen geweckt. Sie fühlte ein Stechen und Zwicken in der Haut. Anfangs glaubte sie, daß eine Fliege sie am Bauche, rings um den Nabel picke. Dann hörte das Stechen wieder auf und sie beruhigte sich: war sie ja an allerlei seltsame, unerklärliche Erscheinungen schon gewöhnt. Nach einem kaum halbstündigen unruhigen Schlafe ward sie durch ein heftiges Leibschneiden plötzlich wieder geweckt. Sie ward zornig. Sollte sie einen Kolikanfall haben? fragte sie sich. Wie solle sie morgen flink auf den Beinen sein, wenn sie die ganze Nacht auf den Topf laufen müsse? Dieser Gedanke an einen Fehler in den Eingeweiden hatte sie den ganzen Abend beschäftigt; sie fühlte eine Schwere im Leib und war auf einen Zusammenbruch gefaßt. Indes wollte sie Widerstand leisten, rieb sich den Bauch und glaubte den Schmerz beschwichtigt zu haben. Nach Verlauf einer Viertelstunde stellte der Schmerz sich heftiger wieder ein.

Himmelherrgott! stöhnte sie halblaut und entschloß sich, ihr Lager zu verlassen.

Im Finstern zog sie den Topf hervor, hockte sich auf ihn nieder und erschöpfte sich in nutzlosen Anstrengungen. Die Kammer war eiskalt; sie zitterte vor Frost. Als nach zehn Minuten die Bauchschmerzen nachließen, legte sie sich wieder. Doch zehn Minuten später stellte das Leibschneiden sich wieder ein. Sie erhob sich nochmals, machte von neuem vergebliche Versuche und kehrte ganz durchkältet in ihr Bett zurück, wo sie wieder einen Augenblick der Ruhe genoß. Dann kam es aber mit solcher Heftigkeit über sie, daß sie eine erste Klage unterdrückte. Das war schließlich doch zu dumm! Drängte es sie zum Stuhlgang, oder drängte es sie nicht? Jetzt dauerten die Wehen an; die Erschütterungen wurden heftiger, als wenn eine rohe Hand sie irgendwo im Bauche zusammenpresse. Sie begriff, und ein Schauer ging über ihren ganzen Körper, wobei sie unter der Decke stammelte:

O, mein Gott! mein Gott! ist es das?

Eine große Beklemmung bemächtigte sich ihrer, ein Bedürfnis zu gehen, ihr Übel herumzuführen. Sie vermochte nicht länger im Bette zu bleiben, zündete die Kerze an und begann in ihrer Kammer auf und ab zu gehen. Ihre Zunge wurde trocken, ein brennender Durst quälte sie, während rote Flecke auf ihren Wangen glühten. Wenn ein plötzlicher Krampfanfall sie zusammenzog, lehnte sie sich an die Mauer und klammerte sich an ein Möbelstück. Dieses schmerzliche Getrippel währte stundenlang, ohne daß sie es wagte, Schuhe anzuziehen aus Furcht, gehört zu werden, gegen die Kälte bloß durch einen alten Schal geschützt, den sie über ihre Schultern geworfen hatte. Es schlug zwei Uhr, dann drei Uhr.

Es gibt keinen guten Gott! sagte sie leise in einem Bedürfnisse, zu reden und sich zu hören. Es dauert zu lang; es will kein Ende nehmen.

Indes nahm die vorbereitende Arbeit ihren Fortgang; die Schwere senkte sich in die Hinterbacken und in die Schenkel herab. Selbst wenn ihr Bauch sie einen Augenblick aufatmen ließ, litt sie da einen ununterbrochenen Schmerz. Um sich eine Erleichterung zu verschaffen, hatte sie mit vollen Händen ihre Hinterbacken gepackt und stützte sie, während sie noch immer wackelnd umherging mit nackten Beinen, die bis zu den Knien mit groben Strümpfen bedeckt waren. Nein, es gab keinen guten Gott! Ihre Frömmigkeit lehnte sich auf; ihre Ergebung eines Lasttieres, die sie die Schwangerschaft als eine Frone mehr hatte hinnehmen lassen, war jetzt zu Ende. War es denn nicht genug, sich niemals satt essen zu können, der ungeschickte Schmutzlappen zu sein, auf dem das ganze Haus herumtrat; mußte es auch noch geschehen, daß die Herrenleute ihr ein Kind machten! Ha, diese Schweinekerle! Sie hätte nicht einmal sagen können, ob es vom Jungen war oder vom Alten; denn der Alte hatte sie nach dem Karnevalsdienstag wieder einmal gemartert. Übrigens kümmerten sich beide jetzt nicht mehr um sie, wenn sie nur ihr Vergnügen hatten und sie das Leid! Sie sollte hinabgehen und auf ihrem Lager niederkommen, um zu sehen, was für ein Gesicht sie dazu machten. Doch das Entsetzen ergriff sie wieder: man werde sie ins Gefängnis werfen: es sei besser, alles zu verschlucken. Mit erstickter Stimme wiederholte sie zwischen zwei Anfällen:

Diese Schweinekerle! Ist es erlaubt, einem eine solche Jammergeschichte auf den Hals zu laden! ... O, mein Gott, ich muß sterben!

Mit ihren krampfhaft gekrümmten Händen preßte sie ihre Hinterbacken noch mehr, unterdrückte ihre Schreie und wiegte sich in ihrer jammervollen Häßlichkeit. Nichts regte sich rings um sie her. Alles schnarchte; sie hörte das laute Gesumme Juliens, während es bei Lisa ein Pfeifen, die schrille Musik einer Pickelflöte war.

Es schlug vier Uhr, als sie mit einem Male glaubte, ihr Bauch wolle auseinandergehen. Inmitten einer Wehe gab es einen Riß, das Wasser floß herab und durchnäßte ihre Strümpfe. Sie blieb einen Augenblick unbeweglich, entsetzt, erstarrt bei dem Gedanken, daß sie sich vielleicht auf dieser Seite entleere. Vielleicht war sie gar nicht schwanger; und eine andere Krankheit fürchtend, betrachtete sie sich; sie wollte sehen, ob nicht alles Blut ihres Körpers dahinfließe. Doch sie fühlte jetzt eine Erleichterung und setzte sich für einige Minuten auf ihren Koffer. Die besudelte Kammer verursachte ihr einige Unruhe; die Kerze drohte zu verlöschen. Als sie keinen Schritt mehr gehen konnte und das Ende herannahen fühlte, fand sie noch die Kraft, eine runde Wachsleinwand auf dem Bette auszubreiten, die Frau Josserand ihr gegeben hatte, damit sie sie vor ihrem Waschtische ausbreite. Kaum hatte sie sich wieder hingelegt, als die eigentliche Geburtsarbeit begann.

Fast anderthalb Stunden währten die Wehen mit immer zunehmender Heftigkeit. Die inneren Krämpfen hatten aufgehört; sie selbst drängte jetzt mit allen Muskeln ihres Bauches und ihrer Lenden in dem Bedürfnis, sich von der unerträglichen Last zu befreien, die ihren Leib bedrückte. Noch zweimal stellten sich trügerische Anzeichen ein, die sie nötigten aufzustehen und mit fieberhaft irrender Hand den Topf zu suchen; das zweitemal war sie schier auf der Erde liegen geblieben. Bei jeder neuen Anstrengung ward sie von einem Schauer geschüttelt, ihr Antlitz wurde glühend, ihr Hals bedeckte sich mit Schweiß, während sie in die Bettücher biß, um ihre Klage zu ersticken. Wenn sie die Anstrengung gemacht hatte, stammelte sie, als habe sie mit jemandem geredet:

Es ist nicht möglich ... Es kommt nicht heraus ... Es ist zu dick ...

Mit zurückgebeugtem Halse und ausgespreizten Beinen lag sie da und klammerte sich mit beiden Händen an das Eisenbett, das sie mit ihren Stößen erschütterte. Es war glücklicherweise eine schöne Entbindung, der Kopf voran. Von Zeit zu Zeit schien der Kopf, der schon zum Vorschein gekommen war, wieder zurücktreten zu wollen, zurückgedrängt durch die Elastizität der zum Reißen gespannten Gewebe; und furchtbare Krämpfe umschlangen diesen Kopf bei jeder Wiederaufnahme der Geburtsarbeit, die großen Wehen schlossen ihn ein wie ein eiserner Gürtel. Endlich krachten die Knochen, alles in ihr schien zu brechen und zu reißen; sie hatte die entsetzliche Empfindung, als würden Hinterteil und Bauch ihr bersten und seien ein einziges Loch geworden, durch das ihr Leben dahin strömte; das Kind fiel auf das Bett, zwischen ihre Schenkel, inmitten einer Pfütze von Exkrementen und blutigem Schleim.

Sie hatte einen lauten Schrei ausgestoßen, den wütenden und triumphierenden Schrei der Mütter. Sogleich begann man in den Nachbarzimmern sich zu regen; schläfrige Stimmen sagten: »Was ist's? ... wird jemand gemordet? ... wird einer Gewalt angetan? ... Träumt doch nicht so laut!« Erschreckt schob sich Adele das Laken zwischen die Zähne; sie preßte die Beine zusammen und zog die Decke herauf, um das Kind zu verhüllen, das leise wimmerte wie ein Kätzchen. Doch bald hörte sie wieder das Schnarchen Julies, die sich zur Wand umgekehrt hatte; auch Lisa war wieder eingeschlafen und pfiff jetzt nicht mehr. Sie empfand jetzt eine Viertelstunde lang eine unermeßliche Erleichterung, ein unsagbares Gefühl von Ruhe und Linderung. Sie war wie tot und genoß die Süßigkeit des Nichtseins.

Dann stellten die Leibschmerzen sich wieder ein. Ein Angstgefühl störte sie auf: wird sie vielleicht ein zweites haben? Das schlimmste war, daß sie, die Augen aufschlagend, sich völlig im Finstern befand. Sie besaß nicht das kleinste Stümpfchen Kerze; dabei ganz allein, in dieser Lake, mit etwas Klebrigem zwischen den Schenkeln, womit sie nichts anzufangen wußte. Es gab Ärzte für die Hunde, aber es gab keinen für sie. Krepiere du mit samt deinem Balge! Sie erinnerte sich, hilfreiche Hand angelegt zu haben, als Frau Pichon niederkam. Was ward da nicht für eine große Vorsicht angewendet, daß der kleinen Frau kein Leid geschehe. Das Kind winselte nicht mehr; sie streckte suchend die Hand aus und begegnete einem Darm, der ihr aus dem Bauche hervorkam; und sie erinnerte sich gesehen zu haben, wie das zusammengeknüpft und abgeschnitten wurde. Ihre Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit; der Mond warf ein schwaches Licht in die Kammer. Halb tastend, halb von einem Instinkt geleitet besorgte sie, ohne sich zu erheben, eine langwierige und mühselige Verrichtung, nahm von der Wand hinter ihrem Kopf eine Schürze, riß eine Schnur ab, umwickelte den Darm und schnitt ihn mit einer Schere ab, die sie aus der Tasche ihres Kleides nahm. In Schweiß gebadet, sank sie wieder hin. Das arme Würmchen! ... Fürwahr, sie dachte nicht daran, es zu töten.

Doch die Leibschmerzen dauerten fort; es war wie etwas, das sie noch drückte und durch Krämpfe hinausgedrängt wurde. Sie zog an dem Darm, zuerst sachte, dann sehr stark. Die Bürde löste sich, ein Bündel fiel heraus, dessen sie sich entledigte, indem sie es in den Topf warf. Jetzt war es, Gott sei gedankt, zu Ende; sie litt nicht mehr; nur warmes Blut rann ihre Beine entlang.

Sie schien fast eine Stunde geschlafen zu haben.

Es schlug sechs Uhr, als das Bewußtsein ihrer Lage sie erweckte. Der Mond erhellte mit seinem kalten Lichte das Zimmerchen. Sie erhob sich mühsam, wickelte das Kind in alte Leinenfetzen und dann in zwei Zeitungsblätter. Das neugeborene Kind schwieg, das kleine Herzchen schlug noch. Da sie vergessen hatte nachzusehen, ob es ein Knabe oder ein Mädchen sei, öffnete sie das Paket noch einmal. Es war ein Mädchen. Wieder eine Unglückliche! Fleisch für einen Kutscher oder für einen Kammerdiener, wie diese Luise, die man unter einem Haustor gefunden! Keine Magd rührte sich noch; sie konnte unbemerkt hinuntergehen und das Kind in der Passage Choiseul niederlegen. Dann ging sie wieder hinauf. Sie war niemandem begegnet; endlich war ihr das Glück im Leben einmal günstig.

Sie brachte das Zimmer in Ordnung, verwischte die Spuren und legte sich dann erschöpft, totenbleich, noch immer blutend ins Bett.

So fand sie Frau Josserand, als sie endlich um neun Uhr überrascht, sie noch immer nicht herabkommen zu sehen, sich entschloß, hinaufzugehen. Die Magd klagte über einen entsetzlichen Durchfall, der sie die ganze Nacht gequält habe.

Sie werden wieder zuviel gegessen haben! rief Frau Josserand aus. Sie denken ja nur daran, sich den Bauch zu füllen.

Beunruhigt durch die Blässe der Magd, sprach sie indessen davon, den Arzt holen zu lassen. Doch als die Magd versicherte, nur der Ruhe zu bedürfen, gab sie diese Absicht sogleich wieder auf, froh darüber, die drei Franken zu ersparen. Seit dem Tode ihres Gatten lebte sie mit Hortense von einer Pension, welche die Brüder Bernheim ihr ausgesetzt hatten, was sie nicht hinderte, diese Herren als Ausbeuter zu behandeln. Sie führte jetzt eine noch schmälere Küche als früher, um ihre Wohnung und ihre Dienstage behalten zu können.

Ja, schlafen Sie, das wird Ihnen gut tun, sagte sie der Magd. Wir haben kaltes Rindfleisch zum Frühstück, und abends speisen wir auswärts. Wenn Sie nicht hinabgehen können, um Julie zu helfen, wird sie eben suchen müssen, ohne Sie fertig zu werden.

Das Essen bei den Duverdy verlief in recht heiterer Stimmung. Die ganze Familie war versammelt: die beiden Vabreschen Ehepaare, Frau Josserand, Hortense, Leo, selbst der Oheim Bachelard, der sich ganz anständig benahm. Auch Trublot war da und Frau Dambreville, die man eingeladen hatte, um sie von Leo nicht zu trennen. Dieser war, nachdem er die Nichte geheiratet, wieder in das Netz der Tante geraten, die er noch nicht entbehren konnte. In allen Salons erschienen sie zusammen; sie entschuldigten die junge Frau bald mit einem Schnupfen, bald mit einer kleinen Trägheit. Bei Tische beklagte sich die ganze Gesellschaft, daß man die junge Frau kaum noch kenne; man liebe sie so sehr, sie sei so schön. Dann sprach man von dem Chor, den Clotilde zum Schlüsse der Unterhaltung singen lassen werde. Es sollte wieder die »Schwerterweihe« zum Vortrag kommen, aber diesmal mit fünf Tenoren: das war etwas Außerordentliches, noch nicht Dagewesenes. Seit zwei Monaten war Duverdy wieder ein liebenswürdiger Hausherr geworden; er empfing seine Freunde immer mit der nämlichen Phrase: »Man sieht Sie ja gar nicht mehr; kommen Sie doch zu uns; meine Frau wird ihre Chöre wieder aufnehmen.« Seitdem die Zwischengerichte aufgetragen wurden, sprach man nur von Musik; kurz, es herrschte die erfreulichste Heiterkeit, die durch den Champagner nur noch gesteigert wurde.

Allmählich trafen die Gäste ein: Campardon, der Abbé Mauduit, der Doktor Juillerat; dazu kamen die Tischgäste, mit Ausnahme Trublots, der gleich nach aufgehobener Tafel verschwunden war. Man kam bald auf die Politik zu sprechen. Die Herren erörterten sehr lebhaft die Kammerdebatten und den Sieg der Opposition, die bei den Maiwahlen in ganz Paris ihre Kandidaten durchgesetzt hatte. Trotz der scheinbaren Befriedigung waren die Herren durch diesen Erfolg des sich widersetzenden Spießbürgertums ziemlich beunruhigt.

Mein Gott, erklärte Leo, Herr Thiers ist ja unzweifelhaft ein Mann von Talent; allein, er ist in seinen Reden über die mexikanische Expedition von einer Heftigkeit, die ihnen jede Bedeutung benimmt.

Durch die Bemühungen der Frau Dambreville war er vor kurzem zum Referendar ernannt worden und machte seinen Frieden mit dem herrschenden System. Der hungrige Demagog von ehedem war verschwunden, nur die unerträgliche Unduldsamkeit gegen die Meinung anderer war geblieben.

Sie haben vordem die Regierung aller erdenklichen Fehler angeklagt, bemerkte der Doktor Juillerat lächelnd. Ich hoffe, daß Sie wenigstens für Herrn Thiers gestimmt haben.

Leo blieb die Antwort schuldig. Theophile, der schlecht verdaute und in neuerer Zeit wieder an der Treue seiner Frau zweifelte, rief aus:

Ich habe für ihn gestimmt. Wenn die Menschen nicht in brüderlicher Eintracht leben können – ist's um so schlimmer für sie!

August wagte nicht zu gestehen, daß auch er für Herrn Thiers gestimmt habe. Bachelard bekannte sich zur allgemeinen Überraschung als Legitimist; er fand es sehr vornehm. Campardon stimmte ihm lebhaft bei; er selbst habe sich der Abstimmung enthalten, sagte er, weil der Regierungskandidat, Herr Dewinck, vom religiösen Gesichtspunkte keine ausreichenden Sicherheiten bot. Zugleich brach er in wütende Schimpfworte über das Werk »Das Leben Jesu« aus, das kurz vorher erschienen war.

Den Verfasser sollte man verbrennen, nicht das Buch! erklärte er wiederholt.

Sie gehen vielleicht zu weit, mein Freund! sagte der Abbé in versöhnlichem Tone. Aber die Symptome werden in der Tat schrecklich. Man spricht von der Vertreibung des Papstes; im Parlament sehen wir die Revolution: wir treiben einem Abgrunde zu.

Umso besser! bemerkte der Doktor Juillerat einfach.

Alle waren entrüstet. Er aber wiederholte seine Angriffe gegen das Bürgertum und prophezeite, daß an dem Tage, wo das Volk sich erheben, das Bürgertum hinweggefegt werde. Die anderen unterbrachen ihn heftig; das Bürgertum stelle die Tugend dar, die Sparsamkeit der Nation, erklärten sie. Endlich konnte sich Duverdy Gehör verschaffen; er gestand ganz offen, daß er für Herrn Dewinck gestimmt habe; nicht als ob er ganz mit seinen politischen Ansichten übereinstimme, sondern weil er das Banner der Ordnung entfaltet habe. Ja, es sei zu befürchten, daß die Schreckensherrschaft wiederkehre; Herr Rouher, der große Staatsmann, der eben an Stelle Billaults ernannt worden war, hatte es von der Tribüne herab geweissagt. Der Rat schloß mit folgenden Worten:

Der Triumph Ihrer Kandidatenliste ist die erste Erschütterung des Gebäudes. Geben Sie acht, daß es sie nicht unter seinen Trümmern begrabe!

Die Herren schwiegen in der uneingestandenen Furcht, ihre persönliche Sicherheit zu gefährden. Schon sahen sie, wie von Pulver und Blei geschwärzte Arbeiter in ihre Wohnungen drangen, ihre Mägde schändeten und ihren Wein austranken. Gewiß, der Kaiser verdiente eine Lehre, aber sie bedauerten dennoch, daß die Lehre so stark ausgefallen.

Beruhigen Sie sich, brummte der Doktor; man wird sie wieder mit Flintenschüssen retten.

Doch er ging zu weit. Man behandelte ihn als Original. Diesem Ruf der Originalität hatte er es überhaupt zu verdanken, daß er seine Praxis nicht einbüßte. Jetzt nahm er mit dem Abbé den gewohnten Streit über das bevorstehende Verschwinden der Kirche auf. Leo stellte sich auf die Seite des Priesters; er sprach in letzter Zeit viel von der Vorsehung und begleitete Frau Dambreville jeden Sonntag in die Frühmesse.

Mittlerweile waren noch mehr Gäste gekommen. Der große Salon füllte sich mit Damen. Valerie und Berta tauschten in dicker Freundschaft intime Geständnisse aus. Die andere Frau Campardon, die der Architekt mitgebracht hatte – ohne Zweifel als Ersatz für Rosa, die es vorzog, mit ihrem Dickens frühzeitig zu Bett zu gehen – gab der Frau Josserand ein Rezept, wie man die Leibwäsche ohne Seife reinigen könne. Hortense saß zur Seite und ließ kein Auge von der Tür: sie erwartete Verdier. Clotilde, die mit Frau Dambreville plauderte, erhob sich plötzlich und eilte mit ausgestreckten Armen einer neu Eintretenden entgegen. Es war ihre Freundin, Frau Octave Mouret. Die Heirat hatte nach dem Ende ihrer Trauerzeit in den ersten Tagen des November stattgefunden.

Und dein Mann? fragte die Herrin des Hauses. Er wird doch hoffentlich Wort halten.

Er ist sogleich hier, entgegnete Karoline lächelnd. Ein Geschäft hat ihn im letzten Augenblick zurückgehalten.

Man flüsterte, man betrachtete sie mit Neugierde und fand sie so schön und ruhig, ganz unverändert, wie ein Weib, das der liebenswürdigen Zuversicht lebt, daß ihm alles gelingen müsse. Frau Josserand drückte ihr die Hände und schien entzückt, sie wiederzusehen. Berta und Valerie unterbrachen ihr Gespräch, um sie aufmerksam zu prüfen, und betrachteten ihre Toilette, ein strohgelbes, mit Spitzen bedecktes Kleid. Aber inmitten dieses stillschweigenden Vergessens der Vergangenheit trug August Vabre, den die Politik kalt ließ, vor der Türe des kleinen Salons eine mit Unmut gemischte Verblüffung zur Schau. Wie! seine Schwester empfängt die Familie des ehemaligen Liebhabers seiner Frau? In diesen Groll des Ehegatten mengte sich noch der eifersüchtige Zorn des Kaufmannes, den eine siegreiche Konkurrenz ruiniert hat, denn das Geschäft »Zum Paradies der Damen« hatte ihn durch die Erweiterung des Lokals und durch Errichtung eines besonderen Lagers für Seidenwaren zu einer derartigen Erschöpfung seiner Geldmittel genötigt, daß er sich nach einem Gesellschafter umsehen mußte.

Er näherte sich Clotilden und flüsterte ihr, während Frau Mouret gefeiert wurde, ins Ohr:

Du weißt, daß ich es niemals dulden werde.

Was denn? fragte sie überrascht.

Die Frau, das ginge noch an! Die hat mir nichts zuleide getan ... aber wenn ihr Mann kommt, so gebe ich Berta einen Wink und verlasse den Salon vor aller Augen.

Sie betrachtete ihn und zuckte mit den Achseln. Karoline war ihre Jugendfreundin, und sie wollte um seiner Launen willen nicht auf das Vergnügen verzichten, sie wiederzusehen. Wer erinnert sich noch dieser Sache? fragte sie. Er tue besser daran, derlei Dinge nicht wieder aufzuwühlen, an die nur er allein noch denke. Er aber suchte sich neben Berta aufzustellen, indem er darauf rechnete, daß sie sich sofort erheben und ihm folgen werde. Berta schien ihn jedoch durch ein Stirnrunzeln zu fragen, ob er denn toll geworden sei und sich für ewige Zeiten lächerlich machen wolle?

Ja, ich wünsche es, eben um nicht lächerlich zu werden, antwortete er verzweifelt.

Frau Josserand aber neigte sich zu ihm hin und sprach in strengem Tone:

Das wird denn doch zu unschicklich, man beobachtet euch. So seid doch einmal anständig.

Er schwieg, ohne jedoch Vernunft anzunehmen. Von diesem Augenblick an herrschte eine Verlegenheit unter den Damen. Frau Mouret, die vor Berta an Clotildens Seite saß, bewahrte allein ihre lächelnde Ruhe. Man beobachtete August, der in einer Fensternische sich verborgen hatte, in derselben, in der ehemals seine Heirat entschieden wurde. Der Zorn hatte ihm Kopfschmerzen verursacht, und von Zeit zu Zeit drückte er seine Stirn an die eisigen Fensterscheiben.

Übrigens kam Octave sehr spät. Auf dem Treppenabsatz begegnete er Frau Juzeur, die, in einen Schal gehüllt, die Treppen hinunterstieg. Sie klagte über Brustschmerzen, und sie sei bloß gekommen, sagte sie, um ihr den Duverdy gegebenes Versprechen einzulösen. Ihr leidender Zustand verhinderte sie jedoch nicht, dem jungen Manne in die Arme zu fallen, um ihn zu seiner Heirat zu beglückwünschen.

Wie freue ich mich über Ihren schönen Erfolg, mein Freund! Fürwahr, ich war Ihretwegen verzweifelt und hätte nie gedacht, daß es Ihnen so schön gelingen werde ... So sagen Sie doch, was haben Sie jener angetan?

Octave küßte ihr lächelnd die Finger. Aber einer, der mit der Leichtigkeit einer Gemse die Treppen hinanlief, störte sie in ihrem Gespräch. Octave erkannte höchlich überrascht Saturnin. Er war es in der Tat. Man hatte ihn vor einer Woche aus der Anstalt zu Sankt-Evrard entlassen, wo man ihn nicht weiter behalten wollte, weil die Ärzte seinen Wahnsinn noch immer nicht für entwickelt genug hielten. Ohne Zweifel brachte er den Abend bei Marie Pichon zu, wie ehemals an den Empfangstagen seiner Eltern.

Durch diesen Gedanken wurden mit einem Schlage die Erinnerungen an längstverflossene Zeiten wachgerufen. Octave hörte von oben eine verklingende Stimme, die Romanze, mit der Marie die Langeweile ihrer einsamen Stunden verscheuchte; er sah sie wieder in ihrer ewigen Einsamkeit neben der Wiege, in der Lilitte schlief, der Rückkehr ihres Mannes harrend, mit der Liebenswürdigkeit einer nutzlosen, aber sanften Frau.

Ich wünsche Ihnen alles Glück zu Ihrem ehelichen Leben, begann wieder Frau Juzeur, ihm zärtlich die Hände drückend.

Um nicht mit ihr zugleich in den Salon treten zu müssen, verzögerte er seinen Eintritt, indem er langsam seinen Überzieher auszog; da kam plötzlich Trublot im Frack, barhaupt, mit bestürzter Miene, vom Küchengange her.

Sie wissen, sie befindet sich noch immer sehr unwohl, seufzte er, während Hyppolite Frau Juzeur in den Salon führte.

Wer denn? frug Octave.

Wer sonst als Adele, die Dienstmagd von oben.

Als er ihr Unwohlsein erfahren, war er nach Tisch in väterlicher Sorgfalt zu ihr hinaufgegangen, um zu sehen, wie es ihr gehe. Es müsse ein heftiger Durchfall sein, erklärte er weiter; die Ärmste bedürfe eines guten Glühweins, und es fehle ihr dazu selbst der Zucker. Als er seinen Freund mit gleichgültiger Miene lächeln sah, fuhr er fort:

Ja so, freilich, Sie sind verheiratet, Sie Spötter, das interessiert Sie also nicht mehr.

Sie traten zusammen in den Salon ein. Die Damen plauderten eben über ihre Dienstboten und erhitzten sich dermaßen, daß sie die beiden nicht eintreten sahen. Sie alle stimmten beifällig den Worten der Frau Duverdy zu, die verlegen erklärte, weshalb sie Clémence und Hyppolite behalte: er sei wohl roh, aber sie sei so geschickt, daß man gern ein Auge über den Rest zudrücke. Valerie und Berta konnten kein passendes Mädchen finden und hatten schon aller Hoffnung entsagt; da gab's keine Stellenvermittlung mehr, dessen verderbtes Personal nicht durch ihre Küche gewandert war. Dann kam die Reihe an Frau Josserand, die heftig über Adele herfiel, deren neueste Unverschämtheit und Schmutzigkeit sie erzählte, die sie aber trotz alledem behielt. Die andere Frau Campardon überhäufte Lisa mit Lobsprüchen; sie sei eine wahre Perle ohne Fehl und Makel – mit einem Wort: eine jener verdienstvollen Mägde, die preisgekrönt zu werden verdienen.

Sie gehört schon ganz zur Familie, fuhr sie fort. Unsere kleine Angela besucht einen Lehrkurs im Rathause, und wir lassen sie immer von Lisa begleiten. Sie könnten auch mehrere Tage miteinander ausbleiben, ohne daß wir beunruhigt wären.

In diesem Augenblick wurden die Damen Octave gewahr. Er schritt auf Clotilde zu, um sie zu begrüßen. Berta blickte ihn an und fuhr dann ohne Verlegenheit fort, mit Valerie zu plaudern, die mit ihm einen zärtlichen Blick selbstloser Freundschaft austauschte. Die übrigen, Frau Josserand, Frau Dambreville, betrachteten ihn, ohne es sonderlich merken zu lassen, mit teilnahmvollem Interesse.

Endlich sind Sie da! rief in liebenswürdigem Tone Clotilde. Ich war schon besorgt, daß unser Chor nicht vollständig sein werde.

Als Frau Mouret ihren Gatten sanft auszankte, weil er auf sich warten lasse, entschuldigte er sich mit den Worten:

Aber, liebe Frau, es war mir unmöglich ... Es schmerzt mich unendlich, Gnädigste. Übrigens bin ich jetzt da und stelle mich Ihnen zur Verfügung.

Unterdessen blickten die Damen mit Besorgnis nach der Fensternische, in die August sich zurückgezogen hatte. Es befiel sie einen Augenblick ein Gefühl der Furcht, als sie bei dem Klange von Octaves Stimme ihn sich umdrehen sahen. Seine Kopfschmerzen hatten sich ohne Zweifel verschlimmert, seine Augen waren trübe geworden, als hätten sie alle Finsternis der Gasse in sich gesogen. Er setzte sich wieder hinter seine Schwester und sprach zu ihr:

Schicke sie fort, oder wir gehen.

Clotilde zuckte wieder die Achseln. August schien ihr einige Minuten zur Überlegung gönnen zu wollen; er werde noch einige Augenblicke warten, dachte er bei sich, umso mehr als Trublot mit Octave in den kleinen Salon gegangen war. Die Damen waren noch immer nicht beruhigt, denn sie hörten, wie August seiner Frau ins Ohr raunte:

Wenn er hierher zurückkommt, erhebst du dich und folgst mir. Wenn nicht, kannst du zu deiner Mutter zurückkehren.

Im kleinen Salon war der Empfang gleichfalls ein sehr herzlicher. Wenn Leo sich auch kalt zeigte, schienen doch Onkel Bachelard und Theophil durch ihren Händedruck, mit dem sie Octave empfingen, zu erklären, daß die Familie alles vergessen habe. Octave beglückwünschte Campardon, der, seit vorgestern ausgezeichnet, auf der Brust ein breites, rotes Ordensband trug; und der Architekt machte ihm Vorwürfe, daß er nicht hin und wieder komme, um eine Stunde bei seiner Frau zu verbringen; sei man auch verheiratet, so müsse man deshalb noch lange nicht seine fünfzehnjährigen Freundschaften vergessen. Überrascht und unruhig blieb der junge Mann vor Duverdy stehen, den er seit dessen Genesung nicht gesehen hatte; mit peinlichen Blicken betrachtete er seine nach links verrenkte Kinnlade, die seinem Gesicht eine schiefe Stellung gab. Als der Rat zu sprechen begann, gab's ein weiteres Erstaunen: seine Stimme war um zwei Töne gesunken und klang hohl wie aus einem Keller.

Finden Sie nicht, daß er jetzt viel besser aussieht? fragte Trublot Octave, den er an die Schwelle der großen Salontür zurückführte. Gewiß verleiht es ihm eine majestätische Würde. Ich sah ihn vorgestern die Gerichtsverhandlung leiten ... Hören Sie: die Herren sprechen gerade von jener Sitzung.

In der Tat waren die Herren von der Politik zur Moral übergegangen. Sie hörten Duverdy zu, der die Einzelheiten eines Prozesses erzählte, in der sein Vorgehen vielfach lobend bemerkt wurde. Ja, er sollte sogar zum Senatspräsidenten und Offizier der Ehrenlegion ernannt werden. Es handelte sich um einen Kindesmord, begangen vor einem Jahre. Die entmenschte Mutter, eine wahrhaftige Wilde, wie er bemerkte, war zufällig gerade die Schuhstepperin, seine frühere Mieterin, diese große, blasse und trostlose Person, deren beträchtlicher Bauch Herrn Gourd entrüstet hatte. Und wie dumm sie war! Ohne zu bedenken, daß dieser Bauch sie verrate, hatte sie sich unterfangen, ihr Kind entzweizuschneiden, um es so in einer Hutschachtel zu verwahren. Selbstverständlich hatte sie den Geschworenen einen ganzen Roman erzählt; von ihrem Verführer verlassen, im Elend, hungernd, in einem Anfall von Verzweiflung angesichts des Kindes, das sie nicht ernähren konnte: kurz dasselbe, was sie alle sagen. Doch mußte man ein Exempel statuieren. Duverdy wünschte sich Glück dazu, die Verhandlung mit jener ergreifenden Wahrheit zusammengefaßt zu haben, die zuweilen das Urteil entscheidet.

Haben Sie sie verurteilt? fragte der Doktor.

Zu fünf Jahren, antwortete der Rat mit seiner neuen, verschnupften und grabeshohlen Stimme. Es ist Zeit, der Liederlichkeit einen Damm zu setzen, die Paris zu überschwemmen droht.

Trublot stieß Octave mit dem Ellbogen an. Beide waren nämlich von dem mißglückten Selbstmordversuch unterrichtet.

Hören Sie? brummte er. Ohne Übertreibung, jetzt hat er die rechte Stimme. Sie rührt uns jetzt, sie dringt zum Herzen ... Und wenn Sie ihn erst gesehen hätten in seinem roten Kleide mit seinem schiefen Maul! Meiner Treu, er hat mir Furcht eingejagt, er war ganz eigenartig. Wissen Sie, etwas Vornehmes lag in seiner majestätischen Würde, das einem Respekt einflößen mußte!

Dann schwieg er still und horchte dem Gespräch der Damen, die ihre Unterhaltung über die Dienstboten wieder aufnahmen. Frau Duverdy erzählte, sie habe gerade heute morgen Julie gekündigt; nicht als ob sie etwas gegen die Küche dieses Mädchens hätte, allein das sittliche Betragen sei das Allererste in ihren Augen. Die Wahrheit aber war, daß sie gewarnt durch Doktor Juillerat und besorgt um die Gesundheit ihres Sohnes, dessen Streiche sie in ihrem Hause duldete, um ihn besser überwachen zu können, eine Auseinandersetzung mit Julie hatte, die seit einiger Zeit kränkelte. Diese aber, als tüchtige Köchin, deren Art es nicht war, sich mit ihren Dienstgebern zu streiten, nahm die Kündigung an, ohne es auch nur der Mühe wert zu finden, ihr zu antworten, daß sie, wie schlecht sie sich auch aufführe, nicht alles hinzunehmen gesonnen sei, was sie hinnehmen mußte, ganz abgesehen von dem unanständigen Betragen des jungen Herrn Gustav. Frau Josserand schloß sich sogleich der Ansicht Clotildens an: jawohl, in der Frage der Sittlichkeit müsse man ganz unerbittlich sein: wenn sie zum Beispiel Adele, diesen groben und dummen Klotz behalte, so geschehe es nur wegen der Anständigkeit jener Gans. In dieser Hinsicht könne man ihr nichts vorwerfen.

Arme Adele, wenn man bedenkt! seufzte Trublot, wieder ergriffen von der Zärtlichkeit für die Unglückliche, die da oben unter ihrer dünnen Bettdecke fror.

Dann neigte er sich zu Octave hin und fuhr fort:

Dieser Duverdy könnte ihr doch zumindest eine Flasche Bordeaux hinaufschicken.

Ja, meine Herren, fuhr der Rat fort, die Statistik beweist ganz klar, daß die Kindesmorde in ganz erschreckendem Maße zunehmen ... Sie geben heute den Eingebungen Ihrer Gefühle zuviel Raum, wie sie denn überhaupt zu großen Mißbrauch treiben mit der Wissenschaft, mit ihrer angeblichen Menschenkenntnis, mit der man bald dahin gelangen wird, das Gute vom Bösen nicht unterscheiden zu können ... Die Unzucht läßt sich nicht heilen, sie muß mit der Wurzel ausgeschnitten werden.

Diese Bemerkung war gegen Doktor Juillerat gerichtet, der vorher den Fall der Schuhstepperin vom Standpunkte der Medizin beurteilt haben wollte.

Im übrigen zeigten sich auch die anderen Herren von Abscheu und Strenge erfüllt. Campardon erklärte, er vermöge das Laster nicht zu begreifen; Onkel Bachelard verteidigte die Kindheit, Theophil verlangte eine fachwissenschaftliche Untersuchung, Leo besprach die Prostitution in ihrer Beziehung zu dem Staate, während Trublot auf eine Anfrage Octaves diesem von Duverdys neuer Geliebten erzählte: sie sei eine recht nette Frau, etwas reif schon, aber mit romantischen Neigungen und empfänglichem Herzen für das Ideal, dessen der Rat bedürfe, um seine Seele zu läutern: kurz eine empfehlenswerte Person, die seinem Haushalte den Frieden wiedergebe, ihn gehörig ausbeute und nebenbei mit seinen Freunden betrüge – und zwar mit Vermeidung alles überflüssigen Aufsehens. Der Abbé Mauduit allein schwieg still mit zu Boden gesenkten Augen und die Seele von Trauer erfüllt.

Man schickte sich mittlerweile an, den Chor der »Schwerterweihe« zu singen. Der Salon hatte sich gefüllt: eine Flut von Toiletten drängte sich unter dem hellen Lichte der Kronleuchter und Lampen, ein heiteres Gelächter lief durch die geraden Sesselreihen; gedeckt durch diesen Lärm zankte Clotilde leise ihren Bruder August aus, der, als er Octave mit den Herren vom Chor eintreten sah, den Arm Bertas ergriff und sie zwingen wollte, sich zu erheben. Doch von den Kopfschmerzen geplagt und durch die stumme Mißbilligung der Damen entmutigt, gab er bald nach. Die strengen Blicke der Frau Dambreville brachten ihn zur Verzweiflung:: selbst die andere Frau Campardon war gegen ihn. Frau Josserand entschied die Sache. Sie trat plötzlich dazwischen und drohte, ihre Tochter zurückzunehmen und ihm niemals die 50 000 Franken Mitgift zu geben; denn sie sprach noch immer sehr entschieden von dieser Mitgift. Sie wandte sich zum Onkel Bachelard, der hinter ihr neben Frau Juzeur stand und ließ ihn sein Versprechen wiederholen. Der Onkel legte die Hand aufs Herz: er kenne seine Pflicht, versicherte er; die Familie gehe ihm über alles. August wich geschlagen zurück; er flüchtete in die Fensternische und preßte die glühende Stirne an die eisigen Scheiben. –

Octave aber war von seltsamen Empfindungen bewegt, als er in diesen Kreis wieder eintrat. Ihm war, als ob den zwei Jahren, die er in diesem Hause verlebt hatte, die Krone aufgesetzt werde. Seine Frau war da und lächelte ihm zu, und dennoch schien in seinem Dasein sich nichts ereignet zu haben: Heute war wie gestern; es gab keinen Stillstand und keine Entwicklung. Trublot zeigte ihm neben Berta den neuen Teilhaber, einen kleinen, sehr koketten, blonden Herrn, der sie, wie man sagte, mit Geschenken überhäufe. Der Onkel Bachelard, wieder in die Poesie verfallen, zeigte sich der Frau Juzeur im Lichte der Schwärmerei und rührte sie durch seine intimen Mitteilungen über Fifi und Gueulin. Theophil, der wieder von Zweifeln geplagt wurde und entsetzlich hustete, zog den Doktor Juillerat beiseite und bat ihn, er möge doch seiner Frau ein beruhigendes Mittel geben. Campardon, die Augen fortwährend auf die Kusine Gasparine gerichtet, sprach von seiner bischöflichen Diözese Evreux und kam schließlich auf die großen Arbeiten in der neuen Straße des 10. Dezember zu reden. Er verteidigte Gott und die Kunst, schloß übrigens mit der Bemerkung, daß er sich um die Welt nicht viel kümmere, denn er sei Künstler. Hinter einem Blumentopfe war der Rücken eines Herrn zu sehen, den alle heiratsfähigen Töchter mit vieler Neugierde betrachteten. Es war Verdier, der mit Hortense sprach. Sie waren in einer ziemlich erregten Erklärung vertieft und verschoben schließlich die Hochzeit wieder bis zum Frühjahr, um die andere mit ihrem Kinde nicht zur Winterszeit auf das Straßenpflaster zu setzen.

Der Chor begann. Der Architekt stimmte mit gerundetem Munde den ersten Vers an. Clotilde schlug ihren Akkord und warf ihren Schrei in den Saal. Und dann fielen die Stimmen ein, der Gesang schwoll an und entwickelte sich allmählich zu einer Heftigkeit, welche die Kerzen zittern und die Damen erbleichen ließ, Trublot, der unter den Bässen nicht zu verwenden war, wurde wieder als Bariton versucht. Die fünf Tenöre wurden sehr bemerkt, insbesondere Octave; Clotilde bedauerte sehr, daß sie ihm nicht eine Solopartie anvertrauen konnte. Als die Stimmen sich endlich senkten und sie die Begleitung dämpfte, den taktmäßigen Gang einer Scharwache nachahmend, brach ein rauschender Beifall los, sie ward von allen Seiten beglückwünscht, ebenso die Herren vom Chor.

Beim Tee, der dann folgte, gab es das nämliche Auftreten der Gäste, die nämlichen Tassen und die nämlichen Butterbrote. Der Abbé Mauduit befand sich einen Augenblick allein in dem verödeten Salon. Er betrachtete durch die weit geöffnete Tür das Gewühl der Gäste und lächelte überwunden. Noch einmal warf er den Mantel der Religion über dieses verderbte Bürgertum als Zeremonienmeister, der das Gebreste verhüllt, um die endliche Auflösung hintanzuhalten. Er mußte wohl die Kirche retten, da Gott auf seinen verzweiflungsvollen Schrei nicht geantwortet hatte.

Um Mitternacht begann die Schar der Gäste sich zu lichten. Campardon entfernte sich mit der anderen Frau Campardon unter den ersten. Leo und Frau Dambreville folgten ihm bald, vertraulich und einträchtig wie ein Ehepaar. Verdier war längst fort, als Frau Josserand sich mit Hortense zurückzog und dieser eine Strafpredigt hielt darüber, was sie ihren romantischen Eigensinn nannte. Der Onkel Bachelard, vom Punsch berauscht, hielt an der Türe Frau Juzeur noch einen Augenblick zurück, deren erfahrungsreiche Ratschläge ihn erfrischten und stärkten. Trublot hatte Zucker gestohlen und wollte ihn über den Küchengang Adelen bringen, allein im Vorzimmer befand er sich August und Berta gegenüber; er ward sehr verlegen und tat, als ob er seinen Hut suche.

In diesem Augenblick kam auch Octave mit seiner Frau heraus und verlangte die Überkleider. Es herrschte allgemeine Verlegenheit. Das Vorzimmer war nicht groß; Berta und Frau Mouret standen hart nebeneinander, während Hyppolite die Garderobe durchstöberte. Sie lächelten einander zu. Als die Türe geöffnet ward, standen die beiden Männer, Octave und August, einander gegenüber und machten unter höflichen Grüßen einander Platz. Endlich willigte Berta ein, zuerst hinauszugehen, nicht ohne vorher Frau Mouret einen kurzen Gruß zuzunicken. Valerie, die mit Theophil wegging, betrachtete Octave mit der wohlwollenden Miene einer uneigennützigen Freundin. Sie und er wären allein in der Lage gewesen, sich alles zu sagen.

Auf Wiedersehen, nicht wahr? wiederholte Frau Duverdy den beiden Ehepaaren freundlich.

Auf dem Treppenabsatz stand Octave betroffen still. Er sah den geschniegelten blonden Herrn, den Teilhaber im Zwischengeschoß und wie Saturnin, von Frau Pichon kommend, ihm die Hand drückte und dabei blökte: »Freund ... Freund ...« Eine seltsame Regung von Eifersucht quälte ihn zuerst; dann lächelte er. Es war die Vergangenheit. Er sah im Geiste seine Liebschaften wieder, die ganze Zeit, die er in Paris durchgemacht: die Willfährigkeit der guten, kleinen Pichon, seinen Mißerfolg bei Valerie, der er eine angenehme Erinnerung bewahrte, sein törichtes Verhältnis mit Berta, das er als verlorene Zeit bedauerte. Heute war er am Ziele; Paris war erobert, und er folgte galant der Frau, die er im Innern noch immer Frau Hédouin nannte; er bückte sich, um ihre Schleppe so zu richten, daß sie nicht an den Eisenringen der Treppenstufen hängen bleibe.

Das Haus hatte wieder sein spießbürgerlich würdiges Aussehen. Er glaubte die in der Ferne verhallende Romanze Maries zu hören. Unter der Toreinfahrt begegnete er Julius, der erzählte, daß Frau Vuillaume sehr krank sei und sich weigere, ihre Tochter zu sehen. Das war alles. Der Doktor und der Abbé gingen als letzte fort, wobei sie ihre Auseinandersetzungen fortsetzten, Trublot hatte sich zu Adelen geschlichen, um diese zu pflegen. Die stille Treppe mit ihren züchtigen Türen lag wie in einem warmen Schlafe da. Es schlug ein Uhr, als Herr Gourd, den seine Gattin behaglich im Bett erwartete, das Gas auslöschte. Das Haus verfiel in die Feierlichkeit des Dunkels, gleichsam untergegangen in der Keuschheit seines Schlafes.

Nachdem am folgenden Morgen Trublot sich entfernt hatte, der die ganze Nacht mit väterlicher Sorgfalt bei Adele gewacht, schleppte sich diese in die Küche hinab, um jeden Argwohn von sich abzulenken. Da in der Nacht Tauwetter eingetreten war, öffnete sie das Fenster, um frische Luft einzulassen. Da drang aus der Tiefe des engen Hofes Hyppolites wütende Stimme an ihr Ohr.

So ein Schweinevolk! Wer hat denn wieder Wasser ausgeschüttet? Das Kleid der Frau ist verloren!

Er hatte das Kleid seiner Herrin hinausgehängt, um es zu lüften und später auszubürsten, und fand es mit irgendeiner Flüssigkeit vollgeschüttet. Da erschienen in sämtlichen Stockwerken die Mägde, in heftigen Worten die Beschuldigung von sich zu weisen. Der Streit war entfesselt, eine Flut von scheußlichen Schimpfreden stieg aus der Kloake auf. Wenn Tauwetter war, troff das Wasser von den Mauern; ein pestilenzialischer Gestank drang aus dem kleinen finstern Hofe herauf, die verfaulten Abfälle sämtlicher Stockwerke schienen zusammenzuströmen und ihren Mißduft aus diesem Ausguß des Hauses heraufzusenden.

Ich bin es nicht, sagte Adele sich herausneigend, ich komme eben erst herunter.

Lisa schaute überrascht hinauf.

Wie, Sie sind auf den Pfoten? rief sie hinauf. Nun, was ist's? Sie wären beinahe abgefahren?

Ach ja, ich habe eine greuliche Kolik gehabt!

Dies unterbrach den Streit. Die neuen Mägde von Valerie und Berta, ein großes Kamel und ein kleines Pferd, wie sie genannt wurden, betrachteten neugierig das bleiche Gesicht Adelens. Auch Victoire und Julie verrenkten sich schier die Hälse, um sie zu sehen. Alle hatten etwas vermutet; denn es sei widernatürlich, sich so zu winden und dabei so zu heulen.

Sie haben vielleicht Muscheln gegessen? fragte Lisa.

Ein Gelächter brach los, neue Schimpfreden stiegen auf, während die Unglückliche erschrocken stammelte:

Laßt mich in Ruhe, ich bin krank genug! Wollt ihr mich umbringen?

Nein, das wollten sie nicht. Sie war dumm wie ein Klotz und schmutzig wie eine Pfarrersköchin; allein die Mägde hielten doch zusammen und taten einander kein Leides. Man kam jetzt natürlich auf die Herrenleute zu sprechen; die gestrige Abendgesellschaft fand eine scharfe Verurteilung.

Sie haben sich alle wieder zusammengefunden? fragte Victoire, die an einem Gläschen Schnaps nippte.

Hyppolite, der damit beschäftigt war, das Kleid seiner Herrin zu reinigen, erwiderte:

Diese Leute haben so wenig ein Herz im Leibe wie meine Stiefel. Wenn sie einander ins Gesicht gespien haben, waschen sie sich damit ab und halten sich dann für sauber.

Sie müssen sich ja verständigen, bemerkte Lisa; sonst kämen ja wir bald daran.

Jetzt entstand ein Aufruhr. Eine Türe ward geöffnet; schon hatten sich die Mägde in die Küchen zurückgezogen, als Lisa erklärte, es sei Angela; das Kind sei nicht gefährlich, denn es verstehe alles. Die schadenfrohen, rachsüchtigen Reden der Mägde wurden fortgesetzt; die ganze schmutzige Wäsche der letzten zwei Jahre ward hervorgeholt. Der Schluß war, daß sie sich ordentlich wohl fühlten, keine Bürgersleute zu sein, die mit den Nasen im Unflat gar so behaglich lebten.

He, sag' einmal! schrie Victoire plötzlich hinauf, hast du etwa mit dem schiefmäuligen Hausherrn die Muscheln gegessen?

Ein wütendes Gewieher erschütterte den Lichthof. Hyppolite zerriß dabei das Kleid seiner Herrin; doch mache er sich nichts daraus, erklärte er; es sei noch zu gut für sie. Das große Kamel und das kleine Pferd platzten fast vor Lachen. Adele aber, die sich kaum auf den Beinen zu halten vermochte, rief mit bebender Stimme in das Getöse hinein:

Ihr seid herzlose Tiere! Wenn ihr krepiert, will ich vor euren Leichen hertanzen!

Ach, Fräulein! sagte Lisa, die sich hinausneigte und an Julie das Wort richtete, wie glücklich sind Sie doch, schon in acht Tagen diese Baracke verlassen zu dürfen! ... Man wird hier gegen seinen Willen unanständig! Ich wünsche Ihnen ein besseres Haus!

Julie war eben damit beschäftigt, einen Steinbutt für den Abend herzurichten; ihr Arm war ganz blutig von den Eingeweiden des Fisches; so kam sie zum Fenster und neigte sich neben Hyppolite hinaus. Sie zuckte die Achseln und erwiderte philosophisch:

Mein Gott, Fräulein: diese Baracke oder jene Baracke – es sind sich alle gleich. Wer die eine gebaut hat, der hat auch die andere gebaut. Es ist überall Schwein & Compagnie!

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