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Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma

Fritz Reck-Mallaczewen: Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma - Kapitel 9
Quellenangabe
authorFritz Reck-Malleczewen
titleDer grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma
publisherSchützen-Verlag
printrun6.-10. Tausend
year1940
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170306
projectidc74a7813
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Die Saporogner Kosaken an Sultan Muhamed IV.

1675

Nachdem die Türken unter Sultan Muhamed IV. – dem nämlichen, der später Wien belagerte und an Kaiser Leopold I. den weiter unten wiedergegebenen Brief richtete – 1674 die ›Stara Siec‹, das Alte Lager der Saporoger Kosaken an der Certomlyka (Nebenfluß des Dnjepr), überfallen und dabei nutzlos fünfzehntausend Mann ihrer Elitetruppen verloren hatten, war der Haß zwischen ihnen und den berühmten Saporogern aufs höchste gestiegen, während der Übermut der Kosaken durch einen weiteren, im folgenden Jahre bei der Furt Sivac in der Krim erfochtenen Sieg noch wuchs.

Der Sultan war vermessen genug, die Unterwerfung der Saporoger, die ihn allenthalben geschlagen hatten, in einem Briefe zu verlangen, in dem er sich selbst die Titulatur ›Bruder der Sonne und des Mondes, Enkel und Statthalter Gottes, Beherrscher von Groß- und Kleinägypten, Mazedonien, Babylon und Jerusalem, König der Könige, Ritter ohnegleichen, unablässiger Hüter des Grabes Jesu Christi, Pfleger Gottes, Hoffnung und Trost aller Muselmänner, Unruhe aller Christen‹ nannte.

Die Antwort war der nachfolgende, von der gesamten Kosakentagung verfaßte Brief Die erstmalige Übersetzung aus dem Ukrainischen verdanke ich Herrn Staatsbibliothekar Dr. Walker von der Bayerischen Staatsbibliothek zu München. Vgl. D. I. Evarnickij: › Ocerki po istorii zaporozskich kozakow i Novorossijskago kraja‹, Sanct Petersburg, 1889., der in seiner unerhörten Grobheit mit jedem einzelnen der oben zitierten Titel abrechnet. Die Szene der Niederschrift ist von dem russischen Maler Rjepin in einem seiner bekanntesten Bilder festgehalten worden.

Du türkischer Schaitan, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifer Sekretär!

Was in Teufels Namen bist Du eigentlich für ein trauriger Ritter? Was der Teufel sch..., das frißt Du sammt Deinen Scharen, und schwerlich wird es Dir glücken, Christensöhne in Deine Gewalt zu bekommen.

Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und Lande uns mit Dir schlagen, Du Babylonischer Küchenchef, Du Mazedonischer Radmacher, Alexandrinischer Ziegenmetzger, Jerusalemitischer Bierbrauer, Erzsauhalter des großen und des kleinen Ägypten ...

Du Armenisches Schwein, Du Tartarischer Geisbock, Du Henker von Kamenetz und Taschendieb von Podolsk, Du Enkel des leibhaftigen Satans und Narr der ganzen Welt und Unterwelt, dazu unseres großen Gottes Dummkopf ...

Schweineschnauze, Stutena ..., Metzgerhund, ungetaufter Schädel! Ausdämpfen soll der Teufel Deine Frau Mutter, und also, Du Unflätiger, antworten Dir die Saporoger! Denn einer Mutter rechtgläubiger Christen bist Du nicht würdig.

Da wir keinen Kalender haben, so wissen wir das Datum nicht, der Mond steht am Himmel, das Jahr steht im Buch geschrieben, und der Tag ist der gleiche, wie bei Euch.

Wofür Du uns den Hintern küssen kannst.

Der Lager-Ataman Iwan Syrko
mitsamt dem ganzen Lager der
Saporoger Kosaken.

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