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Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma

Fritz Reck-Mallaczewen: Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma - Kapitel 6
Quellenangabe
authorFritz Reck-Malleczewen
titleDer grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma
publisherSchützen-Verlag
printrun6.-10. Tausend
year1940
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170306
projectidc74a7813
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Martin Luther an Friedrich von der Grüne Churfürstlichen Zeugmeister und Festungsingenieur zu Wittenberg

Wohl Ende 1541

Von der Grüne plante im Herbst 1541 einen neuen Wallbau, der Luthers Haus erheblich beeinträchtigte.

Mein lieber Zeugmeister.

Ihr wißt, daß Euch von meinem gnädigen Herrn Der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen. Der Brief ist an unwesentlichen Stellen gekürzt. verboten ist, mir zu nahe oder zu Schaden zu bauen. Nun fahret Ihr zu aus eigenem Streit und Frevel und verschüttet mir das Mittelgemach bis zum Gitterwerk, was Euch ohne Zweifel, da es gegen den Befehl des Gnädigen Herrn und gegen meine Einwilligung geht, der Teufel anbefohlen hat. Wie es denn Jedermann spürt und öffentlich schreibt, daß es Euch nicht um Euern Bau, sondern um das Haus zu tun ist, mich hinaus zu nötigen und Kurfürstlichen Brief und Siegel in den Dreck zu treten.

Demnach ists mein Wille, Ihr wollet bald nach Erhalt dieser Schrift denselbigen Schutt von dem anderen Gemach wieder fortführen, denn ich will ihn dort nicht leiden, da habt Ihr Euch nach zu richten. Desgleichen will ich mein Brautor, das Ihr zu meinem Verdruß mit Steinen verdorben habt, wieder von Euch ausgebessert haben, auch von Euch versichert sein, daß der Schutt mir nicht die Mauer einstoße. Werdet Ihr solches nicht tun, so will ich mir von Euch als einem gottlosen Knecht nicht nehmen lassen, was ein Christlicher Fürst mir gegeben, versiegelt und verbrieft hat und wills alles meinem Gnädigen Herrn anzeigen.

Denn des sollt Ihr gewiß sein, daß ich für Euern verfluchten Bau, mit dem Ihr meinem Gnädigsten Herrn den Beutel räumt, auch nicht ein Haar breit räumen will. Und hiemit Gott befohlen, der Euch bekehre und anders mache, da Ihr sonst binnen Kurzem im Abgrund der Hölle wäret. Das aber will ich Euch nicht wünschen und hätt' auch sonst solch Schreiben an Euch nicht gelassen. Damit ich aber vor Gott entschuldigt sei und Ihr Eure Sünde und Bosheit selbst tragen müßt, so sollt Ihr hiemit verwarnt sein. Es sind schon viel größere Teufel und Tyrannen gewesen, als Ihr, sie sind aber alle dahin und haben die Sonne am Himmel müssen stehn lassen.

Martinus Luther D.

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