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Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma

Fritz Reck-Mallaczewen: Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma - Kapitel 28
Quellenangabe
authorFritz Reck-Malleczewen
titleDer grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma
publisherSchützen-Verlag
printrun6.-10. Tausend
year1940
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170306
projectidc74a7813
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Die Marquise de Belboeuf an Madame Laffite

Die Belboeuf repräsentierte den nämlichen Typ wie die Solms, verkehrte aber bei der Prinzessin Mathilde Bonaparte und stand auf der gesellschaftlichen Staffel des damaligen Paris immerhin um einige Sprossen höher als die ›geborene Bonaparte-Wyse‹. Die Laffite war die Geliebte des Schriftstellers E. de Sue.

Sie haben, Madame, letzthin die ungeheuerliche Verwegenheit besessen, Ihre Gäste, zu denen auch ich mich zählen mußte, in Ihr Schlafgemach zu führen, damit sie dort die wahrhaft phantastischen Ausmaße Ihres Bettes bewundern könnten.

Ich setze mich mit Geschmacksfragen nicht auseinander, und wenn Sie Ihre Gäste, die aus Höflichkeitsgründen an Ort und Stelle kaum protestieren konnten, zu diesem Schmerzensgange nun einmal gezwungen haben, so ist das Ihre Sache, und es bleibt uns, den davon Betroffenen, lediglich die Frage, mit welchen Örtlichkeiten Ihrer Wohnung wir bei der nächsten Gelegenheit werden Bekanntschaft machen.

Wenn Sie es aber wagen, in seinen wahrhaft erschreckenden Abmassungen Ihr Bett bewundern zu lassen, so provozieren Sie den Widerspruch! Es soll Herren der Gesellschaft geben, die im Tischlerhandwerk dilettieren und zu Hause wohl auch eine kleine Hobelbank stehn haben – natürlich eine kleinere, als der berufsmäßige Tischler sie hat. Was also weiter mit Ihrem gewaltigen Bett, da doch nun einmal das Handwerkszeug des Professionals größer zu sein pflegt als das des Dilettanten?

Ich hoffe, Madame, Sie werden diesem meinem Einwurfe die Berechtigung nicht absprechen und den Ausdruck meiner Ergebenheit genehmigen!

Marie Victoire de Belboeuf.

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