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Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma

Fritz Reck-Mallaczewen: Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma - Kapitel 19
Quellenangabe
authorFritz Reck-Malleczewen
titleDer grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma
publisherSchützen-Verlag
printrun6.-10. Tausend
year1940
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170306
projectidc74a7813
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Ludwig van Beethoven

1819

An einen Unbekannten. Der hier gekürzt wiedergegebene Brief beschäftigt sich offenbar mit Personen, die auf die Erziehung des Neffen einen Beethoven nicht genehmen Einfluß zu nehmen versucht hatten.

Ich protestiere wider den Brief, welchen Br. an die Frau B. in meinem Namen geschrieben hat ...

Dieser Esel, dieser Pferdeerzieher! Gott bewahre uns! Sollte sich dieser Flegel unterstehn, die Mutter ferner vorzulassen, so werde ich (ihn?) als Verführer der Jugend in schlechter Gesellschaft anklagen.

Ludwig van Beethoven.

*

An den Pianisten Franz Schoberlechner, der Beethoven um allerlei Empfehlungen gebeten hatte ...

(Juni 1823.)

Ein tüchtiger Kerl hat keine anderen Empfehlungen nötig, als von guten Häusern in wieder dergleichen andere.

Beethoven.

*

An den Verlag Breitkopf & Härtel, als Begleitschreiben zu Korrekturbogen. Erheblich gekürzt um spezielle Korrekturrügen.

P. P.

Fehler, Fehler, Sie selbst sind ein einziger Fehler! Da muß ich meine Copisten hinschicken, dort muß ich selbst hin, wenn ich will, daß meine Werke nicht als bloße Fehler erscheinen ...

Beethoven.

*

An den Kopisten Wolanek. Wolaneks von Beethoven so herb gerügter Brief, datierend wohl vom Januarende 1825, lautet in einem Deutsch, das auf Herkunft und Bildungsstand W.s ein ziemlich helles Licht wirft, wie folgt:
›Da ich mit dem Einsetzen des Finale in (!) Partitur zu Ostern erst fertig werden kann und Sie selbes um diese Zeit nicht mehr benöthigen, so übersende ich nebst dem bereits angefangenen sämmtliche Stimmen zu Ihrer gefälligen Disposition.
Dankbar bleibe ich für die erwiesene Ehre Ihrer mir zugekommenen Beschäftigung verpflichtet. Was ferner das sonstige mißhellige Betragen gegen mich betrifft, so kann ich belächelnd selbes (!) nur als eine angenommene (!) Gemütswallung ansehn: in der Töne Ideen Welt herrschen so viele Dissonanzen, sollten Sie nicht auch in der wirklichen? (!)
Tröstend ist mir nur die feste Überzeugung, daß dem Mozart und Haydn, jenen gefeierten Künstlern, bei Ihnen, in der Eigenschaft als Copisten ein mir gleiches (sic!) Schicksal mir zutheil würde (!). Ich ersuche nur, mich mit jenen gemeinen Copiatur-Subjekten nicht zu vermengen (!), die selbst bei slavischer (wörtlich so!) Behandlung sich glücklich preisen, ihre Existenz behaupten zu können.
Übrigens nehmen Sie die Versicherung, daß, auch nur um eines Körnleins Werth, ich nie Ursache habe, meines Betrages willen vor Ihnen erröthen zu müssen.
Mit Hochachtung
ergebener
Ferd. Wolanek.‹

(Winter 1825.)

Dummer eingebildeter eselhafter Kerl!

Mit einem solchen Lumpenkerl, der einem das Geld abstiehlt, wird man Komplimente machen? Statt dessen zieht man ihn bei seinen eselhaften Ohren. Schreibsudler! Dummer Kerl! Korrigieren Sie Ihre durch Unwissenheit, Übermuth, Eigendünkel und Dummheit gemachten Fehler, dies schickt sich besser, als mich belehren zu wollen, denn das ist gerade, als wenn die Sau die Minerva belehren wollte.

Beethoven.

Nachschrift.

Mozart und Haydn erzeigen Sie die Ehre, ihrer nicht zu erwähnen!

Es war schon gestern und noch früher beschlossen, Sie nicht mehr für mich schreiben zu machen.

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