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Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma

Fritz Reck-Mallaczewen: Der grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma - Kapitel 11
Quellenangabe
authorFritz Reck-Malleczewen
titleDer grobe Brief von Martin Luther bis Ludwig Thoma
publisherSchützen-Verlag
printrun6.-10. Tausend
year1940
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170306
projectidc74a7813
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Peter der Große von Russland

Die Briefe erscheinen hier zum ersten Male in deutscher Übersetzung. Durchwegs stammen sie aus Peters Kampfzeit, in der er mit seinem Reformwerk auf den Widerstand der Bojaren und des gesamten Altrussentums stieß.

Der häufige Wechsel zwischen dem ›Sie‹ und dem selbstherrlichen ›Du‹ ist für das Temperament, mit dem die Briefe hingeworfen wurden, ebenso charakteristisch, wie der bei Peter nicht seltene Wechsel zwischen der deutschen oder holländischen Anrede und dem dann folgenden russisch geschriebenen Brieftext.

*

An Andrej Andrejewitsch Winius. Das Original befand sich 1907 im Archiv des Auswärtigen Amtes zu Petersburg. Winius' Schwager war Emilian Ukrainzow, Sekretär der Adelsduma.

15. Juli 1696.

Min Her.

Dein Schwager, der Kusma Kusma Nefimonow war als russischer Sondergesandter nach Wien geschickt, um mit Österreich über ein gemeinsam gegen die Türkei zu richtendes Bündnis zu verhandeln., über unseren Krieg in Ungewißheit, hat mich schwer geärgert. Ist das nicht eine Schande und Schweinerei? Fragt man ihn etwas, so weiß ers nicht, obwohl er doch mit solch wichtigem Posten betraut wurde! In seinen Briefen an Nikita Mojssejewitsch Nicht mehr festzustellen. schreibt er über die polnischen Angelegenheiten, die ihn gar nichts angehn, dafür läßt er die Interessen seines Zaren außer acht!

Sag ihm also, daß ich das, was er zu schreiben nicht geruht, ihm mit dem Stock auf den Rücken schreiben werde.

Peter.

*

An Andres Krewet. Wohl einer der von Peter beschäftigten westeuropäischen Ingenieure.

2. Mai 1697.

Vergiß mir nicht Deine Mühlen und Deine Spinnereien, Du blöder Hammel!

Peter.

*

An den Fürsten Anikita Repnin. Intendant bei der russischen Armee während des livländischen Krieges, der späterhin zur planmäßigen Belagerung und Eroberung von Riga führte. Das Original befand sich 1908 im Archiv des Rigaischen Generalgouvernements.

19. Mai 1705.

Herr!

Von Ihrem üblen Verhalten habe Ich heute gehört! Mit Deinem Kopf sollst Du Mir büßen, da Ich unter Androhung von Todesstrafe dem Gouverneur verboten habe, nach Riga etwas hineinzulassen. Du schreibst, Ogilwij Stabschef der in Livland operierenden Armee. habe Entsprechendes Dir anbefohlen. Ich aber schreibe: wäre es auch ein Erzengel und nicht solch unverschämtes Lügenmaul gewesen, so hättest Dus nicht tun dürfen!

Geht in Zukunft auch nur ein Splitterchen durch die Blockade, so verlierst Du, ich schwörs beim Allmächtigen, Deinen Kopf!

Petrus.

*

An Alexej Kurbatow. Nicht mehr zu identifizieren.

6. August 1707.

Herr!

Ihren Brief habe ich erhalten und mit Erstaunen gelesen! In der Lederangelegenheit verlangst Du von mir Ordre, gleichzeitig aber schreibst Du mir, Du habest selbst bereits Kaufordre gegeben! Diese Ihre Unverschämtheit wird dazu führen, daß Sie selbst alle Wechsel und Transportkosten zu tragen haben.

Und in Zukunft sollst Du mir nicht solch freche Schwindeleien schreiben.

Peter.

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