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Der gestohlene Raffael

Franz Roswalt: Der gestohlene Raffael - Kapitel 9
Quellenangabe
authorFranz Roswalt
titleDer gestohlene Raffael
publisherVerlag Ullstein
year1930
firstpub1930
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180131
projectid0578d8db
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[8]

1418
melde dich Kensington
Gefahr!

Eine harmlose Annonce. Alle Londoner Morgenblätter bringen in ihrem Anzeigenteil dieses knappe Inserat; jemand, der einen kranken Vater hat, mag es aufgegeben haben, um den Bruder, die Schwester zu benachrichtigen.

Ora Lee streicht nervös über das Blatt, sie ist sehr mitgenommen, das schöne Gesicht bleich und verwildert, sie erinnert nur noch vage an die überelegante Dame der großen Welt, die sie einst war. Es kann kein Zweifel bestehen, sie ist den Aufregungen der letzten Zeit nicht gewachsen gewesen, sie ist nahe am Zusammenbrechen – sie würde sicherlich schon längst den Kampf aufgegeben haben, wenn sie nicht etwas aufrechterhalten würde, etwas, das sie Unglück, Not und Gefahr überwinden läßt – die hemmungslose Liebe zu Jane, von dem die Polizeiorgane nichts weiter kennen als seinen nichts bedeutenden Namen. Der Fahndungsdienst der ganzen Welt veranstaltet zurzeit ein Kesseltreiben auf ihn. Die Frau läßt resigniert das Zeitungsblatt sinken, vor ihr auf dem Tisch liegen noch verschiedene Morgenausgaben anderer Zeitungen; sie hat in allen die Annonce gefunden, überall derselbe Wortlaut, der unverkennbar dem der ihrigen nachgeahmt ist, jemand, der sie kennt, will sie warnen oder ihren Aufenthalt ausfindig machen. Eine Warnung? Eine Falle?

»Was meinst du, Jane?« fragt sie den Mann, der stumpf auf einem Stuhl neben dem Tisch sitzt, »was meinst du – sollen wir uns damit befassen oder ist's zu gefährlich?«

Er zuckt die Schultern. »Was weiß man, Liebes; es kann Pall sein, der hinter uns her ist; es kann ein Kommissar sein, der uns auf diese Weise schnappen will – schließlich kann es auch ein Freund sein, aber welcher Freund kann uns helfen? Niemand kann uns helfen!« Er stützt den Kopf in die Hände und stiert vor sich hin. Seine Augen beginnen eine ruhelose Wanderung durch das schmale düstere Zimmer, in dem sie sich befinden, es geht mit seinem einzigen Fenster auf einen Hofschacht hinaus, in dem der graue, stickige Oktobernebel brodelt, alles atmet graue, traurige Hoffnungslosigkeit, dieser Hof, die blinden Fenster gegenüber, das Zimmer mit seinen uralten, unbehaglichen Möbeln, der zerschlissenen, ausgeblichenen Tapete; hier verenden zwei Menschen!

»Oh, wenn ich dir helfen könnte, Jane!« stammelt die Frau, »wenn ich dich noch einmal frei von allen diesen Dingen sehen könnte – was liegt an mir, ich habe alles besessen, ich brauche nichts mehr, aber du sollst leben, du mußt leben!« Sie steht auf und schlingt die Arme um ihn. So verharren sie minutenlang in verzweifelnder Ratlosigkeit.

»Was war unser Verbrechen, Jane?«

»Daß wir uns liebten – vielleicht mehr, als Menschen dürfen!« Sie preßt hemmungslose Küsse auf seine grauen, eingefallenen Wangen, »lieben wir uns denn nicht mehr, Jane?«

Sein Kopf sinkt herab, tief herab wie unter einer schweren, unerträglichen Last; er findet keine Antwort.

»Als ich dich das erstemal sah, Jane«, flüstert die Frau und lehnt ihr Gesicht an das seine, »weißt du noch, wo es war? Im Reymond-Theater in New York – ich war gerade von der Bühne weg und verheiratet. Ich glaube, damals erkannte ich, daß wir Artisten doch zueinander gehören, daß man das nicht aus sich herausreißen kann – diesen Hunger nach Licht und Beifall, nach der Rampe, auch nicht mit dem größten Reichtum der Welt kann das erkauft werden! – Weißt du noch, wie wir uns trafen und dann später, nach Lees Tod, wie du mich eines Tages in Paris wiedersahst – hast du auch das vergessen?« Ein ganz weiches, entrücktes Lächeln liegt auf ihrem Gesicht, sie vergißt bei diesen Erinnerungen alles.

Es geht etwas von diesem Vergessen, Vergessenwollen auf den Mann über, es zündet in ihm den letzten Funken Lebenswillen, es flackert noch einmal auf inmitten dieses düsteren, grauen Elends.

»Ha, ich weiß es, Ory! Und dann begannen wir beide unser Leben so aufzubauen, wie wir es erträumt hatten – kannst du dich auf den Vormittag besinnen, als wir das Piccadilly besichtigten, du wolltest es für mich pachten, ich sollte ein eigenes Theater haben, in dem ich selbst die Attraktion sein würde – und du hättest jeden Abend in der vordersten Loge gesessen und mir zugesehen!«

Sie lachen beide glücklich auf, zwei Kinder, zwei Artisten, die vergessen, die sich hineinträumen in ihre wundersame Welt der Lichter und knarrenden Bühnenbretter, die in einer anderen Welt aufgewachsen sind als der Alltagsmensch; man kann ihnen nicht dorthin folgen, die Wunder sind für den Außenseiter nicht sichtbar, er erlebt sie nicht mit.

Der Artist Jane schlägt mit der Faust auf den Tisch: »Wenn ich damals den Sturz nicht gehabt hätte, diesen verd...«

»Jane, laß das, mein Liebes, denke nicht daran – wozu jetzt noch!«

Er würgt an der Antwort herum.

»Damit begann es – damals lernten wir Pall kennen – einmal sahst du ihn ja auch – ganz flüchtig, erinnerst du dich? – Du gabst ein Vermögen aus, um mir meine Welt zurückzukaufen, er nahm uns alles – wir Kinder, wir Narren ließen uns von ihm hinhalten und vertrauten ihm und glaubten seinen Phantastereien!«

»Was macht's, Honny!« murmelt sie totenbleich.

»Ich kann dir nichts zurückgeben, ich habe dein Geld verpulvert für meine Luftschlösser, dich – gerade dich habe ich zugrunde gerichtet!« Er schlägt sich vor die Stirn und lacht hohnvoll auf.

Sie streichelt ihm das Gesicht, wieder, immer wieder, sie will ihn beruhigen. »Ich trage dir nichts nach, Jane – wir bleiben die alten – ich war ja nicht immer reich, ich bin ja auch einmal eine kleine Choristin gewesen!«

»Du hast mit deiner Tanznummer großen Erfolg gehabt!« widerspricht er eifrig. »Du hast Lee geheiratet und – ach, wozu widersprechen, ich habe schuld, ich, ich, ich!«

»Du sollst nicht so sprechen«, bittet sie sanft, »wir sind zwei Artisten – Artisten geht's mal schlecht und mal gut, damit muß man sich abfinden – denke doch nicht immer daran, daß ich einmal Millionärin war, denke doch, ich bin immer noch Ora Flowers, die jeden Abend im Empire zu tanzen hat – und du bist Jane, den alle Leute als James Lane kennen, um den sich die Varietés reißen – wenn ich wieder ein Schloß und alles Geld der Welt hätte, ich würde doch die Artistin bleiben, die ich bin. Ich war niemals etwas anderes!«

»Pall!« murmelt er vor sich hin. »Wenn ich wüßte, wo du auf uns lauerst, wenn ich es nur wüßte!« Sie läßt die Arme mutlos sinken. »Wenn du ihn niemals kennengelernt hättest, mein Armer – nicht um des Geldes willen, das er uns genommen, aber ich hatte damals noch genug, um uns eine Existenz zu gründen – noch jetzt hält man mich für reich! Du hättest es geschafft und mir später einmal, wenn du es konntest, meinen Anteil ausgezahlt – statt dessen bist du für ihn einbrechen gegangen.« Kein Vorwurf liegt in ihren Worten, nur ein unendliches Mitleid mit dem Mann, den sie liebt – und vielleicht auch mit sich und ihrem Zukunftstraum, der sich nun niemals mehr erfüllen kann. Denn ein Kreis zieht sich stündlich enger und enger um sie!

»Ich konnte kein Geld von dir nehmen«, beginnt Jane wieder dumpf, »versteh es doch – nimm mir nicht das letzte bißchen Stolz – als ich wußte, daß ich als Artist nichts mehr verdienen konnte, da – ging ich eben lieber einbrechen, als auch nur einen Penny von dir anzunehmen, ich konnte es nicht, verstehe mich!«

»Ich verstehe dich – aber was hat es uns genützt?«

Draußen schweben die grauen dunstenden Nebelsäulen empor, es brodelt aus den Tiefen des Hofes wie aus einem Kochtopf. Als wollte sie nicht, daß der mutlose Mann dieses graue Schauspiel sähe, nimmt sie seinen Kopf in ihre Hände und küßt ihn.

Schweratmend richtet sich der ehemalige Artist auf, er starrt diese wundervolle, mutige Frau an, wie man ein Fabelwesen anblickt. »Ory – soll ich's noch einmal versuchen – wenn ich jetzt auf die Artistenbörse ginge – und wenn's nur ein kleiner Vertrag ist, nach Südamerika – würdest du mit mir gehen?« Seine Augen hängen in namenloser Spannung an ihren Lippen. Sie lächelt ganz leicht, so, als habe die elegante Weltdame Ora Lee einen Auktionator belächelt, der ihr vor einer illustren Gesellschaft bei Vermont ein Kompliment macht – wie lange ist das her? »Warum fragst du, Jane«, sagt sie mit ihrer vollen, klingenden Stimme, »bedarf es solcher Fragen zwischen uns? Während du den Vertrag abschließt, werde ich die Nummer anrufen, die in der Annonce angegeben ist – ich telefoniere von einem Automaten, dann ist es ja ganz ungefährlich! Wann reisen wir, Jane?« Er lacht glücklich, mit beiden Beinen springt er geschmeidig in die Mitte des Zimmers und preßt sie in einem verzweifelten Glücksrausch an sich. Seine leicht entzündliche Phantasie – die Phantasie des Menschen von der Rampe – malt schon Zukunftsbilder, er hört schon das Rauschen des Ozeans, riecht schon den qualmenden Rauch, der aus den Schiffsschloten steigt, sieht in die Weite der Freiheit. Sie fahren schnell in ihre Mäntel und verlassen das dämmerige Zimmer. Draußen brodelt noch immer graugelber Nebel, der sich beklemmend auf die Lungen legt und das Atmen erschwert. Die Frau fühlt eine unerklärliche Unruhe in sich aufsteigen, aber sie sagt ihm nichts davon, sie wird alles ertragen, auch weiterhin, alles. Für ihn!

Die Artistenbörse ist voll von Menschen, das Summen und das Schwirren der Ventilatoren klingt zusammen in einem einzigen tiefen, brummenden Ton. Die Gesichter sind gerötet, die Herumsitzenden reden laut und erregt durcheinander; die Saison hat noch nicht begonnen, es gibt keine Arbeit.

»Man muß entweder Zwerg sein oder eine ganz besondere Attraktion!« sagt ein alter Mann trübe. »Für uns abgeklapperten, ehrlichen Artisten hat niemand mehr Interesse.« Er sieht in sein Bierglas, auf dessen Oberfläche eine Fliege vergebliche Rettungsversuche unternimmt. Dieser Mann verrät alles Elend, man braucht ihn nur anzusehen, um zu wissen, in welcher Börse man sich befindet. Seine spärlichen Haare sind grauweiß und ungepflegt, die Hände schwielig und braun – wohl von zeitweisen Nebenbeschäftigungen als Schneeschipper und dergleichen. Der Mund ist zahnlos. Doch um diesen Mund ist noch immer dieser seltsame hochmütige Artistenzug; dieser alte Hungerleider kann es fertigbringen, in seinem abgetragenen lächerlichen Cut, den grauen steifen Hut verwegen auf den Kopf gedrückt, in der Hand ein paar hellgelbe billige Handschuhe, durch den Hydepark zu gehen und wohlwollend die vorbeikommende Eleganz zu kritisieren.

» Well«, sagt der Wirt, der mit hochgekrempelten Ärmeln an seinem Tisch sitzt, » well – hast recht – noch ein Bier?«

»Ich erinnere mich«, erzählt der alte Mann der bunten Versammlung von ehemaligen Chansonsängerinnen, Tänzerinnen, arbeitslosen Chinesen, hungernden Akrobaten, »ich erinnere mich, wie ich meine großen Erfolge hatte. Ich hab ja immer die Nummer rausreißen müssen, meine Einlage war schließlich immer der Clou!«

Neben ihm sitzt eine Trapezkünstlerin und grinst gehässig. »Hat sich was – sing doch mal, wenn du kannst!«

Er fühlt den Hohn gar nicht, sondern starrt mit großen glänzenden Augen vor sich hin.

Jane sitzt ganz in einer Ecke versteckt, er schämt sich, hier gesehen zu werden; als der Agent eintritt, sieht er ihn und erkennt ihn sofort wieder. Ohne sich um die andern zu kümmern, geht er sofort zu ihm hinüber und setzt sich zu ihm.

Der Artist senkt den Kopf; er kann den andern jetzt nicht ansehen. Der Agent bestellt zwei Gläser Bier und betrachtet schweigend den Mann, den er gekannt hat, als er es nicht hätte wagen dürfen, ihm einen Vertrag anzubieten, als sich die Agenturen der ganzen Welt um die Nummer »James Lane, der Todesspringer« rissen; er erinnert sich noch der prachtvollen Salto mortales, die der Artist mit unheimlicher Präzision und Kaltblütigkeit ausführte, bis er in Kopenhagen aus der Zirkuskuppel stürzte und mit gebrochenen Beinen liegenblieb.

Und jetzt will er wieder springen!

Er hält ihm zögernd seine Zigarrentasche hin, er sieht hier eine Möglichkeit, mehr Geld zu verdienen als mit dem ganzen Saal unbrauchbarer Nummern zusammen – denn der Name James Lane zieht noch immer, man muß ihn nur richtig herausbringen.

»Schlechte Aussichten, Lane«, beginnt er diplomatisch, »scheint auch bei dir nicht zum besten zu stehen, was – habe ich recht?« Er lacht und trinkt ihm zu.

Lane hebt ganz langsam den Kopf, jetzt hat er sich wenigstens so weit in der Gewalt, daß er dem andern ins Gesicht blicken kann. Ah – das ist der Agent Barnaby!

»Sie sind erstaunt, mich hier zu treffen, Barnaby – na 's kann jedem mal was mißlingen – aber ich komme wieder hoch, verlassen Sie sich drauf. Und eigentlich – bin ich hier auch nur, um mich mal zu informieren, so nötig habe ich's ja noch nicht!« Er versucht zu lächeln, aber es gelingt ihm nicht recht.

»Soso«, meint der Agent gedehnt, »informieren, Sie wollen sich informieren!« Er ist beleidigt, daß der andere nicht auf das »Du« eingegangen ist, daß er ihn immer noch behandelt wie früher, daß er immer noch den Unterschied macht zwischen James Lane und dem Winkelagenten Barnaby. »Dann entschuldigen Sie die Störung – ich will mich nicht aufdrängen – aber ich hätte was für Sie gehabt, Lane, denke ich.« Er steht nach diesen Worten auf und tut, als wollte er gehen.

»Bleiben Sie doch, Barnaby!« ruft ihm Lane hastig nach, er stampft erregt mit dem Fuß auf. »Bleiben Sie doch – was haben Sie für mich?« Barnaby setzt sich wieder langsam. Du wirst schon von deinem Hochmutsthron herabsteigen müssen, mein Lieber, denkt er bei sich. Er zündet sich gemächlich eine Zigarre an, ohne dem Artisten noch einmal anzubieten. »Hm, ja – ich habe da was.«

Er entnimmt seiner Aktentasche mehrere Prospekte und Vertragsformulare und blättert darin herum.

Lane verfolgt jetzt jede seiner Bewegungen mit gespanntem Interesse, in seine Augen kommt ein fiebriger Glanz, er hat irgendwo das Wort »Vertrag« gelesen – ein unfaßlich magisches Wort! »Wo?« fragt er mit rauher, versagender Stimme.

»Rio – Santos – Porto Alegre – Montevideo – Buenos Aires! Wir machen mit Ihrer Nummer eine Südamerikatournee, da unten wissen sie nicht, daß Sie schon einmal abgestürzt sind, ich ziehe die Sache richtig auf und gehe als Manager mit – fünfzig zu fünfzig!«

Lane atmet schwer.

»Sie trauen sich doch die Nummer noch zu?« fragt Barnaby, und eine leise Drohung schwingt im Unterton mit. Lane weiß, daß kaum ein anderer das Risiko auf sich nehmen wird, Barnaby ist ein rücksichtsloser Geschäftemacher, er nimmt jede Gelegenheit wahr und hat keinen Namen zu riskieren; deshalb macht er ihm das Angebot; eine von den großen seriösen Agenturen kommt für ihn nicht mehr in Betracht, es bleibt ihm keine Wahl – oder soll er vielleicht zu Ora zurückkehren und ihr sagen: »Sie nehmen mich nicht mehr!« Soll er das? Er blickt um sich, das Elend, die stumpfen, müden Gesichter, die ihn voller Neid und Haß anstarren, nehmen ihm die letzte Überlegung – was macht es schließlich, ob er noch einmal abstürzt und gleich tot ist oder dieses Leben, das kein Leben mehr ist, weiterführt?

Er reicht dem Agenten die Hand und sagt entschlossen: »Ja!« Barnaby leckt sich die Lippen und macht den Vertrag zurecht. Verzweifelte soll man nicht zur Besinnung kommen lassen, ist sein Prinzip, sie machen nachher Schwierigkeiten! Er hält dem Artisten den Füllfederhalter hin und schiebt ihm den Vertragsentwurf zu: »Unterschreiben!«

Ohne hinzublicken unterschreibt Lane, er will schnell ein Ende machen mit dem ganzen Elend, gleichgültig, was nachher aus ihm wird. Sie stehen auf.

Der Agent grüßt nachlässig die enttäuschte Versammlung, die auf ihn stundenlang gewartet hat, er sieht über die grauen Gesichter hinweg, die mit seinem Fortgang ihre letzte verzweifelte Hoffnung begraben müssen, er sieht das alles gar nicht, denn es interessiert ihn nicht. »Wir treffen uns morgen vormittag in meinem Büro«, sagt er draußen zu Lane, »84, Grashamstreet – hm, kommen Sie so gegen elf!« Er schüttelt ihm die Hand und geht schnell davon, er hat jetzt eine Menge Dinge zu tun. Er ist erst ein paar Schritte gegangen, als ihn Lane wieder einholt und am Arm festhält. »Ich habe vergessen – ich habe vergessen«, spricht er atemlos vom Laufen auf den Agenten ein, »ich habe meine Frau bei mir – sie kommt natürlich mit?«

Barnaby bleibt stehen und macht ein unwilliges Gesicht. »Was kann sie?« fragt er grob.

Lane sieht an ihm vorüber, er könnte ihm mit der Faust ins Gesicht schlagen – er ekelt sich vor sich selber, denn er weiß, daß Ora auch darin einwilligen wird – um seinetwillen. »Sie tanzt«, sagt er gepreßt, »sie war früher eine ausgezeichnete Tanznummer!«

»Wollen sehen«, meint der Agent besänftigt, »wollen sie uns morgen ansehen!« Er geht schnell davon, wer konnte wissen, was dieser Lane noch an Überraschungen für ihn hatte!

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