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Der Geist der Astrologie

Oscar Adolf Hermann Schmitz: Der Geist der Astrologie - Kapitel 11
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authorOscar A. H. Schmitz
titleDer Geist der Astrologie
publisherUranus-Verlag Max Duphorn
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II. Die Kategorien der Tierkreiszeichen.

Die Tierkreiszeichen werden zunächst nach den vier Elementen der antiken Philosophie eingeteilt, deren Bedeutung kosmisch ist und nichts zu tun hat mit den Elementen der modernen Physik. Die »Richtigkeit« dieser Physik ist unbestreitbar, aber darum hebt sie nicht eine einzige philosophische Wahrheit auf. Die zweite Einteilung in bewegliche (kardinale), feste, gewöhnliche Zeichen ist dynamisch. Wie gesagt, wird jeder Planet in seinem Wesen modifiziert, d. h. bald gestärkt, bald geschwächt, verbessert oder vergiftet durch den Charakter des Zeichens, in dem er steht. So ist die Jungfrau z. B. ein Merkurzeichen und gibt einem darin stehenden Planeten merkurische Eigenschaften. Der Kategorie nach aber ist Jungfrau ein Erd- und gewöhnliches oder veränderliches Zeichen. Es ist daher zu erwägen, was Erde und Veränderlichkeit für Eigenschaften verleihen. Bei jedem Horoskop zählt man, wie viele Planeten in die verschiedenen Kategorien fallen. Die Zeichen, in denen die Mehrheit der Gestirne steht, ergeben das Temperament: Feuer – fest – positiv z. B. oder Wasser – beweglich – negativ usw.

Feuerzeichen: Widder (Mars), Löwe (Sonne), Schütze (Jupiter). Das Feuer ist das Symbol des Geistes. Die Feuerzeichen geben Einbildungskraft, Kühnheit, Wärme, Leidenschaft, lebhafte Gesichtsfarbe und starkes Muskelsystem. Sie strahlen aus, sich selbst isolierend.

Luftzeichen: Zwillinge (Merkur), Waage (Venus), Wassermann (Saturn und Uranus). Die Luft symbolisiert den Geist, welchen die Griechen ψυχη, die Lateiner mens nennen, d. h. die Vernunft im Sinne philosophischer Einsicht. Die Luftzeichen geben höhere Intelligenz, Kombinationsgabe, den Standpunkt über den Dingen. Im Gegensatz zu den zur Isolierung neigenden Feuerzeichen suchen sie Verbindung. Sie geben feine Züge und zarte Farben, schlanke Körper und eine nervöse Konstitution.

Feuer- und Luftzeichen sind positiv, handelnd, männlich.

Wasserzeichen: Krebs (Mond), Skorpion (Mars), Fische (Jupiter und Neptun). Das Wasser ist das Symbol der Seele (anima). Die Wasserzeichen beherrschen die Gefühle und die Gemütsbewegungen, auch die Sentimentalität. Sie machen sehr empfänglich für fremde Einflüsse, begeisterungsfähig, empfindlich. Sie geben eine bleiche Gesichtsfarbe und oft etwas gedunsenes, schwammiges Fleisch. Sie strahlen nicht aus, nehmen aber gerne fremde Strahlung auf. Der bewegliche Krebs symbolisiert fließendes Wasser, der feste Skorpion stehendes Wasser (Sumpf und Eis), die veränderlichen Fische flutendes Wasser (Meer, Ozean).

Erdzeichen: Stier (Venus), Jungfrau (Merkur) Steinbock (Saturn). Die Erde ist Symbol des Stoffes (materia). Die Erdzeichen beherrschen die animalischen Instinkte, sie machen materialistisch, derb, zäh, rücksichtslos, schwerfällig, ungesellig, aber auch zuverlässig, ordnungsliebend, fleißig, geduldig. Sie geben untersetzte, fleischige Körper und ein phlegmatisches Temperament. Sie strahlen nicht aus und sind doch nur schwach empfänglich für fremde Strahlung.

Die Wasser- und Erdzeichen sind negativ, duldend und aushaltend, weiblich.

In kurzen Schlagworten zusammengefaßt: viele Feuerzeichen machen in einem Horoskop leidenschaftlich, viele Luftzeichen idealistisch, Wasserzeichen gefühlvoll, Erdzeichen materialistisch.

Eine ebenso wichtige Einteilung der Zeichen wie die elementare, ist die dynamische:

Bewegliche oder kardinale Zeichen (den Eckfeldern verwandt): Widder, Waage, Krebs, Steinbock. Sie entsprechen den indischen Rajas. Sie machen aktiv, pionierhaft, idealistisch, aber auch einseitig und verblendet. Sie begünstigen öffentliches Hervortreten, Ruhm, Führerschaft.

Die festen Zeichen: Stier, Skorpion, Löwe, Wassermann (Tamas). Sie geben Stabilität, Konzentration, Selbstbeherrschung, Festhalten an dem materiell und geistig Erworbenen. Sie machen zurückhaltend, exklusiv, konservativ, aber oft auch starr.

Die gewöhnlichen oder veränderlichen Zeichen (Sattvas): Zwillinge, Schütze, Jungfrau, Fische sind den fallenden Feldern verwandt. Sie machen schwankend und haltlos, ungleich, unzuverlässig, wirr, zerfahren, aber auf hoher Stufe gibt gerade ihre Ungebundenheit die Möglichkeit zu tiefer, von den Dingen losgelöster Weisheit. Sie sind es, durch welche die Polarität und Ambivalenz des Weltgeschehens erkannt wird. Nicht ohne Grund sind der intellektuelle Merkur und der weise Jupiter Herrn von je einem Paar dieser Zeichen.

Goethe hatte 5 Planeten in veränderlichen oder gewöhnlichen Zeichen, aber wohl gestützt durch gute Besetzung der festen, der Wasser- und Erdzeichen. Dies muß gegeneinander abgewogen werden. Hätte er statt dessen viele Planeten in Luftzeichen, so wäre das zu gewichtlos, und die Gefahren der gewöhnlichen Zeichen hätten ihn haltlos im Vordergrund der Dinge taumeln lassen, statt daß er über sie hinausstieg. Viele Planeten in festen Zeichen brauchen ein Gegengewicht durch Feuer und Luft, während Erde und Wasser zu viel Festigkeit zu Starrheit und Dumpfheit entarten läßt. So ist beweglich und feurig zu viel des Guten. Bewegliche Zeichen bedürften einer guten Gabe Erde. Der Widder, feurig und beweglich, der Stier erdhaft und fest, die Zwillinge luftig und veränderlich sind daher die einseitigsten Zeichen. Dagegen sind Löwe (Feuer und fest), Wassermann (luftig und fest), Skorpion (wässerig und fest), Steinbock (erdhaft und beweglich) besonders in sich selbst beruhende autonome Zeichen.

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