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Der Geist der Astrologie

Oscar Adolf Hermann Schmitz: Der Geist der Astrologie - Kapitel 10
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authorOscar A. H. Schmitz
titleDer Geist der Astrologie
publisherUranus-Verlag Max Duphorn
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Zweites Buch. Astro-Psychologie

I. Die irdischen Felder

Die irdischen Felder sind als die Rückstrahlung der kosmischen Kräfte zu werten, die aus jenem Himmelsraum kommen, den wir den Tierkreis nennen. Deshalb sind zwischen den Zeichen und Feldern immer wieder die Beziehungen festzustellen.

Durch die Stellung in einem der vier Eckfelder (I., IV., VII., X.), besonders im I. und X. wird der Einfluß jedes Planeten besonders gestärkt. Viele Planeten in Eckfeldern zeigen ein gewisses Hervortreten, mannigfaltige Gelegenheiten, wenn nicht Berühmtheit an, besonders wenn sich auch viele Planeten über dem Horizont und in beweglichen (kardinalen) Zeichen befinden, die den Eckfeldern entsprechen. Viele Planeten in fallenden Feldern (III., VI., IX., XII.), die den gewöhnlichen Zeichen entsprechen, besonders im VI. und XII., verraten ein Leben, dem die Gelegenheiten zur Entfaltung mangeln. Die sogenannten nachfolgenden Felder sind neutral. Weder begünstigen noch hemmen sie das etwa durch andere Anzeichen mögliche Hervortreten. Nur das VIII. (das Todesfeld) ist für die Wirkung jedes Planeten nach außen schwächend. Es sei hier ein für allemal ausgesprochen, daß jede Schwächung nach außen, ist sie einmal durchschaut, dem inneren Leben zu gut kommen muß, von dem aus auch ein gehemmtes Außenleben stets bemeistert werden kann. Als innere Potenz sind ja die Planeten in jedem Horoskop dieselben, wie sehr auch ihre äußere Wirkung verschieden sein mag.

Das I. Feld, auch Aszendent = das Aufsteigende genannt, bezeichnet den Menschen selbst, so wie er aus dem Mutterleib hervorgekommen ist mit seiner erblichen Anlage des Körpers, des Charakters, des Temperaments. Häufig wird das Aeußere eines Menschen gänzlich ausgedrückt durch das Zeichen an der Spitze des Aszendenten, modifiziert durch einen Planeten, der dort etwa selbst anwesend ist. Doch kann man darauf nicht mit Sicherheit rechnen. Oft gibt auch das Zeichen, in dem beim Mann die Sonne, bei der Frau der Mond steht, bisweilen auch das Zeichen des M. C. dem Aeußeren das Gepräge. Von höchster Wichtigkeit sind auch die Aspekte, welche die Spitze des I. Feldes empfängt.

Das Zeichen Fische (siehe dieses) erklärt die äußere Unscheinbarkeit eines so bedeutenden Mannes wie Hugo Stinnes. Auch Goethe hat den Skorpion im Aszendenten. Bei Friedrich dem Großen befindet sich der Aszendent im Merkurzeichen Zwillinge (siehe dieses). Ihm verdankt er die dünne, grazile Gestalt, aber das berühmte, unwiderstehliche blaue Auge gab die Sonne im Wassermann und in Konjunktion mit M. C. Auch Hermann Bahr hat den Aszendenten im Schützen und den Jupiter in der Wage im Zenit. Alfred Kubin hat die Jungfrau im Aszendenten und ist ein ziemlich reiner Typus dieses Zeichens, durch Uranus (siehe diesen) modifiziert, der mit Merkur, dem Herrn der Jungfrau, ein Trigon bildet. Napoleon I. hat den Skorpion auf der Spitze des Aszendenten, den Jupiter damit in Konjunktion und die Sonne im Löwen am M. C. Diese 3 Einflüsse bestimmen sein Aeußeres durchaus. Albrecht Dürer hat den Löwen im Aszendenten. Ich erinnere an sein berühmtes Selbstporträt mit dem Löwenkopf. Hindenburgs Aeußere wird durchaus durch das Saturnzeichen Steinbock gekennzeichnet (siehe dieses).

Das zweite Feld, dem Venuszeichen Stier verwandt, bedeutet das bewegliche Vermögen, aber auch die verfügbaren inneren Kräfte eines Menschen und daher das Maß seiner Freiheit. Ist es ungünstig, so zeigt es Armut, Gebundenheit und Verluste an. Hugo Stinnes, der für den reichsten Mann Deutschlands galt, hat an der Spitze des II. Hauses das Venuszeichen Stier. Die Venus selber steht im Jupiterzeichen Fische, der Jupiter im Venuszeichen Stier, also sind beide Wohltäter miteinander in Rezeption. Dazu kommt, daß Venus im I. Feld ist. Was aus dem I. Feld kommt, steht immer mit der Person selbst im Zusammenhang. Stinnes verdankte also seinen Reichtum größtenteils sich selbst. Die Venus hat ein Trigon mit dem Mond, ebenfalls einem guten Signifikator für Erwerb und Besitz. Der Mond steht im Krebs, wo er herrscht, im Eckfeld IV und beherrscht durch den Krebs noch das V. Feld (Unternehmungen, Spekulationen), worin sich das Glückszeichen befindet. Aber das alles ist noch nicht die Hauptsache. Jupiter selbst steht im II. Haus, gut mit Venus und Mond aspektiert, Jupiter und Venus haben beide gute Aspekte mit Uranus. Das bedeutet das Ungewöhnliche, Gewagte seiner Unternehmungen, aber Uranus ist rückläufig und im V. Feld und empfängt ein Quadrat von Neptun aus dem I. Feld. Plötzliche überraschende Fehlschläge im einzelnen, an denen irgend etwas in seiner Natur schuld ist, was er nicht immer ganz zu beherrschen vermag, sind also auch diesem Feldherrn der Industrie nicht unbekannt geblieben. Dazu kommt ein Quadrat des Jupiter mit der Sonne aus XII (geheime Feinde und Gefahren). Richard Wagner hat das Merkurzeichen Zwillinge an der Spitze des II. Feldes, das ist an sich gut für den Erwerb, zumal Merkur im Venuszeichen Stier steht, aber dieses befindet sich eingeschlossen im XII. Feld (siehe dieses) und hat Quadrate mit Jupiter und dem verschwenderischen Mars. Man weiß, daß Wagner bis an sein Lebensende in Geldnöten war. Die ausgezeichnete Stellung des Jupiters im Löwen im Eckfeld IV, gut mit Venus und Sonne aspektiert, brachte ihm die Gunst eines Fürsten und trotz dem schlechten Merkuraspekt des Jupiter immer wieder beträchtliche Unterstützungen, aber Mars ließ ihm das Geld zwischen den Fingern zerrinnen. Die ewigen Geldnöte des Königs Eduard VII. von England waren bekannt. Er hat die beiden chaotischen Planeten Uranus und Neptun im II. Feld, was auf Hasardieren und zweifelhafte Geschäfte hinwies. Die Konjunktion von Jupiter und Saturn, beide im eigenen Zeichen im I. Feld und Herrn der beiden Zeichen des II. Feldes Wassermann und Fische, hat den leichtsinnigen Prinzen doch immer wieder über Wasser gehalten.

Das III. Haus, dem Merkurzeichen Zwillinge verwandt, ist intellektuell. Es bedeutet das kleine Denken im Gegensatz zu Philosophie und Religion (IX. Feld), Bildung (im Gegensatz zu höherem und tieferem Wissen), die Korrespondenz, Dokumente, die Handschrift, Nachrichten, Neuigkeiten, Besuche, Kanzleien, kleine Reisen, Ausflüge, Fuhrwerke, Eisenbahnen, Post, die Nachbarn und Geschwister. Dieses Feld bezieht sich so ausschließlich auf das Privatleben und ist so vieldeutig, daß sich Beispiele bekannter Persönlichkeiten schwer geben lassen. Feste Zeichen hindern, gewöhnliche und besonders bewegliche (kardinale) Zeichen an der Spitze von III und IX fördern Reisen. Bei Goethe, dessen Leben wie kaum ein zweites vor uns liegt, ist das III. Feld von dem beweglichen Zeichen Steinbock beherrscht. Seine große Korrespondenz, das gewohnheitsmäßige Hin- und Herfahren zwischen Weimar und Jena sowie seine häufigen Fahrten und Ausflüge sind bekannt. Das Saturnzeichen Steinbock gilt allen diesen Dingen den ernsten wissenschaftlichen Charakter. Viele Geschwister wird Saturn, der Unfruchtbare, nicht geben, und die einzige Schwester Cornelia wurde Goethe verhältnismäßig früh durch den Tod entrissen: Uranus der Trenner und Berauber steht im III. Feld im Quadrat zu Saturn. Da der Saturn hier mächtiger ist, ward das Uranische im Denken Goethes niedergehalten; aber gerade die bewußte Unterdrückung zeigt, wie stark es vorhanden sein muß. Die Beherrschung des Chaos streifte bei ihm schon bisweilen die Pedanterie und die Unduldsamkeit. (Saturn im Aszendenten.) Für die geistige Entwicklung sind an den Spitzen III und IX bewegliche Zeichen günstiger als feste, Feuer- und Luftzeichen besser als Wasser- und Erdzeichen, daher ist die Opposition Stier-Skorpion und umgekehrt auf den Spitzen III und IX am ungünstigsten, da hier Wasser und Erde mit Festigkeit zusammenfallen, doch kann dies natürlich, wie etwa bei Luther, durch geistige Planeten in einem der beiden Felder oder in beiden aufgehoben werden. Immerhin findet auch bei ihm die oft hartnäckige Beschränktheit durch Stier und Skorpion seine Erklärung. Bei George Sand werden diese Zeichen durch eine Opposition Mars-Neptun in Schach gehalten, bei dem Fanatiker Robespierre werden sie durch nichts gemildert.

Das IV. Feld beherrscht den unbeweglichen Besitz, Baulichkeiten, Land, das eigene Heim und die Häuslichkeit, das Vaterland, das Erworbene, auch im geistigen Sinn (im Gegensatz zum Ererbten des I. Feldes), das Alter, das Ende des Lebens, aber nicht die Todesart, den Vater; doch ist dieser letzte Punkt zweifelhaft. Manche sagen, es bedeute im Gegensatz zum X. Feld den Elternteil, der die geringere Bedeutung in einem Leben habe, andere behaupten, bei Frauen bedeute das IV. Feld Mutter, ebenso bei Männern, die bei Nacht geboren sind. Ferner ist das IV. Feld (wie VIII. und XII.) bedeutsam für die transzendenten Möglichkeiten eines Menschen. Von hierher kommende Kräfte und Fähigkeiten, gute wie böse, eignen sich am ersten zur Richtung in eine tiefere Bewußtseinschicht oder auf eine höhere Ebene.

Friedrich des Großen Alter war einsam, aber er ruhte aus auf der Höhe seiner Erfolge. Wir finden Saturn und Jupiter in seinem IV. Feld. Auch Richard Wagner starb auf dem Gipfel seines Ruhms in der stattlichen Umgebung des venezianischen Palastes Vendramin, betreut von einer Frau, die sein höchstes Glück war. Sein IV. Feld steht im Krebs, dem Zeichen des Mondes (Gattin), der selbst eine Konjunktion mit dem Glückszeichen hat. Körperlich anwesend ist im IV. Feld Jupiter. Goethes freundliches und weises Alter ist von Jupiter und dem Mond beschützt. Beide stehen im IV. Feld, dessen Spitze das Jupiterzeichen Fische beherrscht. Bismarcks Alter war von politischem Streit und von Ärger erfüllt. Uranus, der Planet der Entfremdungen, Trennungen und plötzlichen Wechsel steht im IV. Feld. An dessen Spitze befindet sich das heftige Marszeichen Skorpion. Mars steht selbst im IV. Feld (Krankheit).

Das V. Feld beherrscht Nachkommen, Schwangerschaft, die Liebe zu Kindern, Schulen, Erziehung, ferner Vergnügungen, Sport, Theater, Bälle, Gesellschaften, Liebhabereien und Liebesabenteuer im Gegensatz zu ernsten Bindungen an das andere Geschlecht, die dem VII. Feld unterstehen, schließlich Wetten, Spekulationen, Spiel, Lotterie und alle Unternehmungen gewagter Natur. Es ist das kurzweiligste aller Felder.

Daß das Feld bei dem König Eduard VII. von Venus beherrscht ist, wird man begreiflich finden. Venus selbst steht in der Waage, im IX. Feld (Reisen), gut mit Jupiter, schlecht mit dem Mars (Ausschweifungen). Bei Oscar Wilde ist es von dem wechselvollen Mond im Löwen beherrscht. Dessen Quadrat mit Uranus im I. Feld zeigt das Romantisch-ausgefallene seiner Liebhabereien an. Auch bei George Sand herrscht der Mond im V. Feld. Die Sonne (bei der Frau Schlüsse auf ihre Beziehungen zu Männern zulassend) steht selbst darin. Bei Shakespeare finden wir Uranus auf der Spitze des V. Feldes (seine Sonette huldigen der Venus Urania), bei Goethe das feurige Marszeichen Widder (starkes Begehren, Draufgängertum). Dasselbe finden wir bei Maurice Barrès, bei dem obendrein Mars selbst im V. Feld anwesend ist. Nero hat hier das zur Disharmonie neigende Zeichen Skorpion, in dem des darin befindlichen Jupiter Fülle leicht in Üppigkeit und Übermaß entartet. Auch bei Friedrich dem Großen finden wir hier, wie bei Shakespeare, den Uranus, aber eingeschlossen (d. h. gefesselt), im Zeichen Jungfrau.

Das V. Feld ist wie das III. Feld so vieldeutig und bezieht sich so sehr auf das Privatleben, daß seine nähere Erklärung kaum möglich ist, solange man nicht die intimsten Neigungen eines Menschen kennt. Ohne dies wird es z. B. nicht zu verstehen sein, was im V. Feld des keuschen, kinderlosen, zurückgezogenen Immanuel Kant das Sonnenzeichen Löwe an der Spitze bedeutet, sowie die Konjunktion des Mondes und des Glücksrades darin. Er war ein Freund der Tafel und ein liebenswürdiger Wirt, aber die genannten Konstellationen betonen doch das V. Feld zu stark, als daß sie durch diese Liebhaberei genügend erklärt wären.

Das VI. Feld ist im Gegensatz zum V. das unerfreulichste. Es ist vor allem das Feld der Krankheiten und Gebrechen. Es bezeichnet die Beziehungen zu Menschen in niederer sozialer Stellung, besonders zu Dienstboten und Untergebenen; ihm unterstehen die Armen, die Arbeiter, das Proletariat, die Arbeit, der Militärdienst, das Heer, niedrige Seelen aller Art, psychische Erscheinungen niederen Ranges, die Haustiere, auch andere Tiere, so weit sie klein sind. Ist das VI. Feld gut bestrahlt, so kann es außer guter Gesundheit Glück mit Dienstboten, Gewinn durch Kleintierzucht bringen. Auch Ärzte und Krankenpfleger, Missionare und soziale Helfer sollten das VI. Feld gut haben, wenn sie auf Erfolg in ihrem Kampf gegen das Leid rechnen wollen. Häufig gibt das VI. Feld Auskunft über den Schwiegervater, sowie Onkel und Tanten väterlicherseits. Nicht selten zeigen ungünstige Direktionen oder Transite in diesem Feld deren Tod an.

Bei Goethe steht das VI. Feld unter dem festen und erdhaften Venuszeichen Stier, was an sich eine dauerhafte Gesundheit gibt, aber die Venus findet sich im empfindlichsten aller Zeichen, in der Jungfrau, und empfängt ungünstige Aspekte durch Jupiter und Mars. Durch Überernährung (Jupiter) bewirkte entzündliche (Mars) Krankheiten haben ihn sein Leben lang heimgesucht und machten ihn zu einem alljährlichen Gast in Marienbad. Die Venus, als Herrin des VI. Feldes, erklärt auch die guten Beziehungen zu seinen Dienstboten und den bei ihm persönlich Angestellten. Wilhelm II. hat die Venus selbst im VI. Feld, aber sehr schlecht aspektiert. Durch ihr Zeichen Stier, das den Uranus enthält, beherrscht sie Hals- und Kehlkopf. Gut bestrahlt bringt sie Sänger hervor, schlecht bestrahlt verursacht sie Krankheiten dieser Teile. Der viel von Krankheit gequälte Bismarck hatte Mars und Saturn im VI. Feld.

Eine sehr schlechte Konstitution findet man, wenn beim Mann (so bei Chopin) die Sonne, bei der Frau der Mond im VI. Feld steht. Wohltäter im VI. Feld sind natürlich auch hier von gutem Einfluß, aber sie verlieren stark an allgemeiner Wirkung. In diesem Feld wird alles Wohltätige geschwächt. Übrigens lassen sich Krankheiten durchaus nicht einseitig aus dem VI. Feld diagnostizieren. So findet sich z.B. bei Napoleon III. (in dem von Merkur beherrschten VI. Feld) kein Anzeichen für seine Blasensteine, unter deren Qualen man ihm 1870 in Vichy die Kriegserklärung abgenötigt haben soll, die ihm den Thron kostete. Sucht man aber das Zeichen auf, das die Harnwege beherrscht, den Skorpion, so findet man hier den starren Herrn der Steinleiden Saturn in Quadrat mit dem Mond im I. Feld. Zugleich steht Saturn im X. Feld (Stellung), der hier wohl Erhöhung, aber auch Sturz bringt. So findet sich Krankheit, Sturz und eigene Schuld (der von Saturn verunglimpfte Mond im I. Feld) auch astrologisch eng verstrickt.

Mit dem VII. Feld beginnt die zweite Hälfte der Häuser, die der ersten genau gegenüberliegt. Bedeutete das I. Feld den Menschen selber, so das VII. seine Partner im guten und schlechten Sinn: die Gattin, die dauernde Geliebte und Gefährtin, die Teilhaber, Genossen, Kompagnons, Kontrahenten, aber auch die offenen Feinde, Zivilprozesse, Duelle, Gegner, Krieg, kurzum die Beziehungen mit Nicht-Blutsverwandten (außer den dem XI. Feld unterstehenden Freunden). Menschen von ausgesprochen öffentlicher Wirkung wie Richter, Anwälte, Parlamentarier und öffentliche Redner werden das VII. Feld meist bedeutend haben. Es ist dem Venuszeichen Waage verwandt, welches den Ausgleich der Gegensätze beherrscht, schlecht bestrahlt aber Trennung, Scheidung und Unfriede bringt. Mitunter zeigt das Zeichen an der Spitze VII oder ein Planet im VII. Feld das Wesen des Gatten oder der Gattin an. Haben Sonne oder Mond Aspekte zur Spitze VII, so lassen auch sie Schlüsse auf Gatten oder Gattin zu.

Bei Robespierre wird man das VII. Feld stark und übelbringend erwarten. An der Spitze steht das Sonnenzeichen Löwe (hohe öffentliche Ämter), die Sonne selbst steht in Quadratur mit Mars. Das allein macht natürlich keinen Robespierre aus. In einem andern Horoskop kann sich eine solche Konstellation auf die Ehe beziehen, der der Löwe den hohen sozialen Rang bestimmt und die Mars zerstört. So zeigt bei George Sand der Löwe an der Spitze VII, während die Sonne im V. Feld steht, im Quadrat mit Uranus, ihre vielen öffentlichen Liebschaften und Trennungen. Bei Luther wiederum zeigt das im VII. Feld eingeschlossene Zeichen Löwe, während die Sonne im IX. Feld (Religion) steht, seine vielen öffentlichen Rechtfertigungen und Disputationen in Glaubenssachen an. Seine glückliche Ehe mit einer häuslichen Frau wird dargestellt durch das Mondzeichen Krebs an der Spitze VII bei gut konstelliertem Mond. Daß bei Goethe das VII. Feld von dem Venuszeichen Stier beherrscht wird und das Glückszeichen darin steht, wird nicht Wunder nehmen. Kant, der Junggeselle, hat hier das zur Einsamkeit geneigt machende Zeichen Skorpion, dessen Herr Mars im IV. Feld (Heim) in seinem Fall (Krebs) steht, mit einer Uranusquadratur. Das macht die Ehe unmöglich. Napoleons I. erste Ehe war glücklich, aber er trennte sie aus Ehrgeiz. Wir finden an der Spitze seines VII. Feldes das Venuszeichen Stier, aber darin Uranus in Opposition zu Jupiter (Gesetz und Recht), und in Quadratur zu Merkur (Verstand und Berechnung). Das Zerwürfnis Kaiser Franz Josefs mit seiner Gattin wird durch den Mars im VII. Feld bezeichnet. Ludwig II. von Bayern hat hier das Saturnzeichen Steinbock, dazu den Saturn mehrfach geschwächt. Eine frühe Verlobung ging zurück. Richard Wagners glänzende und glückliche Ehe wird durch Jupiter als Herrn von VII mit gutem Sonnen- und Venusaspekt bezeichnet. Der darin stehende, vom Mond aus dem X. Feld gut bestrahlte Neptun gibt den romantischen Charakter dieser zugleich seiner öffentlichen Stellung entsprechenden Ehe an. Bei der berühmten Frauenrechtlerin Mrs. Pankhurst zeigt die Venus im Löwen im VII. Feld mit Quadratur von Mars und Uranus ihre Leidenschaft und das Unglück sowie die Scheidung ihrer Ehe an. Das VII. Feld ist von der Sonne beherrscht, deren teils sehr gute Aspekte ihre großen öffentlichen Erfolge beweisen, besonders beim Zusammenschließen ihrer Anhänger. Die Sonne selber (bei der Frau der Mann) steht schwach im Feld der Dienstbarkeit (VI.). So witzig ist oft die Astrologie. Das Unheilvolle der Wirkung der Mrs. Pankhurst wird durch die Konjunktion der Sonne mit Saturn und Merkur bezeichnet, die noch in das VII. Feld ihre Strahlen senden und dessen Herrn beeinträchtigen.

Das VIII. Feld heißt das Feld des Todes. Es zeigt die Todesart an, ob sanft, heftig oder gar gewaltsam; für den letzten Fall müssen freilich mehrere Anzeichen zusammentreffen. Nicht alle Leute verunglücken oder werden ermordet, die Mars oder Saturn schlecht bestrahlt im VIII. Feld haben. Es müssen außerdem dessen Herr oder die beiden Lichter, womöglich von demselben Übeltäter, verunglimpft sein, um derartiges wahrscheinlich zu machen. Hier hängt viel von den allgemeinen Umständen ab. Bei Ptolemäus und den mittelalterlichen Astrologen staunt man über die vielen Aspekte, die sie als gewaltsamen Tod auslegen. In jenen Zeiten war eben das Leben überhaupt weniger geschützt und verhältnismäßig kleine Verletzungen des VIII. Feldes bewirkten gewaltsamen Tod. Ebenso ist es noch heute in Zeiten von Krieg und Revolution; doch glaube ich, daß jemand auch dann solchem Schicksal entgehen wird, wird er das VIII. Feld und die Lichter unverletzt hat. Die Beobachtungen von Horoskopen während des Weltkrieges haben manche unverhoffte Rettung aus Todesgefahr erklärt. Als Gegenfeld zum II. (beweglicher Besitz und Erwerb) gibt das VIII. Feld Auskunft über ererbte und erheiratete Güter. Ferner ist es gleich dem IV. und XII. ein okkultes Feld. Es hat eine entschiedene Beziehung zum Ewigen oder, populär ausgedrückt, zum Fortleben nach dem Tode. Konstellationen im VIII. Feld, die dem Leben abträglich sind, können durch Betrachtung der ewigen Dinge auf einem höheren Plan zum Vorteil gereichen. Das VIII. Feld ist dem Zeichen Skorpion verwandt. Alfred Kubin, der Philosoph und Bildner des Todes und der »anderen Seite« der Welt (vgl. seinen Roman »Die andere Seite«), hat die Sonne auf der Spitze des VIII. Feldes (was seine Lebenskraft entschieden schwächt), das Merkur und Neptun beherrscht. Merkur richtete seine Gedanken von Kindheit an auf den Tod, Neptun gibt ihm den visionären Blick in die Hintergründe irdischen Geschehens. Goethes Todesfeld ist von seinem gut konstellierten Merkur beherrscht. Mehrmals hat er tödlich scheinende Krankheiten gut überstanden. Der wohl bestrahlte Neptun im Todesfeld gab ihm im Sterben den Ewigkeitsblick. Ludwig II. von Bayern hat den Saturn auf der Spitze VIII, dazu Aszendenten und Sonne von Übeltätern getroffen, die beiden Lichter zueinander im Quadrat. Es wird interessieren, wie das VIII. Feld bei einem Scharfrichter aussieht, dessen Geschäft das Töten ist. M. Deibler, der frühere Scharfrichter von Paris, ist selber eines friedlichen Todes gestorben und hat das Venuszeichen Stier auf der Spitze des VIII. Feldes. In Horoskopen, die überhaupt auf gewaltsamen Tod schließen lassen, pflegt ein ungünstiger Jupiter (Gesetz) in Beziehung zum VIII. Feld den Tod durch das Gesetz, d.h. Hinrichtung anzuzeigen. Nun hat M. Deibler den Jupiter auf der Spitze des VIII. Feldes, was ihm selbst nur von Vorteil sein konnte, aber dieser Jupiter wirft Quadrate auf Sonne, Mars, Merkur und Venus im IV. Feld (Ende des Lebens). Tod und Lebensende spielen also bei ihm eine sehr große Rolle, und zwar durch Jupiter, das Gesetz. Da das Horoskop keinerlei Anzeichen eines gewaltsamen Todes oder verbrecherischer Anlagen gibt, dagegen einen starken Mars als Geburtsgebieter (Aszendent in Skorpion) zeigt, muß man unbedingt auf einen Menschen schließen, der in legitimer Weise tötet, also etwa auf einen Soldaten, einen Chirurgen, dem immer wieder die gefährlichsten Fälle unterkommen, oder einen Scharfrichter. Ehe M. Deibler seine wahre Berufung fand, war er Metzger gewesen. Daß es dabei nicht sein Bewenden haben würde, hätte ein Astrologe voraussehen können, denn der Löwe an der Spitze des X. Feldes, beherrscht von einer nicht ungünstigen Sonne, ließ eine höhere Laufbahn, ja, sogar Berühmtheiten erwarten, zumal der recht populäre Mann 5 Planeten, also mehr als die Hälfte in Eckfeldern hat, davon 4 im IV. Feld (Ende des Lebens).

Das IX. Feld ist in jeder Hinsicht das Gegenfeld zu dem III. Entspricht jenes dem Merkurzeichen Zwillinge, so dieses dem Jupiterzeichen Schütze. Dort das kleine Denken der Intelligenz, hier die höhere Erkenntnis: Philosophie, Religion, Einweihung. Dort die Nähe, hier die Weite des einem Menschen gesteckten Horizontes. Dort die Ausflüge und kleinen Reisen, hier die Fahrten in die Ferne, in fremde Länder, besonders Seereisen. Dort geschickte, gewitzigte Leute, hier Priester und Weise. Ferner zeigt das IX. Feld die angeheirateten Geschwister an: Schwäger und Schwägerinnen. Bei Goethe finden wir hier Merkur selber im Sonnenzeichen Löwe. Da er zugleich Herr des M.C. ist, wird die äußere Stellung durch Merkur im IX. Feld bestimmt. An der Spitze finden wir den Krebs, das Zeichen des Mondes, der für die Geistigkeit mitbestimmend ist (siehe Mond). Bei Kant ist das IX. Feld von dem Jupiterzeichen Schütze beherrscht. Bei Shakespeare finden wir den Merkur auf der Spitze IX in Trigon mit Uranus. Flaubert hat wie Goethe das Zeichen Krebs an der Spitze, beherrscht von einem vorzüglich konstellierten Mond. Wilhelm II. hat hier den Wassermann, an sich ein geistiges Zeichen – religiösen Drang wird ihm niemand absprechen – aber die beiden Herren des Wassermanns sind so schlecht wie möglich konstelliert: Saturn rückläufig und vernichtet, Uranus rückläufig und in einem Erdzeichen, wo er nur hartnäckige Extravaganz statt wahrer Originalität zu geben vermag. Eduards VII. weise Welt- und Menschenkenntnis dagegen zeigt Venus im eigenen Zeichen Waage an der Spitze des IX. Feldes. Hindenburg hat hier das Marszeichen Skorpion, von einem vernichteten Mars (im Stier) beherrscht. Bei Bismarck steht im IX. Feld die Sonne, im Widder erhöht, die zugleich seinem Aszendenten im Löwen gebietet. Das erklärt sein geistiges Übergewicht über alle, die ihm nahten. Seine Irrtümer stehen auf einem anderen Blatte: Merkur und Mond sind schlecht konstelliert. Luther hat 5 Planeten in diesem Feld der Religion. Wie gesagt: mit dem Verstand hat das IX. Feld nichts zu tun, sondern mit dem Geist. Daher kommen auch die größten Irrtümer aus dem IX. Feld. Napoleon I. hat hier zwar seinen vorzüglichen Merkur, aber zugleich den im Krebs vernichteten Saturn in Opposition mit dem ebenfalls vernichteten Mond aus III. Das erklärt jene tragischen Irrtümer, die nach der Schlacht bei Leipzig einen Sachsen sein Urteil über ihn in die Worte zusammenfassen ließ: »Halt e guter Kerl, aber e dummes Luder«. Der unbelehrbare Kaiser Franz Josef hat das feste Erdzeichen Stier an der Spitze IX. Bei Hugo Stinnes wird das IX. Feld von dem gut konstellierten Jupiter beherrscht. Hinter dem Praktiker soll sich in diesem Mann tiefe Erkenntnis verbergen. Clémenceau hat an der Spitze das feste Zeichen Wassermann. Es verrät die Festigkeit seiner Überzeugungen, aber diese Überzeugungen klammern sich an einen Wahn: Neptun steht im IX. Feld. Er ist gut bestrahlt, und darum vermochte dieser Wahn zu siegen. Bei Ludwig II. finden wir hier ebenfalls den Wassermann und Neptun, aber diesen schlecht bestrahlt. Auch er hing fest an seinem Wahn und setzte ihn in Wirklichkeit um, aber schließlich zerbrach er daran. (Neptun, Konjunktion Mars, Opposition Sonne.) Das IX. Feld der Mrs. Pankhurst ist von ihrer schwer verletzten Venus beherrscht und beherbergt einen starken Mars (im Skorpion), der zugleich über das X. Feld (Beruf, Stellung) gebietet. Richard Strauß, sicher einer der zähesten Geister des heutigen Kulturlebens, hat an der Spitze IX den Wassermann, dessen beide Herrn, Saturn und Uranus, bei ihm sehr stark sind. Die festen Zeichen an den Spitzen III und IX lassen nicht seine vielen Reisen erkennen. Hierüber sagen der Mond im gemeinschaftlichen Zeichen Jungfrau in III und der Aszendent im Merkurzeichen Zwillinge aus. So muß man außer den Feldern auch immer den Signifikator der Angelegenheit befragen.

Das X. Feld, mit dem I. das wichtigste, dessen Spitze auch Medium Coeli (M.C.) oder Zenit genannt wird, zeigt als Gegensatz des IV. (Heim) den Menschen in der Öffentlichkeit: die soziale Stellung, Beruf, Amt und Würden, Ehrungen, Orden, die höhere Gesellschaft, Personen von Rang, besonders Fürsten und Könige, bei Frauen oft die Stellung des Gatten. Von Verwandten bedeutet es im Gegensatz zu IV den für das Leben entscheidenden Elternteil an, nach manchen stets den Vater, nach manchen stets die Mutter.

Es findet sich wohl nicht leicht ein Emporgestiegener oder Hochstehender, der nicht im X. Feld etwas Gutes hat. Bei Richard Strauß steht das X. Feld im Zeichen Fische unter der Herrschaft Jupiters und Neptuns (moderne Musik), bei Mrs. Pankhurst im Zeichen Skorpion unter Mars (Kampf), bei Chopin im Zeichen Zwillinge unter der Herrschaft des von Jupiter und Venus (Kunst) gut bestrahlten Merkur. Richard Wagner hat hier auch den von Neptun (moderne Musik) gut bestrahlten Mond in Konjunktion mit dem Glücksrad, ferner den teils gut, teils schlecht bestrahlten Mars, der die schweren Kämpfe, aber auch die Kraft verrät, die seinen Erfolg schließlich erzwang. Bei Napoleon III. ist das M.C. von einem starken Mars beherrscht. Sein Ehrgeiz brachte ihn ans Ziel, auch Saturn, der sich hier findet, pflegt im X. Feld dem Ehrgeizigen zu helfen, aber ihn schließlich mit Gewißheit zu stürzen. Bei Ludwig II. findet man am M.C. das Zeichen Fische, aber die Spitze des Feldes, sowie seine zwei Herren, Jupiter und Neptun, sind schlecht bestrahlt, und obendrein ist der Zerstörer Uranus selbst anwesend und rückläufig. Zwar wird er gut bestrahlt, und das erklärt die Bezauberung, die der König ausübte und die seine Extravaganzen solange glücken ließ. Bei Hugo Stinnes ist das M.C. von dem vortrefflich bestrahlten Jupiter beherrscht, aber auch hier ist Saturn anwesend, freilich ausschließlich gut bestrahlt. Kaiser Franz Josef hat die Venus, das Zeichen Österreichs, im X. Felde mit gutem Aspekt zu Mars im Widder und im VII. Felde (öffentliche Feinde). Er versöhnte sich mit seinem Feind und wurde dessen Verbündeter. Der Widder ist das Zeichen Deutschlands. Kaiser Karl von Österreich wurde durch einen starken Mond (im Krebs) im X. Feld auf den Thron gehoben, aber durch Mars und Saturn, beide ebenfalls in X, gestürzt. Wilhelm II. fiel durch die Konjunktion Mars-Neptun in X. Goethe hat hier Sonne und Venus, Napoleon Sonne, Merkur in Konjunktion mit dem Glücksstern und das Sonnenzeichen Löwe, aber gleichzeitig steht ein sehr schlechter Saturn in X und empfängt das M.C. ungünstige Aspekte von Jupiter aus I (eigenes Ich) und von Uranus aus VII (öffentliche Feinde). Dazu kommt die schon erwähnte Opposition Mond-Saturn. Der eigene Charakter (I. Haus) ist das Entscheidende gewesen. Oscar Wildes Erfolge und Sturz sind allein durch Saturn erklärlich. Gut aspektiert beherrscht er das X. Feld durch den Steinbock. Er hebt und stürzt zugleich. Zwingend war auch dieser Sturz nicht. Der Dichter hat ihn durch seine unzeitige Rückkehr nach England herausgefordert. Wilson, hat hier die Sonne, die ihm eine königliche Stellung gab, in Opposition zu Saturn, der ihn stürzte. Bismarck hat im X. Feld die Venus im eigenen Zeichen Stier, dazu den Glückspunkt, aber M. C. wie Venus haben Quadrate mit Saturn aus dem VI. Feld. Nachdem Venus ihn mit allen erdenklichen Auszeichnungen und Ehren überhäuft hatte, fiel er durch die Ohrenbläserei der den jungen Kaiser umgebenden Lakaiennaturen, womit sein Anteil an der Schuld an dem Zerwürfnis nicht geleugnet werden soll.

Das XI. Feld ist das Gegenfeld zu dem vergnüglichen V. Es bezeichnet die uns weder durch Verwandtschaft noch Heirat verbundenen Menschen: Freunde, Gönner, Ratgeber, ferner Hoffnungen, Wünsche, Erfüllungen. Wie das III. und V. bezieht es sich so sehr auf das Privatleben, daß viele Beispiele berühmter Männer nicht leicht zu geben sind.

Bei Goethe, dessen Leben so reich an Freundschaft war, steht es unter dem Venuszeichen Waage, Venus selbst im X. Feld Stellung und Beruf brachten ihm die vielen glücklichen Beziehungen; aber Venus erhält ungünstige Aspekte durch Mars und Jupiter, der im IV. Feld (Lebensende) steht. Alt werden, sagt er einmal, heißt seine Freunde überleben. Viele Hoffnungen sind ihm fehlgeschlagen, und er war zwar nie ein verbitterter, aber doch ein resignierter Mensch. Oscar Wilde hat im XI. Feld das Glücksrad, aber beherrscht ist es von Saturn. Auch Wilhelm II. hat hier das Glücksrad, aber auch den schlecht konstellierten Uranus. Mars (in Konjunktion mit Neptun) ist Herr. Seine Freunde waren falsch, unaufrichtig, liebedienerisch (Neptun), viele ließ er plötzlich fallen (Uranus). Das Zeichen Skorpion an der Spitze des XI. Feldes bei König Eduard VII. zeigt dessen fragwürdige Pariser Bekanntschaften an, Merkur im XI. Feld den Verkehr mit Kaufleuten wie Sir Ernest Cassel.

Das XII. Feld heißt das Haus des großen Unglücks. Es ist das eigentlich tragische Haus im Gegensatz zu dem VI., welches die Miseren des Lebens beherrscht. Es ist das Feld der Verfolgung, der geheimen Feinde, der Kriminalprozesse. Dadurch bildet es auch einen Gegensatz zu VII, dem Feld der offenen Feinde und Zivilprozesse. Ist jenes das Feld des Kampfes, so dieses das Feld der Verlassenheit, der Einsamkeit, der Verbannung, der geschlossenen Anstalten, Gefängnisse, Irrenhäuser, Krankenhäuser, Kasernen. Es zeigt skandalöse Angelegenheiten an, die verborgen bleiben, geheime Verbrechen und Laster, von Menschen die Schwiegermutter. Das ist kein billiger, moderner Witz; schon Ptolemäus führt dies an. Venus oder Mond, in diesem Feld gut bestrahlt, können unter Umständen eine gute Schwiegermutter bedeuten. Daß eine böse mehr als ein Unglück, nämlich eine Tragödie sein kann, wird niemand bezweifeln. Wenn schon das Altertum die Schwiegermutter dem XII. Feld unterstellt, so beweist das nur, was für eine bedeutsame Person sie ist. Das XII. Feld ist wie IV und VIII ein okkultes Haus; als solches bedeutet es die Vernichtung des Ichs, Einkehr, Umkehr, Zerknirschung, Buße, Wiedergeburt, Erlösung, Zustände, die ja bekanntlich nur durch großes Leid bedingt werden.

Bei Oscar Wilde finden wir hier den Neptun (siehe Neptun) im eigenen Zeichen Fische eingeschlossen. Gefangenschaft, Umkehr und Vertiefung werden dadurch eindeutig bezeichnet. Wilhelm II. hat den Jupiter auf der Spitze XII mit gutem Sonnenaspekt. Das rettete ihn vor der Gefangenschaft, die ihm eine Zeitlang drohte. Kaiser Karl hat hier den Glücksstern. Das Schicksal dieser beiden Fürsten ist unglücklich, aber ohne jede Tragik. Das XII. Feld bezieht sich nicht nur auf das intimste Privatleben, sondern obendrein auf das, was einem Menschen oft selber in seinem Leben unbekannt oder rätselhaft ist. Ich will daher auf eine Deutung verzichten und nur mitteilen, daß Hugo Stinnes Merkur, den Herrn von IV (Lebensende) auf der Spitze XII, Sonne (Herr von VI) und Mars (Herr von VIII) im XII. Feld hat. Das muß mehr bedeuten als mächtige, geheime Feinde. Übrigens sind die Aspekte dieser 3 Planeten nicht beunruhigend, teils sogar gut. Er scheint dauernd von drohendem Unheil umgeben zu sein, das er immer wieder besiegt.

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