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Der Fröschlacher Kuckuck

Albin Zollinger: Der Fröschlacher Kuckuck - Kapitel 12
Quellenangabe
typenarrative
booktitleDer Fröschlacher Kuckuck
authorAlbin Zollinger
year1941
firstpub1941
publisherAtlantis Verlag
addressZürich
titleDer Fröschlacher Kuckuck
pages130
created20110606
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Eilftes Abenteuer

Sofern es eins ist, seinen Dom in die Stube zu nehmen.

Hatte Fröschlach dergestalt plötzlich sein Aussehn verändert, eine harte Entschlossenheit auch seiner Bürger herausgebildet, so blieb es nichtsdestoweniger doch immer Fröschlach, die Stadt der Eigenpersönlichkeiten, der unablässigen Kopfarbeit überm Tagesfleiß, der Schwärmerei, die der Sage nach dem Kuckuck in sein Wolkenheim nachgestiegen, die Akropolis, nicht zu vergessen, die in den Mondschein ragte und das Bewußtsein des Höheren in sich bewahrte. Die Fröschlacher hatten eiligst ihr Gold, doch als erstes die Glocke vor der Gefahr verborgen; etwelchermaßen mit ihrer Rüstung in Sicherheit, kamen sie auf ihre Herzensangelegenheit, auf den Dom zurück, den als Ganzes noch besser zu schützen sie unablässig in Gedanken beschäftigte.

Indessen weiß der Bauer aus Erfahrung, daß er, um ein Ding vor Wind und Wetter oder auch Diebstahl zu behüten, es nur hereinzunehmen braucht, und so kamen sie denn auf nichts Ratsameres als zurück auf den ersten Einfall: den Dom in die Stube zu flüchten. Einem Land in 73 Gefahr bleibt als Letztes, sein Gedankengut aufzuteilen, seine Art in die einzelnen Herzen als einen Samen zu retten; von allen wird doch ein Krieger den grimmigsten Krieg überleben, das Vaterland ihm im Herzen zur Auferstehung gelangen. Also trugen die Fröschlacher ihren Dom bis auf die Grundmauern ab und verschleppten ihn an der Brust in ihre weltlichen vier Wände.

So ohne Kirche, am Ende der Vorbereitungen, zogen die Fröschlacher in rauschender Prozession durch die Straßen und hielten im Freien einen Bittgottesdienst ab, von welchem die Bergstadt in Weihrauch gehüllt noch bis gegen Mitternacht dampfte. 74

 

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