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Der Flüchtling im Jura

Heinrich Zschokke: Der Flüchtling im Jura - Kapitel 27
Quellenangabe
typefiction
booktitleHeinrich Zschokke's historische Novellen. Dritter Theil.
authorHeinrich Zschokke
firstpub1822
yearca. 1895
publisherErich Wallroth / E. Steiger
addressBerlin / New-York
titleDer Flüchtling im Jura
pages7-116
created20060511
sendergerd.bouillon
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27.
Der Ausgang.

Sie waren nicht mehr weit vom Bell'schen Hause; da sahen sie fast alle Bewohner desselben daher eilen, Frau Bell mit ihrer Tochter und Nichte, Georg, den Vater Staffard und Professor Onyx. Allen flog Hermione voran, mit freudeglühenden Wangen, mit zuckenden Lippen, mit der Thräne im Auge. Und unter einem Ach! aus dem Tiefsten der Brust, umklammerte sie den Stiefvater, den alle als einen Bekannten und Vertrauten mit Glückwünschen umringten und bewillkommten.

Laßt die Leutchen sich satt freuen, sagte endlich Vater Staffard zu Georg und Florian, wir gehen unterdessen heim, wo wir Drei einander genug zu erzählen haben. Hier sind wir überflüssige und störende Figuren.

Nimmermehr, rief Frau Bell, nimmermehr, lieber Nachbar! Haben uns Entsetzen und Schrecken zusammengeführt, so soll uns die Freude nicht trennen; wir bleiben zusammen. Es giebt ein einfaches Mahl, aber das froheste im ganzen Fürstenthum. Fort, beginnen wir Alten den Zug! So sprach sie, und gab dem Vater Staffard den Arm und wanderte mit ihm dem Hause zu. Die Andern folgten langsam; Florian blieb im Hintergrunde.

He! rief Despars, und sah sich nach ihm um, und der Verbannte soll verbannt bleiben? Hermione! er scheint auf gutem Wege zu sein, mein rechter Arm zu werden; er darf unserm Feste nicht fehlen. Gehe, Hermione! und führe ihn, und mit Gewalt, wenn er in Güte nicht will.

Hermione ging zu Florian; sie folgten, Beide stumm, den Uebrigen in's Haus.

Nun erst verbreitete sich in zahllosen Fragen und Antworten, Erzählungen und Unterbrechungen Licht über alles Geschehene. Despars nahm Hermione, führte sie in's Freie und redete lange mit ihr. Nachdem er sie zurückgeleitet, nahm er den Vater Staffard auf die Seite; so einzeln Jeden, selbst den Professor Onyx.

Ich merke es wohl, rief er, er selbst muß mein rechter Arm werden. Und als man sich zum Mahle niedersetzte, ordnete er an, daß Hermione an seiner und Florian's Seite bleibe. Darauf, als die Gläser ihm zu Ehren erklangen, rief er: Nein, der Held des Tages bleibt der Flüchtling im Jura. Freund Lamargne und ich sind ihm das Leben schuldig. Und wäre er minder reich an Gütern, Hermione! er wäre Deiner Liebe nicht minder würdig. Selbst als er mich in seinem Dorfe zum Krüppel machte, hatte er Recht. Gib ihm den Brautkuß!

Da steckte die alte Morne den grauen Kopf durch die halb offene Thür, und musterte mit schnell umherfliegenden Blicken die Gäste am Tische. Dann nickte sie freundlich und rief: Gott hat Alles wohl gelöst!

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