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Der Familie Buchholz dritter Theil. Frau Wilhelmine

Julius Stinde: Der Familie Buchholz dritter Theil. Frau Wilhelmine - Kapitel 18
Quellenangabe
authorJulius Stinde
titleDer Familie Buchholz dritter Theil. Frau Wilhelmine
publisherVerlag von Freund & Jeckel
year1886
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correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Westerland.

Der Schornstein war schon abgerüstet und in der Fabrik begannen die Monteure die Maschinen aufzustellen, wozu Felix unumgänglich nothwendig war. Die jungen Eheleute hatten als verlängerte Hochzeitsreise Wohnung im Hotel genommen, denn im Hause sah es greulich aus, und weil mein Karl noch einige neue Ideen erfaßt hatte, griff das Wändedurchschlagen weiter um sich, als man mir anfänglich vorenthielt, daß wir auf ein immer kleineres Terrain zusammengedrängt wurden und Frieda den ganzen Tag um mich war. Da kamen wir uns denn näher und weil auch Kummer zuletzt den stärksten Willen bricht, blieb denn das Vertrauen nicht aus. Auf dem Balle war sie zu weit gegangen und so herrschend ihre Schönheit sonst über Max gewesen war: als sie im Zorne glaubte, sich Alles, selbst thätliche Drohung erlauben zu können, zerbrach das Scepter. Er kam am nächsten Tag nicht und auch nicht am folgenden und so ging es fort. Das total verfumfeite Mittagsessen an dem Balltage, wird auch wohl beim Zurückschaudern geholfen haben.

Max hatte Frieda aufgegeben, er ließ nichts von sich hören, nur daß er in Afrika war, wußten wir. Nach der Silberhochzeit ward Frieda von Tage zu Tage niedergeschlagener; sie hatte gehofft, daß Max wenigstens an uns oder an Felix einen Glückwunsch senden würde und einen für sie dabei, aber da jegliches Liebes- und Lebenszeichen ausblieb, befürchtete sie das Schlimmste. »Er wird wohl nur ein Weilchen verschollen sein und sich gelegentlich wieder anfinden,« beschwichtigte ich, allein sie sprach: »Wenn er auch am Leben ist, mir zürnt er. Ich habe seine Liebe verscherzt. Auf der Hochzeit sah ich, was es heißt, glücklich sein und glücklich machen. Ich begehrte nur und wollte nicht geben, ich hielt mich für vollkommen und war der Fehler voll. O, kehrte er wieder, ich wollte ihm dienen, wie ich vermöchte, nur durch ihn sein, was ich bin, nur für ihn leben. Und nun ist er todt.« – »Man weiß durchaus nichts Gewisses, Frieda.« – »Für mich ist er verloren.« Sie dauerte mich tief und ich beschloß, sie stets bei mir zu behalten. Mußte ihr Jemand Anhalt gewähren, so war ich es. Meine Eingriffe waren vielleicht ebenso viel Hindernisse, daß es so kam, wie sie selbst mit ihrer früheren Benehmigung.

Wenn Max sie nur sähe! Der Kummer hatte ihren Zügen gemach einen schwermüthigen Ausdruck verliehen, der ihrem Lächeln, wenn es sich einstellte, das Ueberhebende nahm, womit sie sonst Leute abkühlte, die sich ihr annäherten. Ihre Stimme klang sanfter, wenn sie um etwas bat: es lag in dem Ton auch schon der Dank im Voraus für das Gewähren. Es giebt Viele, die irgendwo ein Herz haben, aber es spricht nicht, wenn es soll, und so war es Frieda bisher auch ergangen. Jetzt konnte es reden, aber Max vernahm es nicht. Mir ward Frieda mit jedem Tage angenehmer. Sie gab sich viele Mühe, selbst wenn ich verdrießlich war, wozu die Anlässe wild umherliefen.

Zunächst diese Doris. Sie legte es nämlich aufs Gekündigtwerden mit sofortigem Abgange an. Reinemachen war nicht mehr, da die Stuben doch wieder voll getragen würden, und wenn ich nach der Küche kam, saß ein schon oft verbotener Maurer darin, und sie mir kodderig gekommen. »Doris,« sagte ich, »kujeniren dulde ich nicht.« – »Det stimmt.« »Gefällt es Ihnen nicht mehr bei mir?« – »Det stimmt.« – »Ihnen ist doch nichts zu Leide geschehen?« – »Det stimmt.« – »Haben Sie Heirathsgedanken?« – »Det stimmt.« – »Doch unmöglich mit dem Maurergesellen?« – »Det stimmt uf de Nuppe.«

Da hatten wir das liebe Gut. Hätte Idiß die Kochmaschine mehr geachtet, brauchte ich ein geschultes Mädchen nicht gehen lassen. Eine Tuntige in dem Durcheinander anlernen, das überstieg meine Kräfte; eine Ordentliche wäre gar nicht in die Trümmer zugezogen. Und dann zweitnächstens dieser Herr Kleines.

Also er kommt eines schönen Tages heran. »Meines Lebens« rufe ich »wie sehen Sie aus, sind Sie irgendwo durch ein Nadelöhr gejagt?« Man hätte ihn in eine mittlere Stopfnadel fädeln können, so schlotterte sein Skelett. – »Schützen Sie mich vor der Schulz« rief er. – »Vor welcher?« – »Vor Mutter und Tochter. Die Alte verfolgt mich; Idiß sagt, ich hätte ihr die Ehe versprochen.« – »Ist das wahr?« – »Nein!« – »Na wer lügt denn?« – »Die Idiß.« – »Dann sind Sie ja schön heraus?« – »Nennen Sie das schön, wenn die Schulz ein paar mal jede Woche antritt?« – »Mich prampirte sie blos brieflich.« – »Ihre Handschreiben nehme ich nicht an. Aber der Skandal den sie macht, und Logis wechseln nützt auch nichts mehr, sie erfährt doch sofort vom Polizeileutnant, wo ich bin. Gewähren Sie mir ein Unterkommen Frau Buchholz, vor Ihnen hat sie Furcht.« – »Thut mir leid, wir bauen.« – »Fünfmal bin ich schon umgezogen und fünfmal mußte ich flüchten. Es ist um aus der Haut zu fahren und sich daneben zu setzen.«

»Das hätten Sie längst thun sollen.« – Er sah mich fragend an. – »Ich will damit sagen, Sie hätten Ihre Lebensart aufgeben müssen, denn es ist nie welche gewesen, wirklich abgeplastert wären Sie nur ein medizinischer Anblick für Aerzte und nicht für Familien.« – »Weil die Familien dumm und prüde sind« antwortete er. »Ich wandere aus.« – »Das wäre gescheut von Ihnen, denn aufrichtig gesagt, es ist hier doch wohl zu altmodisch für Sie.« – »Es wird auch zu schlecht Skat gespielt«, sagte er und ging. – Ob er mich mit dem schlecht spielen gemeint hat? wäre dies der Fall, kann der Ocean nicht breit genug zwischen uns liegen.

Da Frieda sich für alle Arbeit erbot, ging Doris am Ersten ab und wir Beide wirthschafteten mit einer Morgenfrau für das Gröbere; aber schön war es nichts zumal es warm wurde und der Sommer Berlin anheizte. Doch Rettung traf ein und zwar von Emmi.

Der Doktor war ihr Genugthuung von wegen der Russin schuldig und dies konnte nur geschehen, indem er den Mammon, den Emmi durch eine wochenlange Entziehung doch auch mitverdient hatte, zu einer Reise herausrückte. Wie liebenswürdig war es nun, mich aufzufordern, unter ihrem Schutze eine Erholung auf Sylt zu suchen, die an meinen Nerven und dem Asthma Wunder verrichten würde.

Sie riethen mir Alle zu, und ich gab nach. Aber unter den Bedingungen, daß mein Mann ins Hotel ginge und Frieda so lange in Doktors Wohnung einhütete, und daß wir Auguste Weigelts Jüngste mitnähmen, da der Doktor gesagt hatte, Seeluft würde dem kleinen Wesen aufhelfen, es finge an sich zu kommen. Auch dies wurde gewährt.

Herr Weigelt fragte, was er für mich thun könnte, als er es erfuhr. Ich sagte, »Halten Sie Augusten in Ehren.« – Er entgegnete: »Frau Buchholz, eine Frau, so wie meine Frau, das ist eine Frau,« und weiter kam er nicht. Ein Pappstoffel von Unselbständigkeit, dieser Mann. Konnte er nicht einfach sagen: ›Jawohl?‹ Doch muß man ihm lassen, er gibt nicht unnütz aus und schuftet redlich. Aber wenn er die Anleitung nicht hätte! –

So fanden wir uns Abends spät auf dem Lehrter Bahnhof zusammen, mit Koffern, Handgepäck und Schirmen. Der Doktor war völlig planbewußt, da Herr Jeckel von der Buchhandlung ihm die Reiserichtung entworfen hatte. Der kennt jede Umsteigung, jedes Liegenbleiben und wann gebimmelt wird, daß sie ihn längst hätten zum Lokomotivrath oder ähnlich ernennen müssen, denn er stellt solche Kilometer zusammen, daß wenn Einer nach Kötschenbroda will, er wegen der kombinirten Anschlüsse aus Wollust nach Eidtkuhnen dampft, woran der Staat doch seine Prozente hat.

Für Schlafwagen langte entweder die Russin nicht oder mein Schwiegersohn war mehr für die alte Methode mit miserabel durchbrachter Eisenbahnnacht. Der durchgangbare Wagen verhinderte jegliches Ausstrecken und wenn die Kinder nicht grade krabbelten, quarrten sie umzechig, bevor Morpheus sie in den Sack stach. »Recht wohlthuende Badereise,« warf ich hin. – »Es ist nun mal nicht anders, liebe Schwiegermutter,« wehleidete Er, »wir sind einmal keine Finanzbarone.« – »Geizhammel,« dachte ich unhörbar, »wenn die Rubel doch verposamentirt werden sollen, warum seinen in die Reparatur reisenden Leichnam erst durchmartern lassen? Es heißt freilich, bei zugegenem Arzt schadet Nichts, es ist aber verschieden mürbe, wie man sitzt und dem eigenen Urtheil unterworfen.«

Die Anschlüsse waren ganz gut, blos die Züge hielten sie nicht inne, weshalb die Schwierigkeit, Sylt mit Zwillingen zu erreichen, der staatlichen Nachhülfe bedarf. Selbst der vernunftbegabteste Kulturmensch wird hier zum Kolli. Aber er kommt an.

Ist man nun auf dieser äußersten Insel des Deutschen Reiches angelangt, in Westerland, wo neben den Bauerhäusern die großen Hotels aufgeschossen sind und architektonische Fremdenvillas, fragt man: »Wo ist nun die berühmte Nordsee?« – »Hinter den Dünen.« sagen sie, da sie friesisch nur unter sich sprechen, und man geht durch den Ort nach den Sandbergen die Treppe hinauf und dann ...

Ja dann.

Da ist es, als wenn in einem fort Königsgeburtstag geschossen würde, Donner auf Donnerhall von den Wellen, die auf den weißleuchtenden Strand stürzen, so allgewaltig, daß sämmtliche Molesten vergessen sind. Das weite, weite Meer geht mit dem Himmel zusammen und man selber ist ein Nichts. Mir fehlte mein Karl.

Wir gingen hinunter zu den vielen Hunderten, die auf dem Sande spazierten, oder in Strandkörben saßen oder platt ausgestreckt sich sonnten, viele gruben Kuten in den Sand, worin sie hausen, die Wälle mit Fähnlein besteckt, oder bauten Festungen, wie die Kinder. Die Erwachsenen hatten Ferien und Musik dazu und Verpflegungshallen mit flatternden Fahnen schwarz-weiß-roth, und Schaaren von silbergrauen Möven in der Luft, die so zuthunlich sind, daß sie hochgeworfenes Brot mit dem Schnabel fangen. Ununterbrochen rollt das Meer und stäubt sein Wasser in die Luft, die mit Salz durchzogen sich heilsam einathmet. »Hier wird es mir gut thun,« sagte ich. – »Uns Allen,« meinte der Doktor. – »Nun ja, es ist soviel Erholung da, daß Keiner darben braucht.«

Mit dem Logis und der Verpflegung wurden wir täglicher zufrieden. Sie kochen vortrefflich und was sehr bekömmlich ist: trotz der guten Gesellschaft aus gebildeten Ständen wird kein Toilettenluxus getrieben. Jeder giebt sich wie er ist, und das fördert die Gesundheit, die unter Zwang nur leidet, gleichzeitig mit Ersparung verbunden.

Mein Siechthum war hingegen Nebensache. Sehr billig hatten der Doktor, und unter seinem Einfluß Emmi mit, das Kindermädchen zurückgelassen, und die Enkel der Großmama aufgehalst. Dies war ihre Liebenswürdigkeit, mich mitzunehmen.

Er tunkte sich ins freie Meer, während ich nur zu athmen hatte, und Emmi Anfangs warme Bäder nahm. So hockte ich denn allein als Kinderfrau am Strande. Zum Glück erhielt ich schon in den ersten Tagen Unterstützung, nämlich Herr Spannbein und Ottilie, die wir in Italien kennen lernten, waren auch da in Begleitung von Quenglhuber und den jungen Spannbeins. Nein diese Wiedersehensfreude.

Herr Spannbein streicht jetzt Seelandschaften und Quenglhuber hat seine historischen Mücken ziemlich aufgegeben, da das Natürliche leichter Absatz findet und er das Publikum doch nicht in die Vergangenheit zurückrezensiren konnte. Er schimpfte sehr, daß er jüngeren Kritikern weichen mußte, von denen er sagte, daß sie hahnebüchenen Unsinn zusammenschreiben, was sie wieder von ihm behaupteten.

»Da muß ja das Ideal zu Grunde gehen,« hüstelte er, denn er ist alt geworden. – »Sagen Sie, was ist eigentlich das Ideal?« fragte ich. – »Das wissen Sie nicht?« – »Nein.« – »Nun, das Ideal ist ... Mein Gott, Sie müssen doch wissen, was das Ideal ist?« – »Aber nein.« – »Nichts kann einfacher sein. Also das Ideal, oder vielmehr das Ideale ... Aber, daß Sie das nicht wissen? Lächerlich.« – »Man weiter,« sagte ich. Nach einigem Besinnen fing er an: »Das Ideale als Gegensatz zum Realen ist die objektiv gedachte Idee, zum Exempel des Sublimen im Menschlichen oder vice versa, beziehungsweise die ästhetische Perception des Stoffes ... Ach was, Sie wissen es ja recht gut, was ideal ist.« – »Können Sie nämliche nicht auf Deutsch sagen?« – »Das war ja Deutsch.« – »So? Na ja. Es muß doch sehr schwer sein, ehe die Kunst an den Wänden hängt. Aber Sie sind Großvater und ich bin Großmutter, was kümmert sie uns lange?«

Die jungen Spannbeine waren richtige Sandgräber. Unermüdlich schippten sie Dämme gegen die Wellen und sagten, diesmal sind sie stark und fest. Dann aber kam die Fluth und leckte ihre Arbeit hinweg, wie das Schicksal, das auch daherfluthet und vernichtet, was unvergänglich erstrebt schien, wenn es nur mit der Fabrik etwas wird? –

Mein Karl schrieb regelmäßig, auch daß der alte Bergfeldt entschlafen. Es sei das gut so, denn er wäre eine schwere Last geworden und selbst Auguste habe gesagt, ein sanftes Ende wäre eine Gnade, für ihn und Alle. Nun ruhe er in Frieden neben Emil. Es ging mir nahe, sehr nahe.

Ich konnte nach Hause nur berichten, daß wir uns vortrefflich befänden und Fritz und Franz bereit braun eingebrannt wären, wie Kameruner, wogegen der jüngste Spannbein mit seinem kurzgeschorenen Haar schon mehr wie ein Seehund aussah. Augustens Kleine nahm prächtig zu. Man bekommt ja auch von der Seeluft Appetit wie eine Fleischhackmaschine und dazu kräftige Nahrung, die sich fest und gesund auf den Körper herauf stoffwechselt, wodurch neue Stärkung zum Essen entsteht, die wieder das Skrophulöse bei Kindern vertreibt und den ganzen Gesammtorganismus in Wohlbefinden erneuert. Der Doktor prepelte, daß er über die Kosten kam. – Sonst ereignete sich nicht viel, wir ruhten wirklich aus.

Je länger wir blieben, je genußreicher ward es. Das Meer ist immer anders. Manchmal so und manchmal so, aber gerade in der Manchmaligkeit liegt der Zauber, war der Himmel bewölkt, dann zerrissen die Wolken zuweilen und hinter ihnen glänzte das Abendgold, daß man einen Schnitt Weltall sah, wo die Sonne herrlich schien, wie immer, während wir grau und trübe eingehüllt waren. Auch ein Wägelchen spendirte der Doktor mitunter, und wir besuchten die bildsauberen Dörfer der Insel, das Dünengebirge, die rothblühende Haide, den Leuchtthurm, der die Schiffe mit wechselndem Scheine warnt, und auch in ein altes Hünengrab mußte ich hinein. Der Hüne war nicht mehr darin, sondern eine Frau mit Stearinlichtern und empfänglich für Trinkgeld. Und wie zahm ist alles Gethier auf Sylt, weil die Jagdflinte begraben ist. Die Hasen thun, als wenn es keine Pfannen gäbe. Es ist vieles merkwürdig da. Aber das Schönste ist das Bad in den brausenden Wellen, das mein Schwiegersohn weit über Helgoland stellt, wo er früher einmal war. Mir bekam die Luft herrlich, die Nerven gaben sich und das Asthma verschwand. Der Doktor saß mehrstens in einer Kute und ergab sich dem Kartenspiel, Emmi und Ottilie machten Strandwanderungen, Spannbein malte und Quengelhuber und ich hüteten die Kinder. Wie meine eigenen wurden sie mir lieb.

In dieser Friedfertigkeit traf mich ein fürchterlicher Schreck, ein Brief mit schwarzem Trauerrand, den ich erbebend entgegennahm. »Erika!« war mein erster Gedanke. Aber Gottlob, nein. Die Bergfeldten war so liebenswerth gewesen; sie hatte wohl noch Todesfall-Papier übrig behalten und versetzte mir einen Stoß damit. Ich achte Jedermanns Gram, aber man muß Niemand unnöthig ängstigen und das thut solches Couvert, bevor man weiß, von wem es kommt und was es enthält. Viel Vernünftiges stand nicht darin. »Sie fände sich allmälig,« schrieb sie, »und ginge oft ihren Mann und Emil begießen. Er hätte zuletzt nichts mehr essen gemocht. Das Beste risse man doch vom Leben mit den Zähnen herunter. Wenn das vorbei wäre, sei es aus.« – Und deshalb Trauerbögen. Das geb ich ihr gelegentlich.

Bei unserer Abreise konnten wir, mit Ausnahme der Bergfeldten, auf eine Reihe stärkender Wochen zurückblicken, und als das Dampfschiff in das Wattenmeer einbog und Sylt mit seinen Dünen tiefer tauchte, waren wir einig, es wieder mit Berlin aufnehmen zu können. Die große Stadt zehrt doch schließlich.

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