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Der Dieb in der Nacht

Edgar Wallace: Der Dieb in der Nacht - Kapitel 16
Quellenangabe
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typefiction
authorEdgar Wallace
titleDer Dieb in der Nacht
publisherWilhelm Goldmann Verlag
seriesGoldmanns Taschenbücher
translatorHans Herdegen
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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16

»Was hat das zu bedeuten?« fragte Jack heiser.

Der große Mann schaute erschrocken auf.

»Rühren Sie sich nicht von der Stelle – und nehmen Sie die Hände hoch!« befahl er nach einer Sekunde des Zögerns.

Plötzlich hielt er eine Pistole in der Hand und richtete sie auf den Inspektor.

Jack kam der Aufforderung nach.

»Smith, legen Sie ihm Handfesseln an.«

Bevor Jack wußte, wie ihm geschah, waren seine Hände gefesselt.

»Setzen Sie sich dort auf den Stuhl, und verhalten Sie sich ruhig. – Und glauben Sie mir, daß mir dieser Zirkus peinlicher ist als Ihnen, Mr. Danton«, fügte der Mann aus dem Haus des Inders noch hinzu.

Barbara war nicht ins Zimmer gekommen. Jack glaubte zu hören, daß sie im Flur leise schluchzte.

Nachdem die drei ihn gefesselt hatten, kümmerten sie sich nicht weiter um ihn.

»Sind Sie Ihrer Sache sicher?« fragte Smith.

»Es kann kein Irrtum mehr bestehen«, antwortete der kleine Inder und betrachtete fasziniert den großen Diamanten, den er in der Hand hielt. Sein Feuer strahlte bis zu Jack. Der große Mann sah auf die Uhr.

»Es ist ein Uhr, Jim. Bitte rufen Sie sofort im Flughafen an, daß man eine Maschine für uns bereitstellt. Um halb fünf werden wir abfliegen. – Wann sind wir dann in Kalkutta?«

»Übermorgen – wenn alles klappt.«

Jack hörte erstaunt zu.

»Es geht hart auf hart«, meinte der große Mann skeptisch. »Also, Mr. Shing, sehen Sie zu, daß Sie die Brillantnadel wieder in Ordnung bringen, damit wir fertig werden.«

Smith zog ein langes Etui aus der Tasche und öffnete es. Jack sah, daß es eine Anzahl von losen Brillanten enthielt.

»Hier ist ein Stein, der passen könnte. Er ist nur ein wenig größer als der andere. Können Sie den in die Fassung einsetzen?«

Er reichte dem Inder den Brillanten, der ihn mit einer Pinzette packte und an der Stelle des vorigen einpaßte. Schweigend beobachteten die anderen ihn bei seiner Arbeit. Der Inder war sehr geschickt und hatte schon nach wenigen Griffen die Brillantnadel repariert. Er gab sie dem großen Mann, der sie kurz betrachtete und dann Smith weiterreichte.

»Bringen Sie das noch heute zu Miss Wold. Sie können ihr ja sagen, daß wir den Dieb gefaßt hätten«, fügte er lächelnd hinzu.

»Es tut mir sehr leid, daß ich Sie so behandeln mußte«, wandte er sich dann an Jack. Er stand auf, trat an dessen Stuhl und begann, die Handschellen aufzuschließen. »Ich hoffe, es wird Ihnen eine kleine Beruhigung sein zu hören, daß ich der indischen Kriminalpolizei angehöre.«

»Jetzt habe ich es aber satt! Zu allem Überfluß auch noch faustdicke Lügen!« rief Jack wütend.

»Mr. Danton, glauben Sie mir, die letzten Monate waren die aufregendsten meines Lebens. Lassen Sie sich von Miss May erzählen, wie alles zusammenhängt. Ich muß jetzt gehen.«

»Dann hat sie also doch die Brillantnadeln entwendet?« fragte Jack entsetzt.

»Ja, das hat sie getan. Sie ist die gerissenste und erfolgreichste Diebin von ganz London – und auch die schönste.« Lächelnd ging er aus dem Zimmer.

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