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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 9
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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8

        Eingefallen in Kastilien
Waren Könige der Mauren
Fünf. Verwüstung, Lärm und Feuer,
Mord und Tod zog ihnen vor.

        Über Burgos schon hinüber,
Montes d'Oca, Belforado,
San Domingo und Naxara
Steht verheeret alles Land.

        Weggetrieben werden Herden,
Schafe, Christen, Christenkinder,
Männer, Weiber, Knaben, Mädchen;
Jene weinen, diese fragen:
»Mutter, wohin ziehen wir?«

        Ruhmreich sammeln schon die Mauren
Ihren Raub, zurückzukehren;
Denn niemand begegnet ihnen,
Niemand, auch der König nicht.

        Zu Bivar auf seinem Schlosse
Hörte diese Not Rodrigo;
Noch war er nicht zwanzig Jahre,
Doch an Mut war er ein Mann.

         Auf sein Roß, es hieß Babieça,
Stieg er, wie hoch in den Wolken
Gott auf seinen Donnerwagen,
Und durchrannte rings das Land.

        Die Vasallen seines Vaters
Bot er auf; sie waren alle
Angelangt zu Montes d'Oca
Und erwarten ihren Feind.

        Guter Himmel! Von den Mauren
Zog fortan nicht einer weiter –
Aber die geraubten Herden,
Männer, Weiber, Christenkinder,
Alle ziehen ihres Weges
Froh und frei. Die fünf gefangnen
Mohrenkönige – dem König
Don Fernando schickt Rodrigo
Die Gefangnen zum Geschenk.

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