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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 50
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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Geschichte Cids
auf seinem Feldzuge in Valencia

49

        Handelt ungerecht der König,
Will der Cid nicht also handeln;
Er verließ sein Weib in Tränen
Und in Tränen seine Töchter,
Alle von ihm hochgeliebt;
Brach in Länder ein der Mauren,
Überwand sie in Gefechten,
Er erobert' ihre Schlösser,
Legte ihnen Zins und Pflicht auf.
Als er Alcocer erobert,
Schlössen ihn die Mauren ein;
Zahlreich waren ihre Heere,
Keinen Ausfall waget' er.

        Da trat zu ihm Alvar Fañez,
Der sich nannte von Minaya;
»Galt es dazu unsre Mühe«,
Sprach er zu den Kriegsgenossen,
»Daß wir unser Land verließen,
Um uns hier den Bart zu kämmen?
Brot, das müßig wir hier zehren,
Krieger, ist kein Ehrenbrot.
Auf! Hinaus unter die Mauren!« –
»Alvar Fañez von Minaya«,
Sprach der Cid, »du redest tapfer,
Du sprichst wie ein Ehrenmann.
Nimm die Fahne!«

                                »Und beim Schöpfer
Schwör ich dir«, antwortet' dieser,
»Wo du sie vielleicht nicht selber
Hintrügst, aus Bedenklichkeit,
Trag ich sie.« Der Ausfall glückte;
Alvar Fañez von Minaya
Drang fort in die Maurenländer.
Zwar beklagten sich die Mauren,
Da sie Königes Alfonsos
Schutz genössen, über Unrecht;
Aber welcher Überwundne
Klaget über Unrecht nicht?

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