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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 30
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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29

        Stillversunken in Gedanken,
Gab der Cid, als von Zamora
Jenes Tages er zurückkam,
Stracks gab er dem König Sancho
Rechenschaft von seiner Botschaft,
Der ihm diese Worte sprach:

        »Solches ist der Kön'ge Schicksal,
Wenn sie mit zu wenig Klugheit
Zuviel Ehr erzeigen einem,
Einem stolzen Untertan.

        Ihr, Graf von Bivar, ich weiß es,
Jenen kecken Zamoranern
Rietet Ihr den Ungehorsam
Und das Widerstreben an.

        Eure Weisheitregeln kenn ich;
Fortan sind sie nicht die meinen,
Und zu meinen Füßen läge
Augenblicks hier Euer Kopf,
Hätt ich es nicht meinem Vater,
Ich mit allen meinen Brüdern,
Auf sein Haupt zuschwören müssen,
Euch zu ehren. Fort dann! Fort
Aus Kastilien! Weg aus allen
Meinen Reichen!«

                        »Auch aus denen,
Die ich Euch erobert habe?
Oder nur aus denen Reichen,
Die ich, König, Euch erhielt?«

                                        »Fort aus allen!«

                        Don Rodrigo,
Der gedankenvoll erst dastand,
Lächelte, sah ruhig um sich
Und – bestieg sein Roß Babieça.
Todesstille herrscht im Lager;
Denn der Cid – er ist hinweg!

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