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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 19
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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18

        Gen Zamora, wo der König
Eben Hof hielt mit den Edeln,
Kamen maurische Gesandte
Zu Rodrigo von Bivar.

        Von fünf Königen der Mauren,
Die er einst in Pflicht genommen,
Waren sie die Abgesandten,
Ihm zu reichen den Tribut.

        Hundert Pferd Araberstammes,
Edle Rosse, drunter zwanzig
Weiße, zart wie Hermelin,
Zwanzig apfelfarbne graue,
Dreißig rote, dreißig braune,
Allesamt mit reichen Decken
Überlegt und stolz gezäumet.

        Für Doña Ximena brachten
Reichen Schmuck sie an Juwelen,
Zwei kostbare Hyazinthen;
Auch zwei Kisten Seidenstoffe,
Ihren Knappen zur Livrei.

        Ehrerbietig, wie Vasallen,
Naheten sie ihrem Lehnherrn,
Nannten ihn: Gebieter, Cid.
»Freunde«, sprach der Cid, »ihr irret;
Wo mein Herr, der König, Hof hält,
Bin ich selber ein Vasall.
Der Tribut, den ihr mir bringet,
Er gehöret meinem Herrn.«

        »Sagt«, erwiderte der König,
»Euren Herren, daß ihr Lehnherr
Kein Monarch zwar sei, doch leb er
Mit Monarchen. Ich besitze
Nichts, was ich nicht ihm verdanke,
Meinem Feldherrn, eurem Cid.«

        Also kehrten die Gesandten
Rückwärts, ohne recht zu wissen,
Wer Vasall und König sei.

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