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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 15
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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14

 

Rodrigo

        In der stillen Mitternacht,
Wo nur Schmerz und Liebe wacht,
Nah ich mich hier,
Weinende Ximene
– Trockne deine Träne! –,
Zu dir.

 

Ximene

        In der dunkeln Mitternacht,
Wo mein tiefster Schmerz erwacht,
Wer nahet mir?

 

Rodrigo

        Vielleicht belauscht uns hier
Ein uns feindselig Ohr;
Eröffne mir –

 

Ximene

        Dem Ungenannten,
Dem Unbekannten
Eröffnet sich zu Mitternacht
Kein Tor.
Enthülle dich!
Wer bist du, sprich!

 

Rodrigo

        Verwaisete Ximene,
Du kennest mich.

 

Ximene

        Rodrigo, ja, ich kenne dich,
Du Stifter meiner Tränen,
Der meinem Stamm sein edles Haupt,
Der meinen Vater mir geraubt –

 

Rodrigo

        Die Ehre tat's, nicht ich. Die Liebe will's versöhnen.

 

Ximene

        Entferne dich! Unheilbar ist mein Schmerz.

 

Rodrigo

        So schenk, o schenke mir dein Herz;
Ich will es heilen.

 

Ximene

        Wie? Zwischen dir und meinem Vater, ihm!

        Mein Herz zu teilen? –

 

Rodrigo

        Unendlich ist der Liebe Macht.

 

Ximene

        Rodrigo, gute Nacht.

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