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Johann Gottfried Herder: Der Cid - Kapitel 11
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Gottfried Herder
titleDer Cid
publisherInsel-Verlag
editorMatthias Oehme
year1984
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20101231
projectid94d86967
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10

        Nie erscholl ein Ruhm gerechter,
Größer nie als Don Rodrigos;
Denn fünf Könige der Mauren,
Mauren aus der Moreria,
Waren ihm Gefangene.

        Und nachdem er mit Vereidung
In Vasallenpflicht und Zinspflicht
Sie genommen, sandt er alle
Wieder in ihr Land zurück.

        Als nach sieben langen Jahren
(Nie war er von ihr gewichen)
Don Fernando jetzt die feste
Stadt Coimbra, fest durch Mauren
Und durch Türme, überwand,

        Weihet' er der Mutter Gottes
Die prachtvollste der Moscheen;
Hier in diesem heil'gen Tempel
Hielt Rodrigo Ritterwacht.

        Hier mit eignen Königshänden
Gürtet ihm das Schwert der König,
Und die Königin, sie führet
Selber ihm den Zelter zu.

        Die Infantin, Doña Uraca,
Schnallt' ihm an die goldnen Sporen.
»Mutter«, sprach sie, »welch ein Ritter!
Einen schönern sah ich nie!

        Glücklich ist das Bauernmädchen,
Die ihn ohne Scheu des Vorwurfs
Unanständig-niedrer Sitte
Lang anschauen nach Gefallen,
Ohne Scheu ihn sehen darf.
Glücklicher ist die Gemahlin,
Die ihm zuführt seine Mutter,
Ihm, dem Schönsten, den ich sah.«

        Also sprach die Königstochter;
Doch nicht mit der Rosenlippe,
Tief nur im verschwiegnen Busen
Sprach also ihr stilles Herz.

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