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Der arme Verschwender

: Der arme Verschwender - Kapitel 37
Quellenangabe
pfad/weiss/armevers/armevers.xml
typefiction
authorErnst Weiss
titleDer arme Verschwender
publisherRowohlt Taschenbuch Verlag GmbH
year1980
isbn3499145677
firstpub
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Ich beklagte mich nicht, und dennoch tröstete man mich. ›Lassen Sie es gut sein‹, sagte die Direktorin, der ich niemals zur rechten Zeit ausweichen konnte, ›Sie haben eine nette Abwechslung gehabt, waren es nicht schöne Tage? Und für das liebe Häschen war es eine Wunderkur?‹ Sie lachte. ›Und wann kommt mein zweites Auge dran?‹ Ich machte die gleiche Kur wie auf dem linken, doch war das Ergebnis nur eine mäßige Besserung. Übrigens wußte mir nicht jedermann in der Anstalt Dank für diese Wunderkur, denn die Direktorin sah mit ihren ›neuen Augen‹ viel von dem, was ihr bis jetzt entgangen war. Aber die Kranken hatten es vielleicht jetzt noch besser.

Sie bot sich uns an, einen Teil der lästigen Korrespondenz mit den Angehörigen der Kranken, den Ämtern, Gerichten etc. abzunehmen. Ich aber konnte nicht Arbeit genug bekommen, denn sie war mein bester Trost. Der Chefarzt fragte mich: ›Ihr Urlaub?‹ Ich lächelte, so gut ich konnte. ›Schön‹, antwortete er, ›um so besser für mich. Ich werde alt, ich kann sechs Wochen Urlaub gut brauchen, vier Wochen kommen mir zu, und zwei schenken Sie mir, nicht wahr? Ich glaube‹, sagte er ernst werdend, ›wir passen ganz gut zusammen. Ihre Blutdruckmessungen ergeben möglicherweise mehr, als ich in meinem Pessimismus davon erwartet habe. Auch der Sehnervenschwund bei Tabes ist nicht so aussichtslos, wie manche annehmen. Freilich, eine so originelle Idee, wie in der Arbeit Ihres Vaters, von der ich unlängst mit Ihnen gesprochen habe, die fehlt Ihnen. Dafür sind Sie mit einem Ameisenfleiß begnadet, der das Genie mehr als ersetzt.‹ Nun wurde mein Lächeln bitter, denn ich wußte, was es mit der berühmten Arbeit meines Vaters für eine Bewandtnis hatte. Der große Menschenkenner – und Menschenfeind Mohrauer mißverstand mich: ›Trösten Sie sich über Frau von K. Man verliert nur, was man nicht hat. Auch sie hat immer an Ihrer Anhänglichkeit gezweifelt‹ ›Eveline, an meiner Anhänglichkeit?‹ fragte ich, so überrascht, daß ich wieder mein mir gegebenes Versprechen brach, mit niemand über Eveline zu sprechen. ›Ja, sie hat mir anvertraut, sie wolle Ihnen nicht als Zeitvertreib dienen, und Sie würden unbedingt früher oder später zu Ihrer Frau zurückkehren, zu der dicken Kuh, wie sie es unfreundlicherweise nannte. Nun zu etwas Ernsterem, finden Sie nicht, daß Ihr Freund jetzt sichtlich verfällt? Und dann der Fall Br. Das Gericht besteht auf einem Gutachten von wegen der Entmündigung. Ich überlasse es Ihnen, ich denke, Sie haben trotz der kurzen Zeit hier Erfahrung genug gesammelt, so daß Sie die Verantwortung übernehmen können für dies und das. Sie sind hier am rechten Platz. Hängen Sie Ihr Herz an niemand mehr, es trägt keine greifbaren Früchte und hindert Sie an der Konzentration, die Sie für Ihre wissenschaftlichen Arbeiten nötig haben. Übrigens hat Ihre Frau Ihnen heute geschrieben, ich habe den Brief zufällig in dem Posteinlauf gesehen. Hier! Wenn Sie sie kommen lassen wollten, von meiner Seite bestehen keinerlei Hindernisse, und ich werde jedermann die strengste Diskretion einschärfen, Sie können auf mich rechnend Ich dankte und ging. Draußen in dem trotz der Sommerhitze kühlen, sehr sauberen, fliesengedeckten Korridor las ich diesen Brief: ›Mein lieber Mann! Aus Deinem lieben Brief habe ich mit Kummer gesehen, daß Du die vollständige Trennung unserer für Dich drückenden Ehe wünschest. Ich habe viel darüber nachgedacht und gebe Dir recht, wenn Du Dich beklagst über mich in früherer Zeit. Ich hätte anders handeln sollen, habe aber nur aus Liebe zu Dir so gehandelt. Jetzt haben wir das Kind und müssen wir beide sehen, wie wir das Beste herausholen. Dem Maxi geht es, wie Du wohl schon weißt, in Bludenz recht gut. Aber er ist kein großer Gelehrter und werden wir wahrscheinlich auch keinen Geistlichen aus ihm machen, wie wir es uns so schön gedacht haben. Er lernt etwas schwer, und die geistlichen Herren Lehrer sind eher für ein Handwerk. Aber die Entscheidung, die ich Dir überlassen möchte, ist nicht von heute oder morgen. Vielleicht nimmt er sich noch zusammen, und seine Noten werden besser. Versprochen hat er es mir, und es ist ein gutes Kind. Nun zum Schluß noch ein Wort zu Deinem Wunsch. Solange ich am Leben bin, besteht für mich als Katholikin unsere Ehe, sie ist unlösbar, und ich kann meine Einwilligung zu einer Scheidung nicht geben. Ich bin mit Deiner Wiederverheiratung nicht einverstanden. Von mir kann Dich also nur der Tod befreien. Ich liebe Dich so sehr, daß ich sogar den Selbstmord erwogen habe. Aber diesen verbietet nicht allein unsere hl. Religion und müßte ich dafür im Jenseits büßen, sondern viel wichtiger ist, wie wolltest Du ihm die Mutter ersetzen? Du kannst Dir also leider keine Hoffnungen machen. Dagegen wird es Dich freuen, zu erfahren, daß Deine lieben Eltern sich gesund und wohlauf befinden, ebenso Deine l. Geschwister alle. Im Haus gibt es viel zu tun, entschuldige daher, daß ich so spät und mit so häßlicher Krikelkrakel an Dich schreibe. Auch ich bin G. s. D. gesund und grüße und küsse Dich in meiner alten Liebe und Treue

Deine Frau Vally.‹

 

– Ich widmete mich meinem einstigen Freund mehr denn je. Nicht nur als Arzt. Ich wollte sein Freund bleiben. Seine alte Tante, die bis jetzt für ihn gesorgt hatte, erklärte sich nun in einem unhöflichen Brief außerstande, die Pension hier zu bezahlen. Für die Messen versprach sie auch weiterhin zu sorgen. Man hätte ihn in der Landesirrenanstalt unterbringen müssen. Ich sah seinen Verfall. Mein Chef hatte recht. Aber ich wollte, konnte mich von ihm nicht trennen, und, wie ich an eine Rückkehr meiner geliebten Eveline glaubte, glaubte ich in meinem tiefsten Herzen – ohne es natürlich jemandem hier zu sagen – an eine Besserung seines Zustandes. Sollten doch sogar, in einem Falle von tausend, Heilungen vorgekommen sein. Warum konnte nicht er dieser eine unter tausend sein? Manchmal schien doch ein winziger Schimmer von Vernunft durch sein unruhiges Gefasel durchzuschimmern: ›Du bist dem lieben Gott ein Spielzeug und Werkzeug!‹ murmelte er sich selbst zu, während er sich stereotyp, eben wie ein mechanisches Werkzeug im Bette aufsetzte und niederfallen ließ, taktförmig, stunden-, tagelang, so daß ich, wenn ich blind gewesen wäre, beim Durchschreiten des Korridors ihn hätte hören müssen. Jesus und Goethe war er immer gewesen, vor tausend Jahren hatte er gelebt, auf allen Sternen war er wohlbekannt, und man sprach ihn dort mit Imperator, Genius genii und Obergott an. Dabei wurde sein Gewicht von Woche zu Woche kläglicher. Er schwand dahin, dann kamen wieder bessere Zeiten, schließlich ging es doch abwärts. Wie lange? Ich ging zur Direktorin und bat sie, für ihn einen Extrapreis auszumachen. ›Schön, kann geschehen‹, sagte sie mir, ›um Ihnen eine Freude zu machen – es gilt ja doch nur auf ein paar Wochen‹, setzte sie unbarmherzig hinzu. Ich dankte und ging. Ich hoffte immer noch.

Der Sommer und der Herbst waren vorüber, und nichts hatte sich geändert. Furchtbar war die Einsamkeit zu ertragen. Ich ging eines Abends, als die Tage schon merklich kürzer geworden waren, in sein Zimmer, schickte den Wärter, der fast den ganzen Tag bei ihm und einem anderen ähnlichen Patienten in dem Nebenzimmer verbrachte, hinaus und begann mit ihm zu sprechen, ihm mein Leid zu klagen, wobei er seine alte Manier – aufsetzen im Bett, niederfallen – fortsetzte, als wäre er allein. Als Gegenleistung zahlte ich seine Pension hier, welche die Direktorin großmütig ermäßigt hatte, ohne daß der etwas zu sparsame Mohrauer davon erfuhr.

Im Herbst des Jahres 1920, mitten in der Inflation, beendete ich meine neuen Untersuchungen über die Beziehungen zwischen dem Druck im menschlichen Auge und dem allgemeinen Blutdruck. Sie erschienen Ende November in einer medizinischen Zeitschrift. – Kurz vor Weihnachten wurde mir ein Besuch angekündigt. Es war mein Vater. Er war voll Freundlichkeit. Jovial, elegant gekleidet, grauer Spitzbart, silberne Haare, rote, volle Wangen. ›Du hast dir ja einen Christusbart wachsen lassen, mein Sohn‹, begrüßte er mich. – Ich hatte mir aus Sparsamkeit angesichts der sehr teuren Rasierklingen und der Rasierseife einen Bart wachsen lassen, der mich vielleicht etwas älter machte. ›Auch du mit deinem eleganten Henri quatre hast dich verändert‹, gab ich zurück. ›Im Ernst, glaubst du, daß es mich kleidet?‹ ›Gewiß‹, sagte ich und lächelte zurück. Ich hatte im Augenblick wenig Zeit. Aber abends war seine Stimmung nicht mehr so rosig, ich weiß nicht warum. ›Verdienst du hier viel?‹ fragte er. ›Genug für mich.‹ ›Verlangst du dein Gehalt in Goldwährung, auf Dollars umgerechnet?‹ ›Natürlich‹, sagte ich, ›du zahlst es doch gewiß ebenso deinem Assistenten.‹ ›Bis jetzt noch nicht, aber wenn er es verlangen sollte ... Übrigens, es ist nicht sehr ritterlich von dir, entschuldige das harte Wort, deiner Frau die Zuwendungen zu kürzen, weil sie mit der Scheidung nicht einverstanden ist. Du lebst hier wie ein Gott in Frankreich. So üppig wie ihr tafeln wir bei uns zu Hause nicht.‹ Er sah nicht, daß ich meinen alten Anzug von 1914 trug, sorgfältig gewendet und sehr geschont. Ich wurde im eigentlichsten Sinn endlich Herr über mich und machte zum erstenmal eine Probe: ›Kannst du schweigen, Papa?‹ ›Natürlich!‹ sagte er, ›besser als du!‹ ›Nun, so will ich dir als Mann unter Männern gestehen, daß ich eine reizende kleine Freundin hier habe, siebzehn Jahre alt. Blond und Augen wie Saphire, ich muß mich daher auch erkenntlich zeigen, und leider trägt meine ... Gaby nur Spitzenwäsche und schüttet jeden Morgen einen Liter Eau de Cologne in ihr Badewasser ...‹ ›Glückspilz! Deshalb also wolltest du die Fee loswerden?! Alter Glückspilz!‹ rief mein Vater und strahlte über das ganze Gesicht. ›Muß das aber duften. Willst du mir dieses Wundergeschöpf einmal vorstellen? Nun aber zu unseren häuslichen Angelegenheiten ... Weißt du, daß du meinem Liebling Judith beinahe das Herz gebrochen hast? Was hat es mich Mühe gekostet, sie zu beruhigen! Ich will dir jetzt auch offen sagen, es handelt sich um sie. Du hast früher einmal mir einen ganz guten Rat gegeben, er betraf die Versicherung ... entsinnst du dich? Was rätst du mir jetzt?‹ ›Ich? Ich kann ohne genaue Unterlagen keinen Rat geben, und du hast viel mehr geschäftliche Erfahrung als ich.‹ ›Ja, daran habe ich auch gedacht und habe die Unterlagen mitgebracht.‹ Er holte aus seiner eleganten Saffianaktentasche die Verträge, die Aufstellungen über die Erträge aus den Zinshäusern, die Kontoauszüge der Bank über die Wertpapiere, und wir verbrachten fast die ganze Nacht, um jeden Punkt durchzusprechen, wobei mein Vater sich eifrig Notizen machte und meinem Wort lauschte wie dem eines Priesters auf der Kanzel. Dabei hatte ich meine ganze Weisheit aus der Zeitung und aus den Gesprächen hier. ›Ich bin dir sehr dankbar‹, sagte er gegen drei Uhr morgens, vor dem Schlafengehen, ›du hast dich mir als wahrer Freund erwiesen! Ich habe mein ganzes Leben für euch alle gearbeitet. Ich möchte nicht, daß Judiths Mitgift zusammenschrumpft. Wenn sie reich ist, hat die ganze Familie etwas davon, natürlich, denkst du nicht auch?‹ Ich dachte es auch, und wir trennten uns mit der größten Herzlichkeit. Beim Frühstück sahen wir einander wieder, und er war womöglich noch zärtlicher zu mir, drückte mir beide Hände und wollte mich beim Frühstückstisch bedienen. Ich nahm es nicht an, und so überboten wir uns mit Liebenswürdigkeiten. Beim Abschied sagte er: ›Ich hoffe doch, du kommst bald zurück zu mir. Du fehlst mir sehr. Dein Nachfolger oder deine Nachfolger können dich mir nicht ersetzen. Deine Begabung für die Okulistik war ja offenbar. Du hast fast ebensogut operiert wie ich, nur etwas zu schnell, das ist der Fehler aller Anfänger. Bei uns geht es nicht zu wie in der Chirurgie. Wer am längsten zu einer Operation braucht, oft der ist der Meister. Nun, willst du nicht wiederkommen? Was Mohrauer zahlen kann, zahle ich dir auch.‹ Ich lächelte und schwieg. ›Und was Gaby betrifft, so sollst du wissen, ich bin ein liberaler Mann, ich kann ein Auge zudrücken, ihr müßt eben beide warten. Was denkst du?‹ Ich dachte nichts. Diesmal konnte er sich nicht von mir trennen, und wir hätten den ganzen Vormittag verplaudert, wenn meine Arbeit nicht dringend gewesen wäre. Mit dem Mittagszug reiste er ab. Ich gab ihm viele Grüße an die Familie mit und vertraute ihm ein kleines Geschenk für meine Frau an.

Kurz vor Weihnachten kam die Direktorin eines Abends in mein Zimmer und sagte mir, ich solle mich warm anziehen – es schneite heftig – und in das Portiershäuschen kommen. ›Es erwartet Sie eine Person, auf die Sie nicht gerechnet haben.‹ Ich ging seelenruhig durch den hohen Schnee zwischen den Nadelbäumen den ausgeschaufelten Weg zu dem Portiershaus und sah in dem schlecht beleuchteten Büro eine blasse, nicht mehr ganz junge Frau am Fenster sitzen, die sich in fortgeschrittener Schwangerschaft befand. Ich trat überrascht näher, und obgleich ich sie noch nicht erkannte, schlug mir das Herz. ›Erkennst du mich nicht‹, sagte sie und erhob sich schwerfällig, ein Taschentuch in der breiten Manschette ihres Pelzes verbergend, ›ich bin es doch! Habe ich mich denn so verändert?‹ Weinend fiel sie mir in die Arme, und ich hörte sie schluchzen und furchtbar husten ohne Übergang. ›Eveline! Du!‹ sagte ich. Mir fiel sonst nichts ein. ›Laß mich dableiben!‹, bettelte sie und hielt sich krampfhaft an meinem Mantel fest. ›Es ist am schönsten, so ganz klein zu sein neben dir! Laß mich bei dir einkuscheln, tu mir nichts an!‹ Der Portier wandte sich diskret ab. Ich mußte mich entscheiden. ›Wie bist du hergekommen?‹ fragte ich, so beherrscht ich konnte. Sie war durch den kalten energischen Klang der Stimme überrascht, raffte sich auf, trocknete die Augen und sagte mit gesenktem Blick: › Was willst du wissen?‹ ›Bist du mit einem Wagen gekommen?‹ ›Ja. Mit einem Wagen, mit einem Auto. Es steht draußen. Ich habe gefürchtet, du jagst mich weg.‹ ›Aber Eveline, du großes Kind!‹ Wie glücklich war sie jetzt, als sie sich dem Kachelofen im Büro anschmiegen konnte, in dem ein lustiges Feuer brannte und an dem sie sich nach der Reise und der Wagenfahrt wärmen wollte, während ich die ziemlich hohe Rechnung des Chauffeurs beglich und dem Personal Auftrag gab, das Gepäck, zwei große Koffer, zu mir zu schaffen. Sie war selig, als sie das Auto davonrollen hörte. Ich stützte sie, als sie zwischen den Nadelbäumen in den Pavillon ging, in dem ich jetzt wohnte. Es hatte zu schneien aufgehört. Es war dunkel geworden, aber der Schnee glitzerte wie Silber. Ich sah ihre Augen in dem blassen Gesicht fieberhaft leuchten, aber die großen Ohrringe, den Familienschmuck, trug sie nicht mehr. ›Ich bin etwas sehr müde von der Reise‹, sagte sie in meinem Zimmer, ›ich möchte daher den Mohrauer und die Direktorin heute nicht mehr sehen.‹ ›Alles wie du willst‹, sagte ich. ›Ich glaube auch, ich habe eine kleine Bronchitis‹, fuhr sie fort. ›In dem Spiegel mag ich mich nicht sehen. Weißt du‹, und sie schmiegte ihre Brust so eng an mich, daß auch ihr gewaltig angewachsener Leib sich gegen mich preßte, ›meine Mutter ist weit über vierunddreißig Jahre alt geworden. Dann hätte ich doch noch fünf Jahre zu leben. Jeder will in der kurzen Zeit zusammenleben, was er kann!‹ Ein furchtbarer Hustenstoß erschütterte sie von den Füßen bis zum Kopf. ›Kleide dich aus, lege dich zu Bett, wir werden Temperatur messen ...‹ ›Ja, tu alles, was nötig ist. Nicht wahr, du wirst dich nicht an mir rächen? Ich bin ja doch zu dir zurückgekommen. Ich will dir nicht mehr sagen, daß ich dich liebe, ich will ...‹ Ich legte ihr die Hand auf den Mund. Sie küßte die Innenseite meiner Hand mit der alten Glut.

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