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Hermann Harry Schmitz: Der Aesthet - Kapitel 2
Quellenangabe
typenarrative
booktitleDer Ästhet und andere Tragikomödien (Sämtliche Werke Band III)
authorHermann Harry Schmitz
year1988
publisherHaffmans Verlag
addressZürich
isbn3-251-20058-5
titleDer Aesthet
pages48-91
created19990518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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III.

Als ich wach wurde, schien der Tag durch die Luke.

Mauzfies war bereits auf. Er tanzte in Unterhosen durch das Gemach und versuchte stöhnend, sich seine Krawatte um den Hals zu winden.

Ich halte es nicht für recht, eine Unterhose, die ursprünglich gelbbraun war, so lange zu tragen, bis sie Farbe und Ansehen von ägyptischen Mumienbändern hat. Mauzfies schien anderer Ansicht zu sein.

Ich mußte weggucken, ich konnte es nicht mitansehen. Das Zeitungspaket lag noch ungeöffnet auf dem Tisch.

Nachdem ich mich einigermaßen gesammelt hatte, wünschte ich ihm einen guten Morgen.

Die Deckkrawatte baumelte endlich auf der Brust herum, die Mumienhose war unter der kammgarnenen verschwunden. Mauzfies stand an der Luke und schaute sinnend hinaus auf das Meer.

»Ein Corotscher Morgen. Die Geburt des Tages aus der Unendlichkeit der Nacht. Ja, der göttliche Franzose hat das geheimnisvolle, überwältigende Wunder begriffen. Oder kennen Sie einen Künstler, der das ebenfalls noch malen könnte?«

Ich versicherte, keinen zu kennen, obgleich ich an anderes dachte. Der Schreck über die Unterhose saß mir noch in den Gliedern. Und dann beunruhigte mich ernstlich das Paket auf dem Tisch. Man muß doch auf der Reise Koffer haben, ein Reisenecessaire, eine Plaidhülle, einen Hutkoffer und so. Ohne daß ich es eigentlich wollte, preßte ich die Frage heraus: »Haben Sie, verehrter Meister, Ihr großes Gepäck vorgeschickt?«

»Turner hatte Gluten auf seiner Palette. Visionen trunkener Märchen oder die Vorstunde furchtbarer Tragödien sehe ich in seinen Bildern.«

Sein Quatsch begann mir auf die Nerven zu gehen, ich nahm mich aber zusammen und sagte träumerisch: »Ja, dieser Turner!«

»Gepä-ä-ä-ck« erinnerte er sich nun. »Dort – und er wies auf sein Paket – »omnia mea mecum porto!«

Na, seine omnia waren auch danach. Die Herzogin wird eine Freude haben.

Ich erfuhr im Verlaufe des Gesprächs, daß er seit langem mit ihr in Korrespondenz stand und ihrer ausdrücklichen Einladung folgend nach Corsica ging. Das imponierte mir doch wieder gewaltig.

Unterdessen war er mit seiner Toilette fertig geworden. Er verließ die Kabine. Gewaschen hatte er sich nicht, sein Waschbetrieb war unberührt.

Den ganzen Tag über hielt ich mich an ihn. Ich schien einen Stein bei ihm im Brett zu haben. Er würdigte mich längerer Erläuterungen über seine ästhetischen Ziele. Unvermittelt sprang er von einem Thema zum anderen. Zwischendurch schnauzte er mich auch rücksichtslos an, wenn er auf meinem Gesicht zu lesen glaubte, ich hätte nicht kapiert. Aber von einem Manne, der eine Herzogin zu besuchen im Begriffe war, ließ ich es mir willig gefallen und sah andauernd beflissen und sehr verständig drein. Bisweilen schien es mir, als ob er mich ganz seltsam anblicke. Etwas Dämonisches lag dann in diesem Blick. Aber ich gebe zu, daß das mit seinem Glasauge zusammenhängen mochte, an das ich mich einfach nicht gewöhnen konnte und das mich mehr und mehr ängstigte.

Corsica in Sicht! Hieß es nachmittags gegen halb sechs Uhr plötzlich.

Ein dunkeler Streifen am Horizont wurde uns von den Matrosen als die Insel der Vendetta bezeichnet.

Im Hotel l'Ingénieur in Bastia sollte mein seliger Onkel wohnen – also ich gleichfalls.

»Für das Hotel l'Ingénieur habe auch ich mich entschieden«, erklärte Mauzfies und schaute mich wiederum so unheimlich an. Ich starrte ihm ins Glasauge, wie gebannt kam ich fast nicht los davon. Ein Grauen beschlich mich. Was würde aus alldem noch werden?

Die Dämmerung war schon ziemlich weit vorgeschritten, als wir im Hafen von Bastia einliefen.

Phantastische Gestalten kletterten, während der Dampfer noch mitten im Hafen lag, aus kleinen Kähnen an Bord, stürzten sich wie Besessene in die Kabinen und zogen unter Triumphgeschrei mit den Gepäckstücken ab.

Ich sah Mauzfies erbleichen. Man hatte ihm sein Zeitungsbündel entführt. In einer merkwürdigen Besorgnis, die von seinem bisherigen unveränderlichen Gleichmut solchen Dingen gegenüber auffallend abstach, lief er hin und her.

Die Bocognano hatte am Kai festgemacht, und man konnte an Land gehen.

Alles drängte und stürmte auf eine Stelle zu, an welcher die wahnsinnigen Packträger das Gepäck kunterbunt zusammengetürmt hatten.

Ich kriegte mir eine verdächtige Sträflingstype zu packen und ließ meinen Kofferkram aus dem Wust hervorzerren und zu dem Omnibus des Hotel l'Ingénieur schaffen.

Mauzfies sah ich im Getümmel wild gestikulierend, auf- und abrennen – er hatte sein kostbares Paket noch nicht entdeckt.

Nachdem meine Koffer glücklich auf dem Dach des vorsintflutlichen Hotelwagens verstaut waren, stellte sich der Facchino, ein gedrungener Sarazene, vor mich hin und hielt mir drohend sechs dreckige Finger unter die Nase, was heißen sollte, ich hätte für den Gepäcktransport sechs Franken zu zahlen.

Ich bin ein vornehmer Mensch und wollte den Mann nicht kränken, aber sechs Franken waren mir doch zu viel. Ich versuchte, ihn in einem zwanglosen Gemisch sämtlicher romanischer Sprachen logisch zu überzeugen, daß seine Forderung entschieden zu hoch sei. Er gab mir einen Faustschlag vor die Brust, daß ich gegen den Wagen flog.

Ich schaute mich hilfesuchend um.

Mauzfies stand inmitten einer Schar der Seeräuber und warf, wild die Arme schwingend, mit den schauerlichsten italienischen Matrosenflüchen um sich. Die schöne Linie der klassischen Ruhe war ihm unbedingt abhanden gekommen.

Die Situation wurde bedenklich.

Dolche wurden gezückt.

Ich versuchte mich ebenfalls aufs Schimpfen zu verlegen und schrie ein über das andere Mal »characho« – das einzige italienische Schimpfwort, das mir in der Not einfiel und dazu noch spanisch war.

Mauzfies war besser daran als ich, er wußte gemeine Schimpfworte.

Da man mir mit einem kurzen Schlag von hinten den Hut über die Ohren trieb, wich ich der Brutalität und drückte dem Halunken haßerfüllt sechs Franken in seine schwielige Rechte.

Man ließ mich in den Wagen steigen. Ich fühlte mich nun einigermaßen geborgen und rief aus dem Fenster: »Schutzmann!« Ah, das nutzt dir hier nichts. Krampfhaft strengte ich mein Gehirn an. Weder die französische noch die italienische Bezeichnung für einen Polizisten fiel mir ein. Ich rief auf gut Glück: »Bersaglieri, Bersaglieri!« Niemand nahm von mir Notiz.

Mauzfies, umgeben von der Gruppe gefährlich aussehender Gestalten, stand am Wagen. Aus den wilden Gesten entnahm ich, daß das Paket auf dem Omnibusdach zwischen den anderen Koffern sein mußte.

Mauzfies begann den Aufstieg, um sich persönlich zu überzeugen.

Das Vorhandensein von Gichtknoten an den Händen, wie sie Mauzfies hatte, ist noch lange kein Beweis dafür, daß ihr Inhaber kein gewandter Turner ist. Mauzfies war es nicht.

Von hinten gezwickt und gezerrt, gelang es ihm nach langem Würgen und Stöhnen endlich, auf dem Rade stehend, das Geländer des Daches zu packen.

Elastisch, wie die Jugend ist, lachte ich mich im Wagen halb kaputt über die komische Figur, die Mauzfies abgab. Ich habe, scheint es, doch kein gutes Herz.

Mauzfies stieß plötzlich einen Schrei aus.

Er hatte sein Paket gefunden, eingeklemmt, rücksichtslos eingeklemmt zwischen meinen Koffern. Wütend begann er eine neue Serie von Schimpfworten loszulassen. Einer der Marodeure fühlte sich verletzt, ging hin und zog Mauzfies an den Beinen. Mauzfies verlor den Halt auf dem Rade und zappelte, sich mit einer Hand krampfhaft am Gitter festhaltend, in der anderen Hand sein Paket, hilflos in der Luft.

Es sah verrückt aus. Ich barst vor Lachen.

Man hätte ihm Arme und Beine ausgerissen, wenn nicht endlich doch noch ein agent de police der Szene ein Ende gemacht und Mauzfies aus der unangenehmen Lage befreit hätte.

»Die tierischen Instinkte dieser Naturmenschen haben etwas Michelangeleskes«, meinte er, als er sich ächzend auf die Wagenbank niederfallen ließ.

IV.

Das Hotel l'Ingénieur war ein düsterer, hoher Bau.

Als ich durch das dunkele Tor in das Vestibül trat, hatte ich das Gefühl, hier kommt selten ein Reisender wieder lebendig heraus.

Aber das mußte man dem Hotel lassen, es wurde hier famos gekocht. Ein opulentes Mahl entschädigte uns einigermaßen für die vorausgegangenen Strapazen.

Ich saß an einem kleinen Tisch Mauzfies gegenüber und konnte mit einiger Genugtuung konstatieren, daß der Gute mit Vorliebe mit dem Messer aß, worin er es zu einer jongleurartigen Geschicklichkeit gebracht hatte.

»Ich speise so gerne von altem Sèvre-Porzellan«, sagte er und prustete mir dabei ein Stückchen Essen an die Backe.

»Ich speise so gerne hinter spanischen Wänden mit Watteau-Szenen«, erwiderte ich.

Pâté de Merle, eine korsische Spezialität, gab es unter anderem an diesem Abend.

Ich ließ ihm unklugerweise die Vorhand. Er sezierte die Pastete nicht untalentiert. Ich hatte bald die mir zukommende Amsel auf dem Schoß, während sein Stück lustig zwitschernd in hohem Bogen durch den Saal flog.

Es hat auch seine Nachteile, mit derartig berühmten Leuten zu verkehren.

»Lieben Sie die Maler der italienischen Renaissance?« fragte er, wobei ihm eine Fettperle übers Kinn auf den Gehrockaufschlag rann.

»Oh, wie ich diese großen Maler verehre!« erwiderte ich kauend und leuchtete mit den Augen.

»So kennen Sie das Bild der Giovanna Tornabuoni von Ghirlandaio, früher hing es in der Galerie Rudolf Kann zu Paris. Diese wunderbare Nackenlinie!« Entzückt schnalzte er mit der Zunge, und ich bekam einen leichten Pruster mit. »Göttliche Frauen des Cinquecento! Diese schmalen, knabenhaften Körper! Die Frauen von heute erinnern mich immer an die karikaturistisch verschnittenen Taxusbäume des Rokoko. Wissen Sie was«, setzte er schnell hinzu, »kommen Sie mit zur Herzogin Vizzerona-Forli!« Und er warf mir einen lauernden Blick zu, gleichzeitig mit dem echten und dem künstlichen Auge, der mich erschreckte.

Na, mein Freund, ich werde schon gut aufpassen, gelobte ich mir im Innern. Denn daß ich, trotz der nicht ganz geheuerlichen Begleitumstände, zugreifen müßte, war mir klar. So verlohnte sich der ungemütliche Schwindel ja einigermaßen. Im übrigen: wenn er mich mitnahm, würde er es bei der Herzogin wohl zu verantworten wissen, mir konnte es egal sein. Ohne mich weiter zu besinnen, dankte ich mit allem gebotenen Überschwang für das Anerbieten und akzeptierte.

Nach dem Diner tuschelte er leise mit dem Kellner, der mich darauf, wie mir vorkommen wollte, mit einem gewissen Mitleid betrachtete. Dieser Kellner hatte ein glattrasiertes Gesicht und nur seitlich am viereckigen Kinn ein ekelhaftes Bündelchen langer schwarzer Haare stehen lassen. Das machte mir ihn von vornherein unsympathisch.

Mauzfies schlug vor, noch ein wenig in die Stadt zu gehen.

»Jede Stadt hat im Nachtleben ihre eigene Note«, fügte er hinzu.

Passiert mir etwas, so hat meine Familie die Schererei – das Billett muß dann ein anderer abfahren – ich war mit dem Bummel einverstanden.

Wir zottelten durch dunkele enge Gassen und gerieten in ein Café chantant niedrigsten Ranges. Matrosen und sonstige übele Individuen bildeten das Publikum.

Auf der primitiven Bühne behauptete ein Ungetüm von einer Chansonette mit sonorem Organ, sie sei die Königin von Madagaskar, wozu ein Mann, in einem zerschlissenen Sammetwams, der aussah wie ein Nichts, Klavier spielte. Man hätte ihm, weiß Gott, die Hände absägen sollen.

Mauzfies bestellte Absinth für uns beide. »La sorcière atroce«, sagte er; »ich liebe sie. Flüssiger Opal!«

Ich mag dies Getränk nicht, es schmeckt mir nicht und bekommt mir schlecht, ich wollte mich aber nicht blamieren und trank das Gift in großen Zügen.

Mauzfies' natürliches Auge hing an der Sängerin, es begann zu schillern.

Die Königin von Madagaskar machte einen letzten gigantischen Hupfer – mir kam es vor, als hätte man ein Klavier aus dem vierten Stock herabplumpsen lassen – und verduftete von der Bühne.

Mauzfies wetzte auf seinem Sitz hin und her, rief den Kellner und flüsterte ihm etwas ins Ohr.

Nach der Chansonette kamen drei Mädchen, die, obgleich sie sich les trois belles de New York nannten, sehr übel aussahen. Sie waren äußerst kurzatmig, was sie aber nicht hinderte, einen englischen Niggergesang unter erheblichem Beingeschmeiß abzukreischen.

Auf einem neben der Bühne angebrachten Plakat wurden die verehrten Gäste gebeten, nicht auf die Bühne zu klettern. Das Verbot hatte seinen guten Grund. Man mußte wirklich an sich halten, um nicht oben mit einigen kräftigen Faustschlägen dazwischenzufahren.

Ich trank wie ein Hafenarbeiter Absinth und wurde sehr rasch betrunken, grölte laut, während man oben sang, und amüsierte mich auf meine harmlose Weise. Kein Mensch nahm mir das übrigens übel.

Mauzfies hatte sich leise entfernt. Er saß in einer Ecke mit dem trojanischen Pferd von einer Chansonette, vor sich auf dem Tisch Sekt.

Ich hatte mich müde gegrölt, ich wurde traurig. Nachdem ich so viel bezahlt hatte, daß sich zwölf starke Männer dafür an Absinth gut hätten tottrinken können, wankte ich aus der Stätte dieser eigenartigen Lustbarkeiten.

Ein menschenfreundlicher Polizist griff mich irgendwo auf und gab mich am Hotel ab.

Ich stand stumpf in dem schwach erleuchteten Vestibül. Von irgendwoher kam eine Gestalt mit zugeklebten Augen und einer Kerze und führte mich kreuz und quer viele Treppen hinauf in mein Zimmer.

Ich begann mich auszuziehen, drehte mechanisch noch die Uhr auf, warf mich, von der bleiernen Müdigkeit überwältigt, auf das Bett, das in holländischer Weise in die Wand eingelassen war. Sofort verfiel ich in einen todähnlichen Schlaf.

Ich weiß nicht, wie lange ich geschlafen hatte – es war noch total finster –, als ich durch ein seltsames Ächzen und Stöhnen dicht neben mir wach wurde. Entsetzt horchte ich auf das unheimliche Geräusch. Es war keine Täuschung, jemand stöhnte in meiner dichtesten Nähe. Ich sprang aus dem Bett und tastete auf dem Nachttisch nach den Streichhölzern, wobei ich meine Uhr herunterwarf. Ich erwischte die Streichholzschachtel, die mir natürlich bei dem Versuch, ein Zündholz anzustecken, geöffnet zu Boden fiel. Das Stöhnen wurde stärker. Mir stand der Alkoholschweiß auf der Stirn. In meinem Zimmer geschah etwas Furchtbares. Zitternd tastete ich auf dem Boden umher und erwischte endlich ein Streichholz und die Schachtel, worauf es mir gelang, Licht zu machen.

Erzählungen kamen mir in den Sinn, die ich in meiner Jugend gelesen hatte: von Reisenden, die nachts in einsamen Gasthäusern von den Wirtsleuten überfallen und beraubt und nie wieder gesehen wurden, nie wieder. Der bedeutsam Blick des Kellners, das unheimliche Schrankbett – meine Ahnungen beim Betreten des Hauses hatten mich nicht getrogen.

Eine Waffe!

Mein Revolver war unglückseligerweise auf dem Grund eines der drei Koffer verpackt.

Das Stöhnen wurde von einem kurzen, unartikulierten Aufschrei unterbrochen.

Was tun? Ich strengte meinen Absinthschädel an. Ich war kein Hüne. Man hatte mir aber bei Gelegenheit wirksame Jiu-Jitsu-Griffe beigebracht. Ich übte in aller Todesangst mit der rechten Hand die linke Hand des Gegners packen und über den linken Arm – nein, das war falsch. Ah – einen kurzen Schlag mit der flachen Hand in die Kehlkopfgegend – das war richtig.

Ich faßte mir ein Herz. Aus der Gegend meines Bettes kam das Geächze. Bebend leuchtete ich in den Alkoven, in dem mein Bett eingelassen war. Eine Tür schloß ihn nach der Wandseite ab. Sie war halb geöffnet, was mir in meinem betäubten Zustande, als ich mich niederlegte, entgangen war. Hinter der Tür wurde gestöhnt. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen, drückte die Tür ein wenig auf und leuchtete durch den Spalt.

Ich hatte mich auf ein schreckliches Bild gefaßt gemacht – auf eine blutüberströmte Gestalt, stöhnend auf dem Boden liegend, oder so etwas.

Mein erster Blick beruhigte mich.

Das Nebenzimmer hatte den gleichen Alkoven, und darin stand ebenfalls ein Bett. Zwischen beiden Betten war lediglich die besagte Tür.

In diesem Bett nun lag jemand, ein korpulentes Etwas. Von ihm ging das gräßliche Ächzen aus. Es wurde augenscheinlich von einem schauerlichen Traum gequält.

Ich zog die Tür zu, fest zu – und schob den Riegel auf meiner Seite vor – recht fest.

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